Indiana Tribüne, Volume 30, Number 42, Indianapolis, Marion County, 11 October 1906 — Page 6
Jndian Tribüne, II Oktober 1906
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ErsPschNachrichten. Jfvovxrxi Westfalen. Münster. Verliehen wurde dem bisherigen Handelsrichter, Kommerzienrath Louis Brügmann zu Dortmund, und dem technischen Eisenbuhnsekretär a. D. August Bödeker Hierselbst der Rothe Adlerorden vierter Klasse, dem Ehrendomherrn und Landdechanten D. Tappehorn zu Vreden der Kronenorden 3. Klasse, dem Lagermeister Friedrich Wienstroth zu Brackwede. dem Werkstattmeiste? Wilhelm Siekmann zu Gabderbaum, dem Eisenbahnrottenführer Hermann Leiweke zu Driburg und Johann Lücking zu Herste das Allgemeine Ehrenzeichen. Bochum. Infolge eines Fehltritt?s stürzte der Dachdeckerlehrling Biermann Hierselbst von einem Neubau und zog sich solche schwere inneren Verletzungen zu, daß er in's Krankenhaus gebracht werden mußte. Fühlen brock. Eine Blutthat wurde kürzlich hier verübt. Die in einem Hause wohnenden Familien Thiechame und Bär lebten seit einiger Zeit nicht in bestem Einvernehmen. Vor kurzem entstand ein Wortwechsel zwischen den beiden Frauen. Der 26 jährige Heinrich Thiechame ergriff Partei für seine Mutter. Daraufhin kam der Ehemann Bär mit einem geladenen Revolver aus der Wohnung und schoß dem Heinrich Thiechame eine Kugel in die Brust. Thiechame stürzte sofort zu Boden; die Luftröhre ist ihm durchschossen worden. Er wurde in das hiesiae Krankenhaus geschafft. Der Revolverheld wurde kurz nachher verhaftet. Hagen. Dem Rangirer Hickelhein aus Nuttlar. der sich erst seit kurzem hier im Dienst befand, sind auf dem Güterbahnhof von einem Rangirzug beide Beine und der rechte Arm abgefabren worden. Er starb kurz nach sein Einlieferung im Krankenhause. Haspe. Letztens stürzte der Arbeiter I. Schade in angetrunkenem Austande in eine drei Meter tiefe Grube an der Kohlenbahn der Zeche 23. Trappe". Schade erlitt bei dem Sturze einen Genickbruch, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. I s e r l o h n. Erhängt aufgefunden wurde der etwa 30jährige Schieferdecker Trappe und zwar in seinem Schlafzimmer. Was den Lebensmüden zum Selbstmorde getrieben hat, ist unbekannt, er hinterläßt eine Wittwe mit vier unmündigen Kindern. 'FlyeinproVinz. Köln. Ertrunken ist kürzlich der achtzehnjährige Schreiber Peter Dunkel aus der Troisdorferstraße in Deutz in der Nähe von Poll. Er ging mit einem College am Rhein spazieren, als sie plötzlich Hilferufe vernahmen. Sie sahen, wie ein junger Mann, der dort mit noch anderen Burschen badett, vom Strom fortgerissen wurde. Der Schreiber Dunkel und sein College, der Schreiber Franz Hakes, sprangen sofort ms Wasser. Während es dem Hakes nach großer Anstrengung gelang, den badenden Burschen vom Tode des Ertrinkens zu retten. kam Dunkel in den Wellen um. A n d e r n a ch. In der Brauerei Leifert entstand in dem Pichraum Grobfeuer. Die großen Lagerräume mit mehreren hundert Centner Heu und anderen Vorräthen wurden vernichtet. Der Pichraum und das Faßlager wurden zerstört. Der Schaden ist sehr bedeutend, aber durch Versicherungen gedeckt. Barmen. Hier wurde von einem Eisenbahnzug Kaufmann Carl Lefarth, als er nach einem Ehezwist einen kürzeren Heimweg über den Bahndamm nahm, überfahren und getödtet. G r ä f r a t h. Dem früheren Seidenweber Wilhelm Hülstrunk von hier, langjährigen Ehrenchef des hiesigen Landwehr- und Kriegervereins, ist vom Könige das Allgemeine Ehrenzeichen" verliehen worden. H e i s s e n. Auf der nahen Zeche Rosenblumendelle" stürzte beim Abteufen eines Förderschachtes ein Gerüst w die Tiefe. Der Aufseher Breitenbach wurde getödtet, ein Steiger und ein Fahrhauer schwer verletzt. Kreuznach. Hier starb die Bauerwittwe Maria Wahlrab im Alter von 102 Jahren. Sie war bis zu ihrem Lebensende rüstig, besuchte fleißig die Kirche und las ohne Brille die Zeitung. Mülheim. Vor Kurzem ertrank beim Baden in der Ruhr in der Nähe der Friedrich Wilhelm - Hütte der auf derselben beim Hochofen beschäftigte 16jährige Arbeiter Gerhard Land. Seine Hilferufe wurden, da er ein guter Schwimmer war, von den gleichzeitig mit ihm badenden Arbeitern als Scherz aufgenommen, und so ging der junge Mann vor ihren Augen unter. Anscheinend ist er einem Krampfanfall zum Opfer gefallen. fvoxitn Kellen-Jkallau Kassel. Die Gattin des hiesigen Hofschauspielers Hermann Wolfram. eine geborene Wienerin, im Alter von 28 Jahren, die mit ihrem Kinde zur Kur sich in Bad Soden befand, ist bei einer Tour mit dem Fahrrade gestürzt und infolge der Verletzungen gestorben.
H o l z h a u s e n. An Stelle des vor einiaer 5fcit gestorbenen Bürger- I
meisters Roll dahier wuroe der settherige erste Schöffe Adam Eisenhut einstimmig zumBürgermeister gewählt, bestätigt und verpflichtet. Eisenhut war lange Jahre hindurch Betriebsleite? des hiesigen Eisenwerkes und hatte als solcher Ersprießliches geleistet, so daß die Gemeindeverwaltung unstreitig einen guten Griff gethan hat. ihn an die SLitze der nicht ganz einfachen Gemeindeverwaltung berufen zu haben. Volkmarsen. Vor kurzem stürzte hier von einer Wagenplattform eines überfüllten Zuges der Handelsmann Sauer aus Barmen ab. Er wurde überfahren und war sofort todt. ZklitterdeutscHe Starrten. Bürgel. Die 48 Jahre alte Frau Elise Schmidt, Ehefrau des hiesigen Bürgermeisters Schmidt, wurde in dem in Thalbürgeler Flur gelegenen sogenannten Brauteich todt aufgefunden. Sie hatte sich bis auf Hemd und Unterrock entkleidet, die Leine, an der sie ihren Hund zu führen pflegte, um den Leib gebunden. Den Hund nahm sie mit in's Wasser, doch schwamm er wieder an's Land. Ein schweres körperliches Leiden scheint die bevauernswerthe Frau in den Tod getrieben zu haben. Fraureut h. Kürzlich ist hier das 14: Jahre alte Dienstmädchen Paula Partsch unter Vergiftungserscheinungen gestorben. Das junge Mädchen war in Zwickau gewesen und von dort anscheinend gesund zurückgekehrt. Die Untersuchung in der räthselhaften Sache wurde sofort eingeleitet; auch fand die gerichtliche Obduktion der Leiche statt. Zur genaueren Feststellung wurden die in Frage kommenden Körpertheile nach Jena in die Universitätsklinik geschickt. Da zu einem Selbstmord jede Veranlassung fehlt, neigt man zu der Annahme. daß das Mädchen einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Kosma. Die 18 Jahre alte Tochter des Gärtners Brumme stürzte in einem epileptischen Anfalle in den Dorfteich und ertrank. M e u s e l w i tz. Das dreijährige Söhnchen des Grubenarbeiters Roscher wurde als Leiche aus der Schnauder gezogen. Der Junge hatte am Flußufer gespielt und war, ohne daß es jemand bemerkte, in das Wasser gefallen. O e l s b u r g. Der sechsjährige Sohn des Tischlers Stoffer von hier hat mit noch mehreren Altersgenossen in der Fuhse gebadet, sich dabei zu weit in das Wasser gewagt und ist ertrunken. Arbeiter vom Kalischacht, die sich, als sie hörten, was vorgefallen war, sofort daran machten, den kleinen Verunglückten zu suchen, fanden ihn auch, aber zu spät, denn die Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Sachsen. E l st e r (Bad). Ein Pferd schlug auf dem Gehöft des Gutsbesitzers Zeitler dem Dienstknecht Wunderlich die Hirnschale ein, so daß der Tod sofort eintrat. Großstaedtely. Hier wurde das Jahre alte Söhnchen des Arbeiters Große, das sich unbemerkt auf die Straße begeben hatte, von einem in schneller Gangart daherkommenden Bäckereigeschirr erfaßt und überfahren. Hierbei trug das Kind einen schnüren Schädelbruch davon, so daß es nach Anlegung von Nothverbänden nach dem Leipziger Stadtkrankenhause übergeführt werden mußte. Leipzig. Das Ritterkreuz erster Klasse des Albrecyts-Ordens wurde
Postrath Arpurth hier verliehen. ! Barbier Kaspar Sieinbauer feierte j sein 25jähriges Geschäftsjubiläum. ! Der Jubilar hat seinen Beruf die ganze Zeit über im Grundstück des Herrn Bruno Engelberg, Südplatz 2, ausgeübt. M e e r a n e. Die Erben des zu Anfang dieses Jahres in Dresden verstorbenen Ehrenbürgers der Stadt Meerane, Carl Eduard Schmieder, haben unserer Stadt zum Gedächtniß des Verstorbenen ' 50,000 Mark zu wohlthätigen Zwecken gestiftet. Niedermeisa. Kürzlich feierten die Eheleute Privatus Wilhelm Andreas Bauß und seine Gattin Wilhelmine Alwine, geb. Weck, die goldene Hochzeit. P l a u e n. Von der 27 Meter ho hen Gerathalbrücke herabgestürzt Hai sich die 22jährige Krankenpflegerin der Armenanstalt, Hedwig Spanger. Sie trug tödtliche Verletzungen davon. Der muthmaßliche Grund zu der That ist gekränktes Ehrgefühl wegen eines dienstlichen Verweises. Reichenbach i. S. An Vergiftung starben kurz nacheinander zwei Kinder der Christelschen Arbeitersmitte, während bei den übrigen fta milienmitgliedern, den Eltern und einem fünfjährigen Knaben, Krankheitserscheinungen auftraten. Wie die Christelschen Eheleute angeben, sind die Todesfälle und Erkrankungen nach einer Mahlzeit eingetreten, bei welcher Fett verspeist wurde. Zkßnitz. Der 52 Jahre alte Landwirth Emil Kühnert hier stürzte beim Strohstecken in seinem böft aus beträchtlicher Höhe von ver Scheune herab. Der Bedauernswerthe, der einen Kieferbruch erlitt, mußte in das Leipziger Krankenhaus übergeführt werden. ,
s Wanderburschen Glück. Bon Albert 5eoerth. Wenn auch die Jugend von mir schied. Will mich mein Lieb auch nicht meh lieben, Ein leichter Sinn, ew lustig Lieb Ist mir noch immer treu geblieben. Mein Sehnen ist noch nicht gestillt! Sch greif' zum alten Wanderftecken nd gieb durchs blühende Gefild. Pflück' Rosen mir von Dornenhecken. Keck grüß' ich jede schmucke Maid Am grünmnrankten ÄartenzauneStets bin zum Scherzen ich bereit Und küß' die Blonde und die Braune! Lockt eine Fiedel wo zum Tanz, Winkt irgendwo ein voller Becher, Dann freu' ich mich im Mondesglanz Und bin der fröhlichste der Zecher. Und wird mir schwer der Weg einmal. Streck' auf dem Berge ich mich nieder, Schau' sinnend in das grüne Thal Und singe alte Wanderlieder. So zieh' ick sorglos durch das Land, Wie ich als Knabe oft es träumte. Wenn auck die Jugend mir entschwand Ich kenn kein Glück, das ich versäumte! Dcr Gierschlung. Eine Pagen-Geschichte von Teo von Torn. Die Generalprobe vor dem Kommandeur der Kadettenanstalt war vorüber. Die für den Pagendienst befohlenen Primaner und Selektaner hatten ihre, seit Wochen eingedrillten höheren Lohndienerkünste im Allgemeinen zur Zufriedenheit vorgeführt. Selbst Oberleutnant von Kaminski der als Pagengouverneur fungi--rende Adjutant des Korps hatte
hinter dem Rücken des Herrn Oberst nur dreimal die Zähne gefletscht und mit der Faust gedroht. Das erstemal, als der Primaner Graf Syfferstedt wiederum seinen Daumen in dem mit Wasser gefüllten Probierteller badete und dann als er das Versehen bemerkte sich im Schreck die weißen Kniehosen bekleckerte. Zum zweiten hatte Ernst von Kosta das als Courschleppe dienende Bettlaken mit Odergriff gefaßt ein Versehen, welches für einen gebildeten Kadetten und demnächst: gen Leibpagen ungefähr einer fahrlässtgen Urkundenfälschung gleichkommr. Drittens war es dem kleinen Berlow nur nach übermenschlichen Anstrengungen geglückt, den Schlag der Galaequipage einer für diesen Zweck bestellten Droschke zweiter Güte zu öffnen. Dafür klemmte er seinem Freunde Rechtern, der einen königii chen Prinzen mimte unv von dem er wußte, daß der Schuft heimtückisch den Wagenschlag zugehalten, beim zweiten Einsteigen den linken Hinterfuß in die Thür. Sonst war alles sehr schön gegangen und der Herr Oberst, der von diesen Geschichten wohl nicht viel verstand, hatte dem süßsauer lächelnden Adjutanten seine Anerkennung ausgesprochen.. Dann wandte er sich an die in zwei Gliedern aufgestellten jungen Leute mit den letzten vät;rlichen Ermahnungen. Er führte ihnen die Ehre zu Gemüth, die ihnen durch das Kommando zutheil werde, und ihre Verantwortung hinsichtlich des Renommees der Anstalt. Bleiben Sie stets eingedenk, daß die Augen der Allerhöchsten Herrschaften auf Ihnen ruhen und die Augen vieler Tausende von Schaulustigen. Jede Taprigkeit wird dadurch in's Ungeheuerliche vergrößert. Denken Sie 'mal, wenn nachher in den Zeitungen zu lesen wäre: Einen Mißtön trug in die schöne und erhebende Feier ein Dussel von Page, welcher Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großheczogin von So und So die Remouladensauce über das Brokatkleid geschüttet. Oder: Recht unliebsam ist die Ungeschicklichkeit eines Primaners der Kadetten - Anstalt aufgefallen, der als Page dem chinesischen Gesandten auf den Zopf getreten. Der junge Mensch scheint sich für den Hofdienst zu eignen wie eine OstseeQualle zum Fensterputzen. Dergleichen wäre mir sehr unangenehm und ich gebe Ihnen die heilige Zusicherung, daß den Betreffenden der Deibel frikassiren würde. Auch in Ihrem eigenen Interesse ist die größie Aufmerksamkeit und das Niederringen jeglicher übermüthigen oder tapsigen Anlage geboten. Ich entsinne mich aus meiner Jugend, daß ein sonst sehr begabter und hoffnungsvoller Selektaner seine ganze Karriere verpfuscht hat dadurch, daß er als Schleppenträger beim Fackeltanz breitgerutscht ist. sich auf den Allerwerthesten gesetzt und dadurch um ein Haar die hohe Braut zu Fall gebracht hat. Also sehen Sie sich vor. Haben Sie noch etwas, Herr Oberleutnant?" wandte er sich an den Adjutanten, der sich durch eine gewisse Unruhe bemerkbar gemacht harte. Herr von Kaminski flüsterte dem Chef ein paar Worte zu, worauf dieser nickte und noch einmal das Wort ergriff. Ja ganz recht. Noch eins möchte ich Ihnen einschärfen. Bändigen Sie Ihre Gefräßigkeit! Es ist bei früheren Gelegenheiten auffällig geworden, daß das Pagenkorps im Essen und besonders im Herumnaschen an Sü ßigkeiten jene Zurückhaltung hat vermissen lassen, die wohlerzogene Menschen bei solchen festlichen, aus Repräsentation gspitzten Anlässen zu
beobachten huben. Erwecken Sie nicht den Eindruck, als wenn Sie aus dem Hungerthurm entsprungen wären. Das ist blamabel für Sie und für uns alle. Seine Kaiserliche Hoheit heirathen nicht, auf daß Sie sich den Magen verkorksen. Was Ihnen zu Tisch geboten wird, davon essen Sie mit Matz und Bescheidenheit. Darüber hinaus wird nichts genommen. Absolut nichts. Verstanden? Ich wende mich besonders an Sie, von Krügel. Sie sind ein ausgemachter Gierschlung, der nie weiß, ob er noch oder schon wieder hungrig ist. D Ledertasche, welche Sie sich gelegen:lich der Neujahrscour in den Rock genäht haben, ist noch unvergessen. Gnade Ihnen Gott, wenn diesmal etwas dergleichen bemerkt wird. Treten Sie weg. Diese Vorhaltungen waren für die jungen Herren ein harter Schlag in's Kontor. Gewiß freuten sie sich der Ehre, nach altem, ritterlichem Brauehe bei Hofe dienen zu dürfen. Ebenso sehr aber freuten sie sich auch der zu
erwartenden Genüsse. Tagelang schon hatten sie den morgendlichen Mehlpams mit Bulken" schnöde zurückgewiesen in Erwartung der Herrlichkeiten, die ihre Magen demnächst in Erstaunen setzen würden. Bis dahin war es eins der schönsten Vorrechte der Pagen gewesen, qlle Reste der Frucht- und Konfektschalen nach der Galatafel auszuräubern und in sich hineinzukehren, was das Zeug hielt. Da der Kommandeur das ausdrücklich verboten, war ein Theil der Festbegeisterung hin und nicht nur für die Pagen. Durch die drei oberen Klassen des Korps ging ein dumpfes Grollen, als der neue Ukas bekannt geworden war. Die Auserwählten hatten nämlich sonst die Pflicht, auch der zurückgebliebenen Kameraden zu gedenken und ihnen etliches von den guten Sachen mitzubringen. Das war nun abgeschnitten und es begegnete nur einem trüben, ungläubigen Kopfschütteln, als der PortepeeUnteroffizier Freiherr Timm von Krügel die Enttäuschten aufzurichten versuchte: Laßt nicht die Schnuten hängen, Kinder! Ich werd's schon deichseln!" Bald nach der Abreise des neuverwählten hohen Paares wurde die Galatafel aufgehoben. Der Hof hielt in den Nebensälen zwanglosen Cercle und damit war die Thätigkeit der Pagen zu Ende. Ein Beamter des Ceremonienamtes, dessen Obhut und Pflege die jungen Herren anvertraut waren, beorderte sie in die blaue Kammer zu der sehnlich erwarteten Abfütterung. Alles drängte dorthin mit alleiniger Ausnahme desjenigen, der sonst auf einen solchen Ruf wie der Grobschmiedgeselle in dem bekannten Liede grausam zu eilen" pflegte. Zum höchsten Gaudium der mit Abräumen beschäftigten Kammerdiener und Lakaien entwickelte Timm von Krügel eine rasende Geschäftigkeit. Neben jedem Couvert hatte eine Tasei Chocolade gelegen, deren prächtig ausgestatteter Umschlag eine Photographie des Brautpaares zeigte. Viele der Fürstlichkeiten. Gesandten. Minister usw. hatten die hübsche Gabe vergessen. Im Nu hatte Timm Krügel dreißig, vierzig Stück vavon errafft und in einem starken Pappbeutel untergebracht. Darüber der Inhalt dreier Bonboniren und eine Schale kandirter Früchte. Der mit großem Raffinement postmäßig vorbereitete, zusammenlegbare Karton wurde dann affenartig geschwind geschlossen, verschnürt und die mitAdresse und Frankatur versehene Packetkarte zwischen die Strippen getlcmmt. Aufathmend zog der Räuber ab, um die Sendung einem bereits verständigten Lakaien zur Weiterbeförderung zu übergeben. Leider aber verfehlte Timm Krügel die rechte Thür. Anstatt auf das Vestibül gerieth er in einen Salon, in dessen Thür der Schreck ihn derart lähmte, daß er starr und steif wie Lots Weib auf der Schwelle verharrte. Nun was bringen Sie?" Majestät " stammelte der Fassungslose. Treten Sie mal näher und dann 'raus mit der Sprache." In Timm Krügel spannte sich jeder Nerv. Blitzartig kam ihm zum Bewußtsein, daß nur absolute Offenheit und Wahrhaftigkeit ihn retten konnte. Und so erzählte er der köstlich amüsirten Korona von dem neuen Ukas des Herrn Oberst, von der Enttäuschung der Kameraden und von seiner Absicht, diese an der Festfreude theilnehmen zu lassen. Alle lachten nur der hohe Herr blieb ernst bis auf ein ganz leises Zucken um die Mundwinkel. Er nahm dem Pagen das Packet ab und wog es prüfend in der Hand. Das ist alles ganz gut und schön, mein Sohn. Aber Sie müssen nicht so mit dem Porto aasen. Das sind lange keine fünf Kilo. Also marsch nachfüllen!" Er kann sich's leisten. Sie sitzen den ganzen Tag in der Weinstube und essen Austern; fürchten Sie denn gar nicht, von diesem oder jenem Ihrer Gläubiger hier angetroffen zu werden?" Nein die können sich da nicht leisten, hier der zu aeben!"
utermban Zeit-Tadelle. I. U. T. Syftem. Ja rast Montag, den 1. Oktober 190. Schnelle Durchzöge nach Fort Wayne. Schnelle ? urchzüg- nach Marion. Schnelle Durchzüge nach Peru. Schnelle Durchzüge nach Logansport. Schnelle Durchzüge nach Anderson. Schnelle Durchzüge nach Muncie. Züge verlaffen Indianapolis. un cie & Mari on Divisio. Lnorence, Fortviüe, Pendleton, Anderson. Yorktown, uncie, Middtetown. Alexandria. Summitville, Fairmount, Gas Citu, Jones boro, Varion, Blufft, und Union Cich. 4 0 m. 1 06 rn. 8 08 m. 2 00 Rm. 00 Vm. 3 06 9hn. 7 06 Vm. 4 00 m. 00 Bm. 6 00 Rm. 9 06 Bm. 6 06 Rm. 10 00 m. 6 00 Rm. 11 00 Bm. 7 06 Rm. 11 06 Bm. 9 06 m. 12 00 Ug. 11 30 Rm. Limited. og a Sport & Peru Division. mel, Noblesville. Cicero, rcadia. lanta, Tipwn, Kokomo, Galvefton, W lton, LoganSport, Miami, Bunker Hill, $ tu und Elwood. 6 00 m. 1 46 Rm. 6 46 Bm. 3 00 Rm. -7 00 Bm. 3 46 Rm. 7 46 Bm. 6 00 Rm. 9 00 Vm. 6 46 Rm. 9 46 Bm. 7 00 rn, 11 00 Bm. 9 00 Rm. 11 46 Bm. 11 30 Rm. 1 00 Rm.
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