Indiana Tribüne, Volume 30, Number 41, Indianapolis, Marion County, 10 October 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne, .0 Oktober ISO.

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Pslitische Anknndiguugcn. Krank G. Kishback, Dnnokatischer Candidat für County Schatzmeister. hat sich verpflichtet. Zinsen an den öffentlichen Geldern zu erlangen und dem County zufließen zu laffen. Unter dieser Verpflichtung bittet er um Ihre Stimme bei der Wahl am 6. November 1906.

Dr. M. C. Leeth, Demokratischer Candidat für County Coroner, empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion Counry bei der Wahl am 6. November 190. William T. Patte, Demokratischer Candidat für County Clerk, empfiehlt sich den Stimmgebern von Mario County bei der Wahl am 6. November 190 ; er verspricht, im Falle seiner Ermählung, bi Pflichten des Amtes treu zu erfüllen. James E. Verry, Demokratischer Candidat für County Recorder, bittet um Ihre Stimme, er verspricht, wenn erwählt, ein wahrer Diener deS Volkes zu sein. Wahl am 6ten Noveinber 1906. James . VicCroffa, Demokratischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bittet um die Stimme aller Steuerzahler bei d Wahl am 6. November 1906. Er der spricht das Amt gewissenhaft zu verwalten. Krank E. Gavin, Demokratischer Kandidat für Kongretz-Abgeordneter de 7. Distrikts, ersucht freundlichst alle Stimmgeber um Unterstützung. Wahl am 6. November 1905. Henry W. lausman. Republikattischer Kandidat für Surveyor von Marion County, empfiehlt sich den Stimmgebern zur gefälligen Berücksichtigung bei der Wahl am 6. Novem b 1906. Stimmt für Robert H. ryson. Republikanischer Kandidat für Auditor von Marion County. Wahl am 6. November 1906. Stimmt für Leonard M. Quill, (gegenwärtiger Chef Deputy) Republikanischer Kandidat für Clerk von Marion County. Wahl am 6. November 1906. Joseph M. Clay, Republikanischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bittet um die Stimmen der Deutschen bei der Wahl am tt. November 190tt. Dr. G. . Petersdorf, Republikanischer Kandidat für County Coroner, ersucht das Deutschthum um Unterstützung bei der Wahl am 6. November 1906. Stimmt für John M. Mendenhall, Republikanischer Kandidat für County Commiffär, des dritten Distrikts. Wzhl am 6. Novem ber 1906. D e r Gipfelpunkt deS Bühnenrealismus wird demnächst in London erreicht werden. Demnächst geht auf der Bühne des dortigen Drury Lane Theaters ein neues Ausstattungsstück in Scene, wo die Hauptdarstellerin des Stückes auf offener Bühne eine Kuh melken wird. Daß diese realistische Kuh magd eine der schönsten Schauspielerinnen Englands sein wird, Miß Marjorie Day, wird der wirkungsvollen" Scene noch anderen Reiz derleihen. Nicht weniger als drei ecyte Kühe kommen in dieser Scene, die einen ganzen Landwirthschaftsbetrieb zeigt, auf die Bühne, um eine dort Wichtige Rolle zu spielen. Eine davon. Mascotte". wird nun von Miß Day vor den Augen des Publikums gemolken werden. Sie die Kuh natürlich ist ein Geschenk des Lord Rothschild, kommt von dessen Gut und wurde bereits für die Bühne dressirt. Miß Day aber kennt diesen Theil ihrer Rolle schon so genau, daß sie sich darin photographiren lieh, und heute bereits sieht man in London Bilder von ihr als Kuhmagd. Gelbe und weiße Strohhüte werden gut ausgebürstet und mit einer schönen, saftigen Citrone vollständig abgerieben, dann noch feucht mit fein abgeriebenem Schwefel dick bestreut und mit einer inen Bürste tüchtig gebürket. Sie werden wieder wie neu..

m Die Wette mit dem Gewitter.

Eine Kölner Skze von Emil Kaiser. Brickt.enehts - Kätz'" rief der Schnäutzers Jupp, neben feinem kleinen Wagen herschreitend: Brickeenehts - Kätz!" Er war schon ganz heiser. Bereits begann es stark zu dämmern, und das Wägelchen war noch zur Hälfte mit den kleinen, braunen Kuchen gefüllt. , , T, (-" f J Schlechtes Geschäft heute. Obg eich es noch Januar war, wehte schon laue Frühlingsluft, die Leute brauchten nicht z heizen. Und doch war es draußen nichts weniger als gemüthlich; ein starker Wind wehte und ein feiner Regen fiselte unaufhörlich vom grauen Himmel herab. Uno:sundes Wetter. Der Schnäutzer - Jupp holte die flache, ovale Flasche aus dem Sack und nahm einen Schluck, einmal um den fchädlichen Folgen des Wetters vorzubeugen, dann aber auch, um seiner Stimme die n.elodische Klangfärbung ...( i ' . r nr .. r k ? , , 1 ioieoerzugeren. un leinen vtuj ,,rianehts - Kratz!" so verlockend machte. Das kleine struppige schwarze Pferdchen schaute feinen Führer Vorwurfsvoll von der Seite an. Das wirst du mir wohl noch gönnen. Fritz, bei dem Wetter." entschuldigte sich Jupp etwas betreten. Sie sahen einander ein wenig ahnllcy. die derden. Bewe !lcm, schwarz und strupplq. Ader außer den lang i m. . . I yeraoyanqmoen cynurrvart, dem er seinen emamen oerDanrle, unterschied sich das Gesicht des SchnäutzerJupp auch durch den Aufdruck von dem feines geliebten Fritz. Bei jenem war alles Harmlosigkelt, Einfalt und gute Laune. ??rik sah aus wie die pferdgewordene Störrischkeit und Bosheit. Wenn er die Ohren zurücklegte und giftig zur Seite sah. traute man ihm jede Tücke zu, nur Jupp wollte das nicht erkennen. Er. der einmal ein Dutzend der schwersten Bradantergäule sein eigen genannt yane. war ?etzt toiz

auf diese eigensinnige Katze. Sie stand einen tiefen Zug aus der Flasche berueben seinem Serzen näber. und das fmn

9 " ' 1 war erklärlich aenua. Selten war er früher in die Stallungen gekommen. die rene Pferdekolosse beberberaten. inre Wartung unv Fütterung hatte er rm -.-ll ' B ' I seinen Knechten überlassen, und so rannte er seine eigenen Thiere kaum. Mit ftntz dagegen bewohnte er denselben schuppen, der zur Hälfte Stall. Zur Hälfte Wohnung war. er striegelte und bürstete den Klepper eigenhändig und sorgfältiger immerhin als sich ''elbst, und oft ?enug kam es vor, daß er im bucbstäblichen Sinne das Brod mit ihm theilte. Natürlich redete Jupp sich ein, daß Fritz seine Neigung ebenso herzlich erwiderte, er war nur zu stolz, es sich merken zu lassen. Diese Zurückhaltung bewunderte Jiipp, da sie chm vollstän dig abging, und er von jeher das BeL F . . i mm - , I durrnch gehabt hotte, mit allen Leuten gut Freund zu sein. Eine Ausnahme gav es allerdings, und die bildete der Mann, vor dessen Hause das kleine Fuhrwerk eben anlangte. Bricknnchts - Kätz!" rief Jupp m herausforderndem Tone. Kein Fenster öffnete sich. Er betrachtete überlegend den noch zu reichlichen Vorrath auf seinem Wagen, rief Fritz ein Sülz" zu, trank sich heimlich, ohne oa sein Gefährte es sehen konnte. Muth und trat dann Hauses. iN den Thorweg des Er kannte die Ortsaelegenheit nur zu genau, denn dieses Haus hatte vor nicht gar zu langer Zeit ihm selbst gehört. Er hatte es von seinem Vater geerbt sammt den daranstoßenden Stallungen und- eimm ansehnlichen Fuhrwesen. ?uvv war immer ein leichtsinniger Bursch gewesen, der lieber svät in's Bett aina. als hüh ai.sstand, und der. wenn er nur gut geaessen und getrunken hatte, selbst die schwerste Arbeit leicht entbehren konnte. Auch war es aut, oaß dc.s Pulver schon . r r . 1 1 ...r x c ooi ?eilier Jen ersllnoen war, oenn er würde es nicht gethan haben. So kam es, daß das blühende Geschäft allmählich in Verfall qeneth. Zehn Jahre nach dem Tote seines Vaters sah Jupp ein, daß etwas Besonderes geschehen müsse, um den drohenden Ruin abzuwenden. Unter den vielen Freunden, die ein leichtsinniger Mensch immer hat, solange er noch nicht ganz ausgebeutelt ist, war einer, der Jupp besonders durch jeme Wil lensfestigkeit und seine Schlauheit im ponirte. Der Mann hatte sich vom ttneml yerausgearoeittt, oe an ein schuldenfreies Häuschen, ein paar Pferde und hatte sogar durch seine Frau ein kleines Kapital überkommen An ihn wandte sich Jupp in seiner Ver-

legenheit, und er war vor die richtige Rnnsahrten rncht berechnet. Der HochSchmiede gekommen. Der Mann rieth beimge Traber mit seinem leichten Anihm nicht nur zu einer vortheilhaften hangsel hatte gewonnenes Spiel, er

Spekulation, die mit einem Schlage wieder einbrinaen sollte, was uvv in den zehn Jahren verplempert hltte, er lieh auch das nöthige Baargeld her, damit dieser die Sache angreifen konnte, Wie es eigentlich kam, daß die vor theilhafte Spekulation fehlschlug, das hat Jupp nie begriffen, nur das mußte er schließlich einsehen: daß er fertig war; sein Eigenthum kam unter den Hammer und sein uneigennütziger Rathgeber erwarb es. Seitdem haßte ihn der Schnäutzer - Jupp, wie er nur hassen konnte, es war kein blutiger Haß, der sich mit wilden Drohungen Luft machte, es war mehr ein verbissener Groll, der sich nur in allerlei Sticheleien gegen leinen Gegner äußerte. Er freute sich, als er hörte, daß die Leute dem neuen Herrn nicht grün wa

rett, et, tote immer der gewesene Knecht, ein sehr strenger Herr war. Bald erhielt er den Beinamen Das Gewitter", es leicht bei ihm einschlage, wie die einen meinten, während die anderen damit auf sein übertrieben schnelles fahren anspielen wollten. Jupp lieft es sich angelegen sein, dem Namen die weiteste Verbreitung zu geben. Das Gewitter" mochte nun ein

Mann sein, wie er wollte, seinem entJlUllll Vllk, VIV V IVVUtl, ! en Vorgänger aegenüber gefiel er rA . b Volle des Gutmütbiaen. Er überlieh ihm nach der Versteigerung den Fritz, der ihm selbst wegen seiner unberechenbaren Launen verleldet war. und er sente lbn auch m Stand, 'den kleinen Kohlenhandel anzufangen. wovon Jupp seither sein Leben fristete. Die ?srau desGewitters war eme der wenigen Kunden, auf die Jupp mit Sicherheit rechnen durfte. Deshalb betrat er auch heute das Haus seines ainfr , ntnn iihfT bMt 0 eben ein prächtiger Traber in die Dogcart ge zy n " vii - spannt wurde, und trat durch mt Hinterthür auf den Flur. Die Hausfrau kam aus dem Wohnzimmer. mn zu sehen, wer da sei. 'n Ovend. Madam, wievill kriege mer hück?" .Was dann? Bricketts? Ich hab' dock vorgestern ers fünf bunter! ae j I . I i hJ nommen. Mer esse se dock nick. Ich brauch' se doch'bloß. für den Ofen anzumacken. Der Schnäutzer - Jupp machte ein pfiffiges Gesicht. Huck yan ich ehrer, do kunnt er der Oven met uusmache. Loht mich alt en paar hunder brenge." Die Madame mutzte lachen, aber sie hatte heute wirklich keine Lust, sich auf einen Handel einzulassen, und nach länaerem Nerdandeln muhit nrr sick trollen, ohne seinen Zweck erreicht zu haben. Er war schwer gekränkt und mnnte ftck. ebe er den finf iVtrnt hnrck H kVll braunen h? dem m,wn ttd w, Gewitter, ein schwerer, stattlicher mn i'Atfrku uuku .JUlllll, HV IUtUflUl iVVl llll UUiU dem Gaul die Schenkel. Er bearükte Jupp mit einem gemüthlichen Nicken, Sebt ens. dat es en Päd, wat? Knoche vun Stahl un Sehne wie Droht, sagm ich ilch." Der Gekränkte starrt mit et'was schwimmenden Auaen den bockbeiniaen Traber an. ' ' ' En Päd sall dat sin. eine Winkfunk es et," facte er verächtlich. Da es minge Fritz doch en ander Dier." Das Gewitter lachte belustigt. Läo dä bockige Schinder noch immer?" Un hä hält et noch dreimol met däm do us!" rief 5udv. emvört. hab man seinen geliebten Gefährten mit m . . ' X . w ii. r - --w w solchen Titeln belegte. Wat gilt de Wett? Ich ben flöcker ze Köllen wie Ihr." Der andere stieg auf seinen Wagen und setzte sich breit nieder. Dat es famos." nsckte er und sein rothes Gesicht strahlte vor Vergnügen, En Fläsch nale Kloore, wann ehr dat wohr mäht." Jupp raffte sich auf und stürzte durch den Thorweg auf sein Fuhrwerk los. W ein Besessener schwana er sich auf den Bock und ergriff Zügel und Peitsche. Jitz falls de enö sinn, wat Fahren heisch," rief er aus. Jö. Fritz, iö!" Fritz war ein bißchen emgeduselt, die unsanfte Art, wie er geweckt wurde. p?ote ihm gar Nicht. Er warf sich zuruÖ und druckte das Krnn gegen den Hals. Langsam kam die Dogcart aus der Einfahrt, bog auf das Pflaster und auf ein Zungenschnalzen seines Len"s legte der Gaul sich in's Geschirr, Er verdiente das Lob, Das sein Herr gespendet, es war eine Lust, zu sehen, wie er hinausstach. Jupp stieß einen kräftigen Fluch aus. Fritz, ju!" schrie er, und dann sauste die Peitsche dem entsetzten Thier in die Weichen. An solche Behandlung war Fritz von Seiten seines Herrn nicht gewöhnt. Er stieg hoch, tanzte einen Augenblick auf den Hinterbeinen, um dann plötzlich im Galopp davonzuschießen. Hurrah?' schrie Jupp, mit der Peitsche klappend. Lachend sah sich das Gewitter nach ihm m. Die Häuser der Vorstadt blieben im Fluge zurück. Die Straße führte eine strecke über freies Feld der Stadt zu. Fritz legte sich lang, es war, als hätte ihn selbst der Ehrgeiz ergriffen; aber der schwerfällige Waaen war für nicni ein einziges yjcai m Galopp und blieb doch stets dem Gegner um mehrere schritte voraus. Die wenigen Passanten standen kopfschüttelnd still und schauten der tollen Jagd nach, die in der sinkenden Dunkelheit dahindonnerte. Mit Ruf und Peitsche stachelte uvv seinen Klepper zu immer tollerer Anstrengung aus. eucyeno grnq oer Atyem des kleinen Thieres, die Briketts tanzten polternd in dem Wagenkasten und flogen über das Hinterbrett auf die Straße hinaus. Immer belustigter klang das Lachen des Gewitters, immer zorniger bas heisere Schreien des betrunkenen Schnäutzer-Jupp. 3W bog der Weg nach dem Stadtthor hinein. Das Gemitter straffte die Zügel mtd verlangsamte die Gangart

seines PferdeS. Jupps Zorn fch!g in

Triumph um. Er dachte nicht darüber nach, weshalb der andere langsamer fahre, er sah nur. daß er dem Wagen seines Gegners rasch näher kam. Jetzt war er chm schon zur Seite. Das Gewitter rief ihm etwas zu, er verstand nicht. Er schon vorwärts als erster durch das eiserne Gitterthor, das die Umwalluiig abschloß. Der Triumphschrei aber, den er ausstotzen wollte, blieb ihm in der Kehle stecken. Vor dem Wagen reckte sich steif und drohend die Gestalt eines Schutzmanns auf. Fritz sprang erschreckt zur Seite, fast wäre der wacklige Wagen umgewarfen worden. Jupp hatte Mühe, das erregte Thier zum Stillstand zu bringen. Sie wissen doch, daß über die Brücke nur Schritt gefahren werden darf," rief der Wächter der Ordnung dem athemlosen Wagenführer zu. indem er sein Notizbuch hervorholte. Ich schreibe Sie auf." Jupp krante sich überlegend in den Haaren. Er hatte in seinem tollen Eifer nicht mehr daran gedacht, daß es Polizeiverordnunqen in der Welt gäbe. Das Gewitter hielt lachend bei der Gruppe an. No. Jupp. ich hab' die Wette verloren ich will für Euch das Protokoll bezahlen." sagte er mit jener Gutmüthigkeit, die durch ihre Herablassung etwas Verächtliches hatte. Da aber richtete sich Jupp stolz auf. Das Protokoll das bezahl ich selbst. Sie bezahlen die Flasche Genevre. die Sie verloren haben, weil mein Fritz ein Rennpferd ist und nicht so ein steifer Bock, wie der Ihre. Nein, das Protokoll bezahle ich selbst und laß es einrahmen und hänge es dem Fritz über die Krippe, das Protokoll, daß ich mit ihm zu schnell gefahren bim." Ein Borgänger von SNerlock Holmes. Der gewandteste Detektiv, über den die englische Polizei vor etwa 35 Iahren verfügte, war ein geborener Oesterreicher Namens Druskowitz. Nach seinem Aeußern würde man ihn, den eine außerordentliche Beobachtungsgabe und ein ungemein scharfes, logisches Denken zu einer Art Genie machten, kaum für das gehalten haben, als was ganz London ihn anerkannte. Er war ein Dandy von zierlicher Gestatt mit einem blonden Schnurrbärtchen und einem Aussehen, das ihn viel jünger erscheinen ließ, als er wirklich war. Er sprach fast alle europäischen Sprachen und wurde von London aus häufig nach dem Kontinent geschickt, sobald die Dienste eines englischen Detektivs irgendwo nöthig waren. In London war es seine besondere Aufgabe, sich unter jenen Fremden zu bewegen, die als Flüchtlinge vor ihrer heimischen Justiz dahin gekommen. Solche Personen pflegen sich zuerst verborgen zu halten, bis sie es unerträglich finden, noch länger innerhalb eines und desselben Hauses zu bleiben. Haben sie einen Bart, so wird er wegrasirt; haben sie ein glattes Gesicht, so wird en falscher Bart vorgenommen, dazu eine Perücke und ein Augenglas, und dann geht es zur Abendzeit auf dw-traße'hinaus und, fehlt es nicht an dem nöthigen Kleingeld, nach einem Vergnügungsort, der die erwünschte Zerstreuung bietet. Druskowitz besuchte daher namentlich die beliebte Alhambra". Hier schien er sich stets sehr für die dargebotenen Produktiv nen zu interessiren, in Wirklichkeit waren aber seine Gedanken immer an derswo; sie galten irgend einer von ihm beobachteten Person im Publikum, der er, sobald sie das Lokal verließ, auf dem Fuße folgte, um ihr Versteck aufzulouren. Webe dem Verfolgten, il.'nn er ein Verbrecher war und Druskowitz Nck auf seiner Svur beland! Es war dann für ihn fast eine Unmöglichkeit, einen Ausweg zu entdecken. Der moralische Einfluß, den der Detektiv auf Verbrecher ausübte, war ganz außerordentlich er glich dem magischen Einfluß einer Schlange auf einen Vogel. Druskowitz führte keine Waffen bei sich und fürchtete sich den noch nicht, an das bösartigste und ge waltthätigste Individuum heranzutreten und es festzunehmen. Durch einzelne seiner Leistungen machte sich dieser Detektiv schon in jungen Jahren berühmt. Hier nur ein Beispiel: 1866 versicherte ein Weinhändler aus Bordeaux Namens Vital Donat in Paris sein Leben für 100.000 Francs und

begab sich bald darauf nach London, um den Folgen eines betrügerischen Bankrotts zu entgehen. Einige Wocken spättt stellte sich seine Gattin in Wittwenkleidern bei der VersrcherungsGesellschaft vor. und zwar mit den nöthigen legalen Papieren, durch die der Tod DonatZ bestätigt wurde. Obgleich die Papiere nichts Verdächtiges an sich trugen, beschloß die Gesellschaft, erst einige Nachforschungen anstellen zu lassen, bevor sie die Versicherungssumme auszahle. Mit dieser Aufgabe wurde Druskowitz beauftragt, und es gelang ihm, so viele und fo schwere Verdachtsgründe zu sammeln, daß der Befehl zur Exhumirung der angeblich irgendwo in Amerika beerdigten Leiche gegeben wurde, und siehe da: als der Sarg geöffnet wurde, fand man darin, statt der sterblichen Ueberreste Donats, einen Block aus Blei. Philosophisch. Ihre Frau hat Sie verrathen und betrogen und doch heirathen Sie wieder?" Ja, was kann mir Aergeres noch von einer toan bafftren?!"

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READ TftE ABOVJS AGAIJS Die mißlungene Probe. Im Morgenlande lebte vor langen. langen Jahren ein König Namens Beth - er - bim, ein guter und weiser Fürst. Aber er war alt und sehnte sich nach Ruhe. Daher rief er seinen ältesten Sohn Kakufo, theilte ihm seine Absicht mit, das Szepter niederzulegen und nun der Ruhe zu pflegen. Das Volk siebt auf Dich." sagte er zum Schlüsse, suche Du nun aber auch Deine Stellung zu festigen und gieb zugleich mit Deiner Thronbefteigung dem Volke eine Königin Kakufo wurde nachdenklich. Gerne antwortete er. erfülle ich Deinen Wunsch, auch eine Königin möchte ich Dir zufuhren. Aber wie finde ich d Rechte?" Wähle unter den Töchtern des Landes, sie werden Dich überall gern empfangen. Damit war das Geivrach beendet. Nach einigen Tagen erschien Kakufo wieder vor seinem Vater. Vater," sprach er, Dem Wille geschehe, ich werde den Thron übernehmen und auch eine Königin heimführen. Höre, ob rch klug handle. Man soll eine Taube verwunden und aus den Hausflur legen. Danach sollen die Prinzessinnen, welche Du einladest, den Flur Vassiren, und die will ich mir erwählen, welche Mitleid empfindet mit der Taube, sie aufhebt und pflegt, denn sie hat ern weiches Gemüth und ein gutes Herz." Der Vater war's zufrieden und so geschah es. Er schickte Einladungen aus; alle kamen. Am Tage des Empfangs ließ der Kronprinz eine Taube verwunden und am Eingang hinlegen, er aer verbarg sich hinter grünem Laub, um zu beobachten. Bald kamen die Prinzessinnen eine nach der anderen. Alle sahen die arme, hilflose Taube liegen, aber keine nahm sich die Zeit, sich weiter um sie zu kümmern, ja, manche stießen sie sogar mit dem Fuße weiter. Endlich, fast zuletzt, kam ein zierliches, blondhaariges Kind. Als sie das Thier sah, stutzte sie einen Augenblick, dann bückte sie sich, nahm die Taube auf und wickelte sie behutsam in ihre Handtasche. Als das Kakufo sah, trat er hervor, steckte ihr den Reif an den Finger und erklärte sie zu seiner Gemahlin. Einige Zeit nach der Hochzeit saßen der König und die junge Königin in Liebesgetändel beieinander, und er konnte sich nicht länger enthalten, sie in sein Geheimniß einzuweihen und sie nach der Taube zu fragen. Da lachte die Königin und sagte: Die Taube ist gut aufgehoben, ich ließ sie ausstopfen und nun bildet sie einen reizenden Schmuck auf meinem öute. Smaraad kleidet mich fo schön." Der König, als er dies hörte, wurde eine Zeitlang schweigsam. Wie dumm war ich doch!" dachte er bei sich. Sie sind doch alle gleich, und die Eitelkeit wird triumphiren lange noch, wenn alle Gestirne längst untergegangen sind." Eine schlimme Sorte. Mutter: Wenn du in den Salo.: gehst bring' doch dem Herrn Referendar eine Cigarre aus Papas Kiste mit. Tochter: Nicht wahr, daß der mir auch wieder abspringen soll?! Frühreif. Karlchen hat einen Vleistift von Papas Tische gemaust. Papa bemüht sich, ihm das Ungehörige daran begreiflich zu machen. Kennst du den Unterschied zwischen Mein und Dein?" fragt er. Nein. Papa, ist er sehr witzig?" Die eigenartige K a tz . Was haben Sie denn mit der Katze gemacht, die Ihnen zugelaufen ist?" Wir haben sie behalten.' Womit ernähren Sie sie denn?" Ach. sie kriegt so Verschiedenes, aber sie hat eine Eigenthümlichkeit: sie frißt nur Gekautes." Was sagen! Wer kaut ihr denn da ihr Effen?" .Na, die Katze kaut fich's selber Eine Orchideenart (OphyrS) hat die Eigenthümlichkeit, daß ihn Blütben Insekten aleicben. bei dee

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