Indiana Tribüne, Volume 30, Number 40, Indianapolis, Marion County, 9 October 1906 — Page 7

Jndtana Tribüne, 9 Oktober 1906

4 ! I Der ?lnch i dcr bösen Chat 4 Ein lloman aus drr grokrn VMt von i Gregor Samarow 94 4 4 4, 4. 4 4 t 4 (Schluß) Er näherte sich dem Lager seines Bruders und drückte sein Taschentuck vor die Augen war es, um die 2r)ränen zu verbergen, oder um den aufflammenden Blick zu verhüllen, der aus seinen Augen heröorschoß, als er dik Schwelle überschritt? Komm," sagte Graf Hakenstein, indem er seine Gemahlin fortführte, die ihm gebrochen, gesenkten Hauptes ohne Widerstand folgte ich habe wohl den Doktor holen lassen, aber er ist ja nicht mehr nöthig uns bleibt nur noch übrig, dem Armen die Ruhestätte bereiten zu lassen." Graf Otto ging, nachdem er die bleiche Stirn Ezechiels noch einmal geküßt, zu seiner Gemahlin, um ihr so fchonend als möglich die Trauernachricht mitzutheilen. Lara, welche bei der Gräfin saß, faltete die Hände und sprach: Die wundersame Stimme, die zuweilen in mir spricht, hat mich nicht getäuscht und mir verkündet, daß ihm ein Unglück nahte. Ich habe ihn davor gewarnt er sollte ihm nicht entrinnen nach des Schicksals Schluß." Die Gräfin brach ohnmächtig zusammen nur Laras Zuspruch gab ihr einige Fassung wieder, aber ihre Nerven hatten von Neuem einen schweren Schlag erlitten, und auf ihrem Geficht lagen deutlicher als je die Zeichen eines tiefen Leidens, das wohl kaum zur Genesung Hoffnung gab. Klara und Rheineck waren tief erschüttert, und nachdem die Gräfin mit Lara sich in ihr Schlafzimmer zurückgezogen, saß die kleine Gesellschaft unter traurigen Gesprächen beisammen, während nacheinander die Wagen über den Hof rollten, welche die vor Kurzem noch so fröhlichen Gäste aus dem von des Schicksals Hand so schwer getroffenen Hause davon führten. Graf Rothenfels hatte feine Tochter in sein Zimmer rufen lassen. Zitternd folgte sie dem Befehl. Der Graf trat ihr entgegen und sagt: mit einer Innigkeit und mit einem so weichen Blick, wie sie selten gesehen hatte: Du hast Unrecht gehabt, meine Tochter, gegen mich a Sie blickte erschrocken zu ihm auf sie wollte fragen, aber fchon fuhr er fort: Du haft mir ein Geheimniß verborgen und kein Vertrauen zu mir gehabt. Das hätte nicht sein sollen, aber vielleicht habe ich selbst Schuld daran. Es soll anders werden, Du sollst mir vertrauen und Dich überzeugen, daß ich aus Liebe zu Dir auch ein Opfer bringen kann, um Dich glücklich zu machen. Gehe hin und sage dem Leutnant von Braunau, ich bäte ihn. einen Augenblick -zu mir zu kommen." Sie erbleichte und zitterte so stark, daß der Graf sie stützen mußte. Geh' nur, geh'- sagte er lächelnd, .es soll Dir nichts Böses widerfahren." Schnell flammten ihre Wangen wie der in Purpurröthe. und mit einem Lächeln auf den Lippen eilte sie hinaus. Sie fand Braunau im Gartensalon, er war schwer erschüttert von Ezechiels Unglück. Wußte er auch noch nichts von dem schon eingetretenen Tode seines Freundes, so ahnte er doch etwas davon, nach der tiefen Erschütterung des Grafen Hakenslein, und der Schmerz erschütterte ihn so mächtig, daß er fast die eigene Sorge vergessen hatte. Er hatte nicht mit den übrigen Gästen abreisen wollen, weil ihm viel daran lag, etwas Bestimmtes zu erfahren und, wenn es möglich sei, an dessen Pflege theilzunehmen. Er sprang erschrocken auf. als Jda eintrat und auf ihn zueilte. Sie aber rief mit glückstrahlenden Blicken: Komm, komm, mein Freund ich soll Dich zu meinem Vater führen, und er ist so gut, so herzlich. Er kann nichts Böses wollen." Ehe er noch eines klaren Gedankens fähig war, hatte sie ihn fortgezogen, und nach wenigen Augenblicken trat er in des Grafen Zimmer. Hur von Braunau," sagte dieser, ich habe Sie gebeten, zu mir zu kommen, um Ihnen einen Vorwurf zu machen." Braunau sah ihn betroffen an. Ich wüßte nicht, Herr Graf." siammelte er. ..wodurch ich einen Vorwurf verdient hätte?" Es ist derselbe Vorwurf," sagte der Graf, den ich soeben meiner Tochter gemacht habe, der Sie vielleicht wenige? trifft, als sie. Sie haben kein Ver. trauen zu mir gehabt, das hätten Sic haben sollen. Wenn Sie auch vielleicht fürchteten, meinen Absichten und Grundsätzen entgegenzutreten, so hätten Sie doch wohl Ihre Pflicht. Klarheit zu schaffen und sich nicht zwischen Jda und ihren Vater zu stellen, nicht verkennen sollen." .Es ist wahr. Herr Graf," sagte Braunau ernst und vollkommen gefaßt, .ich habe Unrecht ich hätte auf die Gefahr hin, mein Glück für immer zu verlieren, vor Sie hintreten sollen und Ihnen die Wahrheit bekennen, daß ich Ihre Tochter liebe und sie immer lieben werde. Es wa.- feig, Jhrer Entscheidung aus dem Wem au eben, um die

Hoffnung, die wohl trügerisch gewesen ist, noch etwas länger festhalten zu tönnen. Jetzt ist das Wort gesprochen ich unterwerfe mich Ihrer Entscheidung, und bei Gott! ich werde, und wenn auch mein Leben darüber seinen Werth verliert. mich nicht zwischen Jda und ihren Vater stellen." Nein." sagte dcr Graf mit freundlichem Lächeln, das sollen Sie nicht, dafür bürge ich Ihnen, aber ich will mich zwischen Sie und meine Tochter stellen, indn ich Ihnen von Herzen die Rechte meines Sohnes einräume und in Ihrer Mitte das Glück meines nahenen Alters suchen und finden werde." Er trat zwischen Beide, nahm ihre Hände und legie sie in einander. Nun," sagte er. habe ich Dein Vertrauen wiedergewonnen und Sie. Herr von Braunau, fürchten Sie noch, daß Ihre Hoffnungen trügerische seien?" Jda umarmte jukelnd ihren Vater, dann lehnte sie sich an BraunauS Schulter und blickt?, glücklich lächelnd und crröthond, zu ihm auf. Herr Graf," sagte Braunau, Worte vermag ich nicht zu finden, um Ihnen zu sagen, was ich in diesem Augenblick ühle, aber glauben Sie mir, oaß in meiner Brust ein treues, unwandelbar dankbares Herz für Sie schlägt!" Der Gras umarmte ihn und sagte: .So ist in diesen finsteren Tagen uns doch ein Lichtstrahl aufgegangen. Danken wir Gott dafür, danken wir aber vor Allem einem edlen, treuen Freunde, der wohl in diesem Augenblick schon heimgegangen ist, denn ich habe in Graf Hakensteins Blicken keine Hoffnung gelesen danken wir Ihrem Freunde Ezechiel. und ich, ich sage es offen, ihm, den ich einst meinen Sohn zu nennen wünschte ihm habt Ihr. meine Kinder. Euer Glück zu danken! Es ist ein Vermächtniß aus seiner Hand. Fragt mich nicht wie. Es muß ein Geheimniß bleiben zwischen mir und Gott und dem Heimgegangenen. Sie strd sein bester Freund geWesen, Sie dürfen jetzt nicht dies Haus verlassen, und auch ich will hier bleiben. um ihn auf seinem letzten Wege zu begleiten. Die ersten Tage Eures Glückes sind von Trauer umflort, aber darum wird Gott geben, daß künftig, so hoffe ich und bete ich. ein klarer, fonniger Himmel über Euch leuchten möge." In dem Zimmer des Grafen Ro thenfels schlugen in dem 'plötzlich wie der so vereinsamten Schloß Stcinkirchen an diesem Abend glückliche Herzen, wenn sie auch tiefschmerzlich zugleich bewegt waren durch die Erinnerung an den geschiedenen Freund, dessen Tod nicht länger mehr verheimlicht wurde. Balduin ging noch in später Abend stunde in seinem Zimmer auf und nieder. Oft trat er an das offene Fenster und blickte hinaus über die BaumWipfel hin nach den hin- und herziehenden Wolken, aus denen zuweilen hier und da ein Stern flüchtig hervorblickte. Mein," sagte er vor sich hin, indem t die Arme ausbreitete, mein wird dieses Alles sein! Mein die Macht nd der Glanz des Lebens! Was viegt dagegen die Herzensspielerei, die sie die Liebe nennen? Ich habe sie nicht gesunden, so lange ich sie suchte, aber mit der Macht des Goldes wird auch die Liebe kommen, um mich zu suchen." Er schloß endlich das Fenster, da der Wind stürmisch hercinwehte, attx lange noch strahlte das Licht aus seinem Zimmer in die dunkle Nacht hinaus, ebenso wie aus Ezechiels Wohnung, in welcher die Diener beschäftigt waren, den Todten aufzubahren

14. Kapitel, as Begräbniß Ezechiels hatte unter großer Theilnahme stattgefunden. Er war in dem prächtigen Erbbegräbnitz der Familie beigesetzt worden. Das Offizierkorps seines Regiments, zahlreich? hohe Militärs und Civilbeamte, sowie Freunde des Hauses waren erschienen, um dem so plötzlich aus dem Leben Geschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. Auch die Bevölkerung der gräflichen Besitzungen wurde durch die Gemeinde beamten der Dörfer und Flecken vertreten und allgemein war die Trauer um den Todten, der während seines Lebens überall beliebt gewesen war und keine Feinde gehabt hatte. Graf Hakenstein, Otto und Balduin schritten unmittelbar hinter dem Sarge. Graf Otto weinte, ohne sich die Mühe zu geben, seine "Thränen zu verderben. Graf Hakenstein schien tief gebeugt, und Balduin drückte häufig sein Taschentuch vor die Augen. Braunau folgte hinter den Regimentskameraden mit dem Grafen Rothenfels. Der Zug war lang, und das Gefolge umgab im weiten Kreise das Erbbegbniß, in dessen inneren Raum nur Wenige eintreten konnten. Nach einem flüchtigen Frühstück, bei welchem Graf Rothenfels und Braunau die Honneurs an Stelle der Leidtragenden machten, verabschiedeten sich die Gäste, und eine Stunde darauf war das Schloß von Steinkirchen wieder still und ruhig wie vorher. Graf Hakenstcin war schwankenden Schrittes und gebeugten Hauptes in sein Zimmer zurückgekehrt. Gewohnheitsmäßig setzte er sich vor seinen Schreibtisch nnder. Auf demselben lag ein großer Brief mit fünf Siegeln. Er öffnete denselben ebenfalls rein

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gewohnheitsmäßig, während seine düsteren Gedanken anderweitig beschäftigt schienen. Dem Brief entfiel eine Anzahl Banknoten, und als sein Blick gleichartig das Begleitschreiben überflog, zuckte er plötzlich erbleichend zusammen. Er las dort: Dem Hochgzbornen Herrn Grafen Hakenstein erlaube ich mir ganz ergebenst anzuzeigen, daß der von dem verftorbenen Herrn Grafen Ezechiel acceptirte Wecksel durch einen hiesigen Bankier für Rechnung des Herrn von Braunau bezahlt worden ist ich remittir? daher die mir zugesendeten zehntausend Thaler. Ehrenfried." Graf Hakenstein stützte den Kopf in die Hände und seufzte tief auf. Also auch das ist mir nicht vergönnt, die Harte wieder gut zu machen, die ich an dem Armen verübt und die ihn vielleicht in den Tod getrieben haben mag, denn ein banges Gefühl sagt mir. daß ich hier vor einem furchtbaren, wohl niemals zu lösenden Geheimniß stehe. Was ich empfinde, was ich zu ahnen geglaubt, das soll ein Geheimniß bleiben vor meiner Frau und der ganzen Welt. Mich aber wird es verfolgen. Vielleicht wird Balduin mein Werk besser fortführen, als es der Arme gethan haben würde, der nun mit durchschossenem Herzen im Grabe ruht hätte ich ihn nicht gedrängt hätte ich ihm Zeit gelassen, die Vergangenheit zu überwinden, so hätte auch ihm noch eine freundliche Zukunft blühen können. Was geschehen ist, ist geschehen meine Schuld werde ich niemals vergessen können, und wehe wehe, wenn sie einen Fluch über mein Haus gebracht!" Er bedeckte das Gesicht mit den Händen, als ob er vor sich selbst die Thränen verbergen wolle, die aus den Augen des sonst so kalten Mannes hervorquollen. Graf Rothenfels wurde ihm gemeldet. er erhob sich und suchte seine tief? Erschütterung unter einer ernsten, ruhigen Miene zu verbergen. Ich komme, um Abschied zu nehmen," sagte Rothenfels, dem Herr von Braunau folgte, und nachdem ich die letzte Pflicht gegen Ezechiel, den ich einst meinen Sohn zu nennen dachte, erfüllt, darf ich JHnen, lieber Freund, nicht langer in dieser trüben Zeit zur Last fallen. Ezechiels Freund hier, der mit mir den Schmerz um den Dahingeschiedenen theilt, wird mir Ersatz dafür bieten. Ich stelle Ihnen Herrn von Braunau als den Verlobten meiner Tochter vor!" s blitzte wie zornig in den Augen des Grafen Hakenstein auf trotz seines Schmerzes um den verlorenen Sohn, berührte eS ihn doch peinlich, daß der Plan einer Verbindung mit dem Hause Rothenfels nun vollkommen' gescheitert war und auch durch Balduin nicht fortgesetzt werden konnte. Er fragte aber nicht, wie diese plötzliche Sinnesänderung des Grafen Rothenfels entstanden sei, und sprach nur einen förmlichen und ziemlich kühlen Glückwunsch aus. Verzeihen Sie. mein Freund," sagte er, wenn ich in diesem Augenblick keine besondere Theilnahme für fremdes Glück empfinden kann, da mich das Unglück so bart getroffen." Rothenfels und Braunau v?rabschideten sich und baten, öer (öratm. ot sich in ihre Gemächer zurückgezogen und keinen Besuch empfing, ihre Empfehlunaen zu übermitteln. Ist es nicht schon ein Fluch." sagte Graf Hakenstein, als er allein geblieben war, daß dieser Plan, den ich auf Ezechiels Enterbung gebaut hatte, gescheitert ist? Ich habe mein Leben lang daran gearbeitet, mein Haus groß zu machen durch die Macht des Goldes. Gott wolle geben, daß auch der Fluch, der, wie man sagt, am Golde hängt, von meinem Hause abgewendet werde." Er rief seinen Sekretär, gab ihm die Banknoten, welche Ehrenfried zurück geschickt, und befahl ihm, die Summe unter die Armen der um Steinkirchen liegenden Dörfer zu vertheilen. Einige Tage vergingen in tiefer Stille. ' Balduin arbeitete eifriger als je, um die Verwaltungsgeschäfte, für welche fein Vater keine Theilnahme zeigte, nicht in's Stocken gerathen zu lassen, aber der alte Graf schien nicht wie sonst seine Freude an dem Eifer seines Sohnes zu finden, er überließ demselben Alles nach eigenem Ermessen zu entscheiden, und verbrachte die Tage meist einsam oder in traulichen Gesprächen mit seiner Gemahlin, welche ergebener als er den Verlust des Sohnes trug, der für sie kein düsteres Geheimniß in sich schloß. Da wurde eines Borgens der Graf gebeten, zu seinem Reffen Otto zu kommen. Er fand auch seine Gemahlin und Balduin dort, welche Graf Otto ebenfalls um ihr Erscheinen gebeten hatte, dazu Bretislaw, der mit finsteren Blicken neben dcr Thür stand, ohne sich den vornehmen Herrschaften, zu denen er gerufen war, zu nähern. Ich habe Euch Alle zu mir gebeten." fagte Graf Otto bewegt, um Euch zu Zeugen einer Erklärung zu machen, die ich vor Euch abgeben will, und auch Bretislaw um seine Zustimmung zu meinem Vorhaben zu bitten." Verwundert hörten Alle zu. Die Gräfin Otto, welche, von Kissen umgeben, auf einer Chaiselongue ruhte, sah ebenfalls verwundert zu ihrem Gemahl hin sie schien nicht zu wissen, was er zu sagen habe. Ich habe hier im Hause." fuhr Graf Otw fort, .inmitten all der Trauer, die uns in der letzten,, eit . umbn.

einen Schatz gefunden, den ich mir und den Meinigen für alle Zeit zu sichern beschlossen habe. Dieser Schatz ist unscre liebe Lara sie ist ein wohlthatiger Engel gewesen für meine Frau und hat uns Allen so viel Liebe und Treue bewiesen, wie wir es ihr niemals lo. nen und niemals besser danken können, als indem wir sie ganz und gar in unsere Familie aufnehmen, der sie mit Herz und Seele schon angehört ich habe beschlossen, ihr alle Rechte meiner Tochter zu geben, und werde auch, da eine eigentliche Adoption nicht siattfinden kann, weil ich ja schon eine liebe, treue Tochter habe, an Allerhöchster Stelle die Genehmigung nachsuchen,, daß sie meinen Namen führen dürfe." Tu. meine Tochter," fuhr er fort, das weiß ich, wirst nichts dagegen haben. wenn ich Dir unsere Lara zur Schwester gebe." Klara stand auf. umarmte Lara mit thränenden Augen, und auch Rheines drückte zärtlich und ehrerbietig die Hand des jungen Mädchens an seine Lippen. Auch Du, deß bin ich überzeugt, wirst dieses mein Vorhaben unterstützen." sagte der Graf weiter, und auch von allen Anatcn meines Hauses wird eine solche Genehmigung, wie ich nicht zweifle, bald erfolgen." Balduin neigte stumm den Kopf, ohne Lara anzublicken. In des Grafen Hakensteins Augen schimmerte ein wundersames Licht; er athmete tief auf und rief: Von ganzem Herzen stimme ich bei, Lara wird unserm Namen, deß bin ich gewiß, nur Ehre machen und uns Glück bringen. Vielleicht." flüsterte er vor sich hin. wird sich so der Fluch wenden. wenn das arme Kind nun dennoch in die Stellung eintritt, die ihr vor Gott gebührt." .Und Ihr. Bretislaw." fuhr Graf Otto fort, indem er sich zu dem WaldHüter wendete, der tief erschüttert, die Hände auf der Brust gefaltet, dastand was sagt Ihr dazu Ihr seid der Vater wollt Ihr mir Eure Rechte abtreten?" Ich habe keine Rechte an Lara," erwiderte Bretislaw mit bebender Stimme, denn ich kann ihr keine sichere Zukunft bieten, wie sie sie hier durch des Herrn Grafen Güte erhalten soll. Ich habe nur die Pflicht gegen sie, die ich im Andenken an ihre verstorbene, verklärte Mutter übernommen und mir zur Lebensaufgabe gemacht. Meine Pflicht gebietet mir, von ganzem Her. zen Ja zu sagen, denn Besseres könnte sie auf Erden nicht finden, als so in die edle Famile der Grafen Hakenstein auf genommen zu werden, der ich, das wird mir der Herr Graf bezeugen, stets ein treuer Diener war." Auch er trat zu Lara hin. küßte sie zärtlich und innig auf die Stirn. Tbrä nen flössen aus seinen Auen und diese Thränen schienen den starren Schmerz, der ihn in den 'letzten Tagen in seinem Bann genalten, zu lösen. Die Gräfin Otto batte sich in ihrer Chaiselongue aufgerichtet; ihre Augen blickten hell und lebhaft wie seit lange nicht. Halt," sagte sie, alles, was hier geschehen, ist schön und gut. aber der.noch stimme ich nicht so aanz zu. föörf mich an." sagte sie. als Alle verwundert zu ihr hinblickten, hört mich an und widersprecht dem nicht, was ich schon lange gedacht; dies ist die Stunde, in der es ausgesprochen werden muß vor Euch Allen. Ich weiß es." fuhr sie fort, und fühle es ganz genau, daß der Tod mich abrufen wird in naher Zeit mein Leben erschöpft sich, wie eine schmelzende Kerze. Keine Kunst der Arzeneiwissenschaft wird dieser erfMvw yraft neue Rahruna aeben. UNO mag tb Ckl y)ji. Oua.ul i.... ger wird es kaum sein so werde ia, von Euch, meine Lieben, scheiden müssen." .Das wird nicht geschehen!" rief Graf Otto, er eilte zu seiner Frau hin. beugte sich zu ihr herab und küßte ihre bleiche Stirn und ihre fieberglänzenden Augen auch Klara trat zu ihrer Mutter heran und drückte deren feine, abgemagerten Hände an ihre Lippen. Die Gräfin wehrte Beide sanft ab und sagte mit wehmüthigem Lächeln: Es wird geschehen, ich fühle, wie mein Leiden fortschreitet, und wie alle Mittel unwirksam sind und wie gern ich auch bei Euch bliebe. Ihr könnt mir es nicht verdenken, daß ich von den Leiden. die ja immer noch steigen müssen. 'Erlösung ersehne. Klara hat ihr Glück gefunden, sie bedarf meiner nicht mehr, sie wird meiner liebevoll gedenken, aber unsere Wege tüö.xm ja doch auseinander gegangen. Sie gehört d?m Mann, der. ihr H:?z gewählt, und dem Hause, da; sie mit ihm gründct aber Tu. Otto. Du bedarfst der Liebe und Treue, Die ich für Dich im Herzen hege, aUx fcfa ich Dir immer weniger beweisen kann mit meinem welkenden Körper, der nicht mehr d:m Willen gehorcht. Dir will ich ein Glück sichern," das Dich um so freundlicher und liebevoller soll meiner gedenken lassen, und nur Eine kann dicö Glück Dir geben das ist Lara mit ihrem treuen, warmen Herzen und mit dem Zauber der Harmonie, die sie um sich he? zu verbreiten die Macht hat. Wenn ich heimgegangen bin." sprach sie. sich mühsam aufrichtend, mit erhöhter Stimme weiter, dann sollst Du Lara Deine Hand reichen als Deiner Cemablin sie wird Dich lieben, wie ich Dich geliebt habe, und Du wirst in ihr Alles finden, was ich Dir zu meinem Schmerz nicht sein konnte. Versprich mir in dieser Stunde, daß Du meinen Wunsch erfüllen wirft, den ich als ein heiliges Vermächtniß Dir hinterlasse.

Versprich es mir," wiederholte sie mit bittend ausgestreckten Händel ich werde dann ruhiger und Weiterer mein Leiden ertragen, ich werde freudiger und ergebener scheiden, denn ich weiß." fügte sie mit einem ri'hrenden Lächeln hinzu, meine Lara wird dafür sorgen, daß Tu mich nicht re ,gessen wirst, und mein Grab wird nicht ohne den Schmuck Eurer Liebe bleiben." Lara saß am Fußende der Chaiselongue, ihr Gesicht war von flammender Gluth übergössen, nur einmal schlug sie ihre Augen zu Otto auf. um sie sogleich wieder zu senlen. in diesem einen Blick lag aber so viel innige Wärme, so viel Hingebung, als ob sie in ihrer Seele das Gelübde ablege, dem Willen der Gräfin mit aller Kraft ihrer Seele und ihres Herzens zu gehörchen. Graf Otto legte die Hand auf Laras Haupt und sagte laut und feierlich: Ich verspreche Dir zu gehorchen, wenn Lara nicht widerspricht." Lara sank auf die Kniee nieder und küßte stumm die Hand der Gräfin. Und Du?" fragte diese glücklich lächelnd, indem sie sich zu dem Grafen Hakenstein wendete wirst Du solchem Bunde auch Deinen Segen geben als der Aelteste der Familie?" Von ganzem Herzen!" rief der Graf, indem auch er seine Hand auf Laras Haupt legte, ich werde bei Goti noch lieber sehen, daß sie aus eigenem Recht den Namen unseres Hauses führt, als durch fremde Genehmigung und Gnade." Und ich," rief Bretislaw, seine Zurühaltung vergessend, schwöre es. daß Lara mit heiliger Treue alles erfüllen wird, was die gnädige Frau Gräfin als ein Vermächtniß ihres Vertraucns in ihre Hände gelegt." Klara und Rheineck küßten ebenfalls mit thränenden Augen die Hand der Mutter, und auch die Gräfin Hakenstein legte, wie ihr Mann es gethan, ihre Hand auf Laras Haupt. Balduin stand seitwärts, mit düsterem Blick sah er zu der die Gräfin Otto umringenden Gruppe hin. Dann aber schüttelte er den Kopf, als wolle er die in ihm aufsteigenden Gedanken verscheuchen, und sein Gesicht nahm wieder den wehmüthig theilnehmenden Ausdruck an, welcher der Situation entsprach. Die Gräfin Otto sank erschöpft in ihre Kissen zurück und bat mit matter Stimme, sie allein zu lassen. Lara nur blieb bei ihr. Auf dem Korridor trat Bretislaw zu dem Grafen Hakenstein heran. Dieser blieb stehen und ließ die Uebngen weiter gehen. Tanken Sie Gott, Herr Graf." sagte Bretislaw. der Alles, trotz vielen Leides, noch gnädig gefügt. Sie haben den Sohn verloren, das ist hart und traurig, aber welcher Mensch kann den Schlägen des Schicksals entgehen? Sie haben eine Tochter gewonnen, die wieder dahin geführt wird, wo sie immer hätte stehen sollen, und damit ist eine Schuld gesühnt, und Sie können an die arme Margana ohne Gewissensbisse zurückdenken. Welch ein Unheil hätte entstehen können, wenn das arme Kind auf andere Wege geführt worden wäre, die sich einen Augenblick zu meinem Entsetzen ihr zu öffnen fchienen." Tu hast Recht, Bretislaw," sagte der Graf bewegt, indem er dem WaldHüter die Hand drückte sei gewiß, daß ich Dir stets dankbar bleibe für Deine Sorge um Lara, die Du behütet hast in der Waldeinsamkeit treu und unermüdlich, so daß sie nun rein, fromm und gut in die Welt eintritt, in der sie die Stellung, die ihr gebührt, einnehmen wird." Ich habe das nicht um Ihren Danl gethan, Herr Graf." erwiderte Bretislaw rauh, ich habe es gethan im Andenken an Margana, und ich denke, sie wird, wenn sie herabblicken kann auf die irdische Welt, zufrieden sein." Er wendele sich kurz um und verlies: das Schloß, um nach seinem einsamen Hause zurückzukehren. Aus einem verborgenen Wandschrank, den er nur allein zu öffnen wußte, nahm er eine Büchse von kleinem Kaliber. Er betrachtete wehmüthig das zierliche Gewehr und sagte: Das war Marganas Waffe, wenn sie in den kurzen Tagen ihres jungen Glücks in den Wald ging, um die Raubvögel zu schießen. Ich wollte mit dieser Waffe ihr Kind vor verhängniß. voller Verblendung, vor einer schweren Gefahr retten gute Geister halen die Kugel gelenkt und das Glück erf;clr. lassen, wo, ich Vernichtung säen wollte. Niemand soll diese Waffe , wieder berühren." Er ging unter die hoen Wald-, bäume, die das Haus umgaben, gniS sorgfältig ein tiefes Loch, leate das (e wehr hicnein und bedeckte es mit Erde. Mit aeschickter Hand legte er Moos darauf und schlang durch dasselbc Epheuranken. die sich am Boden frvtzogen, so daß Niemand an dieser Stelle etwas Außergewöhnliches hätte bcmerken können. Dann kam er in das Haus zurück, nahm aus seinem Wandschrank eine erhebliche Zahl von Banknoten und Goldstücken, und packte alles in eine lederne Geldkatze. Das sind meine Ersparnisse" sagte er, für Lara hatte ich gesammelt, um sie unabhängig von Denen zu machen. die ihr das angeborene Recht verweigert. Jetzt bedarf sie meiner nicht mehr ich habe mein Werk gethan." Er schnallte die Geldlaje um. en

Leib, zog statt des gräflichen Livreerocks eine Joppe von starkem Wollenstoff an und fetzte einen Filzhut ohne die Abzeichen des gräflichen Dienstes auf den Kopf. Dann nahm er aus einer Mappe einige Papiere und steckte sie sorgfältig in eine Rocktasche. Das ist meine Legitimation." sagte er, man soll mich nicht für einen Vagabunden halten." Dann nahm er einen starken Eichenstock zur Hand und trat in den Garten hinaus. Leb wohl, Du stiller Wald!" sagte er, Du warst der einzige Freund, den ich hier hatte, der mich stärkte und erfrischte in der Erfüllung meiner schmerzlichen Pflicht gegen eme heilige Erinnerung. Mit allen Anderen hier habe ich nichts zu thun, und Lara soll niemals wieder dem, den sie für ihren Vater hielt, als Diener dessen begegnen, der es nicht wagte, sich als ihr Vate? zu bekennen. Der Himmel segne sie und behüte sie ich will in meiner Heimath scrben!" Mächtig ausschreitend, ging er auf einem Waldwege davon, der. von der Landstraße abweichend, nach den Grenzen der Herrschaft Steinkirchen führte, und wa? bald in dem grünen Schatten verschwunden. Ende.

Die holländische Wäsche ist wegen ihrer Sauberkeit und Weiße berühmt. Dort wird zum Waschen niemals Soda verwendet, sondern nur Borax. Der Borax greift die Wäsche nicht im Geringsten an, macht das Wasser weich und erspart Seife. Er muß. wie Soda, erft in heißem Wasser zerkochen und wird dann mit dem Waschwasser vermischt. Auf etwa 40 Quart Wasser genügt eine Hand voll gereinigter Borax, welchen man beim Droguisten kauft. Kesselstein. Jedes Wasser, ausgenommen Regenwasser, wird schnell alle Arten Theekessel und andere Kessel mit einer unliebsamen Kruste bedecken. Man kann dies vermeiden, wenn man ein Stück reine Austernschale, Stein oder Marmor hineinlegt. Die Schale oder der Stein werden den Kessel dadurch immer in Ordnung halten, daß sie die Erdoder Steintheilchen an sich ziehen. Die Erdbeeren im Herb st. Die Erdbeerbeete sind im Herbst vom Unkraut und den Erdbeerranken zu reinigen, von den alten Blättern ist ein Theil abzuschneiden, und der Boden muß. soweit dies möglich, gegraben werden; auch die Wege zwischen den Beeten sollen sauber gemacht werden. Um dann den Pflanzen Schutz für den Winter zu geben, thut man kurzen Pferdedünger die Mitte des Beetes und legt solchen auch möglichst um jede Pflanze, wodurch man ihnen Wärme und Dung zugleich gewährt. Im Frühjahr wird der Dung dann vorsichtig untergraben. Eingerostete Schrauben zu lösen. Dies ist oft mit großen Schwierigkeiten verbunden, da dieselben häufig brechen, ohne sich zu rü ren. Dagegen gelingt diese Lösung in den meisten Fällen, wenn man auf die Verbindungsstellen Terpentinöl bringt, welches in kürzester Zeit die kleinsten Ritzen durchdringt. Wird nun an diese Schrauben oder Bolzen mit einem Hammer geklopft, so werden dieselben lose werden und sich leicht aufschrauben lassen. In hartnäckigen Fällen setzt man die so behandelten Verbindungsstellen der Einwirkung von Hitze aus, die dann den gewünschten Erfola bervorbrinat. Gelbe, werße und andere hellfarbige Angorafelle sind durch Abreiben mit weißem Reismehl zu reinigen. Dieses wird in einem kupfernen oder Messingkessel unter ftetem Umrühren mit einer Holzkelle erwärmt. Es muß sehr heiß sein, darf aber nicht bräunen. Bim Abreiben der Felle zieht man am besten Handschuhe an. Durch Klopfen ist schließlich das Mehl aus dem Fell zu entfernen und das Haar wieder in die rechte Lage zu bringen; eventuell ist ein recht weiter Kamm zu Hilfe zu nehmen. G r o ß e A u f r e g u n g h a t in Butte. Mont.. die Behauptung erregt, daß eine Börse mit $2500, welche sich unter dem Kopfpolster der im Sterben liegenden Frau Frank Ely befunden haben soll, auf unaufgeklärte Weise verschwunden ist. Frau Ely und ihr neugeb-orenes Kind starben während des Begräbnisse Herrn Elys. der ebenso wie zwei andere Männer, die ihn retten wollten, in einem Brunnen von giftigen Gasen getödtet worden war. Es waren zu dieser Zeit zahlreiche Personen in dem Hause, doch ist es bisher nicht gelungen, die Börse wieder aufzufinden. Eine vierzehn Jahre alte Tochter der Verstorbenen hat erklärt, daß sie bestimmt weih, daß sich die Börse unter dem Kopfpolster befand, als die Mutter starb. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Eigenartiger Methoden dienten sich in Fort Dodge, Ja., Sinbrecher bei der Jnscenirung eines Raubes, dessen Opfer ein R. G. Halmer war. Sie hatten mit einem Gummischlauch durch das Schlüsselloch Chloform in das Schlafzimmer gepumpt, die Schläfer dadurch betäubt, und dann in aller Gemüthsruhe da ganze Haus ausgeplündert.