Indiana Tribüne, Volume 30, Number 39, Indianapolis, Marion County, 8 October 1906 — Page 7
Zndiana Uribüne, 8 Oktober IOS
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Der Ilnch i der bösen That Ein Honiaii aus der grokrn Wklt von Gregor Samarow (Fortsetzung.) In Steinkirchen angekommen, schloß er sich, nur mit einem stummen Händedruck von Vraunau sich verabschiedend, in sein Zimmer ein. Der Arzt war bald nach Altenau gekommen. Er konnte nichts weiter thun, als den Tod kv'lstatiren. Der Baron Värenstein saß die ganze Nacht schweigend neben dem Lager seiner todten Gemahlin. Sorgend kamen die Diener von Zeit zu Zeit ihn zu bitten, daß er sich zur Ruhe begeben möchte, aber er wies sie schweigend und kopfschüttelnd ab und verließ seinen Platz nicht. Draußen im Park hingen die Lampions vom Wetter zerfetzt und durchnäßt von den Zweigen herab und über dem ruhigen und geheimnitzvoll rauschenden See zogen die Sterne auf ihren ewigen Bahnen dahin. 13. Kapitel, m nächsten Morgen früh schon Jffl ging Braunau nach Ezechiels 3 Wohnung. Er hatte die Nacht fast schlaflos zugebracht in schwerer Sorge um den Freund, von dem er wohl wußte, wie tief ihn das entsetzliche Ereigniß erschüttert haben mußte. Er fürchtete einen unseligen Entschluß, wenn er auch den Gedanken daran immer wieder schaudernd zu unterdrücken suchte, und athmete erleichtert auf, als er im Vorzimmer Ezechiels Diener begegnete, der ihm sagte, daß sein Herr schon auf sei, und ihm die Thür zu dessen Wohnzimmer öffnete. Ezechiel trat ihm ganz angekleidet entgegen, und Braunau war erstaunt über die Ruhe, welche auf dem Gesicht feines Freundes lag. Ezechiel war wohl bleich, man sah ihm an, daß er die Nacht schlaflos verbracht habe, aber die Starrheit seiner Züge war gewichen, sein Blick war klar und nur ein fieberhafter Glanz seiner Augen und ein leichtes Zucken seiner Lippen deutete auf die inneren Kämpfe, die er durchgemacht haben mochte, aber überwunden zu haben schien. Die Hand, welche Braunau mit inniger Herzlichkeit drückte, war kalt und feucht. Ich freue mich." sagte Braunau. ..wenn ich dieses Wort in so schmerzlicher Swnde aussprechen darf, daß ich Dich so ruhig finde. Wohl Niemand kann Deinen Schmerz verstehen wie ich. aber Du mußt Herr darüber werden das Geschehene ist unabänderlich." ..Das Geschehene ist unabänderlich" wiederholte Ezechiel mit eier Stimme, vor deren Ton Braunau erbebte, und ich bin Herr meiner Schmerzen geworden. Wie? das weiß Gott allein ich selbst könnte es Dir nicht sagen es gibt wohl Leiden, für welche die menschliche Sprache keine Worte hat." Und doch," sagte Braunau, müssen sie getragen werden die Zeit muß Alles heilen. Du haft ein langes, reiches Leben vor Dir. dessen Aufgabe erfüllen Deine Pflicht ift. das Dir l)otV Ziele steckt, die wohl ein verlorenes, vielleicht nur erträumtes Glück zu ersetzen vermögen." Ein langes Leben," sagte Ezechiel zusammenschaudernd, ja ja. das ist es, das ist ein Gedanke, schwer zu fassen. Man kann wohl Felsen zur Seite räu men, man kann mit Meereswogen ringen, um das Glück zu suchen, aber durch eine Wüste zu ziehen, gewiß, daß man niemals eine Oase mit grünen Bäumen und frischem Wasser erreichen ?ann. bis man endlich verschmachtet zusammen bricht, das ist ein Gedanke, der zum Wahnsinn treibt." Das Leben wird Dir wieder B'.ü then bringen." sagte Braunau, bewegt in Ezechiels Gesicht blickend, aber." fuhr er zögernd fort, ich bin gewiß, daß Du nicht die Blume vom Rande meines Lebensweges pflücken irnru. Ezechiel sah ihn fragend an; er schien seine Worte mcht zu verstehen. Du weißt es," sagte Braunau. was Graf Rolbentels wunlcbt er hat Jda darüber Andeutungen gemacht, wie ich Dir gesagt, und hätte ich nichi so festes Vertrauen zu Dir, so könntest Du mir verhängnißvoll in meinen Weg treten, jetzt da Du frei bist und Deln Herz einer neuen Liebe sich öffnen kann. Frei" fiel Ezechiel mit schmerz-lich-bitterem Lächeln ein einer neuen Liebe konnte man Herz sich off nen? O. mein Gott! das ist die Freiheit eines Gefangnen, den man ohne Kleidung und Nahrung in eine Eiswuste stellen wurde! Mem Herz ist versteinert aus dem Stein sprießen keine Blüthen! Du solltest mich genug kennen, um sicher zu sein, daß, wenn auch Deine Boraussetzung möglich wäre, ich Dir niemals in den Weg tre ten würde. Jetzt aber, wahrlich, bist Du sicher vor mir, aber," fuhr er nach kurzem Nachdenken fort, ich werde mehr thun als Deinen Augen auswei chen, ich nxrde für Dich handeln. Was meinen Kräften steht, soll geschehen, um Deine Hoffnungen zu er füllen das Wie? überlaß mir. Du kannst ja auch an dem trübsten Tage noch auf den Sonnenschein hoffen, der bit Wolken durchbrechen wird. Braunau schüttelte ihm die Hand
und erschrak wieder vor deren eisiger Kälte.
Der Kammerdiener des Grafen Hakenstein trat ein und brachte Ezechiel die Einladung, zu semem Vater zu kommen, der ihn zu sprechen wünsche. Braunau zog sich zurück und Ezechiel schritt, obne daß sich irgendwelche Bewezung auf seinem Gesicht zeigte, durch den Korridor nach dem Arbeitszimmer seines Vaier?. Tie'er trat ihm mit ernster, aber freundlich wohlwollender Miene entgegen. ,,rn mußt schmerzlich, sehr schmerzlich beirrt sein, mein Sohn." sagte der Graf, sich vor seinen Schreibtisch niedersetz?n.-., während Ezechiel vor ihm steh-il blieb. Was Du gestern erlebt. muf. Dick-,. Ich begreife das. tief bis tn'3 innerste erschüttert haben." Bet-.fftn sah ihn Ezechiel mit fracnber. Blicken an. V, 5'i lcnne Dein Geheimniß, mein Gohn fuhr der Graf fort. Du hast si schlecht verhüllt, und ich glaube auch titinc Pläne zu kennen, die Du hegtest. -m in der Befriedigung einer Leidenschaft. die ich tief beklagt habe. Dein Glück zu suchen, was Du, tote ich über; zeugt bin, nie würdig gefunden haben." Finster sah Ezechiel seinen Vater an. Es war vielleicht Dein Recht, mein Vater." sagte er mit einem Anklang von Bitterkeit, mein Geheimniß zu verfvlgcn wenn Du es ater kennnst, so wirst Tu begreifen, daß ich es vor aller Welt verbergen mußte." Das mußtest Du," sagte der Graf, weil die Welt ein Urtheil gesprochen haben würde, das mit Deinen Gefühlen im Widerspruch stand, aber dessen Richtigkeit Du bei ruhigem Nachdenken nicht hättest bestreiten können ein Urtheil, dem unser ganzes Haus verfallen wäre, und das Dich für immer von der Gesellschaft entfremdet hätte. ?n welcher Du eine der ersten Stellungen einzunehmen berufen bist. Auch Diejenige, welche Dir Dein Glück brinzen sollte, wäre von dem Bann eines solchen Urtbeils betroffen worden, und sie hätte vielleicht später eine Berirrung bereut, die den braven und treuen Mann, dem sie verpflichtet war, zu bitteren Leiden verurtheilt haben würde." Ezechiel preßte die Lippen oufeinander, als wolle er eine Antwort zurückhalten. Doch lassen wir das." sagte der Graf, jenes Geheimniß, das zwischen uns stand und uns einander entfremdete, ist abgeschlossen, und Dein Schmerz kann wohl eine Sühne sein für Deine Berirrung. Die Vergangenheii r,i begraben, wir stehen der Zuirrff .'menuher hi T?prfff nn iifi finf i r - ' " ' f -7 und Dir Pflichten auferlegt, von denen Dich jene unglückselige Berirrung abgezogen hat. Ich wünsche diese Zukunft Deiner und Deines Hauses würdig zu gestalten, und das. was in Wirklichkeit fast ein Verbrechen genannt werden konnte, wird nun zu einem Traum, dessen Erinnerung Du mit wehmüthigen Gedanken in Deinem Herzen bewahren kannst, ohne die Last der Schuld zu tragen." Wehmüthig, u:ern Vater, sagte Ezechiel. ist nicht das Wort für mein Gefühl." Die Zeit wird es dazu machen," fiel der Graf ein. und um so sicherer, je mehr Du die Beruhigung erringst. welche ein? kraftvolle Pflichterfüllung immer gibt. Du weißt, fuhr er fort. daß ich Pläne mit Dir hatte, welche zu meiner großen Freude die VereiNigung unseres ganzen Hauses durch Dich und Klara wieder herstellen sollt Diese Pläne sind unausführbar geworden durch Klara selbst, die zu meiner Betrübniß auch vergessen hat. was sie ihrem Namen schuldig war. und auch ihrerseits einer Nennung ihres Her 3n2 rsi":f iiqe Plane, lugie szeegia, sinu vollkommen begraben, mein Vater, und ' n r rc r . t rr. da Du ja mit den Herzen nicht rechnen konntest und nicht rechnen wollest, so wären sie auch ohne Klaras Liebe, die Du eine Berirrung nennst, unausfuhrbar gewesen, da ich, so schmerzlich es mir war. Deinen Wunsch nicht erfüllen zu können, niemals dazu die Hand ge boten hätte." Doch daö ist nun vorbei," sagte der Graf, das Schicksal selbst hat sich in's Mittel gelegt, Du bist frei, das ungluck selige Band, das Dich fesselte, ist zerrissen, und Du mußt daran denken, die Pflichten gegen Dem Haus zu erfüllen und die Zukunft unseres Hauses, die nur auf vier Augen steht, sicher z stellen. Graf Rothenfels hat mit mir gesprochen, er wünscht eine Verbindung unserer Häuser, und ich theile diesen Wunsch. Der groß? Besitz des Grafen Rothenfels fällt mit seinem Tode seiner Tochter zu, und wenn auch die Wieder Vereinigung unserer Linien nun einma unmöglich geworden ist, so wird unser Haus dadurch eine weit über allen an deren Familien unseres Adels hervor ragende Stellung erreichen und bewah ren. selbst wenn Du, wie ich fas fürchte, der schaffenden und erwerben den Arbeit Dich nicht so hingeben soll test, wie ich es gethan. Laß also die Vergangenheit vergangen sein und biet Mir die Hand zur Ausrichtung eme Zukunft, die auch Deinen Stolz und Ehrgeiz locken sollte und das Band zwi schen dem Vater und dem Sohne wieder so knüpfen wird, wie es die Natur verlangt. Jda Rothenfels ist wahrlich ganz dazu geschaffen, um eine traurige Vergangenheit vergessen zu lassen." In Ezechiels bleichem Gesicht stieg eine fliegende Nöthe auf. Sprich nicht weiter, mein Vater." sagte er mit blitzenden Augen, ich will
nicht einen Augenblick Dich einer
chmerzllchen Tauschung aussetzen. Die Vergangenheit, die auf eine so furchtbare Weise versunken ist, wird mir für ewig unvergeßlich bleiben und mich ausschließen von der Hoffnung und dem Glück, das Du glaubst, mir m emer Zukunft zu bereiten, vor der ich nur mit Schaudern zurückbeben kann!" Des Grafen Augenbrauen zogen sich inster zusammen. Du siehst die Dinge." sagte er. noch in der traurigen Verblendung an, die bis jetzt Deinen klaren Blick trübte ich verlange nicht, daß Du heute oder morgen meinen Wunsch erfüllst, und will Dir gern die Zeit lassen, die Erinnernng zu überwinden, die jetzt noch so lebhaft und machtig Dich bewegt. aber ich wünsche, daß Du jetzt, da ein Band Dich nicht mehr fesselt, Deine Pficht mit Ernst zur Richtschnur Deines Willens machst die Pflicht, die doch wahrlich in lieblicher und lockender Gestalt Dir entgegentritt. 'Ich will. daß Du der Wirklichkeit ihr Recht einräumst und daß ich dem Grafen Rothenfels mein Wort geben kann. Du wirst die. die Tu bis jetzt kaum beachtet hast, naher kennen und. ro:c ich überzeugt bin. auch lieben lernen, und da? wird eine edlere, vor Gott und der Welt vorwurfsfreie Liebe sein." Niemals, mein Vater, sagte Ezechiel, niemals es wäre ein Verbrechen, Dich zu täuschen in diesem Augenblicke, ein Verbrechen, dessen ich mich mcht schuldig machen darf, auch nur d".rch ein halbes Wort, das eine Lüge sein würd?. Niemals, das schwöre ich bei meiner Ehre, werde ich Jda Rothenfels oder irgend einer Anderen meine Hand reichen, und Keiner wird sich mein Herz jemals mit warmem Schlage zuwenden, mein Herz ist todt und wird todt bleiben." Des Grafen Gesicht röthete sich in aufloderndem Zorne. So soll der thörichte Wahnsinn, von dem Du befangen warst, dauern," rief er, auch nachdem der Tod den Zauber gebrochen hat, der Dich umstrickte? Be denkst Du wohl, was das Niemals, das Du vor mir ausgesprochen, bedeutet daß dies Wort eine Pflichtvergessenheit ist, die Niemand auf sich laden darf, den das Schicksal so ausgezeichnet hat, wie Dich, der den Namen und die Ehre eines Hauses, wie das unsere, zu vertreten hat?" Das bedeutet mir wenig," sagte Ezechiel in strengem, kalt zurückweisendem Tone, ich habe auf eine solche 311fällige Gunst des Schicksals niemals Werth gelegt und " Das weiß ich wohl, rief der Gras aufspringend, Tu hast nicht daran gedacht, als Du. das künftige Haupt unseres Hauses, einer verbrecherischen Liebe nachgingst, die in das Gesetz der Ehre tief eingnff Du hast nicht daran gedacht, als Du Deinen Namen einem Wucherer verpfändetest, um die Schulden eines leichtsinnigen Spielers zu bezahlen, der Dich seinen Freund nennt, um Dich auszubeuten als Du Deine Ehre einsetztest für eine Summe. die Du zu bezahlen nicht im Stande bist." Auch das weißt Du. mein Vater? sagte Ezechiel schmerzlich aufseufzend. Du mußt in der That tüchtige Werkzeuge haben, um Deines Sohnes Ge heimnisse zu durchdringen." Dieses Geheimniß." sagte der Graf spöttisch, hat sich mir selbst enthüllt Hier," fuhr er fort, indem er ein PaPier entfaltete, schreibt mir ein Wuche rer, daß er mir einen Wechsel mit Dei ner Unterschrift zur Verfügung stelle und mir anheim gebe, diesen Wechsel zu bezahlen, da mein Sohn über keine Mittel verfüge, und wenn es nicht ge schehen sollte, so werde er Klage bei Deinem Regimentskommandeur erheben Du weißt, was das bedeutet ewe solche Schmach hast Du Ihn unser Haus gebracht! Armer Braunau" seufzte Eze chiel. Dann sagte er, stolz den Kopf auf richtend: Ich habe einem Freunde in dei Noth beigestanden, mein Vater, und das ist wahrlich kein Verbrechen, wenn auch die Welt meist nicht geneigt sein mag wahre Freundschaft zu üben und zu be weisen. Mein Gewissen ist rein. We diesen Mann aufgereizt hat, sich an Dich zu wenden, weiß ich nicht ich bin nicht, fugte er bitter-spöttisch hm zu, so geschickt in der Verfolgung vor, Geheimnissen. Aber nun ist es ge schehen, und darum bitte ich Dich, mei nen Namen einzulösen. Den Betrag magst Du Mir abrechnen von dem, wa Deine Güte mir ausgesetzt hat, oder fugte er duster hinzu, von meiner Erb schaft abschreiben, wenn mein Leben enden sollte, bevor diese Schuld getilg ist. jßon Deiner Erbschaft abschreiben?" rief der Graf mit zornbebenden Lippen Ein solches Wort sollte von einem Sohne feinem Vater gegenüber nicht ge sprochen werden. Darf d e r Rechte m Anspruch nehmen, der seine Pflich m willkürlichem Trotz verweigert? Nie mals wird dies geschehen ich werde die Sache ihren Gang gehen lassen, mao er hinführen, wohin er will. Es wird ein Schauspiel für die Welt sein, den Träger des Namens Hakenstein, der sc trotzig aus seine Erbschaft pocht, als einen bankerotten Schuldner zu er blicken, nachdem ihm das Schicksal er spart hat, als em Einbrecher in de häuslichen Frieden eines braven Man nes dazustehen. Höre mein letztes Wort." fuhr er feinen Zorn begeisternd, fort, meine letze Bedingung: Erfülle Deine Pflicht, wie ich sie von Dir verlange
- mache Dich würdig der Stellung.
die Deine Geburt Dir gegeben, dann werde ich auch diese Sache ordnen. Dann werde ich wieder Dein Vater sein und die Vergangenheit vergessen. Verweigerst Du den Gehorsam, dann gehe Deine Wege Du wirst mir ein Fremder sein. Warte auf Deine Erbschaft, fügte er mit hämischem Lachen hinzu, die Dir vielleicht dennoch nicht so sicher sein möchte, als Du es meinst." Das ist zu viel, mein Vater." erwiderte Ezechiel mit aufflammendem Blick. Du mißachtest Deinen eigenen Viamtn, moem Tu von mir verlangst, um eine elende Summe mein Herz zu verleugnen und meine Ehre zu verletzen; denn auch die Pflicht gegen das Herz und gegen die Liebe, mag sie auch über das irdische Leben hinausreichen, steht unter dem Schutz der Ehre. Ich wiederhole Dir, daß ich Dir, so schmerzlich es mir ist. den Gehorsam verweigern muß, für jetzt und für immer!" So geh." fagte der Graf erbleichend, gewaltsam einen auflodernden Ausbruch seines Zorns zurückdrängend geh, zwischen uns ist das Tafeltuch zerschnitten!" Er wendete sich um, setzte sich an seinen Schreibtisch, scheinbar qleichgiltia ein Aktenstück durchblätternd. Mit schmerzvollen Blicken verneigte sich Ezechiel. Er schien noch ein Wort sprechen zu wollen, aber er hielt es zu ruck und ging ruhigen Schrittes hmaus. Nach seinem Zimmer zurückgekehrt, schrieb er lange und versiegelte den Brief mit seinem Wappen. Es sind noch drei Stunden bis zum Diner," sagte er ruhig, mit fast heiterer Stimme, ich will ein wenig aus den See hinausfahren, um einige En ten zu schienen. Das Wetter ist vortrefflich dazu." Der Diener brachte ihm feine hohen Jagdstiefel und war ihm behilflich, sich für den Ausflug anzukleiden. Komm mit," fagte er, Du sollst das Ruder führen. Du hast mich ja schon öfter begleitet nimm einen tüchtigen Hühnerhund mit, der gut apportirt. Doch zuvor," fügte er hinzu, gib diesen Bnef hier dem Duner des Grafen Rothenfels der Graf hat mich um eine Nachricht gebeten, auf die er wartet." Er stieg die Treppe hinab. Sein Diener holte ihn bald mit dem Hunde ein, und sie gingen nach dem am Emgange des Parks gelegenen, lang ausgedehnten Teich hin. Das Boot war bereit. Der Diener ruderte kräftig. Man fand eine Anzahl Enten nicht weit vom Ufer entfernt. Die Jagd nahm ihren regelrechten Fortgang. Ezechiel traf mit Sicherheit, der Hund apportirte eine Ente nach der anderen. Nach einiger Zeit sagte Ezechiel, nach einer entfernten Ecke hindeutend: Lenke das Boot dorthin, ich weiß, daß wir dort eine gute Beute haben werden." Der Diener wendete das Boot, das schnell durch den See hinschoß. Ezechiel stieg, um sich weiter nach der Spitze des Bootes zu begeben, über eine Sitzbank, wobei er sich auf sein Gewehr wie auf einen Stock stützte. Er stolperte, ein Schuß krachte, und Ezechiel sank ohne einen Laut rücklings auf den Boden des Bootes nieder. Der Diener zog die Ruder ein und eilte zu seinem Herrn hin. Derselbe sah ihn nur noch eiwnal mit brechendem Blick an. Die Kuge? des Gewehrs, das sich bei dem Uebersteigen der Sitzbank entladen haben mußte, hatte genau das Herz getroffen und unmittelbar den Tod herbeigeführt. Starr von Entsetzen, blieb der Diener einen Augenblick unbeweglich stehen, legte mühsam den leblosen Körper seines Herrn, während der Hund jammervoll winselte, gegen die Spitze des Bootes, ergriff die Ruder und fuhr mit kräftigen Schlägen nach der Landungsbrücke zurück. Die Gesellschaft des Schlosses begann sich in dem Gartensalon und auf der Terrasse zum Diner zu versammeln. Graf Rothenfels erschien fast zuletzt. Er war bleich und schien bewegt, als ob unruhige Gedanken ihn beschäftigten. Jda, welche die Gelegenheit gefunden. Mit Braunau unter anscheinend gleichqiltiqer Miene einige Worte zu wechseln. bemerkte, daß ihres Vaters Blicke sich mit seltsam forschendem Ausörua aus sie richteten. Sie zuckte erschrocken zusammen und wendete sich schnell ab. um mit Balduin ein flüchtiges Gesprach anzuknüpfen. Auch Graf Hakenstein blieb finster und wechselte nur mit einigen älteren Damen flüchtige Worte der Höflichkeit, während Graf Otto in seiner gewöhnten gutmüthigen Weise die heitere Stimmung in der Gesellschaft zu erhalten suchte. 3ch sehe Ezechiel nicht." fragte Ro thenfels den Grafen Hakenstein, indem seine Augen forschend umherschweiften Die UnPünktlichkeit." sagte Hakenstein mürrisch, ist eine seiner schlechten Eigenschaften, welche übrigens ganz mit seinem sonstigen träumerischen Charakter übereinstimmt es ist in der That unverantwortlich von ihm, daß er hier die Gesellschaft warten läßt, er weiß doch, daß ich die Punkt lichkeit liebe und selbst stets ausübe. obgleich ich bei meinem A-ter und den verschiedenen Geschäften Nachsicht in Anspruch nehmen könnte."
Der Kammerdiener deö Grafen, wel-
cher kam zu melden, daß das Diner servirt sei, hatte die Frage gehört und antwortete: Der Herr Graf Ezechiel sind auf die Entenjagd gegangen, wie mir sein Diener sagte." Da hätte er wohl auch seine Zei besser eintheilen lönnen." sagte Gras Hakenstein, indem er zu einer der Damen trat, um sie zu Tisch zu führen, während Graf Rotheftls, der unruhig erfchizn, der Gräfin den Arm bot, und
Baldin zu Jda trat, die mit einem leifen Seufzer ihre Hand in seinen Arm legte. Als die Gesellschaft in d'.n Gartensaal getreten war. erschien plötzlich athemlos mit vers.öricm Gesicht Ezechiels Diener und bat den Grafen Hakenstein um einen Augenblick Gehör. Unwillig wies d:r Graf ihn zurück. Der Diener aber wiederholte seine Bitte so dringend; sein Gesicht war so traurig und angstvoll verzogen, daß der Graf seine Dame zu ihrem Platz führte und den Diener anhörte. Nach den ersten Worten, die der Diener ihm gesagt, erbleichte er und stützte sich auf die Lehne eines Sessels. Dann eilte er schnell nach dem Park hin davon, während der Diener einige Lakaien rief, die eiligen Schrittes dem Grafen folgten. Die Gesellschaft war betroffen. Graf Rothenfels blieb vor der Tafel stehen und sagte zu Gräfin Hakcnstein, die er geführt hatte: Es scheint etwas Außergewöhnliches geschehen zu sein, ich glaube, wir sollten die Rückkehr Ihres Gemahls erwarten." Die Gräfin neigte den Kopf, und die ganze Gesellschaft blieb in unruhiger und peinlicher Spannung beisammen. Die Stimmung war schon durch den Unglücksfall in Altenau eine ziemlich düstere, und diese plötzliche Störung und die schnelle Entfernung Hakensteins machte einen peinlichen Eindruck. Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, da kam Graf Hakenstein von der Gartenseite her. in welcher sich die Wohnungen seiner Söhne befanden. Der Anblick desselben versetzte die Gesellschaft in Schrecken. Seine Schritte waren unsicher, sein Haupt gebeugt, seine Haltung gebrochen, sein bleiches Gesicht schmerzlich verzogen. Er trat in den Gartensaal und sagte, mit starren, finsteren Blicken umherschauend: Ich bitte die Herrschaften um Verzeihung, wenn ich heute meine Pflicht gegen Sie nicht zu erfüllen vermag ein großes, schweres Unglück hat mein Haus betroffen. Mein Sohn Ezechiel ist auf der Jagd bei einem Fall in dem Boote verunglückt, bei dem sich sein Gewehr entladen hat, er ist schwer verwundet. und ich zweifle, ob er dem Leben erhalten bleibt." Ich ahnte es." flüsterte Graf Rothenfels. die Gräfin aber stieß einen Angstschrei aus, eilte zu ihrem Gemahl und rief: Wo ist er wo ift er ich muß ihn sehen!" Er ist in seiner Wohnung." erwiderte der Graf, ich habe ihn durch den Park dorthin bringen lassen vielleicht ist es besser, wenn Du ihn noch nicht siehst ich habe sogleich einen reitenden Boten nach dem Arzt geschickt." Ich muß ihn sehen." rief die Gräfin. sie nahm den Arm ihres Gemahls und zog ihn fast gewaltsam nach dem Pavillon f?rt. Graf Otto war schon vorangeeilt. Balduin folgte langsam, den Kopf auf die Brust gesenkt, die Hand auf sein Herz gedruckt. Ein tiefes Schweigen lag auf der ganzen übrigen Gesellschaft. Das entsetzlich Ende der Baronin Bärenstein von gestern und heute das Unglück Ezechiels, das nach dem Anblick des Grafen zu schließen, sehr schwer sein mußte schienen in wunderbarem Zusam menhang zu stehen. Die Gäste alle beschlossen, sofort ab zureisen, denn es erschien unziemlich. unter diesen Verhältnissen in Steinkirchen zu bleiben die Anwesenheit Fremder mußte der Familie peinlich und lastig sein. Alle begaben sich in ihre Zimmer, um ihr Gepäck zu ordnen, und die Wagen wurden bestellt, um nach dem Bahnhof zu fahren. Die Gräfin Hakenstein trat ihrem Gemahl voraus in das Zimmer ihres Sohnes. Ezechiel ruhte, von seinem Diener bereits des Jagdanzuaes entkleidet, auf seinem Lag?r. Sein lletnc belicht vatte tinm ruhigen und friedlichen Ausdruck, die Händ-e ware über der Brust gekreuztschön sein Anblick ct? deutsch, daß das L'ben ents:ohen war. Die Gräfin warf sich (ras ihn und schreit? mit einem jammevnd:n Z:h schrei zurück, als ihre Lippen die Stirn des Todten berührten. Du hast ihn sehen wollen," sagte Gras Hakcnstein Du siehst, daß hi?r keine Hilfe mehr ist vielleicht ist c besser, daß Tu es gleich erfahren ich wollte es Dir langsam beibringen, c:cr das Ware ja doch nur eine verlängert? Qual g:wescn." O mein Gott!" rief b;e Gräfin. wie ist das möglich gewesen?" Der Diener erzählte den Vorgang. Die Gräfin sank am Rande des Bet tes auf die Kniee nieder, faltete die Hände und bewegte in flüsterndem Gebet die Lippen. Graf Otto stand am Fuße des Bet tes und blickte in Ezechiels bleiches Ge sieht Thränen rannen über seine
Wangen, er sprach kein Wort und seufzte nur schwer und tief auf. Dann trat er zu seinem Oheim, drückte ihm die Hand und sagte: Du hast viel verloren und ich nicht minder. Wahrlich, ich liebte ihn wie meinen Sohn das hat nicht sein sollen vielleicht ist es besser gekommen, wie wir es gewünscht Klara ist glücklich, und vielleicht er auch" fügte er leise hinzu. Graf Hakenftein schüttelte den Kopf. Ich zürnte ihm," sagte er, aber nun fühle ich doch, was es heißt, einen Sohn zu verlieren vielleicht hatte ich Unrecht, ihm zu zürnen. Zürnen sollte ich dem unglückseligen Verhängniß. das ihn verfolgt hat und ihn in den Abgrund hineingezogen." Graf Balduin trat in das Zimmer.
(Schluß folgt.) Feuer - Signale Hrnnfyw und 16 fort de und 49. 11 Capital IM und 19, 18 Pennspbv. n. ichiM 14 Jllino und 80. 16 Senate ve und N. l Pennsvwamia und 89, 17 Meridian und 16. 818 Capital Ave und 86. 819 roadway und 10. 231 Illinois und fltCBea 184 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 80 685 Illinois und 88 836 Annette und 80a S7 Ro. . Spritzenhaus Mxll und Rader 55 Udll Ladder War 59 Jsobel und tt. 841 Meridian und 84. Illinois u St., 48 Cldridff und 88. 81 West und atnuj i West und 18, 814 Howard un 16 15 Dorbet und Paco 816 Capital Ave und 1 817 Northwestern Ade u9j 18 Gent und 18. 19 Kanal und 10. M SerecUine Bork 84 Vermont und Lvnn 825 Bidmewek u ranidvia 84 Ro. 80 Sprrtzenhau Hauahville. 87 Michigan u. Holme, 8 Michigan u. Corot 41 Best und McJnty 418 Missouri u. Ltarpio 41i Missouri und Ohio 415 Capital Uxu 4eorgi 16 Missouri u SentuSyU. 17 Senate Ave u. Wash. 481 P und 9 'nmdfacul . Washington. 488 Irren-Hospital. 4X4 Ueyvu.JDuO 425 Wash und Harr 486 Ro. 1 Eprivenh.'. . Washington 17 Oliver und Birch 488 Oliver und O6oor 489 Rordyke und Kon 81 Hadley Ave u. ftertt 88 River Ave , Morris 4 Rrver Am und atz 85 Harding U. g I 486 Harbin und DOM Vnglish's 0u,Hau Eaftund X w gort Rodle und Mubigan ', R. Jersey u. Mass Ar Pine und Rorth ? artet und Bitte I Vermont nah Saft B No. 8 Spntzenbau Vaff. de nahe R"dk 3 Deuttvare und Walnut 4 H Jersey u Central 8. 6 Mafi. tau) HemtS Btx 6 so m d 11. etrafcc 1 Park Att und it 6tt 8 Columbia undHlllftd i Highland v.PrU Jllinoi und St. Jo, Ptnnfylv. und Pratt Mikidiatt und n. 6i: 5 No. 6 Spritzenh 16. ayk Illinois e Senate veu. Stkla 7 Jllinoi und Michiga 5 Pk tsylvania und 14. 9 Senate Ave. und U, No. l Spritzenhaus Jno &t nahtichiaa t Reridia und Balnut 4 California u ßemont Blake und New fiocC M Jmd. Ad. u. 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