Indiana Tribüne, Volume 30, Number 38, Indianapolis, Marion County, 6 October 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 6 Oktober 1906

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Der Fluch der bösrn That f 4 Ein Vom,, us drr qroken Mclt von 4. Gregor Samarow H 4 (Fortsetzung.) Und sie nahm heftig die zarten Blüthen aus der Hand des erschrockenen Mädchens und schleuderte sie weit von sich fort. Die UeberrascrMng, von welcher der Baron ihr gesprochen, bestand in einer ebenso einfachen als kostbaren Toilette. ES war eine Robe von weißer leichter Seide mit einem außerordentlich schönen Spitzenbesatz, ganz Mathildens Geschmack entsprechend und für sie ganz besonders kleidsam. Sie warf einen flüchtigen Blick auf den Anzug, ein bitteres Lächeln zuckte um ihre Lippen, aber sie lieh sich ohne weitere Bemerkung ankleiden. Sie werden kommen," flüsterte sie ganz leise wie soll ich sie empfangen, wie soll ich vor die Menschen treten vor ihn treten, in dessen Augen ich eine Frage lesen werde, die ich nicht beantWorten darf, nicht beantworten will, und die mich doch festyölt in dem Bann der gemeinsamen Schuld " Geh hin," befahl sie der Kammerjungfer, und hole mir mein Körbchen, meine Schwäne zu füttern." ' . Dort," sagte sie, als das Mädchen hinausgegangen, wo ich so oft mit der freien Natur verkehrte und aufwärts blickte zum Himmel über den bald leuchtenden, bald finster aufrauschenden Wellen, da wo ich den ersten Schritt that auf der verhängnißvollen Bahn, dort will ich einen Augenblick der Einsamkcit suchen, dort vielleicht wird Gott mich erleuchten und mir offenbaren, was ich zu thun habe, um den Frieden in mir selbst wieder zu finden und denoch umzukehren und wäre es unter dem demüthigen Bekenntniß meiner Schuld." Die Kammerjungfer brachte den zierltchen Korb mit den kleinen Stückchen Weißbrot, wie er täglich für die Baronrn bereitet wurde. Mathilde trat über die kleine Bemkz in den Garten hinaus. zitternd blickte sie umher. Der Baron war nicht da und schnell eilte sie nach dem Parkwege hin, der zu ihrem Lieblingsplatze an dem Ufer des Sees führte. An verschiedenen Stellen begegnete sie Gärtnergehilfen, welche noch mit der Ausschmückung des Parkes beschäftigt waren und. ehrerbietig grüßend, ihr Glückwünsche zum Geburtstage aussprachen. Sie antwortete nur kurz mit einem flüchtigen Kopfnicken, ohne daß sie die Augen aufzuschlagen wagte und athmete erst erleichtert auf, als sie in dem Häuschen am See ankam, wo sie so oft auf das leise Rauschen der Wellen gehorcht und sich des anmuthigen Spiels der Schwäne gefreut hatte. Ueber den .See hin strich ein scharfer Wind, unter dessen Hauch sich die Wellen mit weißen Schaumspitzen kräuselten und über dem fernen Horizont, den eine kleine Hügelkette über dem weithin gegenüberliegenden Ufer bildete, lagen zusammengeballte dunkle Wolken, deren oberer Theil von dem über den Wald herstrahlenden Sonnenschein schimmernd beleuchtet war, so daß sie an ferne Gebirge erinnern konnten. Mathilde blieb einen Augenbli siehen. Sie athmete tief die von d-r Wasserfläche gekühlte Luft ein und blickte zu den wundersam geformten und br leuchteten Wolkenbildungen auf. Wie schön ist das," sagte sie, welche Sehnsucht ergreift mich hier nach der ewig neuen und doch sich immer gleichenden Natur, die uns überall anzieht mit wunderbar heimischer Kraft, wi? das Vaterhaus ein verirrtes Kind, wie ein Asyl sicheren Schutzes gegen alle Verfolgungen der Welt und gegen jeden Irrwahn des eigenen Herzens! Und liegt sie nicht vor mir wie ein Bild meines eigenen Lebens? Hier die friedliche Stille des Wassers mit seinem leisen geheimnißvollen Rauschen, das schon vor Jahrtausenden ebenso klang wie heute und dort hmten die ausii genden Wolken, deren Spitzen wohl von zitterndem Licht überstrahlt sind, wie die sündhaften Wallungen des Herzen und doch wie diese auch schwere Wetter. Vernichtung und Tod in sich tragen O, gäbe es ein Mittel, hier in der Stille sich zu verbergen vor den Wettern, die auch gegen mich heraufziehen und auch mir Verderben drohen, ob ich sie auch mit falschem trügerischen Lichtglanz zu überklewen trachtete! Sie starrte zu den Wolken hin, welche der stärker wehende Wind immer höher aufsteigen ließ, während die Wellen sich. stärker rauschend, an der in den See hineingebauten Mole brachen. Die Schwäne, welche auf dem Wasser umherzogen, hatten ihre Herrin erblickt. Sie kamen, mit den Flügelschlägen das Wasser aufspritzend, heran und streckten ihr den Hals entgegen, während sie vergebens versuchten, auf den abschüssig in das Wasser hlneingesenkten Marmorquadern zu chr heraufzusteigen. Ah. da seid ihr. mein Freunde, rief Mathilde, wie seid ihr glücklich, sicher vor aller Lüge und aller Sünde, welche in der Welt der Menschen uns umringen und auf me Wege des UnHeils locken Euer Leben ist die Wahr beit, klar und rein wie das Element. daö euch das Dasem verschönt und den Mnschen den Tod bringt, weil für sie

kein Platz ist in dem Reich der Wahrheit und Klarheit." Sie warf die Brocken aus ihrem Körbchen nacheinander in das Wasser und schien eine Zeit lang, sich des anmuthigen Spiels der Vögel erfreuend, ihre peinvollen Sorgen und die Qualen ihres Herzens zu vergessen. Immer stärker wele der pfeifende Wind heran, immer dunkler färbte sich das Wasser, immer höher spritzten die schäumenden Wellenköpfe auf und immer höher stiegen. scheinbar unbeweglich und doch schnell vorrückend, die dunklen WolkenMassen am blauen Himmel auf, der Sonne entgegen, die noch immer ihre Spitzen befruchtet?, so daß ihre wunderbar geformten Bildungen immer finsterer sich zu färben schienen und drohenden dämonischen Gestalten glichen. So geht es mir auch," fagte Matr)ilse, in schweren Athemzügen die frische kühlende Luft athmend, immer orohender steigt mir das Unheil entgegen wie soll ich ihm entrinnen wo finde ich den Weg wieder zurück zu dem alten stillen Frieden, der oft mir eintönig und düster erschien und den ich um mein Leben zurückkaufen möchte? Er. dem ich vor dem Altar die Hand gereicht an meine Treue glaubt er und ich habe vor ihm stebrn müssen mit der Lüge auf den schweigenden Lippen, die ich nicht zu öffnen wagte, um meine Schuld zu bekennen! Und ihn darf ich nicht wiedersehen, der da kommt mi: einer Frage auf seinen Lippen, auf die er eine Antwort erwartet, die zu verlangen ich ihm das Recht gegeben und die ich doch nicht aussprechen kann, nicht aussprechen darf weder mit Worten noch mit Blicken und nicht aussprechen will, denn sie wäre ein Verrath und eine Sünde. Ich darf ihn nicht wiedersehen, aber wie wie soll ich ihm ausweichen, wenn er vor mich hintritt, vor so vielen Menschen, als der Gast meines Hauses des Hauses, das heute mein geworden ist als eine Tankesgabe für meine

Treue!" Ein höhnisches Lachen klang aus ihren krampfhaft zuckenden Lippen und mit fieberalänzenden Ana? blickte sie zu ken Wolken auf. welche sich wie eme schwarze Wand ausbreiteten und nur noch wenig übrig ließen von dem lichten Blau. Der Donner begann zu rollen, ein zelne Blitze zuckten aus den dunklen Wolkenmassen hervor. Das Schilf rauschte, die Wellen brandeten hoch aufspritzend gegen die Marmor-Mole, und me Schwane flogen, ängstlich mit der'. Flügeln schlagend, nach der kleinen ge schützten Insel, aus welcher ihr Hau stand. Mathilde trat noch weiter aus die Spitze des Ausbaues hervor. Es schien, als ob der ausbrechende Kampf der Naturkräfte ihr wohl thäte, da er das Rin gen und Bangen in ihrer eigenen Seele übertäubte. Sie achtete es nicht, daß die brandenden Wellen ihre Füße be netzten und ihren weißen Schaum über ihr Spikengewand hinipritzten, als ob sehnsüchtige Wassergeister die Anne nach ihr ausstreckten. Der Wind zer störte daö Werk ihrer Kammerfrau und warf die Locken über ihrer Stirn durch einander, aber ste' fühlte nur die wohlthätige Kühlung der Fiebergluth, die ihr Blut erhitzte. Sie breitete, noch weiter auf der fast i rnon üben hinten yjfDle hortreteno. ot? Arme aus und rief in das Rauschen des Windes und der Wellen Hinein: Ich darf ihn nicht wiedersehen und doch wie liebe ich ihn. wie sehnt sicb mein Herz nach seinem Anblick, wenn auch sein Bild sich verzerren will zu dem Antlitz des höllischen Versuchers, der die Seelen anlockt zum Sturze in den Abgrund: Nahn Du mir mit Deinem Zorn, mein Gott, so rechne mir an die Schuld der irdischen Natur befreie mich von dem Wahn, der meine Seek umfangen, rette mich von dem, der mir wie ein Bote des Lichts erschien und der doch meinen Frieden zerstört und mir den Glauben an mich selbst geraubt retie mich vor ihm rette mich Tu all mächtiger Gott der Wahrheit und der Treue!" Ein starker Donnerschlag krachte, ein greller Blitz flammte üler das hoch auf brausende Wasser. Der blaue Himmel war verschwunden, die Wolken waren über die Sonne emporgestiegen. Noch höher sireckte Mathilde ihre Arme empor, noch weiter trat sie bis zum äußersten Ende der Mole vor. Vom Wasser überspult, glitt sie aus ein leiser Schreckensruf verklang im Brausen des Windes und im nachiten Augenblick war sie unter den schäumenden Wellen verschwunden, wahrend im mer neue Blitze hin und her zuckten und das Rollen des Donners sich unaushörlich fortsetzte. Der Baron hatte seine Toilette beendet. alle seine Befehle noch einmal wie verholt und war dann in den Speise sal gegangen, um noch einen letzten Blick auf das Arrangement der Tafel zu werfen und sich zu überzeugen, dah auch die Tischkarten mit den Namen der Gäste- alle an die richtigen Platze gelegt seien. Mit freudigem Blick musterte er das wohlgelungene Arrangement und eilte dann in die Halle, welche sich an das Eingangsportal schloß, da ihm gemeldet wurde, daß die ersten Wagen heran führen. Es kamen zuerst einige der nächst be nachbarten Familien, die er mit herzlicher Freundlichkeit empfing. Dann folgten andere in schneller Reihenfolge und bald fuhren die Wagen von Steinttrchen an, wahrend die ersten Regen t?oöken . bereits herabfielen und die

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Donnerschläge des aufsteigenden Gewitters immer schneller einander folgten. Der Baron war durch dieses plötzliche und unerwartet ausorechende Wetter zwar verstimmt, da er fürchtete, daß seine Vorbereitungen für den Abend gestört werden möchten, aber er war heute nicht geneigt, sich die Laune verderben zu lassen und so ankte er denn herzlich allen mit freundlicher Miene, daß sie gekommen seien, um das schöne Fest seines Hauses mit ihm zu begehen. Mit warmem Händedruck begrüßte er auch Ezeckiel. der die Augen nicht zu ihm aufzuschlagen wagte. Ich bitte die Herrschaften um Verzeihung, daß meine Frau nicht da ist, um Sie zu empfangen," sagte Bärenstein, indem er der Grafin Hakenstem den Arm reichte, sie hat sich bei ihrer Toilette verspätet und das werden ihr die Damen wohl am leichtesten vergeben es war ja auch eine kleine Ueberraschung für sie da," flüsterte er der Gräfm Hakenstem zu, die wird sie sich wohl ein wenig genau angesehen haben so etwaS hat ja immer einen gewissen Reiz für die Damen, auch wenn sie sagen, daß sie auf solche Aeußerlichkeiten keinen Werth legen. Dem Geburtstagskinde mag das vergeben sein nun wollen wir zu ihr gehen und sie an ihr? UnPünktlichkeit mahnen." Er schritt mit der Gräfin Hakenstein voran nack den wimmern, welche an den Salon stießen und alle drängten sich um die reichen auf dem Geburtstagstisch liegenden Gaben zu betrachten. Der Baron schien etwas ungeduldig zu werden. Er rief seinen Kammerdiener beran und befahl ihm. seiner Gemahlin mitzutheilen, daß die Herrschaften fast alle schon versammelt wären. Nam eimaen Auaenolrnen kehrte der Kammerdiener etwas verwirrt zurück und flüsterte dem Baron zu, daß die gnadige Frau nicht tn ihrem Boudoir und auch nicht in ihrem Toilettenzimmer wäre die Kammeriunafer babe ihm gesagt, daß die Frau Baronin vor längerer Zeit schon in den Park geganqen sei. um. wie sie es an dem Moraen that, ihre Schwäne zu füttern. f?n den Vark qeqanaen. rief der Baron laut o mein Gott, da wird sie von diesem Unwetter überfallen sein! Wenn nur nicht," sagte er lachend zur Grafin fakenstein. ..meine Ueberra schung Schaden gelitten hat. Doch das in s - -- m s: cic. -.fi. , :s li i'U iucuiiic uic "acuu;c iuuu dort hilflos in dem Hauschen sitzen das stets ihr Lieblingsplatz war in diesem Wetter kann sie unmöglich zurückkommen. Man soll sogleich einen Wagen schicken, um ste zu holen." Der Kammerdiener eilte hinaus, und die Gesellschaft begann sich in etwas ge awunoener Unterbaltuna ibre oersckie M O 7 O " " denen Bemerkungen über die so schonen & d. - S ,T 1 J 9 t i UNS 10 lostvaren Geichenie mttzutyei len. Ezechiel stand allein. Bei der Antwort des Barons auf die Meldung des Kammerdieners aoa ein fluchtiger Schimmer über sein bleiche Gestcht. Dorthin war sie also gegangen, wo er von ihren Lippen zum ersten Mal das Wort der Liebe gehört, wo ste ihm das Versprechen gegeben, ihm gehören zu wollen und mit ihm den Kampf um ihre Liebe durchzukämpfen. O, dann mutzte ste an ihn gedacht haben, dann mußte ja das Wiedersehen ihm einen freudigen Gruß der Hoffnung bringen, wenn auch nur in flüchtigen Zeichen, nur ihm verständlich. Auf der Gesellschaft lastete ein gewisser Druck, da der Mittelpunkt derselben fehlte. Der Baron gab stch alle Mühe, eine heitere und ungezwungene Unterhaltung weiter zu führen, indem er bald mit dem Einen, bald mit dem Anderen sprach, aber er war doch verstimmt durch diese Störung, welche das Fest in seinem Beginn erlitt, da die Gäste, und namentlich die Damen, doch wohl durch die Abwesenheit seiner Frau bei dem Empfange verletzt sein mochten. Endlich erschien der Kammerdiener und meldet mit verlegener Miene, daß

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die gnädige Frau in dem Uferhäuschen am See nicht zu finden gewesen sei. Nicht zu finden!" rief der Baron, ernstlich erschrocken, o die Aermste, dann wird sie den Rückweg versucht haben und irgendwo sich unter den Bäumen haben verbergen müssen. Man soll sogleich den ganzen Park durchsuchen, sie wird sich ja fürchten, allein bei solchem Wetter zurückzukehren " Die Blitze zuckten noch immer stärker. Er erbleichte und wagte nicht weiter zu sprechen. Dann sagte er: Entschuldigen Sie, meine Herrschaften, es leidet mich nicht hier, ich muß hinaus, um selbst meine Frau zu su chen. Es ist recht unbesonnen von ihr. daß ste nicht früher zurückgekommen ist, sie muß das Wetter an dem Seeufer haben aufsteigen sehen. O. ich weiß es ja, sie liebte es immer, dort träumerisch über das Wasser hinauszublicken." Ezechiel erbot sich sogleich mit hinauszugehen und die junge Baronin zu suchen, ebenso Braunau und andere junge Herren der Gesellschaft. Die ganze Dienerschaft war auf den Beinen. Man durchstreifte den Park nach allen Richtungen hin, aber alles Suchen blieb vergeblich. Ezechiel war. unbekümmert um den noch immer strömenden Regen, welcher seine Kleider durchnäßte, an den Rand des UferHäuschens getreten. Während er auf die stürmisch bewegte See hinausblickte, sah er einen rothen Schimmer, der von den Wellen bis auf die Mole hinaufgespült und wieder herabgezogen wurde. Ein jäher Schreck durchzuckte ihn. Er eilte durch die schon bis zu seinem Knie heraufschlagenden Wellen hin, bückte sich nieder und faßte mit schnellem sicheren Griff ein Fich von leichter Seide, das hier zum Spiel der aufgeregten Wogen geworden war. Während er noch ganz versteinert dastand, sah er, daß eine andere Welle, hoch aufsteigend, ein kleines Körbchen ZUM Ufer trug, in welchem er sogleich das zierNche Geräth wiedererkannte, in welchem Mathilde ihren Schwänen das Futter zuzuwerfen pflegte. Er stieß ewen dumpfen Schrei aus, warf, wie entsetzt zurückschaudernd, die von der Fluth ausgespülten Gegenstände auf die Bank in dem Hauschen und stürmte durch den Park. Er begegnete einem Forstbediensteten des BaronS, faßte ihn am Arm und zog ihn in athemloser Spannung zum Ufer zurück. Hier sagte er, das Körbchen und daS Tuch ihm entgegenhaltend, hier, daS hat das Wasser ausgeworfen hier ist die Baronm gewesen um Gotteswkllen, ich wage kaum auszusprechen, was mir das Blut zu EiS gerinnen macht, aber eS muß etwaö geschehen, es mußd See durchsucht werden wenn wirklich ein Unglück geschehen ist, vielleicht ist eine schnelle Rettung möglich'.Den See durchsuchen?" rief der Förster abwehrend. Daö wird kaum gehen man weiß ja, daß von Zeit zu Zelt die Fluthen aufbrausen, um ihr Opfer zu fordern für die Ahnsrau, me in diesem See ihr Leben verloren. Schon einmal ist eine Herrin von Altenau O, sprechen Sie daS Entsetzliche mcht aus rief Ezeckiiel, aber schaffen Sie Kähne her und muthige Leute wenn es keiner wagt, so werde ich hm ausfahnn dort weiter hinauf liegt noch ein größerers und sichereres Boot als das kleine hier vorn, das bei diesem Wetter gar nicht gebraucht werden kann. Ich will wohl hinausfahren." sagte der Förster. ..es aebt w um em Men schenleben. und da darf man sich nicht besinnen. 5kcb werde einen von den Gärtnern rufen, der vorzüglich geübt ist in der Führung des Steuers, die Ruder weiß ich zu handhaben. Zuerst müssen hn& Söilf durcksucken. denn dortftn treibt die Strömung' wenn nicht edva," sagte er schaudernd, die unergründlichen Strudel ihr Opfer erfaßt haben." Er hatte bald den Gärtner gefunden.

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gewesen wäre, würde sie jetzt noch leidend sein. Ich gab mein Geschäft im Osten auf, UM sie hierher zu bringen, aber ihre Gesundheit wurde dadurch nicht gebessert. Unser Arzt konnte ihr nicht helfen, und all' seine Geschicklichkeit war vergebens. Sie fragte ihn, ob es kein bekanntes Heilmittel für Frauenleiden gebe. Er sagte, daß es eine Patent-Medizin sei. wollte ihr aber den Namen nicht mittheilen. Sie erkundigte sich dann bei ihrem Apotheker, und derselbe empfähl Wine of Cardui. Nachdem meine Gattin Wine of Cardui probirt hatte, erklärte sie, daß

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der in der Wae den Waid ourcy"z.l.. Beide schritten sie eine Strecke hinauf und bestiegen das dort liegende größere Boot. Gehen Sie nur zurück." sagte der Förster zu Ezechiel, welcher mitfahren wollte Sie würden das Boot zum Umschlagen bringen, und Sie dürfen Ihr Leben nicht auf's Spiel setzen vielleicht haben ste ja doch schon irgendwo die gnädige Frau gefunden." Ezechiel begriff, daß der Förster Recht hatte. Er ging langsam zu dem Häuschen zurück, aber er vermochte stch nicht von dem Anblick des Sees loszureißen, der eine so furchtbar entsetzliche Frage in semen Fluthen barg. TieUebrigen hatten vergeblich immer von Neuem den ganzen Park durchsucht. Einzelne kamen wieder zu dem UserHäuschen zurück, um hier zu überlegen, wohin die Baronin vielleicht ihren Weg genommen haben möchte. Auch Braunau kam. Ezechiel nahm ihn zur Seite und erzählte ihm mit flüchtigen Worten, was hier geschehen sei und welche entsetzliche Furcht sein Herz durchbebte. Auch einzelne Gärtnergehilfen kamen. zuletzt auch der Baron. Seine Miene war verstört, und unstät blickte er umher, als müsse er die Gesuchte überall finden. Das Wetter war vorübergezogen. Der Regen tropfte nur noch leise. Der Donner rollte immer ferner und ferner, und die ersten Sonnenstrahlen brachen wieder durch die zerrissenen Wolken. Auch der Wind ließ nach und die Wellen begannen sich zu beruhigen. 0" rief der' Baron aufathmend, der Himmel klärt sich, das Wetter hört auf jetzt wird sie aus dem Versteck. in dem sie Schutz gesucht, hervorkommen und vielleicht wird sie uns alle auslachen wegen unserer thörichten Furcht. Aber bei Gott, ich werde ein ernstes Wort mit ihr sprechen, über die Unvorsichtigkeit, sich emem solchen Wetter auszusetzen." Er lachte, aber es war ein gezwungenes Lachen, und seine Miene zeigte, daß er nicht seiner bangen, quälenden Unruhe Herr geworden war. Auch die älteren Herren kamen jetzt. und auch viele der Damen hatten sich aufgemacht, um zu hören, wo und wie man die Baronin gefunden, so daß bald der größte Theil der Gesellschaft neben dem Uferhauschen versammelt war, während die Forst- und Gartenbeamten noch immer den Park durchstreiften. Die Sonne war wieder vollständig hervorgetreten, und der erste volle und klare Strahl erleuchtete den See, der in grunlich-blauem Schimmer von den weißkopfigen Wellen bewegt wurde. Da kam ganz in der Nähe aus dem Schilf hervor die Spitze eines Bootes. Der Förster führte das Ruder. Der Gärtner saß am Steuer. Zwischen Beiden lag im hellen Son nenlicht ein weißer Gegenstand. Alle blickten auf das Boot hin, das sich schnell nahte. Der Baron schalt über die Unvor sichtigkeit der Leute, die bei solchem Wetter auf dem See geblieben waren. Ezechiel drückte fast schmerzhaft Braunaus Arm. Sieh doch dort sieh doch dort, sagte er, immer deutlicher ist sie zu erkennen, jene weiße Gestalt o mein Gott, mem Gott, es kann nicht anders sein!" Er wollte mit einem dumpfen. röchelnden Wehelaut an das Ufer stür zen, aber Braunau hielt ihn zurück und flüsterte ihm zu: Wenn es fo ist, fasse Dich! Nie mand darf es erkennen, daß Du mehr empfindest als Andere bedenke, es ä ilt die Ehre Derjenigen, die Du qetebt. ihre Ehre mußt Du wahren über den Tod hinaus. Ezechiel trat zurück. Em furchtkrrer innerer Kampf verzog sein Ge pchj. Er steckte die rechte Hand in seine Uniform, um die Schläge des Herzens meoerzu drucken; ferne Zahne knirsch ten aneinander, aber er Web unbeweg

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i. öid Flaschen zu haben. lich stehen; er zwang seine Miene zu eiserner Starrheit. Das Boot war inzwischen herangefahren. Angst- und Schreckensrufe klangen hier und dort. Endlich entdeckte auch der Baron, der immer noch auf den Park rückwärts geblickt hatte, die weiße Frauengestalt in dem Boot. Einen Augenblick stand er regunqslos. Dann eilte er an das Ufer hin und streckte, ohne eines Lautes mächttg zu sein, die Hände dem Boot entgegen, das bald neben der Mole anfuhr, während die Schwäne, welche wieder aus ihrem schützenden Häuschen hervorgekommen waren, demselben folgten. Smweiacnd erhoben sich der Forster und der Gärtner. Sie nahmen vorsichtig die leblose Gestalt, zogen sie an's Ufer und trugen sie in das Häuschen, wo sie dieselbe auf die Bank niederlegten. Ein tiefes Schweigen herrschte ringsum. Die Damen begannen leise zu schluchzen. Die Herren traten zu dem Baron, welcher den beiden Trägern gefolgt war und von dem schauerlichen Anblick wie versteinert schien. Mathilde war bleich wie Marmor. aber ihr Geficht zeigte einen friedlichen Ausdruck; ihr Haar war von den Wellen losgefpult und hing m reicher Fülle über ihren Nacken herab; ihre Augen standen noch offen und schienen fragend nmherzuschauen. Endlich begann das starre Gestcht des Barons zu zucken. Thränen füllten seine Augen. Mathilde," rief er, Mathilde. Du Perle. Du Kleinod meines Lebens, so muß ich Dich verlieren! O. wohl habe ich gespottet, wenn sie von der Ahnfrau sprachen, die in diesem See ihr Leben verloren und ihr Opfer fordert heute, da Du d?e Herrin von Altenau geworden. heute ist der unversöhnte Geist mächtig gewesen und Du bist sein Opfer! Die Anderen verstanden kaum seine Worte. Die Damen schluchzten. Alle waren tief erschüttert. Ezechiel stand, von BraunauS Blicken bewacht, wie eine Bildsäule von Erz da. Der Baron kniete nieder, beugte sich über Mathildens Haupt, drückte seine Lippen mit warmem Hauch auf ihre Augen, und diese schlössen sich leicht wie zu friedlichem Schlummer. Ich habe sie für dies Leben verloren," flüsterte Ezechiel zu Braunau hinüber, doch der Tod kann uns nickt von einander reißen." Aber mein Gott." rief der Baron, noch ist ja nicht Alles verloren sendet einen Viererzug mit den schnellsten Pferden nach der nächsten Stadt, um einen Arzt zu holen. Bringt die Aermste in das Schloß und legt ihr warme Tücher auf den Leib, und alles soll rersucht werden, um das Leben in ihr wieder zu erwecken." Ein Wagen war schnell herbeigeholt. Die Todte wnrd? drin gebettet, und in traurize. Fuze b?cS sich d'e Gesellschaft nach dem Schlosse zurück. Der Baron blieb, ohne sich um Jemand zu bekümmern, an dem Lager, auf das man Mathilde gebettet, er selbst ordnete All?s an, was nur an Wied?rl'elebungsversuch':n versucht werden tonre. Ci: Gaste verkkßz ohne weiteren Abschied das Schloß. Ezechiel ritt mit Braunau zurück, ohne seine Kleider zu trocknen. Er sprengte den Wage voraus, und wie auch Braunau versuchte, ihn zu beruhigen und zu trösten, er gab keine Antwort. ) (Fortsetzung folgt.) uaymgehenoe Pferde nicken beim Auftreten mit dem Kopfe, und zwar nicken ste, soweit ein Vorderfuß lahm ist. wenn der gesunde Fu'z auftritt, ist hingegen ein Hinderfu lahm, so setzt das Nicken ein, wenn dieser selbst auftritt.