Indiana Tribüne, Volume 30, Number 38, Indianapolis, Marion County, 6 October 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne, 6. tettohex 1906, 0
Politische Ankündigungen. fttauf G. Fishback, DemoKatischer Candidat für Eounty Schatzmeister, hat sich verpflichtet. Zinsen an den öffentlichen Geldern zu erlangen und dem Counry zufließen zu lassen. Unter dieser Verpflichtung bittet er um Ihre Stimme bei der Wahl am 6. November 1906. Dr. M. C. eeth. Demokratischer Candidat für County Coroner, empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion County bei der Wahl am 6. November 1906.
William T. Patten, Demokratischer Candidat für County Elerk, empfiehlt sich den Stimmgebern von Mario County bei der Wahl am 6. November 1906 ; er verspricht, im Falle seiner Erwählung, di j Pflichten oes Amtes neu zu ersuuen. JameS E. Berrn, Demokratischer Candidat für County Recorder, bittet um Ihre Stimme, er verspricht, wenn erwählt, ein wahrer Diener des BolkeS zu sein. Wahl am ten November 1906. James A. McCroffa, Dokratischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bitte; um die Stimme aller Steuerzahler bei der Wahl am 6. November 180. Er ver spricht das Amt gewissenhaft zu verwalten. Henry W. lausma. Republikanischer Kandidat für Surveyor von Marion County, empfiehlt sich den Stimmgebern zur gefälligen Berücksichtigung bei der Wahl am 6. Novemoer1906. Stimmt für Robert H. ryson. Republikanischer Kandidat für Auditor von Marion County. Wahl am 6. November 1906. Stimmt für Leonard M. Quill, (gegenwärtiger Chef Deputy) Republikanischer Kandidat für Clerk von Marion County. Wahl am 6. November 190. Joseph W. Clay, Republikanischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bittet um die Stimmen der Deutschen bei der Wahl am 6. November 1908. Dr. G. . Pctersdorf, .RepublikanischerlKandidat für County Coroner, ersucht das Deutschthum um Unterstützung bei der Wahl am 6. November 1906. Stimmt für John M. Mendenhall, Republikanischer Kandidat für County Commiffär, des dritten Distrikts. Wahl am 6. November 190. Krank . Gavin. Demokratisch Kandidat für Kongretz-Abgeordneter deö 7. Distrikts, ersucht freundlichst alle Stinnngeber um Unterstützung. Wahl am 6. November 1903. Tragikomödie anS dem Thierlebe. Ein deutscher Offizier bemerkte, wie die Jagdzeituttz Zwinger und Feld" mittheilt, als er durch die Schießstände ritt, dah ein Äogel seinen Kopf durch das Astloch eines Baumes steckte. Er entdeckte bei genauerem Zusehen im Bauminneren ein Nest, wo eine Vogelbrüt gehaust hatte. Die flüqze gewordenen Thierchen, aus den im Nest zerstreut liegenden Federn zu schließen. Finken, hatten das Nest verlassen. Der zurückgebliebene Vogel war ein junger Kuckuck, welcher wegen der Ticke seines Leibes aus dem enen Astloch nicht herauskonnte. Der Offizier sah dann noch, daß ein Fink dem jungen Kuckuck Nahrung zutrug. Durch Erweiterung des Astloches wurde der Fremdling aus seiner fatalen &agc befreit. In den Gefängnissen Indiens befinden sich 38 aus je 100.000 der Bevölkerung. Verfüttern des Heues an Schafe. Das erste H?u in niedrigen Wiesen sollte nicht für , Schafe bestimmt werden. Das zweite Heu oder Grummet ist wegen seiner !mehr gewürzhaften Pflanzen den Schafen und Böcken eine gedeihliche Nah rang. Anhaltender Sturm im Teutoburger Wald hat viele Bäume entwurzelt und an Obstbäumen grofecn Schaden angerichtet.
Die erste Berliner Post. OrigincUc Siricktug i prccatdcn" , 'Anfang lc 19. Jahrhundert. Hundert Jahre sind es her, daß die erste Berliner Briefposteinrichtung nach kaum sechsjährigem Bestehen ein wenig rühmliches Ende fand. Die Aeltesten der Gilden und Kaufleute hatten sie am 8. September 1800 mit einem Kapital von 3500 Thalern gegründet und ihr den schönen Namen Fußbotenpost" gegeben. Sie beförderte nur Briefe.' die in Berlin aufgegeben und auch in Berlin zu bestellen waren. In der Hauptcentrale dieser eigenartigen Post versammelten sich sammtliche Bote.l, 13 an der Zahl, und sortirten die Briefe. Jn Sommer mußten sie vier-, im Winter nur dreimal im Tage auf Bestellungen ausgehen. Das Einsammeln der Briefe geschah durch besondere Boten, die eine große Glocke mit sich führten und ihre Ankunft den Berlinern durch lautes Klingeln kundgaben. Dann kamen die Bewohner der verschiedenen Häuser auf
die Straße hinab und legten ihre Sendungen in einen Kasten, den die Boten auf den Rücken trugen. Der Preis für die Bestellungen war sechs Pfennige für den Absender und drei Pfennige für den Empfänger. Auch Einschreibesendungen gab es damals schon, doch .Durde von dieser Einrichtunq wenig Gebrauch gemacht. Die Beamten der ..Fußbotenpost" hatten übrigens auch eine Uniform. Sie bestand aus braunen Tuchjacken und ebensolchen Hosen, die mit Pfirsichrothen Aufschlägen respektive Litzen verziert waren. Dazu trugen sie hellgelbe Westen. Die Fußbotenpost hotte sich während ihres Bestehens eigentlich recht gut bewährt. Als im Jahre 1806 aber Napoleon mit einem großen Theil der französischen Armee in Berlin einzog, da stockte plötzlich Handel und Wandel, und in der allgemeinen Angst löste sich dann aucy diese erste Berliner Posteinrichtung auf. Die Post in ihrer heutigen Gestalt ist in der Hauptsache ein Werk des Generalpostmeisters Nagel, der im Jahre 1821 die ersten SchnellpostVerbindungen schuf und am 1. Dezember 1827 die neuorganisirte Berliner Stadtpost in's Werk setzte. Die kleinste Schule. Als kleinste Schule in Preußen galt bisher eine Schule im Kreise Pr. Stargard, Westpreußen. mit sechs Kindern, .ber cs hat sich jetzt herausgestellt, daß nicht weit von Frankfurt a. M. eine noch kleinere Schule existirt: das ist die Volksschule auf Schloß Schaumbürg bei Diez. Hessen-Nassau, die schon jahrelang nicht mehr als vier Kinder zählte und in der letzten Zeit gar nur einen einzigen Schüler bat. für den eine volle Lehrkraft zur Verfügung steht! Natürlich verdankt eine so kleine Schule nicht etwa der Freigebigkeit des preußischen Kultusministers ihr Dasein, sondern bestimmten geschichtlichen VerHältnissen. Als nämlich nach dem Jahr 1848 der österreichische Erzherzog Stefan sich auf das von ihm wiederaufgebaute Schloß Schaumburg zurückzog, gründete er dort für die Kinder der Beamten seiner Hofhaltung eine Schule, und diese auf der Standesherrschaft Schaumburg ruhende Verpflichtung zur Unterhaltung einer öffentlichen Volksschule ist auf die späteren Besitzer übergegangen jetzt ist das Schloß in fürstlich waldeckschem Besitz obwohl nach der Auflösung der erzherzoglichen Hofhaltung nur noch ganz wenige Kinder verblieben. Der Inhaber der Schulstelle, die im übrigen völlig der preußischen Orts- und Kreisschulinsvektion untersteht, braucht sich jedoch um die Abnahme seiner Schülerzahl nicht sehr zu grämen, denn er ist auf Lebenszeit angestellt. Der NapoleonSfelfe in Ulm. Eine denkwürdige Stätte aus der Geschichte des ehemaligen Deutschen Reiches und Napoleons wird demnächst verschwinden. Am Fuße des die Stadt Ulm beherrschenden Michelsberges, der mit einer gewaltigen, als Kaserne dienenden Burg gekrönt ist. steht vorgelagert der Kienlesberg, ein Kalksteinmassiv. von dem der Blick über die Stadt hinzuschweifen vermag. Auf einem vorspringenden Felsen nahm Napoleon am 20. Oktober 1805 mit einem glänzenden Gefolge Posto. um die kriegsgefangene Armee des österreichischen Generals v. Mack an sich vorbeiziehen und die Waffen strecken zu lassen. An jenem Tage sprach auf dem erwähnten Felsen der stolze Eroberer jene Worte: ..Ich gebe Ihrem Kaiser einen Rath: er eile, Frieden zu machen. Es ist jetzt der Augenblick, sich zu erinnern, daß alle Reiche ein Ende haben." Ein Jahrhundert lang hieß der mit einem einfachen Gedenkstein versehene Felsen der Napoleonsfelsen; jetzt wird' die ganze Felsgruppe weggesprengt, damit für den Güterbahnhof Ulm Raum zu neuen Geleisen gewonnen wird. Ballkleider aus Papier. In dem schweizerischen Badeorte Ehateau d'Oex vereinigten sich die Gäste eines Hotels zu einem merkwürdigen Ball. Die Veranstalter des Tanzes hatten vorgeschrieben, daß jedermann. ob jung, ob alt, ob Männlcin oder Weiblein, in einem Kleide aus Papier erscheinen müsse. Man sah alle möglichen Kostüme, theilweise in sehr geschmackvollen Farbennüancen, und es fehlte auch nicht an drolligen Verklei- ! dunqen alle? Art.
Verfehlter Richter Lynch. Unter den Negern im Süden giebt es zahlreiche Bestien, die iich selbst durch die fürchterlichsten an ibrenRassc genossen aus ähnlichen Gründen verübten Lyncherichte nicht von abscheulichen Angriffen auf weiße Frauen abhatten lassen. Derartige von Negern verbrochene scheußlicheUeberfälle waren a ich die Ursache der wilden Wuth, mit welcher jetzt in Gcorgia's schöner Hauptstadt Atlanta, wo in wenigen Wochen dreizehn solche Ueberfälle vortamen, zahlreiche Weiße ein Blutbad unter Negern anrichteten, auch unter solchen, die an Verbrechen der angedeuteten Art unschuldig sind. Und wahrend nun ein Theil der dortigen zahlreichen Negerschaft mit Entsetzen floh, machte ein anderer Tbcil cml wilder Rachgin mörderische Angriffe auf Weiße, sogar auf Polizei. Georgia besitzt in Joseph Meriwether Terrell einen schon zum zweiten Male gewählten demokratischen Gouverneur. der. erst kurz nach Beginn des Bürgerkriegs in einem kleinen Landstädtchen jenes Staates geboren, keine persönlichen bitteren Erinnerungen an jenen Krieg hat. Zehn Jahre war er Oberstaatsanwalt von Georgia. bis er Gouverneur wurde. Und in beiden Stellungen hat er sich als tüchtiger Mann erwiesen. Als Gouverneur wohnt er in Atlanta; die dortigen blutigen Unruhen begannen somit dicht vor seinen Augen; durch Staatsmiliz sucht er sie schnell zu dämpfen. Aber, wie es scheint, zeigten diese Milizleute anfänglich keine Lust, gegen weiße Negerschlächter einzuschreiten. Später zeigten sie sich willig. Eine Vergleichunz der Vorgänge in Atlanta und ähnlicher Geschehnisse in einzelnen anderen Gegenden der Ver. Staaten mit den jetzigen Greueln in Rußland liegt nahe. Und dock hinkt sie sehr. Denn die Greuel in Rußland entspringen ja ganz anderen Ursachen und sind nicht vereinzelt, sondern allgemein. Was aber die im Eingang dieses Artikels erwähnten schwarzen Bestien betrifft, so haben sich da und dort im Süden bessere Schwarze zusammengethan, um solchen schändlichen Angriffen auf weiße Frauen mit Gewalt Einhalt zu thun; und rn mehreren Fällen haben Neger persönlich an Lynchgerickten gegen derartige Rassengenossen theilgenommen. Auch etn Eonvent von Negerpredigern in Washinzton verdammt sie jetzt. Doch immer wieder kommt dieses Verbrechen vor. Richter Lynch wirkt selbst in seiner ichreälichsten Gestalt nicht abschreckend. Ob ein geregelter Gerichtsgang mit Vollstreckung gesetzlicher Todesurtheile nicht abschreckender wirken würde? 16,000 Pfund Sterling für ein
Ttütk Brot. Aus Cardiff wird eine romantische Geschichte berichtet: Vor 18 Jzchreü sah ein kleineo Mädchen, das mit anderen 5iilkdern auf der Straße jpielie und dabei ein Btttterbrot aß, eilten jungen Mann mit gierigen Augen das Brot betrachten. Als der juuae Mann sich beobachtet sah, bat er bu5 sUnb, ihm einen Bissen abzugeben, da er febr hungerig sei. Das guthcrzige Kind schenkte ihm sein ganzes Brot. Von diesem Manne ist ievt au eine Leitung oic Bitte gelangt, sie möchte ausfindig machen, wo eine Dame Namen Nellie Hawkins ic je. Diese Dame ist das junge Mäöchcu, das auf sein Butterbrot vernichtete. cr Briefschreiber, der in Auftratiea lobt, theilt ni seinem Briefe mit, er sei reich geworden, kebre nach England zurück und wolle sein kleinen Helferin von damals seine Dankbar keit in Gestalt von 1G,000 fund Sterling zu erkennen geben. Das Madchen lebt mit feiner Schwester in. Cardiff. Es entsinnt sich genau des fremdem aber nicht mehr deo Um standest daß es ihm ein Butterbrot .gab. Miß Hawtins behauptet. fti mehrfach gesellen zu haben. ir reich gewordene Mann beißt Harold wadolf und soll deutscher Abklärn mung sein. Da Mist Hawkins UN verheirathet ist. dürfte die ganze roman tische Geschichte wohl mit citier glucklichen Ene enden. Um zehn Pfennig drei Monate Gefängniß. Aus Erfurt wird geschrieben: Vor der Erfurter Strafkammer stand der fünfzehnjährige Lehrling Kohlmann, der, wegen Diebstahls bereits mit Gefängniß vorbestraft, wiederum eines solchen Deliktes angeklagt war. Er hatte am 2. Juli in einem Restaurant, während die Wirthin sich entfernt botte. aus einem Schränkchen ein ZehnPfennigstück gestohlen: Das war der Thatbestand, der der Anklage Zugrunde taa. xmu urtyeil lautete auf drei Monate Gefängniß. In der Begründung hob der Vorsitzende hervor. da& hpr Knabe mit einer schlimmen Veranlagung behaftet iei. die ihn der Nerschung nicht widerstehen lasse. Wenn er auf diesem Wege weitermache, werde er nocv im Zuchthaus enden. Dazu bemerkt mit offenkundigem Hinweis auf den Fall Wrede" eine deutsche Zeitung: Es darf bei dieser Geleaenbeit wobl daran erinnert werden, dczß man in anderen Fällen, bei dnen diese icyiimme Bcranlagung" sich dem Urcheil der Laien entzoa und erst durch eingehende psychiatrische Prüfungen entdeckt wurde, den Missethäter einer pi . i , , Venanilair u verwies.
Die Nilskfle. Ihre Bekkutung mA Begehung im Alter ehue und iu der Neuzeit. Der Ausspruch des 484 v. Chr. geborenen griechischen Geschichtsschrei-
vers Herodot, daß Egypten em Geschenk des Nils sei. ist heute ebenso wahr wie früher und wird stets wahr bleiben. Die Fruchtbarkeit des Landes. öas überwiegend eine Sand- und Steinwüste ist und nur wenig Niederschlüge hat, und der Wohlstand der egyptischen Bevölkerung hängen davon ab. wie der Nil das Land bewässert. Seit den ältesten Zeiten ist das ganze kulturfähige Land durch Dämme in große Bassins eingetheilt, in die das Wasser durch Kanäle eingeführt wird. Anfangs Juli steigt der Nil in Kairo infolge starker Regengüsse im abessinischen Hochland und in dem Gebiet der großen mittelafrikanischcn Seen und erreicht in der ersten Hälfte des Oktobcrs seinen höchsten Wasserspiegel, womngegen er im max auf den niedrigsten Stand herabsinkt. Während früher zur Zeit der Nilschwclle das Land infolge starker Ueberschwemmungen in einen großen See umgewandelt wurde, ist jetjt, seitdem die Engländer das großartige Staubecken bei Assuan gebaut haben, eine vernünftige Vertheilung des Wassers möglich. Zur Zeit der Nilschwelle fand unter den Pharaonen ein großes Volksfest statt, an dem die schönste und edelste Jungfrau Egyptens dem Nilgott geopfert wurde. Die Jungfrau wurde, mit den köstlichsten Juwelen und den schönsten, goldgestickten Kleidern schmückt, lebend rn den Nil geworfen, UM so den Nilgott milde zu stimmen und ibn au bitten, dem Lande die ruchtbarkeit zu erhalten. Nach der roberung Egyptens durch die Araber wurde statt der lebenden Jungfrau eine zurecht gestutzte Sandpuppe in den Nil geworfen, um aus diese Weise dem Nilgott ein Opfer zu bringen. Auch heute noch feiert man den Tag der Nilschwelle, um im egyptischen Volke die Erinnerung an die glorreichen frühern Zeiten wach zu halten. In Foum el Khalig bei Alt-Kairo. inmitten eines arabischen Viertels, findet in jedem Jahre Ende August ein großes Volksfest statt. Man wirft eine Holzpuppe in den Nil. die mit Frauenlleidern geschmückt ist, und opfert dem Nilgott außerdem eine Menge Goldes. Der Vertreter des Khediven sowie zahlreiche reiche Paschas werfen Geld in den Nil. um sich den Nilgott gefällig zu halten. In den Abendstunden findet unter Betheiligung auch von Europäern in einem buntgeschmückten orientalischen Zelt ein großes arabisches Fest statt. Man brennt ein Feuerwerk ab und singt, begleitet von egyptischer Militärmusik. bis zum frühen Morgen religibst Lieder. Da es ein egrptisches Styatsfest ist. fehlen auch die diplomatischen Vertreter nicht. Man trinkt Kaffee oder Limonade oder reicht seiner Dame Schokolade und andere Ersrischungen, die auf Staatskosten angeboten werden. Auf mit Lampions schmückten Booten gondelt man auf dem majestätischen Nil, dem dieses seltsame Fest gilt, und genießt im Anblick der Pyramiden und des sternenbesäeten, ewtg lachenden Himmels schöne Stunden. Spareinlagen der Nationen. Nach einer deutschen Zusammenfiellung nimmt Preußen unter den sparenden Nationen und zwar von den zwölf Staaten: Belgien, Dänemark, England. Frankreich. Italien. Niederlande. Norwegen, Oesterreich, Preußen, Rußland, Schweden und Ungarn in Bethätigung des Spartriebes seiner Bevölkerung den ersten Platz ein. Mit seinen 7.762,000.000 Mark Sparern lagen wird ' es von keinem andern Volke, auch nicht vom reichen England ubertroffen, obwohl dort wie auch m andern Ländern die Gelegenheiten zu Spareinlagen infolge der errichteten Post-Sparkassen günstigere sind als in Preußen. Auf den Kopf der Bevolke rung kommen in Preußen 210 Mark, hier wird es nur von Dänemark übertroffen, wo auf den Kopf 342 Mark kommen. Dänemark und Preußen zu nächst stehen hinsichtlich seiner sparenden Bevölkerung Norwegen mit 178 Mark, dann Oesterreich mit 144 Mark und Schweden mit 126 Mark Spareinlagen auf den Kopf. Die Sparernlagen der übrigen genannten Lander bewegen sich sämmtlich unter der Durchschnittsziffer von 100 Mark. Uralter Serr. 3 London ist unlängst James McNally im Alter von 109 Jahren gestorben. Er wurde tu Irland aeroren und war fernes Xtu chens Zimmermann; 60 Jahre alt ist er nach den Ver. Staaten ausgewan dert. von wo er 1878 nach England zurückkehrte; 95 Jahre alt fand er m dem katholischen Heim der Little Sisters of the Poor" in Südlondon Aufnahme, und hier tst unter BetheiN auna des Erzbisckofs von Westminster sein hundertster Geburtstag gefeiert worden. Seine Vfeife schmeckte ihm bis zuletzt, und er plauderte immer gerne mit seinen vielen Besuchern über seine Erinnerungen, die bis zu den Schlachten von Trafalgar und Water loo zurückreichten. Ein Falke hat kürzlich die Strecke von Teneriffa, der größten der Kanarischen Inseln an der Nordküste Afrikas, nach Andalusien. Spanien, eine Distanz von 750 Meilen, to 16 Stunden durchflogen.
Die Universität Cambridge. Die tudente, deren mittclaltnNche 24M und die akademische Tiozipiiu. Die freundliche Musenstadt Cambridge in England am ruderfrohen
Cam hat etwa 40,000 Einwohner und wtrd besucht von über 3000 Studenten und mehr alö 300 Studentinnen. Die berühmte Hochschule ist nicht von einem Fürsten in s Leben gerufen, sondern ist aus kleinen Anfängen erwachsen. Die Anstalt wird weder vom Staat geleitet, noch unterstützt; sie verwaltet ihr eigenes Vermögen selöstständig und hat sich der Stadt gegenüber eine Anzahl alter Privilegien bewahrt. Sie entsendet zjoei Vertreter in's Parlament; sie ernennt alle ihre Lehrer wie Vcrwaltungsbeamten nach eigenem Ermesien und stellt Lehrplane und Prüfungsordnungen völlig selbstständia auf. An threr Spitze steht ein Kanzler in der Mitte des vorigen JahrHunderts der Prinzgemahl der Komgin Victoria, augenblicklich der Herza von Devonshire. Die Cambridger Studenten zerfallen in zwei verschiedene Klassen, die sogenannten Poll men" und dik Honour men." Die Poll men" studiren nur einen geringen Theil des Tages und legen alljährlich eine rech! leichte Prüfung ab. Ihr Hauptziel ist, in Cambridge einige vergnügte Jahre zu verbringen, sich an den Sports' der Universität zu betheiliqen; zum Fachmann und Gelehrten wollen sie sich' aber Nicht ausbilden. Die zweite, jetzt aber etwa gleich große Klasse von Studenten bilden di: Honour men. welche sich in drei- bis vierjähriger Studienzeit auf die hochsten Universitätsprüfungen vorbereiten. Sie arbeiten täglich im Durchschnitt etwa 7 bis 8 Stunden; die Hauptarbeit fällt in die Vormittagsstunden zwischen 9 und 1 Uhr. Am frühen Nachmittag, besonders zwischen 2 und 5 Uhr, arbeitet dort kein SWdent, sondern ein jeder wmmelte sich, mit irgend einem Sport beschäftigt, eifrig im Freien umher. Die Swdenten gehören fast alle irgend einem College an, obschon bei weitem nicht alle während dreier Jahre im College selbst wohnen können. Von 3000 Studenten gehören nur etwa 100 besonders wenig bemittelte keinem College an. Die College-Swdenten, auch die nicht im College selbst untergebrachten, nehmen mindestens die Hauptmahlzeit des Tages gemeinschaftlich im großen Speisesaal des College ein. Alle Studenten der Universität sind gehalten, bei Vorlesungen, bei offiziellen Besuchen ihrer Lehrer, bei den Mahlzeiten im Speisesaal. sowie Abends nach Einbruch der Dunkelheit die mittelalterliche, leicht modernisirte akademische Tracht, Barett und kurzen Talar zu tragen. Die Disziplin wird in der Stadt von zwei Proctors aufrecht erhalten. Allabendlich durchschreiten sie in voller Amtstracht die Straßen der Stadt, um sich zu vergewissern, daß überall die akademische Disziplin gewahrt wird. Ihnen folgen auf dem Fuße zwei Pedelle. von den Studenten Bulldogs genannt, welche etwaige Missethäter anhalten und dem Proctor zuführen. Das akademische Jahr zerfällt nicht in zwei Semester, sondern in drei terms," von denen die ersten beiden für Vorlesungen etwa acht Wochen, der letzte etwa sechs Wochen, also für Unterricht nur etwa 22 Wochen Zeit zur Verfügung haben. Die übrigen Wochen des Jahres sind den Ferien und ruhiger Arbeit gewidmet. Im August jedes zweiten Jahres finden in Cambridge Volkshochschulkurse statt, an denen sich auch zahlreiche Fremde, besonders Deutsche, betheiligen. v Neue SpiritnSanelle. Durch die Herstellung von Alkohol aus Maisspindeln und Stengeln unter Aufwand geringer Kosten glaubt das landwirtschaftliche Departement der Ver. Staaten jetzt eine neue Industrie entwickeln zu können, welche, möglicher Weise eine höchst bedeutende kommerzielle Zukunft hat. Die Untersuchungen, welche das Departement in dieser Beziehung zu Hoopcfton, Jll., anstellt, haben erwiesen, daß stch aus den ungeheuren Massen ' von Maisspindeln. welche bisher alljährlich fortgeworfen wurden. Alkohol in solchen Mengen ziehen läßt, daß sich die Anlegung einer Brennerei in Verbindung mit einer Maiskonserven-Fabrik lohnt. Das Departement beschäftigt in Hoopeston zwei Chemiker, welche ihre Experimente in der großen dortigen Konservenfabrik anstellen und bereits ein einfaches Gährungsverfahren ausfindig gemacht haben, mittelst dessen aus ein?r Tonne grüner Maisstengel sechs Gallonen Alkohol gezogen werden können. Nach den Mittheilungen eines Sachverständigen des Departements haben die nun schon seit 25 Jahren fortgesetzten Untersuchungen des Departements ergeben, daß eine Tonne grüner Maisstengel 240 Pfund vergährbarer Substanz enthält, woraus sich die halbe Gewichtsmenge reinen Alkohols gewinnen läßt, oder in runden Zahlen 100 Pfund Alkohol oder 200 Pfund gewöhnlichen Spiritus. . Bei der Verwendung der Spindeln werden auch die beschädigten oder unregelmäßig gebildeten Kolben ganz mitbenutzt werden, da sich ihre Entkernung nur schwer oder gar nicht bewcrkstelligen läßt. In Stockholm führt jede Straße außer ihrem lebenden Namen noch ein?n iodten.
Geschaftö-Kalender. Aerzte. Tf. . Thomas. ,0 aio Rkwton Elaypool eväude. Stunden 11-12 Bm. und -4 m.
Blech' und Metall-Dächer. lech- und etall-Dächer, sowie Dachrinnen angefertigt und reparirt. Iho. E. Hadie, 1 Kentntky Ave. Reuer Phone 100. Spezialifien. Orts kurirt ohne Meffer. ohne Schmerzen. Die be bekannte Behandlung der Neuzeit. Sprecht vor und lernt meine Methode. Dr. E. V. Brigham. 1 eft Market Straße, gegenüber Terminal Statt. Optiier. BMERSOX DRULEY, 229 Mafsachusett Ave. im ersten Tauare, zweiter Stock. Augen untersucht. Linsen geliefert. Zu onsullatiouen eingeladen. Tapeten. S'apeten. Ich hänge und liefere Tapeten. Telephon, Main 489. Waaren.Ablieferuug. Maaren abgeholt und abgeliefert. Mäßige Preise j Schnelle Bedienung. 112 Süd Pennsylvania Str Reu 61SS; lt. Main 14. . X Austin. Eig. Leichendegatter. MHUsnt & ulver. eichendeflatter. 218 9L IlNno l Str. Telephon : Neu 64; lt, am 8680. Johnson, Hatzler & George, 567 Vtafsachusett ve.. K) eievyone : eu ms ; u. am 1430. sprechen deutsch. Grundeigenthum. inte P. Socwell. Grundeigenthum - Agent. und 4 Baldwut Block. Südweft ckr artet und Delaware Straße. Reuer Phone 174. Fenerverficherung-Grnndeigenthn. 3 ob Buennagel, Kimmer 5 und , Ro. 29 j Süd Delaware Straße. Patent'Anwalt und Ingenieur. Thompson R. Bell. 401 Sa Gebäude. Aweig. Office : Washington, D. New Phone 19. Jnvalidenftühle und Bruchbänder, ruchbänder. Wir paffen und garantiren Bruch, bander. Invaliden-Stühle zu verkaufe oder zu vermiethen. BresettePugh 0., 1 Süd Jllinoii Straße. Finanzielles. Mir leihen Geld aus Möbeln und Piauo, ohne bt selben wegzunehmen. Ebenso aus Uhren und Diamanten. Central Loan Co., 203 Statt Lise Bldg. Reinhold Stark, Haus-, Schilder-, und Fresco-Maler, Holzmalerei, ( Graining meine Spezialität. 0. 40 West Raymond Str. Reun Telephon 733. Karstadt Bros. Dampf-Färberei und Reinigungsanstalt. Sa'upi . C'Het : 1435 . Illinois tr. Branche!: 249 Virginia ve. 205 Jndiana ve. 218 5k Jlttnoi. Veide Vhone....... H. G. Sponstl ...Bäckerei... 10S0 Süd Satt tr. Vutter Ringe 10c (fiter Pumpernickel fernste Roggen drob Malzbrob Warftftanb und Columbia teoctrtj So. Neuer Telephon 93. INDIANAPOLIS BREWIN6 CO. Düsseldorfer... Das Vier, welches auf der WeltauSftelkma zu St. LouiS den Preis erhielt alS Der Welt Standard Für Bollkommenhei! I Pznts und Quarts, Flaschen Dep't. Tel. 578 und 690.
JBO 0 M Mffi Wtffk: ß RgIflB&ftw mämmZ wb rfrl VWtzDM., Jgrt 4
Indianapolis Brewing Co.
I '
