Indiana Tribüne, Volume 30, Number 37, Indianapolis, Marion County, 5 October 1906 — Page 1

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Fahrstuhl fällt. Fünf Personen verletzt. Ambulanzen und Polizei eilen zur Stelle.

Ein Fahrftuhl.Unfall ereignete sich Freitag kurz nach Mittag in dem neben dem Grand Opera House belegenen Ge büude No. 119 Nord Pennsylvania Str. Fünf Personen wurden verletzt und nach dem Hospital gebracht. sobald die Polizei von dem Unfall Meldung erhielt, wurden Ambulanzen und Patrolwagen, sowie auch die Rad lerpoliziften Bernauer, Kitzmillez, Chine, Hall und Müllen zur Stelle gesandt, da laut der ersten Meldung mehrere Personen getödtet und eine ganze Anzahl anderer schwer verletzt sein sollten. Glücklicher Weise wurde Niemand von den im Fahrstuhl befindlichen Per fönen getödtet. Wie sich das Unglück ereignete, wird eine spätere Untersuchung erst mit Bestimmtheit feststellen, da die Aussagen der Fahrgüfte und Zuschauer in vielen Punkten nicht übereinstimmen. An geblich soll der Fahrstuhl, der nach im ten fahren wollte, dort angelangt, plötzlich rapide wieder nach oben gefah' ren und dann aus einer Höhe von etwa 40 Fuß nach unten gestürzt sein. H. A. Miller, 829 Lexington Ave., erlitt einen Bruch des Fußknöchels, O. H. Powell, 319 Oft Vermont Str., er litt Quetschungen und Erschütterungen. EhaS. Moore. 1703 Shelby Str., der den Fahrstuhl bediente, erlitt eine Ber nkung des Kniegelenkes. Diese drei wurden in 'S Hospital gebracht. John Miller, 1109 Oft Raymond Str. und Aöe Cohen. 2147 Nord Me ridian Str.. die anscheinend nur leicht verletzt waren, gingen nicht in'S HoSpi tal. Die Aufregung unter den Zuschauern war so groß, daß man sogar die Feuer, wehr alarmirte. Eine Chemical Tom panie eilte zur Stelle, doch waren die Dienste derselben als Feuerwehr nicht benöthigt. Bom 10. Stockwerke Stürzt Albert Murphy in den Tod. Albert Murphy. ein an der West New York Str. wohnender Zimmermann, kürzte heute Nachmittag nach 2 Uhr beim neuen KnightS of Pithias Gebäude vom 10. Stockwerke herab und wurde auf der Stelle getödtet. Fexer i einer Kreelfior Fabrik. Ein Feuer, welches gestern Abend im Lagerhaus der Johnson BroS. Excel fior-Fabrik, 750 West Market Straße, auSdrach, richtete einen auf mehrere Tausend Dollars geschätzten Scha den an. DaS Gebäude selber, ein Holzbau, mit Stahlblech verkleidet, wurde zum größten Theile demolirt. ES nahm anstrengende Arbeit seitens der Feuerwehr das zeitweise hoch auf flackernde, dann wieder glimmende Feuer . welche wahre Funkenmeere sprühte, unter Kontrolle zu bekommen. Die Leiche des im Diakonlffen Hospital dem Typhusfieber erlegenen Soldaten Alfred H. Morton aus Chi cago wurde gestern nach dort überfandt. Morton. der eine Zeitlang im Feldlaza reth des Camp Harrifon gelegen, wurde bei Abbruch des Lagers in'S Hospital gebracht. Mayor Bookwalterhat vom Eapitän deS Bundes Schlacht fchiffes fthod? Island" einen Brief erhalten, in welchem derselbe berichtet, daß ein als Harry Hacker, 935 Süd Meridian Str., Indianapolis, einge. tragener Mariner, am 26. September desertirte. Deutscher Militär-Verein. JahreSball am Gamftag, 6 Oktober, i der Südseite Turnhalle. Eintritt : SS CentS für Herrn und Dame.

Coc entkommen.

polizeichef und Detektivs ZU' rückgekehrt. Die Aarmer Detektiv'Affodatiern auf der Buche. Jeffe Coe. der Mörder deö Polizisten Ruffell befindet fich anscheinend noch auf freien Füßen, obgleich auS verschie denen Theilen deS Staates Meldungen einliefen, daß man den Neger gefangen habe. Chef Metzger, Capt. Bray. Detectiv Manning und Sheriff Sourbier find gestern zurückgekehrt, haben aber die Hoffnung, daß man den Flüchtling ein fangen werde, noch nicht aufgegeben. Das Gelände, in welchem er zuletzt ge sehen wurde, ist für eine Flucht vorzüg lich geeignet. Buschwerk. Sträucher, hohe Kraut und Gras geben dem Flüchtlinge vorzügliche Deckung. ES ist Chef Metzger gelungen, die Farmer Detectiv Association zur Verfolgung des Mörders zu bewegen, und schwer bewaffnet Patrouilliren berittene Posten derselben die Felder und Wege ab. Die Farmer durchstreifen die Wälder und man hofft, daß eS doch noch gelingt, des Mörders habhaft zu werden. Die einzige Hoffnung liegt jetzt da rin, daß der desperate Neger, von Hun ger getrieben, fich den Farmwohnungen nähert, und daß man auf solche Weise Auskunft über ihn erhält. Mit Geld soll er reichlich versehen sein. Eine auS Washington County eingelaufene Pri vatmeldung, daß Coe dort eingefangen wurde, ließ fich nicht bestätigen. AuS ColumbuS lief gestern Abend spät die Meldung ein, daß dort ein verwun deter Neger aufgegriffen sei, und daß man denselbm zwecks JdentifizirUng halte. Eine Wahrsagerin der Stadt rief gestern mehrere Male die Polizeiftation auf und sagte daß sie in mehreren ihrer Sceancen sah. daß Coe fich noch in der Stadt befindet, und daß derselbe inner halb zwei Tagen der Polizei in die Hände fallen wird. Coe soll übrigens, wie von meh ren seiner Bekannten gesagt wird, ein Mischling sein. Seine Mutter war eine Indianerin, sein Vater ein Ken tucky Neger. Freitag früh 9 Uhr wurde aus BrownSburg gemeldet, daß man .dort einen Neger verfolge, auf welchen Coe'S Beschreibung paffe. Der Schwarze hielt sein Gesicht mit den Händen verdeckt. Chef Metzger, Capt's. Bray und Asch eilten in einem Auto zur Stelle. Der Neger war in ein Cornfeld entflohen. Die Meldung kam von zuverlässiger Seite und die Polizei wird ernstliche Anstrengungen machen, den dort gesehenen Verdächtigen einzufangen. C o l u m d u S. Ein Neger, auf welchen die von Coe gelieferten Beschreib düngen paffen, erschien gestern Abend im Hause der vier Meilen südlich von hier wohnenden Wittwe Caroline Doll und verlangte etwas Milch, einen Frauenrock und ein Sun Bonnet". Die erschrockene Frau händigte dem Ne ger die verlangten Sachen aus und er machte fich auf die Weiterreise. Sobald die Sache ruchbar wurde, organifirten fich die Farmer und eine Poffe ist auf der Verfolgung. Alle Farmer der Um gegend wurden benachrichtigt, und mit Tagesanbruch waren Hunderte vonVer folgern wieder auf der Suche. Die Mädchen Industrie Schule wird ihre Wintersaifon am Samstag, den 3. November, in der TomlinsonHalle eröffnen. Daniel Viel ha ber, 432 Oft Washington Str., der gegen den Nachlaß von John Eblein, der früher an der Süd New Jersey Str. im Flick schuftergeschüft, eine Forderung von $1 pro Tag für drei Jahre einreichte, wurde abgewiesen. Eblein'S Ver wandte find bisher noch nicht gesunden. ttlieb Lenkhardt, Die gemüthliche Ecke", Ht Noble und Market Str.

Fieberhafte Thätigkeit Im Regierungs-Depot aus Anlaß der Invasion Cuba's.

Daß die Bundes'Regierung auf eine blutige Aktion in Cuba rechnet, lasten die Ordres erkennen, welche das RegierungSDepot in Jzfferfonville erhalten hat. Sechs Ambulanz? find bereits zum Transport fertig gemacht worden, und gestern wurde der schleunige Bau von noch vierunzwanzig dieser Kranken wagen angeordnet. Dieselben werden über die Cleveland, Cincinnati, Chicago & St. LouiS Bahn nach Newport News gebracht und von dort direct nach Cuba eingeschifft. Unter vielen anderen Gegenständen, die gegenwärtig verpackt werden, befinden fich auch zwölf Schleifsteine und eine Menge AuSrüftungSgegenftünde für ein Militärlager. Einer der Beamten im Regierungsdepot ließ die Bemerkung fallen, dnß die Rüstungsarbeiten für die jetzige Invasion CubaS beinahe die jenigen beim AuSbruche deS spanisch amerikanischen Krieges übertreffen. Gute Arbeit des Staats-Labo-ratorinms. Laut Aussagen deS StaatSChemi ften H. E. Barnard haben fich die Nah rungSmittel und Droguen während deS letzten Jahres in Qualität ganz erheb lich gebessert. Hauptsächlich soll dieS in Bezug auf Gewürze, Essig, ety stein und OlivenOel zutreffen. Im letzten Jahre zeigten die Analysen, daß fast jede der untersuchten GewürzPro den mit CocuSnuß'Schalen vermengt war; die letzten Analysen wiesen unter 50 Proben nur zwei gefälschte auf. Die untersuchten Esfigsorten wiesen noch viele Verfälschungen auf, doch hat fich auch hier die Lage bereits bedeutend gebessert. Von den untersuchten 57 Weinfteinproben erwies fich nur eine als gefälscht und diese, welche anschei nend durch einenChemiker gemischt war. wies Stärke und AlaunBeimischungen auf. Alle kürzlich in den GrocerleS ge kauften Proben von Oliven Oel erwie fen sich als absolut rein. Der Chemift führt dies auf die Laboratorien, welche in den Landungshüfen alle einge sandten Waaren auf ihre Reinheit prü fen, zurück. Viele der EngroS'Firmen weigern fich jetzt entschieden Waaren einzukau fen, ehe die Proben vom Chemiker untersucht find. Detektiv freigesprochen. Jack O'Connor und Walter Warren berg. die beiden Eisenbahn Detektivs, welche vor einigen Tagen auf Aus sagen von George Crawford und JameS Sendly verhaftet wurden, wur den im Polizeigerichte gestern freige sprachen. Dieselben brachten vor, daß Sently und Crawford im Begriffe standen, die Stadt zu verlaffen, und daß fie zu die sem Zwecke einen ausfahrenden Zug als blinde Paffagiere zu benutzen .ge dachten. Einer derselben hatte den Zug be reite betreten, wurde aber abgewiesen. wahrend der Andere, im Begriffe auf den in Bewegung fich befindenden Zug zu springen, von der Stange einer Weiche getroffen wurde.' Scally konnte für seine Behauptung, daß ihm einer der Detektivs sein Geld abnahm, keine Beweise beibringen. Fener-Chronik. Ein Stall hinter Jas. Proc torS Wohnung, 1122 College Avenue brannte gestern früh nieder, einen Scha den von etwa $200 verursachend. Lu ther English, ein Neger, der im Stalle schlief, erwachte, schlug das Fenster ein und sprang in'S Freie. Er erlitt dabe Schnittwunden an den Händen. Der Stall des 837 Nord Dela wäre Str. wohnenden I. H. Reed ge rieth gestern früh 5 Uhr in Brand wurde ab nicht beträchtlich beschädigt

Operation anstatt Strafe.

Unverbesserliche Rinder von Aerzten untersucht. Richter Stubbs wird Krankheit' scheinungen beseitigen lassen. Unter Aufficht deS Jugendgerichts nahmen gestern mehrere Aerzte an uw verbefferlichen Kindern Untersuchungen vor. Einer der Knaben, der 11 Jahre alte Virgil Johnson von No. 220 Trow bridgeStraße wurde als besonders bösartig vorgestellt. Das Ergebniß der Untersuchung war derart, daß Rich er StubbS beschloß, den Jungen mit Erlaubniß der Eltern in ärztliche Be Handlung zu geben, anstatt denselben. wie zuerst beschlossen, nach Plainfield zu schicken. Man glaubt, daß die Un verdefferlichkeit deS Knaben eben phyfi chen Fehlern entspringt. Der Knabe eidet nämlich an Katarrh deö HalseS und der HalSdrüsen, und die Krank heit soll derartig vorgeschritten sein. daß der Knabe theilweise taub und für eine Handlungen nicht verantwort ich ist. Die ärztliche Behandlung von Kin dern, die man als böse, zurückgeblieben, geistig schwach oder sonstwie minder werthig klasftfizirt. ist empfehlenS. werth. Man hat eS hier mit der Beseitigung rankhafter Erscheinungen zu thun. welche die geistige Thätigkeit der Kinder stören oder nachtheilig beeinfluffen vor allen Dingen Hals und Rasende chwerden. sowie Augenleiden. Viele Erwachsene wissen, wie sehr derartige Leiden fte in ihren Arbeiten behindern und ihre Laune verderben. Um wie vielmehr müssen solche Leiden den viel zarteren Organismus der Kin der nachtheilig beeinfluffen. Nament lich Hals, und Nasenleiden find dazu angethan, bei Kindern, die fich über die Ursache nicht klar find, und deren Eltern in Folge von Nachlässigkeit oder Unkenntniß rechtzeitige Abhilfe nicht be schaffen. Reizbarkett, Unlust zur Arbeit usw. zu erzeugen, die dann als böse Charaktereigenschaften bestraft werden. Sind diese Leiden, die meist durch Drüsen, Geschwülste usw. veranlaßt werden, beiseitigt. dann hören auch die erwähnten bösen Eigenschaften und Unarten der Kinder auf. Operationen, welche im Diakonissen Hospitale vom Doctor Kolmer vorgenommen wurden, erzielten in vielen derartigen Fällen bekanntlich die besten Resultate. ES wäre billiger Spott behaupten zu wol len, daß man mittels AnbohrenS deS Schädels und Entfernung eines Stück chens deS Gehirnes auS jedem böSarti gen Kinde ein gutes und folgsames machen kann, ganz gewiß ist aber die Möglichkeit zur Behandlung körper lichen Schäden und Schwächen heutzu tage größer als je zuvor, und ist es d!s halb um so bedauerlicher, daß trotz der großen und allgemein verbreiteten phy fiologischen und hygienischen Kenntnisse noch immer diese KrankheitSerscheinun gen und physischen UnVollkommenheiten bei Kindern, öffentlich so wenig Bk achtung gesunden haben. Tentonia Spar- und Leihverei. Der Teutonia No. 4 Spar und Leihverein hielt in G. Leukhardt'S Lo tal. Ecke Noble und Market Straße, feine jährliche Versammlung ab. Die Berichte des Sekretärs und Schatzmei fterö wurden verlesen und zeigten, daß der Verein in gutem Zustande ist. DaS Resultat der hierauffolgenden Beamtenwahl war: Präsident Joseph Grinfteiner. BicePrüftdent ChaS. Holtmann. Sekretär Otto Busching. Schatzmeister Gottl. Leukhardt. AbschützungSSomite G. L eukhardt, ChaS. Holtmann und ChaS. G. E. Müller. Dieser Bauverein ist der älteste und nach den Berichten deS StaatSAudi torS einer der solidesten Bauvereine in der Stadt.

Aus den Gerichten.

ZsorderungSklage. William W. Spencer verklagte Tho maS L. Carleton auf Bezahlung von $1200. Der Verklagte versprach, in gewissen Abstünden mehrere Wechsel im Gesammtbetrage von 81200 ein schließlich der Zinsen und Advokateng: bühren zu begleichen. Diese Summe ist überfällig und unbezahlt, worauf die Klage begründet ist. Scheidungsklagen. Mina Myrtle Winteringham der klagte ihren Gatten Jra Edward Win teringham auf Scheidung. Die Ehe wurde am 7. Oktober 1893 geschlossen und die Berheiratheten lebten bis zum 29. September 1906 zusammen. AuS der Ehe stammt ein Kind. Pflichtver nachlüsfigung und grausame BeHand lung find die Gründe der Klage. Sie fordert die Obhut des KindeS und Un terhalt für dasselbe. George McWhorter verklagte seine Gattin Jda McWhorter auf Scheidung. Der Bund wurde am 4. Jnli 1906 geschlossen und die Trennung erfolgte am 3. October desselben JahreS. Grau same Behandlung und Ehebruch find die Gründe der Klage. Samuel Marshall strengte gegen seine Gattin Marshall eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde im Januar 1886 geschlossen. Der Klage gründ ist böswilliges Verlassen. Charles Baehning strengte gegen seine Gattin Mary Jane Baehning eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde am 13. Februar 1898 geschlos sen und die Berheiratheten lebten bis zum 17. Juni 1906 zusammen. Aus der Ehe find zwei Kinder entsprossen. Der Klagegrund ist grausame Beband lung. Er verlangt die Obhut der Kin der. Klage auf Unterhalt. Emma Whitaker strengte gegen ihren Gatten Robert Whitaker eine Klage auf Unterhalt an. Dieselben berheiratheten fich am 5, Januar 1906 und lebten bis zum 18. Juli 1906 zusammen. Nach dieser Zeit verließ der Gatte die Frau böswillig und ließ fte mittellos zurück. Sie verlangt $500 und 55 per Woche für ihren Unterhalt. Knminal-Gericht. Louis Lyons, der fich wegen einer Schlügerei verantworten mußte, wurde freigesprochen. Joe Barrish mußte seine Schlügerei mit 810 und Kosten büßen. Charles Cheatham, 20 Jahre alt, der wegen Kleindiebftahls und An nähme von gestohlenen Sachen vorge laden war, wurde des Kleindiebftahls schuldig befunden. Da Urtheil wurde deS Alters wegen fuspendirt. John Mqttox. der wegen eines Klein diedftahlS vor Gericht erscheinen mußte, wurde freigesprochen. Superior-Gericht. Die Scheidungsklage von John A. Gue gegen seine Gattin Marion E. Gue wurde zu Gunsten deö Kläger? entschieden. Der Scheidungsprozeß von Adam Boyer gegen feine Gattin L .'uise Boyer wurde abgewiesen. Polizeiliches. Albert V.a n. 218 Arsenal Avenue. dem eine Vorstellung im Gayety Theater nicht gefiel und der die Schauspieler beständig ausgezischt haben soll, wird dem Polizeirichter seine Aufwartung machen. Joseph H. Miller, ein in der Knightötown Waisenanftalt unter gebrachter Junge, soll von dort ent flohen sein. Die hiesige Polizei wurde gebeten, auf den Jungen zu fahnden. Edward Rosenmeyer, 532 Minerva Str., ein Wirth, wurde unter Anklage deö Bedrohen? mit tödt lichen Waffen verhaftet. William Simmonö, 912 Muckingum Str., wurde von den Po liziften Larfh und Hagermann unter Diebftchlöanklage verhaftet.

Nachrichten aus Jndiana.

M a d i f o n. Einem un ver ant wortlichen Seichtfinn fiel gestern Frl. Luella Black zum Opfer, und man be fürchtet, daß fie zeitlebens an den Fol gen desselben leiden wird. Robert und Benjamin Pendleton aus Kentucky besuchten FrlS. Clara Douglaß und Luella Black in West Madison und Benjamin Pendleton, der einen Revolver trug, zielte mit demselben in spielender Weise auf daö junge Mädchen. Die Waffe entlud fich, und eine Kugel drang dem Mäd chen in den Hals, fich beim Halswirbel festsetzend. DaS Mädchen ist an Armen. und Beinen theilweise gelähmt worden Pendleton floh über die Grenze, doch denkt man. daß er zurückkommen wird, da die Geschossene ihn von jeglicher Schuld freispricht. T e r r e Haute. Die Synode des NordweftenS der deutsch.reformirten Kirche, welche ein halbes Dutzend Staaten umfaßt, und welche durch etwa 120 Delegaten vertreten ist, hielt Beamtenwahl ab. Erwählt wurden: Präsident. Pastor John F. Winter, Terre Haute; Vizk.Präfident, Pastor H. C. Nott. Milwaukee; Correfpondi render Sekretär. Pastor I. Vornholt, Jefferfonville; Clerk. Dr. Jennett, Sheboygan. Wis. und Schatzmeister Aeltefter F. Hoff, Terre Haute. Die Staaten Oregon, Nord Dakota, Iowa, Wisconsin, Illinois, Jndiana, Ohio und Kentucky find vertreten. L e b a n o n. E. M. Fergufon, ein Tippecanoe-Farmer, wurde unter Anklage deö Meineide verhaftet. Fer guson war ein Zeuge in dem Falle des George Perdue, welcher unter der An klage stand, Clinton Updyke ein Pferd und Wagen gestohlen haben. Fergu son beschwor, daß er dem jetzt im Ge füngnisse fitzenden David Welch einen $125 Heck für da später al Up. dyke'S identifizirte Buggy zahlte. Die Bankbeamten wurden citirt um zu zei gen, daß kein derartiger Handel abge schlössen wurde. Ferguson betrat darauf den Stand und sagte, daß seine früheren Zeugen Aussagen unwahr gewesen seien. Er wurde verhaftet, sobald er den Zeugen stand verließ. B e d f o r d. Nachdem Brown'S Vaudeville Company in Fort Riwer eine Vorstellung gegeben und fich in ihre Waggon zurückgezogen hatte, machten eine Anzahl junger Burschen unter Leitung von Charle Wiggin aus SparkSville einen Angriff auf die Waggons. Brown suchte in seinem Waggon Schutz und seine Friu, die fich gleichfalls im Waggon befand, er griff einen Revolver und jagte Wig ginS eine Kugel in den Mund. Der Ankläger hat die Sache in die Hand genommen und die Schauspieler sind hier geblieben, um als Klüger aufzu treten. Evanöville. Im hiesigen Polizei.Hauptquartier lief die Nachricht ein, daß sich der Farbige Jeffe oe, welcher beschuldigt ift. in Indianapolis den Polizisten Ruffell erschaffen zu ha den, auf einem der hier einlaufenden Züge der E. & T. H. Bahn befinde. GeheimpolizeiChef Davi, seine sümmt lichen Detectivs und eine Anzahl Poli ziften waren während des ganzen Tage bei der Ankunft eines jeden Zuges zu gegen und nahmen eingehende Jnspizi rungen vor. Allein 'on dem Mörder fanden fte keine Spur. Die Suche wird fortgesetzt, und man wird ein wachsames Auge haben, damit derselbe nicht etwa hier durchschlüpft. Sam Bryant, ein Weißer, der anWashington'Straße eine Negerin beleidigte und vom Polizisten Axtel ver haftet wurde, setzte sich derartig zur Wehr, daß Sergeant Scheigert und die Radlerpoliziften zur Hilfe eilen muß ten. den Widerspenstigen nach der Sta tion befördern zu helfen. Sam, al man ihn nach feinem Namen fragte, behauptete, Jeffe Coe zu sein. Wider setzlichkeit gegen einen Beamten, Trun kenheit und Anrempelung von Passan ten find die Anklagen, gegen welche Bryant sich wird vertheidigen müssen.