Indiana Tribüne, Volume 30, Number 36, Indianapolis, Marion County, 4 October 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne, . Oktober 1006

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Pslitifche Ankündigungen. Krank . VHtft Demokratischer Candidat für County Schatzmeister. hat sich verpflichtet. Zinsen an den öffentlichen Geldern zu erlangen und dem County zu fließen zu laffen. Unter dieser Verpflichtung bittet er um Ihre Stimme bei der Wahl am 6. November 190. Dr. 3R. C. Leert,, Demokratischer Candidat für County Coroner, empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion County bei der Wahl am 6. November 1906. William T. Patten, Demokratischer Candidat für County Clerk, empfiehlt sich den Stimmgebern von Mario County bei der Wahl am 6. November 1905 ; er verspricht, im Falle seiner Erivählung, di Pflichten des Amtes treu zu erfüllen. JameS E. Berry, Demokratischer Candidat für County Recorder, bittet um Ihre Stimme, er verspricht, wenn erwShlt, ein wahrer Diener de Volkes zu sein. Wahl am 6ten November 190. JiimeS . MeCrofsa, Demokratischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bittet um die Stimme aller Steuerzahler bei der Wahl am 6. November 1906. Er verspricht dai Amt gewissenhaft zu verwalten.

Henry W. lausma, Republikanischer Kandidat für Furveyor von Marion County, empfiehlt sich den Stimmgebern zur gefällizen Berücksichtigung bei der Wahl am 6. November 1906. Stimmt für Robert H. Brysa, Republikanischer Kandidat sür Auditor von Marion County. Wahl am 6. November 1906. Stimmt für Leonard M. Quill, (gegenwärtiger Chef Deputy) Republikanischer Kandidatfür Clerk von Marion County. Wahl am 6. November 1906. Joseph K. Clay, Republikanischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bittet um die Stimmen der Deutschen bei der Wahl am tt. November 1906. Dr. G. . Petersdorf, Republikanischer Kandidat für County Coroner, ersucht das Deutschthum um Unterstützung bei der Wahl am . November 1906. Stimmt für John M. Mendenhall, Republikanischer Kandidat für County Commiffär, des dritten Distrikts. Wahl am 6. November 1906. Freude als Todesurfache. Die Frau des Bäckers Schulz in Darmstadt. Hessen, gebar nach zehnjähriger Kinderlosigkeit einen Knaben. Vor Freude wurde sie vom Herzschlage getroffen und war sofort todt. Der Mann wurde vor Schmerz über das Schicksal seiner Frau irrsinnig. Das in Schlaf- oder Krankenzimmern stehende Wasser ist schädlich. Das Wasser nimmt verschiedene in der Luft befindliche Stoffe, namentlich auch die fauligen und die Ansteckungsstoffe in sich auf. Es ist daher nicht anzurathen. sich des Wassers, das in einem Krankenzimmer stand, zu bedienen, besonders. wenn es in einem unbedeckten Gefäße war. Selbst das Wasser, das über Nacht im Schlafzimmer stand. kann in manchen Fällen schädliche Theile aufgenommen haben. Man hat mehrere Beispiele, dah durch TrinkWasser, das man. um es zu überschlagen. in's Krankenzimmer gestellt hatte, ansteckende Krankheiten verbreitet wurden. Beinbruch bei Vögeln zu heilen. Bei einem Beinbruche ormgt man das gebrochene Glied w:eder in die rechte Lage, legt es zwischen zwei Hölzchen, umbindet es mäßig fest mit emem nicht schneidenden Baumwollenfaden und bestreicht den ganzen Verband mit zähem arabischen Gummi oder Tischlerleim; dann läßt man den Fuß in der Wärme abtrocknen und steckt den Vogel in den mit dem Tuch verdunkelten Käfia. welchen man mit außergewöhnlich dicken Sprunghölzern versehen hat. Nach 14 Tagen ist die Heilung vollzogen, man kann dann den Lnm vom Beine mit lauwarmem Was ser abwaschen und den Verband abneb men. Zuerst bleibt der Fuß noch steif. aber nach und nach verliert sich das. vorausgefetzt, dah der Bruch richtig wieder angeheilt ist. Man kann auch einen Gipsverband anleaen.

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k 8chiu S 1. r' och über dem blauen Becken des, wj Gardasees halte ich mich in einem armseligen Dörfchen einquartirt. um zu skizziren und meiner Leidenschaft zu fröhnen, fern von der großen Welt und den gewöhnlichen Wegen der Touristen die herrliche Bergeinsamkeit zu durchstreifen. Aus kaum einem Dutzend w?ißgrauer, nicht eben durch Reinlichkeit sich auszeichnender Häubchen und einer verwetterten Kirche mit spitzem Thurm bestand das Torf. Von wilden Felsschroffen umgeben, lag es wohlgebettet in einer sckooßartigen Einbettung des Gebirges, mit leichter Mühe ließen sich weitschauende Ausblicke auf die Tiefe des Sees gewinnen, den gleich winzigem Svielwerk aus der Schachtel eine? Kindes Dampfer und Segelboote durchschnitten, den Verkehr mit den still und feierlich in der warmen Märzsonne liegenden Dörfern vermittelnd. Hohe, steile Felshänge, die Gipfel noch mit glänzend weißem Schnee im Frühling bedeckt, umsäumen diese Gegend des Sees, in den sich hier die fischreiche Sarca erßt. Von den Eis- und Gletscherbergen Tirols kommt sie weit hinter Arco. dessen groteske Burgreste von seltsam hingepflanztem Bergkegel herüberschauen; geschäftigen Laufes durcheilt sie die sich in Form eines Dreiecks erweiternde sogenannte Campagna, ein reich bebautes Thal, dessen Bewohner sich hauptsächlich vom Weinund Oelbau und der Zucht der Seidenwürmer ernähren. In seiner Mitte, hart am See. hält der niedrige, scharfe Rücken des Monte Brione mit seinen Befestigungsanagen die Wacht gegen den itaienischen Nachbarstaat. Wenn die Luft kar und sichtig ist. kann man weit nach Süden über den ganzen See schauen, bis dahin, wo er sich mächtig erweitert und die Ufer facher werden, wo hinter der langen, schmalen Landzunge der Halbinsel Sermione im fernen Tämmer der Thurm von San Martina auf dem Schlachtfelde von Solferino emporragt. Eine schlichte Weinkneive war es, wo ich mich einquartirt hatte, eine Art Wirthshaus, aber ziemlich primitiver Art. Im ersten Stockwerk neben den Stuben der Finanzwache, die in diesem einsamen, versteckt liegenden Orte stationirt ist, um den Schmuggel über die nahe Grenze zu verhüten, hatte ich mein Zimmer, schlecht und recht mit dem Nothwendigsten ausgestattet. (3war mir auch gelungen, die nöthige Reinlichkeit zu erreichen. Der tägliche Speisezettel war mehr als bescheiden, indeß wußte ich ihn zu verbessern, indem das öfters nach Riva auf der großartigen Ponalestraße hinabsteigende Efelchen in den geräumigen Körben, die es zu beiden Seiten feines willigen Rückens trug, mir erwünschten Proviant zuführen mußte. Der Wein aber war gut. zum Theil Eigenbau, namentlich der herrliche goldgelbe, wie Oel im Glase seine Spuren zeichnende Muskateller. Wenn ich nicht im Freien war, saß ich gern in der geräumigen Wirthsstube am Herdfeuer. In der Mitte de? niedrigen, breiten Aufbaues aus Steinen züngelten seine Flammen aus flacher Vertiefung zum geschwärzten, dachartigen Rauchfang empor, zu beiden Seiten waren vom Gebrauche fchon mancher Generation blankgescheucrte Bänke mit bequemer Lehne angebracht. Die Finanzer fanden sich hier häufig ein, vor allem der Kommandant der Station, ein Steiermärker, eine behäbige, urkräftige Soldatengestalt mit festem schwarzen Schnurrbart und dichtem Bürstenhaar. Etwa vierzig Jahre mochte er zählen. Ein Bein über das andere geschlagen in den schweren hohen Stiefeln, streckte er sich gern, bequem den Arm auf der Lehne, sein Schöppchen Wein neben sich auf der Bank, die lange Virginia lässig im Munde, ein Bild der selbstbewußten Würde des treugedienten k. und k. österreichischen Beamten. Ein Zug von Ueberleqenheit lag stets auf seinem martialischen Gesichte, das in den Nacken geschobene Käppi erhöhte ihn noch. Doch war er ein liebenswürdiger. umgänglicher Mensch, wenn sich auch seinem Entgegenkommen gern etwas von Herablassung beimischte. Die beiden anderen Finanzer waren jüngere, flotte Leute. Der Wirth, ein grauköpfiger, verwitterter Bauer, die Falten im lebet -farbenen Gesicht wie mit dem Messer eingeschnitten, ein echter Italiener, war viel auf feinen Wiesen und im Weinberge thätig, ging aber auch häufig im Haufe mit allerlei Beschäftigung um. Wenn ich mit dem Finanzer am Feuer faß, kam er bisweilen mit seinen leifen, schlürfenden Schritten herein, einen Pack dürrer Stecken tragend, von denen er, so viel ihm gut schien, langfam zerbrach und auf die Gluth legte. Den Rest schob er zu dem Haufen längsseit zwischen Thllrwand und Herd. Wenn dies geschehen war, setzte er sich wohl zu uns. feine hagere Gestalt in der Jankecke zusammen

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s Cinc Geschichte vom (5.irotsce (Dito 3chrci 2 drückend, und sah, die Unterarme aus den Knieen, vor sich hin. Er sprach wenig und nur abgerissen. Der Finanzer behandelte ihn mit Ueberlegenheit, während im Wesen des Alten etwas Unterwürfiges lag. Doch hätte ich nicht sagen können, daß zwischen ihnen kein gutes Verhältniß bestand. Gelegentlich schlug der Kommandant auch einen scherzenden Ton an; man merkte wohl, daß der Bauer die Art verstand, doch ein Lächeln erschien nie auf feinem steinharten Gesichte. Mich interessirte selbstverständlich der Schmuggel. Der Finanzer sprach sich offen aus. Den hätte er hier oben gründlich gelegt, im vorigen Herbst habe er den letzten Schmuggler abgefaßt. Freilich, eiserne Faust müsse den Kerlen auf dem Nacken liegen, sonst paschten sie gleich lustig wieder darauf los. Und zu Wasser geht's auch nicht mehr," fuhr er fort, die Zollkreuzer haben ihnen das Handwerk verdorben." Allabendlich fah man ihre Scheinwerfer den See weithin erleuchten. Der hat auch manches auf dem Kerbholz, und ganz traue ich ihm noch immer nicht." fagte er einmal, mit seinen schwarzen Augen nach dem Alten hinzwinkernd. Wir bedienten uns meistens der deutschen Sprache, die der Wirth nicht verstand. Aber." fuhr er fort, sich auf's Knie schlagend, daß sein schwarzer Pudel, der zu seinen Füßen lag, erschreckt den zottigen Kopf hob. wozu sind wir Finanzer denn da?" Er goß kraftvoll ein volles Glas hinunter und strich mit energischer Bewegung über feinen Schnauzbart. Wenn ich mit dem Alten allein war. versuchte ich auch ihn" über das Schmuggeln auszuhorchen, aber er gab mir darauf nie eine Antwort, wie er überhaupt äußerst wortkarg war. Das war früher," war das einzige, was ich einmal in einer günstigen Stunde von ihm herausbrachte. Zum Hauswefen gehörten außer ihm noch sein viel jüngeres Weib, das still ihren Geschäften nachging, uns und die etwa sich einfindenden Gäste bediente, und ein Bursch und zwei Mädchen. Der Bursch war ein Sohn des Alten aus seiner ersten Ehe. die Mädchen dessen Stiefschwestern, etwa zwölf- und vierzehnjährig. Man sah sie wenig, sie waren auch nicht besonders hübsch, sie glitten einem immer sozusagen nur vorbei. Etliche bunte Kätzchen schlichen auf unhörbaren Sammtpfötchen umher; sie standen in guter Freundschaft mit dem großen schwarzen Pudel. Ich weiß nun nicht, wie es kam. aber immer mehr befestigte sich in mir der Glaube, daß der Alte dem Schmugglerhandwerk doch noch nicht fo ganz entsagt habe, trotzdem ich in den drei Wochen, die ich schon hier oben weilte, nicht das geringste bemerkt hatte, was meine Vermuthung hätte bestätigen können. Aber nachdem ich den Alten länger beobachtet hatte, schien er mir keineswegs so theilnahmlos. wie er sich gab. und wenn der stramme Kommandant sich gern ihm gegenüber geberdete gleich einem gnädigen, großmächtigen Kater zur sich duckenden Maus, so gewann ich doch die Ueberzeugung, daß die Maus keineswegs abgeneigt sei, bei passender Gelegenheit dem geprellten Kater ein Schnippchen zu schlagen. Sehnig war der Alte und trotz seiner gewiß mehr als sechzig. Jahre noch wohl bei Kräften. Das fah ich, wenn er auf feiner Wiese arbeitete, den Dung ablud, den ihm im geflochtenen Wagenkorb das Efelchen auf der Schleife zuführte. Mit Leichtigkeit kippte er dm schweren, hochgefüllten Korb um, und seine Bewegungen waren fest und sicher. Langfam zwar und stets mit Bedacht, aber doch mit gewandtem, verläfsigem Fuße kletterte er auch in den Felsen umher, um nach einer Ziege zu suchen, die sich verstiegen hatte. Er that dies häufig, öfters begegnete ich ihm dabei, wenn ich selbst im Gestein mich umhertrieb. Wilde, zerklüftete Wände überall, wenig mit Gras durchsetzt oder mit den rothen Glöckchen des früh blühenden Heidekrautes; vereinzelt wurzelten kümmerliche Eichen, kaum zollstark die noch zäh ihre braunen vorjährigen Blätter festhaltenden Stämmchen. Eigentliche Wege führten nur bis in geringe Höhe, dann begann ein pfadloses Klettern, nur ab und zu traf ich auf eine kaum sichtbare Wegspur, die sich aber nach wenigen hundert Metern schon auf steil abschüssigen Platten oder im Geröll wieder verlor. Der Alte schmuggelte! Das stand allmälig fest bei mir wie eine Suageftion. Immer mehr brannte ich darauf, ihn darüber ein wenig auszuholen; es war doch die interessanteste Nebenbefchaftigung hier oben in der Weltabgeschlossenheit, sich etwas in die Romantik zu begeben noch dazu in unserer so nüchternen Zeit. Und Wilderer und Schmuggler sind doch immer noch vom Glänze der Romantik umgeben. Um dem Alten näherzukommen, be-

gab ich mich häufig auf's Blumensuchen, wenn er auf seinen Wiesen rbeitete. Und wenn er nach seinen Ziegen stieg, traf es sich immer häufiger, daß unsere Pfade sich begegneten. Er wich mir nicht aus, doch blieb er immer in seiner Wortkargheit, und ich kam nicht weiter. So beschloß ich denn, den Stier bei den Hörnern zu fasfen. Auf einem Felskegel saß ich eines Nachmittags, als er langsam herangestiegen kam. um Ausschau zu halten. Signor Antonio." redete ich ihn kurz entschlossen an. als er bei mir stand und, die knochige Hand über die Äugen deckend, scharf nach seinen Thieren ausspähte. Ihr seid der Schlaue, und der Kommandant ist der Genasführte. Von manchem Stück Seide, das im Lande verkauft wird, weiß er nichts." Der Alte blieb unbeweglich. Einen Verräther braucht Ihr in mir nicht zu fürchten." fuhr ich fort. Ihr könntet mir sonst ruhig das Mel ser zwischen die Rippen rennen. Weshalb sollt Ihr hier oben nicht einige Kronen Extraverdienst in den Sack schieben! Der Staat wird dadurch noch nicht zu Grunde gehen, und der KomMandant kein Loth Fett von seinem Leibe verlieren." Stumm verharrte der Alte, kein Zucken des verwitterten Gesichtes verrieth den geringsten Eindruck meiner Worte. Es schien, als suche er nur mit scharfem Auge in der Ferne. Ich ließ nicht nach. Wenn ich Euch einmal auf einem solchen Gange begleiten könnte, auf einen rothen Schein sollte es mir nicht ankommen." Ich wartete auf die Wirkung dieses Lockvogels, aber noch eine ganze Weile verstrich, bevor Leben in die Gestalt im groben Wamse kam. Ein Blick richtete sich auf mich, fcharf und kalt gleich dem Eisen eines Dolches, wie ich ihn den immer so theilnahmlosen grauen Augen niemals zugetraut hätte. Kommt." sprach er. die Geiß wird hoch gestiegen sein." Die ersten Worte, die ich von ihm vernahm. Und sogleich begann er zu steigen, langsam. Schritt für Schritt. Ich erhob mich und folgte ihm. Wohl eine Stunde stiegen wir in den Felsen umher, der Alte immer voran, ich ihm immer auf den Fersen wie fein Schatten. Ohne Pfad ging es. an Wänden hin, wo zackiges Gestein dem Fuß kaum wenige Zoll zum Einfassen bot, über schwindelnde Platten hinweg, wo oft die grifffesten Nägel nur des einen Schuhrandes einen toinzigen Halt fanden. Mir klopfte das Herz vor Aufregung, denn ich dachte nicht anders, als daß ich mich auf dem besten Wege zum Schmuggeln befände, aber den Kopf hielt ich frei, das Auge klar, ein einziger Fehltritt, ein Abrutschen, ein Ausgleitcn wäre an mancher Stelle sicherer Tod gewesen. An Schwinde! litt ich. Gott sei Dank, nicht, mein Schuhzeug war tadellos, Muskeln und Sehnen geübt, und als sicherer Führer ging mir der Alte voran, der wie auf bequemstem Wege zu wandeln schien. Selten daß er sich einmal der Fäuste zum Halten bediente, während ich öfters zugriff, wo er einem Nachtwandgleich nur auf den Füßen dahingl'tt. Endlich machte er auf einer kleinen Felsplatte Halt. Weit hielt er Umschau. Die Geiß muh einen anderen Weg genommen haben. Aber nur die Geiß braucht es zu wissen." sprach er. Lebhafter ging meine Brust nach der scharfen Anstrengung des Steigens. aber ich dämpfte den Athem wieder unter dem bohrenden Blick des Alten, und ich dämpfte auch den Freudenruf. Ich wußte, ich war in ein Geheimniß eingetreten. Gleichgiltig glitt der Blick des Mannes wieder von 'mir weg, und er begann abzusteigen. Ich war gespannt, was nun folgen würde. Immer schneller sprang er vor mir her, es galt sicheres Auge und sicheren Fuß. Wohin dieses hastige Abwärtssteigen, das ich seinen alten Knochen nie und nimmermehr zugetraut haben würde, führen sollte, wußte ich nicht, ich hatte völlig die Orientirung verloren und sie wieder. zu gewinnen, ward mir nicht für eine's Herzschlags Dauer Frist gegeben. Aber im rinnenden Schweiß meiner Stirn, vor meinen glühenden Augen führten Seidenballen und geschwärzte Schmuggler einen gar seltsamen Tanz aus, wenn auch mein Blick sicher jeden Punkt im Gestein erfaßte. Plötzlich fiel mein Führer wieder in seinen gewohnten langsamen, müden Schritt, eine kurze Weile und zu meiner Enttäuschung erblickte ich unter uns die wohlbekannten Häuser des Dorfes. Hatte der Alte mich zum Narren gehabt mit feiner halsbrecherischen, zwecklosen Kletterei? Ohne sich nach mir umzusehen, ging er seinem Hause zu. Doch wandte er sich in der Thür noch einmal halb mir zu. Der Herr steigt gut." Das waren die einzigen Worte, die er- noch an mich richtete. Da ging mir eine Erleuchtung auf. Sollte er meine Sicherheit und Gewandtheit in den Felsen auf eine Probe gestellt haben? Mein Herz begann stolz zu schlagen. Abwarten, dachte ich. Abends saßen wir wie gewöhnlich am Feuer, der Kommandant und ich in lebhafter Unterhaltung, der Alte in der Ecke neben mir. die Frau bediente unö still. Der Pudel und die Katzen hielten gute Eintracht, sich das Fell

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Der folgende Morgen war trübe, aber doch trieb ich mich draußen umher. Den Alten fand ich auf einer Wiese, Dung ausbreitend, den sein Sohn ihm zuführte. Wie wird's mit dem Wetter, Signor Antonio?" Wird wohl so bleiben." Auch zur Nacht?" Sollt's meinen." Er fur rnhb in seiner Arbeit fort. Wie-wär's ba, ein wenig auf den Schu,zcl zu gehen?" Ich warf es scherzhaft bin. Der Älte froö d?n Kopf nicht. ton ich -.ich bückte und einen schillernden Käfer aufnahm, der dann emstg über meine Hand krabbelk, benittkte ich, daß mich ein forschend Blick traf. Sofort fegcgnete ich ihm. Wir verstanden uns. Wenn der H?rr heute nc:ch Riva geZ)t und erst morae zurückkommt " Ich verstehe. Es braucht ja niemand zu winen. daß der Hrr schon '5m zehn Uhr in der Nacht wieder am ,altcn Hause' war. Ich werde dort sein." Keinen Augenblick hatte die Arbeit während dieses kurzen Gespräches geruht, das längste übrigens, das ich bisher mit meinem Wirthe geführt hatte. Jetzt wandte er sich ganzlich von mir weg. Aber ich wußte genug. Ich hatte das Vertrauen des Mannes gewonnen und sollte einem Schmugglergange beiwohnen. Auch die Aussicht auf den Zwanzigkronenschein mochte gewirkt haben. Eine seltsame Bewegung bemächtigte sich meiner. Doch anscheinend gelassen schlenderte ich nach Hause. Es konnte nicht auffallen, wenn' ich nach Riva ging und erst anderen Tages zurückkam. Ich hatte das fchon mehrfach bei trübem Wetter gethan. Niemand wird es mir verdenken können, daß ich schon eine gute halbe Stunde bar der festgesetzten Zeit am alten Hause" war, einer halbzerfallenen Hütte etwa zwanzig Minuten oberhalb des Torfes auf einer größeren Abplattung in den Felsen. Alles Holzwerk war entfernt als anderswo verwendbares Mittel, die hohlen Mauern mochten fehen. wie lange sie d?m Zahne der Zeit trotzen könnten. Man findet häufig solche Häuserruinen im Süden, wo Bruchsteine keinen Werth besitzen. . Wie ein Indianer hatte ich mich vom Ponalefall an hinaufgeschlichen, Auge und Ohr auf's äußerste anspannend, um jedem mir etwa Begegnenden auszuweichen. Doch um solche Stunde ging für gewöhnlich niemand mehr auf dem Saumsteige, indeß sicher wissen konnte man's nicht. Ich wollte mir jedenfalls das Abenteuer, dem ich mit so großer Spannung, entgegenging, nicht durch eine Unvorsichtigkeit verderben. Die Nacht war warm und dunkel, ein zum größten Theil bedeckter Himrnel; doch der Pfad war ohne besondere Schwierigkeit einzuhalten, und als ich dann den letzten Anstieg weglos zu der am Horizont sich unsicher abhebenden Hütte machte, fand ich mich gut durch Fels und Gestrüpp. Alles, was ich an Indianer- und Schmugglergeschichten in meiner Kindheit gelesen hatte, kehrte mir in mehr oder weniger dunkler Erinnerung zurück; befand ich mich jetzt doch selbst auf dem Kriegspfade." Verwegen mußte ich fein wie ein Jaguar, behende gleich der Antilope, schlau wie das Opossum. Ich begab mich, an dies letzte Thier denkend, nicht in die Hausruine, sondern legte mich einige Schritte entfernt bei einigen jungen Eichen nieder. Auch ein Luchs hätte mich dort nicht entdecken können. Endlos schien mir das Warten kein Laut ringsum. Wo tief unten der See lag, von hier aus bei Tage sichtbar, bisweilen ein heller Lichtschimmer die Zollkreuzer waren mit ihren Scheinwerfern auf der Wacht. Es belustigte mich wie das klopfenden Herzens daliegende Bleichgesicht, das aus sicherem Versteck die blutgierigen Rothhäute einen hinter dem anderen auf schweigendem Kriegspfade vorüberziehen sieht. Wartet nur, Ihr Grenzer, ich helfe Euch heute ein Schnippchen schlagen! Endlich vernahm mein gespannt lauschendes Ohr ein Geräusch. Ohne Zweifel Tritte im Gestein. Ich duckte mich zusammen, so sehr ich es nur vermochte. Wenn es vielleicht einer der Finanzer war, die nicht selten Nachts draußen streiften, aber eigentlich nie in dieser Richtung, wie ich aus ihren Gesprächen wußte, sondern nach der Grenze hinüber! Wenn's vielleicht gar der überlegene Kommandant war, den der Alte, der sich mit mir nur einen Spaß machen wollte, geschickt hatte, um den gefährlichen Schmuggler" aufzuheben! Der Hohn alsdann! Ich zitterte förmlich. Und währenddessen war der Alte vielleicht sonstwohin zum Loche hinaus, hatte uns beide, den Kommandanten und den Romanhelden. genasführt, indeß er selbst sein Schäfchen in's Trockene brachte, . (Schluß folgt.)

Aufmerksam. Sie waren in dem Vortrage bei Professors Schönhals? Haben Sie da etwas Neues gehört?" Natürlich, die Frau Amtmann ist neben mir gesessen und hat mir mancherlei erzählt.

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