Indiana Tribüne, Volume 30, Number 35, Indianapolis, Marion County, 3 October 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 3 Oktober 1906.

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Der Fluch N (.'ilVii . V LlfM M tf 1 z ÜCl UHU II MUi . i Ein Vomn aus der groften Welt von j. Gregor Samarow (Fortsetzung.) Klara war unermüdlich in ihrer Krankenpfleae. und nur auf den strengen Befehl ihres Vaters zog sie. nachdem Rheineckes unmittelbare Lebensgefahr vorüber aegangen. sich während einiger Nachstunden in ihr Zimmer zur Ruhe zurüö. Das Wundfieber war glücklich überwunden, die Wunde begann regelrecht zu heilen, und es blieb nur eine große Mattiakeit und Erschöpfung bei dem Kranken zurück, welche ihn für jede Unruhe und jedes Geräusch empfindlich machte. Er hatte, als er das klare Bewußtsein wiedergewonnen, mit glückstrahlenden Blicken Klara begrüßt. Seit dem Augenblick, an welchem der öerhängnißvolle Schuß ihn zu Boden gestreckt, wußte er nicht, was mit ihm geschehen, er sah sich nun aber plötzlich an dem Ziel seiner innigsten und sehnfüchtigsten Herzenswünsche, und dafür hätte er gern noch schwerere Leiden ertragen. Graf Otto war dazu gekommen. als Rheineck Klaras Hand in der seinen hielt und mit seiner schwachen Kraft an seine Lippen zog. Klara hatte ihre Hand nicht zurückgezogen und ihr Vater hatte wehmüthig lächelnd mit dem Kßpf genickt und in seiner offenen herzlichen Weise gesagt: Ich hätte das nicht gedacht, mein lieber Rheineck, und gestehe Ihnen offen, daß ich andere Pläne und Wünsche hatte, nun es aber so gekommen ist, seien Sie mir als mein Sohn willkommen! Klara hat ja alles gethan, um Sie dem Tode abzuringen, nun bleibt ja nichts übrig, als Sie ihr zu lassen " Er hatte wie segnend die vereinigten Hände der Beiden berührt, und damit war nun das Verhältniß, das Beide noch in weiter Ferne und von vielen Hindernissen umgeben geglaubt hatten, besiegelt. Trotz Rheineckes Schwäche, trotz der bangen Sorge, welche Klara noch immer um sein Leben erfüllte, waren beide doch so glücklich, wie es zwei junge Herzen nur fein können, wenn sie sich zu unauflöslichem Liebesbunde vereinigt haben. Sie hatten sich so unendlich viel zu sagen, und da Rheineck nur wenig sprechen durfte, auch keine unruhigen und lauten Töne ertragen konnte, fo führten sie ihre Unterhaltung in halblaut geflüsterten Worten und in Blicken, die sie vielleicht besser verstanden, als die Worte, und diese Unterhaltung trug immer mehr zur Heilung des Verwundeten und zur allmäligen Wiederherstellung seiner Kräfte bei. Die Gräfin Otto erholte sich nur langsam von der Erschütterung durch den Schreck und die Aufregung, ihre Nerven waren überspannt, sie litt an Ohnmachtsanfällen, ein nervöses Husien quälte sie, und die gute Einwirkung des Aufenthalts in der reinen Luft von Steinkirchen war vollständig wieder verschwunden. Sie war durchsichtig bleich, ihre Augen waren tief eingefallen, und sie zuckte bei jedem harten Tritt, bei jedem lauten Ton zusammen. Ihre ganze Freude war Lara. Die Tochter des Waldhüters schien auf sie fast einen magnetischen Einfluß zu haben ihre Blicke belebten sie, sie fand Beruhigung durch ihre Stimme, und auch ihre Lieder konnte sie hören, ohne durch den hellen vollen Klang der Töne aufgeregt zu werden. Wenn sie. was öfter vorkam, leicht eingeschlummert war. so erwachte sie aufschreckend, wenn Lara sich von ihr enfernte. und ihre wohlthätige Zauberin, wie sie Lara nannte, mußte auch NachtS ihr Schlafzimmer mit ihr theilen. Lara vergalt ihr diese Zuneigung mit liebevoller Hingebung, sie las jeden Wunsch in dem Blick und der Miene der Gräfin, und erfüllte denselben, ehc diese noch den Mund geöffnet hatte, und wenn Graf Otto kam, um seine Gemahlin zu besuchen, so wurde sie mit thränenschimmernden Augen nicht müde, Lara zu rühmen und dem Schicksal zu danken, das ihr eine solche Stütze zugeführt. Ich weiß nicht," sagte sie oft, was Lara für mich ist, sie steht mir nahe wie eine Schwester, obgleich ein so großer Unterschied der Jahre uns trennt, und dann liebe ich sie wieder wie mein Kind, wie meine zweite Tochter. Das soll sie sein immer und immer, niemals darf sie uns wieder fremd werden, niemals unser Haus verlassen." Graf Otto drückte dann Lara innig die Hände, berührte mit seinen Lippen ihr Haar und ihre Stirn und dankte ihr ulit warmen innigen Worten für die Wohlthat, die sie seinem Hause gebracht. Die Gräfin besuchte an jedem Tage das Krankenzimmer, in welchem Klara an Rheineckes Lager saß. Sie hatte sick schnell in das ihr ganz unerwartete Verlöbniß ihrer Tochter gefunden, mit dem ihr Mann ja zufrieden war sie selbst suchte und verlangte ja nichts als Frieden und Harmonie um sich her. und in ihrem matten, oft von Nervenzucken verzogenen Gesicht strahlte reine und herzliche Freude, wenn sie ihre Tochter so glücklich ihres Samariteramtes walten sah. Lara umarmte dann die junge Gräsin mit inniger Herzlichkeit, sie sah sie mit ihren forschenden, in die Seele drinaenden Blicken an, und flüsterte wohl schaudernd vo$. jtch Zig:

Gott bat es so gewollt das Werk der bösen Geister hat zum Segen werden miifl.n; aus dem vergossenen Blut sprießen die Blüthen der Liebe und des Glücks auf. und, wer auch dies Blut vergossen haben mag, ihm möge vergeben sein nicht wahr, Gräfin Klara, Sie vergeben? O, es ist so schön, zu vergeben, und so bitter und hart, zu hassen, und das Gift der Rache im Herzen zu tragen!" Ich vergesse Alles Alles " rief dann die Gräfin Klara, wenn Lara so gesprochen, hat es doch zum Guten binaus geführt, und Gott bewahre mich oavor. jemals zu erfahren, wer jenen Schuß gethan." Immer weiter schritt Rbeinecks Besserung und bald durfte er kräftigere Nahrung zu sich nehmen. Er konnte lebbafter sprechen. Klara durfte ihm

vorlesen, aber häufig wurde die Vorlesung unterbrochen und Graf Otto hörte im Nebenzimmer die Beiden lachen. Endlich kam die Zeit, daß Rheineck das Lager verlassen konnte. Damit hörte Klaras unmittelbares Pflegeamt auf und sie zog sich wieder in ihr Wohnzimmer zurück, um nur bei den Mahlzeiten und Abends beim Thee, zu dem Rheineck wieder erscheinen konnte, mit dem Geliebten zusammn zu treffen und außerdem ihn. als er noch etwas weite? vorgeschritten war, auf seinen Pro menaden im Garten zu begleiten. Es machte sie glücklich, ihn zu stutzen, ne freute sich seiner wiedererwachenden Kraft, und stolz und fröhlich besuchte sie mit ihm die Plätze, zu denen sie sich früher mit der kleinen in sich abgefchlossenen Gesellschaft ihrer Freunde zurückgezogen hatten, um vor fremden Augen die Geheimnisse der Liebe zu verbergen, die sie nun offen vor aller Welt zeigen und bekennen konnten. Sie waren Beide glücklich, und nun. da die Gefahr vorüber war, schien ihnen die vergangene Zeit, in welcher der Tod ihnen s? nahe getreten war, wie von wunderbar verklärtem Lichte umflossen. Der erste Gast, der in Steinkirchen wieder erschien, war der Graf Rothenfels, welcher von feiner länger, als er es beabsichtigt hatte, ausgedehnten Reise zurückkam, um seine Tochter abzuholen. Er hatte schon von dm Ereignissen. die sich in seiner Abwesenheit zugetragen, gehört, und begrüßte Rheincck und Klara mit besonders herzlichen Glückwünschen, als ob er über diese Wendung erfreut sei. Es fand sich auch wieder eine kleine Gesellschaft zum Diner und zur Theestunde zusammen und nur die Gräfin Otto blieb noch imNlör in ihrem Zimmer, da sie keine vielseitige und aufregende Konversation ertragen konnte, und fuhr nur mit Lara allein zuweilen durch den Park. Balduin war fast gezwungen, sich mit Jda Rothenfels zu beschäftigen, und er schien dies mit immer größerem Eifer zu thun, sei es, daß er Klara seine Gleichgiltigkeit zeigen wollte, sei es. daß er wirklich durch Jdas Schönheit und Anmuth angezogen wurde. Graf Rothenfels, der sich lebhaft für öie in Steinkirchen so musterhaft betriebene Landwirtschaft interessirte, begleitete den Grafen Hakenstein gern auf seinen Ausfahrten, und bei einer solchen Gelegenheit sagte er nach einigen Bemerkungen über das Verhältniß zwischen Rheineck und Klara: Es freut mich von Herzen, mem ueder Freund, daß dies Alles so gekommen ist. Zwar vedaure ich, daß Ihr Wunsche den ich früher wohl bemerkt habe. Ihren Sohn Ezechiel Mit Ihrer Nichte zu verbinden, nun durchkreuzt ist. aber ich kann ietzt auf einen Gedanken zurückkommen, den ich schon früher in mir getragen, und den ich wohl ohne Indiskretion aussprechen darf, da in unseren Stellungen ebenso gut wie in den fürstlichen Häusern die Familienverbindungen Sache einer ern sten Erwägung sein müssen. Ich habe mir immer gesagt, fuhr er fort, als Graf Hakenstein ihn fragend ansah. daß meine Jda, die ja meine einzige Erbin ist, in Allem eine durchaus passende Partie für Ihren Sohn sein müßte, und ich bin in diesem Gedanken bestärkt worden, als ich dann im Frühjähr beim Rennen die Bemerkung machte, daß dieselben m einer ganz be sonders herzlichen Vertraulichkeit mit einander verkehrten. Als ich dann wahrnahm, daß Sie an die Wiederver einigunq der beiden Linien Ihres Hau ses dachten, ein Gedanke, den ich natürlich sehr richtig fand, habe ich die in Mir aufsteigende Idee Nicht ausgesprochen. Nun aber möchte ich doch auf diefelbe zurückkommen es wurde sich da einmal ein sehr schöner Besitz zusammen finden, der unseren Nachkommen eine fürstliche Stellung sicherte, und. so weit ich Ihren Sohn Ezechiel kenne, würde ich ihm mit vollem Vertrauen die Zukunft meines Kindes anver trauen er ist ein edelgesinnter junger Mann, von dem man nur Gutes Hort, und wahrlich ganz geschaffen, eine Frau glücklich zu machen. Das lebhafte Temperament meiner Jda würde an seinem ernsten ruhigen Wesen eine Stütze finden, und er würde wiederum durch sie angeregt werden. Ungleiche Charaktere ergänzen sich und schließen sich darum am meisten an einander an Was meinen Sie zu einem solchen Gedanken? ich glaube, wir können ganz offen darüber sprechen, da Sie," fügte er lachend hinzu, von mir ja wohl nicht voraussetzen können, daß ich meine Tochter nur unter die Haube bringen will. Das Gesicht des Grafen Hakenstein hattt fast einen feindlich drohenden

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Ausdruck angenommen, und mit rauher Stimme sagte er: Taraus wird und kann nickts werden, mein lieber freund, so ehrenvoll und erwünscht mir auch eine Verbinoung mit Ihrem Hause sein wurde." Rothenfels schien verletzt durch diese kurze und scharfe Abweisung. Uno warum nicht? fragte er dann, man alaubt dock, dak meine einiae Tochter und Erbin eine auch für die vornckmsien Kavaliere wohl annehmbare Partie ist. Das ist sie aewik saate Graf Sakenstein düster, aber mit Ezechiel ist nichts zu machen, gar nichts er hat kein Gefühl für die Stellung, zu der er geboren ist. und tränt stsfi mit hnvtn: O I , I -7 sien und Herzenöverirrungen. die ich tief benage. (So hat er Ihre Nichte geliebt ' iiagte Rothenfels, und wäre durch Rheineck verdrängt worden?" Rein, nein, das war es n.cht." iazt: Graf Hakenstein, finster den Kops lchutt:lnd, daron ist keine Rede gewe sen. Er hat ja den Gedanken einer Verbindung mit Klara so bestimmt abgelehnt, daß ich zu zweifeln begonnen habe, ob er dazu gemacht sei. mein Haus weiter zu führen auf ö:m SSerc den ich mit vieler Arbeit und aucy rat. vielem Erfolg betreten habe." Und was steht denn entgegen? - Hat er irgend eine andere Neigung, ha-. er vielleicht schon seine Wahl getrofsen?" Ich fürchte es. ja ich glaube eö zu wissen," erwiderte Graf Hakenstein, schwer seufzend. Fragen Sie mich nicht weiter das ist eine schlimme, sehr schlimme Geschichte, die ich in ewi. ges Geheimniß verhüllen möchte, und die, wenn sie jemals bekannt wird, zu schweren Konflikten fuhren muß, dik einen Schatien, einen finsteren Schatten auf mein Haus werfen wird, den ich um jeden sreis abzuwenden für meine Pflicht halte. Ich bin entschlossen wenn Ezechiel auf dem Wege bleibt, den er, wie ich fürchte, betreten, meinen gan zen Willen daran zu setzen, daß er nie mals mein Nachfolger in dem Majorat wird, und sollte nnr das nicht gelingen, so werde ich schweren Herzens aus dem Leben scheiden! Rothenfels war erschrocken über diese drohend gesprochenen Worte. Ich beklage es, mein lieber Freund' sagte er, daß ich einen so schmerzlichen Punkt berührt habe, aber," fuhr er dann kopfschüttelnd fort, ich kann es nicht glauben, daß Ihr Sohn Ezechiel eine feiner unwürdige Liebe im Herzen tragen könnte und daß er eine solchc Verirrung eigensinnig verfolgen sollte." Unwürdig und unwürdig ist ein Unterschied, wie man darüber denken mag." sagte Graf Hakenstein, erlassen Sie mir, ich bitte Sie nochmals darum, jede weitere Erklärung. Jedenfalls ist Ezechiel eigensinnig, und ich fürchte daß er stch nicht von dem Wege abbringen lassen wird, der ihn in's Unglück führen muß. Doch." sagte er dann. Rothenfels die Hand drückend, ich danke Ihnen für Ihre Mittheilung, die mich unter allen anderen Verhältnissen freudig stimmen würde. Ich verspreche Ihnen, einen Versuch zu machen, um Ezechiel zur Pflicht zurückzuführen, die er mir und uns Allen schuldig ist, vielleicht ist er meinem Plan mit meiner Nichte nur darum so schroff entgegengetreten, weil ste ihm ihre Liebe zu Rheineck, von der damals Niemand etwas ahnte, anvertraut haben mag. Vielleicht wird Ihre Tochter, die ja bei Gott reizend ist, ihm begehrenswerther erscheinen." Ich hoffe es," sagte Rothenfels. und kann mich nicht lo leicht von diesem Gedanken trennen." Leider aber " sagte Graf Haken stein, leider fürchte ich das Gegentheil. Dann aber wird es an mir sein, für die Zukunft meines Hauses zu sorgen. Mein Sohn Balduin wird sich von solchen Verirrungen frei halten, er wird eö verstehen, mein Werk fortzusetzen, und die Verbindung unserer Häuser könnte vielleicht auch durch ihn zu Stande kommen."

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Rothenfels antwortete nicht, er schien einen solchen Gedanken nicht ablehnen zu wollen, aber doch durch denselben nicht freudig berührt zu sein. Doch faß er für den Augenblick das Gespräch fallen. und beide fuhren schweigend bis zum nächsten Vorwerk, wo sie von dem Verwalter empfangen wurden und Graf Hakenstein eifrig und in wiedergewonnener heiierer Stimmung dem Gast seine neuen Anlagen und Kulturen erklärte. Auf dem Rückwege wurde das Gespräch, das sich so peinlich gewendet hatte, nicht wieder aufgenommen. Beim Thee war Rothenfels schweigsam und ernst, und oft ruhte sein Blick beobachtend auf Balduin und Jda, welche lebhaft miteinander sprachen, wenn auch Jda zuweilen wie träumend vor sich hindlickte und kaum zu beachten schien, was Balduin ihr sagte, um dann wieder, heiter lachend, eine scherzend Bemerkung zu machen. 11. K a.p i t e l. ie Verlobung des Grafen 3 j Rheineck wurde nach desscn vollständiger Wiederherstellung von Steinkirchen aus bekannt gemacht, da Graf Otto wegen der schwer erschütterten Gesundheit seiner Gemahlin seinen Aufenthalt dort noch länger, als es ursprünglich beabsichtigt war, ausdehnte, und nur kurze Zeit nach seinem Schlosse gefahren war. um die Bauten an demselben zu betreiben. Die Gesellschaft aus der Stadt strömte nun wieder herbei, und von den näher liegenden Landsitzen kamen Bekannte, um dem jungen Paar, dessen Hochzeit in kurzer Frist stattfinden sollte, ihre Glückwünsche zu bringen. Rheineck hatte sich, nachdem die Wunde ausgeheilt war. schnell wieder erholt, und Klara hatte das Glück, das ihr Herz erfüllte, die volle Jugendfrische wiedergegeben, so daß beide den immer neu anregenden Mittelpunkt einer fröhlich bewegten Gesellschaft bilbeten. Jüngere Herren kamen weniger, da die Offiziere noch in den Manövern abwesend waren. So war es denn Balduins Sache, den jungen Damen die Honneurs zu machen, und er wurde darin von Jda Rothenfels unterstützt. welche, da auch ihr Vater lernen Auf enryalt tn Stemkirchen verlängerte, ge wissermaßen als zum Hause gehörig galt. So sehr sie auch von der Sorge um die Zukunft bewegt war, so zeigte sie umsomehr äußerliche Heiterkeit, und nahm Balduins Aufmerksamkeiten als etwxis Natürliches entgegen, so daß m der Gesellschaft auch über diese Beiden mancherlei Gespräche geführt wurden und man sich zuflüsterte, es werde wohl bald in Steinkirchen noch eine Verlobung stattfinden. Graf Hakenstein blieb finster und einsilbig, obgleich er es an Aufmerksamkeiten für seine Gäste nicht fehlen ließ. und er antwortete namentlich kurz und ausweichend, wenn er nach seinem Sohn Ezechtel gefragt wuroe, wayreno er Balduin immer mehr Vertrauen zeigte und oftmals oegen Bekannte rühmte, wie sehr derselbe ihm in allen seinen Geschäften zur Seite stehe und überall sene Pläne und Ideen verstehe and in seinem Sinne zur Ausführung bringe. Die Gesellschaft wurde noch zahlrei cher und das Leben in Steinkirchen noch wechselnder und bewegter, als rne Ma növer zu Ende waren und die Jagdzeit begann. Es wurden große Treibjagden gehalten, bei denen Graf Otto die Honneurs machte und nach denen sich die Gesellschaft zu vortrefflichen Diners und lmprovisirten Ballen, ot oarum nicht minder alänzend und animirt waren, zusammenfand. Bewegter und fröhlicher war kaum jemals eine Saison in Steinkirchen gewesen. Baron Bärenstein kam häufig zu den Jagden, zuweilen begleitete ihn seine Gemahlin, doch hielt sie sich von dem heiteren Trei, ben der Jugend zurück und verkehrte vorzugsweise mit Klara, mit der sie oft lange vertraulich Gespräche führte.

Drobirt Lardui

gegen Schmerzen im Rücken, unregelmäßigen Monatsfluß, Ohnmachtsgefühl. Kopfweh, kalte Hände und Füße, Schwindelanfälle, Krämpfc, Nervosität. Reizbarkeit und alle Störungen der weiblichen Organe oder Funktionen. Arbeits-Mädchen. in Store. Office und Fabrik. Schullehrerinnen, Hausarbeitcrinnen etc.. welche ihre Kräfte durch Stehen, Heben, Nähen. Kehren etc. überanstrengen, leiden gewöhnlich an Krankheiten, die ihrem Geschlechte eigen sind, und sie sollten, ehe ihr Zustand gefährlich wird, fich mit der wohlbekannten und erfolgreichen Medizin für kranke Frauen behandeln

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Ob ich lebe oder sterbe," schreibt Sarah G. Butts, die populäre- Schullehrcrin von Whitc Plaines. Va., ich bin sicher, daß der Tod nicht schlimmer ist als die Schmerzen, welche ich bei den Perioden zu erdulden hatte. Ich hatte ein Frauenleiden der schlimmsten Art. Ich hatte viele Medizinen ohne Erfolg gebraucht, daß ich der Verzweiflung nahe war. Vier Flasche Cardui verschafften mir Linderung, und ich bin jetzt kräftiger als seit fünfzehn Jahren. Cardui ist sicherlich ein Universalmittel für Frauenleiden.

Möge Gott Ihre Bestrebungen segnen und Ihren Wirkungskrcis erweitern, bis Sie jede leidende Frau erreicht haben."

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Endlich kam auch Ezechiel und mit ihm Braunau. Jda war glücklich, den Geliebten wiederzusehen, mit dem sie freilich nicht so ungezwungen wie früher verkehren konnte, da sie sich von ihrem Vater beobachtet fühlte. Aber sie konnte ja E?echiel, dem Sohn d:s Hauses, ein ungezwungenes Entgegenkommen zeigen. und so fand b:nn auch Braunau Gekgenhett als Begleiter seines Freundes. der ja sein? Liebe kannte und beschützte, sich ihr in äußerlich glcichgiltiger und zufälliger Weise zu nähern. Niemand achtete darauf. Balduin aber bemerkte wohl, daß Jda sich immer mehr und mehr von ihm zurückzog und seinen Aufmerksamkeiten auswich, seinem scharfen Blick entginq es auch nicht, daß zwischen ihr und Ezechiel ein ihm feindliches Geheimniß bestehen müßte. Er hatte lange Besprechungen mit seinem Kammerdiener Franz. und das Resultat derselben war, daß Franz eines Tages nach der Stadt fuhr, um verschiedene Aufträge feines Herrn auszuführen, denen auch der Graf und die Gräfin noch verschiedene Bestellungen hinzufügten. Franz ging in die Altstadt nach dem Hause des Herrn Ehrenfried, den er in seinem Kabinet hinter dem Antiquitäten laden fand. Ehrenfried begrüßte ihn mit rücksichtsvoller Höflichkeit. Ich freue mich," fagte er, daß Sie sich meiner erinnern, und hoffe, daß Sie mir ein gutes Geschäft bringen." Ich denke, Sie können mit mir zufrieden sein. Herr Ehrenfried," sagte Eranz. Als ich früher im Dienst des arons Martenow war, habe ich Ihnen doch zum Absatz manches schönen Stücks verholfen und auch manches gute Geschäft vermittelt. Jetzt handelt es sich um irgend eine besonders schöne Bronze. Mein Herr, der Graf Hakenstein wünscht damit einer Dame ein Geschenk zu machen, und ich habe den Auftrag, mich danach umzusehen, und komme daher zunächst zu Ihnen." Ich bin Ihnen sehr dankbar," sagte Ehrenfried, und kann Ihnen einzelne vortreffliche Stücke zeigen." Er führte Franz in den kleinen Laden und legte ihm verschiedene alte Bronzen von hohem Werth vor. Franz machte stch Notizen über die Beschaffenheit der Stücke und deren Preis, und sagte, daß er seinen Herrn, der ohnehin nach der Stadt kommen wolle, veranlassen werde, zu ihm zu gehen, und seine Auswahl zu treffen, er sei gewiß, daß er etwas ihn Ansprechendes finden werde. Ehrenftied dankte ihm nochmals und sagte, ihm vertraulich auf die Schulter klopfend: Sie wissen, mein verehrter Freund, daß ich Dienste anzuerkennen weiß, und wenn ein gutes Geschäft zu Stande kommt, so werden Sie dabei nicht leer ausgehen." Das weiß ich ja, mein lieber Herr Ehrenfried," erwiderte Franz. ich habe mich niemals über Sie zu beklagen gehabt, und Sie wissen auch, daß ich immer bereit bin, Ihnen gefällig zu sein." Ehrenfried führte ihn in sein Kabinet zurück, holte aus seinem Schrank eine Flasche Ungarwein und schenkte zwei Gläser voll. Dann sagte er: Sie werden mir eine Frage nicht übel nehmen. Ihr Herr, der Graf Balduin, ist gewiß ein Kunde, der mir sehr werth ist " Graf Balduin," sagte der Kammer diener, indem er den Althändler verwundert ansah, ist der zweite Sohn des Grafen txlkenstein (Fortsetzung folgt.) D i e k i n de r reHVK e F am i l i e in Minnesota ist die Familie Marek in Owawnna. Daö Ehepaar hat 19 Kinder, die alle am Leben sind und sich in guten Verhältnissen befin den.

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sl. Sl-Ott-Kaschen zu haben. Absturz in eine Glctschkrsjkittc. Gchrekliche Tod eine Madicntt Cüctlehrcr in deu Tiroler Alpe. Ueber den tödtlichen Absturz eines Deutschen in eine Spalte des Gepatscher Ferners schreibt ein Bozener Blatt: Der Gepatscher Ferner, der größte Gletscher von Tirol, ist stellenweise furchtbar zerklüftet und sehr schwer zu begehen. Vor Kurzem traten nun der Oberlehrer Dr. Averbeck aus Aachen und der Referendar Küppers aus Bonn, vom Gepatschhaus ausgehend, eine Tour nach der 3534 Meter hohen Weißseespitze an. wobei sie den ganzen Ferner überschreiten mußten. Das Wetter ließ nichts Gutes erwarten, weshalb man die beiden warnte und ihnen rieth, sich wenigstens einen Fübrer mitzunehmen; allein Averbeck lachie und meinte, er brauche nie einen Führer. Gegen 3 Uhr Nachmittags erreichten die beiden Touristen eine kritische Stelle, wo der Ferner arg geborsten und mit trügerischem Schnee bedeckt war. Averbeck ging voran und fand eine Eisbrücke, die er überschreiten wollte. Doch Küppers erschrak bei dem Anblick der Brücke und bat seinen älteren Gefährten, sie nicht zu betreten. Averbeck kehrte sich nicht daran und ging auf das gefährliche Eisgebilde zu. Da ertönte ein Krachen; die Brücke brach, und Dr. Averbeck stürzte in die darunter klaffende Spalte. Die beiden Touristen waren angeseilt, und Küppers vermochte mit Aufgebot aller Kräfte dem schrecklichen Rucke standzuhalten, allein er konnte weder das Seil versichern noch einen guten Halt für seine Füße finden, und so wurde seine Lage bald eine wahrhaft entsetzliche, denn Averbeck war ein großer, schwerer Mann. Die beiden sprachen miteinander, und als Dr. Averbeck, der frei hing und außerstande war. sich heraufzuhelfen, vernahm, daß sein junger Gefährte immer mehr an den Rand gerissen wurde, da sagte er: Na, so schneiden Sie doch das Seil durchi Küppers weigerte sich anfangs, als ihm aber die Kräfte immer mehr und mehr schwanden, da befolgte er endlich den Rath, und Averbeck fiel schwer m die Tiefe. Nun beugte sich Küppers über den Rand und rief laut nach dem Verunglückten, erhielt aber keine Antwort. Küppers wartete noch etwa eine halbe Stunde, dann lief er zur RauhenkopfHütte und, da er dort niemanden antraf, weiter bis zum Gepatschhaus, wo er das schreckliche Unglück meldete. Die Führer traten trotz Einbruch der Dunkelheit den Weg zum Ferner an. Küppers begleitete sie. Allein bald begann wildes Schneetreiben, so daß weiteres Vordringen aussichtslos gewesen wäre. Man begab sich also in die Rauhenkopfhütts. Um 3 Uhr ftüh brach die Expedition wieder auf und erreichte gegen 5 Uhr die Unglücksftelle. Da zeigte sich nun, daß Averbeck. der wohl durch den Sturz betäubt worden sein mochte, wieder zu sich gekommen war und sich Stufen gehauen hatte. Auf diese Weise war er beinahe bis an den Rand der Spalte gekommen. Dann mochte er von einem herabstürzenden Eisstück getroffen worden fein, denn er fiel wieder zurück und fand den Tod !n der Spalte. Die Führer zogen die Leiche herauf und brachten sie in's Kaunser Thal. Die elektrischen Lokomotiven im Simplon-Tunnel entwickeln eine Schnelligkeit von 432 Meilen die Stunde und brauchen 1? Minuten, um den Tunnel zu durchfabren. Machte fich für seine Einbalsamirung fertig. Ein W. I. Adams, Assistent in einer Leichenbeftattungsanstalt in Temple, Tex., schrieb einen Brief an seinen Arbeitsgeber. in dem er letztwillige Bestimmungen über seine Leiche traf, zog sich für die Beerdigung fertig an und legte sich dann auf den Tisch, der zum Einvalsamiren der Leichen benützt wird. Dann nahm er Gift und starb.

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