Indiana Tribüne, Volume 30, Number 35, Indianapolis, Marion County, 3 October 1906 — Page 6

Jndiana Tribüne,

s Oktober 1906

Alöbel, Teppiche, Ofen und ansausftattungen. Da neueste und vollständigste Lager der Stadt. Die mäßigsten Preise, welch je für Waaren erster Klaffe erlangt

wurden. Ein Besuch in unserem BerkaufSlokale wird sich für Sie bezahlen. Sie werden zuvorkommende Behandlung , erhalten. WILLIQ'S 141 Weft Washinglon Str. Beachten Sie unser Schaufenster für Montagö oder Freitags Bargains. LEO LAND0, OMr 142 N. Pennsylvania Str. Hauptquartier für Brillcu Operngläser mtf Brillen werden nach den besten Knb?den den Augen angepaßt. ünttliche Augen werden schmerzlos ein eie. Karstadt Bros. Dampf-Färberei und Reinigungsanft ulk. Haupt. Offik: 1435 . Illinois Ttr. Braucht: 4 Virginia Ave. 206 Jndiana Ave. 218 St Illinois. Vetd Vhones Jacob Rierdorfs ...Taloott... Jlo. 885 Maffachusetts Atze. Meine Freunde und Bekannten, sowie dat Publikum im Allgemeinen find freundlicbt eingeladen, mich in meinem neuen Lokale besuchen. f ins r Lunch orgen und NbmtttOs. Wrn. Stoeffle? SeileeFi. 5fo 20T Nord Noble Straße Neues Telephon 2001 . Aerzte. Dr. Iv Herbert Sem. Arzt bet NniverfttStSttinik in Wie und katserl. MilltSr.Srzt Spezialität : Geschlechts uud Hautkrankheiten Offtce : Van Vorh:s Gebäude. 120 t.ft Df)o tr. Svrechftundeu: -11 Vm 2-4 9fcn., 7-8 Abend New Telephons : Office 444. Wohnung 7. Dr. j. A. Suteliffe, Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin und Rectum Krankheiten, Office : 1 ö ö Oft Market St. Tel 941 OfftStunden: dii 10 Uhr m.i 2 bi 4 UhrNm Dr. Paul F. Mattw, Vrakttfcher Arzt und hirnrg. Sprechstunden: 11.00-12.s0 .SO 4.00 täglick Sonntag: Auf erabredung. WUloughby Gebäude, 99 Kort eridi trO Tel., Main 4414. Wohnung : i06 Nord NemIerser, Str. Telephon: Main. 9; Zlk Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. dandett all akut undl chronischelKraukheite. Eveziell Rheumatismus, Rectum und Frauen-Krankheiten. Vffice : 14 weft Vhio Straß. Office-Stunden : 1011 Bm. 34 N onntagi : 8.3010.3 m. Tel. neu 48. S,tzMg : 1250 Madifon Vlven Telephone : Itt, 2025. m, 9282.

(Lropaische Nachrichten.

MittekdeutscHe Staaten. Braunschweig. Beim Tur. nen verunglückte der Bäckergeselle Schäfer von hier; er machte auf dem Grundstück Nußvergstraße 37 am Reck Turnübungen, fiel dabei auf den Kopf und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung; er wurde mit dem nitätswagen nach dem Krankenhause gebracht. Beierfiedt. Das vierjährige Töchterchen des Arbeiters Cammrad, dessen Wohnung hier in der Nähe der Richtung nach Watenstedt über die Soltau führenden Brücke liegt, ist von genannter Brücke abgestürzt, sofort unter dieselbe gespült und nicht wieder zum Vorschein gekommen. Am nächsten Tage wurde die Leiche gelandet. Grofsaga. Ein Hund überfiel im benachbarten Lessen den 82 Jahre alten Barbier Stolze und warf ihn zu Boden. Das Thier zerfleischte dem Manne einen Arm und brachte ihm auch sonst noch schwere Verletzungen bei, so daß er in bedenklichem Zustande vom Platz getragen wurde. H a s s e f e l d e. Der etwa 43jährige Maurer Franz Sturm wurde durch einen Personenzug überfahren. Sturm wollte auf den bereits in Bewegung sich befindenden Zug svringen, glitt hierbei aber aus und fiel unter die Räder, wobei Kopf, Arme und Brust zerquetscht wurden, so datz der Tod sofort eintrat. Sturm hinterläht außer der Wittwe noch 5 Kin der im Alter von 14r 25 Jahren. M e u s l w i tz. Tödtlich verunglückt ist im Luckaer Forste der Borarbeite? Wilhelm Zeidler aus Hagenest dadurch, daß ihn beim Fällen von Bäumen ein nieverfallender Baum mit voller Wucht auf den Kopf traf und ihm die Hirnschale zertrümmerte. Der über 60 Jahre alte Mann starb auf dem Transporte nach seiner Wohnung. N e u w e r k. An der MündungSstelle des hiesigen Mühlengrabens in die Bode ertrank das dreijährige Söhnchen des Steinbrucharbeiters Zenke. Roda. Im vollendeten 53. Lebensjahre ist der Bürgermeister unserer Stadt, Hecmann Loeser, nach kurzem Kranksein gestorben. Der Dahingeschiedene erfreute sich bei der gesummten Bürgerschaft allgemeiner Achtung und Beliebtheit; er stand über ein Jahrzehnt an der Spitze unserer städrischen Verwaltung. Sein letztes Werk war die Errichtung einer kleinen Thalsperre (Badeanlage) im Weiherthale unterhalb des Kurhauses. Scheibe. Das fünfjährige Söhnchen des Holzhauers Gebhard goß in Abwesenheit der Eltern auf das im Erlöschen begriffene Ofenfeuer Petroleum. Die Kanne explodirte und der Knabe erlitt so schwere Brandwunden, daß er alsbald starb. Zerbst. Ein schwerer Unfall ereignete sich in dem nahen Leps. Das vierjährige Töchterchen des Kossäten Heinrich .rurde von einem in den Thorweg einfahrenden Erntewagen derartig an die Wand gedrückt, daß sein Kopf schwer verletzt wurde. Die Haut wurde fast vollständig vom Kopfe gerissen. Das Kind fchwebt in Lebensgefahr. ' SacHlen. Dresden. In einer Restauration in Leipzig schoß sich der 16 Jahre alte Handlungsgehilfe Kurt Paul Ulrich von hier eine Revolverkugel in die Brust und erlag im Krankenhause der Verletzung. C u l i tz s ch. Dem Berginvaliden und Nachtschutzmann Leistn ist die silberne Lebensrettungsmedaille verliehen worden. E i n s i e d e l. Aus verschmähter Liebe brachte sich hier der Sohn eines Werdauer Fabrikanten, der 18jährige Volontär Schmidt, mittels seines Taschenmessers eine schwere Verletzung bei, so daß infolge innerer Verblutung der Tod kurze Zeit darauf eintrat. Großbart he n. Kantor Leonhardi Hierselbst feierte sein 25jähriges Amtsjubiläum. Schon am Vortage des Festes erschien Prinz Sizzo von Schwarzburg-Rudolstadt mit Familie und überreichte unter anerkennenden Worten ein werthvolles Geschenk. Kunnersdorf. Auf dem Neubau des Fleischermeisters Becker in der Brüderstrahe zu Hainichn ereig nete sich ein bedauerlicher Unfall. Der Zimmermcmn Kunze von hier benutzte beim Balkenrücken, entgegen bftrnderer Anweisung, einen Hebebcrum. Infolge übermäßig Belastung brach aber die Spitze des Hebebaums, und Kunze, der infolge dessen das Gleichaewicht verloren hatte, stürzte auS der H?he von drei Stockwerken ab. Er erlitt verschiede schwere Verletzungen und wurde von der freiwilligen Sanitätskvlonne in seine Behausung geschafft. Leipzig. Oberlehrer Lic. theol. H. Stephan habilitirte sich in der tvologischen Fakultät der hiesigen Universität. Neu - Schmolln Einen Genickbruch erlit: hier durch Absturz von einem Dacye der 27 Jahre alte Dachdecker Hartmann auö Rammenau. Der Verunglückte ist bald nach dem Absturz gestorben. P o h l i tz. Schwer verletzt wurde hier der 17jährige Barbierlehrling

Klein. Auf dem Seimweae zum Vo,

gelschießen gerieth er mit einigen jungen Burschen in Streit, in dessen Verlauf ibm der 16jährige MarktHelfer Reimann einen so wuchtigen Schlag über den Kopf versetzte, daß Klein tobsüchtig wurde. S e b n siT ' Schmiedemerster Gustav Adolf Biesold feierte mit seiner Gattin in körverlicher und geistiger Frische die goldene Hochzeit. Ein Mord ist hier an dem Gastwirtd Külbell im Bergrestaurant Hofbufch verübt worden. Er wurde durch mehrere Schüsse getödtet. Der unbekannte Thäter ist entkommen. KesseN'Iarmstadt. D a r m st a d t. Die 32jährige Schneiderin Susanne Benz in Darm stadt hat sich über den Grohyerzog und die Großherzogin in höchst unfläthiger und beleidigender Weise geäußert. Sie wurde von der Strafkammer zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. B u tz b a ch. Der Dachdecker Heyd stürzte bei Reparatur - Arbeiten vom Dach und war sofort todt. Groß - Zimmern. Der Bauunternehmer Philipp Reitzel. der wegen Concursvergehens in U nterfuchung war, erschoß sich in feiner Wohnung. Reitzel war schwer krank. H a m b a ch. Der Winzer Jakob Gaade ermordete seine ftrau auf offener Straße während des KirchgangeS durch acht Messerstiche. Der Mörder ist flüchtig. Laudenbach. Der spurlos verschwundene hochbetagte Taglöhner Adam Berg von Ober - Laudenbach wurde bei Nordheim im Ried erhängt aufgefunden. Ober - Roden. Der in den 40er Jahren stehende, allgemein beliebte Landmann Adam Nobel wurde bei einem Gewitter während der Feldarbeit vom Blitze getroffen und war auf der Stelle todt. Wapern. München. Unter einer Betheiligung des Publikums, wie sie sonst bei Vereinsjubiläen höchst selten vorkommt, feierte vor einiger Zeit die Kranken- und Sterbekasse der Zimmerleute der Au ihr 300jähriges Jubiläum. An der Einmündung der Pfandhausstraße auf den Lenbachplatz verschied kürzlich der 56jährige Kaufmann Joseph Katheriner ir'olge eines Schlaganfalles. A m d e r g. Hier hat der 26 Jahre alte ledige Gewehrfakrikarbeiter Lehner, nachdem er gewaltsam bei seiner Braut, der Obsthändlerin Schmidbauer, eingedrungen war, den dort anwesenden verwittweten Privatier Frank durch Revolverschüsse lebensgefährlich verletzt. Lehner beging darauf Selbstmord. Erlangen. Der Privatdozent für Staatswissenschaften an der hiesigen Universität, Dr. Gottfried Zoepfl, hat auf die Venia legendi verzichtet. F r i e d b e r g. Vor Kurzem stürzte der beim Einserbrau beschäftigte Braugehilfe Georg Wagner beim Bieraufziehen durch den Aufgang in den Keller und war sofort todt. Hienheim. Der Blitz schlug bei einem scharfen Gewitter im Anwesen des Maurermeisters Aloys Arnhofer ein und zündete. Das Wohnhaus und der Stadel brannten nieder; verschiedenes Kleinvieh kam in den Flammen um. Die Bewohner konnten nur ihr Leben retten. Nürnberg. Der zum Viehmarkt mit einer größeren Vaarschaft hier weilende 43iähriae .. Viebbändler Adam Lochner aus Kaltenbach in Württemberg wurde als ltqt aus dem Ludwigskanal gezogen. Die Untersuchung hat ergeben, daß Raubmord vorliegt. Passau. Dem Arbeiter Felix Jenisch wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Regensburg. Hier wurde im Hause D 127 an der SilbernenKranzgasse die ledige Marie Wollmann, Schwester der Besitzerin, von dem ledigen Metzgergehilfen Xaver Scherer von hier erstochen. Scherer kam am frühen Morgen in genanntes Haus, trank mit der Wollmann, mit der er früher ein Verhältniß untert)ali? hatte, in einem Parterrezimmer, wo noch einige Personen cmwesend waren, eine Flasche Bier. Kurz darauf stieß Scherer ohne jeden Wortwechsel der Wollmann sei Messer in die Brust. Die Verwundete lief noch in den Hausflur, wo sie zusammenbrach und nach einigen Minuten verschied. Der Thater flüchtete, wurde aber in Parsberg von der Gendarmerie verhaftet. E hat bereits vor Jahren den Latrinenreiniger Hierlmeier auf der steinernen Brücke durch einen Messerstich erbeblich verletzt und steht im schlechtesten Ruf. Er wurde bereits hier eingeliefert. Württemberg. Stuttgart. Der ordentliche rofessor Dr. Lueger an der Techntja" chen Hochschule wurde seinem Ansuchen gemäß in den Ruhestand versetzt und ihm auS dlesem Anlaß das Ritterkreuz deö Ordens der Württevrbety grschen Krone verliehen. Backnang. Der 63 Jahre alte, in der Gerberei Killinger beschäftiate Arbeiter Maier wurde bei großer Hitze vom Schlag getroffen und war sofort todt.

Gaildorf. Der Sohn deö frü-

heren Stadtschultheißen Frasch hier, Ingenieur Hermann Frasch der in Amerika lebt, hat seiner Vaterstadt einen Betrag von 5000 Mark zum Bau einer Turnhalle geschenkt. Großbottwar. Sin seltenes Fest wurde kürzlich in einer hiesigen angesehenen Familie gefeiert. Der frühere Stadtpfleger W. Bertsch und seine rau, die nunmehr auf einen 65jährigen Ehestand zurückseben, feierten im Kreise der nächsten Anaehörigen das Fest der eisernen Hochzeit. Aus dem Cabinett des Königs war ein Glückwunschschreiben, sowie ein prächtiger goldener Becher eingetroffen. Maulbronn. Durch einen Steinsturz in dem Steinbruch von Rösinger bei Sternenfels sind drei Arbeiter getroffen worden. Der 58jährige Christian Hildenbrand, ein Veteran von 7071, war sofort todt; auch der 39jährige Karl Arnold von Kürnbach, Vater von fünf unmündigen Kindern, erlitt tödtliche Verletzungen. Schwer, wenn auch nicht tödtlich. ist der 40 Jahre alte Geschäftsführer Glöckler verletzt worden. Er erlitt einen Bein- und mehrere Rippenbrüche. P f u l l i n g e n. Bei der bevorstehenden Umwandlung des alten FriedHofs in einen Stadtgarten soll auch das Grab der Schwester Uhlands eine entsprechende Auszeichnung erhalten. Sie starb hier 1836 als die erste Gattin von Stadtpfarrer Meyer. Bekanntlich ist von den Gräbern der anderen nächsten Angehörigen Uhlands, z. B. seiner Eltern, in Tüdingen jede Spur verloren gegangen. Deutschland's chemische Industrie. Wir stehen vor einer der riesigsten Quellen deutschen Reichthums. Eine Milliarde 600 Millionen Jahreserzeugung, beinahe 700 Millionen Jahresausfuhr. 2000 Fabriken. 200.000 Arbeiter. 260 Millionen Arbeitslohn, das ist ungefähr die Bilanz der deutschen chemischen Jndustrie im Jahre 1905. Wenn man bedenkt, daß die Anfänge ihrer EntWicklung kaum 30 Jahre zurückreichen, steht man verblüfft vor diesen Zahlen. Vor 30 Jahren beherrschte England den Markt der Salze und der Alkalien. Auf dem Gebiete der Theerfarvenherstellung hatte es einen beträchtlichen Vorsprung vor Deutschland. Deutschland hatte nur wenig Gasanstalten und mußte seinen Bedarf an Theer von England beziehen. Nach dreißig Jahren, im Jahre 1886, hatte Deutschland bereits 400 Fabriken, beschäftigte 78,000 Arbeiter und zahlte ihnen 64 Millionen Arbeitslohn. Gegenwärtig ist Deutschland die Vormacht nicht nur auf dem Gebiete der Farbenerzeugung, sondern auch auf der der änderen Ehemikalien und der Arzneimittel, und das trotz seiner Armuth an Rohstoffen . . Mit diesen Worten leitet Jules Hulet seine Betrachtungen über die chemische Industrie Deutschlands ein, die er in der weiteren Folge seiner Schilderungen des neuen Deutschlands im Fiaaro" veröffentlicht. Er beschreibt, nachdem er die wichtigsten Fabriken genannt hat, genauer einen Besuch einer Fabrik in Höchst. Besonders bemerkenswerth ist dabei folgendes: In einem Hofe bemerkte ich ungeheure Stücke blauen Stoffs im Sonnenbrand ausgespannt. Ich frage, was das bedeuten folle und erhalte die Antwort: Das bedeutet fünfzehn Jahre eines aufreibenden, jetzt aber beinahe beendeten Kampfes gegen den Indigo. Vor zehn Jahren führten wir noch für 26 Millionen Indigo im Jahre ein. Jetzt führen wir für 30 Millionen künstlichen Indigos aus, nach Europa, Asten und Amerika. Und das ist erst der Anfang, denn das was Sie sehen, ist ein Versuch. Wir setzen diese Stücke Kaliko von je 20 Meter Länge durch einige Wochen dem Regen und der Sonne aus und beobachten, welche sich am besten bewähren, denn jedes dieser Stücke ist mit einer anderen zusammengemischten Farbe gefärbt, einige davon auch mit natürlichem Indigo. Diese Entdeckung des künstlichen Indigos hat einen Zweig des Handels von Indien rmnirt, von wo aus jährlich für 80 Millionen natürlicher Indigo ausgeführt wurden. Bei allen morgenländi sehen Völkern in Aegyptn', China und Japan herrscht das Blau. Die Erfindung des Indigo hat daber die Enalander auch nrckt aera de vergnügt gestimmt. Sie haben gekämpft und kämpfen noch, aber sie sind besiegt.Die Bewohner von onaconing, Md sind in hochgradiger Aufregung infolge des Treroens emes Brandstifters, der in letzter Zeit in genanntem Städtchen sein Unwesen treibt. Während die Stadt in tiefem Schlummer lag, steckte der Schurke Morans Opernhaus in Brand. Glücklicherweise wurde das Feuer bald entdeckt. Ein Generalalarm wurde erlassen, und nach großen An strengungen gelang es, die Flammen noch rechtzeitig zu löschen, ehe großer Schcrden angerichtet wurde. Vor nicht langer eit wurde das Gebäude des Lonaconrng Star" von Branvstiftern medergeorannt, und der Vor mann Alexander Wheeler kam in den klammen um.

Die Wasserkräfte Schweben.

Auf dem kürzlich abgehaltenen Technikercongretz in Norrköping hielt Leutnant Sven Lübeck in der Sektion für Wege- und Wasserbauten einen Vortrag über die Wasserkräfte Schwedenö und seiner Nachbarländer. Man schätzt die Wasserkräfte Schwedens auf 10 Millionen Pferdekräfte, die gewaltigen Wassermengen Norwegens haben eine potentielle Eneraie von 28 Millionen Pferdekräften, während die Wasserkraft Finlands nur etwa 4 Millionen Pftrdestärken beträat. Von den Wasserkräften dieser drei nordisehen Länder kann aber nur ein kleiner Theil ausgenutzt werden, da zahlreiche Seen, Stromschnellen und Wasserfälle sich unbewohnten und abgelegenen Gegenden befinden. Schweden kann nach Lübeck's Berechnungen seine Wasserkräfte in noch größerem Umfange ausnutzen als Norwegen, und zwar kann es 2 Millionen Pferdekräfte verwenden, Norwegen dagegen nur 1,5 Millionen und Finland 0,3 Millionen Pferdekräfte. Die Wasserkraft Schwedens könnte besonders für Zwecke des Bergbaus, zum Schmelzen von Metallen und zum Betriebe chemischer Fabriken sowie zur Papierfabrikation verwendet werden. Durch die Ausnützung der Wasserkräfte würde natürlich der Bedarf an Steinkohlen viel geringer werden und die Handelsbilanz würde sich sehr verändern. Lübeck meint, die Einfuhr Schwedens würde um 60 Millionen Kronen jährlich abnehmen, die Ausfuhr dagegen um 125 Millionen Kronen steigen. Die Herstellung von Salpeter auf elektrischem Wege würde eine Verringerung der Einfuhr von Düngemitteln zur Folge haben. Die schwedische Regierung hat mit der AusAtzung der Wasserkräfte schon vor vielen Jahren begonnen. Sie hat die berühmten Trollhättafälle angekauft und 5 Millionen Kronen für die ErWerbung von anderen Wasserfällen ausgeworfen. 12 Prozent der Wasserkräfte Schwedens gehören ihr. Ei gute Geschäft. Der Maler Corot, dessen silbrig duftende Landschaftsbilder heute mit den höchsten Preisen aufgewogen werden, hat bei seinen Lebzeiten mit seiner Kunst keine so klingenden Erfolge gehabt; aber einmal hat er doch em gutes Geschäft gemacht und auf eine merkwürdige Weise ein Bild zu einem bedeutenden Preise verkauft. Einst besuchte ihn der Vater des ehemaligen Präsidenten Casimir - Perier w Barbizon, als der Künstler gerade die letzte Hand an sein wundervolles Werk Biblis" letzte, auf dem im letzten Abendsonnenstrahl die Nymphen im Hain einen Reigen schlingen. Er war von dem Gemälde so begeistert, daß er es unter allen Umständen erwerben wollte, und fragte den Maler um seine Bedingungen. Ich überlasse Ihnen meme Leinwand," erklärte Corot, unter der Bedingung, daß Sie die Fleischer- und die Bäckerrechnung meines Freundes Millet bezahlen." Einverstanden!" rief Perier aus, der zwar über diese bizarre Bedingung etwas erstaunt war, aber ein gutes Geschäft zu machen meinte. Schnell ließ er sich in Chilly die Rechnungen der beiden Lieferanten vorlegen; die eine belief sich auf 22,000 und die andere auf 24,000 Francs. Seit zwölf Aahren hatte sie der in großen Bedrängnissen befindlicheMeister des Angelus" nicht bezahlt. Perier beglich die Rechnungen, ohne mit der Wimper zu zucken. Sein Corot kostete ihn 40,000 Francs, eine damals bedeutende Summe. Heute würde er freilich wohl mehr als das Dreifache dafür bezahlen müssen. - Im Affekt. A. (zu B.: Weescht. Franz, mar werd aach emol wild, un da bin ich niwwer un hab in aller Ruh g'sagt: Gnädige Fraa, des is nit scheen von Jhnel" Der seltene Fall, daß ein Iltis einen Menschen angreift, ereignete sich dieser Tage in Labes in Pommern. Ein Ackerbürger kam beim Mähen einer Wiese in die Nähe eines Gebüsches. Plötzlich sprang aus diesem ein Iltis hervor, kletterte blitzschnell an dem Ueberraschten ia die Höhe und biß sich fest. Nur mit Mühe gelang es dem Ueberfallenen. daö Thier mit einem Messer niederzu. stechen. Das für Oklahoma geplante neue Büffel - Gehege wird ein zwölf Quadratmeilen großes Gebiet von Prairie, Wald und Berg umfasfen mit eirem Bach. Der Congreß hat $15,000 zur Einzäunung des GeLehes und zur Erhaltung der Heerde bewilligt. Zunächst werden etwa zwanzig Büffel für den Park ausgewählt werden, die diesen Herbst am Ort ihrer Bestimmung eintreffen sollen. Man hält das Gehege für besonders geeignet, da es schon in früheren Zeiten Büffelheerden, die auf den Ebenen des fernen Westens umherstreiften, als Winteraufenthalt diente. Man sieht noch die Lagerstätten jemr Büffel, und Schädel und Gerippe zeugen von dem Vernichtungskampfe, den Indianer u.nd weiße Jäger gegen die Thiere geführt haben. Im Nordosten ist der Park völlig von Bergen eingeschlossen, die den Büffeln Schutz gegen die schweren Stürme gewähren.

in Wettlauf um sei Recht.

Ein Bauer aus der Gegend von Mayen in der Rheinprovinz hatte einen Prozeß beim Koblenzer Landge richt verloren, und da er nicht wußte, welche Schritte er zu thun hatte, um gegen das Urtheil Berufung einzulbgen. wandte er sich, wie es auf dem Lande allgemein üblich ist, an den Lehrer des Dorfes. Dessen Rechtskenntnisse reichten aber nicht aus. um dem Bäuerlein die gewünschte Auskunft geben zu können, er verwies ihn deshalb an einen im benachbarten Mayen wohnenden Rechtsconsu lenten, im Volksmunde auch Ferkelstecher genannt. Anstatt daß nun dieser kluge Rechtsberather einfach eine schriftliche Ewaabe für feinen Clienten aufsetzte, welche die Bitte um Zuordnung eines Rechtsanwalts im Armenrechte enthielt, damit dieser gegen das landgerichtliche Urtheil Berufung einlege, gab er dem Bauer den Rath, zu dem Herrn Oberlandesgerichts - Präsidenten nach Köln zu reisen, der würde die Sache schon in Ordnung bringen; er, der Bauer, müsse sich aber eilen, die Frist (damit meinte er die Berufungsfrist) sei schon am Laufen und könne ihn leicht überholen" Da ist es aber Zeit, daß Du Dich ans Laufen gibst." dachte der Bauer, damit die verd Frist Dich nicht einholt." Diesem Gedanken folgte die Ausführung auf dem Fuße, denn das Bäuerlein trat schon am anderen Tage mit seinem treuen Ehegespons Lies, das es für gut fand, für alle Fälle einen großen Korb Eier mitzunehmen, um sich, wenn es nöthig sein sollte, ein bereitwilliges Gehör bei dem Beamten zu verschaffen, die Reise nach Köln an. Dort angelangt, erkundigten sie sich sofort nach der Wohnung des OberlandesgerichtsPräsidenten und begaben sich ohne Verzögerung dorthin. Zu ihrem Schrecken wurde ihnen aber dort mit getheilt, daß sich der Herr Präsident in der Sommerfrische befinde, er überhaupt keine Besuche annehme, und sie sich mit ihrem Anliegen an den zuständigen Beamten im Justizgebäude am Appellhofplatz wenden müßten. Früh am anderen Morgen, schon um 5 Uhr, gingen die Bauersleute zum Justizgebäude, in der Angst, die Frist, die ja nach Auskunft ihreö Rechtsberathers am Laufen" war, könnte sie einholen. Da sie das Thor des Gebäudes zu dieser frühen Morgenstunde noch verschlossen fanden, schellten sie an der Nachtglocke. Unwillig über die Störung in seinem Schlummer, kam der Kastellan des Oberlandesgerichts heraus und fragte die Leute nach ihrem Begehr, worauf der Bauer meinte: Wir han et met er Frest zu don, die es am läse, wenn mer net schnell mache, holt die ons en; sat Här, die Frest es doch net schon vor ons hi gewese?" Erst nach längerer Auseinandersetzung wurde der Kastellan daraus klug, was die braven Leute eigentlich wollten. Er bedeutete ihnen dann, daß sie um 9 Uhr wiederkommen müßten, um sich dann mit ihrem Anliegen an die Gerichtsschreiberei zu wenden. Dieser Ausweisung folgend, kamen die Bauersleute pünktlich zur angegevenen Stunde auf die Gerichtsschreiberei, wo der dienstthuende Beamte bereits durch den Kastellan über das seltsame Auftreten dieser Naturkinder in Kenntniß gesetzt, deren Gesuch um Ertheilung des Armenrechtes, das schriftlich eingereicht, schon längst seine Erledigung gefun-. den hätte, zu Protokoll nahm. Der Beamte, ein witziger Herr, machte die Bauersleute darauf aufmerksam, daß ste Glück gehabt hätten, denn eben werde ihm gemeldet, daß die Frist am Hauptbahnhof angekommen sei, und gleich erscheinen werde, daß sie aber zu spät komme. Aus Freude und Dankbarkeit bot die Bauersfrau dem Beamten den Korb mit Eiern an. Dieser lehnte aber dankend ab, die Frau belehrend, daß ein Beamter keine Geschenke annehmen darf. Dann kommt wenigstens zu onser KermeS," meinte da die brave Frau, et werd euch sicher gut gefalle, mir backen ene Quetschekoche, so hat ihr noch keine gegesse." Abnormität. Dieses Huhn. Herr Wirth, hätten Sie nicht backen, sondern an ein Museum verkaufen sollen!" Wieso?" Weil es keine Leber, keinen Magen nur einen Fuß, einen Flügel und zwei Köpfe hat!" C o u v e r t s werden durch Maschinen gummirt. von denen jede täglich 300,000 Stück leistet. Ausgleich. Komponist: Wie hat Ihnen meine Oper gefallen, Exzellenz? Intendant: Alö ich die Partitur durchstudirte, sagte ich mir: eS fehlt an Blech, als ich mich dann aber in Ihr Textbuch vertiefte, da fand ick daö Blech!