Indiana Tribüne, Volume 30, Number 34, Indianapolis, Marion County, 2 October 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne. 2 Oktober 10O6

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Der ?lnch z . der böscn That z Ein Vornan us der grokcn Welt von Gregor Samarow i0 (Fortsetzung.) ' Sie lächelte ihm "mit einem Blick entgegen, der sein Herz erwärmte und ihn den Schmerz der bevorstehenden Trennung vergessen ließ. Dann legte sie ihre Hand in die seine, und während sie sich erhob, um auf den Wagentritt herabzusteigen, fühlte er einen zärtlichen Druck ihrer schlanken Finger. Ehe sie noch den Fuß auf den Tritt gesetzt hatte, krachte in ziemlich weiter Entfernung in dem Walddickicht ein Schutz. Verwundert blickten die neben der Strecke stehenden Forstbeamten dorthin. Die Jagd war beendet, und alle Jäger waren da. Dieser Schutz war kaum zu erklären. Auch Klara hatte den Kopf nach der Richwng des Schusses gewandt. Plötz. lich zuckte sie erschrocken zusammen sie empfand einen fast krampfhaften Druck von Rheinecks Hand, welche noch die ihrige festhielt, als ob er sich an sie anklammern wolle, und als sie zu ihm hinblickte, sah sie, datz sein Gesicht tod tenbleich und schmerzlich verzogen war. Er brach zusammen, stürzte zu Boden und zog sie fast in seinem Fall mit sich nieder, so datz sie schnell von dem Wagentritt herabspringen mutzte. Er stietz einen leisen Schmer. ensschrei aus und pretzte seine Hand, von der sie sich losritz, auf die linke Brust. Sie stietz einen gellenden Angstruf aus. Die ganze Gesellschaft eilte herbei, und alle fragten entsetzt, was hier vorgegangen. Ich bin verwundet schwer verwundet " seufzte Rheineck. Sein Kopf sank auf den Rasen nie der, seine Augen schlössen sich. Athemlos, wie erstarrt, standen alle umher. Klara sank in die Knie, nahm Rheinecks Hände in die ihren und rief: ) mein Gott! er stirbt! Wer rettet sein Leben, an dem das meinige hängt?Durch diesen plötzlichen lauten Schmerzensruf, der ein von niemand geahntes Geheimnitz enthüllte, wurde das allgemeine Erstaunen noch grötzer. Niemand schien zu begreifen, was vorgegangen, niemand zu wissen, was zu thun sei. Auch die Jäger waren berangetreten und blickten entsetzt auf den am Boden Liegenden. Graf Otto kniete ebenfalls neben demselben nieder und ritz dessen Jagd joppe auf. Blut strömte ihm entgegen, und als er die Brust frei machte, sah man eine Wunde über der Herzgegend. Die Damen eilten aufschreiend davon. um das schreckliche Bild nicht zu sehen. Klara warf sich über den Verivundeten und rief jammernd: O mein Gott! rette ihn rette ihn. Nimm mein Leben für das seine !" Lara war schnell herangetreten. Sie raffte feines Gras zusammen, drückte die Halme zurecht, schloß geschickt die Wunde und legte ihr Taschentuch, welches sie zu einer Kompresse zusammen gefaltet hatte, darauf. Graf Ootto rief heftig den Jägern zu: Was steht Ihr hier, wo Ihr nicht helfen könnt dorther, ist der Schuß gefallen! Durchsucht den Wald, der Schütze kann nicht weit sein Ihr mutzt ihn finden! Hat ein Zufall sein Gewehr entladen, so haben höllische Geister die Kugel geführt oder war es Absicht, dann darf der Mörder nicht entrinnen! Es könnte nur ein Wilddieb sein ' sagte einer der Jäger, aber warum? sie schietzen doch meist nur, wenn sie be oroht sind oder wenn sie sich rächen wol len ..Gleich viel, fort fort!" rief der Graf, indem er den Kopf des Berwun ten in seinen Arm stützte. Als die Jäger davon eilten, kam Graf Hakenstein in seinem Wagen daher gefahren. Er fragte die vorbei eilenden Jäger, und auf deren hastige Antwort befahl er: Sucht Bretislaw er kennt wie kein Anderer jeden Pfad im Walde und weiß die Fährte zu finden wie die Indianer." Die Jäger eilten davon. Graf Hakenstein war herangefahren und sprang aus dem Wagen. Entsetzlich!" sagte er. zu dem BerMundeten herantretend, wie hat das geschehen können? Warum mutzte es hier geschehen? Dock ,etzt gilt es vor allem, dem Armen Hilfe zu bringen. Nehmt alle Teppiche und Kissen aus dem Wagen und bereitet eine Tragbahre von Tannenzweigen, er mutz fofort nach dem Schlotz gebracht werden. Fahrt mit einem Wagen nach dem nächsten Flecken, den Doktor zu holen, bis mein Hausarzt aus der Stadt kommt!" Die Lakaien hatten schnell die Tragbahre bereitet. Rheineck. der noch schmerzlich seufzte, wurde so gut als möglich darauf gebettet, und der traurige Zug setzte sich von dem so bunt und festlich geschmückten Platz in Bewegung. Graf Hakenstein drängte die Danun, in die übrigen Wagen zu steigen.

Die Gräfin Otto war fast ohnmäch Kg und verfiel m krampfhaftes Schluchzen. Lara mutzte zu ihr einsteigen, um sie durch ihre Gegenwart und ihren Zuspruch zu beruhigen. Graf Otto schritt neben der Bahre, auf der anderen Seite derselben blieb Klara; sie war todtenbleich und wendete ihre starren Augen nicht von dem Gesicht des Verwundeten ab, von Zeit zu Zeit, wie es Lara geboten, und unbekümmert darum, datz ihre feinen Finger sich blutig färbten, auf die Kompressen drückend.

Balduin folgte mit den übrigen Her ren. Finster und fast drohend ruhten seine Blicke auf Klara, welche im Angesicht der Todesgefahr des Geliebten das Geheimnitz ihres Herzens verrathen fyitte. Grat fta'sfttel W Pferd "nes oer Viergespanne losgeicylrrt. Dann war er mit Braunau davon gesprengt und hatte vom Schlosse aus Boten abgesendet, welche den Hausarzt herbelholen sollten. Während die übrigen sich vertheilten, war einer der Jäger nach dem entfernten Waldhüterhause geeilt. Er fand Bretislaw in der Laube vor seinem Hause. Er satz auf der Bank und trank, seine kurze Pfeife rauchend, aus einem Steinkrug den ungarischen Wein, den ihm der Graf aus seinem eigenen Keller zu schenken pflegte. Er blickte verwundert auf den heran stürmenden Jäger und sagte: Run. was gibt's jetzt noch so EMges? Es war doch eine harte Arbeit, die Herren bei der Pirsch zu führen man merkt, datz man alt wird ich bin müde und durstig geworden, wn? sonst niemals!" Hastig erzählte ihm der Jäger, was geschehen war. und theilte ihm den Vefehl des Grafen mit.denWald zu durch, forschen. Bretislaw blieb kalt und ruhig. Das ist seltsam." sagte er. wäre ich dort gewesen, und der Schutz hätte mir gegolten, so möchte ich es begreifen, denn mancher möchte mir wohl Rache geschworen haben, aber der Graf Rheineck hat niemand etwas gethan, sollte es nicht doch ein Zufall sein?" ..Es ist niemand." rief der Jäger, von uns mit einem geladenen Gewehr im Walde gewesen, wie ich weitz wir von der Pirsch waren alle zusammen, auf uns kann kein Verdacht solcher Unvorsichtigkeit fallen. Doch vor allem gilt's, den Thäter zu finden." Das wird nicht so leicht sein sagte Bretislaw aufstehend, der Boden ist schon von der Pirsch durchgetreten, man wird kaum die Spur festhalten können. Es ist nur gut. datz das Unglück einen Fremden getroffen hat und keinen von unseren Grafen." Er trank seinen Krug leer, warf sein Gewehr über d:e Schulter und folgte dem Jäger, um den Frühstücksplatz zu erreichen und von dort aus den Wald zu durchsuchen. Der traurige Zug war inzwischen am Schlotz angekommen. Graf Hakenstein, der vorausgeeilt war. hatte bereits alle Vorkehrnugen getroffen. Ein grotzes. still gelegenes Zrmmer war für den Verwundeten ein gerichtet, und bald war derselbe auf dem m der Mitte desselben aufgestellten Lager gebettet. Lara hatte alle? zusammegebracht, was für die Pflege irgend nur nöthig sem konnte, und legte mit geschickter Hand einen neuen Verband an. Dann eilte sie wieder zu ihrer Gräftn hm. deren Nerven so schwer erschüt tert waren, datz auch sie der sorgsamsten Pflege bedürfte. Klara aber ließ einen Sessel neben Rhewecks Lager stellen und setzte sich auf denselben nieder, in dem sie die Blicke starr auf sein Gesicht heftete, als ob sie jeden Athemzug aus den bleichen Lippen, jedes schmerzliche Zucken überwachen wolle. Klara." sagte Graf Otto ernst, indem er die Hand auf die Schulter seiner Tochter legte hier ist nicht Dein Platz es wird für den armen Kran ken gesorgt werden ihm wird keine Pflege fehlend Klara sah ihren Vater groß an. Keine Pflege fehlen?" sagte sie Wer kann ihn vfleaen. wu tä) wer kann seinen ganzen Willen, seine ganz Kraft daran setzen, um den Kampf mit dem Tode aufzunehmen, der drohend neben seinem Lager steht wer kann mit so heißer Inbrunst Gott bitten, als ich? Nein. nein, ich weiche nicht von ihm, keine fremde Hand soll ihm Er quickung und Arznei reichen." Keme fremde Hand?" sagte der Graf bewegt und vorwurfsvoll. Ist die Deine ihm nicht fremd? Weitzt Du nicht, datz Du diesen Platz, den Tu jetzt einnimmst, nicht wieder verlassen kannst?" Niemals will ich ihn verlassen." rief Klara, niemals mich von dem trennen. dem meine ganze Seele gehört, dessen Leben mein Leben ist. Verfällt er dem Tode, so werde ich mit ihm ster ben! Wenn Gott ihm gnädig ist und meine gläubigen Bitten erhört, dann gehöre ich ihm, wie er mir gehört, durch das heiligste Band, das Menschenher zen verknüpfen kann!" Graf Otto schüttelte den Kopf. Und Du bist Deines Entschlusses gewitz," fragte er. so datz Du ihn nie bereuen wirst? Gewttz für alle Zeiten?" Meines Entschlusses?" sagte sie Bedarf es eines Entschlusses für die Blume, die sich der Sonne zuwendet und die verwelkt, wenn das Licht ihres Daseins sich hinter Wetterwolken birgt? Ist er nicht das Licht memes Lebens und mun nickt bier sein, um au er-

warten, ov Dies istetjt mir wieoer enigegenstrahlen soll, oder ob es erlöschend

auch mein Leben verwelken lätzt?" Als ob ihre Worte in den Ohnmachtsschlummer des Kranken hineinklungen seien, öffnete er langsam die Augen; er blickte wie erstaunt über Klaras Anblick zu ihr hin, ein gluckliches Aufleuchten verklärte einen Augenblick seine eingesunkenen Augen, ein mattes Lächeln spielte um seine Lippen, dann schlössen sich seine Augenlider wieder. Siehst Du nicht, mein Vater, wie er selbst mich zu'bitten scheint, ihn nicht zu verlassen? Sei ruhig, mein Geliebter, ich bleibe bei Dir. und keine Macht der Welt soll mich von Dir reinen!" (bie beugte sich über ihn hin, berührte leise seine Stirn mit ihren Lippen und sank dann wieder in ihren Sessel zurück. Nun," sagte der Graf, nochmals eufzend. als ob er sich schmerzlich einer Nothwendigkeit fügte, da mutz ich Dir wohl zur Seite bleiben ich werde dies Nebenzimmer hier für mich einricfV ten lassen. Da doch nun einmal Dein Leben von dem seinen abhängt, werd? ich mit Dir Gott bitten, datz er den Armen genesen lätzt." Einen Augenblick blitzte es freudig auf in Klaras Augen. Sie drückte die Hand ihres Vaters an ihre Lippen, dann aber wendete sie sich wieder dem Kranken zu und blickte schweigend und unbeweglich zu ihm hinüber. Während Graf Otto das Nebenzimwer für sich einrichten lietz. kam der Doktor aus dem Marktflecken, ein alter Landarzt von praktischer Erfahrung. untersuchte die Wunde vorsichtig nnd erklärte dieselbe für sehr gefährlich, aber Nicht unbedingt tödtlich. Gelingt es sagte er. die Kugel zu entfernen, ohne datz ein nach dem Herzen führendes Blutgefätz berührt wird, so wird die Heilung immer lange dauern, aber endlich doch gelingen. Die Sondirung mutz ich lassen, bis mein Kollege aus der Stadt hier sein wird. die Herren dort haben mehr Gelegenheit. Erfahrung zu sammeln, und vielleicht auch bessere Instrumente als hier. Vor allem mutz der Verwundete mög lichst bei Kräften erhalten und der Blutverlust so gut als möglich ersetzt werden." Er verordnete ein Glas alten Rothweins. der schnell herbeigebracht wurde, und Klara lietz es sich nicht nehmen, dem Verwundeten, dessen Kopf ihr Vater stützte, das stärkende Getränk einzuflötzen. Ein Schimmer glücklicher Freude erleuchtete ihr Gesicht, als der Kranke wieder die Augen öffnete, sie lange ansah und leise wie ein Hauch flüsterte: ..Ich danke." indem er seine matte Hand ihr entgegenstreckte. Sie kützte diese Hand und lietz sich vom Doktor unterrichten, wie sie die kühlenden Kompressen zu erneuern hätte. Dann blieb sie wieder unbeweglich an der Seite des Kranken sitzen. Trübe und traurig verging der Tag. der so fröhlich begonnen hatte. Ezechiel mutzte abreisen, und sein Vater, dessen Hoffnungen durch das unerklärlich tragische Ereignitz und Klaras offenes Bekenntnitz zu Rheineck zerstört waren, verabschiedete sich von ihm flüchtig und kalt. Braunau konnte, obgleich sein Urlaub noch einige Tage dauerte, umsoweniger in Steinkirchen bleiben, da er mit Balduin nur in sehr kühlen Beziehangen stand. Er fand nur zu einem flüchtigen Abschied von Jda Rothenfels Gelegenheit. und die beiden Freunde fuhren traurig nach dem Bahnhof. Nur Ez?chiels Mutter hatte von ihm einen freundlichen und herzlichen Ab schied genommen, ihn aber dennoch gemahnt, den Wünschen des Vaters keinen Widerstand entgegenzusetzen, was ihn um fo trauriger stimmte, da er fest entschlossen war. seine Hoffnung, die ihn mit den Eltern und mit der ganzen Welt in Konflikt bringen mutzte, nicht aufzugeben. Der Arzt des Grafen kam gegen Abend, er bestätigte die Erklärung sei nes ländlichen Kollegen und begann un ter dessen Assistenz die Wunde zu sondi reu. Bei dem Unglück," sagte er, ..ist noch viel Gluck gewesen, die Kiigel hat kein grotzes Gefätz zerrissen und wird, wie ich hoffe, ohne Gefahr zu entfernen sem. Er ging sogleich an's Werk, und es gelang ihm in der That, die Kugel her vorzubringen. Nach der Entfernung derselben trat eine stärkere Blutunz ein. die aber bald sich stillen lietz. Der Kranke richtete sich auf. öffnete einige Male die Augen, als ob er eine Erleichterung fühle. Klara faltete die Hände und richtete dankend den Blick aufwärts. Der Hausarzt blieb die Nacht über in Steinkirchen; er erklärte, datz die Herstellung des Verwundeten nur von der absoluten Ruhe abhängig sei, das Einzige, was gefährlich werden könne, sei zu scharfes Wundfieber und eine innere Eiterung. Gegen beide Gefahren verordnete er die nöthigen Mittel, und Klara lietz sick genau über die Anwendung derselben unterrichten; sie verweigerte es auf das Bestimmteste, den Platz an dem Kran kenbett zu verlassen. Graf Otto richtete sich im Nebenzimmer ein. und so war denn vorläufig alle Sorgfalt angewendet, um daö Leben des Kranken zu retUn. Bretislaw mit den Wägern kam am

Abend, er erMrte, daß er die ganze Forst durchsucht habe, die vorgefundenen Spuren seien durch die verschiedemn Fährten des Pirschgangs durchkreuzt, so datz es unmöglich gewesen sei. sie zu verfolgen. Graf Otto hatte die aus der Wunde genommene Kugel aufbewahrt. Hier," sagte er, liegt die einzige Möglichkeit, den Thäter zu entdecken, sei die That nun aus Ungeschick oder us wirklich mörderischer Absicht geschehen, was kaum zu vermuthen ist. Man mutz zunächst die Gewehre der sämmtlichen Jägerei untersuchen und prüfen, ob die Kugel in eines derselben patzt." Das wird nicht der Fall sein," sagte Bretislaw, indem er die kleine Kugel betrachtete, das ist ein Kaliber, welches bei uns nicht vorkommt, unsere Kugelbüchsen sind sämmtlich grötzer." Die Gewehre wurden noch am Abend zusammen gebracht, und es zeigte sich, datz diese kleine Kugel allerdings aus keinem derselben hätte geschossen werden

können. Die Möglichkeit, datz der Schutz von einem der gräflichen Jäger ausgegangen sei, blieb also ausgeschlossen. und das Räthsel zunächst ungelöst. Es blieb nur übrig, durch die OrtsbeHorde im ganzen Dorf eme Haussuchung nach den dort vorhandenen Gewehren zu halten, was aber wenig Aussicht auf die Entdeckung gab, da der etwa Schuldige wohl dafür sorgen wurde, das Gewehr, aus dem der ungluckliche Schutz abgefeuert war, zu verbergen. Nach der Erklärung des Arztes. welche die Wiederherstellung des jungen Grafen mit ziemlicher Sicherhit vorausstzen ließ, verlor auch die Nachforschung nach der Thaterschaft das unmittelbare Interesse.Alle waren glücklich über die Abwendung der Gefahr, nur Graf Hakenstein ging Mit finsterer Miene umher, war doch durch das Ereignitz sein Wunsch der Verbindung der beiden gräflichen Linien nach Klaras rücksichtslosem Bekenntnitz ihrer Liebe unmöglich geworden, und auch Balduin hatte nur kühle Worte der Theilnahme; für ihn war ja nun auch jede Hoffnung auf Klaras Besitz verloren. Bretislaw hörte die Mittheilung von der Wahrscheinlichkeit der Erhaltung des Lebens des Verwundeten mit seiner gewohnten gleichgiltigen Miene an, nur einen Augnblick blitzte es in seinen Augen auf, als ob er einen anderen Ausgang erwartet hätte. Dann senkte sich die Stille der Nacht auf das eben noch so unruhig bewegte Schlotz. Am nächsten Morgen reisten die letzten Gäste ab, und es folgte eine Reihe von stillen Tagen dem bunten und frohbewegten Leben der letzten Zeit. Gäste, an denen es sonst niemals in Steinkirchen fehlte, kamen nicht, da die Vorgänge bald in der ganzen Provinz bekannt geworden waren, und das plötzlich auf so romantische Weise zu Tage getretene Liebesverhältnitz zwischen der Gräfin Klara und Rheineck in der ganzen Gesellschaft den Gesprächsgegenstand bildete. Graf Hakenstein war finster und schweigsam, und gab sich ganz und gar dem Betrieb seiner Geschäfte hin. Er besuchte die verschiedenen Vorwerke und fuhr häufig mit Bretislaw nach den Grubenwerken, auf denen er immer neue Bohrungen vornehmen lieh, für welche Bretislaw die Stelle vorher bezeichnen mutzte, wo ein Erfolg wahrscheinlich war und wobei sich dieser selten täuschte. Er blieb auf diesen Ausfahrten oft einige Tage aus und lietz sich häufig von Balduin begleiten, den er überhaupt immer mehr und mehr in seine Geschäfte hineinzog, und der einen grotzen Eifer zeigte, überall seinem Vater die Arbeitslast abzunehmen und ganz in dessen Sinne die nöthigen Korrespondenzen zu führen. Die Gräfin war ernst und oft traurig. Sie fühlte es wohl, datz zwischen dem Grafen, ihrem Gemahl, und ihrem ältesten Sohn eine tiefe Kluft sich auszudehnen begann, und wenn sie auch vorzugsweise Weltdame war und in dem Leben der grotzen Gesellschaft ihre Befriedigung und Anregung fand, so empfand sie doch diese Entfremdung schmerzlich. Auch sie hatte die Verbindung Ezechiels mit Klara gewünscht, die ja nun unmöglich geworden war, weiter hatte ihr der Graf nichts gesagt, aber es konnte ihr nicht entgehen, datz noch irgend ejn dunkler Punkt vorhanden sei, aus dem sich noch immer zahlreichere und schärfere Konflikte entwickeln möchten. Sie war ausschlietzlich auf die Gesellschaft von Jda Rothenfels angewiesen, die sich zwar Mühe gab, sie zu zerstreuen, ihr aber doch das bewegte Leben, das sie sonst gewohnt war, um so weniger ersetzen konnte, da sie selbst durch Braunaus Entfernung und durch die Sorge um die Zukunft trübe gestimmt war. In der Wohnung des Grafen Otto herrschte ein stilles, gleichförmiges Leben, das nur durch die flüchtigen Besuche der Gräfin Hakenstein unterbrochen wurde, welche gern jedem trüben Eindruck aus dem Wege ging. (Fortsetzung folgt.) Bet dem Münchener BundeSschießen hat der Prinz Alfons von Bayern auf der Feldftfischeide Hannover 20 Ringe geschossen, das Beste, was auf dieser Scheibe' ge leistet werden kan

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