Indiana Tribüne, Volume 30, Number 34, Indianapolis, Marion County, 2 October 1906 — Page 4

Jndtana Tribune, Der lmb des Taschentuches.

a. Oktober 1906

Jndiana Tribüne. Hnaugeebn von dn nteda . Indianapolis, Ind. Harry O. Thndinm .... Präsident. Geschäfts loc al: No. 31 Süd Delaware Straße. TELflPMONE 69. H.ntrd t the Pott Office ot Indianapolis a socond claas matter.

Aus der Bundeshauptstadt. Darüber ob Taft gelegentlich seiner kubanischen Mission denselben diploma' tischen Takt entwickelt habe, wie bei früheren Veranlagungen, gehen die Mei nungen weit auseinander. Und in der That müßte man, um darüber urthei len zu können, seine Motive, d. h. seine Instruktionen kennen. War eS ihm z. B. darum zu thun, den armen, alten Palma vollends hinauSzugraulen, um dadurch eine Rechtfertigung für die Be fitzergreifung der Insel zu schaffen, so hat er seine olle meisterlich gespielt; war er aber wirklich dazu bestimmt, den Versöhnungsengel zu spielen, um die Ruhe auf derPerle der Antillen herzu stellen, ohne deren Unabhängigkeit an zutaften, so Hütte er die Sache kaum ungeschickter anfangen können. Er der fuhr gleich zu Anfang, als ob kr in ausschließlich richterlicher Kapazität ent sendet worden sei und verfuhr nach dem Grundsatze, daß vor dem Gesetze alle Parteien gleich sind. Demgemäß räumte er den Rebellen genau dieselben Rechte undZWohlthaten ein wie der fak tisch bestehenden Regierung. Ja, er ging sogar so weit, die Banditen und Buschklepper, dielfich unter der ffahne des Aufruhrs angesammelt hatten und die Hauptstadt bedrohten, dem regelrech ten kubanischen Heere gleichzustellen. Wie General! Funfton. der, wenn eS in Tuba zum Klappen kommen sollte, wahrscheinlich den? Oberbefehl über die amerikanische Okkupationsarmee über nehmen würde, dazu kam. seinerzeit den kubanischen Freiheitskämpfern, die ihn zum Obersten gemacht hatten, die Freundschaft; zu kündigen, darüber macht ein Washingtoner Sorrespondent die folgendenlinteressanten Mitthetlun gen: ES war im Jahre 1896. Die Cu. baner unterGeneral Garcia belagerten das Städtchen Las Tuno, Provinz Samagney, und hatten l,eonren, das von den Spaniern besetzte Fort mit Dynamit zu beschießen. Die Spanier sahen, daß fte sich nicht halten konnten, und der Kommandant begab sich unter dem Schutz der Weißen Flagge vor das Fort, um mitZ General Garcia wegen Uebergabe des Forts zu unterhandeln. General Garcia sandte einen Major Baliente dem spanischen Kommandan ten entgegen. Major Baliente war von einem riesigen Neger begleitet; der Spanier war allein. Kaum waren sie nahe zu einander gekommen, als Ba liente dem Neger ein Zeichen gab. in dem er sein Ge ficht abwandte und da?, selbe mit den Händen bedeckte. Sofort hieb der Neger! auf den spanischen Ossi zier mit seinem Machete ein und hackte denselben zu Tode. Die Spanier, so ihreö Führers beraubt, hißten dleWeiße Flagge auf und kapitulirten. Garcia ließ die Garnison, bestehend aus 46 Mann, beiseite führen, und seine Neger schlachteten die- Kriegsgefangenen mit ihren MacheteS ad. Funfton. der un ter Garcia diente, sah diese Greueltha ten mit an, ohne daß etwas geschehen konnte, sie abzuwenden. Er erklärte dann Garcia, er könne nicht länger un ter ihm dienen, und machte sich aus dem Staube, mit einem anderen Amerikaner Namens Evans, der gleich ihm unter Garcia gestanden hatte. Die BundeSkommisfton, welche in diesen Zagen Unterhandlungen pflog mit den Jntereffenten der verschiedenen LedenSmittel.Jndufirien hinsichtlich der Durchführung des am 1. Januar in Kraft tretenden IBundeSgesetzeS gegen Verfälschung von! LedenSmitteln, hat ihre Arbeit in New Yorkzvorläufig beendet, und Gewerbetreibende sowie Kaufleute, welche von dem Gesetze be troffen werden, hatten Gelegenheit, ihre Ansichten und Wünsche hinsichtlich der Durchführung deS Gesetzes vorzubrin gen. Das Gesetz, so gut und rottn. schenSwerth eSZin seinen Imeiften Punk ten ist, könnte nämlich, wenn eS rigoros und nach dem Wortlaute ausgeführt würde, gewisse Industrie und Han delSzweige empfindlich schädig!, und es ist daher erfreulich, daß gerade der Mann, welcher in der ganzen Bewe gung als extrem galt, der Chemiker des Ackerbau.DepartementS, Dr. Niley, erklärte, daß nicht nur für die Ueber

gangSzeit eine gewisse Toleranz in der Ausführung des Gesetzes eintreten werde, sondern daß die Kommission überhaupt dafür eintrete, daß kein Fa brisant oder Händler belästigt werden solle, so lange derselbe bei der Herftel. lung und dem Verkaufe einer Waare redlich verfahre und den guten Willen zeige, den gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen. ES könnten besonders hinsichtlich der Bezeichnung von Eß Waaren den Fabrikanten und Händlern unabsehbare Scherereien und Schwie rigkeiten bereitet werden, wenn die Kommission aus Prtnzipienreitern und Wortklaubern zusammengesetzt wäre und streng nach dem Buchstaben des Gesetzes verfahren würde. Es ist eine, wenn auch nur entfernte, Möglichkeit vorhanden, daß sich unter den Repräsentanten deS nächsten Kon gresseS eine Frau befinden werde. We nigftenS bewirbt sich im fernen TexaS eine Vertreterin der holden Weiblichkeit um diese Ehre. Bisher ist noch kein weibliches Wesen als Volksvertreterin in die nationale Gesetzgebung eingezo gen, wiewohl die Frau in der Politik keine Neuheit mehr ist. Als Rednerin nen sollen Frauen schon im Jahre 1876 in einer republikanischen Konvention aufgetreten sein. Im Jahre 1900 un terftUtzte aus dem demokratischen Ratio nalkonvent in KansaS City eine Frau Cohen aus Utab die Nominirung BryanS. Zu den republikanischen Na tionalkonventen in den Jahren 18S2 und 1900 entsandten sowohl Utah. wie auch Wyoming weibliche Delegationen. Unter gleichem Stimmrecht sind Frauen in die Legislaturen von Wyoming und Colorado erwählt worden. Belva Lock' wood, welche sowohl eine Frauenrecht lerin als eine Temperenzdame und ohne Zweifel eine geistig hoch bedeutende Frau war, erhielt in den Jahren 1384 und 1885 die PrüfidentfchaftSnomina tion der Equal RightSPartei. Aber in das gelobte Land aktiver Theilnahme an der Regierung ist noch keine gelangt. Nun versucht eS Frau oder Fräulein Laura B. Payne, die im Staat? Texas von den Sozialisten als Kandidatin für den Kongreß auf gestellt worden ist. Gegen ihren Ein tritt in denselben lüge, falls sie gewühlt werden sollte, kein verfassungsmäßiger Einwand vor. Die Verfassung sagt nur. daß keine Person Repräsentant erden soll, die nicht da? Alter von 25 Jahren erreicht hat, sieben Jahre Bür ger der Ver. Staaten gewesen ifi, und zur Zeit der Wahl nicht in dem Staate wohnt, in welchem sie zur Wahl auf gestellt wird. Die Frage kann schließ, lich nur die sein, ob Laura B. Payne erstens genug sozialistische Stimmen er halten kann und zweitens zugiebt, daß sie das kanonische Alter von 25 Jahren überschritten hat.

Gestern Abend hielt die Körner Loge ihre erste Versammlung in der neuen Eaftle Halle ab. Fünf neue Kandidaten wurden zur Aufnahme vorgeschlagen. Die schöne Halle wurde allgemein bewundert. Der Vorschlag, den Namen deö 0r denS umzuändern wurde von Bruder John Weilacher gemacht und von den Mitgliedern beifallig aufgenommen. , Viele Mitglieder, die man schon seit Jahren nicht mehr gesehen, hatten sich eingefunden. Bruder SharleS Trüm per, hatte seine Mannschaften während deS TageS verdoppelt und eS war ihm gelungen, die Beleuchtungen soweit herzustellen, daß die Halle gleich am ersten Abend in vollem Glänze erftrah len konnte. Großartige FabrikBäckerei. Die Firma Krupp in Essen, Rheinprovinz, hat zur Befriedigunz des Bedarfs ihrer Konsumanstalten an Backwaaren eine Bäckerei errichten lassen, die eine der größten, vielleicht die größte auf dem europäischen Kontinent ist. Die Bäckerei ieschäftigt rund 100 Mann, davon 77 Bäcker. Die übrigen sind Hilfsperso nal. Es sind 43 Oefen vorhanden Der Tagesverbrauch stellt sich u. a. auf 2 Waggons Mehl zu je 10.000 Kilogramm. Die Tagesproduktion beträgt 80,000 bis 90,000 Stück kleines Gebäck (davon 30,000 bis 35,000 Brötchen) und 10,000 bis 12,000 Schwarz- und Weißbrote. Ein Sohn Bazaines, welcher als Offizier in der spanischen Armee dient, beabsichtigt, em Buch her auszugeben, in dem er seines Vaters Andenken zu vindiziren und darzuthun hofft, daß Marschall Bazaine weder als Verräther noch als Feigling handelte, als er im Jahre 1870 die Festung Metz an die Deutschen auslieferte. haö VaaSke's Südseite neipe, 1291 üd aft Str. (

blutige Tragödie durch eine alte griechisch Sitte derausbeschworen. Unter den La.ndberoohn.ern Griechenlands spielt das Taschentuch eine wichtige Rolle. Die Frauen und Töchter der Bauern benutzen es als Kopfbedeckung und in dieser Eigenschaft hat das Taschentuch für die jungen Mädchen eine ganz merkwürdige Bedeutung: Wenn ein junger Bursche einem Mädchen beim Tanze od:r sonstwo dieses Kopftuck raubt, so gilt das als eine Schande, die nur dadurch wieder gut gemacht werden kann, daß beide ein Paar werden. Ter Raub des Kopftuches gab vor Kurzem die Veranlassung zu dem grausamen Morde don sechs Personen. Michalis, ein ansehnlicher Bursche, war der Sohn armer Eltern, wollte aber gern in eine der angesehenen Familien seines Heimathdorfes Menedi bei Athen hinein heirathen. Dazu hatte er sich die schöne Spiridula, die als Waise im Hause ihres Onkels lebte, ausersehen, konnte aber bei den Pflegeeltern nichts erreichen und Spiridula blieb kalt ihm gegenüber. Da beschloß er, es mit Gewalt zu erzwingen und raubte ihr das Kopftuch. Das hatte jedoch nur zur Folge, daß Spiridula ihn nur noch mehr haßte und die Pflegeeltern sie nur noch mehr bewahrten. Unter den Gendarmen, die im Dorfe lagen, war ein hübscher, junger Mann. Auch er entbrannte in heißer Liebe zu? Dorfschönen und sprach es in der Schenke offen aus. er würde Spiridula, wenn er abgedient habe, trotz des geraubten Tuches heirathen. Kaum war das dem Michails hinterbracht, so lauerte er dem Gegner auf und erstach ihn. Dafür wurde er zu sieben Jahren verurtheilt, die er im Gefängniß zu Athen und auf Aegina abbüßte. Während dieser sieben Jahre war Spiridula nur noch schöner geworden, aber die Pflegeeltern hielten bis vor einem Jahre noch an der alten Sitte fest und wollten die Freilassung des Michalis erwarten und sie diesem zur Frau geben. Das war aber gegen den Wunsch der Waise, die jeden andern ihr ganz Gleichgiltigen nehmen wollte, wenn sie nur nicht nöthig hätte, den verhaßten Michalis zu heirathen. Es fand sich auch einer, die Eltern gaben die Einwilligung und die Hochzeit fand schleunigst statt, denn es nahte die Zeit der Entlassung des Michalis. Die Nachricht von der Verheiratbung Spiridulas traf Michalis wie ein Blitzstrahl und warf ihn auf's Krankenlager, denn er hatte fest auf die Sitte des Tuchraubes und seine Folgen gerechnet. In der kurzen Zeit, die er noch abzubüßen hatte, reifte aber in ihm der Entschluß, sich zu rächen. Freigekommen, suchte er die gelegene Zeit dazu, denn er wollte die ganze Sippe ausrotten. Als das junge Ehepaar in Gesellschaft der Pflegeeltern der Frau und der Eltern des Ehemannes im Ganzen sechs Personen von der Kirchweih eines Nachbarortes nach seinem Heimathsdorf zurückkehrte, lauerte Michalis die Heimkehrenden auf. schoß die Wehrlosen einen nach dem andern nieder und stieß der ha?therzigen Spiridula, um ganz sicher zu sein, daß sie auch todt sei, sein Messer mehreremal in die Brust und dann entfloh er in die Berge.

Ursache der Kinderfterblichkeit. Die zunehmende Sterblichkeit der Säuglinge in Deutschland ist, wie unzweifelhaft festgestellt werden konnte, darauf zurückzuführen, daß eine große Anzahl Mütter, namentlich solche aus dem Arbeiterstande, dessen weibliche Angehörige vielfach ihren mütterlichen Pflichten beruflich entzogen werden, ihre Kinder nicht selber stillen. Um hier Wandel zu schaffen, hat der Rath der Stadt Leipzig beschlossen, denjenigen Müttern, die ihre Kinder selber stillen, eine Belohnung in Geld zu gewähren. Diese Prämie soll dazu dienen, den Lohnausfall zu ersetzen und den durch die Selbststillung hervorgerufenen Aufwand zu decken. Die Kontrolle der Mütter soll durch Aerzte. Hebammen oder Aufsichtsdamen des Ziehkinderamts erfolgen. Um die Mütter über die Nothwendigkeit des Selbststillens zu belehren, ist den Hebammen ein Merkblatt zugegangen. das zur Vertheilung an Wöchnerinnen bestimmt ist. Auch den Hebammen sind Geldbelohnungen für eine besonders eifrige Thätigkeit nach dieser Richtung hin zugesagt. Eine starke Wasserkraft in Frankreich. Man erwägt neuerdings verschiedene Vorschlüge, den Fall des Wassers der Rhone in der merkwürdigen Schlucht, der sogenannten Perte du Rhone" bei Bellegarde, wo der Strom auf eine weite Strecke unterirdisch verläuft, al Kraftquelle zur Elektrizitätserzeugung auszunutzen. Französische Ingenieure halten sie für die mächtigste in ihrem Vaterlande, vielleicht in ganz Europa. Schon heute gewinnt man in Bellegarde daraus schon 10,000 Pferdefräste, doch das ist nur ein kleiner Bruchtheil der Kraftmenge, die man mit Hilfe geeigneter Maschinerien dem Strom entnehmen könnte. Der Strom bietet mit seinem Rai'.schen durch die enge Schlucht und seinem Sturze über stetle Absätze in die Tiefe einen wahrhaft überwältigenden Anblick; bisher ist der Touristenbesuch an der merkwürdigen Stelle aber nur recht dürftig gewesen.

Schwedens Nomaden.

verpfian,ng der Lappländer ach der grün. landischen Sinne geplant. Der Nothstand unter den lappländischen Nomadensiämmen, die infolge der ungünstigen Weideverhältnisse auf den schwedischen Hochfjelden und der seit Beschränkung ihres uralten Freizügigkeitsrechtes auf Jahrzehnte hinaus einer erträglichen Existenzmöglichkeit beraubt worden sind, hat in schwedischen Regierungskreisen zu allerlei gutgemeinten Abhilfevorschlägen Veranlassung gegeben. Einer der originellsten gipfelt darin, die erroerblos gewordenen Nomadenstämme in Bausch und Bogen von ihrer lappländischen Heimath nach der grönländischen Küste zu verpflanzen. Das südliche Grönland, insonderheit die Umgebung des Distriktes von Julianehook, zeichnen sich wie einer der begeistertsten Anhänger des eigenthümliehen Dislokationsprojektes. d:r bekannte Grönlandkenner Rasmussen, hervorhebt durch reichliche Grasvegetation und mildes Klima aus, so daß es den dorthin verpflanzten Lappen sicher keine Schwierigkeit bereiten würde, sich in der für sie neuen Umgebung heimisch einzurichten. Einige Bedenken hegt Rasmuffen nur in Betreff des nöthigen Weideviehes, das sich kaum in der für den LeVensunterhalt der Ansiedler erforderlichen Menge nach dem neuen Kolonisationsgebiete überführen lassen werde. Indessen auch dafür wird sich nach seiner Meinung ein Ausweg finden lassen, wenn mit der Ucberführung in kleineren Gruppen, familien- und sippenweise, vorgegangen werde. Die dänische Regierung scheint einer probeweisen Ueberführung lappländischer Ansiedler nach der dänischen Grönlandskolonie sympathisch gegenüber zu stehen. Das nächste Wort sieht somit wohl den zunächst beteiligten Nomadenstämmen zu, um deren Fortbestand es sich hier handelt. Das Tragische an der ganzen Frage ist, daß die unglücklichen Lappstämme ausnahmslos mit einer geradezu rührenden Heimathsliebe an ihren nordischen Fjelden hängen. Gutwillig dürften sie kaum davon zu überzeugen sein, daß ihnen auf grönländischem Boden ein besseres Schicksal winke, als in den Einöden Gelivaras und Kirunavaaras. Ein weiblicher Chilfcner." Vor einem Wiener Gericht hatte sicb dieser Tage eine in geordneten Verhältnissen lebende Frau, Gattin eines gut situirten Geschäftsleiters, wegen Praktizirung jenes Kunststückchens beim Geldwechseln zu verantworten, das von der Gilde der sogenannten Chilfener" betrieben wird. Die Angeklagte erschien in einem Gasthaus, trank ein Achtel Wein und zahlte mit einem Guldenstücke (1 Gulden gleich 2 Kronen gleich 200 Heller gleich 20.3 Cents). Der Wirth gab ihr heraus, darunter eine Krone da zeigte sie ihm das Geld, und die Krone war verschwunden, dafür durch ein Zwanzighellerstück ersetzt. Sie begehrte die Differenz von 80 Heller, und wiewohl der Wirth überzeugt war. richtig gezählt zu haben, erfüllte er ihr Verlangen. Verdacht hegend, schlich er ihr nach und sah sie in eine Tabaktrafik eintreten. Hier kaufte sie zehn Cigaretten und verübte dasselbe Gaunerstückchen; auch die Trafikantin war überzeugt, eine Krone herausgegeben zu haben, dennoch gab sie ihr noch 80 Heller. Hierauf eilte die Angeklagte schon in ein drittes Geschäft da rief der Wirth einen Wachmann und ließ sie arretiren. Bei der Polizei ersetzte sie sofort die zwei Kronen und gestand den Betrug ein. Da die Frau ähnlicher Manipulationen wegen schon vorbestraft war, wurde sie zu einem Monat strengen Arrests verurtheilt. Goldminen in Japan. Nach Eröffnungen des japanischen Finanzministeriums soll es der zur Aufdeckung von Gold eingesetzten KomMission geglückt sein, drei große Goldädern in Japan zu entdecken, und zwar eine in der Präfektur Nagasaki, die beiden anderen in den nördlichen Bezirken Miyapi und Jwate; allen dreien wird eine beispiellose Ausdehnung und Eraiebigkeit nachgerühmt. Auch von etwa zwei Jahren machte die Kunde von der Erschließung einer Goldmine im nördlichen Japan freudiges Aufseben. Auffallend ist es, daß das vielgerühmte Goldland Korea bis jetzt die gehegten Erwartungen gar nicht erfüllt hat; im Gegentheil scheint der 'oldertrag dieses Landes in letzter Zeit gar keine Vermehrung erfahren zu haben. Thatsächlich ist er. sehr vielen Stellen der Flußsand goldführend, namentlich im Gebiete des Ha" ang. doch in nur wenigen Fällen stet.? die Goldwäscherei sichern Geu-inn in Aussicht. Die Höhe der Arbeitslöhne und des Zinsfußes sind großen Unternehmungen nicht gerade günstig. Wetterberichte durch Schulkinder. Von verschiedenen Schulbehörden am Rhein ist angeord net worden, daß die Wetternachrichten, die seit einiger Zeit an den Postanstalten veröffentlicht werden, jeden Morgen den älteren Volksschülern vor Schluß deö Unterrichts diktirt werden, dami' besonders auf dem Lande die Land Wirthe ihre Arbeiten danach einrichten können.

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