Indiana Tribüne, Volume 30, Number 34, Indianapolis, Marion County, 2 October 1906 — Page 3
Jndianck Tibüne, S. Oktober 1906.
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Manifest
Der Partei der Gemäßigten auf Cuba schiebt den Bcr. Staaten alle Schuld zu.
SicherheitSvorkehrnngen getroffen. Mörder werden ausgeliefert. 24 Per sonev hingerichtet. Hetze von Ausländern. Der Regevtenftreit wird beigelegt Geht Niemand etwaS an. Krebsforschung noch nicht beendet. Kaiser wird München besnchen.-Zufluchtsasyl in Stand gesetzt.
Cuba. Anti. Amerikanische Demonstration v a v a n a , 1. Okt. Das tzleku. tiv'Comite der Gemäßigten Partei hat heute ein Manifest veröffentlicht, in dem den Amerikanern alle Schuld der gegenwärtigen Zustände auf der Insel Cuba in die Schuhe geschoben wird. Präsident Palma und die Partei der Gemäßigten haben ihre volle Schuldig, keit gethan, aber als Präsident Roose. velt seine Friedenö-Smiffäre nach der Insel schickte, verlangten diese dasselbe vom Präs. Palma, was die Rebellen verlangten, nä.ilich: Anerkennung der Rebellen als kriegführende Partei und Abhaltung neuer Wahlen. Das Manifest behaupte! weiter, daß eine bewaffnete Intervention der Ver. Staaten beschlossene Sache war. als der cubanische Kongreß einberufen wurde. Die erste Anti Amerikanische Demonstration erfolgte heute Abend hier um 7 Uhr, als 150 Studenten der Aka demie und mehrere Hundert junge Leute durch die Hauptstraßen der Stadt zogen und riefen: Hoch lebe die cuba Nische Republik; Nieder mit der ameri mischen Bevormundung!- Die Bür gerschaft verhielt sich bei dieser Demon ftration im Allgemeinen ruhig, jedoch wurde dieselbe auch von zahlreichen Personen lebhaft bejubelt. SicherheitSvorkehrun gen getroffen. H a v a n a, 1. Okt. Gouverneur Taft hat Kenntniß von drei Gelbfieber. Erkrankungen in Havana und veran aßt besondere Sicherheitsvorkehrungen, um vle amertranlicyen Gruppen vor Ansteckung zu bewahren. Camp Co umbia, das von der amerikanischen Regierung nach dem Kriege mit Spanien errichtete Truppenlager, ist für die Unterbringung der amerikanischen Soldaten vorzüglich geeignet. Ueber Rüu bereien in der Provinz Puerto Principe wird Klage geführt. Innerhalb einer Woche werden dort amerikanische Sol daten eintreffen. Raubende Rebellen. Guantanamo. 1. Oktober. In der Nähe dieser Stadt haben sich mehrere bewaffnete Redellenbanden in der Stärke von 600 Mann zusammen gerottet und plündern und rauben in den umliegenden Ortschaften. Meh rere hundert Pferde und große Vor rüthe Nahrungsmittel find in die Hände der Plünderer gefallen. Gouverneur Taft und die cubanischen Behörden in Havana find von den Borfällen in Kenntniß gesetzt worden, aber die LandgerSdarmie hat noch keinen Befehl erhalten, gegen die Rebellen vorzugehen und fie zu vertreiben. Hayti. Mörder werden auSge liefert. P o r ta u-P r i n c e, 1. Oktober. Die zwei Dominikaner Santiago und El Marciu, welche die beiden Amerika ner Charles P. Thurfton und John Milbourne, die als Kollektoren im db inikanischen Zolldienft standen, im letzte August bei LaS MataS ermordet haben sollen, wurden den dominikani schen Behörden und amerikanischen Zollbeamten an Bord eines dominika nischeu Dampfers, der sofort nach San Domingo abfuhr, übergeben. Die Gefangenen, die Ende August hier verhaftet wurden, behaupten, die Amerikaner Hütten zuerst auf fie ge feuert, als die Dominikaner die Zurück gäbe ion Waaren verlangten, welche von Zollbeamten konfiszirt worden waren. Ueber die Affaire liegen der fchiedene Verstoßen vsr, doch ist die wahrscheinlichste die, daß die Amerika ner die Waaren im Werthe von etwa $6000 beschlagnahmten und daß sie am nächsten Moraen. während fie am Frühstück saßen, ermordet wurden ohne daß sie sich vertheidigen konnten 24 Personen hingerichtet K a v fb a 1 1 i e n, 1. Okt. Aus Monte Christi, San Domingo, welche Stadt von dominikanischen Revolutio
nüren belagert wurde, verlautet, daß Präsident CacereS fie mit 1200 Mann entsetzte, die Revolutionäre verfolgte und auseinandersprengte und eine Anzahl gefangen nahm. Vierund zwanzig von diesen wurden hingerich tet. Bald darauf sammelten sich die Revolutionäre wieder und trafen An stalten zu einem neuen Angriff auf Monte Christi. Rußland. Bauern zuTode geknutet. C h e r s o n, 1. Okt. Wegen der Zerstörung der Gebäude auf dem Gute deS M. Krivoshein, deS früheren Eisen bahN'MinifterS, wurden heute hier 97 Bauern prozesfirt, wovon 63 schuldig befunden und 34 freigesprochen wur den. Bei den Verhandlungen deS ProzeffeS kamen folgende schauderhafte Ereigniffe zur Sprache, 'die von dem DiftriktS'Hauptmann verübt wurden. Derselbe begab sich mit einem Detache ment Kosaken, nachdem die Guts gebäude deS M. Krivoshein zerstört
waren, nach dem verwüsteten Gute und ließ alle Bauern aus der Umgegend wie das Bieh zusammentreiben. Dar auf befahl er seinen Kosaken, die Bau ern solange mit ihren Knuten zu schla gen, bis ihre Kräfte erlahmen würden. Bei dieser unerhörten Knuterei wurden 23 Bauern getödtet und 135 Bauern zu Krüppeln geschlagen. Die wirk ichen Zerstörer der GutSgebäude waren vor Ankunft der Kosaken entflohen und die mißhandelten oder getödteten Bau ern waren gänzlich unschuldig an der Vernichtung deS GuteS. Frankreich, uftballon " Wettfahrt unterbrochen. Paris, 1. Oktober. Sechs von den sechzehn Luftballons, welche gestern von hier aus die Wettfahrt um den Gordon Bennett Pokal antraten, landeten heute Morgen an der Küste der Normandie, da ihre Lenker Furcht hat ten, den englischen Kanal zu kreuzen. Die anderen Luftballons find über den Kanal geflogen und befinden sich jetzt wahrscheinlich über England. Der berühmte Luftschiffe? Santo?Dumont gerieth in der letzten Nacht mit seinem linken Arm in die Maschi nerie deS Motors und wurde fo schwer verletzt, daß er die Wettfahrt mit sei nem Ballon aufgeben muhte. Leutnant Frank P. Lahm von dem 6. Bundes - Kavallerie Regiment, der Amerika mit seinem Luftballon bei der Wettfahrt vertrat, landete heute Nach mittag um vier Uhr mit seinem Segler der Lüfte sieben Meilen südlich von Whiby. ungefähr 50 Meilen nördlich von Hull, England. Lahm ließ seinen Luftballon in Obhut seiner beiden Be gleiter und reifte unverzüglich nach Paris ab. Mitternacht. Der Aero Club kündigte an, daß Leutnant Frank P. Lahm vom 6. Ver. Staaten - tta vallerie-Regiment der Sieger im ersten Luftballon-Wettfahren um den Gordon Bennett-Pokal sei. C. S. Rolls, einer der englischen Luftballonfahrer, ist bis jetzt noch nicht mit seinem Ballon entdeckt worden. und man befürchtet, daß ihm ein Un glück zugestoßen sein könne. Canada. Japanischer Flotten plan. Victoria, 1. Oktober. Mi dem Dampfer Bellerophon" find Nach richten hier eingetroffen, daß für die ja panische Flotte I135.000.000 in den nächsten acht Jahren verausgabt werden sollen, um dieselbe zur zweitftürkften der Welt zu machen. Zwölf Millionen Dollars find zur Ausbefferung der ge kaperten russischen Kriegsschiffe be stimmt; neue Schiffe sollen gebau werden: 8 Schlachtschiffe der stärksten und neuesten Art; 16 gepanzerte Kreu zer und 12 Schnell-Kreuzer. Großartige Manöver werden von de japanischen Armee jetzt bei ttokura ab gehalten, zu denen keine fremdländi 'chen Offiziere zugelaffen werden.
Deutschland. Hetze von Ausländern. Berlin, 1. Okt. Die Auf, gung über das Cirkular der Essener Polizeiverwaltung betreffs der Ausweisung polnisch.russischer Arbeiter hat sich in sozialistischen Kreisen noch immer nicht gelegt, und um der Wahrheit ihr Recht zu geben, muß man gestehen, daß auch andere Bevölkerungsschichten die Sache ernster nehmen, als die Regierung dies für nöthig hielt: denn bekanntlich begnügte sie sich mit einer allgemeinen Erklärung, die ihnen aus früheren Kabelberichten bereits bekannt ist und in dem dem Publikum mitgetheilt wurde, daß man nicht so heiß ißt. wie man kocht. Inzwischen haben die regierungsfeindlichen Organe fich eines Abdrucks des Cirkulars bemächtigt, das in allen Tonarten verdammt und in sämmtlichen Sozlaliften- Zeitungen reproduzirt wird. Der Wortlaut des Schreibens, das an alle bedeutenden Unternehmer und Fabrikanten in Essen gesandt wurde, ist wie folgt: Soweit hier bekannt ist, werden von Ihnen Arbeiter russischer, litauischer resp, ausländisch polnischer Nationalität beschüftigt. Ich setze Sie hierdurch ergebenft in Kenntniß, daß eine Weiterdeschäftigung bezw. weitere Heranziehung dieser Art Ausländer nach den bestehenden Bestimmungen unter keinen Umständen geduldet werden kann. ES werden deshalb diejenigen Ausländer dieser Art, welche in neuerer Zeit herzugezogen sind bezw. noch zuziehen sollten, alsbald aus Preußen ausgewiesen, während denen, die schon längere Zeit
fich ungehindert im Jnlande aufhalten, zum Verlassen des Staatsgebiets noch eine Frist bis zum 20. Dezember be willigt wird. ES muß Ihnen überäffen bleiben, für geeigneten Ersatz der ragltchm Arbeiter durch inländische Arbeiter oder durch solche Ausländer, die dem AuSweisungSzwange nicht unerliegen, zu sorgen. Der Beigeord nete. Selbach." Man glaubt, daß von maßgebender Seite dieser offenen Hetze von Ausländern über kurz oder lang durch eine auf ganz Preußen bezügliche Polizeiverordnung ein Ende gemacht werden wird. Der Regentenftreit wird wahrscheinlich beige legt. Braun schweig, 1. Okt. Die braunschweigische Frage wird, wie die offiziösen Blätter heute zu verstehen geben, wahrscheinlich in den nächsten Tagen ihre defintive Lösung finden. Der Cumberländer soll bereit sein, zu Gunsten seines ältesten Sohnes auf alle Ansprüche zu verzichten, und eS diesem zu überlassen, seinen Frieden mit Preu ßen zu machen. Der braunschweigische Ministerpräsident Dr. Oeto kehrte heute Nachmittag von Homburg, wo er seit mehreren Tagen mit dem Reichskanzler Fürst Bülow in Berathung war, nach der Hauptstadt deS HerzogthumS zurück. Wie eS heißt, hat der Premier einen Brief deS CumberländerS in feinem Besitze, der am Montag veröffent licht werden soll und angeblich dte definitive Besetzung deS Thrones deS LändchenS möglich macht. Der Brief soll ein: Proklamation an daS Volk von Braunschweig und Hannover sein und dieses auffordern, fich in daS Unvermeidliche zu fügen. Geht Niemand etwas an. Berlin, 1. Okt. Wenngleich Deutschland die Vorgänge auf Cuba aufmerksam verfolgt, so hat es doch an der Besetzung der Insel durch die Ver. Staaten weiter kein Interesse. Sehr treffend sagte heute ein hoher Beamter des Auswärtigen Amts über die Lage folgendes: Die deutsche Regierung betrachtet das Eingreifen der Regierung der Ver. Staaten in Cuba als etwas, das diese beiden Länder allein angeht, und worum fich keine andere Regierung zu kümmern hat. Europäer, die in Cuba ansäsfig find, erwarten Schutz von der Regierung der Ver. Staaten, der ihnen unserer Anficht nach auch sicher gewährt werden wird. Deutsches Kavital ist in Cuba bauvtsächlich in Tabak angelegt. Infolge der Nach richten aus Cuba schwankten heute die Preise auf dem Zuckermarkt in Magde bürg und anderen Städten Deutsch landö und fielen: doch später wurden fie wieder fester. Krebsforschung noch nicht beendet. Köln. 1. Oktober. Dr. Otto Schmidt, dessen Krebsforschungen de kanntlich zu einer Controverse zwischen ihm und Prof. Hauser Anlaß gaben, hat nun seinem Gegner in einer länge
ren Erklärung geantwortet. Der hie-
ftge Arzt theilt seinem Erlanger Kollegen mit, daß er nie behauptete, seine Experimente bewiesen irgend eine Hei-
lungstheorie. Vorläufig bezögen fie sich nur auf ttreböerscheinungen in Thieren, die künstlich hervorgerufen werden können. Greifbare Resultate in therapeutischer Hinficht seien'auSge. schlössen und Prof. Hauser befinde fich im Irrthum, wenn er behauptet, Schmidt habe einen derartigen Eindruck hervorrufen wollen. Kaiser wird München be. suchen. Berlin, 1. Okt. Der schon seit langem angesagte Besuch des Kaisers in München ist. wie aus verläklicker Quelle mitgetheilt wird, nun definitiv auf Dienstag und Mittwoch, den 13. und 14. November, festgesetzt worden. Bei dieser Gelegenheit findet auch die Grundsteinlegung deS deutschen Museums für Meisterwerke der Technik in der Jfarftadt statt. DaS Museum ist nach Emanuel von Seidel'S Projekt auf 84 Millionen Mark veranschlagt und die nöthigen Kapitalien werden zusammen vom Reich von Bayern, der Stadt München und der allgemeinen Großindustrie gestiftet. Dänemark. Zufluchtsasyl in Stand gesetzt. Kopenhagen, 1. Okt. Obgleich von den russischen und dänischen Offizieren in Abrede gestellt wird, daß der Zar am dänischen Hofe ein Asyl suchen werde, steht fest, daß Väter, chen" zu Anfang dieser Woche mit sei' ner Familie in Kopenhagen eintrifft. ES ist in der Nähe der dänischen Hauptftadt ein Schloß für den Herrscher in Bereitschaft gesetzt worden und er wird bis Mitte November dort verweilen. Beim Eintritt der kalten Witterung beabfichtigt er fich, wie schon vor einigen Tagen gemeldet, nach Biarrttz am Bis cayischen Meerbusen zu begeben. Vor nächstem Frühjahr wird der Monarch, wie der gewöhnlich gut informirte St. Petersburger Korrespondent des hiesigen Tageblatt" meldet, nicht mehr nach ZarSkoje-Selo oder Peterhof zurückkehren. Sandwich Inseln. Mußte auf den Strand laufen. Honolulu. 1. Oktober. Der BundeS-TranSportdampfer She ridan", der vor zwei Wochen an der südwestlichen Durchfahrt der Insel Oahu bei BarberS Point auf Korallen Riffen auflief und seitdem festsaß, wurde heute von dem TranSportdampfer Buford" glücklich abgeschleppt und beide Dampfer fuhren hierher. Kaum war der Sheridan" zehn Meilen unter eigenem Vamps gefahren, als er zu sinken begann. In der Nähe von Pearl Harbor mußte er auf den Strand laufen, um nicht zu versinken. Unter suchunaen baden ergeben, daß der Sheridan" beim Abschleppen von dem Korallenriff ein großes Leck am Bug er halten hat. Die Lage des Dampfers ist sehr gefährlich und sein gänzlicher Ver luft wahrscheinlich. Mexiko. Grenzstädte erhaltenenquartierungen. M o n t e r e y, 1. Okt. Nachrichten aus dem Städtchen illmtnesl. wo vor einigen Tageu eine kleine Revolution ausbrach, besagen, daß jetzt daselbst vollständige Ruhe herrscht, ine kleine Truppenabtheilung hat in Jiminez Quartier bezogen und sorgt für Ruhe und Frieden. Die Regierung hat in mehreren Städten längs der Grenze kleinere Truppenabtheilungen einquar tiert. um hauptsächlich die Banken gegen Räubereien zu schützen. Baron Paul von MathieS. der erst kürzlich Priester geworden ist. wurde heute vom Papst im Vatikan in einer Privat-Audienz empfangen. Der Papst ernannte den jungen Geistlichen zum Prälaten und theilte ihm der Die zöfe Cincinnati zu. Charles R. HugheS, republika nischer Gouverneurs - Kandidat deS Staates New Dork, hatte heute mi Präsident Roosevelt in seinem Privat Waggon auf der Durchreise in Jersey City eine längere Unterredung, die au der Herbftwahl Bezug hatte. Einen hohen Zaun aus Stacheldraht mußte ein Mann in East Litchfield, Conn., um seinen Garten errichten, zum Schutze gegen die verwüstenden Einfällö von Rehen welche sich in jener Gegend äußerf zahlreich vorfinden.
Dte Münchener Eeparatvorstcllun, ge Ludwigs 2. Eugen Gura. der verstorbene Meisierfingr. hat im Rahmen seiner Lbenserinnerungen u. A. auch sehr freimüthige Aufschlüsse über die geheimnißvollen Münchener Separat-Vorstel lungen gegeben, wie sie König Lud wig 2. oft ganz unvermittelt anzuse tzen pflegte. Nicht selten nahmen dieje Veranstaltungen erst nach Mitternacht ihren Anfang, und alles Erdenkliche wurde da aufgeboten, um die Illusion zu wahren, jede Hemmung fernzuhalten und den erlauchten Romantiker seinen Verzückungen zu überlassen. Gura schreibt: Alle jene dramatischen Aufführungen, die nur für den König allein veranstaltet wurden, pflegten zu außergewöhnlich später
Stunde zu beginnen, zu der der König noch obendrein swndenlang auf sich warten ließ. Das Künstlerpersonal, ebenso das gesammte technische Perso nal, mußte zu einer bestimmten gert ungefähr um 9 Uhr auf dem Posten sein. Das Orchester hatte den Eintritt der Majestät in lautloserSti!le zu erwarten: bei itrenaer Strafe war es verboten, etwa Instrumente vorher zu stimmen, denn das Orchester ollte wie vor unsichtbarer Geuterhanv bewegt werden. Häufig zeigte die Uhr schon eine späte Nachtstunde und man wartete immer noch auf den Konig. An dem betreffenden Abend (es handelte sich um eine Parsifal"-Auftuh-runz) hatte Hermann Levi besonders lange an der Spitze seines Oraxsters mit gezücktem, hochgehobenem Taktstock geharrt, denn das Orchester hatte ot strenge Weisuna. beim Erscheinen des Königs, der unvermittelt und plötzlich n die große Mittelhofloge einzutreten pflegte, sofort den ersten Takt des Festspiels ertönen zu lassen. Kein Wunder, wenn namentlich das hart und anstrengend arbeitende technische Personal von Müdigkeit übermannt wurde, und somit eine ?zene wie dre folgende hervorgerufen werden konnte. In dem feierlichen Augenblick, wo der andachtsvolle Amfortas sich zum Kelche neigt, verbreitet sich immer dichtere Dämmerung über die ganze Halle des Gralstempels, um bei einem blen denden Lichtstrahl in desto größerer Helle aufzuleuchten. Der größte Glanz soll sich entwickeln, wenn der alte Titurel in seinem Grabe m die entzückten Worte ausbricht: O heilige Won ne, wie hell grüßt uns heute derHerr! Aber der Theaterarbetter, der im höhlen Raume des Altars, worauf Am fortas die Kristallschale niederstellt, offenbar vor Müdigkeit eingeschlafen war, yatte oen eleltrijcyen &:iom man geschlossen; denn finster und unhermlieh hingen die Leitungsdrähte von der Kristallschale herab. Während der ganzen Dauer des feierlichen Zere moniells und selbst noch während bei Gesanges der Gralsritter unterblietz jegliches Aufleuchten. Also der wich tigste Vorgang, der Höhepunkt des er sten Aktes, das Erglühen des heiligen Grals, war ausgefallen, hatte total versagt! Ich war nun der sicheren Meinung, auf meine harmlose Person, auf den Amfortasdarstcller. würde die Majestät die Schale ihres Zornes ausgießen. Der König aber schickte seinen Hofoffizianten auf die Bühne, um sagen zu lassen: Noch nie hat Herr Reichmann so schön, so eindringlich gesungen wie heute, er hat sich selbst llbertroffen." Der König war nämlick der Meinung, mein Kollege Reich mann hätte den Amfortas dargestellt. Schweizer Schlagfertigkeit. Wie gut die Mobilisirunz des Schiveizer Milizheeres vorbereitet ist, und wie glatt sie sich abwickelt, davon givl die France Mrlitaire" in ihrer Kummer vom 25. August ein Beispiel. Tie Regierung des Kantons Zürich hatte Anlaß der bekannten Ausstände das 22. Infanterieregiment und die 17. Dragonerschwadron ohne jede vorhergehende Ankündigung oder Voröereitung zu den Waffen einberufen. Um 11 Uhr Morgens verließ der Befehl die Bureaus, um 5 Uhr Abends standen die Truppentheile nahezu vollständig in den Kasernen bereit. Dabei kam ein großer Theil der einberufenen Mannschaften von den Feldarbeiten her, unc die Entfernungen erreichten bis zu 35 Kilometer. Viele hatten die Bahn benutzt, um ihre Truppen rechtzeitig zu erreichen. Bekanntlich haben die Schweizer Milizsoldaten Uniform, Ausrüstung und Waffen stets bei sich und müssen sie dauernd in gutem Zustande erhalten, so daß die Truppentheile, wenn sie zusammengetreten sind, nur noch Patronen erhalten müssen, um marschfertig zu sein. Im Schweizer Heere ist man an solche plötzlichen Einberufungen gewöhnt. weil die Versammlung zu den Wast'cnübungen in der gleichen Weise geschieht. Derhervorragenderömi sche Kunstkritiker und Historiker Eorrado Ricci wurde zum Generaldirektor der italienischen Akademie der schönen Künste ernannt. Wie der Hann. Kourier aus zuverlässigerQuelle erfahren haben will, soll der Landeshauptmann Georg Wilhelm Lichtenberz in Hannover tl Nachfolger Podbielskis in Aussicht genommen sein. Lichtenberg ist der Sohn des früheren hannoverschenKul-tusministe-rs und späteren Präsidenten im Landeskonsistorium in BerTln. Er genießt den Ruf eines tüchtigen Ver-waltungsbeamten.
