Indiana Tribüne, Volume 30, Number 34, Indianapolis, Marion County, 2 October 1906 — Page 1
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y Erscheint jeden Macknntttag. r " Jahrgang 30. Indianapolis, Ind., Dienstag, 2. Oktober 1906 No. 34.
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Pctticord gestorben. Mordanklage gegen Williams erhoben.
Williams anscheinend nicht gerührt. Polizist Petticord ist heute früh 2 30 Uhr seinen Verletzungen erlegen. Die letzten Momente waren friedlich. Die Aufregung über die Ermordung deS Polizisten Russell ist groß, und steigert sich mit jeder Minute. Poli ziften wurden gestern Abend zum Schutze der Jail abbeordert, im Falle erregte Hitzköpfe ftch zu Ausschreitungen hinreißen lassen sollten. Der Stadtrath bewilligte gestern Abend noch eine Summe von $300, zugleich noch $100 für den Polizeifund für Drucksachen, welcher zur 33 folgung des Mörders benutzt werden soll. Neger.ClubS wollen zur Belohnung beisteuern, welche auf den Kopf des Flüchtlings gesetzt wurde. Die DetectivS ttrltger, ASkin und Manning verhaft en gestern Peter Jackson und Alex. McMillen. beide von No. 2336 JndianapoliS'Avenue, sowie Alonzo SimmonS. Gegen die Drei wurden kleinere Anklagen erho den. Der Grund der Verhaftungen scheint hauptsächlich der zu sein, diese! den gegen die beiden Neger als Zeugen zu halten. Die Leichenschau wurde Dienstag früh im Hospitale abgehalten. Petti cord starb an den Folgen der durch die Kugel in die Wunde gebrachten Verun reinigungen, doch Hütte er auch ohne diese nicht mit dem Leben davonkom men können, da Leder und andere edle Theile durchschossen waren. Bor dem Tode wurde eine Ante Mortem Aussage von ihm verlangt. Beim Eint ritte der Aerz merkte der Mann, daß seine Stunden gezählt seien, doch hielt er ftch tapser bis zam Ende. Er beschuldigte William, den Schuß von hinten auf ihn abgegeben zu haben. Williams hält ftch im Dunkel seiner Zelle auf und läßt sich von Niemandem sehen. Der Sheriff hat Vorkehrungen getroffen, daß kein Unbefugter in die Nähe des Gefangenen gelangt. Stadthalle fliegt i die Lst. New P a l e st i n e, 2. Oktober. Während der Sitzung eines republika Nischen Ausschusses in der Stadthalle gestern Abend fingen die Lichter der artig zu flackern an, daß eine Anzahl der Leute die Halle verließen. Die Acetylene GaSanlage der Stadt, welche für Geschäftslokale, Kirchen und Pri vatwohnungen Licht lieferte, war schon seit einigen Tagen in schlechter Verfas. fung. Plötzlich sah man einen hellen Feuerschein, gefolgt von donnerühn lichem Getöse, und das Gebäude sank zertrümmert zusammen. John L. McCune. Marschall und Tuftodian der Halle, befand ftch im ersten Stockwerke, wurde aber so schwer verletzt, daß er bis jetzt nicht im Stande war. eine Erklärung des Unglücks zu geben. William S. Toon, ein Brief trüger. wurde unter den fallenden Trümmern und einem Ofen so ringe klemmt, daß eS unmöglich war, ihn zu retten. Er wurde zu Tode geröstet. Seine Schmerzenöschreie waren fürch terlich, doch konnte nichts zu seiner Ret tung gethan werden, da die Lüschappa rate unter den Trümmern der Stadt halle begraben lagen. Nur sein verkohlter Körper wurde später unter den Ruinen hervorgezogen. ES war herzzerbrecheud, die Klagen der Kinder deS ManneS, welche Trost und Liebe spendend an seiner Seite bis zu seinem Ende ausharrten, anzuhören. Borfitzender Rock wurde am Kopfe der drannt, erlitt außerdem Verletzungen am Rückgrat. Im Ganzen erlitten acht Leute Verletzungen. Die Hand Feuerspritze, welche ftch im ersten Stock werke deS Gebäude befand, wurde zer trümmert und verbrannte später. Gottlieb Leukhardt, Die gemüthliche dV, Ecke Noble und Market Str.
Bestialischer Angriff. Ein Neger überfällt eine weiße Srau. , DaS Opfer liegt in schwer verletztem Zustande dar nieder.
Einer der frechsten, seit langer Zeit in der Nachbarschaft der Stadt auSge führten Ueberfülle wurde gestern Nach mittag in unserem Nachbarorte MickleS ville von einem Neger verübt. Frau Henry Fling, das Opfer, liegt schwer verletzt in ihrer Wohnung darnieder. Ein Neger erschien in der Wohnung zur Zeit, als der Mann ftch auf dem Felde befand, und fragte, ob sie etwas Apfelwein im Hause hätte, was die Frau verneinte. Als der Neger nach Geld fragte und die Frau gerade im Begriffe stand, ihm ein Almosen auSzu handigen, zog der Bursche plötzlich eine Bierflasche auS der Tasche und schlug die Frau mit derselben in's Gesicht, so daß sie zu Boden stürzte. Während die Frau am Boden lag und flehentlich um ihr Leben bat, dem Unholde ihr Geld anbietend, versetzte der verrohte Mensch ihr nicht nur noch mehrereSchlüge mit der Flasche auf den Kopf, sondern traktirte sie auch noch mit Fußtritten in den Unterkörper, so daß oie Frau in schwer verletztem Zu Jande jetzt darniederliegt. Ohne Zweifel Hütte der schwarze Schurke, der eS auf Raub abgesehen zu haben schien, die Frau getödtet, wenn nicht inzwischen die 75 Jahre alte Mut ter der Frau auf die Hilferufe derselben zur Stelle geeilt wäre. Der Schurke hörte die Fußtritte der alten Dame, und im Glauben, daß vielleicht Hilfe im Anzüge sei, entfloh er, ohne auf weitere Enthüllungen zu warten. Der Sheriff wurde von dem Ueber falle sofort benachrichtigt, und derselbe machte sich in linern Automobile gleich zur Verfolgung deS schwarzen Schur ken auf. Leider hatte derselbe bereits auf feiner Flucht einen großen Vorsprung ge wonnen. Sheriff Sourbier, der mit 4 seiner DeputieS nach der Stelle des Ueberfalles abgefahren war, hatte feine Leute sofort vertheilt und der Weg nach Plainfield wurde von einem Ende bis zum andern durchsucht. Die In ftruktionen lauten dahin, daß der Neger auf alle Fülle gefangen werden MUß. Auf der Suche nach dem Neger fuhr ein Automobil an dem Sheriff und sei nen Leuten vorüber, in welchem ftch Dr. Kimberlin, zwei Brüder Dixon und Frau Fred Dixon befanden. Der Versuch, das Auto aufzuhalten, schlug fehl; denn die Leute, im Glauben, eö mit Wegelagerern zu thun zu haben, gaben Volldampf und waren bald dem Sheriff und seinen Gehilfen aus dem Gesichtskreise entschwunden. Bei ihrer Ankunft hier meldeten die weisenden einen Ueberfall durch Wege lagerer, doch löste sich das Räthsel, so bald der Sheriff den Bericht seines RencontreS mit dem Auto nach hier de richtete. Der Neger, welcherFrau Fling über fiel, konnte bis heute früh noch nicht er griffen werden. Sheriff Sourbier langte heute früh 3 Uhr unverrichteter Sache aus Mickle. ville wieder an, wird sich aber bei Ta geöanbruch sofort wieder zum Schau platze des Ueberfalles begeben, um nach dem Neger zu fahnden. Die Farmer der Nachbarschaft haben ftch bewaffnet und suchen das umlie gende Gelände nach dem Schurken ab. Sollte man den Neger ergreifen, kann eö leicht möglich sein, daß ihm eine recht unangenehme Sache pasftrt. ehe er dem Sheriff übergeben wird. S o u t h B e n d, 1. Okt. E i n Grand Trunk Frachtzug entgleiste heute Nachmittag in den- South Bend Yards, einen Schaden von 830,000 verursachend. Eine Waggonladung Farbe wurde so schwer demolirt. daß das ganze Geleise mit flüssiger Farbe förmlich beschmiert wurde.
Stadtrath i Sitzung.
Eine Menge kleinerer Geschäfte erledigt. Eine Anzahl Geschäfte wurden ge ftern Abend im Stadtrathe erledigt. Mayor Bookwalter der scherzend be merkte, daß gerüchtsweise eine Ent fremdung zwischen ihm und dem Stadt rathe herrschen solle, fand sich gleich falls ein und wohnte der Sitzung bis zum Ende bei. Er wurde von den Stadtrüthen freundlichst begrüßt und ihm wurde neben Präsident Eppert ein Ehrenplatz eingeräumt. Ein Schreiben aus der Office des MayorS wurde verlesen. Derselbe sprach in demselben seine Ueberein ftimwung mit der Mehrzahl der Be ftimmungen der Appropriation? Vor läge aus, bedauerte aber, daß der Stadtrath die 17.000 für Einsam mein der Asche aus Privatwohnungen v-d $10,000 für öffentliche Aborte nlcht bewilligte. Eine vom StadtControlleur Brue ning übersandte Empfehlung 5300 bei zusteuern, den Neger Jeffe Coe einzu fangen, wurde einstimmig pasftrt. Eine Borlage wurde eingereicht, den Erben deS verstorbenen EharleS Baden 1125.38 Lizenzgebühren zurückzuzah. len. da Herr Baden vor Ablauf des LizenStermineS starb. Unter SuSpendirung der Ordnung regeln wurden dem Fond für Druck fachen im Polizeidepartement $100 überwiesen, damit auch in dieser Branche die Verfolgung deS Negers Coe mit Energie betrieben werden kann. Die Ordinanz, welche das Salair der Gehilfs Stadt Ingenieure auf 2000 erhöht, wurde verworfen. Eine Ordinanz. welche 543.000 zur Verlängerung der Brtghtwood Waffer leitungen bewilligt, wurde ange nommen. Die eingereichte Eiöordinanz wurde verworfen. Der Name der Nord Alabama Str. nahe Fall Creek und 30. Str. wurde in Washington Boulevard umgeändert. Der Name des oberen Endes der Pine Str. wurde in Davidson umge ändert. Eine Ordinanz, welche das Aufhän gen von Abreißzetteln in Straßen und Alleys der Stadt verbietet, wurde ein gereicht. Folgende Straßen VerbefferungS welche bei der Behörde öffentlicher Ar beiten eingereichte Remonftranzen um stoßen, wurden zur ersten Verlesung gebracht: Pflastern der ersten Allen östlich der New Jersey Straße, zwischen 21. und 22. Straße, mit Backstein. Erste Alley südlich von der 13. Str.. zwischen Ashland und College Ave., mit Backstein. Douglaß Str.. zwischen New York und Michigan Str., BackfteinGutter und Curd. Catterson Str., zwischen 16. und 21. Straße. 23. Straße, zwischen Meridian Str. und Central Ave., Asphalt. State Str., zwischen English-Ave. und Prospect Str., Backstein. Erste Alley östlich von Windsor Str., zwischen Commerce Ave. und erste Alley nördlich von der 12. Str., KieS. Senate Avenne von Süd bis Merrill Backsteine. Erste Alley nördlich von der 15. Str. von der Ashland Ave. bis Gar field Place. Backsteine. Die Ordinanz. Walnut Straße zwischen Look und Blake Str. mit Back steinen zu pflastern, wurde gestrichen, da inzwischen andere Verbefferungen vorgeschlagen wurden. Folgende BerdefferungSOrdinanzen wurden pasftrt : Lock Str. zwischen Jndiana Ave. und Walnut, Holzvflafter. Cornell Ave. von der 10. bis zur 21. Str.. Bitulithie. Bird Straße, zwischen Nord und Et. Clair, Backsteine. 13. Str. von der College Ave. bis zum C. I. & L. Geleise, Asphalt. Erste Alley östlich von der Delaware zwischen 16. und 19. Str. Backsteine.
Erste Alley östlich von der Arsenal Avenue zwischen Roosevelt Avenue und 16. Str., Backsteine. Erste Alley von der Park Avenue zwischen 11. und 13. Str., Back steine. Erste Alley nördlich der 10. Str. von College Ave. bis Ashland Ave., Backsteine. 20. Straße von Bellefontaine bis zum Lake Erie Geleise. Backsteine.
Burenkrieger im Polizeiverlieke. In Hemdöürmeln. mit zwei großen Revolvern in der Hand, und mehrere Meffer in der Tasche, hielt gestern Abend Andrew Green, 1341 Kentucky Ave., eine Anzahl Zuschauer in Schach. Die Radlerpoliziften wurden zur Stelle gerufen und Andrew wurde nach der Station gebracht. Kurz nach seiner Einlieferung in der Station wurde An drew plö)lich krank und behauptete, ftch vergiftet zu haben, erholte ftch aber zu sehenS, als Dr. Hodgin ihn untersucht hatte. Dr. Hodgin ist der Anficht, daß Andrew an den Folgen einer DofiS Al kohol litt. Laut Aussagen der Radler hatte er übrigens auch eine gute DofiS unverfälschten Alkohol zu ftch genommen. Green soll übrigens im Burenkrieg auf Seiten der Buren gefochten haben. Er wurde in der Schlacht vor Lady smith durch einen Säbelhieb verwundet und lag lange Zeit mit de englischen Major Green, der ihn verwundete, in demselben Hospital. Major Green er lag den ihm durch eine Granate ! beige brachten Verletzungen, während Andrew Green, dem der Halö theilweise durch hauen war, ftch wieder erholte. Trug eine Perrncke i der Tasche. John Grogan, ein etwa 25 Jahre alter Bursche, der im Quartier der Heilsarmee abgestiegen war, wurde durch die DetectivS Duncan und Lan cafter verhaftet. Grogan soll auf der Westseite elektrische Apparate zum Kaufe auSgeboten haben, und zwar zu Prei fen. welche weit unter dem Engrospreise stehen. Grogan, der einen dichten Haarwuchs hat, schleppte ftch mit einer Perrücke in der Tasche herum, und dieser Umstand kam den Beamten so verdächtig vor, daß sie seine Bürgschaft beträchtlich er höhten, um ihn bis zur Beendigung der Untersuchung festzuhalten. Kleine Diebftahle. AuS den Anlagen der Indianapolis GaS Co. an der Ecke der South und Delaware Straße wurden 100 Pfund Messing gestohlen. P. H. McCurdy beklagte den Ver luft einer Handtasche, welche ihm in der Eichrod's Apotheke entwendet wurde. George W. Seidert. 426 Nord State Straße, vermißte gestern eine goldene Herrenuhr; er vermuthet, daß dieselbe vor einigen Tagen entwendet wor den ist. Unfälle. HenryThornton, ein Brem ser der Vandalia Eisenbahn, in Oak land, JllS., wohnhaft, wurde schwer verletzt, während er bei einer Kiesgrube mit Weichenftellen beschäftigt war. Der eine Fuß wurde abgefahren und daS andere Bein wurde gebrochen. Ein in Dienst gepreßte Lokomotive lieferte den Verunglückten an der Kentucky Avenue ab, von wo er mittelst Ambulanz in'S Stadthospital gebracht wurde. Beim Zusammenbruche eines GerüfteS beim Bau der Compofite Brick Anlage wurden Montag Mittag R. T. Ringer, No. 1013 WinSlow Straße, und H. M. Culbertson, No. 307 JacksoN'Straße. verletzt. Ringer erlitt Verletzungen am Rückgrat, Cul bertson einen doppelten Armbruch. Beide wurden in'S Hospital gebracht. Persoal-Notiz. Herr August Borchert ist von seiner BesuchSntse nach Deutsch land wieder zu Hause angelangt.
Alls den Gerichten.
Superior-Gericht. In der Scheidungsklage von Henry Buechert gegen feine Gattin Lore Anna Buechert wurden die Zeugen theilweife vernommen. Die Scheidungsklage von Perry Bush gegen seine Gattin Marie Bush wurde vom Richter abgewiesen. Im Scheidungsprozesse von John M. Sohn gegen seine Gattin Jda M. Sohn wurden die Zeugen vernommen. Kriminalgericht. JameS Moore, 16 Jahre alt. der ftch wegen KleindiebftahlS und An nähme gestohlener Sachen verantworten mußte, wurde schuldig befunden. Das Urlheil wurde des Alters wegen fufpen dirt. Fred. LoomiS, der wegen Trunken heit vorgeladen war, wurde freigesprachen . Schadenersatzklagen. George M. Smith verklagte die Jndplö. Cincinnati Traction Company auf $125 Schadenersatz. Am 27. July 1906 wurde dem Klüger angeb lich durch Schuld und Nachlässigkeit der verklagten Gesellschaft ein Pferd von einem Waggon derselben übersah ren und getödtet. Durch den Verlust deS Thieres wurde dem Kläger der oben erwähnte Schaden zugefügt, worauf er die Klage begründet. Alfred CopSwell strengte gegen die Cleveland, Cincinnati, Chicago & St. LouiS Eisenbahn. Gesellschaft und Andere eine Klage auf $10,000 Scha denersatz an. Derselbe wurde am 23. August 1906 angeblich durch die Schuld und Nachlässigkeit der Verklagten ver letzt. Auf diese Verletzungen begrün det er die Klage. Viola Stewart, VermögenSverwal terin von dem verstorbenen William F. Stewart, verklagte die Jndianapoliö Morton Fuel Company auf Be zahlung von S5000 Schadenerfatz. Am 15. Juni 1906 verletzte sich William F. Stewart angeblich durch Schuld und Nachlässigkeit der Verklagten, und starb an den Folgen der Verletzung. Auf diesen Verlust begründet die Klü gerin die Klage. Chris Hanftng strengte gegen die Stadt Indianapolis und Andere eine Klage auf 810,000 Schadenersatz an. Der Klüger zog ftch am 6. Aug. 1906 laut der Klage durch Schuld und Nach lüsftgkeit der Verklagten schwere Verletzungen zu. Auf diese Verletzungen begründet er die Klage. Scheidungsklagen. Sarah N. Kemp strengte gegen ihren Gatten Daniel W. Kemp eine Klage auf Scheidung an. Dieselben verhei ratheten sich am 15. Oktober 1902 und lebten bis zum 15. Januar 1906 zu sammen. Aus der Ehe stammen zwei Kinder. Pflichtvernachlüsfigung und grausame Behandlung find die Klage gründe. Sie fordert die Obhut der Kinder. Maggie E. Botes verklagte ihre Gatten Charles Boteö auf Scheidung. Der Bund wurde am 13. Jan. 1902 geschloffen und das Paar lebte bis zum 23. Dez. 1905 zusammen. AuS dieser Ehe stammt ein Kind. Grausame Be Handlung ist der Klagegrund. Sie for dert die Obhut des Kindes. William T. Lang strengte gegen feine Gaitin einen Scheidungsprozeß an. Dieselben verheiratheten ftch im November 1890 und lebten bis zum Juni 1904 zusammen. Böswilliges Verlassen soll der Klagegrund sein. Edward Stewart verklagte ihren Gatted Birrie Stewart auf Scheidung. Der Bund wurde am 21. Jan. 1891 geschloffen und die Eheleute lebten bis zum 28. Febr. 1901 zusammen. BöS williges Verlassen ist der Klagegrund. Emma Simons strengte gegen ihren Gatten George Simons eine Klage auf Scheidung an. Der Ehe ist ein Kind entsproffen. Grausame Behandlung und böswilliges Berlaffen find die Gründe der Klage. Sie fordert die Obhut des Kindes.
Baumkuttus auf Java. Ein us der alte H,du;eit überkomm Sitte Tie otosdlnme. Obgleich auf Java bereits seit dem 14. Jahrhundert der Islam die Herrschende Religion ist, wird dort noch von den Eingeborenen der aus der alten Hinduzeit überkommene Baumkultus ausgeübt. Vorwiegend sind es Feigenbäume, in deren Schatten sich der Javne um dieHuld oer alten Landesgötter bewirbt. Wehe dem Manne, auch dem sonst so gefürchteten Weißen, der solch einen heiligen Baum fällen wollte! Zaudern die Ueberirdischen mit ihrer Strafe, dem Frevler Krankheit, Tod oder sonst ein schweres Mißgeschick zuzusenden, so leiht wohl der braune Mann den beleidigten Göttern seinen Arm, und der Frevler verblutet unter dem Kris (dolchartige Waffe) des Javanen. Den Unwillen der Ueberirdischen erregt sogar, wer den Affen etwas zu Leide thut, die im Gezweig der heiligen Fei genbäume eine Freistatt gefunden. Auch dort, wo nicht allzu weit von menschlicher Behausung eine andere Baumart zu ungewöhnlicher Größe oder seltsamer Form herangewachsen ist, opfert der Javane den alten Göttern, ja. selbst wunderlich geformte Steine und Felsen betrachtet er mit frommer Ehrfurcht. Auf den meist von Waringins überschatteten Gräbern von Helden und heiligen Männern der Hinduzeit pflegt der Javane zu opfern und zu beten. Bei ihrem feinen Verständniß für Naturschönheiten bestatten die Javanen die besonders geehrten Todten da zur Erde, wo das Auge sich ergötzt an lieblichen oder großartigen Landschaftsbildern. Auch Tempel und Götterbilder stehen oft an solchen Stellen, während der Hindu, wie die alten Ortsnamen beweisen, sich selbst ansiedelte, wo ein Quell oder ein schattiger Wald dazu einlud. Auch heilige und Herlende Pflanzen kennt der Javane noch heute, besonders im vulkanischen Hochgebirge des Tenger. Noch heute sprechen die Priester (Dukuns) im Tengergebirge bei der alljährigen Wasserweihe ihren Segen über gewisse, den Hindugöttern geheiligte Pflanzen. Die Lotosblume, die das Sanskrit als die heilige Blume preist oder als die Blume der Liebe, findet in jedem Schnitzwerk der Javanen ihre Nachbildung. Der Ziegen HochzeitsscbmanS. In einem Dorfe Thüringens wurde Hochzeit gefeiert. Kind und Kegel waren in der Kirche. Das Haus des Bräutigams lag still in der Sonne, und nur drei Ziegen, die ab und zu meckerten, verriethen, daß hier noch lebende Wesen weilten. Als die Hochzeiter zurückkamen, tönte ihnen aus dem ersten Obergeschoß lautes und freudiges Gemecker entgegen. Die Brautmutter ließ sofort nachsehen. Angstvolle Rufe von oben: Du liewer Gutt. Du liewer Gutt! Och Du grußer, hemmelscher Vohder!" Darauf die Hausfrau: Wos is?" De Zicken hurn denn gonzen Zwätschenkuchen abgeläddert!" Und wirklich: ein ganzes Kuchenfeld war total verwüstet. Das Gebäck war auf Blechen und Brettern am Fußboden nebeneinander geordnet worden. Die Ziegen, die stets frei umherliefen, waren die Treppe hinaufgestiegen und in's Küchenzimmer gelangt. De:,. Pflaumenkuchen hatten sie die krei-fleckige Kahlheit" beigebracht, und die ganze große Fläche erweckte den Anschein, als habe sich dort ein halb Dutzend unnützer Faunsbengel getummelt: überall Abdrücke von Bocksfüßen tiet nescht. 's tiet nescht." sagte die glückliche Brautmutter, ,.de Zicken wulln ooch wos vunn der Hochtzch hunn!" Gefahren der Jngendvcreine. Der Verwalter der Korrektionsanstalt zu Ringweil in der Schweiz stellt in der Jubiläumsschrift zum 25jährigen Bestehen der genannten Anstalt fest, daß es Jugendvereine g'bt, deren Hauptzweck das Stehlen ist. andere Vereine verpflichten ihre Mitglieder Sonntag für Sonntag dem Kartenspiel und dem Kegelsport obzuliegen. Für diese Lustbarkeiten haben die jungen Leute Geld nöthig, und manchem Jüngling liegt es näher, dieses zu stehlen als es zu verdienen. So mußten die Häupter eines Fußballklubs in der Korrektionsanstalt untergebracht werden, und selbst der junge Präsident des Klubs der Harmlosen" wurde polizeilich in der Anstalt internirt. Von den 506 Zöglingen, welche diese beherbergte. waren 217 gerichtlich verurtheilt worden, davon 154 wegen Diebftahls, 16 wegen Unterschlagung, 9 wegen Betrugs oderVetrugsversuchs. einer wegen Raubs und einer wegen Falschmünzerei. In Indien besuchten vor 60 Jahren 150.000 Kinder die Schk. heute sind es über 4;000,000.
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