Indiana Tribüne, Volume 30, Number 33, Indianapolis, Marion County, 1 October 1906 — Page 5

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Jndiana Tribüne. 1. Oktober 1906 5

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Politische Krank . Aishba, Demokratischer Candidat für Counly Schatzmeifter. hat sich verpflichtet, Zinsen an den öffentlichen Geldern zu erlangen und dem County zufiießm zu lassen. Unter dieser Verpflichtung bittet er um Ihre Stimme bei der Wahl am 6. November 190. Dr. M. C. eeth, Demokratischer Candidat für County Coroner, empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion County bei der Wahl am 6. November 1906. William T. Patten, Demokratischer Candidat für County Elerk. empfiehlt sich den Stimmgebern von Mario Countu bei der Wahl am 6. November 1906 ; er verspricht, im Falle seiner Ermählung, di Pflichten deS Amtes treu zu erfüllen. JameS E. Bcrrn, Demokratischer Candidat für County Recorder, bittet um Ihre Stimme, er verspricht, wenn erwählt, ein wahrer Diener deS Volkes zu sein. Wahl am 6ten November 1906. James . SttcCrafsa, Demokratischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bittet um die Stimme aller Steuerzahler bei der Wahl am 6. November 1906. Er versprich: das Amt gewissenhaft zu verwalten. Henry W. Klausma, I'epublikanischer Kandidat für Surveyor von Marion County, empfiehlt sich den Stimmgebern zur gefälligen Berücksichtigung bei der Wahl am 6. Novem ber 1906. Stimmt für Robert H. ryson. Republikanischer Kandidat für Auditor von Marion County. Wahl am 6. November 1906. Stimmt für Leonard M. Quill, (gegenwärtiger Chef Deputy) Republikanischer Kandidat für Clerk von Marion County. Wahl am 6. November 1906. m w i : e altt Lokomotive Jntrictu", die der crro-ße Stephenson selbst vor etnxl 75 Jahren für die 5i seirbahnlmie zwischen den englischen Ortschaften Canterbury urrd Whitstable gebaut hatte, ist letzt der Stctdt Canterbury zrum Geschenk Fenracht Nxorden. Die ehrwürdige Reliquie ist an einem besonderen Platz in der Nähe eines der Stadtthore aufgestellt und bort .feierlich" enthüllt worden als ern Derrkmal .nicht nur zu Ehren rbres Schöpfers, fonkcrn auch zu Ehren Englands, 'das der Welt die lZrfenvcch. nen schenkte.- Die alte Maschine ist nach der Ueberlieferung rm Jahre 1830 zu dein ersten öffentlichen Dienst für Peronnrverkchr in Gebrauch genommen worden, noch einige Monate früher. als die berühmtere Rocket" einen ähnlichen Verkehr zwischen Liverpool und Manchester zu vermitteln begann. E i n Vatermord wird aus Mährisch Neudorf berichtet. Dort lebte der Häusler Johann Chovanec schon seit längerer Ieit mit seinem Sohne Josef in Unfrieden. ES der atng fast kein Tag, an dem e3 nicht Streit und Zank gab. Ms nun Josef Chovanec heirathen wollte und darüber mit seinem Vater sprach, gerieth dieser in Wuth. Er überschütt tete feinen Sohn mit Schimpsworten und wies ihn aus dem Hause. Nachts schlich nun Josef Chovanec durch eine Hinterthür in die Wohnstube seines Vaters, warf sich auf den ahnungslos im Bette Schlafenden und erwürgte ihn. Hierauf ergriff er eine Axt und spaltete dem bereits Leblosen den Schädel. Der Vatermörder stellte sich selbst der Gendarmerie und gab an. die That aus Rache für die erlittenen Bescbimvfunaen beaanaen zu baben. Erkannt. Arzt (zum Studiosus): Hier ist das Rezept! Nehmen Sie regelmäßig ein Pulver M o r -gens vor dem Schlafengehen!" Durchschaut. Siehst du. Frau, hier im Blatte wird in einem begeisterten Artikel über den Rettig gesagt, daß nach alter Anschauung sein Genuß auch heiter mache"! So? Na, Willibald, komme du mir aber

nicht mit der Ausrede vom Stammtisch nach .Hause!" Billige Großmuth. Wegelagerer (nachdem er einen Reisenden ausgeplündert hat): Dieses Medaillon bitte ich Sie als Andenken an mich zu behalten übrigens bin ich auch nicht ganz sicher, ob's echt ist." Vom Kasernenhof. Unteroffizier (zu einem Soldaten, der ein schwarzes Fleckchen im Gesicht hat): Wenn es Ihnen Spatz macht, alö Kongoneger herumzulaufen, so melden Sie sich doch lieber zur Schutztruppe.'

Sein erster Bock.

Jagdbumoreske von Fnt) Skowronnek. Herr Bielke war 55 Jahre alt geworden, als er in seinem Hauptbuch den letzten Strich zog und die Zahl mit sechs Nullen darunter setzte, die zu erwerben er sich als Lebensziel gesetzt hatte. Ein richtiger Selfmademan im besten Sinne des Wortes. Das Schicksal hatte ihn sehr früh auf die Beine gestellt. Und die Beine waren gut. Sie trugen außerdem einen anschlägigen Kopf, der mit scharfen, klaren Augen in die Welt sah. Jetzt sollte das Leben ihm am Abend das geben, was es ihm am Morgen verweigert. Vor allem die geistigen Genüsse, nach denen er als junger Mann gehungert. Das Geschäft hatte er verkauft, weil das Schicksal ihm nur eine Tochter, aber keinen Sohn bescheert hatte. Der Kaufpreis sollte sein Altantheil darstellen, das heißt, die Mittel für die Steckenpferde hergeben, die er sich zuzulegen gedacht. Vorläufig wußte er noch nicht, wie sie aussehen und heißen würden. Aber daß er eine Beschäftigung haben müßte, die seine Zeit wenigstens zum Theil ausfüllte, war ihm schon nach einigen lochen klar. Außerdem sagten es ihm Frau und Tochter, die sich nicht daran 'gewöhnen konnten, daß der Hausherr sich nun um alles, selbst um den inneren Betrieb des Haushalts, kümmerte. Aber was? Herr Bielke wollte sich ein Automobil anschaffen. Dafür schwärmte die Tochter, während die Mutter energisch Einspruch erhob. Ihr Mann sollte doch nicht den ganzen Tag auf der Landstraße liegen und dabei seine gefunden Gliedmaßen gefährden. Sie schlug einen keinen Rennstall vor. Nur drei, vier, aber gute Pferde... Diesen Vorschlag lehnte Herr Bielke selbst rundweg ab. Er hielt es für eine Thorheit, theure Pferde mit großen Kosten nur deshalb zu halten, um festzustellen. ob sie schneller liefen als andere. . . In diesen Tagen der Noth, die manchmal recht lebhafte Debatten zeitigte, erschien der Retter in Gestalt eines Jugendfreundes, der sein Gut verkauft hatte und nach Berlin ziehen wollte, um dort die Freuden der Großstadt, die er schon von früher her aus gelegentlichen Besuchen kannte, zu genießen. Er schlug seinem Freunde vor, eine Jagd zu pachten und sich den Genüssen des Weidwerks hinzugeben. Herr Bielke wurde bei diesem Vorschlag beinahe grob. Was? Du meinst, ich werde mich zum Eulenspiegel machen? Die Zahl der Narren vermehren, die von allen Witzblättern mit Recht verspottet werden? Da kennst Du mich schlecht." Aber .'.eber Freund, zwischen Jäger und Jäger gibt es genau so viel Unterschiede wie zwischen Mensch und Mensch. Wie ich Dich kenne, wirst Du Dich nicht lächerlich machen, sondern das edle Weidwerk mit aller Gründlichkeit erlernen, ehe Du es anfängst auszuüben. Und daß Dich die Passion packt, dafür garantire ich Dir. Du sollst mal erst Deinen ersten Bock geschossen haben!" Herr Bielke sah seinen Freund etwas verdutzt an. Was ist denn dabei zu lernen? Man kauft sich einen Jagdschein, ein Schießeisen mit Patronen, läuft damit über die Felder und schießt damit Löcher in die Luft." Das ist auch eine nützliche Beschäftigung! Namentlich für dicke Menschen. die ihren Ueberfluh an Geld und Fett loswerden wollen. Dazu sollst Du nicht Jäger werden." In einer halben Stunde hatte der Gutsbesitzer alle Bedenken und Einwände seines Freundes auö dem Felde geschlagen. Noch an demselben Tage gingen die beiden Freunde aus und kauften einige der besten Jagdbücher. Sobald Wernu, der Gutsbesitzer, ganz nach Berlin übergesiedelt war, wollten sie die Suche nach einem Jagdterrain beginnen. Die nächste Zeit verging Herrn Bielke wie im Fluge. Er las und saß, ja er veraaß die Stunde des Essens über dem Lesen. Er, der Zeit seines Lebens nur mit Zahlen zu thun gehabt, sah in eine Wunderwelt hinein, die ihn, noch gänzlich unbekannt war. Von dem Wild hatte er bisher nicht mehr gewußt, als daß es wohlschmeckende Braten lieferte und zu diesem Zweck getödtet würde. Jetzt lernte er, daß diese Thiere Geisteskräfte besaßen, daß sie den Nachstellungen des Menschen List und Vorsicht entgegensetzten, l nd daß die Jäger ihr Vergnügen zu einer Wissenschaft ausgebildet hatten. Das Mittel, die überflüssige Zeit vergnüglich auszufüllen, wuchs Herrn Bielke zu einer ernsthaften Aufgabe heran, deren Bewältigung ihn reizte. Stundenlang ging er in seinem Zim mer hin und her und prägte sich laut die Ausdrücke ein, mit denen die Jäger Beine, Ohren, Augen und andere Körpertheile und fast bei allen Wildarten verschieden zu benennen pflegen. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und fertigte kleine Aufsätze an, in denen er die Lebensweise der Thiere mit allen Kunstausdrücken der Jagdspräche schilderte. Sein Freund war ganz erstaunt, als er nach der Uebersiedelung zum ersten Male erschien. BiUe hielt ihm einen Vortrag übn

ven Fuchs, der alles Wrssen ver Jagdbücher in knapper Darstellung enthielt. Ja. dem Hausherrn war das neue Wissen so in Fleisch und Blut übergegangen, daß er beim Abendessen seine bessere Hälfte ganz energisch zurechtwies, als sie die Geweihe, mit denen sie ihm das Arbeitszimmer schmücken wollte, Hörner nannte. St. Hubertus hatte wohl den Eifer seines zukünftigen Jüngers bemerkt und ihn unter seinen besonderen Schutz genommen. Denn die schwere Frage der Jagdpacht wurde überraschend schnell und glücklich gelöst. Ein alter Herr, der unweit einer Vorortstation im Norden Berlins eine reiche wohlgepflegte Jagd besaß, wurde plötzlich in die ewigen Jagdgründe abgerufen. Bielke, der davon durch Zufall erfuhr, trat nicht nur in den Contrakt ein, sondern kaufte auch für einen Spottpreis die umfangreiche, gediegene Jagdausrüstung seines Vorgängers. Ja, er übernahm sogar das alte Bauernhaus, das der Verstorbene behaglich möblirt hatte, und den alten Graubart von Jagdhüter, der in einer Hinterstube mit seiner Ehehälfte dort hauste. Dem neugebackenen Jagdherrn, der Zeit feines Lebens ein guter Rech-ner-gewesen, standen die Haare zu

Berge, als Lottermoser, der Jagdgehilfe, ihm die Schuhlisten seines Vorgängers vorlegte. Das waren ja schöne Resultate: 20 Böcke, sechs Ricken 80 Fasanen, 300 Hasen, 700 Rebhühner. Aber das zweite Rechenexcmpel. das Bielke durch den Kopf schoß, besagte, daß jedes Stück ihn mindestens das Doppelte des Marktpreises kostete, wenn er nur Jagdpacht und das Gehalt des GeHilfen addirte. Von den anderen Ausgaben hatte cr vorläufig noch keine Ahnung. Oder vielmehr: sie stieg schon ganz deutlich in ihm auf, denn sein Freund hatte schon von den beiden Treibjagden mit obligatem Jagdsouper gesprochen, die im Spätherbst gegeben werden mußten. Der Jagdhüter empfahl zwei Hühnerhunde und mindestens drei Teckel zum Ankauf. Einige Tage später, als sie beide das ganze Feld und den dazu gehörigen Wald abgelaufen hatten und bei einem guten Glas Rothwein in der gemüthlichen Jagdbude beisammen saßen, brachte der Gutsbesitzer die Rede auf das Thema, wie stadtische Jagdpächter, denen die weidmännische Praxis abgeht, von ihren Jagdhütern hinter das Licht geführt werden. Daß diese Schlauberger in die eigene Tasche ebensoviel schießen, wie der Pächter, sei eine ausgemachte Sache, mit der man sich abfinden müsse, denn sie sei nicht zu ändern. Dann schilderte er, wie bei seinem Nachbarn der Pächter, ein Bankier, der nichts traf, bedient worden war. Bei jedem Schutz auf den Bock hatte der Jagdpächter Schnitthaare und Schweiß entdeckt, von denen der Bankier trotz seiner Brille nichts zu finden vermochte. Aber er war glücklich bei der Versicherung, daß oer Bock krank sei und bei der Nachsuche am anderen Morgen unter allen Umständen gefunden würde. Und richtig: am anderen Morgen ging der Jagdhüter hinaus und kam mit einem Bock zurück, den er natürlich selbst soeben gescyossen hatte. Ebenso anschaulich wußte er zu schildern, wie dem Bankier hinter einer dichten Hecke hervor die Fasanen hoch geworfen wurden. Der Jagdhüter hate sie vorher im Gehege eingefangen und in Säcke gesteckt, die von verschmitzten Banernjungen bedient wurden. Nur einmal ging es dem Schlaukopf schlecht. Der Jagdherr wollte durchaus einen Auerhahn schießen.' Daß einige die ser seltenen Vögel im Revier balzten, stand im Jagdpachtkontrakt. Und in seiner Freigebigkeit versprach er seinem Gehilfen einen Blauen", wenn er ihn auf einen Auerhahn zu Schuß bringen würde. Nun, daraufhin konnte man eine kleine Komödie schon in's Werk setzen. Der eigene Sohn des JagdHüters, ein aufgeweckter Bengel von zwölf Jahren, sollte den Auerhahn spielen. Sorgfältig wurde das Balzen eingeübt. Das Knaggen" konnte ganz einfach durch kräftiges Zusammenschlagen der Zähne nachgeahmt werden. Das Schleifen durch ein längeres, dumpfes Zischen. Der Schlingel hatte bald seine Rolle einstudirt. Inzwischen hatte der Alte aus Straßburg im Elsaß, wo noch ziemlich viel Auerhähne auf den Markt kommen, einen recht starken Vogel verschrieben. Eine uralte, gewaltige Kiefer war zum Schauplatz der Komödie ausersehen, dort sollte der unge balzen und den Hahn, der auf eine Astgabel gelegt war, mit einer dünnen Stange hinabstoßen. Der Morgen graute kaum, als der Jagdhüter mit seinem Bankier in der Nähe des Baumes anlangte. Der Junge balzte vorzüglich. Bei jedem Schleifen zog der Jagdhüter seinen Herrn drei lange Schritte vorwärts. Alles verlief programmmäßig. Als ste unter dem Baum standen, legte der Bankier auf den dunklen Punkt an. Als der Schuß krachte. . . Kam der Junge angeschossen herab," fiel Bielke ein.

Nichten! Der Aueryarm sl herunter, der Bankier sprang zu und hob ihn auf. Dabei fühlte er einen Bindfaden, mit dem die Ständer des Vogels gefesselt waren. Im ersten Augenblick war er über den Betrug so wüthend, daß er den JagdHüter anschrie und ihm seine fofortige Entlassung ankündigte. Aber der alte, verschmitzte Kunde ließ sich nicht in's Vockhorn jagen. Er meinte gleichmüthig. dem Herrn Bankier werde es sicherlich sehr unangenehm sein, wenn diese Jagdgeschickte ücb herumsprechen sollte. Und er. der Jagdhüter, könne sie doch überall als den Grund seiner Entlassung erzählen. Die Folge war, daß der Alte noch einen zweiten blauen Lappen als Schweigegeld erhielt, und der Bankier renommirte ganz ungenirt bei jeder Gelegenheit mit seinem Weidmannsheil!" Herr Bielke wurde durch die Erzählungen seines Freundes recht nachdenklich gestimmt. Aber um so fester wurde sein Entschluß, sich in Theorie und Praxis so weit auszubilden, daß er in dieser Weise nicht betrogen werden konnte. Auf seinem Revier hatte er einen Schießstand. Dort war er jetzt täglich zu finden, denn er übte unermüdlich. Mit der Büchse hatte er bald eine ziemliche Fertigkeit erreicht, denn sein Auge war scharf und die Hand ruhig und fest. Auf ein stehendes Ziel, wie den vertraut äsenden Rehbock, konnte er wohl schon einen Treffer erzielen. Der Schrotschuß, das schnelle Hinwerfen des Schusses auf die geschleuderte Thontaube, schien ihm bedeatend schwieriger. Doch er tröstete sich damit, daß bis zum Beginn der Hühnerjagd noch genug Zeit zum Ueben sei. Aber ungeduldig sehnte er jetzt das Ende der Schonzeit für den Rehbock herbei. Er übte bereits ohne Gewehr den Pirschgang, das Begleichen des Wildes, und lernte dabei die Stellen im Revier kennen, wo er Abends und Morgens einen braven Bock zu finden hoffen konnte. Denn er war fest entschlossen, gleich zu Anfang sich auf eigene Füße zu stellen und allein zu pirschen. Schweigend vernahm der Jagdhüter am Morgen des ersten Jagdtages die Weisung, daß sein Herr seiner Begleitung nicht bedürfe. Er erlaubte sich nur den Rath, zuerst die Grenze nach dem Nachbargut abzugehen. Da stände ein sehr starker Bock, der wie alle Grenzböcke ein ganz unsicherer Kantonist sei, weil er eben so oft in jenem wie in diesen; Revier stehe. Herr Bielke dankte als höflicher Mann für den guten Rath und ging. Als er im Walde die Büchse von der Schulter nahm und die Patrone einschob, beschlich ihn ein ganz sonderbares Gefühl. Er hätte nach dem kleinsten Vogel schießen mögen. Und einmal legte ?r wirklich auf eine junge Krähe an, die gar keine Anstalten traf, fortzufliegen. Mehr Ueberwindung kostete es ihm schon, den Finger nicht krumm zu machen, als er auf einer Waldblöße einen ganz geringen Spießbock stehen sah. Nur die Furcht, sich vor dem Jagdhüter zu hlamiren, hielt ihn davon ab. Aber anlegen und zielen wollte er wenigstens. Dabei machte er die Entdeckung, bafc ihm die Hände zitterten, so daß die Mündung der Büchse, wie ein Lämmerschwänz, keinen Augenblick ruhig stand. Als er zum ersten Male vom Jagdfieber gelesen hatte, war es ihm unbegreiflich erschienen, daß ein ruhiger, entschlossener Mensch in eine solche Aufregung gerathen könne. Er legte nochmal an, straffte alle Muskeln und biß die Zähne zusammen. Doch es half nichts, daö Gewehr kam nicht zum Stillstand. Etwas betreten stritt er weiter. Die Jaadbücher hatten doch recht, daß zum Weidwerk etwas mehr gehöre als die Fertigkeit, einen gut sitzenden Schuß auf die Scheibe abzugeben. Nun schritt er vorsichtig die Grenze entlang. Auf der Wiese vor ihm standen mehrere Rehe. Er hob sein vorzügliches Prismenglas an die Augen und musterte sie. Das dort mußte der Kapitalbock sein. Das Gehörn stand handbreit über die Lauscher hinaus, die Ecken leuchteten ganz hell. Der Bock stand dicht an einer dichten Schonung, da konnte er sich mit einem kleinen Umweg leicht anpirschen. Nach einer Viertelstunde stand der Bock auf Scheißweite breitseit vor ihm. Herr Bielke hatte sich alles genau zurechtgelegt, was er als weidgerechter Jäger vor, bei und nach dem Schusse zu befolgen hatte. allem: nur mit Ruhe schießen und durch den Schuß sehen, wie das Wild zeichnet. Die Theorie hatte Herr Bielke inne, aber mit der Praxis haperte es. Wohl sechsmal setzte er das Gewehr ab, weil es nicht eine Sekunde ruhig stand. Er richtete innerlich an seinen Geist und Körper die dringende Ermahrung, sich zusammenzuraffen. Aber je länger es dauerte, desto unruriger wurde daö Gewehr. Schließlich drückte er ab, obwohl es ihm schien, als ob er eine Handbreit über das Ziel abgekommen war, alö es krachte. Auch daö Beobachten des Einschlags mußte n in der Erregung vergessen baben, denn als er zur Besinnung kam, war der Bock verschwunden.

Mit einem Gesichl. daö sich au Beschämung un? Aerger zusammenjetzig ging er der Stelle zu, wo der Bock gestanden hatte. Doch was war daS? Er wollte seinen Augen erst nicht trauen. . . Da

lag ja der Bock im Grase. . . mausetodt. Herr Bielke, der ernsthafte Mann, der selbst das Lachen für eine überflüssige Gefühlsregung hielt, Herr Bielke stieß ein Jndianergeheul aus, schwang seine Buchse und tanzte wie besessen um den Bock herum. Dann erinnerte er sich, daß er ihm den Nickfang geben mußte. Er warf die Büchse in's Gras, zog das Weidmesser und kniete neben dem Bock nieder. Doch dieser Kunstgriff schien wirklich nicht leicht. Ueberall traf das Messer auf Knochen und nicht auf die weiche Stelle, in die es eindringen sollte. Während dieser Prozedur begann der Bock sich zu regen. Plötzlich schnellt er heftig mit allen vier Läufen. Im nächsten Augenblick hat er sich aufgbrichtet. Verwundert starrt Bielke den Bock an. den er mit der Linken an einer Stange des Gehörns gepackt hat. Jetzt fühlt er einen starken Zug in der Hand. . . Das Thier geht vorwärts. . . Er faßt mit der anderen Hand zu. . . Vergeblich, der Bock geht vorwärts. Jetzt macht er sogar einen Sprung. . . der sie beide umreißt. Am Boden schnellt der Bock wieder mit den Läufen... mehrere sehr schmerzhafte Schläge treffen den Jäger, in dem jetzt etwas wie Wuth erwacht. . . Tausend Wetter noch einmal, er wird voch den Bock nicht fahren lassen, seine erste Jagdbeute! Noch mehrmals stürzen die ungleichen Gegner. Der Bock röhrt laut. Herrn Bielke. fließt der Schweiß vom Gesicht, die Hände schmerzen ihm und tausend Stellen am Körper, wo der Gegner ihn mit den Läufen geschlagen. Schon steigt in ihm der Gedanke auf. den Kampf aufzugeben, da hört er eine Stimme hinter sich: Lassen Sie den Bock los. ich werde ihn schießen." Mechanisch folgt er der Aufforderung. Ein Schuß kracht, der Bock liegt auf der Decke. Erfreut wendet er sich um, seinem Helfer zu danken. Ein junger, flotter Mann steht vor ihm, der ihn höflich, aber mit Nachdruck fragt, wie er dazu käme, auf seinem Gebiet zu jagen. Herr Bielke begriff sofort seine Lage. Er hatte, ohne es zu wissen, die Grenze überschritten und auf dem Terrain seines Nachbarn, des Gutsbesitzers Schröter, gepirscht. Er stellte sich nun vor, bat um Entschuldigung und bot jede Sühne an, die erforderlich sein sollte. Der Gutsbesitzer lachte. Nicht nöthig, Herr Bielke. Ihr Kampf mit dem Bock hat mir viel Spaß gemacht. Zur Strafe habe ich gewartet, bis Sie augenscheinlich den Kürzeren zogen. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber so etwas sieht man nicht alle Tage. Und nun wollen wir mal sehen, wo Ihre Kugel sitzt." Sie hatten den Bock wohl zehnmal hin- und hergewendet, aber außer dem Einschlag des zweiten Schusses keine Stelle gefunden, wo der Bock getroffen sein konnte. Endlich entdeckte der Nachbar, daß am Gehörn eine der starken Perlen dicht über dem Rosenstock abgeschossen war. Die Erschütterung hatte das Thier betäubt. Herr Schröter hatte sogar die Liebenswürdigkeit, den Bock samml dn Gehörn Herrn Bielke zu verkaufen. Als sich die Herren zum Abschied die Hand schüttelten, fiel dem Gutsbesitzer die Blässe des Nachbarn auf. Im nächsten Augenblick sank Bielke ächzend zusammen... Der rasende Schmerz, den er am ganzen Körper empfand, hatte ihn übermannt. Eine halbe Stunde später lag er in seiner Jagvbude auf dem Bett, Herr Schröter hatte ihn auf seinem Wagen dorthin gebracht und entkleidet. Herr Bielke sah übel aus. Die ganze Vorderseite des Körpers war mit Rissen und blutunterlaufenen Stellen bedeckt, die gräßlich schmerzten... So endete das erste Jagdabenteuer des Herrn Bielke. Aber er hat darum nicht etwa dem Weidwerk den Rücken gekehrt. Im Gegentheil, er ist ein gerechter Jäger geworden, der gern von seinem ersten Bock erzählt. Und über die Grenze geht er sehr oft. . . sein Töchterchen besuchen, das Herrn Schröter am Krankenlager des Vaters kennen und lieben lernte. . . Wirksame Mahnung. Jack hatte Weib und Kind, kümmerte sich aber nicht viel um feine Familie, sondern saß lieber in den Kneipen. Eines Abends war er wieder einmal nicht zum Essen heimgekommen, sondern kneipte mit Freunden in einer benachbarten Wirthschaft. Da öffnete sich die Thür und herein kam seine ?5rau. Sie stellte eine zugedeckte Schüssel auf den Tisch vor Jack hin und sagte zu ihm: Ich dachte mir. daß Du keine Zeit haben würdest.nach Hause zu kommen und habe Dir daher Dein Essen herbeigebracht. Jack lachte etwas beschämt und lud seine Freunde ein, mit ihm zu essen. Er nahm den Deckel von der Schüssel ab, aber sie war leer, nur ein Zettel lag darin und auf diesem stand geschrieben: Ich hoffe, die Mahlzeit wird Dir bekommen. Es ist die gleiche, die Deine Frau und Kinder zu Hause habem" Die Mahnung verfehlte ihre Wirkung nicht.

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