Indiana Tribüne, Volume 30, Number 33, Indianapolis, Marion County, 1 October 1906 — Page 4
Jndtana Tribüne, 1 Oktober 1906.
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Zndiana Tribüne. Qttaulgcqcftui v,n dn imkctg ,. Indianapolis, Ind. hany O. Thudium .... Vräsident. schAftsloealt Ro, 31 Süd Delaware Straße. TBL8PH0NE 69 i tered mt the Poit Office oi Indiinipeli UM econd das matter.
Die natürlichen Folgerungen. Präsident Palma hat aus Gründen, die jedem Menschen, welcher die Ge schicke Cuda'S verfolgt hat, einleuchten müssen, sein Amt niedergelegt; mit ihm hat natürlich auch daS ganze Minister Cabinet abgedankt und der cubanische Congreß hat sich vertagt, ohne die erle digten Stellen neu zu besetzen oder auch nur eine intermiftische Regierung einzusetzen. ES bestand also auf Cuba eine Art Anarchie-, d. h. eS war gcr keine Regierung vorhanden, und da die schon dicht vor den Thoren Havana's stehen, den Rebellen sich diesen Zustand natür lich sehr bald zu Nutzen gemocht haben würden, so mußten selbstverständlich die Ber. lEtaaten eingreifen. Daher hat der AriegSsecretär bereits amerika nische Seetruppen landen, das cubani sche Schatzamt, das angeblich 820,000, 000 verwahrt, mit Wachen umstellen nd die Befeftigungöwerke besetzen las ?en. Fortan kann eS sich nur noch darum fragen, ob die Ver. Staaten Kuba ganz angliedern oder sich mit einem Protekto. rat begnügen wollen. So oder so wer den sie die Insel beherrschen. DaS Ausland wird vermuthlich glau den, daß eS darauf von vornherein ab gesehen, und Herr Taft insgeheim angewiesen war, unter dem Deckmantel der Vermittlung auf den unheilbaren Bruch zwischen der cubanischen Regie rung und ihren sogenannten liberalen Gegnern hinzuarbeiten. Trotzdem er aber sein Spiel nicht anders Hütte fpie len können, wenn das wirklich sein Auf trag gewesen wäre, so ist die Berdäch tigung dsch völlig unbegründet. Präfi dent Roosevelt ist kein Schleicher, der auf Filzpantoffeln herankriecht, damit sein Schritt nicht gehört werden kann. Er hat in Panama. San Domingo und bei vielen anderen Gelegenheiten sich als forscher Draufgänger erwiesen. Hätte er also Tuba nehmen wollen, so waren nicht erst die schon gelandeten amerikanischen Truppen wieder zurück gerufen und 'zwei Friedensstifter abge sandi worden. Daß diese hinterher eine Sachlage schufen, die eS dem Präsiden ten Palma geradezu unmöglich machte, im Amte zu bleiben, mag lediglich ihr eigener Fehler oder unmittelbar auch der des Präsidenten Roosevelt gewesen sein. Letzterer mag sich allzu sehr auf die Klugheit deS Herrn Taft verlassen und nicht früh genug erkannt haben, daß die Anerkennung, die sein Bevoll müchtigter den Rebellen zutheil weiden ließ, die legitime Regierung zum Rück. tritt zwingen und das bewaffnete Ein schreiten der Ver. Staaten unvermeid lich machen würde. ES liegt aber kein Grund vor. an seiner Aufrichtigkeit zu zweifeln und ihn als tückischen Ränke Spinner hinzustellen. Dagegen lüßt sich nicht beftreiten. daß Herr Taft seine Aufgabe überaus fiüm perhaft betrieben hat. Wer daS Ent laffungSgesuch PalmaS vorurtheilSloS lieft, muß kihm in allen Punkten bei stimmen. Er konnte unmöglich weite regieren, nachdem seine polnischen Geg ner einen Ausstand gegen ihn begonnen und die Ber. Staaten diesen gewiffer maßen sanktionirt hatten. Wäre er auf den Vermittlungsvorschlag" Tafts eingegangen, so Hütte er zugegeben, daß er sich auf eine Bande von Wahlbetrü gern gestützt und gar kein Recht auf sein Amt gehabt hatte. Wie er sich nach einem derartigen Zugeftündniffe noch hätte Achtung verschaffen und seine Stellung behaupten können, mag Herr Taft zu erklären versuchen. PalmaS bisherige Parteifreunde Hütten ihm nie verziehen, wenn er sie preisgegeben und nur sich selbst gerettet Hütte. Sie wür. den sich an den auszuschreibenden Reu Wahlen nicht betheiligt und ihn den Liberalen" ausgeliefert haben, die ihn als einen Usurpator und Despoten ver schrien hatten. Niemand kann mit Ge Hilfen regieren, die ihn als ihren Tod feind betrachten. Die Ber. Staaten mögen auch jetzt noch den Versuch machen, die nominelle Unabhüngigkeit SubaS zu erhalten. Herr Tast, der sich bereits als Mili türGouverneur angekündigt hat, mag nach einigm Wochen einem ebenfalls amerikanischen Zivllgouvermur wet
chen, und dieser mag dann Neuwahlen anordnen. ES ist aber so gut wie sicher, daß die Gemäßigten" sich der Abstimmung enthalten und die auS den Wahlen hervorgehende Regierung nicht unterstützen werden. AlSdann wird Kuba entweder der .Niggerherrschaftverfallen, weil die sogenannten Li beralen größtentheilS Neger und Misch linge sind, oder die Ber. Staaten wer den von gebildeten und besitzenden Mafien" gezwungen werden, da Heft selbst in die Hand zu nehmen. Man braucht kein Prophet zu sei, um rich tig vorherzusagen, welche von diesen beiden Möglichkeiten zum Ereigniß werden wird.
Zur (sharakteriNrung der russischen Terroristen. Ein englischer Berichterstatter, der wiederholt der englischen Presse vorgeworfen hat, daß sie mit ihrer Entfchul digung der politischen" Verbrecher die Lage in Rußland völlig mißverstehe, schreibt auch andern Leuten deutlich ins Stammbuch: Thatsächlich spielen politische Motive kaum irgendeine Rolle in der Epidemie schändlicher Verbrechen, die Rußland heute unter civilisirten Nationen zu ei nem Sprichwort macht. Keine politi schen Reformen können diesen morali schen Brand heilen, der das Herz der Nation angefressen hat. Man hat eS einfach mit dem Wahnsinn moralischer Perversität zu thun. Wenn die konfti tutionellen Demokraten morgen zur Herrschaft kämen, würde die Epidemie deS Verbrechens fortdauern. Denn eS ist ?in Kampf nicht zwischen dieser und jener Partei, sondern zwischen dem Schurkenthum und den Männern des Gesetzes und der Ordnung. Eine Hei lung kann eS noch geben und daS ist die: Die ausländische Presse muß auf hören, die Schandthaten als Pols tische" anzusehen und aufhören, sie zu entschuldigen versuchen. Sie muß ent schieden und bedingungslos diese Wahn sinnSverbrechen verurthetlen, dann ha den die Wahnsinnigen eine wichtige Stütze verloren. Unsere Erfolge auf den Philipp,nen können unö eine Lehre fein, wie wir'S auf Euda nicht anstellen sollen. So viele Patrioten, wie in öffentlichen Aemtern dem Vaterland dienen wollen, find für eine Expedition nach Cuba wahrscheinlich nicht zu haben. Unsere Intervention auf Cuba scheint schon vorbei zu sein was jetzt kommt, gemahnt schon mehr an ein Dreinschlagen als an ein Einmischen. Auf den Schrecken an der Pacificküfte der Schrecken an der Golfküfte! Vor den Naturgewalten hat auch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sich zu ducken. Ob es je die cubanischen Rebellen fertig bringen, täglich auch 26 Men schen umzubringen und 233 zu ver letzen, wie eS bei unseren Eisenbahnen der ffall ist? Merkwürdig, höchst sonderbar. Die JingoZeitungen haben bisher noch nicht entdeckt, daß Kaiser Wilhelm in Kuba seine Hand im Spiele habe, weil er eine Kohlenftation oder sonst was brauche. Eine hübsche Modistin, die eine krüftigeFauft schlügt, vermöbelte an der 6. Ave in New Bork einen jener Frech linge, die sich jeder Frau gegenüber unwiderstehlich halten. DaS ist eine Frauenbewegung, die jeder Mann, der Mann ist, indosfirt. Den Haß der Elemente hat wieder einmal unsere Golfküfte in grüß. licher Weise zu fühlen bekommen. Eine ganze Anzahl der südlichen Küstenftädte ist durch die Sturmfluth unter Wasser gesetzt und so vollständig isolirt wor den, daß die Nachrichten von dort ausgeblieben find und der angerichtete Schaden ftch nicht annähernd in keiner ganzen Cchrecklichkeit übersehen läßt. In New Orleans und Pensacola soll der angerichtete Schaden ein ungeheurer sein und eS wird befürchtet, daß Mo bile und eine Anzahl kleinerer Ortschaf tcn von Sturm und Fluth ganz oder tbeilweise zerstört worden find. Wenn von dort ausführlichere Nachrichten kommen, steht zu befürchten, daß v in Bild des Schreckens schildern w. en. Die Erie-Bahn berichtet für Au LUft 14,514,677 oheinnahmen, eine Zunahme von 1111,000 gegen August t vorigen JahttS.
Aultraljschc Wollinduftrie.
Riesige Zunahme bet WoUauskudr la, zcndc sichte der Vchaszüchter. Welch riesigen Aufschwung die aust.alische Wollindustrie während der letzten Jahre genommen hat. beweisen die kürzlich erschienenen statistischen Mittheilungen. Danach zählt gegenwärtig Europa etwa 186, Amerika 135. Asien 68, Afrika 27 und Auftralien 94 Millionen Schafe. Ueberall haben diese Zahlen während des letzten Jahrzehnts abgenommen, nur in Australien erfolgte eine starke Zunahme, und diese könnte sich nach dem Umfange der vorhandenen Weideländereien auf das doppelte steigern; wie die Aussichten gegenwärtig liegen, wird Australien im nächsten Jahre schon mind?stens 10,000,000 Schafe mehr besitzen, als jetzt. Die Wollausfuhr belief sich im letzten Jahre auf 1.870.000 Ballen im Werthe von $127.500,000; sie wies gegen das Vorjahr eine Steigerung von 300.000 Ballen für $25,000,000 auf. Früher wurde der weitaus größte Theil der australischen Wolle direkt nach London verschifft und dort versteigert; jetzt schicken die grotzen Wollfabrikcn und Händler des europäischen Festlandes ihre Agenten nach Australien und beziehen ihren Bedarf unmittelbar. Im letzten Jahre gingen nach England 28 v. H.. nach dem europäischen Festlande 57 (gegen 50 im Vorjahre), nach Nordamcrika 6, nach Asien 1 v. H.; in den Händen der 'örtlichen Fabrikanten blieben 8 v. H. der gesummten Wollerzeugung. Welche Sorgfalt in der Veredlung der Arten dort angewandt wird, beweist die Thatsache, daß Käufer aus Südafrika und Südamerika dorthin kommen, um Zuchtböcke zu erwerben; der Preis für einzelne Thiere steigt bis auf 2500. Die Aussichten der Schafzüchter sind recht hoffnungsvoll, weil infolge der starken Nachfrage die Keller und Speicher der Händler überall geräumt, sichtbare Vorräthe also nicht mehr, wie sonst regelmäßig, vorhanden sind. Unter den australischen Staaten stehen, was den Reichthum an Schafen anbetrifft, Neusüdwales mit 40 und Neuseeland mit 20 Millionen Stück obenan; Queensland folgt mit 121, Viktoria mit Südaustralien mit 6$, Westaustralien mit 3 und Tasmanien mit 1 Millionen. Michaelis. Der Michaelstag wird in verschied'nen Gegenden Belgiens noch in althergebrachter eigenartiger Weise gefeiert. Einen besonderen Ruf genießt der Erzcngel Michael als Verleiher eines guten Gatten. Die jungen Mädchen von Brabant fühlen dem Heiligen, der in der Apokalypse als Sieger über den Drachen dargestellt wird, denn auch an seinem Ehrentage (29. September) auf den Zahn. Zu dem Zwecke mischen st: volle mit entleerten, aber sorgfältig wieder verschlossenen Nüssen, werfen das Ganze in ein Gefäß mit Wasser und greifen mit verbundenen Augen in dieses hinein. Die Glückliche, die dabei eine volle Nuß zieht, kann sicher sein, daß sie vor Jahresschluß unter die Haube kommt. Einzelne Dörfer Brabants verherrlichen den Michaelstag noch durch das Kartoffelfeft (patatenfeest"). Die Bauern stellen sich auf einem hierzu gewählten Felde in langer Reihe so nebeneinander auf, daß sie sich gegenseitig mit den Holzschuhen beruhren. ziehen in dieser Stellung die Kartoffeln aus und schlagen darauf mit den Schuhen so lange aneinander, bis das Geräusch von ihren Genossen auf dem Dorfplatz gehört wird, die es dann mit Freudenschüssen begrüßen. Abends versammeln sich dannsämmtliche bedeutendere Landwirthe des Ortes zu einem Mahl, das aus Stockfisch. Milch. 'Kartoffeln und Reisbrei besteht und das Uberlieferungsgemäß mit silbernen Gefäßen verspeist werden muß. In Löwen zog am Michaelstage eine Prozession von der Stadt nach den Wällen. Dabei wurde das von Männern getragene Bild des Erzengels bei jedem Halt von den herbeigeströmten Landleuten mit den flehentlichsten Rufen begrüßt, doch ihre Rüben u. s. w. eines Blickes zu würdigen. DaS größte deutsche Kriegsschiff. Mit der Deutschland" ist das größte Schiff der deutschen Marine in den Dienst gestellt worden. Das Schiff hat für 831 Offiziere und Mannschaften Raum. Die Kesselanlage besteht aus sechs Cylinderkesseln und acht Schulz-Wasserrohrkesseln. Die Deutschland" ist als Wohnschiff für den Kaiser eingerichtet. Die im altenglischen Stil gehaltenen Räume sind künstlerisch geschmückt. Wände und Decken zeigen einen weißen Lackanstrich, deren Flächen nur durch zarte Profile und flache OrnamentSchnitzereien belebt sind. Die Möbel sind für einige Räume aus dunkelroth polirtem Mahagoniholz, für andere aus dunkelgebeiztem Eichenholz angefertigt. Im kaiserlichen Salon stehen vier zum Theil in Schwalbennestern aufgestellte 8.8 Centimetergeschütze. Auf Anregung des Kaisers wurden an den Sockeln der Geschütze Klappsitze angebracht. Die Vorhänge und Seitenfenstergardinen sind aus Seide, hellgrün und roth gehalten und harmoniren mit den gleichfarbigen Seidenbezügen der Sessel und Sofas. Die Faßböden haben Jnlaid-Parkettlino-leum. Die gesammte Ausstattung der einzelnen Räume. Salon, Arbeits-, Schlafzimmer. Bodenraum, ist streng stilgerecht durchgeführt.
InterkNiMter Fund.
Aeeilegung einer Römerwarte und (fnttedng einer wichtige Inschrift. In der Näje vonZurzach, im schweizerischen Kanton Aargau, wurde jüngst ein römischer Wachtthurm freigelegt, dessen Mauern bis zu einer Höhe von etwa 8 bis 9 Fuß erhalten sind. Tc? wichtigste Fund aber, der bei der Freilegung dieses Thurmes gemacht wurde, ist die Bauinschrift auf einer Tuffstein platte von 1.18 Fuß Höhe und 1.12 Fuß größter Breite. Auf der Rückseite hat der Stein ein schwalbenschwanzförmiges Dübelloch zur Befestigung am Bau. Die Inschrift ist mit etwas unregelmäßiger Schrift ziemlich flüchtig eingehauen und thx.wegen des Materials (Quellcniuff), theils infolge dcr Verwitterung nichi gerade leicht zu lesen. Außerdem ist ungefähr die rechte Hälfte der Inschrift verloren gegangen, aber bis jetzt in btr zahlreich herumliegenden Trümmern nicht gefunden worden. Die Lesung ist jedoch bis auf eine noch nicht mit Sicherheit entzifferte Stelle möglich, ebenso die Ergänzung. Die Inschrift bezeugt, daß der Wachtthurm unter den Kaisern Valentianus und Gratianus, und zwar im Jahre 371 n. Chr. von einer römischen Legionsabtheilung. deren Namen und Offizier in der verlorenen rechten Seite genannt war, errichtet wurde. Außer der Datirung ist das historisch Interessanteste dieser Inschrift, daß sie uns sagt, die Warte sei mit größter Hast erbaut worden. Wir wissen unter anderem durch Am mianus Marcellinus und eine Reihe von Jnschriftfunden hat es bestätigt daß Kaiser Valentinian, der die Negierung im Jasre S6i antrat, toir Anfange seiner Regierung an sich d:n Schutz der Reiche grenzen angelegen sein ließ, indem er theils neue Kastelle und Thürme errichtete, theils ältere Befeii gungen wieder herstellte. Von der Befestigung der Rhein grenze im besonderen sagt Ammian: Valentinian . . . befestigte den ganzen Rhein von seinem Anfang in Rhätien bis zur Mündung in den Ozean durch große Bauten, indem er die Lagermauern erhöhie und an geeigneten und günstigen Stellen Festungen und Thürme in ununterbrochener Rribe errichtete, soweit die Länge der gallischen Provinzen sich ausdehnte, wobei er zuweilen auch durch Bauten jenseits deZ Flusses das Gebiet der Barbaren berührte." Von Stein am Rhein bis nach Basel kennt man jetzt fünf Kastelle und die Stelle von etwa 40 Warten, mit denen die Römer, nachdem sie den obergermanisch-rhätischen Limes hatten verlassen müssen, die Rheingrenzc zu schützen suchten. Eigenartiger Einfall. In eine seltsame Lage wurde jüngst ein Pionier von der 3. Kompagnie des Telegraphenbataillons in Berlin versetzt. Vor dem Kriegsgericht der 2. Gardedivision hatte sich ein Unteroffizier von dem gleichen Truppentheil wegen Mißhandlung eines Untergebenen zu verantworten. Der Angeklagte hatte gelegentlich einer Unterrichtsstunde in der Telegraphenschule einen Pionier dadurch zur Aufmerksamkeit antreiben wollen, daß er ihn mit einem Block von etwa 80 bis 60 Telegrammformularen von hinten gegen den Kopf schlug. Um festzustellen, ob der Schlag mit großer Gewalt ausgeführt worden war, forderte der Vorsitzende den Pionier, der Augenzeuge des Vorfalles geWesen war. auf, ihm mit derselben Armbewegung den Block gegen den Kopf zu schlagen. Natürlich sträubte sich der Pionier anfangs, den Borgesetzten zu schlagen, und erst nach wiederholter Aufforderung wagte es d?r Soldat, dem Befehl nachzukommen. 'Der angeklagte Unteroffizier wurde schließlich wegen vorschriftswidriger Behandlung eines Untergebenen zu zwei Tagen gelinden Arrest verurtheilt. Neuer Francnbernf. An einer Straßenecke im Westen Londons hat seit Kurzem eine Schuhe putzerin ihren Standort. So oft sie ihre Funktion ausübt, niederkniet, um das Schuhwerk eines Kunden mit fachverständiger Hand zu bearbeiten, fammelt sich schnell ein ganzes Heer von Neugierigen, um das ungewohnte Schauspiel zu betrachten. So ist dieses Mädchen plötzlich zu einer Art von Londoner Berühmtheit geworden und hat daher auch schon die Ehre gehabt, von dem Reporter einer Zeitung interviewt zu werden. Sie gab an, Mary Mahoney zu heißen, Irin zu sein und sich der Profession des Stiefelreinigens deshalb gewidmet zu haben, weil sie mit Nähen nicht genug verdient habe, um ihr Leben fristen zu können. Am ers'n Tage waren es zumeist junge Männer, die sich nach den Geschäften in der City begaben, die i ,:c Dienste in Anspruch nahmen, und nur ein: einzige Dame that das gleiche. Der Mann mit dem längsten Namen. Die Kanaken, die Einwohner der Sandwich inseln. rühmen sich, die längsten Namen zu besitzen. Die amerikanische Verwaltung, die seit einigen Jahren auf den Inseln eingeführt ist, zeigt sich allerdings nicht sehr entzückt von diesen unaussprechlichen Bandwürmern. So war neulich in einer gegen die Regierung anhängig gemachten Klage ein Zeuge erschienen, der den niedlichen Namen Kaikinakaoililikea Lenoikainakahikikiapuokalani" führte. Dieser Name dürfte wohl den Rekörd halten.
MW kann such nur ein VernnnfUgev Mensch mit gesundem Menschenverstände, von dem wir doch äffe unserm Theil abbekommen haben, wie kann ew solcher Mensch fortfahren die ordinären Soda Crackers" zu kaufen, alt und staubig wie sie sem müssen, wenn man für 5 Ct. schon Uneeda Biscuit frisch vom Ofen, geschützt gegen Staub durch ein Packet dessen äußere Zierde hungrig macht, erhalten kann. NATIONAL BISCUIT COMPANY
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SAPPHIRES
Der Geburtöstein für September, in endlosen Varietäten in Fingerringen und Vorfteck-Nadeln.
X CARL L. ROST. Diamanten, ausmann.
1 V5ord Illinois Str. rn.i v w w vwvv w w 9 Dom Ausianoe. Auf einem ländlichen Gehöft zu Wrohm bei Flensvurg spielte sich kürzlich ein eigenartiger Vorfall ab. Das zweijährige Kind eines Landmannes spielte im Garten, als eine Kreuzotter sich ihm näherte. In dem Moment, als das Reptil den tödtlichen Biß ausführen wollte, fprang die in der Nähe befindliche Hauskatze auf die Schlange zu und beschützte so das Kind. Dieser Vorfall wiederholte sich mehrere Male, stets wurde aber der Angriff von der Katze abgewehrt. Auf das Geschrei des Kindes eilten schließlich Hausbewohner hinzu, welche die Schlange, die jedenfalls mit der Kornernte in die Wohnung gekommen war, todteten. DieTouristenderDampfer König Harald" und Neptun" hatten auf ihrer Fahrt nach Spitzbergen eine interessante Begegnung mit Wellman. Dieser und der amerikanische Teilnehmer an seiner Expedition Major Hersey wurden auf dem .König Harald" zu Tisch geladen. dazu mehrere wissenschaftlich hervorragende Passagiere des Neptun", wie der Präsident der französifchen geographischen Gesellschaft M. Boulanger und der französische Luftschiffer M. Janet nebst Gemahlin. Nach der Tafel besuchte Wellman auch den Neptun". Als er dann an das Land ging, bereiteten ihm die Paffagiere beider Schiffe großartige Huldigungen. Die Gläser, Tassen und Löffel, die an der Tafel des rönig Harald von Wellman benutzt worden waren, wurden fofort von den Passagieren des Schiffes mit Beschlag belegt. Sie ließen sich von dem Steward auch noch Zeugnisse über die Echtheit dieser Trophäen ausstellen. In Dreux, einer tltu nen Stadt Frankreichs, hat eine alte Frau, um ein Pferd zu retten, selbst das Leben eingebüßt. Ein Dienstböte war noch Nachts in den Stall gegangen, um dort zu arbeiten. Bei dieser Gelegenheit fiel die Petroleumlampe um, und in wenigen Minuten stand das ganze Gebäude in Flammen. Rasche Hilfe war bei der Hand; da jedoch der Stall nicht mehr zu retten war. drang man in das Wohnhauö, in dem nur eine alte Dame fchlief. Sie war schon halb bewußtlos, als ein Soldat sie ergriff und vom nahen Tod rettete. Kaum war die Frau aber außer Gefahr und wieder zum Bewußtsein zurückgekehrt, als ihr das arme Pferd einfiel, das in den Flammen umkam. In einem unbewachten Augenblick eilte sie auf die Stallthür zu und warf sich, um das Pferd zu retten, in das Ftci.. menmeer. Als der Brand gelöscht war. fand man ihren verkohlten Leichnam neben dem Ladaver des Thieres. Vor einigen Monaten hatte ein gewisser Guiseppe Sobrero in Gorzigno (Italien) bei Gelegenheit tU nes Streiteö feine Frau Dominica 1.1 W tintt Maurerkelle aetödtet. Er hatte 'das Verbrechen in Gegenwart semes siebenjährigen Sohnes begangen, den er an der Leiche der Mutter niederkrneen mtd schwören ließ, voß er nie-
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5K4fil,i ,f V &vwwwwl 324 W. Maryland. Srftklasffge Utenwätche. Beide relevbon? 806 mals etwas von dem enetzlichen Vorfall, dessen Zeuge er gewesen ist, verrathen were. Dann floh Sobrero mit dem Kinde nach Frankreich. Die Polizei verfolgte seine Spuren, konnte des Verbrechers aber nicht habhaft werden. Dieser Tage wurtx in Nizza ein Mann in Begleitung eines kleinen Knaben verhaftet, weil er keine Unterkunft hatte und sick mit keinerlei Dotumenten legitimiren konnte. Als der Kleine in's Verhör genommen wurde, verrieth er das ganze Verbrechen des Vaters mit allen Einzelheiten. Das Kind hatte sich schon lange danach gesehnt, das entsetzliche Geheimniß mittheilen zu können. Angesichts der Anssage des Sohnes gestand Sobrero die That ein. verfiel m konvulsivische Krämpfe und nwrt ohnmächtig. Seine Auslieferen, nach Italien steht bevor. Eine seltene Leichenfeier fand in Molsheim. ElsaßLothringen, statt. Zwei Schwestern Namens Loth, die eine 85 Jahre, die andere 78 Jahre alt, wurden zu Grabe gerragen. Schon seit langerei Zeit konnten sie ihres hohen Alters wegen nicht mehr ausgehen und hüteten beständig daS Bett. Nur noch einen Wunsch hegten sie. miteinander sterben zu können. Und in der That, er wurde ihnen gewährt. Die ältere starb 9 Uhr Abends, die jüngere et. nige Stunden später. Erne Gasolin - MotorMaschinerie der russischen TorpedoFlotille wurde kürzlich in Baltimore auf dem Hambnrg-Amerika-Dampf Badenia" verladen. Eine Baltimorn Firma war mit der Ausführung von der JLatt Torpedo Boat Co." betraut worden die die maschinell Eirmchtrmg für mehrere Untersboote für des Czaren Marine im Auftra fcrt. Die jetzt verschiffte ift aber die größte jemals gebaute Ga solin-Maschine und kostet mehr als 5100.000 und hat 1200 Pferdekräfte. Dieselbe Gesellschaft hat bereits mehrere Unterseeboote für fremde Mächt construirt. E?M5!R5? DWölAÄ? Wechsel, Creditdriefe, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsscheine von und nach Europa. fttt und Verkauf auslünoi schen Geldes. Frenzel Brote, Ro. 35 Süd Meridian Str. Merchante National Bank.
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