Indiana Tribüne, Volume 30, Number 32, Indianapolis, Marion County, 29 September 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 99 September ioß.
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. Der Fluch O : der bölrn Chat . 1 G Ein ttorn&n aus der yrokcn Wrlt von 5 Gregor Samarow (Fortsetzung.) Wenn ich je eine solche gehegt hätte " fiel Balduin ein. Ja, ich mutz Dir sagen, wenn Ezechiel, wie ich gewiß voraussetze, die von Dir gewünschte Verbindung ablehnt, so würde ich Dir unendlich dankbar sein. trenn Du me ne Bewerbung um Klara bei dem Onkcl Otto ernstlich unterstützen wolltest. Die Verbindung der beiden Linien würde ja auch dadurch hergestellt und mithin würde wenigstens verhindert werden, daß das Besltzthum unseres GesammtHauses in völlig fremde Hände käme." Das ist wahr," rief der Graf, indem er in tiefem Ernst den Korf neigte für Dich wäre dann die Zukunft gesichert, für Dich eine Stellung geschaffen, die Du. deß bin ich gewiß, immer mehr zu erhöhen und auszudehnen verstehen würdest." Nicht darum, mein Vater, habe ich gesprochen," sagte Balduin, aber ich leugne es nicht, daß ich auch die Sehnsucht habe, für die Erhöhung unseres Hauses zu wirken und nicht hinabzusteigen zu einer ohnmächtigen und schiefen Stellung, in der mir nichts übrig bliebe, als im kleinen beschränkten Kreise die Welt zu vergessen, in der ich doch den Platz nicht finden könnte, zu dem mein Name mich berechtigt." Eine Zeit lang saß der alte Graf schweif?', d da. Immer finsterer zogen sich seine Augenbrauen zusammen und halb für sich sprechend, sagte er: Das ist wahr das ist wahr aber warum denn, wenn es so ist. soll getheilt werden, was vereint eine Macht bedeuten würde, der kaum em andere? Haus gleich kommen könnte? Darf der Zufall der Erstgeburt das Schicksal eines qroßen Hauses in die Hände eines Unfähigen legen, der trotzig die Erfülhing seiner Pflicht versagt." aldum hatte oie Worte seines Vaters verstanden, aber er antwortete nicht darauf, und nur ein eigenthümliches Feuer blitzte in seinen Augen auf. Wenn es so ist, wie Tu sagst," sprach der alte Graf, indem er noch einig? Augenblicke schweigend den Kovf in die Hand gestützt hatte so verspreche ich Dir, für Dich zu sorgen, und ich werde mir Klarheit verschaffen: das versteckte Spiel darf nicht länger getrieben werden. Und weißt Tu," fragte er dann, ob es eine andere Neigung ist, die Ezechiel zum Widerstand gegen meinen Willen treiben möchte?" ,.Jch weiß es nicht." erwiderte Baldum nach kurzem Besinnen, aber auch das wird ja nicht immer ein Geheimniß bleiben können. Und wenn es so wäre, wenn Ezechiel eine Neigung hegte, die er nicht zu bekennen wagt, die vielleicht den Namen unseres Hauses einem bösen Urtheil der Welt preisgäbe, dann, bei Gott." rief er, wie von einer plötzlichen Aufwallung fortgerissen, dann, bei Gott, würde ich es tief beklagen, daß mich das Schicksal nicht an seine Stelle gesetzt hat." Tu würdest Recht haben." rief der alte Graf, heftig auffahrend. Bei Gott. Licht soll es werden, und Ezechiel soll fühlen, daß ich wenigstens da? Recht meines Namens und meines Hauses zu vertreten und zu vertheidigen die Kraft und den Willen habe! Jeht geh, Du hast mir eine böse Nachricht gebracht. Toch ich danke Dir dafür ich weiß jetzt wenigstens, wo ich meine Stütze zu suchen habe, und Tu sollst das Vertrauen zu Deinem Vater nicht bereuen." Er umarmte seinen Sohn so warm und zärtlich, wie er es sonst selten zu thun Pflegte. Balduin küßte seine Hand und gnu hinaus. Das Saatkorn ist ausgestreut" flüsterte er vor sich hin. jetzt gilt es. den Kei:.'. zu pflegen warum soll der Zufall denen die Ernte geben, die nicht säen wollen?" Och' Am nächsten Morgen ließ der alte Graf seinen Sohn Ezechiel schon zu früher Stunde rufen. Ezechiel war verwundert, da er fast niemals von dem Grafen näher zu sich herangezogen wurde und dieser über Geschäfte und wirthschaftliche Verwaltungsangelegenheiten mit ihm nicht zu sprechen pflegte, wie er das mit Balduin that, doch war sein Vater in den letzten Tagen so merkbar freundlicher gegen ihn gewesen, daß er weniger befangen, als er sonst wohl gewesen wäre, der Einladung folgte. Der alte Graf bat ihn. sich zu ihm an seinen Schreibtisch zu setzen und sagte mit emer ihm sonst fremden HerzIichkeit; Es ist Zeit, mein Sohn, an die Zukunft zu denken. Ich werde älter und alter, und wenn ich mich auch noch kraf tiq und gesund fühle und durchaus nich in sentimentaler Weise an den Tod denke, so muß ich doch darauf gefaßt fein, aus dem Leben zu scheiden und Dir zunächst die Sorge für unser Haus zu überlassen, das ich auf der von un feren Vorfahren geschaffenen Grundlage zu emer die Vergangenheit überragenden Stellung erhoben habe, die zu erhalten und zu befemgen me Pflicht meiner Nachfolger sein muß die Deinige zunächst." .Ich werde dieser Pflicht eingedenk
sein." erwiderte Ezechiel ernst und fast traurig, wenn ich auch in ihrer Er-
üllung Dir memals gleichen kann und ehnlich wünsche, daß sie noch lange anqe nicht an mich herantritt." Sie tritt an Dich heran, mein Sohn, denn vorzusorgen und vorausschauend die Zukunft zu gestalten und zu sichern ist die Pflicht Deiner Stellung. Ich wünsche dringend eine Vereinigung der beiden Linien unseres Hauses wieder herzustellen. Otto ist mit mir in diesem Wunsche einig, und die Schiäsalsfügung bietet die Gelegenheit zu seiner Erfüllung. Darum habe ich mit besonderer Freude gesehen, daß zwischen Dir und Deiner Kousine Klara sich ein so freundschaftlicher wohl mehr als freundschaftlicher Verkehr entwickelt hat, der die Vereinigung unseres Ge sammthauses. welche tu Klugheit gebietet, wie ich hoffe, mit einem Wunsch? Teincs H:rzens verbindet." Sein Blick ruhte forschend auf dem Ge'icht seines Sohnes, der erbleichen zusammenzuckte und wie abwehrend die Hand ausstreckte. Halt ein. mein Vater." rief er, was Du im Sinne hast, wäre vielleicht eine ebenso gute Wendung, wie sie gelviß klug geplant ist aber es ist unmöglich." Unmöglich? Warum? Klara ist schön und liebenswürdig und Du bist doch ihr Freund, wie Ihr vor aller Welt zeigt." Weil ich ihr Freund bin. mein Vater, weiß ich. daß sie mich niemals lieben, niemals mir ihre Hand reichen wird." ..Ach so." sagte der alte Graf spöttisch, da spielt also irgend ein kleiner Roman. Wenn aber." fuhr er fort, indem seine Blicke sich noch durchdringender auf seinen Sohn richteten wenn Klara, die ich für ebenso klug als schön halte, es begriffe, daß ein solcher Roman sich für irre Stellung, die auch ihr Pflichten geen ihr Haus auferlegt, nicht schicke, wenn sie pflichttreu genug wäre, mit einem, kindischen Backfischro man zu brechen wenn " Sie wird es nicht, mein Vater," fiel Ezechiel ein. Und wer ist der Gegenstand einer solchen romantischen Leidenschaft?" fragte d'r alte Graf immer in demselben spötiischen Ton. Das ist nicht mein Geheimniß, mein Vater." Gut wenn nun aber dennoch Klara verständig genug wäre, um ihre Phantasie einer Stellung zu orfern, die kaum ihres Gleichen finden möchte " Auch dann bleibt der Plan unaus--führbar!" rief Ezechiel. Also," sagte der alte Graf streng, also auch Du trägst einen Roman im Herzen, wie er einem Mädchen wohl er laubt sein mag. aber bei einem Manne Deines Namens unverzeihlich ist!" Mein Vater erwiderte Ezechiel zögernd. Vergiß nickt." rief der Gras scharf und schneidend, daß eine Lüge eine Feigheit ist. Dein Vater, das Haupt Deines Hauses, verlangt die Wahrheit von Dir, Tu bist sie mir schuldig, wenn Dir Pflicht und Ehre noch heilig sind!" Ezechiel wurde bleich wie der Tod. Ja." fagte er dann mit festem, ruhigem Ton, ja, mein Vater, auch mein Herz .hat eine heilige Pflicht auch ich werde Klara niemals meine Hand reichen selbst wenn sie vergessen konnte." Und wer ist es." rief der Graf heftig auffahrend, die Dir höher steht als die Pflicht gegen Deinen Vater und Dein Haus? Diesmal habe ich ein Recht zu fragen." Ich aber habe nicht das Recht, zu antworten." erwiderte Ezechiel. bevor ich nicht im Stande bin, mein Geheimniß vor aller Welt zu bekennen." So also ist es ich konnte es mir wohl denken!" rief der Graf mit drohend aufflammenden Blicken. Also eine Unwürdige, die einen Flecken auf unsern Namen bringen würde!" Ezechiel stand auf und erhob stolz den Kopf. Sein Gericht war schmerzlich verzogen, auch aus seinen Augen blitzte zorniae Erregung. Mein Vater allein auf Erden." sagte er mit rauber Stimme, hat das Recht, mich ungestraft zu beleidigen. Diejenige, der mein Herz gehört und ewig gehören wird, welche Schranken der Welt auch zwischen uns aufrichten, welches Urtheil die Welt auch über uns sprechen möchte, ist rein wie die Engel des Himmels und meiner Liebe würdig, wie keine Andere auf Erdrn!" Bah." rief der Graf in wegwerfendem Ton. das sind leere Worte, wie sie jeder verliebte Schüler im Munde führt. Der Erbe des Namens und Besitzes deZ Hauses der Grafen Hakcnstein sollte wenigstens so viel Ehrgefühl haben, die Rechte seiner Stellung aufzugeben, wenn er die Pflichten derselben so r'sichtslos von sich weist!" Diese Rechte." erwiderte Ezechiel bebend vor innerer Erregung, wiegen federleicht gegen meine Liebe nimm sie zurück, mein Vater ich werde Dir nicht entgegentreten und nur meine Ehre vertheidigen, auf die kein Schatten fallen darf. Vielleicht hast Du Recht vielleicht ist es der Wille der Vorsehung, daß ich meiner Liebe ein Opfer bringen soll ein Opfer, das mich wahrlich wenig kostet. Du. mein Vater wirst erkennen, daß Du schweres Unrecht mir gethan, und so hoffe ich zr Gott, mir dennoch einst Deine Lieb und Deine Achtung wiedergeben. Er beugte das Haupt und wendet sich zum Gehen.
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ffgrwgM,fgaM A)er ane Gras schien bewegt, er Tun: mit der Hand über die Stirn, als ol ein Gedanke in ihm aufblitzte dam rief er fast bittend den Namen seine Sohnes. Ezechiel wendete sich schnell um, eilt zu seinem Vater und küßte dessei Hand. Habe Vertrauen zu mn, men Tohn." sagte der alte Graf, spric Tich aus, vielleicht läßt sich Licht ii all' dies Dunkel bringen." Vertrauen? O mein Vater," er widerte Ezechiel, bei Gott, ich habe e. ich möchte Tir ganz vertrauen, wa. meine Seele drückt und vielleich würdest Du auch dennoch verstehen aber es ist unmöglich beute noch un möglich glaube es mir, meine Ehn verbietet es!" So geh," sagte der Graf milde denke nach und prüfe Dich laß heuk nicht das letzte Wort gesprochen sein.' Noch einmal küßte Ezechiel des Va ters Hand, dann ging er hinaus. Einr wehmüthige Freude strahlte aus seiner feuchten Äugen. Der Alte sah ihm sinnend nach. Warum hat es das Schicksal nicht anders gefügt?" sagte er. Balduin Hai alle Fähigkeiten und Eigenschaften, mich zu ersetzen und mein Werk forzuführen, und Ezechiel würde glücklick sein können in seiner Weise, als zwei ter Sohn. Ich verstehe ihn nicht und er mich nicht, sein ganzes Wesen es mn fremd und widerstrebend und dock fühlte ich den Zug des Blutes, als er von mir ging. Mein Blut?" sprach er nach kurzer Pause mit finsterem Blick weiter. Ist es nicht das Blut meines Hauses, das mir die Pflicht auflegt, die Zukunft zu sichern und in me Hände u legen, die dazu am ge schicktesten sind? Soll ich umsonst ge arbeitet haben?" Er stützte, über seinen Schreibtisch gebeugt, den Kopf in die Hand. Der Kammerdiener meldete den Grafen Balduin. Der alte Graf richtete sich auf und reichte seinem zweiten Sohne die Hand Balduin schien durch den bewegten Ausdruck in dem Gesicht seines Vaters peinlich berührt, feindlich blitzte es in seinen Augen auf. Du hattest Recht sagte der Graf. wahrend Balduin die von ihm erledig ten Aktenstücke auf den Schreibtisch legte Ezechiel ist gewiß, daß Klara ihn niemals neben wnd." Ich sagte es Dir, Papa," rief Balduin heftig, und wenn er das weiß, so handelt er doppelt unrecht gegen mich. Würde er selbst mir bei Klara im Wege stehen ich würde es ihm veraeben, denn jeder hat für sich selbst zu sorgen aber daß er nun den Grafen Rheineck hierher gebracht, der gar nicht wieder scheint abreisen zu wollen. das ist ein perfider Streich!" Rheineck?" rief der alte Graf was ist es mit dem? Was hat er mit Klara zu thun? Ich habe davon Nichts bemerkt. ), sie sind geschickt in ihrem ver steckten Spiel." sagte Balduin bitter. es hat sich da wohl früher schon eine Neigung gewiß nur eine kleine Kourmacherei zwischen Klara und Rheineck angeknüpft sie hätte das wohl vergessen, denn sie schien mir ae neigt, bis dann Ezechiel diesen unbedeutenden und anmaßenden Rheineck hierher brachte, der nun Alles aufbietet, mich zu verdrängen und wenn ich denke." fuhr er wie in heftiger Wal lung fort, daß Ezechiel dies nur thut. um sem eigenes Spiel zu verdecken." Der alte Graf horchte auf. Sein eigenes Spiel zu verdecken?" fragte er was heißt das?" Es liegt ihm vielleicht daran, glauben zu lassm. daß er nur an Klara denkt, damit Niemand sein Geheimniß durchschaut. Sein Geheimniß? Und Du kennst sein Geheimniß?" Ich kenne es er verhüllt es auch nur schlecht vor jemand, der zu sehen versteht und sich nicht täuschen läßt auch vor Klara nicht, die mit ihm verbündet ist. Ich hatte wohl Unrecht.
ihm behaupten.
üSTUifl darüber zu schweigen, um so merr, da unserem Huuse ein großer und peinlicher Eklat daraus etsteben kann." So sprich," rief der Graf ungeduldig. ..wer ist es. die sich Ezechiel eingefangen hat und ihn zum Widerstand gegen meine Pläne reizt? Eine Schau spielerin oder gar noch Geringeres, noch Schlimmeres?" Noch Geringeres nicht. Papa." erwiderte Balduin hämisch lachend, aber freilich wohl noch etwas viel Schlimmeres, wie mir scheint. Es ist Frau von Värenstein." fuhr er. die Stimme dämpfend, fort, die ihren Mann verlassen soll und die nach der Scheidung Ezechiel uns als Grafin Hakenstein zufuhren will." Der alte Graf saß einen Augenblick wie erstarrt. Tann schlug er heftiq mit der geballten Faust auf den Tisch und rief mit zornsprühenden Blicken: ..Bei Gott. Du hast recht das ist schlimmer als Alles, schlimmer als die niedrigste Mesalliance! Das verhängt in der ganzen Gesellschaft einen unsühnbaren Bann über uns, den selbst unsere besten Freunde nicht würden zu brechen wagen! Das darf nicht sein! Ich will sogleich " ..Ich beschwöre Dich. Papa, nef Balduin. die Hand auf seines Vaters Arm legend, ich beschwöre Dich, halte Deinen 3orn zurück, entfessele nicht das unyeil, das vielleicht noch zu verhüten, noch abzulenken ist. Es ist mein Geheimnih. das ich Dir anvertraut, ich bitte, ich wage zu verlangen, daß Du es nicht ohne die äußersic Noth preis gibst." Ter alte Graf sann nach. Du hast Recht," sagte er Ezechiel selbst verlangt Zeit und wird nachdenken es ist noch nicht Alles verloren, aber ich mache Dich verantwortlich für eine scharfe Beobachtung, damit uns kein .fait accompli' überrascht." Sei ruhig. Papa," erwiderte Balduin da ich einmal den Faden gefunden, so wird es mir leicht sein, ihm zu folgen und ihn festzuhalten. Du sollst es zur rechten Zeit erfahren, wenn eine Gefahr droht." Und für Dich will ich sorgen, mein Sohn," sagte der Graf. Ezechiel muß morgen zum Dienst zurück und wird vor dem Schluß des Manövers kaum wieder kommen. Dann hat auch Rheineck kaum noch eine Veranlassung, hier zu bleiben, und ich werde ihn verstehen lassen, daß ich auf seine Anwe senheit keinen Werth lege. Wenn Klara von seiner Gegenwart befreit ist, so werde ich einen Weg finden, um auf sie einzuwirken ich hoffe mit Erfolg, und dann werde ich auch bei Otto für Dich sprechen. Aber," rief er. drohend seine Hand ausstreckend, bleibt Ezechiel trotzig bei seiner eigensinnigen Tollheit, von einer Liebe will ich dabei gar nicht sprechen, denn ich begreife nicht, wie man diese sentimentale blutleere Frau von Bärenstein soll lieben können bleibt er bei seinem Trotz, so mag er seinen eigenen Weg gehen, mit uns soll er nichts mehr gemein haben, und niemals soll er das Haupt unseres Hauses werden, das ich so hoch gehoben. Ich habe ja Dich und hat die Natur einen Fehlgriff gethan. so ist es an mir. ihn zu verbessern." Auch Balduin küßte seines Vaters Hand, wie es Ezechiel vorher gethan. und als er sich niederbeugte, konnte der Graf das triumphirende Lächeln Nicht bemerken, das um seines Sohnes Lippen zuckte. Dann eilte er davon, um auf seines Vaters Befehl dessen Jagdwagen zu bestellen. Eine Viertelstunde später stieg der Graf ein und befahl, nach dem Waldwärterhause zu fahren. 9. K a p i t e l. retislaw erhob sich von seiner Gartenbank, als der Wagen des Grafen vor dem Hause hielt und trat seinem Herrn entgegen, der ihn auf die Schulter klopfte, durch den Garten schritt und sich auf die Bank niedersetzte, vor welcher der Waldhüter stehen blieb.
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Du siebn ja finster aus. Bretislaw." sagte der Graf, betroffen durch den düstern Ausdruck der Blicke und Miene seines vertrauten Dieners fast." fügte er mit einem etwas gezwungenen Lächeln hinzu, als ob Du einen Rehbock gefehlt hättest was Dir doch nicht widerfahren kann." Das freilich nicht," erwiderte Bretislaw, indem sich seine dunkeln Augenbrauen noch dichter zusammenzogen aber es gibt wohl Dinge, die schlimmer sind als ein gefehlter Rehbock. Der Herr Graf wissen ja. daß ich ganz einsam hier bin. seit ich auf Ihren Wunsch Lara nach dem Schloß habe gehen lassen. Nun, in der Ein samkeit kommen einem alten Mann keine erfreulichen Gedanken, zumal wenn er in seinem vergangenen Leben keine heiteren Erinnerungen findet. Die alte Holzhauerfrau, die mir mein Haus besorgt, kann mir doch nicht das Kind ersetzen, das mich an alte Zeiten erinnert, da ich noch lieben und hoffen konnte der Mutter habe ich meine Liele geopfert und die Pflicht, für das Kind zu sorgen und es zu behüten vor allem Jammer des Lebens, ruht schwer auf mir und wenn ich denke Doch," sagte er abbrechend, der Herr Graf sehen wahrlich auch nicht aus. als ob Ihnen eine besonders helle Sonne heute Morgen aufgegangen wäre." Wie sollte ich heiter aussehen." sagte der Graf, wenn Du Erinnerungen wach rufst, die auch mein Herz bedrücken, schwerer vielleicht als das Deine, denn Du bist frei von Schuld und ich doch ich habe freilich auch Sorgen und Kummer genug und hell ist mir die Sonne wahrlich auch nicht aufgegangen auch ich wollte Dir von Lara sprechen." Von Lara?" rief Bretislaw auffahrend, was ist's mit ihr?" Nichts Schlimmes für sie." sagte der Graf sie kann mir helfen, meine Pläne unterstützen, gegen die sich Alles aufrichtet, so daß ich alle meine Berechnungen muß zusammenbrechen sehen." Lara? Und wie daS?" fragte Bretislaw. Welche Macht hat sie, Ihre Pläne zu stören oder zu unterstützen? Für Lara. Herr Graf," fügte er seufzend mit bitterem Lächeln hinzu, haben Sie niemals Pläne gemacht." Laß die Vorwürfe." erwiderte der Graf wehmüthig ich mache sie mir schon selbst oft genug, und was möglich ist. soll gut gemacht werden. Höre zu, und Du wirst begreifen, Du weißt ja. daß ich meinen ältesten Sohn Ezechiel mit der Tochter des Grafen Otto vermählen wollte " Um die beiden Linien des gräflichen Hauses wieder zu vereinen ein guter Plan. Herr Graf." Er ist gescheitert." sagte der Graf finster, gescheitert an Ezechiels Eigensinn und einer Verirrung, einer wahnsinnigen Verirrung doch davon werde ich Dir später einmal sprechen, jetzt ist es genug, daß jener Plan gescheitert ist. Aber er läßt sicb in anderer Form wieder aufnehmen. Balduin hat sich in Otws Tochter Klara verliebt " Graf Balduin?" rief Bretislaw freudig o welch ein Glück! Und der Herr Graf sind dessen gewiß?" Ganz gewiß. Bretislaw. er hat es mir gesagt und versichert, daß Klara jedes andere Gefühl aus seinem Herzen verdrängen würde." Verdrängen würde wenn ?" Wenn er ihre Liebe gewinnen könnte durch die er ja zugleich eine große und glänzende Stellung gewinnt, als Erbe des Grafen Otw." Und zweifelt Graf Balduin daran?" fragte Bretislaw unruhig. (Fortsetzung folgt) Offenlferztg. Fritz, wen hast Du lieber. Vater oder Mutter?" Den Vater habe ich lieber." Warum denn?" Dn ist weniger zu Hause."
Misse für JruueiisiiDeii
Motz, Ark. In Breslau trug sich dieser Tage folgender Vorfall zu. der einer gewissen Komik nicht entbehrt. Ein Breslauer großes Geschäftshaus bietet den Hausbesitzern durch gedruckte Postkarten Fahnenstoffe an. Mit der Adressirung der Postkarten wurde ein Lehrling betraut, der an der Hand des Adreßbuches die Namen der Hausbesitzer zu ermitteln und sie auf die Karten zu schreiben hatte. Naturlich figurirt auch der Fiskus verschiedeutlich als Hausbesitzer in Breslau. Der Vermerk im Adreßbuch lautet in solchem Falle Eigenthümer: Fiskus." Besagter Lehrling adressirte nun in seinem blinden Geschäftseifei eine Postkarte wörtlich: An Herrn Fiskus, Hausbesitzer. X-Straße No. ." Die sonderbare Karte wird mit anderen zur Post befördert. Und siehe da! Sie kommt als unbestellbar" zurück, und zwar mit dem Postvermerk: Hausbesitzer Fiskus nicht zu ermitteln!" Das Sumpsfieber auf Madagaskar wurde von Prof. Blanchard in der Akademie der Medizin in Paris als eine ernste Gefahr für diese aufblühende Eolonie hingestellt und die unheilvolle Bedeutung dieser Seuche wurde ziffernmäßig belegt. Dabei wurde festgestellt, daß daö Sumpffieber um steh greift und von den tiefgelegenen Theilen, in denen eö ehedem allein grassirte, auch in die Bergdistrikte gedrungen ist. So galt ehedem die Hauptstadt Tananarivo iiir völlig geschützt vor dem Sumpfiebcr. während seit 1900 die Seuche ort in erschreckendem Maßstabe zunimmt; 1900 raffte sie 48, 1901 73. 1902 104, 1903 137, 1904 277. 1905 686 und in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres bereits 980 Menschen in Tananarivo dahin. Prof. Blanchard giebt als Grund für diese Ausbreitung des Uebels den Umstand an, daß die großen Wegund Eisenbahnbauten die die Krankheit eeuaenden Mücken aufgestört und mit sich fortgezogen haben, so daß sie auch in bis dahin geschützte Gegenden drangen. Natürlich verlangt der Gelehrte energische Maßregeln, für die er besonders die gegen da gelbe Fieber auf Euba ergriffenen als Muster empfiehlt. In den drei Jahren, vom November ds. Js. an, muß Canada $150,000,000 fällige Schulden abtragen. Die Stadt London enthalt 8000 Straßen, deren Erhaltung und Reinigung jährlich nahezu $11,000 000 kostet. Elektrische Triebkraft durch das Trolley-Syftem findet auf den deutschen Kanälen immer mehr Verbreiwng. Die letzte Weinernte SudAuftvaliens betrug 2,655.947 Gallonen, gegen 7,045,478 Gallonen im Jahre vorher. Dem General Nicholson, dem Helden während der indischen Revolution, ist in Delhi ein Denkmal errichtet worden. "ngh ang ha i's Handelsumsatz mit dem Auslande belief sich letztes Jahr auf $268,145,238. Die schwedische Stadt Gothenburg exportirte letztes Jahr über 16.000,000 Pfund Butter. Der britische Soldat führt jetzt in seiner Ausrüstung drei Hemden, anstatt, wie früher, zwei. In 1905 betrug die Zahl der Schafe in Neu-Süd-Wles 40.000.000, oder 4,500,000 mehr als in 1904. Die große Schule für Neger zu Hampton, Va.. hat in dkfem Jahr 1383 Schüler, darunter 900 aus Vir. ginia. In einem LondonerKürsch nngeschäft ist ein Rock ausgestellt, der au 1200 Hasenohren zusammenge näht ist.
