Indiana Tribüne, Volume 30, Number 32, Indianapolis, Marion County, 29 September 1906 — Page 6
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Erspäische Nachrichten.
HcsterrcicH' Ungarn. W i e n. Im Beisein einer landesgerichtlichen Commission fand im ge richtsmedizinis chen Universitätsinstitute im Allgemeinen Krankenhause die Obduktion der Leiche des Großfuhrwerksbesitzers Anton Schatzinger statt, der vor einiger Zeit bei einer Rauferei mit dem Möbelpacker Franz Mandl um das Leben kam. Der Obduktionsbefund ergab, daß Schatzinge? infolge Erstickung gestorben ist. In seiner Wohnung, Landstraße, Khunngaffe 16, ist der 38jährige Hausirn Jgntz Fodor gestorben. Er war im Stiegenhause bewußtlos aufgefunden worden. Aerzte stellten einen Bruch der Schädelbasis fest. Der Mann dürfte über mehrere Stufen gefallen und gegen eine Wand gestürzt sein, wodurch er sich die tödtliche Verletzung zugezogen hat. Der 29jährige Apothekerlaborant Heinrich Ertl. Währing, Gentzgasse No. 17 wohnhaft, welcher vor kurzem wegen häuslicher Zerwürfnisse Gift genommen hat und in das Allgemeine Krankenhaus gebracht wurde, ist dort gestorben. Ertt läßt eine Wittwe und vier Kinder im Alter von acht Monaten bis sechs Jahren zurück. Die in der Kleistgaffe No. 28 wohnhafte 63jährige Private Therese Wagner kam mit einer brennenden Kerze einer offenen Spiritusflasche zu nahe. Der Spiritus fing Feuer und die Flasche explodirte, wobei die Kleider der Frau in Brand geriethcn. Sie erlitt schwere Brandwunden am Körper und wurde nach entsprechender Hilfeleistung in das Rudolfsspital transportirt. G l o g g n i tz. Vor einiger Zeit ereignete sich in der Wirthschaft Felberhof in Gasteil unweit von hier ein trauriger Vorfall. Die Kinder der zur Sommerfrische hier weilenden Familie Leuber aus Wien spielten mit Flaubertgewehren und Pistolen. Im Verlauf des Spieles schoß der 18jährige Gymnasialschüler Viktor Leuber seinen 13jährigen Bruder Max auf ungefähr 10 Schritte Distanz mit einerSchrotpatrone das linke Auge aus. Mit einem heftigen Aufschrei stürzte der arme Knabe bewußtlos zusammen. Der herbeigerufene Arzt Dr. Kudernatsch konnte nur den Verlust des Auges und einige andere schwere Verletzungen constatiren. Der Knabe wurde nach Neunkirchen ins Spital überführt. Jnns brück. In einer Werkstatte der Jnnkaserne hat sich der Infanterist Schuhmann aus Furcht vok Strafe erschossen. Es handelte sich nur um einen ganz geringfügigenVorfall, der den überaus nervös veranlagten Mann in momentaner Auf, gung zu dem verzweifelten Schritl hingerissen hat. Linz. In einem Schachte des Kohlenreviers Wolfsegg, in dem mehrere Bergleute arbeiteten, stürzte ein zwanzig Meiercentner schwerer Kohlenblock nieder. Der Bergmann Joses Berlander. Vater von acht Kindern, wurde verschüttet und sofort getödtet. während die anderen Bergleute sich retten konnten. gxtzembuvQ. Düdelingen. Im Walde von Suftgen fand man die Leiche eines Mannes, in welcher man den Unternehmer Bernhard Hames erkannte, der seit einigen Tagen spurlos verschwunden war. Esch a. A. Infolge Entgleisens einiger Minettwaggons kam derFuhrknecht Anton Meyer mit einem Bem zwischen die Puffer und wurde schwer perletzt. E t t e l b r ü ck. Tcr bei dem NeuHau Pütz in Ettelbrück verunglückte Johann Martin, Aufseher aus Welscheid, ist seinen Verletzungen erleben. Provinz Brandenburg. Berlin. Der acht Jahre alte Sohn des Maschinenmeisters Siewert wurde durch einen Straßenbahnwagen getödtet. Er hatte sich an einen Geschäftswagen gehängt, sprang, weil ihm der Kutscher mit der Peitsche drohte, ab und gerieth dabei unter den in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen. Vor Kurzem ist hier der Bildhauer Professor Gustav Kosack im Alter von 81 Jahren gestorben. Er war viele Jahre hindurch als Lehrer an der hiesigen Kunstschule thätig. Wegen Krankheit erschossen hat sich der 19 Jahre alte Arbeiter Alfred Jurkowsky aus der Memelerstraße 68. Er war seit längerer Zeit arbeitsunfähig und versuchte aus Verzweiflung darüber vor einiger Zeit, gelegentlich eines Ausfluges nach Niederschönweide, sich zu ertränken. Damals wurde er gerettet. Letztens fanden ihn die Eltern todt im Bett auf. Er hatte sich mit einem Revolver, den er sich hinter dem Rücken der Eltern zu verschaffen gewußt hatte, einen Schuß in die Brust beigebracht. Beim Baden ertranr im nahen Tegeler See der 18jährige Dreher Otto Keller, der bei der Firma A. Borsig beschäftigt war. Keller sank vor den Augen der anderen Schwimmer plötzlich unter, da man aber glaubte, daß er ein Taucherkunststück machen wollte, achtete man nicht weiter darauf. Die Leiche ist geborgen worden. Felix Dreyschock, der bekannte Klaviervirtuose, xi hier nach langer und schwerer Krankheit gestorben. Er ist nur 45
ftabre alt geworden. Dreyschock war
gleichzeitig als Concerrspieler wie als Lehrer thätig und hat sich durch seine Gastreisen auch im Ausland gut bekannt gemacht. Wegen verschmähter Liebe erhängt hat sich dn 43 Jahre alte Arbeiter Max Schneider, der von seiner Ehefrau getrennt lebte und in der Brandenburgerstraße 66 in dem nahen Potsdam wohnte. Er suchte kürzlich seine Frau in ihrer Wohnung, Lüderitzstrahe lk auf, um eine Aussöhnung herbeizufuhren. Die Ehefrau hatte aber guten Grund, den Worten des Mannes nicht zu trauen, und wollte von ihm nichts wissen. Darauf nahm er seine Zuflucht zu Drohungen und verjagte die Frau aus der eigenen Wohnung. Als sie nach kurzer Zeit zurückkam, hatte der Mann sich das Leben genommen. Charlottenburg. Auf den biesigen Hausbesitzer Daniel, Rönnesiratze, ist von einer Frau Kaufmann Lewin ein Revolveranschlag verübt worden. Der schwer im Gesicht verletzte Daniel wurde dem städtischen Krankenhause zu Westend zugeführt. Frieden au. Das Anhängen an fahrende Wagen hat wieder einmal ein Menschenleben in ernste Gefahr gebracht. Der elfjährige Sohn des Arbeiters Surckert von hier aus der Rheinstraße 21 hatte sich auf diese Weift mit einem Spielkameraden an einem durch die Schloßstraße fahrenden Kabelwagen vergnügt. Als das Fahrzeug schließlich in eine Seitenstraße einbog, sprangen di: Beiden ab. In demselben Augenblick fuhr, von Berlin kommend, ein Automobil heran, in das der kleine Surckert direkt hineinlief. Die Räder rollten dem Knaben über die Brust und den Leib. Das Kraftfahrzeug hielt sofort an; die Insassen nahmen das bewutztlose Kind auf und führten es dem Kreis-Krankenhaus in GroßLichterfelde zu. Königs - Wu st erHausen. Bei einer Kesselexplosion getödtet wurde der in der hiesigen Pulverfabrik beschäftigt gewesene Arbeiter Frank. Er war mit mehreren Collegen gemeinsam bei der Ausführung einer geringfügigen Reparatur eines unter Druck befindlicken Dampfcylinders thätig, als plötzlich der Mantel auseinandersprang und ein Eisenstück dem Frank cegen den Kopf flog. Reinickendorf. Auf offener Straße an Alkoholvergiftung gestorben ist hier der 38jährige Arbeiter Dammschneider aus Wittenau. Als Dammschneider an der Ecke der Viktoriastraße ein Gartenlokal betreten wollte, taumelte er gegen den Zaun, hielt sich an diesem einen Augenblick fest und brach dann zusammen, bevor Hülfe zur Stelle war. Ein sofort hinzugerufener Arz: vermochte nur den infolge Herzlähmung eingetretenen Tod des Mannes zu constatiren. Provinz Hstpreußen. Königsberg. Durch Erhängen hat der auf dem Mittelanger wohnhafte Taubenhändler und Pantoffelfabrikant Thuran seinem Leben ein Ende gemacht. Die Leiche wurde von Mitbewohnern des Hauses im Keller aufgefunden. Die Motive zur That sind nicht bekannt. Vom Gerüst abgestürzt ist der Malergehilfe Sprie, der sich dabei eine schwere Verletzung der Hüfte zuzog. Er wurde nach seiner Wohnung geschafft. Allenstein. Restaurateur Grunau, Pächter des Kaisergartens", fiel im Garten beim Frühstück plötzlich vom Stuhl und war todt. Ein Herzschlag hatte dem Leben des in der Mitte der Fünfziger stehenden Mannes ein Ende gemacht. Grunau hatte vor zwei Jahren das Etablissement gepachtet. F i s ch h a u s e n. Ihr hundertjähnges Jubiläum feierte die hiesige Schneiderzunft". Unter Vorantritt einer Musikkapelle marschirte man nach der Wohnung des Schneidermeisters Pörschke, wo diesem und dem Schneidermeister Eggert - Germau durch Bürgermeister Schulz je ein Jubiläums - Meisterbrief überreicht wurde. Darauf begab sich die Zunft nach dem Festplatz, wo Obermeister Wender die Zunftgenossen begrüßte. Bei Festessen, Concert und Tanz war man lange beisammen. K a l l w e h l e n. Vor längerer Zeit wurde das Fuhrwerk des Besttzers Preikschat von hier, der m Wischwill zum Begräbniß des Pfarrers Hammer gewesen war, auf der Rückfahrt von einem Sonderzug der Poaegen - Schmalleningher Kleinbahn erfaßt und der Mann selbst dabei schwer verletzt. Preikschat ist iedt diesen Verletzungen erlegen. Rieden. Dem Lehrer Otto Willimczik wurde die Rettungsmedaille am Bande verliehen. P o s e g n i ck. Die Rentenempfängerin Wittwe Schwarz feierte vor Kurzem in voller Rüstigkeit ihren 101. Geburtstag. &voxit& Westpreußen. D an zig. Schwere Verletzungen durch unvorsichtiges Umgehen mit einem Revolver, den er auf ta Straße gefunden hatte, brachte sich der 21 Jahre alte Arbeiter Paul Menserski bei. Er wollte in der Wohnung den Revolver einem Angehörigen zeigen, als plötzlich ein Schuß losgmg und den Wenferski in den Unterleib traf. Schwerverletzt wurde der Unvorsichtige mittels Sanitätswagens in das Lazaretb Sandarube gebracht.
Die Maus
Eine Eheftandetragödie von P. R. Was eine süße Maus" ist, weiß jeder ledige und einigermaßen unbe scholtene Mann. Daß es aber auch bittere Mäuse giebt, erfuhr heute Morgen in aller Frühe ein Ehemann. Daß dieser Ehemann ich war, versteht sich bei meinem Pech von selbst. Wo bin ich denn?" frug ich mich heute beim Erwachen. Ach so, im Bett! Also hat sie mich doch wieder geweckt! Ich habe meiner Frau schon hundertmal erklärt, in allen Tonarten vom Säuseln des Zephyrs bis zum Heulen des Samums, daß es d?r Uebel größtes sei. seinen Mann aus dem wohlverdienten Schlummer zu wecken. Liebes Männchen!" Na ja, da bin ich wieder entwaffnet. Was ist denn, theure Gattin?" Heute werde ich mich furchtbar ärgern. Ich habe von einer Maus geträumt. Springende Maus bedeutet Aerger!" Wohin ist denn die Maus gesprungen?" Jetzt fängst Du schon wieder an zu spotten! Hn aller Frühe!" Hätt-st Du mich nicht aus den bewährten Armen meines Freundes Morpheus gerissen, fo hätte ich erst später anfangen können!" Meine Frau warf mir einen Blick zu, daß ich der getraumten Mauö für ein Mauseloch dankbar gewesen wäre. Du mußt eben über alles spotten!" setzte sie das Morqenidyll fort. Was verstehst Du (!) denn von solchen Sachen!" Das beleidigte meine Manneswürde. Theure Gattin!" richtete ich mich auf, ich gebe Dir hiermit die feinliche Erlaubniß, was Du willst. Pharao träumte von sieben fetten und sieben mageren Kühen weshalb solltest Du nicht von einer Maus träumen dürfen? Ich betrachte die geträumten Mäuse als eingebrachtes Vermögen der Frau, Du kannst also darüber nach Deinem Gutdünken verfügen. Dasselbe gilt von geträumten Mehlsäcken, Thurmspitzen, Nordlichtern und Hundertmarkscheinen. Wirkliche, greifbare Hundertmarkscheine hast Du dagegen Deinem Herrn und Gebieter abzuliefern!" Meine Frau drehte mir ihren von der Natur sehr wohlwollend bedachten Rücken zu: Du bist ein Ekel!" Liebe Frau!" protestirte ich, wie oft habe ich Dir schon gesagt. Du sollst Dich einer deutlichen Aussprache befleißigen. Was bin ich nun: ein Ekel oder ein Esel. Es ist unzulässig, daß Du mich über meine eigene, gar nicht üble Erscheinung im Unklaren läßt!" In einer anderen Situation hätte meine Frau voraussichtlich das Zimmer verlassen. Aber wir lagen noch im Bett und das Zimmer war ungeheizt. Sie blieb also in meiner vornehmen Gesellschaft. Da ich kalkulirte, daß sich das Gewitter noch nicht verzogen hatte und ich vorerst nicht wieder in die Arme meines Freundes Morpheus zurückkehren könnte, drehte ich das elektrische Licht an. Auf der Stelle wirst Du da? Licht ausdrehen!" entrüstete sich der zu dem erwähnten Rücken gehörige Kopf, ich will noch schlafen!" Und wieder von Mäusen träumen? Nein, Theuerste! Wenn Dich das Licht genirt, so drehe es bitte selbst aus!" Aber Du hast eö doch angedreht!" Willst Du mir vielleicht dieses Recht bestreiten? Nach Paragraph 1354 des Bürgerlichen Gesetzbuches hat der Mann Wohnung und Wohnort zu bestimmen. Zur Wohnung gehört aber auch das Licht. Ich habe sogar das Recht, Dir das Ausdrehen desselben als standesamtlich angetrauter Gatte zu untersagen. Frage nur unseren Rechtsanwalt." Da8 wollen wir doch sehen!" Knaz lag ich wieder im Dunkeln. Du wolltest doch etwas sehen? Weshalb machst Du denn das Licht aus? Weibliche Logik!" Meine Frau brummte etwas, was ich nicht verstand. Ich glaube, es ist ein Maikäfer im Zimmer!" erlaubte ich mir zu bemerken. Es brummt so!" Wenn Du jetzt nicht aufhörst, gehe ich fort." Im Hemd? Das verstößt erstens gegen die Sittlichkeit, und zweitens Erstens, zweitens, drittens, das ist mir ganz egal! Du bist einfach unleidlich! Aber glaube ja nicht, daß ich das noch lange aushalte. Du wirst schon sehen!" Ich werde sehen? Also drehen wir das elektrische Licht wieder an! Was gedenkst Du denn zu thun?" Ich lasse mich scheiden." Das geht nicht so einfach, mein Kind. Ich habe Dir bis jetzt noch keinen gesetzlichen Scheidungsgrund gegeben. Gegenseitige Abneigung ist sein Grund mehr." Dann laufe ich fort!" Dann lasse ich Dich wieder herbringen." Dann kratze ich Dich!" Das macht nichts. Das heilt wieder! Und meinen Freunden erzähle ich, ich sei die Treppe herunter-gefallen."
Aber Mißhandlung ist ein Schekdungsgrund!" Nur wenn ich Scheidung bean. trage. Und dazu liegt gar kein Grund vor, wenn ich die Treppe herunterfalle." .Dann betrüge ich Dich!" .cy werde es Dir verzeihen! 0, Du weißt gar nicht, was Du für einen gutherzigen Mann bast." Meine Frau wurde wild, sie hätte mich kratzen können, aber sie fürchtete wahrscheinlich, einer ihrer wohlgepflegten Fingernägel könnte dabei abbrechen. Sie drehte sich um, vergrub den Kopf in die Kissen und weinte. Und NUN??? Wer seine Frau weinen sehen kann. werfe den ersten Stein auf mich. Na, weine doch nicht, Frauchen, 's ist ja nicht so schlimm!" Laß mich!! Rühr mich nicht an!! Jch rühre Dich ja gar nicht an. Aber so höre doch auf zu weinen. Sieh mal " Ich sehe gar nichts!" Du brauchst auch nichts zu sehen! Wahrhaftig nicht! So war's ja gar nicht gemeint! Ich habe ja nur Scherz aemacht!" Ich danke für solchen Scherz!" Bitte sehr! Hm?? Frauchen!! " Und alles stumm bleibt, wie zuvor. Zockchen!? Du!! Na. komm, gieb mir 'nen Kuß!" Meine Frau richtete sich auf. Erst will ich wissen, wer recht hat!" Du natürlich. Du! Wie kannst Du nur fragen!" Habe ich von einer Maus ge träumt?" Freilich! Ich erinnere mich noch ganz deutlich. Eine große, graue." Bedeutet springende Maus Aerger?" Gewiß! Furchtbaren Aerger. Das weiß jedes Kind." Habe ich mich geärgert?" Jawohl, auch gar kein Wunder. Wenn man von einer Maus träumt." Furchtbar?" Schauderhaft!" Ist der Traum also in Erfüllung gegangen?" Voll und ganz." Dann darfst Du mich küssen!" Und ich küßte sie. Erst auf die thränengefüllten blauen Augen, dann auf die Stirn, dann auf den Mund, einmal, zweimal, dreimal. Und ich sage: Auf jeden, der an meiner Stelle anders gehandelt hätte, werfe ich den Stein, der mir dabei vom Herzen fiel. Das Alter der Poftdriefkäfte. Die ersten Postbriefkästen hat es m Pari gegeben. Dort erbat und erhielt der Staatsrath VÄayer im Jahre 1563 das Recht, in den verschiedenen Stadttheilen Briefkästen aufstellen und die eingelegten Briefe gegen eine Gebühr von 1 Sou lTefrellen zu lassen. In Berlin erfolgte erst 200 Jahre später, im Jahre 1760. dieAufstellung des ersten Postkastens, und zwar im Flur des PostHauses zur Gemächlichkeit der Korrespondenten und Facrlitirung deren Korrespondenz". Bei diesem einen öffentlichen Briefkasten blieb es bis in's Jahr 1801. Damals gab es auch nur erst ein Postamt, das Hofpostamt. Dieses berichtete unter'm 4. Juli 1801 an das damalige Generalpostamt, daß es vom Publikum als wünschenswert!) bezeichnet werde, wenigstens drei Briefannähme - Comptoirs in den verschiedenen Stadttheilen einzurichten (Berlin hatte damals ungefähr 172,000 Einwohner). Dieses Verlangen fand aber kerne günstige Aufnahme, es wurde vielmehr in einem vom Geh. Postrath Piswr verfaßten Reskript abgelehnt, da eine so kostspielige Einrichwng (die Kosten waren auf 4,230 Thaler veranschlagt) weder dem Bedürfmß des Publikums entspreche, noch der Sache selbst angemessen sei. Man schaffe lieber Briefkästen," fährt Pistor fort, und hänge sie an Orten auf. wo sie unter Aufsicht einer Schiwwache stehen. Man benutze die ohnehin überflüssig besoldeten Briefträger dazu, sie dreimal des Tages nach dem PostHause zu tragen und zu wechseln. Man versehe sie mit gedruckten Notizen, welche Briefe nicht unfrankirt 'bestellt werden können, und die Anstalt wird dem Bedürfnisse des Publikums entsprechen und kaum 500 Thaler kosten. Für Personen, die erst durch die Postoffizianten belehrt werden sollen, wie sie eine Adresse machen müssen, ist diese Anstalt nicht und braucht es auch nicht zu sein, da diese nach dem gewöhnlichen Sprichwort, was sie nicht im Kopfe, in den Beinen baden müssen." Erst 50 Jahre später (1851) kam es zur Verwirklichung der Pistor'schen Idee. Bis dahin beschränkte man sich auf die in verschiedenen Stadttbeilen von Privatpersonen, meist Inhabern von Kramläden, verwalteten Brieffammlungen, deren Abholung täglich fünfmal erfolgte. Die Zahl solcher Sammelstellen war im Jahre 1849 auf 70 qestiegen. An ihre Stelle traten im Jahre 1851 in Berlin 127 direkt von der Post an Häusern oder Mauern angebrachte gußeiserne Briefkasten und wieder 50 Jahre später gab es 1350 solcher Kästen. Reflerion. Beamter: Ich hab' wirklich Pech! Diese Woche hat mich der Bureauchef schon bei allem, nur nicht beim Arbeiten erwischt!"
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