Indiana Tribüne, Volume 30, Number 32, Indianapolis, Marion County, 29 September 1906 — Page 3

Jndlan Tibüne, SS. September 1906

FREI

Ei Packet Mann-Medizi für einen Dollar frei. Em Bollpacket für einen Dollar der Mann-Medizin ift frei zu beziehen, wenn man nachfragt und die Adresle angiebt. Tiefe Vinn'Mediiin giebt Ihnen nochmals den Sprudel jugendlichen Glücks Ken Pul? und das Zittern vdnfiichen Wodlbehagen: sie macht den Mann männergleich. manneskräftig und mannesstark. Die Mann-Medizin wird thun, wai man von ihr erwartet. Mann Medizin kuritt frühzeitigen Verfall, verstimmte Mannbarkeit, Nervenschwäche, Funktionsstörung. Abnahme der Lebenskraft, Krastlostgkeit, Verluste der Geschlechtskrast, Gehirn ermattuig, Ruckenschmerzen, Zerrüttung, Nierenleiden und Nervosität. Man kann die Kur zu Hause vornehmen. Wir verlangen keine Bezahlung irgend welcher Arr keine Quittungen keine Versprechungen. Tas Einzige, was wir verlangen, daß man nicht die Mann Medizin aus vurer Neugier fordert. Wir wünschen, da man die Medizin m billiger Weise erprobt und man wieder zu seiner früheren starken Natur gelangt. Tieses gratis verschickte Vollpackec ist der Beweis, was die Mann Medizin zu thun vermag. Wir schicken es im einsacken Papierumschlag,verschlosien verpackt franko abgeliefert. Nur der Name und die Adresse ift noldmendia. Interstate Remedy Co., 1284 Luck uilding, Tetroit. Mich. LEO LANDO, 142 R. Pennsylvania Str. Hauptquartier für rille Opernglaser WT Brillen werden nach den besten Relboden den Auzen angepaßt. Künrrliche Augen werden schmerzlos ein eie,t. W F. J. Hack & Co. Sans- und Schilder-Maler. Sd?eorattoS' nndZ JreSeo Molerei Scenerie uöftaffirung. ...26 Kcntucky Avenne... Neues Televbon 172. Crcursion Cincinnati $ und zurück Sonntag, 30. September Der Spezialzug verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens ; Retourfahrt von Cincinnati 7 Uhr Abends. Zuge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! A Züge zwischen 1 1 Cincinnati. 19 Züge zwischen L Davton. Indianapolis und Indianapolis und 6 Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. 6 Züge zwischen Indianapolis und Decatur. Illinois. 4 Züge zwischen Indianapolis und Springsield, Illinois. Parlor Waggon an allen Tage, nd Schlaf maggon an allen Nacht -Zügen . Indianapolis Office'.: Union Bahnhof und 8 Nord Jllinoi St. R. P. lgeo, D. P. . k lfl In 48 Cinndm werden onarrhöa und Wnlflu& au ttn arm uraanf durch Canml-Mtdo amgchob, oh Undkqunalichknt. Prei 1.00. bfi oCfi TruaaisttN oder K . ox 081. mm Dort

U

m Im

M

Insurgenten,

Ungefähr 6,000 Manu stark, sollen auf Havaaa marfchiren.

Wiener Mänver-Gesangverein nach Berlin. Nennunddreißig vernrtheilt. Graf Lansa scheidet von Berlin. Kein Kolonialbahnban auf Privatesten. Welsen nicht beliebt. Soll Betonst bringen Drahtlose Telegraph im Kriege. Soll hT Ausland gehen.

Cuba. Insurgenten bedrohen die Hauptstadt. H a v a n a, 28. Sept. Wilde Gerüchte durchschwirren heute Abend die Stadt. Die Insurgenten. Armee, ungefähr 6, 000 Mann soll im Anmärsche auf H a v a n a sein, um fich derselben noch heute Nacht mit Gewalt zu bemächtigen, da allgemein angenommen wird, daß morgen früh schon amerikanische Soldaten die Stadt besetzt haben werden. Von den amerikanischen KriegSschif fen wird die Landung von Marinesol daten begonnen. Der cubanische Congreß wurde heute von Senator Dolz eröffnet; 14 Senatore und 46 Repräsentanten waren an wesend. Die an Präsident Palma gerichteten Resignationen der Kabinetts Mitglieder wurden verlesen, worauf Senator ZahaS antwortete, daß der Präsident Palma kein Recht habe, feine Minister zu entlassen, ohne neue zu er. nennen. Die Resignation des Vicepräfi. denten Mendez Capote wurde ohne Widerspruch angenommen, worauf das ReftgnationSschreiden deS Präsidenten Palma verlesen wurde. Mit einer Stimmenanzahl von 47 gegen 13 wurde beschlossen, den Präsidenten der kubanischen Republik zu ersuchen, seine Resignation zurückzuziehen. Geschlossen begaben fich die Freunde deS Präsidenten aus dem Sitzungssaals nach dem RegierunsgSpalaft und probirten ihr Bestes, Herrn Palma zu über, reden, daß er doch die Präsidentschaft behalten solle. Aber fest entschlossen, wies er tiefgerührt alle UeberredungS. künfte zurück und verlangte energisch die Annahme seiner Resignation. Deutschland. WienerMänner. Gesang, v.rein nachBerlin. B e r l i n, 28. Sept. Einem Wun. sche deS Kaisers Wilhelm Folge gebend, wird der Wiener Männer.Gefangver. ein zu Ende November nach der Reichs Hauptstadt kommen. ES werden meh re Konzerte veranstaltet werden, von denen fich weiteste Kreise einen außerge wöhnlichen Kunstgenuß versprechen. Neununddreißig verur theilt. BreSlau. 28. Sept. Der BreS lauer Krawall.Prozeß hat nach ein wöchigen Verhandlungen sein Ende er reicht. Von den achtundvierzig Perso nen, welche fich wegen der am Abend deS 19. April auf dem Strieauer Platze in BreSlau vorgekommenen Tu multe zu verantworten hatten, sind neununddreißig zu Geldstrafe oder Ge fängniß verurtheilt worden. Das Straf maß variirt zwischen fünf Mark Geld büße bis zu sechs Monaten Gefängniß. ES war ein ganzes Heer von Zeugen auf Antrag des StaatSanwalteö wie deS Vertheidigers geladen worden. Die Krawalle ereigneten fich zur Zeit des lang andauernden MetallarbeiterßreikS. Die Anklage lautete auf Gewerbevergehen, auf Beleidigung. Widerstand und Ungehorsam. Neunzig Anklagen waren vor Beginn dieses Prozesses nieder geschlagen worden. Leo Blech kommt nach der ReichShauptftadt. Wien, 23. Sept. Der Prager Di rigent Leo Blech wird, wie nunmehr feststeht, in den Verband der hiesigen königlichen Oper übergehen. Nachdem Blech im kgl. Opernhause mit Erfolg dirigirt hat. ift der auf fünf Jahre ab. geschlossene Kontrakt perfekt geworden. Direktor Angelo Neumann in Prag hatte schon Ende Juli seine Zuftim. mung gegeben. Kein Kolonialbahnbau auf Kosten vonPri v a t l e u t e n. Berlin, 28. Sept. Der schon frühe? von amtlicher Seite deöavouirten Angabe, daß der Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch.Südweftafrika, Obech v. Deimling. den Weiterb ai der

Eisenbahn Lüderitzbucht . Kubub bis Keetmanöhoop auf eigene Faust ange ordnet habe, waren neuerdings Mel düngen gefolgt, daß der Bahnbau auf Kosten von Privatleuten begonnen wor den sei. Aber auch diese Nachrichten erfahren heute ein offiziöses Dementi. Welfen nicht beliebt. Berlin, 28. Sept. In einem sehr scharf gehaltenen Artikel wendet fich die Kölnische Zeitung" gegen den Herzog von Cumberland. Das rhei Nische Blatt schreibt u. u. wörtlich:

.Das deutsche Nationalgefühl wird nur ourcv eine Lö una detrtedtat. welche die Welfen aus Deutschland fernhält. Wie die Welfen.Dynaftie bei Langensalza die Krone von Han nover verspielte, so ging sie durch ihre nachfolgende Politik deS Rechtes auf Braunschweig verluftig." Soll Beweise bringen. H a n o v e r, 23. Sept. Der wel fische Reichstagsabgeordnete Freiherr v. Hodenbera. welcher anläßlich der kürzlichen Feier des Geburtstags deS Herzogs von Cumberland in Hannover den Vorwurf gegen die Poftverwal tung erhob, daß sie fich der Verletzung deS Briefgeheimnisses schuldig gemacht habe, wird Gelegenheit erhalten, für seine Behauptung vor Gericht Beweise zu erbringen. Die Poftverwaltung läßt eS bei ihrem bereits gemeldeten entschiedenen Dementi nicht bewenden. sondern hat prompt Strafantrag gegen den Welfenführer gestellt. General F r h r. v. E g l o f f stein reicht Abschied ein. Köln, 23. Sept. Der Gouverneur von Köln, General d. Ins. Freiherr von und zu Egloffftein, hat seinen Ab. schied eingereicht. Er war im Mai 1903 zu diesem Posten ernannt worden. General Egloffftein steht im dreiund sechzigsten Lebensjahre. (Am 15. Sep tember 1867 war er als OffizierSaspi rant beim Infanterie Regiment No. 26 eingetreten. Im deutschfranzöft schen Kriege erwarb er fich daS Eiserne reuz zwetter Klane. iv4 wurde er unter Beförderung zum Oberft ttom mandeur deS JnfanterieRegimentS No. 50. 1397 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor und die Ernennung zum Kommandeur der 24. Infanterie Brigade, im Juli 1900 die Beförde rung zum Generalleutnant unter Er Nennung zum Kommandeur der 17. Bh. . - rwi tt Ä y-x , Vlvlnon. IM vm iyua wurde er General der Infanterie.) E ntmenschte Eltern. B e r l i n, 28. Sevt. Ein beftiali scheö Ehepaar ift soeben von der Polizei in'S Gefängniß übergeführt worden. ES handelt fich um den Tischler Roewer und seine Gattin, die ihr Kind auf die scheußlichste Weise mißhandelt haben. Sie hatten einen fünfjährigen Sohn, den fie mit Gummischläuchen schlugen. Nachts ans Bett fesselten und mit eis kaltem Wasser Übergossen. Dem Kinde gaben sie Salzheringe zu essen und dann trotz deS Jammers deS armen Knaben nichts zu trinken. Der Vater prügelte ihn mit einer Eifenftange so lange, bis der Tod den armen Jungen erlöste. Die Polizei, von Nachbarn auf den Fall aufmerksam gemacht, ver haftete Vater und Mutter. AlS fie ab geführt wurden, wäre eS beinahe zu einem Lynchgericht gekommen. Befuchtden Reichskanzler Berlin, 28. September. De Brauschweigische RegentschaftSrath ha fich nach Homburg v. d. Höhe begeben um dem dort zur Nachkur weilenden Reichskanzler Fürsten v. Bülow als Vorsitzendem des BundeSrathS die ge ftern einstimmig und ohne Debatte vom Landtag angenommene Resolution zu übermitteln. Der Landtag wünsch bekanntlich, anstatt der Erneuerung deS Provisoriums, die Wiederbesetzung deS herzoglichen Thrones und erwarte vom Kanzler die Einleitung der erfor derlichen Verhandlungen zwecks Ver ftändigung zwischen der preußischen Krone und dem Herzog von Eumber land.

Vernünftige Anficht.

Bebel verwirft Massenstreik. B e r l i n, 28. Sept. Der Partei onvent der Sozialdemokraten in Mannheim hatte heute großen Tag. Auf der Tagesordnung ftand die wich ige Frage des politischen Massen' ftreikeS, deren Erörterung in der Par eipresse bereits !zu erregten AuSeinan Versetzungen zwischen dem radikalen und dem gemäßigten Flügel Veranlas ung gegeben hat. In Anbetracht der großen Bedeutung der zur Verhand ung stehenden Angelegenheit war der Andrang zu der Sitzung kolossal. Als entschiedener Gegner des poli ischen Massenstreikes sprach fich Herr Bebel in der schärfsten Weise gegen die es Kampfmittel aus. Daß die deut che Regierung eine Einmischung in die nneren Affairen Rußlands beabsichtige, bezeichnete er als ein Ding der Unmög ichkeit, zugleich aber verwarf er den General'Steik als Gegenzug gegen eine olche Eventualität in den bestimmtesten Worten. Im weiteren Verlaus seiner Rede am Bedel auf die Ideen deS hoUän difchen Anarchisten NiewenhuiS. der den Massenstreik beim Ausbruch eines Krieges als Mittel zur Erzwingung des Friedens emvkoblen batte. xu brechen. Diesen Gedanken bezeichnete er als kindisch. Bei der gewaltigen Erregung, welche die großen Massen beim AuSbruch eines Krieges durch zucken würde, würden alle Gedanken des Volkes auf die Feindseligkeiten und deren Folgen, aber nickt auf einen Massenstreik gerichtet sein. Diesen in einem solchen Augenblick ,u vrokla miren. würde ebenso kopflos wie ver. antwortlich sein. DeS Ferneren verwarf Herr Bebel den Massenstreik als Kampfmittel zur Beseitigung deS rückständigen Wahl rechts in Preußen. Falls es wirklich zu einem solchen Massenstreik kommen ollte, dann wäre nur auf eine Bethei igung in Norddeutschland, aber nicht n Süddeutschland zu rechnen. Aber unter den obwaltenden Verhältnissen könnte in Preußen mit dem Massen streik kein Sieg errungen werden, doch u?ürde er dadurch nicht als eine mög liche Waffe der Zukunft ausgeschloffen. Herr Legten trat ebenfalls mit aller Entschiedenheit gegen den politischen Massenstreik in die Schranken. Er er klärte, daß schon die Anregung, dieses Kampfmittel zur Anwendung zu drin gen. die Schwäche der Stellung der Arbeiter verrathe. Graf Lanza scheidet von Berlin. Berlin. 28. Sept. Der Rücktritt des italienischen Botschafter am Berli ner Hofe, Grafen Carlo Lanza di BuSca, steht bevor. Graf Lanza hat den hiesigen Posten feit August deS Jahres 1892 bekleidet. (Er steht im siebzigsten Lebensjahre, hatte zuerst die militärische Laufbahn verfolgt und an den Kriegen theilgenommen, die Jta lien 1859 und 1866 gegen Oesterreich fübrte. ?kn dem ersten Feldzug in Erythräa 1837-83 führte er eine Bri gäbe.) Minen und Gegenminen. Berlin. 28. Sept. Unter den Setzern der Zeitungen und Buch Druckereien ift eine StreikBewegung im Gange. Achtundsiebzig Delegaten der BuchdruckerVerbände berathen gegen wartig über einen neuen Lohntariff. Ein allgemeiner Ausstand ift nicht auö geschlossen. Um gegen diesen besser gewappnet zu sein, haben die Druckerei befiß?r einen Schutzverband gegründet. Italien. MajordomuS kehrt zurück. Rom, 23. Sept. Msgr. BiSlett, päpstlicher MajordomuS, ift von seiner Reise nach Oesterreich, wo er im Auf trage PiuS deS Zehnten die Ehe einer Tochter deS Herzogs von Parma in Schwarzau am Steinfeld einsegnete, zurückgekehrt. In Wien wurde der Prälat vom Kaiser in Sonderaudienz empfangen und zur Familientafel ge zogen. Seeleute beim Papste. Rom, 23. Sept. Der Papst empfing heute 50 amerikanische See leute der zur Zeit in Neapel ankernden Kriegsschiffe. Der hl. Vater hielt den Leuten eine kurze, von Monfignor Kennedy übersetzte Ansprache, in wel cher er dieselben ermähnte, ihrer Reli gion und ihrem Lande treu zu sein; treu zu sein in der Ausübung ihrer Pflicht und gehorsam gegen ihre Vor gesetzten. Zum Schlüsse gab er den Seeleuten den apostolischen Segen und ließ ihnen

je eine Erinnerungsmedaille überweisen

Frankreich. Das Veto des Papstes absolut. Paris, 28. September. Der Gaulois bringt heute den Inhalt einer zwischen dem Romcorrespondenten der Zeitung und dem Papste gehabten Unterredung, in welcher daS Gesetz der Trennung zwischen Staat und Kirche besprochen wurde. Der Papst sagte, daß nicht er das Gesetz verwerfe, sondern Christus, dessen Vertreter der Papst ift. Der Heiland gab der Kirche eine Conftitution und eine Lehre, gegen welche menschliche Ge setze nicht bestehen können. DaS Tren

nungSgesetz ift gegen die katholische Lehre und widerspricht göttlicher Ent scheidung. ES ift ungerecht und euS diesem Grunde hat Niemand die Ver pfltchtung, demselben zu gehorchen. Der Papft erklärte ferner, daß seine Resolution im Gehorsam deS göttlichen Willens gefaßt wurde. Sein Veto, meinte er, sei absolut, so lange die französische Kammer sich weigert, das Gesetz in Uebereinftim mung mit dem katholischen Dogma zu modifiziren. Falls die Gesetzgeber in gutem Glau. den einen Fehler begingen und solches eingeftehen, werden fie nirgend einen versöhnlicheren Geift finden, als in Rom; suchen fie aber absichtlich Streit, dann werden fie dem durch die höchsten Mächte begeisterten Vertreter Christi gegenüberstehen. Belgien. Drahtlose Telgraphie im Krieg. Gent, 28. Sept. In der kürzlich abgehaltenen Schlußsitzung des Jnfti utS für Völkerrecht wurden wichtige Bestimmungen betreffs drahtloser Tele graphie in Kriegszeiten angenommen. Nach diesen Bestimmungen steht eS Krieg führenden Nationen zu, die Be örderung drahtloser Depeschen durch eine neutrale Macht auf hoher See zu unterbrechen, wenn die Leitung das Operationsgebiet berührt. Alle Per. onen, welche drahtlose Depeschen von Krieg führenden Nationen erhalten oder fie für diese befördern, find nicht als Spione, sondern als gewöhnliche Kriegsgefangene zu betrachten und demgemäß zu behandeln. Rußland. Soll in'S Ausland gehen. St. Petersburg, 28. Sept. Der Gesundheitszustand des alten ruf fischen Erzreaktionärs Geheimrath tt. P. Podjedonoßzew, des früheren Ober. Prokurators des heil. Synod, der von jeher als des Zaren böser Geift und der Dämon deS ganzen russischen Reiches gnlt, hat fich in letzter Zeit derart ver schlimmert, daß die ihn behandelnden Aerzte ernfte Befürchtungen hegen. Obschon der alte Reaktionär an keiner spezifischen Krankheit leidet, haben fich doch Appetit, und Schlaflosigkeit bei ihm eingestellt, die ihm das Leben zur Qual machen. Die Aerzte haben ihm jetzt eine Erholungsreise in'S Ausland vorgeschlagen. Oefterreich'Ungarn. Britische Parlamentarier werden auch Wien besuchen. Budapest, 28. Sept. Die seit mehreren Tagen hier weilenden Mit glieder deS Londoner Eighty Club" werden auch Wien einen Besuch abftat ten. Obschon daS ursprünglich nich in ihren Reiseplan eingeschlossen war, erfolgt die Visite, um Mißdeutungen zu vermeiden. Da die britischen Gäste von den Mitgliedern der Unabhängig keitS.Partei in Budapest in der auffäl ligften Weise bevorzugt worden find und in den Reden der ungarischen Gaft geber auf eine Verbrüderung der eng lischen Liberalen mit den Kossuthianern der Hauptton gelegt ift, so soll der Be such in Wien gewissermaßen ein Kor rektiv dieser überschwenglichen Auffas. sung bilden. Angeblicher Mordanschlag auf den Erzherzog Thronfolger. Budapest, 28. Sept. Abermals ift von einem Mordanschlag auf den Erzherzog Thronfolger Franz Ferdi nand die Rede, dessen Ausführung glücklicherweise vereitelt wurde. Nahe der Station Rakitovitsch wurden vor der Durchfahrt des Erzherzogs auf dem Bahnkörper Dynamitpatronen entdeckt. Mehrere Italiener find unter dem Ver dacht, die Patronen dorthin gelegt zu haben, in Haft genommen worden.

Allerlei kleine Depesche.

27. September. In China find bis jetzt $80.000 für die'Nothletdenden in Hongkong ge sammelt worden. Col. I. L. Luck vom Ingenieur. Corps der Vereinigten Staaten beging in SandyZHook. N. I.. Selbstmord. Kaiser Franz Joseph hat die zum Tode verurtheilte Mörderin Friederike Zeller zu 20jührigem Kerker begnadigt. In Milwaukee wurde John I. Hanrahan als Großmeister der Brüder, schaft der Lokomotivheizer wieder ge. wählt. Coyrtza. der griechische Metropolit der Stadt Monasiir in der europaischen Türkei, wurde von einer Bande Vla. choö ermordet. Nach dem Ausweise deS Schatz amteS belauft fich deverfügdare Baar. vorrath, abgesehen von der 150.000,000 Dollars betragenden Goldreserve, auf S215.310.467. wovon S118.190.051 Gold ift. DaS Juftizamt entschied. daS Fleischbeschau.Gesetz habe keine Anwen dung auf Fleischprodukte, die nach den Vereinigten Staaten gesandt werden, entgegen einer Entscheidung des Acker baU'DepartementS. Bon der International Salt Co. wurden die Preise für die verschiedenen Sorten von Salz um 60 Cents die Tonne erhöht. In einer in New York abgehalte nen Versammlung der Central Passen ger Association wurde beschlossen, die Fahrpreise in allen solchen Staaten. wo die Staatögesetzgebungen noch keine Reduction verfügt haben, auf 2 Cents pro Meile festzusetzen. Am nächsten Montag werden die Eisenbahnen deS Landes $28,816,85, die JnduftrieConcerne $25,217,420 und die Straßenbahn Gesellschaften ungefähr S6.000.000 an Dividenden ausbezahlen; macht im Ganzen über sechzig Millionen Dollars. Schiffsnachrichte. Oueenstown: Cedric" von New York. Southampton: Kaiserin Auguste Vic toria" nach New York. Bremen: Wittekind" von Baltimore. Rotterdam: Nieuw Amsterdam" von New York. New York: Sofia Hohenberg" von Trieft; Bordeaux- nach Havre. Seit Jahren sind auf der New Avrker Einwanderunasinsel überaß Plakate qtbai, wonach Beamte und Angestellte, die sich der rohen Behandlung von Einwanderern schuldig machen, aus dem Dienst entlassen werden. Lange Zeit war keine Klage über schlechte Behandlung von EinWanderern durch Angestellte eingelaufen. Kürzlich beschwerte fich die auf Ellis Island ausgeschlossene Baronesse Ramildo. daß ihr Kind von ei ner Nachtmatrone mißhandelt worden sei, und eine Untersuchung wurde ein geleitet. Die Angeklagte bekannte sich schuldig und wurde bis zum Einrnffen der Entscheidung von Washington vom Dienst suspendirt. Von Washington traf jetzt die überraschende. Entscheidung ein, die Matrone sei wieder in ihr Amt einzusetzen. Der , stellvertretende Commissär Murray 1 auf der Insel gab ine Thatsache zu, daß gegen die Matrone eine Disziplinar - Untersuchung stattgefunden habe und sie auf Anordnung des Handels - Departements in Washinäwn von ihm wieder um Dienst angestellt worden sei. D Entscheidung hat umsomehr Aufsehen erregt, als dieselbe Person vor Kurzem in eine an dere Sache verwickelt war, die ebenfalls Anlaß zu einer Untersuchung gegeben hat. m i HnntStaaegedanren. .Mir macht die Hitz' nir; im Ge gentheil: Ich habb' noch nie so viele Pilsner" trunken, wie in dun Sommer!" In Berlin gibt eS jetzt übn 6000 Tazameter-Droschken. In C,nPantinopel befindet K) in jedem Straßenblock ein Trink.Ml.fer Hunde.