Indiana Tribüne, Volume 30, Number 30, Indianapolis, Marion County, 27 September 1906 — Page 7

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Der ?!ch ! : der liöscn That Z 4. Ein Vornan aus der groften Wrlt von . 5 Gregor Semarow i (Fortsetzung.) Jetzt aber lassen Sie uns gehen ich höre die Anderen wieder kommen und niemand soll sehen, daß wir hier so ernste Gespräche geführt.Und daß wir einen Freundschaftsbund für's Leben geschlossen haben." rief er, ihre Hand küssend. Sie nahm seinen Arm. und beide gingen schnell in der Richtung nach dem Schlosse hin.

7. K a p i t t I. ie Gesellschaft in Steinkirchen wurde immer belebter, immer mehr kamen die ringsum angesessenen Familien zum Sommeraufenthalt nach ihren Gütern und zahlreiche Bekannte des Hauses erschienen, den wie immer in weite Kreise ausgedehnten Einladungen entspre chend. zu kürzerem oder längerem Besuch, so daß fast immer die zahlreichen Fremdenzimmer des gastfreien Schlosses Gewohnt waren. Tie Gesellschaft wurde dadurch viel freier in ihrer Bewegung und konzentrirte sich nicht mehr auf einen bestimmten Mittelpunkt. Es bildeten sich einzelne Gruppen, welche hier oder dorthin Ausflüge zu Fuß oder zu Pferde machten. Graf Hakenstein selbst besuchte die weitab liegenden Wirthschaftshöfe und Berg- und Hüttenwerke seiner Herrschaft und blieb oft einige Tage aus. Tie Herren gingen auf die Pürsch. auf die Fuchsjagd oder spielten an schattigen Gartenplätzen einen Robber Whist. Die Croquetplätze waren fast immer besetzt und nur bei dem Diner fand sich die ganze Gesellschaft zusammen, um sich dann bald wieder in kleinere Partien zu theilen, bis am Abend die Tbeestunde alles wieder auf der Veranda vor dem Schlosse oder in dem großen Gartensalon zusammenführte. Graf Rothenfels war abgereist und hatte seine Tochter auf deren Bitte ganz in Steinkchen zurückgelassen. Der Leutnant von Braunau hatte freudig der Einladung seines Freundes E schiel Folge geleistet, und er und Jda waren glücklich über das Wiedersehen und den zwanglosen Verkehr, der sich ihnen hier nach so langer Entbehrung bot. Auch den jungen Grafen Rheineck hatte Ezechiel eingeladen, und derselbe war dieser Einladung ebenso eifrig wie Braunau gefolgt. Er war kaum fünfundzwanzig Jahre alt. groß und schön gewachsen und sein noch ganz jugendliches Gesicht mit großen dunklen Äugen hatte einen sinnenden. zuweilen fast träumerischen Ausdruck. Trotz der sicheren Stellung in der vornehmen Welt als Erbe eines großen GLterbesitzes. war er bescheiden zurückhaltend und traute sich oft wemger zu. als er mit seinem lebendigen und reich gebildeten Geist vermochte. Klara schien ihm fast überlegen durch ihre Neigung zu feiner und geistdoller Ironie, und er blick zu ihr voll Bewunderung auf, aber dennoch fand sie in ihm, wenn sich irgend eine Veranlassung dazu bot, so viel edlen männlichen Muth und Willen, so viel klaren Blick und vorurtheilssreies Urtheil, daß sie trotz der kleinen Neckereien, welche ihr den Schein der Ueberlegenheit gaben, eine fast demüthige Hingebung für ihn empfand. Die beiden Paare, deren nähere BeZiehungen, trotz der sonst so scharfen Blicke der neugierigen und neidischen Welt, vor allen Anderen Geheimniß geblieben waren, fanden hier eine Zei: des lange entbehrten und lange ersehnt?n Glücks und fortwährende Gelegen heit. inmitten einer großen Gesellschaft dennoch allein zu sein. Unter einem der hatten sie kein Geheimniß, denn sie ha7ten sich durch Ezechiels Bermittelung r?re Sorgen und Hoffnungen und Pläne mitgetheilt und konnten sich, namentlich wenn keine anderen jungen Damen und Herren in Steinkirchen anwesend waren, frei unter einander unterhalten. Ezechiel wußte es ganz unauffällig zu arrangiren. daß sie gemeinschaftlicbc SvazingäVge und Ausflüge machten und dadurch oft Stunden lang von allen lästigen Lauschern fern blieben, und auch der alte Graf Hakenstein war mit solchen Arrangements durchaus zufrieden, da er darin immer eine Aufmerksamkeit Ezechiels gegen Klara erblickte, und da die Beiden auch vor der ganzen Gesellschaft auf Verwandtschaftlich vertraulichem Fuß mit einander verkehrten. Balduin allein fühlte sich durch diee neue Gruppirung in der Gesellschaft von Steinkirchen peinlich berührt, er hatte für Klara, trotz der spöttischen Art und Weise, in der sie seine Aufmerksamkeit aufgenommen und jed? vertrauliche Annäherung zurückgewiesen, eine immer wachsende Neigung geWonnen, welche ihn seine knabenhafte Bewunderung für die Tochter des Waldhüters vergessen ließ und sich durch die Hindernisse, welche sich jetzt dem Verkehr mit seiner Kousine entgegenstellten, fast zu leidenschaftlichem Feuer entzündete. Er hatte an die Möglichkeit einer Neigung Ezechiels für Klara nicht geglaubt, da er durch scharfe Beobachtung seines Bruders Herz in anderer Richtung für gefesselt

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hielt und dessen romantisch selbstständigen Sinn kannte. Er wute, daß sein Vater ebenso wie Graf Otto eine Verbindung der beiden Linien dringend wünschten, er hatte Ezechiels Widerstand vorausgesetzt, und dann war ja für ihn der We. geöffnet, um den Wunsch seines Vaters zu erfüllen und durch Klara, die Erbin der zweiten Linie, eine glänzende Partie zu machen. Dabei blieb ihm dann noch die Aussiebt, daß Ezechiel sich mit seinem Vater, der ebenfalls starr auf seinem Willen zu bestehen pflegte, überwerfen, und in seinem stolzen Sinn auf die Majoratsnachfolge verzichten werde, und er hatte sich auch zu einem versteckten Spiel in dieser Richtung die Fäden zurechtgelegt. Alle diese Aufsichten sckienen nun plötzlich zusammenzufallen, denn wenn Ezechiel. dem Willen seines Vaters gemäß. Klara seine Hand reichte, so blieb für ihn leine Aussicht, jemals aus der ihm verhaßten und demüthigenden Stellung eines abhängigen jüngeren Sohnes herauszukommen. Er vermochte zwar noch immer nicht daran zu glauben, daß Ezechiel sich unter den Willen seines Vaters beugen möchte, aber es war doch möglich, daß Klaras Schönheit und der eigenthümliche Reiz, der sie umgab, auch auf ihn einen ernsten Eindruck machte, und fast mußte man dies nach den, wie es schien, immer inniger und vertraulicher sich gestaltenden Beziehungen zwischen den Beiden voraussetzen. Er sah nicht klar und brannte vor Begierde, zu wissen. waS in dem kleinen Kreise, der sich immer auf irgend eine Weise geschickt zu isoliren wußte, vorgehen möchte, und doch fand er kaum die Möglichkeit, seine Ncugier zu befriedigen. Braunau und Graf Rheineck hatten ihm persönlich stets fremd gestanden und zeigten auch jetzt keine Neigung zu einer Annäh'rung. so daß er trotz der liebenswürdigsten Artigkeit, die man ihm bewies, doch nicht, ohne aufdringlich zu erscheinen, sich jenen anschließen konnte. Wohl aber hatte er bemerkt, daß, wenn er zuweilen wie zufällig zu der um sei' nen Bruder vereinigten Gesellschaft herantrat, ein augenblickliches Stillschweigen entstand, dem dann eine gezwungene gleichgiltige Unterhaltung folgte, welche ihn deutlich erkennen ließ, daß seine Gegenwart peinlich berührte. Noch mehr aber wurde seine Neugier gereizt, als nach kurzer Zeit der Baron Bärenstcin mit seiner Gemahlin in SteinZirchen erschien und um die Erlaubniß bat, seinen Besuch auf einige Tage ausdehnen zu dürfen, da er einmal recht eigentlich das Wiedersehen mit seinem alten Freunde, dem Grafen Otto, genießen wolle. Die Begegnung zwischen Mathilde und Ezechiel. welche Klara wieder scharf beobachtete, war diesmal völlig anders als sie bei dem ersten Wiedersehen gewesen. Mathilde schien zwar einen Augenblick verwirrt und erröthete, als sie Ezechiel zum Gruß ihre Hand reichte, aber ihr Blick war warm und hell und ein glückliches Lächeln lag auf ihren Lippen. Klara kam ihr mit besonderer Herz-, lichkeit entgegen und begleitete sie auf ihr Zimmer, um ihr bei dem Arrangement ihrer Toilette behilflich zu sein. Lange blieben die Beiden aus. und als sie endlich kurz vor dem Diner wieder zu? Gesellschaft zurückkehrten, schienen beide bewegt und Mathildcns Hand ruhte auf Klaras Arm. Ezechiel trat ihnen mit unruhig sorschendem Blick entgegen. Klara wendete sich unter einem glcichgiltigen t spräch etwas seitwärts und sagte, als sie sich in einiger Entfernung von der übrigen in dem Blumengarten vor dem Schlosse gruppirten Gesellschaft lcfanden: Wir sind Freundinnen geworden u.id haben kein Geheimniß vor einan der." Und ich bin glücklich. Graf Ezechiel." sagte Mathilde erröthend. für das kostbare Geschenk, daö Sie mir in der Freundschaft Ihrer Kousine macht. O. es ist schwer, so unendlich schwer, ein Geheimniß allein zu tragen, das sich in der Einsamkeit zu finsteren, wetterschweren Wollen gestaltet, während es sich lichtet und dem Sonnenstrahl der Hoffnung Raum gibt, wenn man es mit einem befreundeten Herzen theilt, das uns verständnisvolle Theilnahme entgegenbringt und M'th gibt. die bangen Zweifel zu überwinde." Ich wußte es ja," sagte Ezechie' freudig, und werde meiner Kousine K".ara niemals genug danken können für die Wohlthat, die sie uns erwiesen. Wenn ich aus Ihren Augen. Maihilde, die Hoffnung leuchten sehe, dann habe ich Muth für alle Kämpfe, so schwer sie sein mögen und Zuversicht für den endlichen Sieg." Nun," sagte Klara lackend, meine Wohlthat ist wool nicht ganz uneigcnnützig ich muß ja wohl drifür sorgen, meinen Vetter auf Wege zu fübren. welch: die meiniacn nicht durchkreuzen danken Sie Gott, daß ich an den Plänen unserer Väter keinen Antheil habe und daß nicht die Eifersucht sich zwischen mich und Mathilde stellt ich fühle etwas von spanischer Romantik in mir und würd? vielleicht eine gefährliche Nebenbuhlerin sein. Doch nun überlassen wir die Sorgen der Zukunft zwei Frauen mit liebendem Herzen und ein Mann mit trotzigem Muth bilden ein Bündniß, das nicht zu unterschätzen ist." Sie nahm Mathildens Arm und wendete sich wieder dem Schlosse zu, unter dessen Portal eine helle Glocke

der Gesellschaft verkündete, daß das Diner servirt sei. Alle drei plauderten so heiter mit einander, daß niemand hätte vermuthen können, wie ernst der Inhalt ihres kurzen Gesprächs gewesen war. Nur Balduin. der sich mit einigen Herren unterhielt, betrachtete sie mit finster forschendem Blick. Er suchte vergebens den Schlüssel zu der äugenscheinlich so vertraulichen Herzlichkeit, welche zwischen den Dreien sich gebildet hatte. Die Gesellschaft, welche sich in dem Speisesaal versammelte, war heute zahlreicher als sonst, und die heiterste Stimmung belebte sie immer mehr. Der alte Graf Hakenstein blickte in der vortrefflichsten Laune zu Klara und Ezechie! hinüber. Graf Rheineck hatte seinen Platz neben Lara, welche mit ihrer Beschütze, rin zur Tafel erschienen war, und war von der Natürlichkeit und der Eigen -art des oft in seltsamen Gedanken sprudelnden Geistes der jungen Gesellschaftsdame entzückt. Auch Frau von Bärenfels. welch neben dem Grafen Otto saß. unterhielt sich lebhafter als sonst, lvenn sie auch zuweilen leicht zusammenschauerte bei den warmen Worten, mit welchen der ernste, so offen und treu blickend.' Mann von seiner Freundscheift fi ihrem Gemahl sprach. Als man sich von der Tafel erhob und die Gesellschaft sich auf der Terrasse vertheilte, wo der Kaffee servirt wurde, trat Lara schnell zu Ezechiel heran und sagte in hastigem Ton: Sie sind mir nicht besonders freundlich gesinnt, Herr Graf " Sie irren, mein Fräulein," sagte Ezechiel, erstaunt über diese plötzliche Anrede, ich freue mich von Herzen über den guten Einfluß, den Sie auf meine Tante ausüben, und noch wenig Gelegenheit, Ihnen .. er zu treten." Ich weiß es." unterbrach ihn Lara. Sie sehen in mir ein phantastisches Wesen, vielleicht gar eine Betrügerin ich habe das wohl in Ihren Blicken bemerkt, als ich damals im Walde gedrängt wurde, den Damen zu weissagen, und doch kann ich eine Warnung nicht zurückhalten, die sich mir auf die Lippen drängt, wenn ich Sie ansehe." Ich gebe nicht viel auf die geheinicn Künste," erwiderte Ezechiel mit leichter Ironie, und Sie haben ja die Linien meiner Hand noch nicht gesehen." Tie Linien der Hand sind es nicht, welche mir zuweilen einen Blick in die Zukunft öffnen, es ist ein wunderbarer. unbeschreibliches Gefühl, vielleicht eine unglückselige Gabe der Natur, die mich oft beim Anblick eines Menschen ergreift und mich erwärmt oder erkältet, wie ein Sonnenstrahl oder eine herauf ziehende Wetterwolke, und ein solches Gefühl, wie der kalte Wind, der einem Wetter vorangeht, durchrieselt mich bei Ihrem Anblick. Das Unglück kommt, ohne daß wir es sehen, aber man kann es abwenden oder ihm ausweichen, wenn man gewarnt wird und auf seiner Hut ist. Ich muß Ihnen sagen, daß auch Ihnen ein Unglück sich naht ein böser feindlicher Geist umschleicht Sie. Seien Sie vorsichtig und klug, und haben Sie ein Geheimniß, da? die Welt scheut, so begraben Sie eS in den tiefsten Tiefen Ihrer Brust. Ich muß Ihnen das sagen, weil ich in Ihrem Hause eine Heimath gefunden und Unheil von demselben abwenden möchte." Ich danke Ihnen." sagte Ezechiel fast i nicL'ig, aber ich kann nur wiederholen, daß ich an die prophetisch: Kunst keinen Glaube habe und daß iüj weder die Geister noch die feinouchen Menschen fürchte " Der Muth ist ein schönes Ding," erwiderte Lara, aber er bedarf avx der Waffen, und die besten Waffen sind Klugheit und Vorsicht. Nützt dem Löwen der Muth, wenn cr auf du Schlange tritt, die ihm mit ihrem S3is; das Blut vergiftet? Verachten Su eL nicht, wenn ich Ihnen sage: seien Sie vorsichtig und fürchten Sie die Schlangen, die sich auf Ihren Wegen ringeln!" Sie wendete sich, zusammenfahrend, wie von magnetischer Kraft bewegt, seitwärts. Balduin stand in einiger Entfernuns, allein. Er hatte mit düsteren Blicken die Beiden beobachtet und wendete sich nun schnell zu einer nahestehenden Gruppe von Herren. Lara zuckte wie schaudern) zusammen. Seien Sie vorsichtig, Herr Graf" sagte sie. oft rann auch der Duft einer schönen Blume, der uns Glück zu bringen scheint, tödtliches Gift in sich schlic. ßen!" Sie wendete sich schnell und eilte zui Gräfin Otto, die sich wie suchend nach ihr umzusehen schien. Sclisam." sagte Ezechiel. indem ti ihr finster nachblickte, ich fühle mich wirklich von jedem Aberglauben frei und doch berührt mich diese mysteriöse Warnung unheimlich. Vielleicht war es unvorsichtig, dieses Mädchen, in dessen Adern doch wohl Zigeunerblut fließen mag. in das Haus zu nehmen. Wie schwach ist doch der Mensch." sprach er lächelnd vor sich hin, bin ich doch aus dem Wege, mir durch eine thörichte und dazu unbestimmte und unverständliche Wahrsagung den , Muth verkümmern zu lassen. Vorsicht hat sie gesagt und das wenigstens ist Wahrheit diesem Rath will ich folgen." Er vermied es an diesem Abend, an welchem die Gesellschaft zusammen

blieb, sich Mathilde zu nähern und unterhielt sich an5eleg'ntlich urd verbindlich mit den dem Hause weniger nah?-stebend-n Saften, wi: es seine Pflich! als Sohn des Hauses erforderte. . Ms man ziemlich früh au-einande: gin. da alle etwas ermüdet von den Spaziergän?en und Ausflügen am Taqe waren, behielt Balduin noch lange seinen Kammerdiener bei stch und drückte demselben, als er ihn verließ, eine Anzahl Goldstücke in die Hand. Du weißt," sagte er. daß ich eifrige Dienste nach ihrem Werth belohne, zeige mir also Deine Gewandtheit und Ergebenheit, und es wird Dein Schaden nicht sein. Du hast mich doch verstanden?" Vollkommen," erwiderte der Diener Franz. sich tief verneigend, der Herr Graf können ganz sicher sein, daß ich Ihnen genaue Auskunft geben werde, ich bin es gewöhnt, den Geheimnissen nachzuforschen und um so eifriger werde ich dies thun, wenn es gilt, meinem so gnädigen Herrn dienstbar zu sein." Vergiß auch nicht," sagte Balduin. nachzuforschen, wie es mit dem Geschäft bei Herrn Ehrenfried steht auch das ist mir wichtig ich möchte nicht, daß durch eine Unvorsichtigkeit meines Bruders eine für unsern Namen peinliche Verwickelung entsteht." Franz nickte verständnißvoll und versicherte, daß der Graf auch über diese Angelegenheit genau unterrichtet werden solle. Er glitt hinaus und Balduin setzte sich an seinen Schreibtisch, um noch einige von seinem Vater ihm aufgetragene Korrespondenzen zu erledigen. In den nächsten Tagen war, da ein großer Theil der fremden Gäste sich verabschiedete, das Leben in Steinkirchen ruhiger und gleichmäßiger. Die junge Gesellschaft, welcher sich nun auch die Frau von Bärenstein angeschlossen hatte, setzte ihren gemeinsamen Verkehr fort, was um fo natürlicher war, da man auf keine Fremden mehr Rücksicht zu nehmen hatte. Sie machten gemeinschaftlich ihre Morgenpromenade im Park, während die älteren Damen noch in ihren Zimmern blieben und der alte Graf Hakenstein in seiner rastlosen Thätigkeit entweder in seinem Arbeitszimmer Rechnungen und Wirthschaftsberichte durchsah oder nach den Vorwerken hinausfuhr. Graf Otto und Baron Bärenstein gingen meist zur Pürsch hinaus, wobei der alte Bretislaw sie führte und mit außcrordentticher Sicherheit zu einem günstigen Schutz brachte. Wenn Ezechiel mit seinen Freunden und den Dameu den Park durchstrich, oder auch wenn sie zu Pferde einen Ausflug machten, so schien Ezechiel, so lange die Gesellschaft in der Nähe des Schlosses war und von den Fenstern aus gesehen werden konnte, sich vorzuasweise mit Klara zu beschäftigen, während Graf Rheineck und der Leutnant von Braunau die beiden anderen Damen führten. Sobald man aber in die entlegenen Alleen gekommen war. jo fanden sich die Paare nach dem Zuge ihrer Herzen zusammen und hielten sich in einiger Entfernung voneinander, die einem Begegnenden nicht auffallen konnte, ihnen aber doch die Möglichkeit gab, sich auch von den Freunden unap f)bxt zu sagen, was sie auf dem Herzen hatten. Frau von Bärenstein war vollständig verändert. Der feste Entschluß. den sie gefaßt, den Kampf um ihr Glück aufzunehmen, gab ihr eine ruhige Sicherheit, welche durch die Versicherung Klaras über die Leichtigkeit, mit der sich ihr Gemahl darein finden werde, ihr die Freiheit wiederzugeben, noch vermehrt wurde. Der ungestörte tägliche Verkehr mit dem Geliebten, vor dem sie bisher die Schranken der Welt und die eigene Scheu zurückgehalten, erfüllte sie mit einem Gefühl unaussprechlichen Glücks, wie sie's nie emPfunden und kaum jemals auch nur zu träumen gewagt hatte, so daß sie zuweilen fast ausgelassen heiter schien, und durch den Reiz der kindlich natürlichen Unbefangenheit, mit der sie ihre Liebe aussprach und durch tausende kleine Zeichen kund gab. erfüllte auch Ezechiel mit immer höherem Entzücken, so daß Beide oft die vor ihnen liegende Zukunft mit ihren Sorgen und Kämpfen vergaßen und nur dem Genuß des Glückes lebten, das ihnen der Augenblick bot. Sie hatten den Grafen Rheineck mit in das Geheimniß gezogen, da es ja Inders bei dessen Verhältniß zu Klara nicht möglich war, während sie die armen Kinder, wie sie Braunau und die Gräfin Jda nannten, nicht eben ihren eigenen Liebessorgen noch mit einem fremden Geheimniß belasten wollten, und diese Beiden waren auch so sehr mit sich selbst beschäftigt, daß sie wenig darauf achteten, was zwischen Ezechiel und der Frau von Bärenstein vorgehen möchte, die sie freilich auch zur Vertrauten ihrer eigenen Liebe gemacht hatten, da Ezechiel und Klara für ihre Verschwiegenheit bürgten. (Fortsetzung folgt.)

Ermordete Familie. In einer Vorstadt Odessas im russischen Gouvernement Cherson wurde die aus fünf Köpfen bestehende Familie eines Getreidehändlers ermordet, und 10.000 Rubel (55150). sowie mehrere Werthsachen wurden geraubt. Der Mörder, ein entlaufener Sträfling, wurde verhaftet.

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