Indiana Tribüne, Volume 30, Number 30, Indianapolis, Marion County, 27 September 1906 — Page 6

WM ! . Jndtana Ttibüne, 27. September 1906

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EmMche Nachrichten. Mitteldeutsche Staate. Braunschweig. Prof. Dr. Reinhold Müller. .Lehr für darstellende Geometrie, ist zum Rektor der herzoglichen technischen Hochschule gewählt und die Wahl vom Regenten Prinzen Albrecht bestätigt worden. Die Amtsperiode währt vom 1. Aug. 1906 bis zum 31. Juli 1908. Flothe. In einem Seitengebäude des Klemm'schen Gasthofes brach Feuer aus, das dieses Nebengebäude in Asche legte. Außerdem ging das Gut von Wilh. Pichel in Flammen auf und das Kleinhaus von H. Flemming. Ferner wurde noch ein Nachbargebäude unwesentlich beschädigt. Gera. Dem Mber Friedrich Wilhelm Feustel bei der Firma Morand & Co. wurde die Fürstl. Reutz j. L. Arbeiter-Verdienstmedaille verliehen und überreicht. Grotzbreiienbach. Vom Blitz erschlagen wurde bei Neustadt-Giliers-dorf der 13jährige Sohn des Porzellanmalers Ernst Lah von hier. Der Knabe war mit bei der Heuernte beschäftigt und hatte bei dem beginnenden Gewitterregen Schutz unter einer Tanne gesucht. Lotschen. Infolge Blitzschlags ist das Anwesen des Gutsbesitzers Reinhold Schnorr vollständig eingeäschert worden. Das gesammte Mobiliar, die Futtervorräthe und einige

Schweine sind mit verbrannt. Süpplingenburg. Der bei dem Landwirth Eggeling bedienstete Schäfer Schomburg und dessen Hund sind, als beide vor einem Gewitter unter einem Baume am nahen Waldrande Schutz suchten, vom Blitz getödtet worden. Triebes. Sein 25jähriges Jubiläum als Trichinenbeschauer feierte der Barbier Karl Pleßner. Wolfenbüttel. Ober-Postassi-stent Burgorf Hierselbst konnte auf eine 25jährige Dienstzeit bei der kaiserlichen Post zurückblicken. Die Beamten des Postamts veranstalteten zu Ehren des Jubilars eine kleine Festlichkeit. Weimar. Der Vorsitzende des grohherzoglichen Kirchenraths, Geheimer Kirchenrath D. Foertsch, ist im Hause seines Sohnes, des Superintendenten W. Foertsch in Ostheim im Rhöngebirge, nach nur siebentägigem Krankenlager im 67. Lebensjähre gestorben. Wetterburg. Der Tagelöhner Eckhardt sprang in die Twiste und ertrank. Das Motiv des Selbstmordes soll in Nothlage zu suchen sein. Kachle. Dresden. Die sächsische Kammervirtuosin Doris Böhme, eine vortreffliche Pianistin, ist hier gestorben. Die Künstlerin, die zuerst in den fünfziger Jahren des vorigen JahrHunderts als Wunderkind in einem Concert von Wilhelmine SchröderDevrient auftrat, wirkte ausschließlich in ihrer Vaterstadt Dresden und war namentlich als Jnterpretin klassischer Kammermusik und als Lehrerin hoch geschätzt. Blase witz. FabrikdirektorReinhold erhielt das Ritterkreuz zweiter Klasse vom Albrechtsorden. Der Landschaftsmaler Carl Herrn ist hier im 72. Lebensjahre gestorben. C h e m n i tz. Auf der Landstraße unweit Oberwiesa ist der 36 Jahre alte, aus Deuben gebürtige Böttcher Hermann Ott Herscher von einem Automobil, welches von dem Besitzer, einem auswärtigen Färbereibesitzer, geleitet wurde, überfahren und schwer verletzt worden. Der Verunglückte ist mit demselben Automobil sogleich in das hiesige Stadtkrankenhaus gebracht worden und erlag dort den erlittenen schweren inneren Verletzungen. F r a n k e n b e r g. Feuer zerstörte hier in der Altenhainstraße die s?cheunen der Besitzer Heyd, Neubert, Schwenke und Thomas. Es wird Brandstiftung vermuthet. Ionsdorf. Im Bette todt aufgefunden wurde die ledige Anna Kahlert. Sie wurde öfters von Krämpfen befallen und dürfte bei einem solchen Anfalle den Tod gefunden haben. K a m e n z. Das vierjährige Töchterchen des Arbeiters Gierth fiel in ein Goldfischbassin und ertrank. M a n n s ch a tz. Wilhelm Becker und Frau feierten ihre goldene Hochzeit. Niederspaar. Beim Baden ertrank hier der im 12. Jahre stehende Sohn des Steingutfabrikarbeiters Scharschmidt in Oberspaar. P lauen i. V. In der Tischlerstrafte ereignete sich ein schrecklicher Unglücksfall. Die junge Gattin des dort No. 39 in zweiter Etage wohnenden Rathsakwars Roch war mit dem Reinigen der Stubenfenster beschäftigt. Dabei mag die Frau sich sich zu weit hinausgewagt haben und ausgeglitten sein. Sie stürzte plötzlich, einen markerschütternden Schrei ausstoßend, mit voller Wucht auf das Straßenpflaster und blieb mit zerschmetterten Gliedern bewußtlos liegen. Die bedauernswerthe Frau wurde in das Krankenhaus gebracht, wo sie nach kurzer Zeit starb. S ch e p n i tz. Im Magerschen Stewbruche in Bulleritz badete der 20 Jahre alte Glasmacher Dietze von hier in einer Wasserstelle und ertrank. r i i r i b Das hochbetaate

Kühnesche Ehepaar, das vor einiger Zeit die goldene Hochzeit gefeiert hat, wurde vom Könige mit einem Gnadengeschenk von 90 Mark bedacht. Kessen-Sa?rnlradt. D a r m st a d t. Kürzlich feierte

Siegfried Mainzer. Prokurist im Hau h Gebr. Trier, sein 25iährigesDienst jubiläum. Zur Fe'er des Tages hatten sich Chef und Angestellte in den mit Pflanzen und Blumen festlich betörn ten Bureau - Räumen vereinigt und übergab Adolf Trier unter Worten der Anerkennung Mainzer em nam battes Geldaeschenk. Auch das Perso nal liefe es sich nicht nehmen, seinem verehrten Mitarbeiter die herzlichsten Glückwünsche auszudrucken Auf eine 25jährige Thätigkeit im Hau,e Gluckert konnte Herr Rudolf Lyncker zurückblicken. Giessen. Kürzlich waren es 30 Jahre, seit die Firma Emil Roth hier auf den jetzigen Inhaber. Otto Rotb. übergegangen und durch dessen rühriges und geschicktes Wirken zu einer bedeutenden Ausdehnung ihres Verlags gelangt ist. Grofe-Bieberau. Kellermei ster Heinrich Keil hier feierte sein 25jähriges Jubiläum bei der Firma Gebrüder Wiener in Darmstadt. Wayern. München. Der 32 Jahre alte Hopfenhändler Hugo Utschig ausSaaz in Böhmen hat sich hier von einem Eisenbahnzuge überfahren lassen. Er sprang direkt vor die Lokomotive. Bei der Leiche fand sich eine Teilnehmer karte zum 15. deutschen Bundesscbießen und ein Postaufgabeschein über einen an seine Familie nach Saaz abgesandten Betrag von 20,000 Mark, ferner eine Hundertmarknote und ein Brief an den Hotelier Wolf vom Metropole" hierselbst. In diesem Brief gab Utschig an, ein tragisches Geschick zwinge ihn, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Das bei ihm vorgefundene Geld möge zu ferner schlichten Beerdigung hier verwendet werden. B a m b e r g. In einer hiesigen Brauerei machte der Tünchermeister Franz Steigner dem übel beleumdeten ui d bereits wiederholt vorbestraften Schuhmacher Florian Hüllmantel, Vater von vier unmündigen Kindern, Vorhaltungen, daß er seine Frau schlecht behandle. Darüber entspann sich ein kurzer Wortwechsel, demSteigner ausweichen wollte, indem er nach Hause ging. Hüllmantel, der inzmischen seine Frau herbeigeholt hatte, verfolgte Steigner und versetzte ihm ohne weiteres zwei Stiche, einen in den reckten Oberarm, den anderen in die Bauchgegend. Die letzte Verletzung war so schwer, daß Steigner daran starb. Hüllmantel wurde verhaftet. Marquartstein. Der kürzlich verschiedene General De Ahna wurde am 1. April 1830 geboren als Sohn eines Rittmeisters zu München. N e u s o r g. Der bei den Obstbauschulen von C. M. Kempf Hierselbst engagirte Gärtnermeister Franz Steinert wurde kürzlich von seiner Hausfrau in seinem Blute liegend todt auffunden. Er hatte sich die Halsschlagader und die Pulsader an einem Arm durchschnitten. Steinert verübte die That offensichtlich in einem Anfall von Trübsinn. Nürnberg. Der 17 Jahre alte Kunstschüler Karl Birkmann reiste kürzlich nach Wunsiedel und erschoß sich dort in einer Allee. DasMotiv zur That ist Kränkung darüber, daß es ihm aus pekuniären Gründen unmöglich schien, einjährig zu dienen. Hier verübte Birkmann die That nicht, weil er im Fichtelgebirge begraben werden wollte. Ober st dorf. Der Bergführer Weidenauer von hier fand beim Abstieg vom hohen Jser den um Hilfe rufenden Touristen Dr. Hoefer aus Coburg, der etwa 12 Meter hoch abgestürzt war und schwere innere Derletzungen erlitten hatte. S t o ck d o r f. Das bei der Pianistin Sophie Menter hierselbst zu Besuch weilende Fräulein Heine ist auf eine sehr merkwürdige Weise verunglückt. Sie wollte mit einem Vorortszug nach München fahren. Ihr aufgespannter Regenschirm wurde von dem zweiten Wagen des Zuges erfaßt. Sie wollte den Schirm nicht loslassen, lief einige Schritte neben dem Zuge her, glitt aus und gerieth unter die Räder. Sie erlitt schwere Verletzungen am Unterleib, Kopf und den Händen. Sie ist später den Verletzungen erlegen. Württemberg. Stuttgart. Den Ehrentag seiner 25jährigen Mitarbeiterschaft in der Buchhandlunasfirma Albert Koch u. Co. konnte Buchhändler August Grauer hier kürzlich begehen. Zu Ehren des Jubilars veranstaltete der Chef der Firma eine kleine Feier. Amstetten. Ein schweres Unglück ereignete sich hier. Der Bauer und Jagdpächter G. Schneider war mit seinem Fuhrwerk vom Walde nach Hause zurückgekehrt; er hatte sein Gewehr im Wagen mitgenommen. Beim Herabnehmen desselben entlud sich das Gewehr, welck am Wagen hängen blieb, un die ganze Schrotladung ging dem Manne durch die rechte Brust. Er konnte sich noch ins Haus begeben, brach dort aber nach ganz kurzer Zeit zusammen und start). .

Der gestohlene Kricgsfchatz.

Humoreske von Teo von Torn. In jedem Berufe gibt es diesseits und jenseits der goldenen Mittelmäßigkeit zwei Sorten von Menschen. Die eine Sorte ist der Ansicht, datz man sich zwar beschafttgen müsse, die Beschäftigung aber niemals in Arbeit ausatten dürfe. Die andere Sorte hingegen läßt es sich nicht genug fein an der Erfüllung normaler Durchschnittspflichten. Ihre Emsigkeit greift weit über das Unerläßliche hinaus einmal aus angeborenem Uebereifer und zum andern natürlich auch, um das Wohlgefallen der höheren Götter zu erregen. In dem ehrbaren Stande, welcher erforderlichenfalls die Aufgabe hat, das Vaterland zu vertheidigen, gibt es ebenfalls beide Sorten. Die militärischen Drückeberger sind von eherner Grundsatztreue, da sie mit einem Schein von Berechtigung sich darauf stützen können, daß das Vaterland momentan gänzlich ungefährdet ist, und daß somit keine zwingende Veranlassung vorliegt, sich die Aermel auszureißen. Die militärischen Streber dagegen Schuster nennt man sie sind die strebsamsten Streber der Welt. Hauptmann Perkuhn war ein gewaltiger Schuster. Sein Landsmann und Jugendfreund, der Oberleutnant Konschel, behauptete sogar, er sei ein geborener Schuster. Als Gottche Perkuhn bei seiner Taufe von einem leibhaftigen General auf den Arm genommen wurde, habe er partout stramm stehen wollen. Bei diesen wilden Bemühungen sei er aus dem Steckkissen gefallen und um ein Haar im Taufbecken ertrunken. Und auf Kriegsschule erst! Wenn alle anderen schon Blut und Oel schwitzten, da sie schriftlich sich über die Gefechtsstellungen an der Katzbach äußern sollten, lieferte der Fähnrich Perkuhn nicht nur die beste Arbeit, sondern fügte aus freien Stücken noch eine Abhandlung hinzu über die Schlacht bei Murten. Solcher Art hatte Gottlieb Perkühn sich angenehm gemacht vor Gott und den Menschen und sicher hätte er einen ungeahnten Aufstieg genommen, wenn ihm als Hauptmann nicht eine fatale Geschichte passirt wäre. Eines Tages versammelte der Oberst die Herren Hauptleute des Regiments um seinen rundlichen Bauch und hielt ihnen eine längere Ansprache, in der er Mißfallen ausdrückte, daß die Felddienstübungen so gedankenlos über einen Kamm geschoren würden. Es grenze nahezu an Stumpfsinn, jedenfalls aber an Geistesarmuth, wenn immer wieder dieselben abgedroschenen Ideen benutzt würden. Der markirte Feind", de? ausgerechnet immer in einem Gehölz stch verborgen halte, und das zu besetzende Gehöft" seien nachgerade zum Verrücktwerden. Er müsse dringend darum bitten, daß die Herren Compagnieführer endlich ein wenig GeHirnschmalz aufwenden und etwas Neues, Originelles ersinnen. Während die anderen Hauptleute nach dieser Ansprache in allerhand Erörterungen über die zunehmende Meschuggigkeit der Vorgesetzten sich ergingen, wandelte Hauptmann Perkühn tiefsinnig nach Hause. Dem nachdenklichen Tage folgte eine fchlaflose Nacht. Im Verlaufe derselben nahm der junge Hauptmann drei kalte Fußbäder, Acht SchweizerPillen und eine halbe Flasche deutschen Sekt alles Dinge, von denen er einmal gehört, daß sie direkt oder indirekt die Phantasie anregen sollen. Alle Bemühungen blieben stundenlang ohne rechten Erfolg. Als aber der 'Morgen graute, hellten sich die qualvoll sinnenden, sorgenvollen Züge des Hauptmanns auf. Und als die Stunde kam, da er seine Compagnie zur Felddienstübung angetreten wuh te. eilte er erhobenen Hauptes und beflügelten Schrittes nach dem Kasernenhof. Er hatte eine Idee und war so erfüllt von ihr. daß er nicht einmal sein feierlich ernstes Dienstgesicht aufsetzte, als Oberleutnant Konschel die Kompagnie zur Stelle meldete. Er legte nur flüchtig zwei Finger an den Helm und zog dann den Jugendfreund etwas abseits. Sag mal, Konschel ob einer von den Leuten wohl eine leere Cigarrenkiste hat?" Bei sich keinesfalls." Hauptmann Perkuhn fühlte sich geuzt und wurde dienstlich. Ich muß doch fehr bitten. Herr Leutnant! Stellen Sie mal sofort fest, ob einer von den Leuten eine leere Cigarrenkiste beschaffen kann." Drei Minuten später meldete sich der Sergeant Plunz mit einer wenig ansehnlichen Schachtel. Er hatte bercits einige Monate lang seine Putzläppen darin aufbewahrt. Das schien aber die Brauchbarkeit des Möbels nicht zu beeinträchtigen. Hauptmann Perkuhn bestieg sein Schlachtroh, zückte sein Schwert und führte die Kompagnie unter den forschen Klängen der Knüppelmusik zum Städtlein hinaus. Nachdem man die Festungswälle und die Glacis hinter sich gelassen, ertönte ein donnerndes Halt! Hauptmann Perkuhn reckte sich auf seinem Fliegenschimmel empor und ließ sich

also vernehmen:

Aufgepaßt! Die ?kdee der deutt

gen Felddienstübung ist folgende: Der Herr Kommandant der Festung ist plötzlich wahnsinnig geworden. In dieser unzurechnungsfähigen GeistesVerfassung ist er in den Juliusthurm eingebrochen und hat den Krieasschatz gestohlen, worauf er drüben in jenen Wald geflüchtet ist. Die Kompagnie hat den Auftrag, ihn zu suchen. Der wahnsinnigeKommandant wird durch den Sergeanten Plunz ,der Kriegsschätz durch die leere Cigarrenkiste dargestellt." Sergeant Plunz nicht gerade eine Leuchte der Wissenschaft war knapp eine Viertelstunde in dem Wäldchen unterwegs, als er auf einen ihm unbekannten hohen Offizier stieß. Eingedenk seiner Rolle kniff er aus, wurde aber durch einen Ausruf zum Stehen gebracht. Wo wollen Sie hin? Was machen Sie hier?" Ich verstecke mich. Herr General So. Und vor wem?" Vor meiner Kompagnie. Herr General." Soo. Das ist ja recht nett. Wie heißen Sie?" von Randow." Was? Was? Wie!?" Oberst von Randow, Kommandant der Festung." Mensch," hauchte der General entsetzt, Sie sind wohl wahnsinnig?" Zu Befehl. Plötzlich wahnsinnig geworden, in den Juliusthurm ein gebrochen, den Kriegsschatz gestohlen und ausgerückt." Kaum ausgesprochen, entriß der General dem Sergeanten das Seitengewehr, nahm ihn am Arm und führte ihn eigenhändig der nächsten Wache zu. Die Begeisterung der Kompagnie ob der originellen Aufgabe steigerte sich zu Hellem Entzücken, als man deö Gesuchten absolut nicht habhaft werden konnte. Man suchte eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden, erriet terte die höchsten Bäume und schlängelte sich indianerhaft durch das dichteste Unterholz von dem wahnsinnigen Kommandanten und der Kriegskasse war keine Spur. Schließe lich blieb nichts anderes übrig, als unverrichteter Sache wieder abzuziehen. Hauptmanr. Perkuhn schwur, daß den 5cerl ein heiliges Donnerwetter frikassiren solle, sobald er sich wieder sehen lasse. Leider kam es anders. Kaum war die Kompagnie eingerückt, als der Haupimann zum Regimentskommandeur befohlen wurde und hier frikassirte ein heiliges Donnerweiter ihn selbst. Der verschwundene Bitrnv. Im Leipziger Tagblatt veröffentlichte ein Mitarbeiter heitere Erinne rungen an die Königliche Bibliothek in Berlin und erzählte u. a. folgende Anekdote: Ich sehe ihn noch vor mir, den langen Professor X., der am letz, ten Fenster vorn im Lesesaal wohl als dessen Vorsteher einen etwas erhöhten Sitz hatte. Ein auswärtiger Freund von mir, der Kunstgeschichte studirte, wünschte eines Tages eine bekannte große illustrirte Ausgabe von Vitrup, dessen berühmtes Werk De Architectura" er zu seinen Arbeiten dringend brauchte, bei mir zu benutzen. Ich bestellte das Werk genau nach Erscheinungsjahr, Format usw., bekam aber den Zettel mit dem seltsamen Vermerk: Bitte persönlich!" und der Unterschrift eines mir bekannten Bibliotbekars zurück. Ich stellte mich am anderen Tage bei Dr. G. ein, der mich zum Katalog führt Da stand neben dem genau angeführten Titel der Vitruv-Ausgabe, die mein Freund wünschte, etwa folgendes: Nicht im Fach 1840." Ubi 1845." Unter nebenstehender BeZeichnung nicht zu finden. 1850" usw. Jede dieser kollationirenden Bemerkungen war mit dem Namen eines der Ressortbibliothekare unterschrieben, darunter in der langen Reihe von Jahren seit 1840 bis in die siebziger Jahre hinein auch mehrmals der Name von Professor X. Da starb der Gelehrte, und sein Nachfolger auf dem Eckplatz im Lesesaal nahm das Kissen von Professor X.'s Stuhl herunter und unter dem Kissen lag der dicke illustrirte Vitrup. Professor fc hatte 30 Jahre auf dem auch von ihm so vielgesuchten Buche gesessen! Glücklicher Zufnll. Ein niedliches Erlebnitz hatten in der Nähe von Bramstedt (Schleswig) die Insassen eines Fuhrwerkes, das von einem Nachbardorfe auf der Straße daherrollte und einen kleinen Jungen überholte, der barfüßig und barkmupt eilfertig dahintrabte. Aufgefordert, mitzufahren, stieg er gern ein und beantwortete die Frage nach dem Grunde feiner Eile und Wohin mit den Worten: Ick will min Vadder haln. Ick heff hüt Morgen en lütten Broder kreg'n, un nu schall Vadder na Hus kam. Dat war en Glück, dat mi Moder to Hus wer. Wat har ick süns mit den Bengel opstellen schult! GuterRath. Das Schlechte siegt leider oft in mir!" Heirathe, und deine bessere Hälfte wird stets den Siea bebalten!-

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?oro und Marion. 4 00 m. 1 05 Rm. 6 05 Vm. 2 00 Rm. 6 00 Bm. 3 06 Rm. 7 05 Vm. 4 00 Rm. 8 00 Bm. 5 00 Rm. 3 05 Vm. 5 05 Nm. 10 00 Bm. 6 00 Rm. 11 00 Vm. 7 05 Nm. 11 06 Vm. 8 00 Rm. 12 00 ttge. 9 05 Stm. 11 30 Nm.

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