Indiana Tribüne, Volume 30, Number 29, Indianapolis, Marion County, 26 September 1906 — Page 7
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der böscu That 4 Ein Nom us der yroftcn Welt von z. Gregor samarow l fr (Fortsetzung,) Nicht untergehen " rief er mit strahlenden Blicken, siegen werden wir: die Welt wird flüstern, höhnen und verurtheilen was kümmert uns Die Welt da Draußen, wenn wir die Well unseres Glücks in uns tragen. Und er." fuhr er ernst fort, an den ein grausames Schicksal Dich gefesselt, der selbst das Glück, das wir suchen, nicht verstehen und Dir nicht bieten kann, was wird er verlieren? Wäre er fähig Dich zu lieben, so würde ich vielleicht zurückbeben vor einem Raub an seinem Glück, aber er wird rergessen. schnell vergessen und nichts verlieren." Sie seufzte, aber sie wendete ihre feucktschimmernden Blicke nicht von ihm ab und sagte: Verlieren, nein, verlieren wird er wohl nichts als eine freundliche, ihm vielleicht liebgewordene Gewohnheit. Und soll darum mein ganzes Leben verloren sein? Aber wie soll Alles werden Du mußt mich führen und leiten mit starker Hand, wenn die Bangigkeit mich faßt, denn mein Herz ist nicht geschaffen, den Kämpfen zu trotzen, wie das Deinige." Laß mich sorgen " sagte er. Schon ist ein Gedanke in mir aufgetaucht, den ich verfolgen werde. Wenn die Zeit kommt, mutzt Du Altenau verlassen, einen sicheren Ort aufsuchen, an dem Dich kein Vorwurf treffen kann, und ernst und ruhig Deinen Willen erklären. Du bist Herrin Deines Willens. und keine Macht der Welt kann ihn beschränken glaube mir. der Kampf wird kurz sein und zum Siege führen." Ich folge Dir gebiete über mim 8 sagte sie, in lieblicher Hingebung zu ihm aufblickend. So denn." sagte er, ihre Stirn ehrerbie. küssend, heute der Bund geschlossen, und bis wir ihn vor dem Altar besiedeln, müssen wir uns fern bleiben und dürfen nur vor den Augen aller Welt mit einander verkehren, denn keinen Vorwurf soll tückische Bosheit gegen Dich erheben können. Lebe wohl, meine Einziggeliebte ich werde Dir bald Nachricht geben, wir werden Gelegenheit haben, uns zu sehen, da ich wohl öfter in dieser Zeit nach Steinkirchen komme, und die Gewißheit unserer Liebe wird es uns leicht machen, vor der Welt mit einander so zu verkehren, daß das Geheimniß .unserer Zukunft bewahrt bleibt." Er blickte noch einmal liebevoll innig in ihre Augen, küßte ihr mehr ehrerbietig als zärtlich die Hand und eilte schnell davon, um im Hofe des Schlosses zu Pferde zu steigen und nach Steinkirchen zurückzureiten. Niemand von der Dienerschaft hatt? in seiner kurzen Abwesenheit etwas anderes finden können, als einen einfachen Höflichkeitsbesuch. Als Ezechiel nach Steinkirchen zurückkehrte, war bereits die Sonne herabgesunken und das Souper beendet. Der Garten vor dem Hause bis in die Alleen des Parkes hinein war mit Lampions von weißem Milchglas er-, leuchtet und die Gesellschaft befand sich in dem fast feenhaft schimmernden Garten. Es war heute noch verschiedener Besuch gekommen, so daß sich zahlreiche Gruppen bildeten und plaudernde Reihen auf und nieder wanderten. Auch der Graf Rothenfels mit seine? Tochter Jda war von seinen nicht weit entfernten Besitzungen gekommen, um den Grafen Otto, den er seit lange nicht gesehen, zu begrüßen, und er katte gern die Einladung angenommen, einige Tage in Steinkirchen zu bleiben. Ezechiel, dessen Höflichkcils besuch in Altvenau ganz natürlich erschien, war eine Zeit lang beschäftigt, die während seiner Abwesenheit Angekommenen zu begrüßen. Graf Rothenfels kam ihm mit ganz besonderer Herzlichkeit entgegen und. auch Jda schien erfreut, den jungen Offizier wiederzusehen. Sie blieb bei ihrem Vater, so lange das Gespräch dauerte, und als dann Graf Rothenfels sich den älteren Damen zuwendete, legte sie ihre Hand in Ezechiels Arm und schritt mit ihm durch die mondscheinartig erleuchteten Gänge, indem sie laut ihre Bewunderang des so schönen Arrangements aussprach. Während sie so leicht und heiter plauderten, wußte sie Ezechiel geschickt auf einen von der übrigen Gesellschaft noch nicht betretenen Weg zu führen, der zu einem Rondel von Jasmin führte, das ein marmornes Wasserbassin umgab. Es waren in der Jasminhecke nur einige buntfarbige chinesische Lampions angebracht, welche den lauschigen Platz weniger als die übrigen Theile des Gartens erleuchteten. Wie schön " rief Jda laut, indem sie sich nach allen Seiten umschaute, um sich zu überzeugen, daß von der übrigen Gesellschaft niemand gefolgt war. Sie setzte sich auf eine der Bänke, welche hier rings um das von den bun ten Reflexen der Lampen beleuchtete Wasserbassin angebracht waren, und sagte, als Ezechiel neben ihr Platz nahm: Ich muß mit Ihnen sprechen. Graf Hakenstein zuvor bitte ich Sie aber,
mir die Frage zu beantworten, ob Sie
mir noch die Freundschaft bewahrt haben. die ich nach unserer letzten Begegung von Ihnen glaube erwarten zu dürfen?" Wie können Sie das fraaen. Komtesse." erwiderte Ezechiel. indem er ibr herzlich die Hand drückte das Band, das uns mit einander verknüpft, ist ebenso unzerreißbar, wie meine Freundschaft für Braunau, und da sich zwischen Ihnen und meinem Freunde nichts geändert hat, so viel ich weiß, so dürfen Sie .-.uch über mich verfü11 gen. Das ist nicht gerade besonders galant und schmeichelhaft." erwiderte sie lachend, aber ich bin damit zufrieden und habe um so mehr Vertrauen zu Ihnen, da Sie mir so ehrlich sagen, daß ich für Sie nur die Null bin. welcbe an der Seite der Eins Ihres Freundes immerhin ihren Werth hat." Und einen um so höherren Werth erhalten wird," fiel Ezechiel ein. wenn sie erst mit der einsamen Eins zu einer glücklichen Zehn verbunden ist." Dazu ist aber noch weniz Aussicht, sagte Jda seufzend, ich habe wohl versucht, das Terrain ein wenig zu sondiren. aber es ist mir noch niemals gelungen, wenn ich bei irgend einer Gelegenbeit versuchte, von Braunau zu sprechen, meinen Vater auch nur zum Zuhören zu bewegen er ist leicht darüber hinwegqeglitten. wie über den gleichgiltigsten Gegenstand, und ich habe nicht einmal glauben können, daß er mich verstanden oder in meinem Herzen gelesen hätte. Er scheint es gar nicht für möglich zu halten, daß mein Herz seine eigenen Wege gehen könnte, welche der stolzen Meinung, die er von seiner Stellung nun einmal hat, Nicht entsprächen." Aber er liebt Sie. sagte Ezechiel. Sie sind ja sein einziges Glück, seine einzige Freude, und wenn Sie ihm ein offenes Bekenntniß ablegen, so wird er gewiß Ihr Glück Ihnen nicht versagen. Nein, nein." erwiderte Jda. so leicht ist das nicht ich darf eine Frage, von der das ganze Glück meines' Lebens aohangt, nicht übereilen mein Vater wird, das weiß ich, unangenehm berührt ton Allem, was plötzlich an ihn herantritt er liebt mich wohl und wird mir nich; leicht einen WiUlsck . M 4. m m 1 oeriagen. oer iym oerecyngr ericyemr. aber er verlangt ton mir denselben Stolz, den er in sich trägt und wenn er unter dem Eindruck einer ihm mißfälligen Ueberraschung einmal .Nein' sagt, so wird es sehr schwer halten, ihn umzustimmen, um so mehr, da ich leider bemerkt zu heften glaube, daß er Gedanken, vielleicht schon Pläne in sick trägt, die mit meinen Wünschen und Hoffnungen so gar nicht übereinstimmen." Pläne über Ihre Zukunft." fragte Ezechiel; müssen denn immer." fügte er mit bitterem Ton hinzu, die unglückseligen kalten Berechnungen die Menschenherzen zusammenschmieden oder von einander reißen wollen?" Ich fürchte, es ist so." sagte Jda. und da Sie mir ja Ihre Freund schaft zugesagt haben," fuhr sie mit leicht zitternder Stimme fort, so kann ich offen sein. Ich glaube nach einigen leicht hingeworfenen, aber doch wohl absichtlich gemachten Bemerkungen meines Vaters annehmen zu dürfen, das', er für die kleine unbedeutende Null auch eine Eins im Sinne hat, die fljni schwerer wiegen mag, als der arme Braunau auf der Waagschale der Welt, und die nach meiner bescheidenen Meinung die kleine Null gar zu sehr überragen würde." Sie hatte die letzten Worte spöttisch neckend gesprochen. Ezechiel fuhr heftig auf. Und wer ist es." fragte er mit drohendem Ton, der hier wieder zwischen zwei arme Menschenherzen gedrängt werden soll? sie dürfen Vertrauen zu mir haben ich schwöre Ihnen, daß ich alles aufbieten will, um Sie vor solchen Fesseln zu schützen, deren es schon zu viel in der Wel: gibt." Sie sind mir wohl der sicherste Schutz. Graf Halenstein." sagte sie lächelnd, denn wenn mich nicht Alles täuscht, so sind Sie selbst die verhu:.g nißvolle Ziffer in meines Vaters Berechnung." Ich?" rief Ezechiel. Bei Gott." sagte er lachend, es ist ein Glück für meinen lieben Braunau und für Sie. denn dann wird wohlIhres Vaters Berechnung zu keinem gefährlichen Facit führen ich will selbst mit ihm sprechen, wenn Sie es wollen und Um Gotteswillen nicht." rief Jda. das würde Alles verderben im Gegentheil, lassen Sie ihn noch bei seinen Gedanken und Plänen, damit er nicht etwa andere faßt, so halten wir das Spiel in Handen und Sie werben selbst am besten im Stand: sein. Alles zum Guten zu wenden: er hält große Stücke auf Sie, Sie werden mehr und mehr Einfluß auf ihn gewinnen und dznn wird vielleicht ihr Fürwort mächtiger sein, als jedes andere. Zeit zu gewinnen ist Alles wir müssen alle Fäde:: in den Händen behalten. Ich habe Braunau," sagte sie seufzend, seit jenem Tage auf dem Rennplatz kaum wiedergesehen und nur ganz, ganz flüchtig einige Worte bei einer Begegnung auf der Straße mit ihm wechseln können. Ich muh ihn sehen Sie glauben nicht, wie sehr ich mich darnach sehne. Sie sind sein Freund, laden Sie ihn ein, Sie hier zu besuchen ich weiß, daß mein Vater aus einige Zeit in Geschäften nach der Stadt gehen muh ich bin gewitz. daß er
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ssammmsk mich gern so lange hier lassen wird, und dann haben wir Zeit. Alles zu berathen. Kommt mein Vater dann wieder, so findet sich hier wohl Gelegenheit. ihn Braunau besser kennen lernen zu lassen, und dann werden Sie uns beistehen und für uns handeln können. Wie? des weiß ich noch nicht, aber es wird sich find:n ich vertraue auf Ihre Freundschaft und auf die guten Geister, welche die Liebe beschützen." ..Vielleicht haben Sie Recht " sagte Ezechiel, ..Zeit gewonnen bedeutet viel, und." fügte er seufzend hinzu. Sie haben ja Zeit, um ruhig zu warten, denn Sie fesselt noch kein Band an ein finsteres Schicksal. Ich werde morgen einen Loten an Braunau senden, er wird vielleicht Urlaub erhalten und bald sollen Sie ihn hier sehen." Ich danke Ihnen von ganzem Herzen." rief Jda, . Sie geben mir Muth und freudige Hoffnung wieder man fühlt sich stark, wenn man einen Freund zur Seite hat und " Sie drückte ihm herzlich die Hand und beide standen auf, da Stimmen in der Nähe des Boskets ertönten. Balduin und Klara traten in das Rondel. Ihnen folgten einige jüngere Damen mit dem Grafen Otto. Klara blickte verwun dert auf die Beiden. welche hier allein bei einander waren. Aber Jda trat den Kommenden schnell entgegen und rief: Ist es nicht wunderschön hier in dieser märchenhaften Dämmerung, man glaubt sich h'er der unruhig treibenden Welt entrückt, und wer poetisch veranlagt ist. möchte hier wohl in allerlei romantische Träume versinken. Bei mir." sagte sie lachend, hält freilich ein solcher Eindruck nicht lange vor und Graf Ezechiel mag innerlich vielleicht recht böse auf mich sein, daß ich ihm von lauter weltlichen Geschichten erzählt habe. Kommen Sie. Graf Balduin lassen Sie uns weiter in das helle Licht gehen ich glaube. Ihnen geht es wie mir. Sie haben auch keine Anlage zu poetischen Märchenträumen." Sie nahm Balduins Arm und führte ihn, der ihr nur zögernd und oft nach Klara zurückblickend, folgte, aus dem Rondel hinaus. Graf Otto folgte ihr im Gespräch mit anderen Damen und Ezechiel blieb mit Klara allein. Einen Augenblick standen Beide schweigend einander gegenüber. Sie schien eine Anrede zu erwarten, aber da er wie in Gedanken versunken schwieg, sagte sie neckend: Sie gehören ja zu denen, welche poetisch veranlagt sind, wie es mir vorgekommen ist, und wenn Sie bei Jda. diesem übermüthig fröhlichen Weltkind, kein Verständniß für Ihre poetischen Gedanken gefunden haben, zu denen dieser lauschige Platz wohl anregen kann, so versuchen Sie es mit mir. ich bin zuweilen dazu disponirt und jedenfalls nicht geneigt, darüber zu lachen." Necken Sie nicht, gnädigste Kousine." sagte er. poetisch bin ich vielleicht veranlagt, aber nicht zu romantischen Träumen gestimmt wohl aber möchte ich Sie bitten, mich anzuhören und mir nicht zu zürnen, wenn ich ernste und vielleicht traurige Dinge mit Ihnen sprechen möchte." ..Das klingt ja ganz feierlich sagte sie mit einem spöttischen Ton, der etwas gezwungen klang. Um ernste und traurige Dinge zu sprechen, muß man Vertrauen haben, aufrichtiges Vertrauen. Ich kann das von Ihnen nicht erwarten, aber wenn Sie es mir beweisen wollen, so werde ich es wahr lich nicht täuschen und mißbrauchen." Davon bin ich überzeugt.- erwiderte er mit herzlicher W3rme. Ich habe wich aufrichtig gefreut, Sie hier wieanzusehen stehen Sie mir doch nahe, näher als sonst jemand durch das Band einer wenn auch nicht mehr nahen Verwandtschaft ich glaube. daß dies Band auch eine wahre und
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treue Freundschaft knüpfen könnte und würde glücklich sein, wenn dies geschähe." Klara schien einen Augenblick erschrocken. Dann reichte sie ihm. die Hand und sagte: Freundschaft ist selten in der Welt, aber zwischen uns könnte sie wohl bestehen, und ich will Ihnen aufrichtig sagen, datz auch ich daran gedacht hate und daß ich Ihnen wohl ein Geheimniß anvertrauen tönnte." So habe ich mich nicht getäuscht," rief Ezechiel, und um Ihnen zu beweisen, daß ich keine leeren Worte gesprochen, will ich den ersten Schritt des Vertrauens thun ich will Ihnen ein Geheimniß bekennen, das mein Herz schwer belastet und das bisher noch nie den Weg über meine Lippen gefunden." Die Geheimnisse bedürfen der Sprache nicht," erwiderte Klara ernst, und vielleicht habe ich auch ohne Worte Ihr Geheimniß erkannt ein weiblicher Blick sieht scharf in Allem, was die Negung des HerzenS betrifft." O mein Gott," rief er erschrocken, wäre es möglich, es wäre entsetzlich, wenn auch Andere " Fürchten Sie nichts," fiel Klara ein. man durchschaut ein Geheimniß leichter, wenn man selbst ein ähnliches im Herzen trägt, aber Vorsicht ist eine heilige Pflicht, um die Geheimnisse deö Herzens zu bewahren. Dies sei die erste, treu gemeinte Mahnung meiner Freundschaft." Und was haben Sie gesehen was? Sagen Sie mir die Wahrheit offen und frei " rief er. Ich habe gesehen," erwiderte sie. daß Sie lieben und geliebt werden daß diese Liebe unglücklich ist und nur zum Unglück führen kann." Nein," rief er, nein, zum Kampf wohl, zu schwerem Kampf, aber auch zum Sieg und zum Glück. Ich schwöre Ihnen, Klara, daß meine Liebe rem ist wie bcA Sonnenlicht und daß keine Schuld sie jemals beflecken soll hören Sie mich an und vielleicht sind Sie der gute Engel, öen Gott mir sendet." Sie setzte sich auf die Marmorbank. Er blieb vor ihr stehen und erzählte ihr in tiefer Bewegung die Geschichte seiner Liebe zu Mathilde Bärenstein. Und was soll," fragte sie weiter mit inniger Theilnahme, aber fast mit vorwurfsvollem Ton, was kann daraus werden?" Das reinste, das edelste Glück." erwiderte er. wenn Sie mir helfen wollen, wie ich es gehofft. Sie werden sich mit Mathilde befreunöen, ich weiß es, und Sie werden uns bis Hand reichen, den Kampf zu bestehen, zu dem auch sie entschlossen ist. Sie müssen sie zu sich einladen, wenn Sie wieder nach Sause zurückkehren. Sie müssen den chutz Ihres Vaters für sie gewinnen, der Sie liebt und auf Ihre Bitte hören wird. Von Ihrem Hause aus muß sie. gedeckt vor allen Vorwürfen, welche die Welt ihr machen könnte, die Schritte thun, um das Band zu lösen, das sie an ein elendes verlorenes Leben fesselt. Mathildens Gemahl wird zu einer freundlichen Lösung die Hand bieten, wenn Ihr Vater die Vermittelung übernimmt, er wird nichts verlieren, da er sie nie geliebt hat, nicht lieben kann. Alles wird glücklich enden, und zwei warme und treue Menschenherzen werden Ihnen, Klara, Ihr Glück danken." Und ich soll das vermitteln." sagte Klara, das Urtheil der Welt herausfordern, die so hart so unerbittlich gegen Alles ist. was aus den gewohnten formen heraustritt? Doch." rief sie, stolz den Kopf erhebend, das Urtheil der Welt ist mir gleigiltig, ihm zu trotzen fühle ich wohl die Kraft in mir, wenn es sich darum handelt, eine Menschenseele vor dem Untergange zu retten, und untergehen muß ja die Arme, wenn sie nicht erlöst werden kann von dem unglückseligen Band, das sie fesseit. Aber meinen Vater zu bestimmen, dazu kleine Hand zu bieten, dafür vor
Seit 30 Jahren oder länger hat sich dieser reine Pflanzen-Extratt, als Wine of Cardui bekannt, einen Ruf in der Behandlung der den weiblichen Organen und Funktionen eigenen Krankheiten erworben. Dieser Ruf ist auf den massiven Felsen von Wahrheit und Verdienst ge gründet. Ich war seit Jahren leidend und mutzte eine Bandage tragen," schreibt Frau S. I. Chrisman von Mannsville, N. A., bis ich zwei Flaschen von
CARDUI
gebrauchte, worauf ich die Bandage ablegen konnte. Ich fühle mich nicht mehr so schlecht wie früher, und kann einen halben Tag lang auf den Füßen sein. Der Doktor, welcher mich untersuchte, ehe ich Wine of Cardui gebrauchte, sagte, daß es keine Medizin gebe, dir mir helfen würde, aber Cardui hat mir so sehr geholfen, daß ich es gern jeder Frau mittheilen moöhte." Cardui lin oert periodische Schmerzen, regulirt gestörte Funk- A j s tionen und hat Tausenden die Gesundheit wiedergegebln, nachdem alles Andere nutzlos gewesen war. 0n allen Apotheken in $U)0-f laschen zu fraßen.
der Welt einzutreten, das, bei Gott! wird schwer sein." Und warum?" rief Ezechiel, Ihr Vater ist gut, er wird gewiß sein, daß Sie nur für eine gute und edle Sache bei ihm bitten und auch mir hat er so freundliches Entgegenkommen bewiesen nach der langen schmerzlichen Verstimmung. Ich glaube gewiß zu sein, daß er aufrichtige Zuneigung zu mir gewonnen hat. warum sollte er mir. seinem Verwandten, nicht die Hand bieten. um das. was geschehen muß und wofür ich mein Leben einsetzen werde, zu einem freundlichen Ende zu führen und der neidischen Welt die Macht der Verleumdung und Verdächtigung zu nehmen?" Mein Gott." sagte sie. so wissen Sie nichts, gar nichts von seinen Ab sichten mit mir, die er hegt und mit Ihrem Vater theilt?" Nichts, Klara, nichts " erwiderte er. Nun," sagte sie nach kurzem Besinnen, ..dann muß auch wohl ich Ibr Vertrauen erwidern. Schon habe ich daran gedacht, in Ihnen den Freund zu finden, in dessen schützende Hände ich auch ein Geheimniß meines Herzens legen -kann, denn auch mein Herz ist nicht frei, auch mein Herz trägt eine Sehnsucht in sich nach dem einzigen Glück, das meinem Leben Werth geben kann." O, dann werden Sie mich verstehen," sagte er, dann werden Sie mir helfen. Und wer, Klara, wer ist es, dem Ihr Herz sich zugewendet?" Sie zögerte einen Augenblick. Dann sagte sie leise, als ob sie fürchte, daß der Avendwind ihre Worte fortjagen könne: Graf Karl von Rheineck." Er " rief Ezechiel in fast heiterem Ton. O wie viel glücklicher sind Sie als ich keine Schranke steht Ihrem Glück entgegen! Warum ist Ihre Liebe ein Geheimniß was kann Ihr Vater gegen Karl Rheineck einzuwenden haben was hindert Sie, ihm Ihre Liebe zu bekennen?" Seine Pläne." erwiderte sie mit leicht zitternder Stimme, von denen Sie nichts wissen und von denen er mir doch gesprochen hat Pläne, die aus der Zuneigung entspringen, die er Ihnen, wie Sie es selbst empfunden. entgegenbringt und über die er mit Ihrem Vater einig ist." Einen Augenblick stand Ezechiel stumm da. Auch er," rief er bann, auch er denkt daran, mir eine Zukunft zu schaffen, die er ja vielleicht für ein aroßes Glück halten mag, die ein großes Gluck fein konnte, wenn unsere Herzen nicht ihre eigenen Wege gingen! Nun," sagte er dann, wie erleichtert aufathmend. das Hinderniß wird nicht schwer zu überwinden sem, ich verstehe es wohl, daß er es wünscht, unser Haus in seinen Linien wieder zu vereinen, aber höher als dieser Wunsch wird ihm das Glück seiner Tochter stehen, und wenn er weiß, daß der Erfüllung seiner Pläne ein unübersteigliches Hinderniß entgegensteht, so ist er nicht geschaffen, um sie mit kaltem Eigensinn durchzusetzen, ich werde Gelegenhcit finden, ihm zu sagen, daß zwischen uns nur Freundschaft bestehen kann und dann wird er Ihrem Glück nichts mehr entgegenstellen." Vielleicht," erwiderte Klara, aber vielleicht auch um so schwerer wird er dann zu einer Sache seine Hand bieten, die seine Wünsche zerstört und ihn in eine peinliche Lage bringt. Er ist Bärensteins Freund " Um so mehr," rief Ezechiel, muß er dahin wirken, daß Alles zu freundlicher Lösung geführt wird. Ich beschwöre Sie. Klara, versprechen Sie mir, mein Schutzengel zu sein!" Ich verspreche heute nichts lassen Sie mich darüber nachdenken und seien Sie überzeugt, daß ich in aufrichtiaer Freundschaft prüfen werde, was ich thun kann und thun darf. (Fortsetzung folgt.)
Mhisse skr Frauenleiden
Wie gefahrvoll mitunter vollständig harmlos erscheinende Badestellen werden können, beweist ein Vorfall, der sich in einer schattigen, von Bäumen umgebenen Einbuchtung des Stienitzsees (unweit Potsdam) abspielte. Der Ort erfreut sich der besonderen Vorliebe der Badegäste und Sommerfrischler der Colonie Petershagen, von der er in einer halben Stunde auf Waldwegen zu erreichen ist. Die Ladestelle ist so seicht, daß erst 40 Meter vom Ufer eine größere Tiefe als iy2 Meter erreicht wird. Hier baden nun tagtäglich zahlreiche Personen, ja sogar ganze Familien in vollster Ungezwungenheit. Eines Nachmittags verschwand vor den Augen einer großen Zuschauermenge inmitten der Badenden mit lautem Aufschrei eine junge Dame in dem anscheinend flachen Wasser. Drei Herren, die ein Stück weiter in den See geschwommen waren, kamen eiligst herbei, aber auch sie verschwanden spurlos an derselben Stelle vor den Augen der entsetzten Zuschauer. Einige Beherzte bildeten nun durch Anfassen mit den Händen eine Kette, und es gelang ihnen, zuerst die besinnungslos auftauchende Dame und dann die ebenfalls besinnungslosen Retter dem feuchten Ele ment zu entreißen. Die Dame und einer der Herren konnten sofort ins Bewußtsein zurückgerufen werden. Die andern Beiden wurden per Wagen in ihre Wohnung gebracht, wo sie sich später ebenfalls erholten. Drß der Vorfall an einer scheinbar harmlosen Stelle erfolgen konnte, läßt sich nur durch das Vorhandensein einer verborgenen Quelle, eines sogenannten Strudels, erklären. JnfranzösischenBlättern findet sich die Geschichte einer Fürstin, die als Blumenmädchen ihr Leben fristet. Diese schon bejahrte Frau, die während des Sommers vor der Villa Therapia in Vichy Äosen feil hält, war einst eine gefeierte Schönheit und die rechtmäßige Gattin eines der reichsten russischen Fürsten! noch heute nennt man sie allgemein die Fürstin". Sie hfc als Madchen Sophie Verdier und stammt aus Cusset bei Vichy. Ihr Vater war ein armer Weber, der sieben Kinder hatte. Da der Hunger ständiger Gast im Hause war, mußte die 17jährige Sophie Tag für Tag mit ihren jüngeren Schwestern nach dem nahe gelegenen Vichy wandern und Blumen verkaufen. In Vichy lernte sie der Fürst Slawanirow, Flügeladfutant des Zaren, kennen. Der sehr excentrische Herr verliebte sich in das bildhübsche Mädchen und wollte es zu seiner Geliebten machen. Die schöne Sophie etzte es durch, daß der Fürst ste als eine Gattin heimführte. Zwei Jahre päter strahlte die junge Fürstin im zanzen Glänze ihrer Schönheit am kaiserlichen Hofe in Petersburg. Das Glück war jedoch nur von kurzer Dauer, denn Fürst Slawanirow überraschte eines Tages seine Frau in den Armen seines Neffen Ladislaus Kostiew und warf das Paar zum Fenster hinaus. Kostiew war auf der Stelle todt; Sophie war mit dem Leben davongekommen, hatte aber beide Beine gebrochen. Die Ehe wurde getrennt, und die Exfürstin erhielt den Befehl, binnen 24 Stunden Rußland zu verlassen. Dem größten Elend preisgegeben, traf He in Paris ein. wo sie von Stufe zu Stufe sank, und heute verkauft die ehemalige Fürstin, wie in den Tagen ihrer Jugend. Blumen auf dem Marktplatz in Vichy. Japan hat etne Damssser, linie nach Südamerika subsidirt und Will in Brasilien eine japanische Bank grür.oen. Sicilten prcduzirt jährlich etwa 500,000 Tonnen Schwefef. oder 80 Prozent der Gesammt-Pro-duktion der Welt.
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