Indiana Tribüne, Volume 30, Number 29, Indianapolis, Marion County, 26 September 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne, 20. September 1906
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Lpaische Nachrichten. Provinz 'Aofen. Posen. Die beiden Musketiere Rosinski und Gepert vom InfanterieReqiment No. 155, die anfangs No- . w tu - vembe? v. I. den Äaerourger Glapa aus Milczarek bei Ostrowo in der barbarischsten Weise hingeschlachtet haben, um sich in den Besitz seiner geringen Baarschaft von 4,21 Mark zu setzen, und die hierbei noch dessen Sohn Joses in der scheußlichsten Weise zurichteten, sind durch den Scharsrichter Schwietz aus Breslau auf dem Hofe des hiesigen Gerichtsgefängnisses hingerichtet worden. Ämalienhof b. Strelno. Die 6jährige Tochter Hedwig des Arbeiters Joseph Rutpowski spielte mit anderen Kindern an dem Teiche neben der Ziegelei. Sie fiel dabei in's Wasser und ertrank. B r o m b e r g. Durch einen Revolverschuß wurde ein Mann auf dem Grundstück des Neubaues für das katholische Lehrerseminar schwer verletzt. Der Mann, der Arbeiter Pokarra aus dem nahen Prinzenhöhe, hatte sich eingeschlichen, muthmaßlich um Holz zu stehlen. Er wurde vom Bauwächter überrascht; als er diesen thätlich angriff, gab der Wächter eimn Revolverschuh auf ihn ab, der Pokarra in den Unterleib traf. G n e s e n. In der in einem Wassertümpel bei Morgenau aukge. fundenen Leiche ist die Frau des Baumeisters Gebhard von hier, die seit einiger Zeit verschwunden war, erkannt worden. Ob Selbstmord oder Verbrechen vorliegt, wird die gerichtliche Leichenöffnung ergeben. K a n d l a u. Hier fiel der neun jährige Sohn des Schneiders Gleing so unglücklich von einem beladcnen Erntewagen, daß er sofort todt war. Shchneidemühl. Erschossen hat sich der als Eisenbahn-Stations-Assistent zur Probeleiswng einberufene Vicefeldwebel Lindenau von hier. Ueber die Gründe zur That ist nichts bekannt geworden. Z n i n. Plötzlich vom Tode ereilt wurde der hiesige Großkaufmann Karl Schilling. Er hatte eine Radfahrt unternommen und kehrte wohlbehalten zurück. Beim Betreten der Stube wollte er am Kaffeetisch Platz nehmen, fiel dabei vom Stuhl und war todt. Der Arzt stellte Herzschlag fest. Schilling hat an der Entwick lung unserer Stadt und der Förderung des Deutschrhums regen Antheil genommen. Provinz Kacyxen. Eis leben. Obstväckter F?icke feierte mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit. Superintendent Gisevius vollzog die kirchliche Neueinsegnunz und uvcrmtttelte rym das kaiserliche (snadengescyenl doivöU Atari. ö a l l e. Beim Spielen auf den Floßhölzern fiel der neun Jahre alte Schulknabe Walter Böhme in die Saale und ertrank. Mors leben. Dieser Taae beaina der hiesige Krieqerverein unter starker Betheiligung von 14 auswärtigen Vereinen das Fest seines 25jhrigen Bestehens. Pastor Werner-Al-leringersleben und Rektor Lichten-berg-Magdeburg hielten Festansprachen. Ein Festball beschloß die Feier. Mublbausen. Vor dem alten Krankenhaus hier ereignete sich ein entsetzlicher Unglücksfall. Die vier jährige Tochter des Arbeiters Döring versuchte, vor einem mit Langholz beladenen Wagen aus die andere (bette der Strake u aelanaen. kam dabei zu Fall und unter die' Pferde. Obwohl dem Kutscher, der neben dem Besitzer der Pferde saß, zugerufen wurde, daß ein Kind unter den Pferden liege, hielt er den langsam sahrenden Wagen nicht an, sondern setzte seinen Weg fort. Auch als ein markerschütternder Schrei des Kindes ertönte, hielten beide es nicht für nöthig, von dem Waaen berabusteiaen und sich des Kindes anzunehmen, dem durch die Räder des Wagens der Kopf zermalmt wurde, so daß das Gehirn auf der Straße lag. R e i n st e d t. Ueberfahren und getödtet wurde hier der 73iähriqe Arbeiter Schneider. Er gerieth unter die Räder des von ihm gelenkten Wagens und wurde ihm die Brust zerquetscht. Neuhaldensleben. Vor kurxm stürzte der Knecht Wagner des Ökonomen Dietrichs vom Wagen und starb an den erlittenen Verletzungen. W a l s ch l e b e n. Letztens fiel hier die jung verehelichte Landwirthsfrau Möller über ihre Schwiegermutter her. warf sie in den Ziehbrunnen und versetzte ihr mit emer Hacke wuchtige Sckläae auf den Kopf. ?tn der Annähme, daß die alte Frau nun genug habe, begab sich die Verbrecherin ruhig in ibre Wobnuna. Die bald aus dem Brunnen gezogene Frau konnte noch Alles berichten, dann verlor sie das Bewußtsein. Frau Möller gestand. aus Rachsucht gehandelt zu haben. w o ch a u. öier erschlug der 18jährige Lehrling Franz Steinbein ide Ehefrau seines Lehrherrn während dessen Abwesenheit mit einer Axt. Nur mit Hemd. Hole und dunkler Mütze bekelidet. entfloh er nach der Richtung nach Euenburg. ror!nz Rannet er. Hannover. Die Kaiserin lieh kürzlich durch den Geheimen Regie runqsrath von Rosnawski. der sei 44 Jahren bei der Firma Günther
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Waaner bier beschäftigten Arbeiterin.
Frau Karoline Pape. in Gegenwart des Chefs, der Betriebsleiter und der Arbeitskollegen, eine goldene Brosche alö Anerkennung Zur rreu gueiime Dienste überreichen. Frau Pape. die . m M i r L ich noch groner nuingieii ciyreur, teht im 80. Lebensjahre. Grasdorf. "Einen "tödtlichen Unfall erlitt der Fuhrwerksbesitzer Hermann Barges von hier. Durch einen Fehltritt von seinem mit Steinen beladenen Wagen gerieth er unter die Rader, die ihm über den Kopf Hinwege gingen. Nach wenigen Stunden trat der Tod ein. Sameln. Der acht Jahre alte Scküler Schütte rutschte beim Fischer am Ufer aus und fiel unterhalb der Pfortmühle in die Weser. Ewige Me ter vom Ufer kam er mehrere iltaie wieder hoch und rief um Hilse. Der Gehilfe des Photographen Muller. der gerade des Weges kam, entledigte sich seines Rockes und sprang gleich nach, konnte den Knaben aber infolge des starken Stromes nicht mehr retten. Münckehagen. Die 31 Jahre alte Ehefrau Friederike Körte ist in ibrer Wohnung erhängt, aufgefunden worden. Sie hinterläßt ihren Ebemann und drei kleine Kinder. Die Bedauernswerthe hat die unselige Tbat im Irrsinn begangen, der sich bei ihr seit einem Jahr nach einer schweren Erkrankung ihres Kindes einstellte. V e i n e. ?lm benachbarten Orte Kl.-Jlsede ist bei einem schweren Gewitter der 27?ähriqe Hüttenarbeiter Karl Reusche vom Blitz erschlagen worden. Rensche hatte geschlafen und war im Begriff aufzustehen, als ein Blitz das Haus traf und ihn dann in der Schlafkammer tödtete. S o l t a u. Bei einem Gewitter. das über unsere Gegend heraufzog, wurde eine Frau Hoops vom Blitz getödtet. Sie hatte aus dem Felde des Thierarztes Ehlers von hier Garben gebunden und war beim Ausbruch des Gewitters mit dem Knechte, der das Mäben des Roggens besorgt hatte, und dem Dienstmädchen unter ein Gebüsch von Eichenhestern gefluchtet. Der Knecht ist am Arm und das Mädchen an der Schulter leicht verletzt. MilhelmShaven. Oberheizer Rehbock von der 1 Abtheilung der 2. WerfWivision ist in der Garnisonschwimmanstalt ertrunken. Provinz Westfcrren. Asseln. Verliehen ist dem Rent ner Gustav Prümer und dem Rentner Wilhelm Uebbemann, beide hier, der Kronenorden 4. Klasse. D ö h r e n. Gemeindevorsteher Friedrich Siemer erhielt das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens. Fürstenberg. Dem Fräulein Kotthof von hie? ist von der Kaiserin das goldene Kreuz für vierzigjährige treue Dienstleistung in der Gräfl. von Westphalen'schen Familie verliehen worden. Hamm. Aus dem Zuge gestürzt ist der Bäckergeselle Neese aus Aplerbeck zwischen hier und Bonen. Er hatte sich auf der Plattform vierter Klasse aufgehalten. Schwer verletzt. so daß man für sem Leben furchtet. liegt er im Krankenhause zu Aplerbeck. H i l ch e n b a ch. Den Kronenorden vierter Klasse erhielt der Rektor Ewald Brücher hier, früher in Wanne. L e n n e. Kürzlich verunglückte hier beim Kahnfahren der Wärter W. Thormann. Sofort von zwei Aerzten abwechselnd angestellte Wiederbelebungsversuche waren leider vergeblich. Lüdenscheid. Frau Kommerzienrath Berg hat zur Erinnerung an ihren verstorbenen Gatten 60.000 Mark für die Arbeiter der Firma Wilhelm und Karl Berg gestiftet. Schm echten. Das Gehöft des Ackerwirths Hake ging in Flammen auf und die Bewohner hatten ihre Noth, daß sie sich und das Vieh rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Soest. In der Möbelschreiner''i der Ww. H. Brusis, Brüderthor, ereignete sich ein betrübender Unglücksfall. Der 30jährige Sohn Heinrich kam der Hobelmaschine zu nahe, wobei ihm drei Finger der linken Hand glatt abgeschnitten wurden. W a r b u r g. Maurer Amedick im nahen Benhausen wurde in seinem Hause vom Blitz erschlagen. Wetter a. Ruhr. Unser Ehrenbürger, Kommerzienrath Vorsteher, hat der Gemeinde 32 Hektar Wald und Anpflanzungen auf dem Hark ortberge im Werthe von 45.000 Mark geschenkt. 1R heinprovinz. Barmen. Seinen Verletzungen erlegen ist im städtischen Krankenhause der Fabrikarbeiter Gustav Eckardt Er war aus einem Fenster seiner Wohnung abgestürzt und auf einen Eisenträger in dem nebenan velegenen Neubau aufgefallen, wodurch er le bnsgefährliche Verletzungen erlitt. D ü r e n. Fabrikant Heinr. Schoel ler hat für sich und im Auftrage sei ner Schwester, der Frau Geh. Komer zienrath Philipp Schoeller und der Frau Jung-Schoeller, sowie seiner Schwägerin Frau Guido Schoeller der hiesigen evangelischen Gemeind: die Summe von 60.000 Mark zur Vergrößerung des Gemeindehauses, einer Stiftung der Familie Felix Heinrich Schoeller, überwiesen. Außerdem schenkt Frau Gcheimrath Philipp Schoeller das für den Erweiterungsbau nöthige Grundstück.
Die subjektive Dummheit.
Von Teo von Torn. Uebermäßig gescheit bist Du ja nie gewesen, mein Junge obwohl oder vielleicht gerade weil Du Doktor der Giftmischerei und verwandten Wissenschaften bist. Aber wenn Du das nicht merkst. 9 Forstassessor Semrau hob die Schultern, um sie dann jäh fallen zu lassen, zugleich mit den erhobenen Armen. Diese Geste war ausdrucksvoller, als wenn Rolf Semrau den Konditionalsatz H geschlossen hätte: dann beißen Dich die Gänse! Der Apotheker Dr. Euaen Wurm erfaßte das auch ganz richtig. Er war sonst kein empfindlicher Mensch, namentlich seinem alten Freunde und Schulkameraden Semrau aeaenüber nicht. Aber diese? schroffe Angriff auf seine Intelligenz verletzte ihn doch etwas. Er stützte die gespreizten Finger der Linken auf sein Knie und rückte mit der Rechten an seiner scharfen blitzenden Brille Eugen Wurm's Offensivstellung. Ich meine. Rolf" sagte er. unter Bewegungen des Kopses, die deutlich eine gewisse Empfindlichkeit ausdrückten, daß Du am wenigsten Anlaß. hast, meine geistigen Mbiakeiten herabzusetzen. Ich erinnere Dick nur daran, daß Du im Lateinischen zum Beispiel kaum jemals eine glatte Drei rzieli hattest Wenn ich nicht reaelmänia von Dir ab geklaut hätte", vollendete der Assessor, indem er seine Zimmerpromenade unterbrach. ..das ist ricktia: aber hältst Du das vielleicht für ein Zeichen von Gescheitheit? Es ist im Gegentheil schrecklich dumm, seine Arbeiten abschreiben zu lassen und dann noch außerdem wegen offenbarer Muschelei in Arrest zu gehen, wie Dir das oft genug passirt ist." Wenn Eugen Wurm erregt war soweit davon bei seinem blonden. ausgeglichenen Wesen überhaupt die mede sein konnte stieß er etwas mit der junae an: und so klana es denn mehr gesäuselt als heftig, da er unter emem energischen Griff nach seiner Brille hervordruckste: ..Aber erlaube mal das ist denn doch " Reg' Dich nicht auf. Dr. Eugen Wurm", winkte der Assessor beaütigend ab. Es ist so. wie ich sage. Und wenn Du Dich auf allen Geistesaedieten noch hervorragender bethätigt hättest es giebt eine gewisse subiektive. ganz persönliche Dummheit, die davon nicht berührt wird. Und die hast Du. Sieh mal. mein Junge: Ich weiN, daß der frorstrath Kaßner. ein sonst wenig umgänglicher und widerborstiger alte? Herr, Dich liebt. Auf seine A?t natürlich. Der Mann giebt Dir seine Tochter, das unterliegt keinem Zweifel. Er würde Dich auf Wunsch sogar adoptrren. wenn Du nicht ein so grausamer Abderit in allen Dingen des edlen Weidwerks wärest. Die Vorliebe des Forstraths für Dich geh: so weit, daß er mich seinen ihm von Staats wegen zugetheilten Assessor, den e? unbeg?eifliche?weise fü? einen Windhund hält, nu? deshalb einige?maßen familiär nimmt, weil ich mich Deiner Freundschaft rühmen kann! Mach' nicht so ein Unverstandliches Gesicht, Dr. Eugen Wurm, es ist, wie ich sage. Und wenn Du das nicht selbst bemerkt hast, dann liegt das eben an der subjektiven Dummheit, von der ich sprach. Was nun Fräulein Agathe Kaßner betrifft, so versagt hier Dein Intellekt womöglich noch drastische?. Sag' mal, bist Du wi?klich de? Meinung, daß dieses st?otzende gesunde, munte?e Landkind alle die scheußlichen Mixtu?en und Latweege thatsächlich benutzt, die es bei jedem Stadtbesuche in de? Hi?schenapotheke aufkauft? Das einzig Plausible, was sie holt, ist St?ychnin fü? das Raubzeug. Alles ande?e abe? ? Die ungezgHlten Djiten Kamillenthee, Schweize?pillen, Lede?zucke?, Salmiakpasiillen, Cachou, Sennesblätte?, B?ustpulver und wie das Zeug sonst noch heißt davon ist doch jedes G?amm ein Sympathiebeweis, jede Schachtel eine halbe Liebese?klärung! Me?kst Du denn das nicht. Mensch!? We? soll das alles genießen auf dem Uhlenkamp, he!? Da ist ein jegliche? pöbelhaft gesund, daß Du in einem Jah?e die Bude zumachen könntest, wenn Du von deren Gebrechen abhingest! Denn Antlitz hellt sich auf ich schließe daraus, daß Du mich endlich begriffen hast. So folge also meinem Rath und nutze die Einladung für morgen aus. Fahr' zur Jagd nach dem Uhlenkamp. Aber schieße nicht mit dem Gewehr Du könntest ein Unglück anrichten sondern schieße los mit Deiner E?klä?ung. DanI k?iegst Du die Agathe und ich habe meine Ruh' vo? Deinem ewigen Liebeskumme?, de? mi? nachge?ade fad ist. Hast Du abe? miede? nicht die Cou?age, so bist Du ;ine noch g?otze?e culpe als ich taxi?e und die Kaßne?s können dann mit den aufgekauften Speze?eien nächstens ewe Konku??enzapotheke aufmachen. Au! Zum Donne?wetter, laß meine Hand los! Veeflucht nochmal wenn Du nur die Hälfte der toast in Deiner Seele hast, wie eben in der Pfote, so geht alles gut!" Die Herraottsfrühe eine wunder
vollen HerbstmorgenS. Also, wie gesagt, Herr Doktor " flüsterte Fräulein Agathe Kaßner. deren frisches Apfelgestcht von der Morgenkühle, vom Jagdfiebec und vielleicht auch noch aus einem anderen Grunde glühte wie eine ?othe Reinette auf de? Sonnenseite; möglichst leise ge?äuschlos damit wi? den beaven Bock nicht ve?g?ämen, de? übe? jene Richtung wechseln muß. Hie? ist auch schon unse? Ansitz, die Kanzel steigen Sie nu? hinauf, He?? Dokto?." Abe? mein gnädiges Fräulein", lispelte Eugen Wu?m pochenden He?zens unte? eine? Unzahl von Ve?beugungen, ich bitte Sie nach Ihnen, selbstve?ständlich nach Ihnen!" Nein, He?? Dokto? das ist gar nicht so selbstve?eständlich." erwiderte die Kleine, indem sie noch tiefer erröthete und ein reizendes Schmollgesichtchen aufsetzte. Dem Apotheke? dämme?te nun endlich das Ve?ständnih fü? die Situation auf und e? wu?d? seine?seits um eine Nuance ve?legene?.. Ach so jawohl natü?lich!" stieß e? he?vo? und klette?te unve?züglich die Leite? hinauf, wobei ihm sein Schießgeweh? gräßlich hinderlich wa?. Beinahe wä?e e? damit he?untergeschlagen; aber er hielt sich fest
und kam denn auch glücklich oben an. Darf ich Ihnen behilflich sein, gnädiges F?äulein?" fragte e? laut, indem e? niede?kaue?te und dem jungen Mädchen die Rechte entgegenstreckte. Ssst um Gottes Willen leise!" raunte die Kleine, die die schwanke Leiter gewandt wie ein Kätzchen hinankletterte. Und bewegen Sie sich nicht so viel, die Kanzel ist nur leicht gebaut. Ich danke Ihnen!" Damit entzog sie ihm ihr Händchen und ordnete umsichtig die Sitze an. Hier, Herr Doktor, nehmen Sie Platz. Von einem bestimmten Zeichen ab, das ich Ihnen gebe ich werde den Finger aus den Mund legen sprechen Sie kein Wort und machen keine Bewegung mehr! Das ist das wichtigste. Ve?sp?echen Sie mi? das?" Alles, mein gnädiges F?äulein. alles!" jauchzte Eugen Wu?m bewegten He?zens ein Tonfall, de? F?äulein Agathe anscheinend nicht unsympathisch be?üh?te, sie aber doch zu einem nochmaligen warnenden sst!" ve?anlaßte. Nun wollen wir noch schnell verab?eden, we? von uns beiden schießt, wenn wir den Bock wirklich zum Schuß bekommen. Wollen Sie, Herr Doktor, oder Nach Ihnen, selbstverständlich nach Ihnen! Ich werde wohl überhaupt nicht zum Schießen kommen; denn ich habe vo?hin bemerkt, daß ich in der Eile einige Rollen Zwanzigpfennigstücke erwischt habe anstatt der Patronen " Aber ich bitte Sie! Wie ist denn daS möglich! Und ich kann Ihnen nicht einmal aushelfen mein Drilling hat ein anderes Kaliber." Das will ich glauben, gnädiges Fräulein. Meine Büchse ist nämlich eigentlich eine sogenannte Nilpferdkanone, ich habe sie von meinem seligen Vater geerbt, de? einmal mit Stangen in Af?ika gewesen ist. Das macht ja nichts, F?äulein Agathe ich würde nicht geschossen haben, um kein Unglück anzu?ichten " Still jetzt", flüsterte das junge Mädchen, indem es mit den hellen Augen scha?s zum jenseitigen Wald?and hinübe?spähte. D?. Eugen Wu?m wa? abe? de?a?t schön in Fah?t, daß ihn keine Macht de? Welt gehinde?t hätte, endlich sein He?z auszuschütten. De? belebend sonnige ftische Morgen, die E?innerung an Rolf Semrau's unwiderlegliche Deduktionen, die enge Nähe des geliebten Wesens alles das weckte in ihm ein entschlossenes jetzt oder nie!" Und er sprach de? inneren Erregung entsp?echend, zwa? mit den unbeholfenen S-Lauten, abe? glatt, unaufhaltsam und mit zunehmende? Verve: Nein. F?äulein Agathe ich we?de nicht schießen, ich werde endlich losschießen, wie mein Freund Semrau sagt. Ich werde Ihnen sagen, was mein Herz diese ganzen langen Monate über bewegt, was es gelitten hat unter der schrecklichen Ungewißheit! In diesem weiten, herrlichen Gottesdome nein, F?äulein Agathe, legen Sie nicht den Finge? auf den Mund, heißen Sie mich nicht schweigen! T?eten Sie mi? ?uhig weite? auf den Fuß das alles wi?d mich nicht hindern, mi? die Gewißheit zu holen, die ich b?auche, um leben zu können! In diesem werten. he??lichen Gottesdome, wo uns niemand hö?t als der Höchste, der in mein Herz sieht und weiß, wie treu und ehrlich ich es meine kneifen Sie mich nur weiter, F?äulein Agathe! hie? endlich habe ich den Muth, mich Ihnen zu Füßen zu we?fen und ..." Ein K?achen und B?echen. Dr. Eugen Wuem hatte bei seinem elastischen Fußfall eine de? leicht aufgenagelten Latten he?ausgebrochen und auße?dem die Verbindung der Kanzel mit der Kiefer gelockert, an de?en Stamme sie e??ichtet war. Ein hef tiges Schwanken dann ein Schrei und die Jagdgesellschaft hing festgeklammert an der Kiese?. Die Kan,el unter ihnen war zusammengefallen
und drüben setzte der Bock in we ter Flucht zu Holze. Fräulein Agathe Kaßner ließ sich sofort herab. Als Tochter eines weidgerechten Jägers hatte sie keinen Sinn für die Komik der Situation und zunächst auch für nichts anderes. Sie dachte jetzt nur daran, daß der Bock vergrämt worden war und daß Papa sie nun auslachen würde wegen dieses Tölpels. Und ungefähr wie Tölpel" lautete es auch, was Dr. Eugen Wurm in seine? luftigen Höhe zuletzt noch zu hören bekam. Uebermäßig gescheidt bist Du ja nie gewesen, mein Junge obwohl oder vielleicht gerade weil Du Doktor der Giftmischerei und verwandten Wissenschaften bist. Aber wenn Du einer Jägerstochter Deine Liebeserklärung beim Ansitz auf der Kanzel machst. . ." Wiede?um hob de? Fo?stassesso? Sem?au die Schulte?n, um sie dann jäh fallen zu lassen, zugleich mit den e?hobenen A?men. De? Apotheke? wa? heute noch em. pfindliche? als gestern; die linke Hand konnte er zwa? auf dem Knie nicht speeizen, weil diese Hand reichlich mit Heftpflaste? beklebt war. Die Rechte
hatte er sich übe?haupt ve?knackst und t?ug sie in de? Binde. Dafü? äußerte er sich um so heftiger: Das ist alles Unsinn verstehst Du? was Du gestern und heute hingeredet hast! Ein Mädchen, das einen Mann liebt, schaut nicht nach so einem dummen Bock aus, wenn von ihrer Liebe die Rede ist " Das meinst Du, der keine Ahnung hat, was so ein Ansitz für ein weidge?echtes He?z bedeutet!" Die läßt diesen Mann nicht zwischen Himmel und E?de hängen " Na, sollte sie Dich vielleicht ?unte?fchütteln wie eine reise Pflaume!?" lind vo? allen Dingen sagt sie nicht Tölpel zu solchem Manne!" Weshalb nicht, mein Junge wenn man einem Mädchen mit einem so schlagenden Beweis subjektiver Dummheit kommt aber laß Dich nicht stören, da ist eben jemand in Deinen Giftladen gekommen." Dr. Eugen Wurm trat aus dem Privatkontor in die Apotheke. Fräulein Agathe " stammelte er unte? lebhaftem Fa?benwechsel. Guten Tag, ?? Doktor," hauchte die Kleine. Darf ich vielleicht für fünfzig Pfennig Heftpflaste? bitten?" Heftpflaste? seh? wohl. Aber Sie haben sich doch nicht e?nstlich weh gethan?" Nein so gut wie ga? nicht. Ich ich bin eigentlich nu? gekommen, um Sie um Entschuldigung zu bitten. Ich wa? ?echt unfteundlich. . . es wa? wi?klich nur wegen des Rehbocks und in dem allerersten Aerger. Ich habe ganz bestimmt gedacht, Sie wü?den noch zum F?ühstück zu uns kommen. Wie Sie dann nicht kamen habe ich mich seh? geängstigt und gegrämt und. . . die ganze Nacht habe ich nicht geschlafen und deshalb. . ." Was !" jauchzte Dr. Eugen Wurm mit f?ohbewegte? Stimme, indem e? hinte? dem Ladentisch he?vo? auf sie zu stü?zte und ih?e beiden Hände ergriff, die sie ihm gern überließ. Sie haben fich gegrämt und die Nacht nicht geschlafen um mich!? Um mich, Fräulein Agathe!? O o Fräulein Agathe in diesem weiten, herrlichen Gottesdome. . ." Glücklicherweise kam Dr. Eugen Wurm nicht weit mit dem Unsinn, seine Giftbude als einen Gottesdom anzusp?echen. F?äulein Agathe Kaßne? lehnte ih? Reinettengesicht an seine Schulte? und so hatte die subjektive Dummheit doch gesiegt. Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! 14 12 6 6 4 tilge zwischen Indianapolis und incinnati. Züge zwischen Jndianapoll und Dayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. Züge zwischen Indianapolis unv Springsield, Illinois. Parlor Waggon an allen Zage! and GaUas waggon an allen Racht-Zuge . Indianapolis Office': Union Bahnhof und 8,Rord Illinois St. R. P. lgeo, D. P. . LUKE ERIE & WESTERN R. P, dti es f t.Cfficf : l np ashmgton St? . Vhone an. Fahrzeit der Züge.. . bfadrt Xarnaft Ihn. B Tskdo. Uicago und lchlgan Arreetz. 7.15 no.ll Rm. m. Kolcdo, Tttrol! nb Huago St tl&SO f IM Nu . v. IRta)taa tt, fRancit n.8afoBtttL.t 6.50 t Taglich, augenommen Sonntag.
