Indiana Tribüne, Volume 30, Number 29, Indianapolis, Marion County, 26 September 1906 — Page 1
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Erscheint jeden Nacknnittag. Jahrgang 30. Indianapolis, Ind., Mittwoch, 26. September 1906 No. 29. - i 1 - ! " "
Poftzug verunglückt. Acht Personen wurden getödtet. Peru, Ind.. 26. Sept. Ein Poft Schnellzug der Wabash Bahn traf Mittwoch früh in voller Fahrt auf eine offene Weiche nahe Catlin, Jlls,, und da der Zug fofort in Brand gerieth, befürchtet man schwere Verluste an Menschenleben. Der Maschinist und der Heizer deS ZugeS werden der mißt, und soweit man bis jetzt hört, verloren 8 Leute ihr Leben. Das Unglück wird als eines d:t schwersten der Bahn betrachtet. Die Verwunde, ten wurden nach Danville. JllS., ge bracht.
Beging seldfimord. Jeffe Sterne endet sein Leben. Im Stalle hinter seiner Wohnung. 1317 West 31. Straße, wurde Mittwoch Mittag Jeffe Sterne, ein Grund. eigenthumS'Agent. todt aufgefunden. Sterne beging Selbstmord, indem er sich eine Revolverkugel m die Brust jagte. Er hinterläßt Frau und vier Kinder. tt. E. Shortridge verleyt. Durch einen Jntermbanwagen überfahren. A. C. Shortridge aus Jrvington, ein alter theilweise erblindeter Mann, wurde Mittwoch Mittag von einem Greenfield Jnterurbanwaggon getrof. fen. DaS rechte Bein wurde ihm zer. malmt. Der Verletzte wurde nach dem Diakoniffen.Hofpitale gebracht. Shortridge ist der Gründer der Shortridge-Hochschule, welche wahrend seines Termins als Schulsuverinten. dtnten gegründet wurde. Auch ist er ein prominente Mitglied des Direkto riumS der Butler Universttüt. i Rosa Rordma. i Im besten Alter von nur 32 Jahren starb am Mittwoch früh Frau Rosa Nordmann. Gattin von Fred. Nord, mann in ihrer Wohnung. 213 West 18. Straße, an einem Herzleiden, an welchem Frau Nordmann schon über 8 Monate litt. Frau Nordmann war eine geborene Obergfell. die sich eines großen Kreises von Verwandten er freute, aber zugleich auch einen großen Kreis von Freunden sich erwarb, die der lieben Verstorbenen treu ergeben waren und die deren frühen Tod mit dem tiefgebeugten Gatten auf'S In nigfte betrauern. Die Beerdigung findet am Freitag Nachmittag von dem Trauerhause aus statt. Lieber brummen, als bezahlen. Well, ich werde meine Strafe nicht bezahlen, sondern ich werde dieselbe im Gefängniß abbrummen", sagte gestern Vormittag der wohlhabende Milchhünd ler Louis Etter von New Augufta zu dem Polizeirichter Whallon, der ihn soeben um 810 und Kosten gestraft hatte. Der Richter war damit einver. standen und Etter wurde über die Straße in'S Gefängniß gebracht und eingesperrt. Inspektor Latta von der Gesund heitSbehörde hatte gestern Morgen eine Probe Milch aus den Kannen des Etter genommen und dieselbe chemisch untersuchen lassen. Die Milch enthielt nicht die gesetzlich vorgeschriebene An zahl Prozente Fettgehalt, worauf Etter verhaftet und bestraft wurde. E i n F a ß m i t ungelöschtem Kalk, welches an der Ecke der Pennsylvania und Market Str. vor dem Gebäude der American National Bank stand, explo dirte gestern Mittag mit lauten Krache, seinen Inhalt nach allen Richtungen schleudernd. Joseph B. Losh, 547 Oft Market Str., der zur Zeit vorüber ging, wurde völlig von dem nassen Kalk besudelt. Er machte sich sofort auf die Suche nach dem Eontractor. Einige andere Passanten erhielten gleich, falls ihren Theil. Bon dem Kalke der brannt wurde anscheinend niemand.
Ueberfaü im Stadteentr. Alter Mann um seine Werthsachen beraubt.
Joe Reese. 724 Harris on Str.. ein 69 Jahre alter Mann, wurde gestern kurz nach 11 Uhr in der Maryland Str.. nahe der Illinois Str.. von Straßenraubern überfallen und aus geplündert. Reese, der zur Zeit die Straße ent. lang ging. sagt, daß plötzlich zwei Kerle aus demDunkeln auf ihn lossprangen, ihm die Kehle zudrückten und dann ihn seiner gesammten Baarfchaft im Be trage von $39, sowie auch seiner gölte nen Uhr beraubten. Der Mann war durch den frechen Ueberfall, sowie auch durch die ihm zu gefügte rauhe Bchandlun völlig außer aller Fassung gebracht. Polizei' wurde sofort zur Stelle be ordert, doch gelang eö nicht der Ban oiten, welche längst entflohen waren, habhaft zu werden. Warnung vor PofianweisnngSFälscher. Die Beamten deS hiesigen BundesPostamtes find vom Poftinspektor A. R. HolmeS von Cincinnati gewarnt worden, sich vor einem Schwindler, der BundeS'Poftanweisungen fälscht und in diesem Theile des Landes jetzt sein Unwesen treibt, zu hüten. DerSchwind. ler kauft sich eine Postanweisung für eeinen kleinen Geldbetrag, fälscht dann eine größere Zahl in dieselbe, und beim Einkauf von kleineren Waaren läßt er sich die Postanweisung in Baargeld wechseln. Der Fälscher wird als ein Mann von 60 Jahren alt beschrieben, sechs Fuß groß und mit leicht ergrauten Haaren. Todt z Bodeu geftnrzt. Om. Carr, an der Lambert Straße wohnhaft, ein Angestellter in dem Reparatur.Waggon No. 9 der Straßen bahn.Gesellschaft stürzte gestern Abend kuez nach 10 Uhr an der 31. und Illinois Str. in dem Waggon zu Bo. oen und bauchte seinen Geist auf. Der Führer deS WagenS. M. C. Milan, 73 Nord Laura Str., fuhr mit voller Kraft nach der Ecke der Ohio und Jlli nois Straße, von wo er einen Ruf zu dem Dispenfarium einsandte. Als der Arzt erschien, konnte er jedoch nur den Tod konftatiren. Die Leiche wurde im Krankenwagen nach der städtischen Todtenkammer ge bracht und der koroner von dem Vor fall in Kenntniß gesetzt. ES wurde nichts an dem Todten gefunden, wel cheS irgend welche Aufklärung über die gamiltenverhältniffe desselben gab. Carr war erst am Montag in seine Stelle eingetreten. Man vermuthet, daß Herzschlag die Ursache deS plötzlichen TodeS ge wefen ist. Ei vermuthlicher Thierqnaler verhaftet. Jack Edwards. 323 West Maryland Straße. Kutscher der Firma Blanchard & Millinan. wurde gestern an derEcke der 30. und Clifton &nrße von dem Beamten Roach verhaftet und nach der Polizeiftation abgeführt, wo eine An klage auf Thierquülerei gegen ihn er. hoben wurde. Edwards hatte ein Gespann vor seinem Wagen, mit welchem er wahrscheinlich in grausamer Weise durch die Straßen gerast ist, denn an der odengenannten Stelle stürzte eines der Thiere todt zu Boden. Als der Beamte ankam, um den Sachverhalt festzustellen, zitterte das andere vor Ueberanftrengung. und wr wie aus dem Waffer gezogen über und über mit Schweiß bedeckt. Da der Polizist der. muthet, daß der Kutscher dte Thiere durch zu scharfe Treiben üderan strengte, und das eine der Pferde zu Tode getrieben hat, so nahm er ihn so sofort in Haft, um ihm Gelegenheit zu geben, sich wegen seiner unmenschlichen Handlungsweise vor dem Polizeirichter zu verantworten.
Selbstmord in dcrStation. Glin pringle erhängt sich in der Zelle.
Angestellte Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Olin Pringle, 52 Jahre alt, ein Eisenbahnarbeiter, 422 Division Str., beging gestern Nachmittag in der Polizeistation Selbstmord durch Erhängen. Pringle. der am Montag in der Station als irrsinnig eingeliefert wurde, hatte seither in einer der seperaten Zel len im ersten Stockwerke der Station verweilt, und obgleich der Mann schon von Anbeginn Zeichen einer Selbstmordmanie zur Schau trug, glaubte man dennoch denselben so unter Aufficht zu haben, daß derselbe gegen Ausführungen derartiger Anwandelun gen geschützt sei. Am Nachmittage gegen 4 Uhr, als Besucher in der Station sich seiner Zelle näherten, bemerkten sie, daß der Mann regungslos an der hinteren Wand stand, ohne auch nur das ge ringfte Lebenszeichen von sich zu geben. Beim genaueren Hinsehen bemerkte eine der Damen, daß Pringle's Füße frei vom Boden waren und in der Ahnung dessen, daß man eö hier mit einem Selbstmörder zu thun habe, sank sie halb ohnmächtig in die Arme des hinter ihr stehenden Gatten. Der Schließer, sowie auch die übrigen Beamten der Station wurden fofort zur Stelle gerufen, und auch die Diö. pensariumürzte eilten herbei. Pringle. der sich an einem Haken an der Wand mit seinem Taschentuche er hängt .hatte, wurde abgeschnitten und Wiederbelebungsversuche wurden ange stellt. Leider ohne Erfolg. Der Tod mußte bereits vor längerer Zeit eingetreten sein. Schließer Al. Mathew. der die Aus. ficht zur Zeit imGefüngniß führte, sagte aus, daß er den Mann noch 20 Minu. ten vor der Auffindung sah und den selben in gutem Humor fand. Der Coroner wurde von dem Selbstmorde benachrichtigt. Jener schnell gelöscht. Feuer, brach gestern im Möbelladen deS Albert Hutchinson im Smith Hotel Gebäude, 344-346 Oft Washington Straße, aus. Das Feuerwehr Depar. tement war schnell zur Stelle und der hinderte durch energische Loscharbeiten, daß das Feuer fich auf das große große Waarenlager des Geschäftes aus breiten konnte. DaS Feuer brach zu erft in einer Matratze im zweiten Stock werke deS Gebäudes aus unbekannten Ursachen aus und am Anfange hatte eS den Anschein, als ob die großen Lager von leicht brennbaren Möbeln vernichtet werden würden. Die Feuerwehr leute bahnten fich aber energisch einen Weg durch den dicken Rauch und in wenigen Minuten waren die Flammen mit Chemikalien gelöscht. Der Scha. den betrügt mehrere Hundert Dollars. Neger erhält gesalzene Strafe. Der Neger JameS Tucker wurde in der Montag Nacht in der Jndiana Ave. verhastet, da er ein junges Mädchen insultirt hatte. Der Neger war be trunken und ging in die Apotheke deS EharleS Norton, 502 Jndiana Ave., wo er ein vierzehnjähriges Müd chen an den Röcken zupfte. DaS Müd chen fing an zu schreien und mehrere Kunden in der Apotheke eilten zur Hülfe deS KindeS. Tucker wurde von einem Manne in'S Gesicht geschlagen, worauf dieser mit einer leeren Bier flasche seinen Angreifer zu Boden schlug. Wenige Minuten später er. schienen die beiden Polizisten Brady und Henry, welche den Neger in einer nahegelegenen Billardhalle verhafteten. Gester wurde der Neger Tucker, nach, dem er seinen Rausch auögeschlafen hatte, um $50 gestraft und muß außer, dem noch 30 Tage im Gefängniß brummen.
Krieg in Jrvington
Zwischen Bürgern und Baumzersiörern. In Jrvington ist wieder einmal der Krieg zwischen den Bürgern und den Angestellten der Telephone Co. ausge. krochen. Eine Frau fand einen der Draht, spanner im Baume vor ihrem Hause, wo derselbe gerade mit dem Absägen von Aeften beschäftigt war. Als der Mann v.r Aufforderung, den Baum in Ruhe zu laffm. nicht Folge leisten wollte, ging sie in'S Haus und kehrte mit einem großen Armee Revolver zurück. Die Aefte find bis jetzt noch nicht abgesägt. Zwischen Jrvington und Downey Avenue versuchten Drahtspanner ihre Drähte direkt über die Grundstücke hin weg zu legen, suchten aber, um den Weg zu säubern, im Hofe von Prof. Jebez Hall einen Baum umzuschlagen. Der Profeffor suchte in Güte mit den Leuten zu unterhandeln und fie zu bewegen das Vorhaben aufzugeben. AIS dieses aber nichts nutzte, und die Männer trotz alleoem mit Aexten zur Stelle rückten, nahm der Profeffor einem derselben die Axt aus der Hand und versprach feierlichst auf den ersten Wandalen loszuschlagen, der an seinen Baum die Axt legen würde. Der Baum steht noch. Seit in Jrvington die Bäume vor dem College umgeschlagen wurden, ha den fich die Bürger aus die Hinterbeine gesetzt. Muschelfischer in Jndiana. In den letzten Tagen ist der Ohio niedrig genug geworden, um den Muschel'Fischern den Betrieb zu geftat ten, und dieselben haben bereits Waggonladungen der Muscheln gesammelt. Die Muscheln werden nach Muöcatine in Iowa gesandt, wo fie zu Knöpfen verarbeitet werden. Vor etlichen Jahren betrieb man die Muschelfischerei stark und fand dabei mitunter recht kostbare Perlen. In den letzten zwei Jahren hat man im Wabash Fluffe bei VincenneS schöne Perlen gefunden. Einer der New Albanier Fischer soll neulich im Ohio eine Perle gefunden haben, für die ihm angeblich $500 geboten wurden. Die Geschichte scheint aber erfunden zu sein. Noth-Schmitt. Die Trauung von Frl. Bertha C. Roth. Tochter von Herrn und Frau Matth. Roth, mit Herrn Georg Edmund Schmitt fand gestern in der St. Marien Kirche statt. Ehrw. Pfarrer Scheidler nahm den Trauakt vor. Frau Frank Roth war die Ehrendame, Frl. Jda R. Batliner die Brautjunger, während Herr Emil I. Schmitt, Bru der deS jungen Ehemannes, als Braut führer fungirte. Die Herren Frank Roth und P. P. Steidle waren als Ceremonienmeifter thätig. Nach der Trauung wurde im Haufe der Braut eitern das Hochzeitsmahl servirt und am Abende wurden die Verwandten vom jungen Ehepaare empfangen. Nach dem 1. Oktober werden Herr und Frau Schmitt ihre Gäste im eigenen Heime, 3543 Oft 16. Str., empfangen. Geistreich, aber nicht galant. Bei der Wredergabe der Erhebung eines deutschen Statistikers übe? die Zahl der Stunden, die die Frauen vor dem Spiegel in ihrem Leben zu verbringen pflegen, wird an eme geistreiche, aber nicht gerade galante Erwiderung des berühmten Kanzelredners Pater Montfabre erinnert. Eine Dame hatte ihm in der Beichte eines Tages anvertraut, fie habe sich sehr lange und sehr gefällig im Spiegel angesehen und als neue Sünde zugestanden, fie habe fich sogar hübsch gefunden. Irrthum ist keine Sünde." erwiderte der Beichtvater trocken. "Die Erdpole schwanken im Jahre um 15 bis 17 Meter, was zu einer geringfügigen Veränderung der geographischen Breite aller Punkte an der Erde führt.
Staatsvcrband der Ar-Better
Hält seine 22. Jahresversammlung ab. Wichtige Geschäfte kommen heute zur Erledigung. In der schön dekorirten Columbia Halle wurde gestern die 22. Jahres, fitzung der Jndiana State Federation of Labor durch ein Gebet von Pastor I. H. Bornet eröffnet. Präsident Theodore Perry von der Central Labor Union hieß die Delega ten willkommen und übergab denselben den Schlüffel zu Stadt." Der zweite Vize-Prüfident, Herr O. P. Smith auö Logansport beantwor tete den Willkommengruß und betonte besonders daß die Delegaten aus allen Theilen des Staates besonders stolz auf Indianapolis feien. Präsident Per kins gab darauf die Namen der der fchiedenen Komitemitglieder bekannt. Pastor Barnett hielt eine Anrede, in welcher er ihm zur Notiz gekommene Sachen, während er ein Delegat zur Convention gewesen, erwähnte. Als Mitglied der Typograph! No. 1. als Freund und als Unionist wünsche er derselben Erwähnung zu thun. Zuerst ermähnte er die sogenannte Unfair" Lifte, sagte, daß viele der Unionen ihre Kräfte durch unerlaubten Gebrauch derselben zersplittern, und ihren Opponenten mehrGuteS wie Scha den verursachten, indem fie das Geschäft derselben annonzirteu. Laßt das Motto Belehrung fein, anstatt Agitation", schloß er seine Anrede. Auch sprach er gegen die langen Ar. gumente über kleine Sachen, welche bester kühleren Nachdenken zu überlas sen seien. Er empfahl keine persön lichen Sachen vor die Unionen zu brin gen und befürwortete gegenseitigen Bei. stand in der Unterstützung des Union L abels durch alle Unionen. Die Ansprache wurde mit solchem Beifall aufgenommen, daß der Vor schlag angenommen wurde, diese unoerkürzt dem Protokoll der Versammlung einzuverleiben und dem Pastor ein Dankesvotum abzustatten. Eine Zuschrift von der BarbierUnion, daß die Delegaten nur Barbierftuden mit Unionkarten besuchen sollten, wurde angenommen. Der StaatS.Verband ist stärker wie ie ;uvor: 20 neue Unionen wurden zur t- u - - i--Mitgliedschaft zugelassen, und weite Applikationen liegen vor. Auch eine Anzahl Damen befanden fich unter den Delegaten; dieselben der traten FrauenUnionen. Andere waren mit ihrenMännern nach hier gekommen. Heute wird der wichtigste Tag der Convention sein, da erstens die neuen Beamten erwählt werden, zweitens höchstwahrscheinlich die Pläne bezüglich politischer Aktivität der UnionS zur Sprache gelangen werden. Die Convention ist von besonderer Wichtigkeit, weil eben jetzt die UnionS im ganzen Lande die Frage der Ein Mischung in die Politik erwägen. Heute Abend findet nach Schluß der Geschäfte ein Banquet in der Columbia Halle statt. Die Negerin Carrie Duncan, 648 Chalott Straße, wurde gestern von dem Beamten BateS festgenommen und nach der Krankenzelle deS Gefüng niffeS gebracht, von wo fie nach der Irrenanstalt befördert werden wird. Die Irrsinnige wurde vor einiger Zeit von ihrem Bruder aus der Anstalt ge nommen, da fich ihr Zustand wesentlich gebessert hatte. Vor einigen Tagen stellten fich jedoch fixe Ideen bei der Kranken wieder ein, indem fie fich ein bildete, daß fie eine Reise nach der alten Heimath Afrika" machen würde. Von dieser Zeit an, war die Kranke nicht mehr zu bändigen, und als dieselbe ge ftern Naazmittag ihre Wohnung flüchtig verließ, ordnete der Bruder ihre Festnahme an, um fie nach der Irrenanstalt zurückzubringen.
Jonng Meus Zuftitute
Hält MschSfts-Sitzung hier ab. Die Delegaten und Mitglieder des Young MenS Institutes wohnten gestern Morgen einer Hochmesse in der St. Johannes Kirche bei. Die Sitzung wurde nach derselben in der ConventionS Halle an der Nord Straße durch Supreme Präsident Wm. M. Fogerty eröffnet. Bischof O'Donaghue sprach ein Gebet. Präsident Fogrrly machte darauf die Namen der verschiedenen Komite Mitglieder bekannt. Am Nachmittag reichten die verschiedenen SupremeBe amten ihre Berichte ein und machten später alle Delegaten eine Rundfahrt durch die Stadt. . Am Abende wurde zum Besten der auswärtigen Delegagen ein Banquet ge geben. Bischof O'Donahue hielt die Festrede. Eine Anzahl Geschäfte, wel che für die Organisation von größter Wichtigkeit find, werden zur Erledigung gelangen. BorbereUnnge zur ßerbftwahl. John RuckelShaus. Vorfitzender deS republikanischen County Comites und T. P.DaviS, Vorfitzender deS demo kratischen County.Comites find zur Zeit eifrig an der Arbeit, um alle einleitende Schritte zu einer aggressiven Wahl Campagne vorzubereiten. Im republikanischen Hauptquartier ist man mit der Auswahl der Ward und Precinct'Executiv'Comiteö bereits ziemlich fertig. Für jedes Precinct find zwanzig bis fünfundzwanzig angesehene Republi kaner als ein Comite ernannt worden, welche während der Wahlcampagne in ihrem Distrikt für ihre Kandidaten arbeiten werden. Diese Comites haben hauptsachlich darauf zu sehen, daß alle republikanischen Wühler am Wahltage zu den Wahlplützen kommen und ihre Stimmen abgebm. Das demokratische Hauptquartier ruft Versammlungen in den Wardö und PrecinctS ein und allabendlich finden solche statt. Die Demokraten haben auch in allen WardS tüchtige Arbeiter, welche auf die Wähler Ein fluß ausüben. Von beiden Seiten find zahlreiche gute Sprecher in Aus ficht genommen, welche während der Campagne Reden für ihre resp. Par. seien vom Stapel lassen werden. Der demokratische County.Vorfitzende DaviS beabsichtigt ernstlich. Hrn. Wm. JenningS Bryan zu einer großen Mas senversammlung kurz vor der Wahl nach Indianapolis kommen zu lassen. Fairbank. Zahlreiche Besucher sprachen gestern Abend ihr aufrichtiges Bedauern aus, daß Prof. Liberati und seine Militär. Kapelle und seine OpernsängerTruppe nicht schon früher während deS Som mers nach Indianapolis gekommen feien, da die Kapelle eine der besten ist, welche in diesem Jahre im Fairbank Conzerte gegeben hat. Alle Musik und GesangSftücke wurden lebhaft applau dirt und die Solisten wurden gezwun gen, Extra. Stücke vorzutragen. Die aus fünfundvierzig italienischen Musikern zusammengesetzte Kapelle hat einen vorzüglichen harmonischen Vortrag und gestern Abend beim Spiel einer ungarischen Rapsodie brach daö Publikum in rasenden Beifall aus und das Bravorufen" wollte kein Ende nehmen. Sig. Allefandro Liberati der Kapellmeister deS Orchesters, spielte selber ein Solo auf dem Cornet, wel che aus solidem Goldbestand; Cheval lier Alberto Guille, Tenor, und Frl. K. Klaver, Primadonna, sangen ein ausgezeichnetes Duett; alle anderen Quartette von den berühmten Sängern und Sängerinnen des Ensemble'S vor getragen, fanden ebenfalls großen, wohlverdienten Beifall. Klassische und populäre Mufii von Berdi, Ponchielli, Rossini. Bizet und von modernen Komponisten waren Glanznummern. Konzerte finden alle Abend in dieser Woche in Fairdank statt und am Samstag Nachmittag ebenfalls.
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