Indiana Tribüne, Volume 30, Number 28, Indianapolis, Marion County, 25 September 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, S Septeber 1906

Der Ilnch z drr bösen That - t Ein Tomaii us drr flioften ttMt von z2 Gregor Samarow (Fortsetzung,) Ich sann Ihnen das Versprechen nicht geben." erwiderte sie, weil ich, auch wenn die Welt keine Schranken zwischen uns gestellt hätte, nur ebenso sprechen könnte weil ich an Ihre Liebe nicht glaube und weil ich dieselbe niemals erwidern kann. Eine Lüge habe ich noch niemals ausgesprochen und auch Ihnen bin ich die Wahrheit schuldig. Wir waren gute Freunde und wollen es bleiben, mehr verlangen Sie nicht von mir. mehr kann ich Ihnen nickt bieten." Lara," rief er, das will ich, das werde ich nicht glauben ich werde von Ihnen nicht lassen und die Flamme meiner Liebe wird auch Ihr Herz erwärmen!" Noch stolzer erhob sie ihren Kopf; ihre Augen flammten drohend auf und mit eisiger Kälte sagte sie: Das wird niemals geschehen, Herr Graf! Ich kenne mein Herz, und über mich wenigstens täusche ich miö? nicht. Ich werde Ihnen dankbar bleiben für die freundliche Gesinnung, die Sie mir bewiesen, aber ich erwarte und verlange, daß Worte, wie in diesem Augenblick, niemals wieder zwischen uns gesprochen werden. Sie werden niemals von mir lassen, sagen Sie? Sie werden es können, leichter können, als Sie es vielleicht in einer jugendlicken Aufwallung glauben Sie werden es müssen, denn ich schwöre es Jhnen. wenn Sie noch einmal Worte wie diese zu mir sprechen, so werde ich d?n Schutz der Gräfin und den Schutz ?lhres Vaters anrufen." Lara,"' nes er außer sich, ist das Ihr letztes Wort?" ,.ck werde niemals ein andere: sprecjen." erwiderte sie, und ich werd? es." fuhr sie etwas milder fort, nie mals wieder so freundlich und so warm sprechen wie heute. Sie sind noch ein Kind gegen mich, ich habe Ihnen das schon gesagt und ich habe es gelernt, wenn ich auch in der Waldeinsamkeit aufgewachsen bin. das Leben ernst zu nehmen. Ich wäre vielleicht sähig. einer Leidenschaft zu folgen, wenn sie auch mit den Vorurtheilen der Welt im Widerspruch stände, aber ich werde niemals durch ein tändelndes Spiel, mit dem mein Herz nichts zu schaffen hat und niemals etwas zu schaffen haben wird, auch nur den Schein einer unerfüllbaren Hoffnung in Ihnen erwecken. Und nun leben Sie wohl, Herr Graf! Sie werden für mich immer der Verwandte meiner Wohlthäterin, der Sohn des Hauses, in dem ich mein Glück gefunden habe, bleiben, aber niemals meör sein, sollten Sie es jemals versuchen. di:''e Grenze zu überschreiten, so werden Sie mein Feind, mein bitterer Feind sein, und glauben Sie mir, Sie werden mir danken, daß ich Ihnen heute die Wahrheit sage und einen kindischen Traum, verzeihen Sie dies Wort, zerstöre, der niemals zur Wirklichkeit werden kann." Sie reichte ihm die Hand, die er kaum berührte und ging schnell an ihm vorüber auf dem Wege nach dem Schlosse hin. 15? sah ihr mit finsteren Blicken nach. Sie spricht die Wahrbeit." sagte er, ich kenne sie sie hat mir wohl sonst Aehnliches gesagt, aber niemals so scharf, so hart und bestimmt. Und hat sie nicht vielleicht recht ist es nicht vielleicht ein kindischer Traum gewesen, zu dem ich doch sonst keine Neigunq habe? Es thut mir weh, ?ch fühle mickzu ihr gezogen, wie von einer geheim nißvollen Macht aber ist die Frei heit vielleicht nicht dennoch mehr werth. gibt es nicht vielleicht dennoch Ersal für einen thörichten Traum in eine? Wirklichkeit, in der sich Liebe ohne die lodernde Flamme der Leidenschaft mi! der Klugheit vereinigen läßt? Biete: die Welt nicht mehr in ihrem Glanz und ihrer Macht, als eine Flamme, die endlich doch wohl zu Asche zusammen sinken muß? Sie hat mein Herz zu rückgewiesen, ich will es lernen, die Schläge dieses thörichten Herzens zu bändigen, das nur den Blick trübt und den Willen lähmt. Wirft der Knabe mcht. wenn er heranwächst, das Kin derspielzeug fort? So muh denn auch der Mann dem Spielzeug des Herzens entsagen. Es zuckte wie bitterer Hohn um seine Lippen und langsam, bin Blick der Erde zugesenkt, schritt er tiefer in den Wald hinein. 6. Kapitel. aum zwei Meilen von Steir jnl kirchen lag das dem Bari O1' Bärenstein gehörende Gut Al 'tenau. eine arohe Beschul! mit mehreren Vorwerken, welche einen ziemlich bedeutenden Reichthum reprä sentirte. wenn sie auch an Flächeninhal und Werth nicht mit der Majorats Herrschaft Steinkirchen verglichen wer den konnte. Auch der Serrensi von Mtenau war nicht so großartig ausgedehnt als das chlotz von Steinknchen, hatte abe einen fast vornehmeren Charakter un eine ansprechendere Schönheit, da man iowoyl in oer Architektur als in dem Park die allmaug durch die aus nan der folgenden Generanomn ausgeführ

ten Bauten und Anlagen erkennen konnte. Das Schloß mochte in feiner gegenwärtiqen Gestalt etwa bundert Jahre alt sein, aber es war an einen älteren Bau angeschlossen, von welchem an der einen Seite noch ein Tbeil erhalten geblieben, der jetzt eine in mittelaltcrlichem Stil hergestellte Huskapclle enthielt und von einem starken Zinnenthurm überragt wurde. Ter neuere Theil war nach der Anfahrtseite bin im Versailler Stil cebaut. Die Rückseite desselben nach ö:m Gart'n hin bildete eine lane Front mit einer an der ganze Ausdehnung sich hinziehenden seinernen Veranda, .auf welch? man aus allen Zimmern durch dieFeiftertbüren hinaustreten konnte. Ein freier Patz mit einer schön gehaltenen Rass.'.'.che, r?n der sich prächtige Blutb::chen abbos-en. stieß an die ton Kieskrezen durchzogenen Blumenbeete vör der Front des Schlosses und war im !rii:n Kreise umgeben von hohen glattge'chorenen Lindenwänden, von denen mehrere ebenso glatt gehaltene.

theilw:ise übe 'dachte Alleen weiter hinausführten. Dies Alles zeigte die wenn auch verkleinerte Manier des Gartenkünstlers le Notre. nach deren Muster im achtzehnten Jahrhundert fast alle fürstlichen Schlösser deiorirt waren, und man konnte sich diese steifen und so außerorde::tlich vornehmen Alleen mit den Gestalten der Herren in gestillten Klei dern und seidenen Strumpftn und der Damen in den Reifröcken und den Koifftlren aus jenen vergangenen cgen bevölkert vorstellen, als der Versailler Hof unter Ludwig dem Vierzehnten und Ludwig dem Sechzehnten oen Ä,on für die ganze vornehme Geellschaft angab. Weiterhin fanden sich nue Anlagen im englischen Stil mit weitem Ausblick und in der Form von Meiereien gehalene Wohnungen der Gutsbeamten, so daß das Ganze den Bildern der verschiedcnen Zeiten anziehende Promenadenweqe darbot. In einiger Entfernung vom Schlosse lief der Park in ein Gehölz aus, da? einen ziemlich weit ausgedehnten Se? mit klarem Wasser umgab, dessen Rand von bohem Schilf umwachsen war und in dem sich hochragende Weidenbäumc spiegelten. So klar und rein auch das Wasser dieses Sees im Sonnenlicht schimmcrte, so war derselbe doch in der ganzzen Gegend n Gegenstand abergläu bischer Scheu, und dieselbe konnte wohl durch den wunderbaren Wechsel veranlaßt sein, welchen hier die verschiedenen Jahreszeiten und die WitterungsverHältnisse hervorbrachten. Das spiegelreine Wasser erhob sich bei starkem Winde zu hohen und unregelmäßig aufeinander rollenden Wellen und nahm bei trübem Himmel eine finstere graugrüne Farbe an. Die Herbststürme brausten unbeimlich durch das dichte hoch aufgeschossene Schilf und schienen in demselben geheimnißvolle Klagetöne zu erwecken. Es galt für hochqefährlich. bei sturmischem Wetter über den aufgereaten See in den am Ufer bereit liegenden Booten zu fahren. Thatsache war es. daß an einigen Stellen sich unergründliche Tiefen befanden, und da?. dort bei starker Wellenbewegung sich Strudel bildeten, welche das Steuern unmöglich machten, die Ruderschläg? verwirrten und ein kleines Fahrzeug leicht zum Umschlagen bringen konnten. Im Volke erzählte man sich von tü'ckischen Nixen, welche hier die Tiefen bewohnten und geheimnißvolle Schätze bewachten, auch den Menschen feindlich wären und sie in ihre Strurel hinabzuziehen suchten. Es sollte, so ging dic Sage, vor Jahrhunderten eine Ahnfta'.i des Geschlechts, das vor den Bären steins aus Altenau gesessen, von den bösen Dämonen verlockt, in den See versunken sein, und danach wäre dann so flüsterte man sich, jenes Geschleck. ausgestorben und der Besitz an Seiten verwandte, die Vorfahren der jetziger Besitzer, gelangt. Auch jetzt noch sollt nach' dem Volksglauben der See to: Zeit zu Zeit ein Opfer verlangen, und wiederum icar es Thatsache, daß eir. Jäger im Dienst des VaterZ deL gener wältigen Besitzers in dem See ertrunken war, als er bei der Jagd au feie zahlreich im Schilf lebenden Wi!d?n -er. von einem Wettersturm überrascht wurde und in die aufbrausenden S:ru del der Untiefen gerietb. Der Baron Bärenstcin lachte üir: diese Erzählungen, er erklärte, wenn das Gespräch darauf kam. daß er wed:r in den, alten Papieren, welche in der Bibliothek des Schlosses aufbewhr wurden, noch in den Kirchenbuch,von Lindenfeld irgend etrras über die in dem See versunkene Ahns ran- gesun den, und daß nichts natürlicber st'. als der Tod des Jägers, der dk linket sichtiq'eit begangen hake, bei stürmi fchem Wetter auf das unruhige Wisse: hinauszufahren; er liebte d?n S?z gan besonders wcgm der ganz vorziiglicherund wcrtberühmten Enten-ai,-d aus demselben, zu der er oft seine ftttrmk ernlud und bei der cr nur rne Vorsich: empfahl, sobald das Wasser irgend un ruhig würd?, zum Ufer zurückzukehren. Auch die Baromn hatte eine beende Vorliebe für den See. Sie hatte an einer von den Weiden überschatteten Stelle des Ufers, das hier nach der Wegräumung des Schilfs mit bunten Kieseln bedeckt war, ein nach der Wasserseite hin offenes Haus errichten las sen. Vor demselben war von Quadersteinen eine Art von kleiner Mole in das Wasser hineingebaut und etwas seitwärts in einer Einbuchtung, die

weniger von dem Wellenschlag bei sturmischern Wetter berührt wurde, befand stch aus einer Cementunterlage ein geräumiges Häuschen für die Schwäne, welche während des Sommers auf dem klaren Wassersviegcl hin und her ?oqen. Der See schimmerte im hellen Schein der Nachmittagssonne, als die Baronin auf der- Weoevom Schlosse her zu dem Ufer herab!ain. Sie trug ein Körbchm mit kleingeschnittenem Weitzbrod am Arm und trat bis an die Spitze der Mole vor. welche in eine einige Fuß über dem Wasserspiegel hervorragende Plattform einlief. Bei ihrem Erscheinen kamen die im weiten Bogen kreisenden Schwäne schnell, mit den Flügeln schlagend, h?rbei. Sie warf ihnen die Brodstücke zu und betrachtete whlgesäl iq die anmuthigen Bewegungen der schönen Thiere. Als das Körbchen gelehrt war, was die Eugen Vögel zu verstehen schienen, ging sie nach dem Uftrhausc -uriick und setzte sich auf die Hn;s der Rückwand hinlaufende Polsterbank. Träumerisch blickte ste auf die Wasserfläche hinaus, auf welcher die Schwäne wieder bin und her z?g:n. Wie glücklich sind diese Tbiere." sagte sie seufzend, in dem klaren Element, das, ihnen den reinen Genuß d.'s Lebens bietet, wie es die Natur fettn geschaffen, und auch w:nn es bmsend aufwallt, sie sicher auf seinen Wellen trägt und ihnen nicht den Weg zu ihrer schützenden Wohnung verschließt. Sie folgen dem Instinkt, den der Schöpfer ihnen gegeben, sie tennen kein Unrecht und freuen sich des sonnigen Lichts, ohne zu verlangen, was außerhalb des Kreises liegt, der ihr Dasein in sich schließt. Den Herrn der Schöpfung nennt sich der Mensch, und doch ist er das einzige Wesen, dem der freie Qttnuß des Lebens versagt wurde. Die Schranken, die ihn einengen, hat die Natur nicht gezogen, die Willkür hat sie aufgerichtet, aber das Herz sehnt sich doch immer dahin, was ihm unerreiuibar ist. Wollen wir die Flügel ausbreiten zu freiem Fluge oder in unaehemmter Bewegung die Fluth des L.'bens durchziehen, immer hält uns die Fessel, welche mon das Geot der Pflicht nennt, in dem engzeschlIffenen Kreise zurück, in den uns die Natur nicht nach freier Wahl gebannt hat. sondern die Berechnung, welche in der gesicherten Vrotstelle da? Glück des Lebens sucht, wie einen gefangenen Vogel im Käfig, der dennoch niemals die Freiheit vergessen kann. O," sagte sie. sehnsüchtig die Arme nach dem See hin

ausbreitend. ,.dan ich wie die Schwan: dort frei auf eigenen Weoen dahinziehen könnte, wohin mein Herz sich sehnt Ihre Augen wurden feucht. Langsam ließ sie die Arme sinken, und schinerZvoll seufzend neigte sie den 2f auf die Brust. Da ertönten Schritte auf dem Kies wege. Sie blickte auf. Der junge Graf Ezechiel stand vor ihr. Entstnt sprang sie auf. Sie hier." rief sie. hoch erglühend die Hand auf ihr Herz drückend. Sie wagen e5, ?u kommen, meinen Willen und meine Bitten mißachtend?" Ezechiel verneigte sich ehrerbietig und sagte: cn komme, um einen eiucy zu machen, wie es die Nothwendigkeit der Gesellschaftsformen verlangt. auch wenn unter dieser Form kein Wunsch, keine Sehnsucht sich verbirgt. Man hat mich hierher gewiesen, um Sie auf Ihrem Lleblmgplatz aufzusuchen. So muß ich gehen," sagte sie in schmerzlich vorwurfsvollem Ton, und künftig bessere Vorlehrungcn treffen, um allein zu bleiben, wenn ich keinen Besuch empfangen will." Sie wollte mit leichtem Kopfneigen an ihm vorceischmten. Mathilde." rief er bittend, die Au genblicke des Glücks sind so selten im Leben nach diesem habe ich mich so lange gesehnt, und Sie wollen ihn mir nicht gewähren? Ich beschwöre Sie. bleiben Sie und hören Sie mich an! Sie hören ja doch das Lied d:r Böge! und das Rauschen des Wassers, warun' wollen S mich nicht hören?" Er hatte ihre Hand ergriffen und sie sanft an das Uferyaus zurückgezogen. Ich höre," erwiderte sie zitternd, die Stimmen der Natur, weil sie rein und heilig sind und Glück und Frieden bringen, Ihre Worte aber tragen Gift in meine Seele, gefährliches Gift, das im betäubenden Rausch den Tod bringt." Und dennoch," rief er, müssen Sie mich hören, wenn Sie mich nicht zu todtlicher kalter Erstarrung verurtheilen, wenn Sie mcht meinem Leben sei nen Werth nehmen wollen. Betäuben und berauschen sollen meine Worte Sie nicht, sie sollen Ihnen die Ar?nei brin gen zur Heilung von einem Siechthum, das Sie nicht ertragen können, mcht ertragen dürfen, und zu welchem Gott. der Urquell aller Liebe, Sie nicht ver urtheilen kann." Er zog sie auf die Polsterbank und setzte sich in einiger Entfernung, aber ihre Hand festhaltend, an ihre Seite. Sie schüttelte unmuthig den Kopf. Warum," sagte sie. wollen Sie grausam die Qual erneueren, der ich glaubte ein Ende gemacht zu haben?Gott, der Urquell aller Liebe, hat uns auch das Gebot der Pflicht auferlegt, und in der Pflicht allein ist der Frieden zu finden, der Frieden mit uns selbst mit dem Himmel und der Welt.'

Der Frieden des Grabes!" rief er. O, Mathilde, glauben Sie mir. wenn der Tod uns trennte, ich würde vielIeicM in der Hoffnung des Wiederfindens in d'r himmlischen Freiheit und dem himmlischen Licht die Kraft zum Leen. zum edlen Ringen und Streben wiederfinden, um immer mehr Ihre? würdig zu werden, in der Zeit, für die Ewigkeit. Aber niemals werde ich es

zulassen, daß Sie unter der grausamen Fessel einer Pflicht, welche die Welt geschmiedet, zu Grunde gehen in Ihrer eigenen Seele. Es ist meine heiligste Pflicht, Sie zu befreien, und dafür werde ich kämpfen, gegen die aan Welt, kämpfen gegen Sie selbst!" Gegen mich selbst?" sagte sie bitter. Und wer gibt Ihnen das Recht dazu. wenn ich Ihnen sage, daß ich innerhalb der Grenzen meiner Pflicht glücklich bin und pur glücklich sein kann, daß allein der Frieden mit mir selbst mir den edelsten Werth des Lebens bietet. und daß ich zurückbebe vor der Unruhe, den Zweifeln und den Täuschungen der Welt, auf die ich jetzt aus sicherem Asvl Hinblicke, wenn ich Ihnen verbiete, meinen Weg zu kreuzen, auf dem ich Ihnen niemals hätte begegnen sollen." Sie wollte aufstehen. Er aber hielt ihre Hand fest, beugte das Knie vor ihr und sagte, mit bittenden Blicken zu ihr aufschauend: Ich werde Ihnen gehorchen. Mathilde, Sie sollen mich niemals wiedersehen, oder wenigstens will ich kalt und fremd an Ihnen vorübergehen, so oft wir im Zwange der Welt uns begegnen müssen, aber ein Wort verlange ich von Ihnen, um Ihnen gehorsam zu sein. Sagen Sie mir, daß meine Worte in Ihrem Herzen keinen Widerhall finden schwören Sie mir, bei Gott, der dort über den schimmernden Wassern schwebt, der die leuchtende Sonne auf ibrer Bahn führt und unter ihrem Strahl die Blüthen aus der Erde sprießen läßt, der in die Tiefen der Herzen schaut und vor dem keine Lüge besteht, bei ihm schworen Sie mir. daß Sie mich nicht lieben, mich niemals lieben werden, dann werde ich Ihnen glauben, dann werde ich gehen und mich mit dem Leben abfinden." Sie seufzte tief und schmerzlich und schüttelte den Kopf. Antworten Sie mir. Mathilde." rief er, schwören Sie mir. daß Sie mich nicht lieben, und, bei meiner Ehre! ich werde mein Wort halten!" Sie blickte zu ihm herab. Ihre Augen schienen von den seinen gebannt. Sie vermochte es nicht, ihre Blicke von seinem bleichen bewegten Gesicht abzuwenden. ) mein Gott, mein Gott," seufzte sie, Sie sind grausam, unerbittlich grausam was verlangen Sie von mir?" Die Wahrheit," rief er. nichts als die Wahrheit, und diese Wahrheit sind Sie mir schuldig! Mein Glück kann ich opfern, das ihrige niemals, und müßte ich mein Leben dafür einsetzen, müßte ich Sie auf meinen Armen forttragen in die Freiheit, welche das heiligste Recht eines jeden Menschenherzens ist." Ihre Augen füllten sich mit Thränen. Leise, kaum hörbar kam es von ihren Lippen. Die Wahrheit! wie soll ich die Wabrbeit bekennen, das Bekenntniß der Schuld meines schwachen, ringenden und zagenden Herzens." ), Mathilde," rief er, ich kenne sie ja, diese Wahrheit, die das einzige Glück, die einzige Hoffnung meines Herzens ist. und Sie können sie nicht verleugnen, denn sie ist allmächtig, wie das Sonnenlicht, vor dem das winterliche Eis der kalten Berechnung der Welt vergehen muß und dem Frühling mit seinen knospenden Blüthen Platz machen. Ich weiß es, daß Sie mich neben, und darum gehören Sie mir. darum habe ich ein heiliges Recht für Sie zu erkämpfen, das sich vor keiner Schranke beugt." Er sprang auf, zog sie zu sich heran und küßte die Thränen von ihren Wan gen. Sie ruhte wie gebrochen in seinem Arm, lehnte ihr Haupt an seine Brust und flüsterte leise: O wie glücklich, wie herrlich könnte das Leebn sein!" Und warum." sagte er, sie fest an sich drückend. ..warum, Mathilde, soll es das nicht sein? Es kostet einen kurzen Kampf, und auch für uns wird das winterliche Eis schmelzen, auch uns wird ein herrlicher Frühling seine Blüthen öffnen. Schwören Sie mir, daß Sie mir gehören wollen, daß Sie den Kampf mit mir vereint bestehen wollen, wir werden siegen, und alle Scheu, alle bangen Zweifel, die jetzt Ihre Seele belasten, Ihre Gedanken verwirren und doch nicht Ihre Liebe bannen können, werden wie Nebel ver fliegen!" Sie richtete sich langsam auf. Sie blickte über den schimmernden See. auf welchem die Schwäne dahin glitten, zu der hinabsinkenden Sonne t ... , i f? stiJLl ptn, oie ihr zeucht mn rogem fciau Überstrahlte. Dann sah sie zu ihm auf: ihre Brust hob sich in tiefen Athemzügen, ihre Blicke leuchteten auf. Sie umschlang ihn wie in leidenschaftlicher Auswal lunq mit ihren Armen und rief: Ja, ich will Dir folgen ich will "i ? . r r , ! CTSi ,kv . Mil vn rampsen illi will vh ycvui chen ich kann ja doch nicht anders glücklich sein, und besser ist es, in solchem Kamps unterzugehen, ais m oorr-

nungsloser Einsamkeit ohne Sonnen licht und Wärme zu verkümmern." (Fortsetzung folgt.)

GisenvskA-Fahrpian. vandatta (me. Abgang Ankunft

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