Indiana Tribüne, Volume 30, Number 28, Indianapolis, Marion County, 25 September 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne, SS September l6
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E.stzsche Nachricht.
Provinz Hstpreußen. Königsberg. Ein beklagenSwerther Unglücksfall hat sich auf dem nahen Lauther Mühlenteich zugetragen. Beim Durchschwimmen des Teiches ertrank Leutnant v. Drehler vom hiesigen Kürassierregiment. Der Unfall ist durch Ueberschlagen deS störrischen Pferdes herbeigeführt worden. Ar y s. Bei dem Bau einer La. trine auf dem Truppenübungsplatz hierselbst waren zwei Arbeiter damit beschäftigt, die Verschalung der ein gestampften Betondecke zu entfernen. Hierbei stürzte die Decke ein. Der eine Arbeiter. Maurer Schön, wurde sofort getödtet, der andere, Polier Kleinschmied, erlitt einen doppelten Beinbruch. Klein - Pruschillen. Letz, tens begab sich der 70 Jahre alte Schmiedemeister Eduard Pallasch zu seinem Nachbar, dem Gemeindevorsteher uird Besitzer Koch, um dort die Zeitung zu lesen. Als er zum Abendessen eingeladen wurde und einige Bissen in den Mund gesteckt hatte, sank er plötzlich zusammen 4tni war todt. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Lätzen. Einer der ältesten Bürger unserer Stadt, Mühlenbesttzer Leopold Sekle, ist i Alter von 82 Jahren nach kurzer Krankheit gesior. ben. O st e r o d e. Auf dem nahen Vorwerk Hütte, zum Gute Steenkendorf gehörig, wurde der sechsjährige Jnstmannssohn Otto Salewski von einer Kreuzotter in den Fuß gebissen. Leider hat man die nöthigen Vor sichtsmaßregeln nicht gleich angeivendet, sondern das Kind erst nach einigen Stunden nach dem hiesigen Krankenhause gebracht. Leider erwiesen sich alle ärztichen Bemühungen angesichts der vorgeschrittenen BlutVergiftung ohne Erfolg, und das Kind mußte sterben. Rastenburg. Hier verstarb nach längerer Krankheit der Kreise fekretär a. D. Kanzleirath Max Swidop Alter von 72 Jahren. 1901 wurde Swidop in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und im nächsten Jahre zum Beigeordneten ernannt. Er war für die Stadt mit Erfolg thätig, bis ihn ein schweres Leiden auf das Krankenlager warf. W o o p e n. Beim Schwemmen von Pferden ist der Hütejunge Otto Schulz im hiesigen Gutsteiche ertrunken. Provinz Westpreußen. D a n z i g. Ein großes, gefährliches Feuer entstand kürzlich in dem Kolonialwaarengeschäft von Ruttkowski in 'der Schmiedegasse. Auf unaufgeklärte Weise war im Hinterhause des Grundstücks in der zu ebener Erde gelegenen Kaffeerösterei und dem Lager Feuer ausgebrochen, das s.ch bald auf das ganze Gebäude ausdehnte. Das Innere das Hauses ist bis zur zweiten Etage vollständig ausgebrannt. D i r s ch a u. Die hier in vielen Familien bekannte Krankenpflegerin Pauline Demakowski hatte letztens das Unglück, vno der Treppe zu fallen und sich dabei derartige Verletzungen am Kopfe zuzuziehen, daß sie an den Folgen alsbald starb. E l b i n g. Die goldene Hochzeit feierte das Arbeiter Krause'sag Ehepaar. Aus diesem Anlaß wurde ihm ein Gnadengeschenk von 50 Mark durch Pfarrer Bergen überreicht. Garden. Vor kurzem ertrank hier der Jnstmann Kaiser beim Angeln. K o n i tz. Der Schulknabe Martin Korthals, Sohn des Invaliden Korthals, der sich seinerzeit beim Löschen von Kalksteinen unvorsichtigerweise die Augen verletzt hat, ist aus einer Berliner Augenklinik als unheilbar entlassen. Er ist vollständig erblindet. Marienhof. Das 3V2ja rige Kind des Hilfsbahnwärteis Bethel von hier, bei welchem dir Kreisarzt epidemische Genickstarre festgestellt hatte, ist gestorben. Weitere Opfer hat die Krankheit nicht gefordert. S ch w e tz. Hier brannten zwei zur Besitzung des Kutschers Kussowo gehörige Emwohnerhäuser nieder. Leider haben drei Kinder von 5, 3 und 14 Jahren in den Flammen ihren Tod gefunden. Während die Eltern auf dem Felde arbeiteten, waren die Kinder allein zu Hause; durch unvorsichtiges Umgehen mit Zündhölzchen haben sie jedenfalls das Feuer veranlaßt. Die bedauernswerthen Eltern verlieren außerdem noch ihre gesammte Habe, die nicht versichert war. Zoppot. Der 24 Jahre alte Referendar Hans Elaassen, dessen Eltern hier Wohnung genommen haben, ist bei einer längeren Ferientour in der Schweiz verunglückt. Nach einer bei seinen Eltern kürzlich eingegangenen Nachricht ist er bei Interlaken abgestürzt und sofort todt gewcsen. Provinz sommern. Stettin. Der Arbeiter Verch beging kürzlich sein 50jähriges Jubiläum als Angestellter der hiesigen Firma Schindler & Muetzell Nachfl. Dem Jubilar wurde aus diesem Anlaß von den Inhabern der Firma ein reiches Geldgeschenk zu theil. A n k l a m. In der Peene ertrank
der 6 Jahre clte Sohn der Arbeiter
H. Saß'schen Eheleute. B ü t 0 w. Der Bierfahrer Potratz. der sich vor einiger Zeit eine Kugel in den Magen schoß, ist jetzt verstor ben. Seine Ehefrau und fünf kleine Kinderchen betrauern den Mann. G u st. Schneidermeister Äugust ' Poch gerteth tm hlesigen Gasthofe inti anderen Personen in Streitigkeiten und Schlägerei, bei welcher Poch von einem Gegner mit einem Bierglasi auf den Kopf geschlagen wurde, so daß er infolge der erlittnen GehirnVerletzung bald starb. Hohenbollentin. Vom Blitz erschlagen wurde unweit von hier der dreizehnjährige Schulknabe Heinrich Maack aus Linderberg. Der Knabe stand als Hütejunge bei dem hiesigen Hofbesitzer Rudolph Ahlwardt in Dienst. M 0 f s i n. Letztens brannte hier das Gehört des Halbbauern Fühlbrügge, bestehend aus Wohnhaus. Scheune und Stall, nieder. Das Inventar konnte theilweise, das Vieh alles gerettet werden. R u m m e l s b u r g. Kürzlich brannte das Bäckereigebäur des Bäckermeisters H. Dylka in der Lin denstraße nieder. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Schönwalde. Tödtlich ver unglückt ist die 19 Jahre alte Tochter des Tagelöhners Voigt hierselbst. Das junge Mädchn sah auf einem Langholzfuhrwerk. Als letzteres an einen Stein stieß, wurde das Mäd chen herabgeschleudert, wobei es so schwere Verletzungen erlitt, daß eS alsbald verstarb. T r e p t 0 w a. R. Das Fest der silbernen Hochzeit fererten hierselbst der Direktor des hiesigen Bugenhagen - Gymnasiums Prof. Dr. Paul v. Boltenstern mit seiner Gattin de Witt. Der Männergesangoerein, dessen Vorsitzender der Jubilar ist, brachte ein Ständchen, desgleichen später die Kapelle der hiesigen Unteroffizierschule. W u s s e k e n. Ein schweres Un glück ereignete sich auf dem hiesigen 0. d. Lacken'schen Rittergute. Der dort bei dem Aufbau einer großen Guts, scheune beschäftigte 24jährige Sobn des Zimmerers Hans Nitz stürzte vom hohen Gerüst herunter, fiel auf Holz, splitter und zwar so unglücklich, daß diese ihm in's Gehirn drangen und alsbald den Tod herbeiführten. Zfrovinz Schceswtg Kokstein. B r e d st e d t. Für 25jährigen Dienst bei der Feuerwehr erhielten Auszeichnungen Jakob Jebsen und P. M. Peterfen, für 20jährigen Dienst I. Jebsen jun., für 15jährigen A. Jürgensen, I. Heisler und D. Friedrichsen. Als Vorsitzender wurde Bürgermeister Langreen gewählt. E l m s h 0 r n. Letztens benutzte die Frau des Schuhmachers Schmarbeck beim Feueranzünden Petroleum, wobei sie sich im Gesicht und am Oberkörper schroer verbrannte. An den erlittenen Verletzungen ist sie bald darauf gestorben. Mühlenberg. Kürzlich nahm der sechsjährige Sohn des Schuhmachers Köhler die an die Hinterräder eines beladenen Steinwagens zur Hemmung gelegten Steine fort; der Wagen kam darauf in's Rollen und ging dem Knaben über die Brust, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Neuenkirchen. Hier begingen vor kurzem der langjährige Kirchendiener Claus Koop und Gattin das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Koop ist 77 Jahre, seine Frau 78 Jahre alt. Der Jubilar ist Kampfgenosse von 184851. Rurup. Die älteste Person in dem Kirchspiel Branderup, die Wittwe Paulsen von hier, feierte dieser Tage in voller Rüstigkeit ihren 96. Geburtstag. Spandetgaard. Hier ist das Gewese des Landmanns und Schuhmachers I. Bütcher niedergebrannt. Traventhal. Ein räthselhafter Fall trug sich letztens hier zu. Der hiesige Krämer Fock ging zum Melken, und da er ungewöhnlich lange ausblieb, ging sein Schwager ihm nach und fand ihn auf der Koppel ohne Besinnung liegen. Als er ihn nach Hause gebracht hatte, stellte sich heraus, daß Fock eine Schußwunde in der Brust hatte; er selbst sagte aus, daß er plötzlich einen stechenden Schmerz in der Brust gefühlt und die Besinnnug verloren habe. Eine SchußWaffe wurde nicht vorgefunden, so daß ein Selbstmordversuch ausgeschlössen erscheint. W i n t e r s h a g e n. Auf dem hiesigen Gute feierte der Arbeiter Schlichting. ein alter Krieger von 1848. der ein und derselben GutsHerrschaft 50 Jahre lang treu gedient hat, die goldene Hochzeit. Provinz Schreiten. B r e s l a u. Eine Jubiläumsfeier ganz seltener Art konnte dieser Tage her Begründer und langjährige Jnhaber der altbekannten Wurstfabrik von Woide, Neumarkt 34, Gustav Woioe, an der Seite semer Gemahlin begehen. Der 80jährige Jubilar, der sich allgemeiner Achtung und WerthSchätzung erfreut, blickte auf das 50jährige Bestehen seines Geschäftes zurück, gleichzeitig damit traf auch sein 50jähriges Ehe-, Bürger- und ObermeisterJubiläum zusammen. An Ehrenämtern bekleidete er das eines Kirchenvorstandes und Waifenrarhs. Das Jubelpaar, die Gattin zählt 71 Jahre, er, freut sich noch voller Rüstigkeit.
o,faer.Viliffe Ueber drei Bildnisse von Mitglie. dern der Familie des Oelmagnaten John D. Rockefeller, die dieser Tage in einem Münchener Kunstsalon ausgestellt waren und die der Künstler Fr. A. Kaulbach im Frühjahr auf Bestellung gemalt hatte, wird bertchtet: Es sind drei gute und wohlgelungene Werke, an die der Meister, man sieht das an der sorgfältigen Arbeit, sein volles Können gesetzt hat. Im allgemeinen ..liegen" ihm die Männer nicht so. wie die eleganten Damen. Aber diesem mächtigen Herrn und Gebieter aller amerikanischen Erdöle ist sein Pinsel doch in erstaunlicher Weise gerecht geworden. Wie aus Erz gegössen steht er da im schwarzenAnzug. von einem prachtvollen Pelzrock umhüllt, der kostbarem russischen Zobel gleicht, und schaut auf die armen Mitmenschen herab, hoch herab aus eisigen Höhen, so kalt, so gleichgültig, wie etwa ein Steinadler auf die lächerlichen Feldmäuse blickt, die tief unter ihm auf dürren Aeckern umeinander wimmeln. Von der kräftig und breit entwickelten Nase ziehen sich seitwärts zu dem silbernen Schnurrbart zwei stark eingegrabene Falten herab, Zeichen eines mächtigen Selbstgefühls, die in dem breit auslaufenden Kinn enden. Und diese Augen! Klar und kühle schauen sie, als cb ihnen alles Mitleid eine völlig unbekannte, Weltentfernte Sache wäre; wenn man länger sinnend vor diesen Augen steht, so friert es einen zur heißen Sommerszeit. Schade, daß das Allerfeinste, das Bezeichnendste in diesen Augen, der harte metallische Strahl, der in ihnen aufblitzt, wie etwa das Flirren eines plötzlich gezückten Stahls, daß dieses seelenkündende Licht sich nicht hat festbannen lassen. Wenn Rockefeller vor den Schätzen unserer Pinakothek stand, vor den selbst ihm unerreichbaren, dann konnte man es oft und deutlich beobachten. Rockefellers Gesicht hat im übrigen nicht einmal den ausgesprochenen amerikanischen Typus; wir haben genug alte Aristokraten unter uns, die ihm im Schritt ähneln, nur daß sie meist feiner ausgearbeitete Züge haben. Seine Frau ist als Porträt mindestens gleichwerthig, von vielen wird sie vorgezogen werden. Sie präsentirt sich in prächtiger, spitzengeschmückter Kleidung würdevoll, fast hochgeboren, und sieht so aus, als ob sie keineswegs geneigt wäre, unter allen Umständen der Meinung ihres Herrn Gemahls widerstandslos beizupflichten. Das Bild ist ebenso vornehm koloristisch aufgebaut wie das ihres Mannes und zählt zweifellos zu Kaulbachs besten Leistungen. Wie eine Erscheinung aus einer anderen Welt und nicht wie dieser Leute Kind, denn die Mutter hat sich, wie daö so häufig der Fall ist, in langer Ehe dem Vater angeglichen, erscheint die junge Miß Rockefeller. Das lustige, von harmlosen Tollheiten übersprudelnde, allzeit fröhlich lachende Mädel echt englisch-amerikani-scher Prägung, die unseren Geschmack ein wenig derb anmuthet, die Tochter von Madame Toutlemonde zwar, aber hübsch und frisch und von Gesundheit strotzend. Eine, die in allen Sports oben an ist und das Leben nimmt so heiter, wie es sich ihr eben darbietet und wahrscheinlich den königlichen Spaß nicht entgehen läßt, die schwere Menge der girrenden Jünglinge und Heirathsjäger, die hinter ihr keuchend einherzieht, am Narrenseil zu führen. So etwa hat sie Kaulbach genommen, so wird sie wohl auch sein. Im Dusel. Reisender (zum Kutscher, der etwas angeheitert): Fahren Sie vorsichtig, daß wir nicht etwa in den Straßengraben fallen!"' Kutscher: Habens keine Sorg! DaS kann uns nit passiren wir fahren ja den ganzen Weg dem See eni lang!" Das Obergericht von Mich i g a n hat ein Gesetz vom Jahre 1905, durch welches für eine Lizenzirung reisender Kaufleute Vorsorge getroffen war, für ungiltig erklärt. Das Gesetz bezweckte, solche Kaufleute der Besteuerung zu unterziehen, welche sich immer nur auf kurze Zeit in jedem Orte niederlassen. Es wurde für ungültig erklärt, weil es die Bestimmung enthielt, daß die Gemeinderathe das Recht haben sollen, keine Steuer im Sinne dieses Gesetzes einzuheben, wenn sie dies für zweckmäßig erachten. Darin wurde eine Ungercchtigkeit erblickt. AIs ein wahrer Hexenkessel entpuppte sich, wie man aus Eisenach meldet, eine Buttermaschine der Centralmolkerei in dem Flecken Suenna. Die Gendarmerie fand bei einer Untersuchung Gefäße mit ranzigem Fett und einer Wagenschmiere ähnlichen Masse. Außerdem wurden zum allgemeinen Erstaunen FrachtBrief über große Mengen von Mar. garine gefunden, die in der Molkerei verarbeitet wurde. Der Besitzer der Molkerei ist verschwunden. Irlands Ackerbau - De. vartement bewilligt jedem County zährlich eine bestimmte Summe für die Verbesserung der Geflügelzucht. In Neu - Mexiko befindet sich eine große, 29 Meilen lange und 10 Meilen breite wüste Fläche, die durchweg mit glitzerndem Gyps bedeckt ist.
Die ppthekerinsel.
Der grausige Borgang auf der Apothekerinse'l bei Petersburg, das Attentat auf den Ministerpräsidenten Stolypin, hat die Aufmerksamkeit auf das Reisewerk des Franzosen Marquis de Custine gerichtet, der darin unter Anderem auch die sogenannten Inseln" Petersburgs beschreibt. Der geistreiche Franzose schreibt: Man hat mich auf die Inseln" spazieren geführt, es ist ein angenehmer Sumpf. Nie wurde der Schlamm eines Morastes geschickter unter Blumen versteckt." Besser vielleicht als viele andere Vororte der nordischen Hauptstadt ist die Apothekerinsel, oder, wie der Petersburger Deutsche zu sagen pflegt, die .Aptekerinse!" dem westeuropäischen Touristen bekannt, der Petersbürg nur im Winter aufgesucht hat. Der botanische Garten dieser Insel mit seinen prächtigen Gewächshäufern, in denen man Riesenexemplare der tropischen lora zu sehen bekommt, ist rlämttch ein beliebtes Ausslugsziel für jene Trotta-Schlitten-Partien, die in Rußland so populär sind. Stehend, kaum angelehnt an die hölzerne Pritsche, die ihm als Bock dient, lenkt der bärtige Kutscher im blauen Kaftan, unter welchem der schmierige Schafpelz hervorguckt, das eigenthümliche Dreigespann. Während das Mittelpferd trabt, galoppiren die beiden anderen Rosse, die Hälse weit auswärts gebogen. Da heißt es scharf aufpassen, wenn man auf engem Wege einer anderen Troika" begegnet. Beregissa"! Praveje"! Leveje"! Nehmt euch in acht! Mehr rechts! Mehr links! ertönt der Ruf. Hei, wie der trockene Schnee so lustig unter den Hufen der Rosse emporwirbelt und tausendfach die Farben des Spektrums in der hellen Februarsonne zurückwirft! Schön fürwahr erscheint die Apothekerinsel dem Fremdling, durch diese glitzernde Wolke von Kristallstaub gesehen! Und doch sind es häufig nur niedere, bescheidene, ja armselige Häuschen, an denen man vorbeikommt. Denn mancherlei hat sich auf der Apothekerinsel im Laufe des letzten Jahrhunderts verändert. Ehemals war es ein Ort, der fast nur von den Reichen und Mächtigen bewohnt wurde. Da sah man die Villa des unermeßlich reichen Fürsten Lopuchin. die später vom Millionär und Holzhändler Gromow erworben wurde, dann das Landhaus des FinanzMinisters Guriew, das später der Fürstin Kurakin und dann oem BranntWeinwächter Karfunkel gehörte; hier konnte man auch in den siinfzigerJahren das Sommerheim des Reichskanzlers Nesselrode mit den prächtigen GeWächshäusern bewundern. In Rußland sind aber viele Dinge einem rascheren Wechsel unterworfen als anderswo. Was heute Modesache war, ist morgen vergessen, und so ist es auch der Apothekerinsel ergangen. Custine versäumt es nicht auf diese geringe Stabilität der russischen Dinge bei der Beschreibung der Inseln hinzuweisen. Er plaudert von den schönen Blumen und von den Lampions, die die Villen der Reichen im Sommer schmücken, er weist aber auch auf die Oede und Verlassenheit hin, die diese Behausungen neun Monate im Jahre umgeben. Und was mit den Inseln alle Jahre geschieht", fügt er mit prophetischem Blicke hinzu, könnte wohl auch einmal der Stadt Petersburg zustoßen. Wenn diese Hauptstadt, ohne Wurzeln in der Geschichte und im Boden Rußlands, auch nur einen Tag lang vom Monarchen vergessen würde, wenn einmal eine neue Politik die Gedanken des Zaren anderswohin lenken sollte, dann wird der Granit der Kais unter dem Wasser zerbröckeln, dann werden diese sumpfigen Niederungen in ihren Urzustand zurückkehren und die Vewohne? der Einsamkeit von ihren Behausungen wieder Besitz ergreifen." Gelegentlich der gor. denen Hochzeitsfeier eines Ehepaares Namens Elkan in Räsfeld, Kreis Borken, Westfalen, an der etwa 60 Personen theilnahmen, schlug der Blitz in das Haus, das in turzer Zeit bis auf die Umfassungsmauern niederbrannte. 25 Festgäste wurden durch den Blitzstrahl betäubt, konnten aber in's Freie gebracht werden, wo sie sichwieder erholten. . Dann 'schadet's nicht. Schneider: Ach. Herr Studiosus, bezahlen Sie doch endlich meine Recr nung. nachher können Sie mich auch die Treppe 'runterwerfen! ach amtlichen Berichten waren die Löhne, welche im Jahre 1905 in den amerikanischen Jndu-strie-Etablissements bezahlt wurden, um 1.6 Prozent höher, als im Jahre vorher. IN dernorwegtscyen isiao: Skien werden jährlich etwa 35.000 Tonnen Papier fabnzirt. Die dort beschäftigten 1000 Arbeiter erhalten Löhne von 40 Cents bis $1.10 per Taa. .. . Vorschlag zur Gute. Altes Jungferlein: Ich gebe gründsätzlich nichts im Hause. Bettler: Na. da können wir ja zusammen 'mal rausgehen! Immer mann. Arzt: Sie an einer Krankheit Geschäftsleiden nicht nur Sie haben ein ganzes Dutzend! Bankier: Was? Nu, da kriea' ick dock Rabatt?
Vom Auslanoe.
Ein sonderbarer Fall tut sich dieser Tage in Saarbrücken ereignet. Eines schönen Morgenö entdeckte die Polizei, oder es wurde ihr angezeigt, daß die Königin LuisenBüste aus der Luisen - Anlage verschwunden sei. Sie arbeitete tagelang fieberhaft, die Räuber der Verschwundenen ausfindig zu machen, alles war umsonst. Da eines schönen Morgens stand die Büste wieder auf ihrem Sockel, und zwar schöner, als sie vorher gewesen war. Ein Anstreicher hatte ihr nämlich im Auftrage der Stadt einen neuen schneeigen Anstrich verliehen und hatte sie zu diesem Zwecke so lange in seiner Werkstatt gehabt. Die minder Untersuchung des Raubes betrauten Criminalschutzleute sollen bitterböse Gesichter gemacht haben, als sie das hörten. Wie aus Hongkong ge. meldet wird, ging in Clinton ein Trupp von verkleideten Piraten an Bord des britischen Dampfers Ncurning", der nach Wutschau fuhr. Unterwegs erhielten sie in den Häfen Verstärkung. Ihre Menge erweckte den Verdacht der Reisenden, und diese machten dem Capitän Mittheilung. Der Capitän befahl den Piraten, die Hände hoch zu heben, und drohte zu schießen, falls Widerstand geleistet würde. Drei Führer wurden verhaftet und dem britischen Consul in Wutschau übergeben. E s i st schon öfters vorgekommen, daß Personen, deren Geist durch schwere Schicksalsschläae gestört worden ist, im Alter ihre geistigen Fähigkeiten wiedererlangt haben. Wie nun aus London gemeldet wird, ist dies auch bei der Kaiserin Charlotte von Mexiko, der Wittwe des unglücklichen Kaisers Maximilian, der Fall. Als Napoleon ihn seinem Schicksal überließ und seine Truppen aus Mexiko zurückzog, und als sich infolge dessen die Tragödie von Queretaro abspielte, verfiel Kaiserin Charlotte in Irrsinn. Sie wurde nach Bouchot in der Nähe von Brüssel gebracht, wo sie seit fast 40 Jahren gelebt, auf's sorgfältigste gepflegt, besonders von ihrer Schwägerin, der verstorbenen Königin Henriette, die sie von Lacken auö täglich besuchte. Kürzlich nun besuchte sie ihr Bruder König Leopold, und bei dieser Gelegenheit soll sie ruhig und zusammenhängend geplaudert und keine Spuren ihres früheren Irrsinns gezeigt haben. Kaiserin Charlotte ist fünf Jahre jünger als König Leopold. 61 Jahre. Sollte sie ihn überleben, so fällt die eine Hälfte ihres bedeutenden VermSgens den Töchtern ihres Bruders zu, die andere Hälfte den Kindern des Grafen von Flandern. E i n schweres Unglück wurde, wie aus Weener in Hannover gemeldet wird, durch das Bahnwärterehepaar van Allen am Bahnübergang bei Möhlenwarf unter Einsetzung des eigenen Lebens verhütet. Der Bahnwärter hatte gerade beim Herannahen eines Zuges die Schranken geschlossen, als ein Wagen mit mehreren Landleuten herbeisauste, denen das Pferd durchgegangen war. Er stellte stch dem Pferd entgegen, um es aufzuhalten, aber der Wagen prallte gegen die Schranke mit solcher Gewalt, daß sie zersplitterte, und dem wackeren Bahnwärter wurden beide Beine gebrochen. Den nahenden Zug brachte glücklicherweise die Frau des Verunglückten, die ihm entschlafsen mit der Signalflagge auf den Schienen entgegenlief, rechtzeitig zim Stehen. I n einem DorfschulHause bei Norden in Oftfriesland hatte ein Schwalbenpaar sein Nest im Schulzimmer gebaut. Es störte den Unterricht nicht im geringsten, da ja die Bauernkinder an Schwalben gewöhnt sind, und ließ sich andererseits selber nicht stören, nicht einmal durch den lauten gemeinsamen Gesang. Aengstlich wurden die Thierchen nur, wenn ein Fremder eintrat. Auch ihre Reinlichkeit ließ nichts zu wünschen übrig. Der Kreisschulinspektor stimmte dem Lehrer bei, daß diese Schwalben mit ihrem Nestbau ein gewisses Erziehungsmittel bilden, das beitragen könnte, die Kinder von dem Ausheben der Nester abzuhalten. Als aber der Herr Schulrath aus der Stadt die Schule revidict hatte, mußte das Idyll sofort verschwinden. Platzwechsel. Sekundant: ein guter Schütze seien. Vor dem Habe immer geglaubt, Graf, daß Sie Duell rühmten Sie sich, daß Sie Ihren Gegner durch das Herz schießen würden, aber Sie trafen ihn nur m den Schenkel. Graf: Habe einfach angenommen, dem Kerl sei Herz in die Hosen gefallen! Ein hübsche Kompliment. Kleine Dame: Eigentlich hätte ich, wie Franz Moor, großes Recht, über die Natur ungehaUen l sein, daß sie mir nicht mehr ÄachAthum bescheert hat! Galanter Herr: Dafür kann die Natur nichts, gnädige Frau! Sie hat eben von dem köstlichen Material nicht mehr vorräthia aebabt! . .-... IN den 89 Milliarden Kubikmeter Wasser des Genfer SeeS befindet sich genügend Kochsalz, um den Consum der schweizerischen Be völkerung vierzig Jahre lang zu de
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