Indiana Tribüne, Volume 30, Number 28, Indianapolis, Marion County, 25 September 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne, 25 &eptembet 1906

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Jlltcrnrba Zeit-Tabelle. I. N. T. Syfie. I Straft Sonntag, dn 20. Mai 190. Züge verlassen Indianapolis. Runcie & Marion Division, awrence, Fortville, Pendleton. nderson. Aorktown, Muncie, Middletomn, Aliranoria, ummitville, Fairmount. Gas Cito, Joneg.

soro und Aarion. 4 00 rn. 1 06 Rm. 5 06 8m. 2 00 91m. I 00 m. 3 06 Rm. 7 05 8m. 4 00 Rm. 00 8m. 6 00 Nm. 9 06 8m. 6 06 Nrn. 10 00 8m. 6 00 Rm. 11 00 8m. 7 06 Nm. 11 05 Vm. 8 00 Nm. 12 00 Mttg. 06 Rm. 11 30 Rm.

Lwnted. LoganSport S: Peru Division, tarne!, Noblesville, Cicero, rcaoia, tlanta. Tipton, oromo. aiueiHm, Gaiveston, alton, LoganSport. Mwnu, Bunker Hm,

Peru und Elwood. 5 00 8m. 1 46 Nm. 5 46 Vm. S 00 Nm. 7 00 8m. 3 46 Rm. 1 45 8m. 5 00 Nm. 00 8m. 6 46 Rm. g 45 8m. 7 00 Nm. ll 00 8m. 7 46 Rm. U 46 Vm. 9 00 Rm. 1 00 Rm. 11 30 Rm.

Limited. Vr Qiirt um II-.3U uenvs oer notUN' m m. .rn . I .LoganSport jDivifton geht nach Peru I statt LoganSport. Reue spezielle 8edimung nach Ft. Wahne neu ivju.4v w-d ' ' i - üae verlassen Indianapolis um 7) und ij O" ii I ftfefll Uhr 8ormittagS und.6:0 unv T ' J. m-m ttljr RachmMagS. maqen oi st. avne in 4 Swnden und 40 muten. Reuer ua Marion Flyer Verläßt Marion 7:66 8ornnttags und vm Siacy. mittags ; 8erläßt Indianapolis 11:00 8or ittagS und 5:00 Nachmittags ; hält blos w nderson und lezandria an. schließende Linien erreichen Dayto, vhio, Ft. Wahne, Huntington, Wabash. Ätsontaine. Swavzee. Greentown, Hartford tta. Montpellier, luffton, Wmqester, mnion City. Greenvikle. D., und Zwischen rntämmA AMA1 I 4W,,t" rxtC rnt4rt etao)i' und ppvi I , , . kM I JlldianapoNS & ayern. rntted Züge für. Richmond und allen unkten in Obio. welche verbunden sind rnu tktrischm Linien. ?um 8:10 und ii:iu or mm m mm m taas. 2:10 und 5:10 Nachmittag und ' . w I C1U oenos. oca oB ' x - . i . . . .-! wmrrrrtnn d wischenstationen von 6:00 Uhr Bor. ittagS an und dann jede Stunde, auSge ornrnen die Limited Zeit. b:S :00 enov i7:00 Ubr Abends ausgelaffen). Letzter Zug zch Greenfield um 11:30 Uhr Xdend. Indianapolis & Martinsville. Grfte MorgenCar um 5:10 Uhr Morgen. Dann von tt:00 Uhr Morgens jede Stunde bis 9:00 Uhr Abends. ! f,th : Kar verlassen die Jnterurban stA um 10-00. 11:30 und 11:60 Abends, Die 10:00 und 11.50 Cars fahren nur v w" ' : i mTmHiUm vv v . Indianapolis Coal Tractuin So. laus. indlicb von ÄndianapolU ro- 1 i 4ii;,fiMs F, nc n&r MoraenS bis ' . nrn Nk, kendS : auSaenornrnen du tun den und 10:00 Uhr AbendS. r- m Äü lausen stündlich von 5:00 Uhr wot . mamm. m genS bii 9:00 Uhr bendS. Anschluß w Lebanoa fürThorntownund.ErawfordSville. mm vn . r ernt. va ls Der ug um iu:uu uyr oeno bis nach Lebanon. - Der qua um 11:30 Uhr bendS sährt big 0 0 I nack 9franffort. nsckluk in Lebanon mt ErawsordSville derselbe fährt in der onw V M i--... tag Nacht blos bis nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab u 8:10 und 11:10 Uhr Morgens, und 2:10. K:10 Nachmittag und 7:10 Abends. Für KrawfordSville um 10:45 BormittagS und 4.-S5 Nachmittags. WVVV "I AM F0R W0MEN W99 T Water Motor WashingMachrnes jj Cor. Noble and Michigan New Phone 113 Maas Bros. t RemHolv Stark, Haus-, Schilder-, ...und. Fresco-Maler, Holzmalerei, (Graining meine Spezialität. Ro. 40 Weft aymond Cte Neuer Telephon 9788.

Der Burcauvorfteher. Novellette von Bale'Zca Kusig. I

Seitdem der Herr Rechtsanwalt eine junge Sekretärin engagirt hatte, war der Bureauoorsteher wie verwan- - I delt. Die Schreiber amüsirten sich tnfihnr SnrnlVr Vorgestern hatte er wahrhaftig seinen uralten Bureaurock, der mit ihm halb fin fünf,iüiäbriaes Jubiläum feiern konnte. d. h. dieses Alter dichittt ihm der älteste Schreiber, der kW I Witzbold war. an einem Bettler geschenkt. Er war früher in das Bureau ' J - gekommen, als die Reinmachesrau noch drin gewesen war. und die hatte es mit angesehen. Sie hätte den Rock für ihren Mann noch sehr gut brauchen können, und aus Nerd machte sie sich mit den Schreibern darüber lustig. Nachdem er den Rock verschenkt, hatte der Bureauvorsteher aus einem Packet einen patenten, hellgrauen neuen hervorgezogen und angelegt. Er war dann vor den Spiegel getreten und yatte sich genau gemuerr, so oa oie Schreiber, die mittlerweile rm Neben-

zrmmer ihr Amt angetreten und, von die Erde früher nicht so grün und sonder Reinmachefrau genau unterrichtet, nig gewesen äre. Mit Vorliebe wan-

die Thür ganz leise geöffnet hatten, vor Lachen aufprusteten. Erschreckt über rhr? eigene Unthat waren sie an ihre Tische geeilt und hatten die Kopfe in die Papiere gesteckt. Aber der Buroauvorsteher hatte das Lachen gehört, und wahrend fich früher ein Bonnerweiter über bfe Missethäter entladen hätte, ging er heute leicht schmunzelnd zu ihnen herüber. ff),, Im3 l V " P. ilinA. Wtnlf 41t Jiuil, iuus ui uus uuyi -üvu .ju grmjen Will deute noch emer m den - - i - C mm am mm . . -' - m - m 1 k ml " " ß I I & mV I . . mm . .11 oa)rnu5 sauen ooer nucycn zzm aiicber Kuchen essen, was, Fitzner? He, he, . x . , rr , vt. ,; fnv das glaub ich. Da geh hm, hol iwt yllfrr t M )nf I fit Hhtt tntf I für zxwei Mark Apfelkuchen mit (ZtUarfttfme ?elsckow 'rüber? Xnt 7-,' ';"K" 7 r" frn-;5? ooa, ngcni Aber bitte mir aus. zwei besondere , , cuec uuii cuu m mcui I"".. Das andere ist für Euch Es geschahen Zeichen und Wunder Der jüngste Schreiber, der noch ge duzt wurde, stürzte mit dem Gelde eiligst davon. Als die Prrvatsekretärin Fräulein 5!rma senden erichien. wurde alles still. Auch die Schreiber standen unier 4im M 1 V R HO rtsS VMAttM V A V ""l, IMM M... ! hm kmtLtMmm I wwtr..Ht I 2. M I V.llV, llUt JlUlUl. Vi. IVUl ÜUU),, U.5 g Ieife gnt hätte, so thauschwer blickten die blauen Augen und neigte sich das reizende ttopfchen. f t mV Mft tl f oracyre oen ureauvorsleyer ganz außer Rand und Band. rr m 1. r r? jt . . jci tf irr mn r ü irrn .-irru?r rr t rnr tttttftt . !2 "T-mk?v" lassen, schlotz die Thur zum Mdenzimmer und besprach ganz sachlich mit ihr die Tagesarbeit. Sie war eine vom z Chef sehr geschätzte Kraft. Es war aber dem Bureauvorsteher doch sehr angenehm, als der Apfelkuchen erschien

und er ihn ihr unter vielen Bücklingen begann, icin vermögen zu,amanbieten konnte. Sie lächelte ein we- menzurechnen. Er besaß ein Haus in

nig und nahm ihn dankend an. Das ist ja eine feine Erfrischung in all' dem Aktenstaub, sagte sie ganz harmlos. cv- t r.- . r.. u, zu, man mu iicy eiu eoen rwas oeriuyen. oemerne oer ureauiv r f W oornener matlvasr. Dann arbeiteten sie fleißig. Auf dem Nachhausewege, den sie beide ae- . . . . y . . . " meiMam datten. dat er. ne de eiten in ... - ' ' ' ' " durn. . , iL?ie naym es unbefangen an. Ach. es ist mir ganz angenehm, W,NN ie mit mir athtrr frr 5N?,Nwmr -w-mmmm maw - - - - -- - w VI s . f mnn m-;.r ?s,, hn sln Vxt Getriebe no gar n göhnt. und ich komme . , . . u Mir ganz oerwren oarin vor. Des Bureauvorstehers Herz hüpfte vor Wonne, und am liebsten hätte er f r r - cv f i r

ror aicicrj )einc eciicuung iur pcuiiwih iuui iu ciu .ccuriiacic-

, rv-rf ganze x:eoen angeooien. AVer noch vcherrschte er ncy. n. Am. nächsten Tage hatten die Schrei der wieder etwas zu prusten. Der Bureauvorsteher war mit rasirtem Ge simt erschienen, sruyer yane er an 9 W I rmm 99 T II Oberl'vve und Kinn Stovveln aebabt. die er sich selbst abgeschnitten, wenn sie zu lang geworden waren. Er sah allevdinas jetzt um zehn Jahre jünger aus. Fräulein Senden bemerkte die Beränderuna aar nicht, obwohl sie offenbar nur ihr zu Ehren geschehen war. Dafür aber der Rechtsanwalt. Er wäre beinahe an seinem Bureauvorsteher vorbeigelaufen, als er erlig hereinkam, um etwas mit ihm zu besprechen. Potz Blitz. Mendel wie sehen Sie denn aus?" rief er. jetzt auch erst den eleganten Rock bemerkend. Sind Sie es denn wirklich oder Ihr Astralleib?" Ich selbst. Herr Rechtsanwalt. Aber warum denn das?" Und er beschrieb mit der Hand einen Bogen um Schnurr- und Backenbart. Herr Mendel erröthete wie ein juw gs Mädchen, als er stammelnd erwilmZt: Ich ich bekleckerte mich immer sc beim Essen. Herr Rechtsanwalt " Aber tausend ja Sie haben sick doch die vierzig Jahre, die Sie bei meinein Vater und mir arbeiten, nicht bekleckert. Mendel.' O doch. Herr RechtsanUilt." Und nun riß Ihnen der Geu'lds. taotnv

Allerdings, Herr RechtScmwaN Der Äechtsanwalt kraute sich am

Kopfe und dachte, daß seine neue Sekretärin eigentlich doch zu hübsch für ihre Stellung sei. Wenn sie dem Bureauvorsteher nur nicht gerade so gegenüber säße! nacynen Morgen munren oit r l. ! cyrewer vor x:acyen aus oem rmmcr ftfiliKIt ElNtt llNtt übe? vkN 7!ren. xr ureauoorneyer war mir einer Perrucle und emer stelle nn Knopfloch erschienen. Die Schreiber begriffen gar nicht, I das ffraulem badet 10 ern unv ftill blieb. Sah sie mit ihrem weichen Träumerblick wirklich Nicht, daß sie ei" nm yrt I nen eormurmqen allen Mann zum w geri gemacyr yarre? Nun aber schien der Bureauvorsteher mit der Veriungung seines äußeren Menschen genug zu haben. Es trat Beständigkeü ein und bald hatten sich alle daran gewöhnt. Aber in seinem Innern wurde es immer jünger, frühlmgsfrischer. Mit den schmelzenden Massen des Märzschnees schmolz alles Verhärtete, das sich in dem Hagestolz rruyer scyon veoenklich orett gemacht hatte, fort. Es schien ihm, als wenn derte er durch den Thiergarten. Die Frühlingsblumen waren seine Freude, denn sie erinnerten ihn an die. deren Bild er im Herzen trug. Und er ertappte sich dabei, daß er eine, die er sich abgebrochen, an die Lippen preßte inbrünstig und lange. Wenn das Jemand gesehen hätte! Er sah sich scheu um, aber Niemand war weit und breit zu entdecken. Der Bureauvorsteber wollte nun " - - -1 - - " nicht länger mit seiner Werbung zogern, ffraulein senden hatte ihm zwar keine besonderen Hoffnungen ge 0 ' " . 1 , maft aber ihn auch niemals mit sei- . - - .'. nen zarten, klonen Aufmerksamkeiten 5 V PIunHKitn. Stets hatte sie feine Begleitung gern gesehen, freundlich k s,.,. mx?.;. vuiuviiu ouiuiui uiiu ji u u.;t 1 1 it u virn ihm angenommen und neulich sich fo gar von rhm zu einer Spazierfahrt durch den Grunewald mitnehmen las sen, an der allerdings ihre Hauswirthin als Duenna theilgenommen hatte. Wenn sie ihm nur mehr von ihren Sorgen anvertraut hätte, denn daß sie welche hatte, war sonnenklar. l'iii: selten zeigte sich auf rhrem Gesicht ein Lächeln, und wenn, dann ein sehr trau.a MmfOn Mn rrtt. Kr ,1,1 vvu Vvuivi v. fchleiertes. ES waren sicher Sorgen PekuM, Art! Aus einigen Andentungen hatte er erfahren, daß ihr Va ter Fabrikbesitzer gewesen und sie m den großartigsten Verhältnissen erzogen worden war. cach seinem Tode aber war der Konkurs eröffnet worden. Das sprach Bände. Sie, Irma, muhte nk für ?nr WuHr I.nd ,;,n ii'.na ZT 'ZL HZ i ll" '.ii U ren rüder orqen. as arme , "Hm machte der Bureauvorsteher und rieb sein Kinn; das muß anders werden." oer mcyernrane, oas er aoer veri m t w w v . w r t w miethet hatte, weil die Wohnungen darin ihm zu groß waren. Auch hatte er sich von seiner kleinen, behaglichen Gar.'onwohnung Nicht trennen mögen, als er das Haus ganz unverhofft geerbt hatte. Dann hatte er sehr viel Hypotheken ausstehen bei kleinen, aber slcheren beuten. Alle Einnahmen aus I r . r. .. , . ic rr ? icincni sjauiz loanoerrcn ooripin. (? s. ivlmTm- &U,lt.l. t .11. . ' JMjeu vizzz ijucicn yune er wie i V s.rn t. l o . . rr oer in crniois angelegt, in ermögen war rucyiig gewachsen, wen er 5ins auf .ins aeleat und sich mit seimm w l new Gebalt beanüat hatte. Wenn er es recht bedachte, hätte er längst zu arbeiten aufhören und von seinen Ren- ... i;. t. ,V,. . z C-il. . izn icuu umnen. uii ciu uu yuc cc i . , , nicht gewour. Aroeit und gerade die, zu der er ausgebildet und berufen I , - i (.:st. s-.: 0.C.r. I 1 . r Co m r rrr .1 1 meni acnrcien. oas ureau cme jcii Er hatte stets steif und fest geglaubt, daß die Rechtsanwälte, bei denen er arbeitete, verlorene Menschen waren ohne ihn. Sie hatten es ihm oft genug versichert. Aber setzt würden sie sich an ihren Verlust gewöhnen müssen. Er konnte doch unmöglich den ganzen Tag im Bureau stecken und sein junges Weib allein lassen! Oho. daraus wurde nichts! Er wollte feinen Miethern im ersten Stock seines eleganten Hauses lunoigen, ii) ein wunoerooues utt)i darm bauen und dort mit seinem rei senden Frauchen hausen. Manchmal würden sie zusammen ausfliegen vielleicht nach Italien oder sonst womn. Und der Bureauvorsteher hätte beinahe emen lauten Jauchzer ausge stoßen. Er fühlte sich so jung, so jung! Tit. Am nächsten Morgen bekam er einen gewaltigen Schreck, als er in das Bureau trat, ffräulein Senden hatte sich wegen Krankheit entschuldigen lassen. ! 'cocy n war ver ureauvorsteher so zerstreut gewesen, wie an diesem Mor- . r - r - p , m gen. r oeion ,ofort. nach chlutz der Bureaustunden hinzugehen und sich ? !u?oigen. War es nur eine kleine unpanliazlelt. vie ne zu kommen veryinoeri qaiiz , und naym )it ihn an, woure er mil i einem Antrag nicht lanS" zögern. Es ging alles besser, als er geglaubt hatte. Fräulein Senden öffnete ihm selbst die Thür. Sie sah sehr bleich i aus um, oaire gerorere Augen, ueoer

sein Kommen schien sie sich offenbar zu freuen. Kran! bin ich ja eigentlich nicht," sagte sie. als sie ihn in das gute Zimmer ihrer Hauswirthin geführt und sie sich gesetzt hatten. Aber ich habe gestern eine so furchtbare Nachricht erhalten, daß ich kein Auge zuthun konnte und die ganze Nacht geweint habe. Da war es mir unmöglich, heute zu kommen," Das glaube ich " sagte der BureauVorsteher. Aber darf ich fragen, was Sie so betrübt hat? Glauben Sie mir, rauein Jrmgard. daß ich warmes, aufrichtiges Interesse für Sie habe und

ie mir alles anvertrauen können. Vielleicht kann ich Ihnen helfen." Er hatte sich ganz nahe zu ihr qerückt und auch durck seine Stimme klangen Thränen. Irma schüttelte das Köpfchen. Helfen können Sie nicht, Herr Bureauvorfteher. aber es ist mir wirklich eine große Erleichterung, wenn ich mich auSsprechen kann. Ich habe ja Niemand in der großen, großen Stadt, und Sie sind mir immer ein so Väterttcher Freund gewesen." Dieser Titel verdroß den BureauVorsteher eigentlich indessen, er würde ihr schon zeigen, daß er gar nicht so väterlich dachte und vor allen Dingen fü'hlte. Es ist gar keme lange, aber eine sehr traurige Geschichte," begann sie. Kur vor meines Vaters Tode, als ich mich selbst noch für eine halbe Millionärin hielt, verlobte ich mich mit einem Offizier, Werner von Rathol?). Ich mußte ihm natürlich die Freiheit ) ?! j . 5 ! m , m im i I zurucrgeoen, ais mein narer iraro uno wir ganz mittellos zurückblieben " Die Stimme versagte ihr. Der Bureauvorsteher, dem die Nachricht von ihrer Verlobung ein Messerstich gewesen war, athmete auf sie war frei! Mein Bräutigam Nahm aber sein Wort nicht zurück. Er hoffte, von einem reichen Onkel, dessen einziger Erbe er ist, die erforderliche Kaution zu erhalten. Aber dem hartherzigen Mann war die Verlobung schon an und für sich ein Dorn gewesen, und erst gar, als ich verarmt war. Dem Drängen meines Bräutigams setzte er sein Nein entgegen, und als Werner ihm drohte, den Dienst zu quittiren, gab er scheinbar nach und verlangte nur zwei Jahre Aufschub. Wie es sich jetzt herausstellt, hatte er gehofft, mein Bräutigam Ivürde mich vergessen. Werner mußte ein Jahr Urlaub nehmen und eine Weltreise antreten. Sein Onkel stattere ihn mit reichen Wechseln aus, gab ibm Empfehlungen an die reichsten Amerikaner und hoffte, er würde drüben den Werth des Geldes schätzen lermn. Aber mein Bräutigam blieb mir treu, und jetzt " Jetzt?" warf der Bureauvorsteher mit banger Spannung ein. Jetzt nach zwei Jahren will er den Dienst quittiren. weil ihm der Onkel mit Enterbung und Entziehung jeglicher Zulage droht, wenn er mir treu bleibt." Ihre Stimme erstickte in Thränen. Und Sie? Wie denken Sie?" fragte der Bureauvorsteher heiser. Ich kann doch das Opfer seiner Karriere nicht annehmen!" rief sie fast verzweifelt. Er war so begeistert für seinen Beruf, so geschaffen zum Offizier! Was er auch nach seiner Verabschiedung werden mag es wird doch immer nur ein trockener Broderwerb sein niemals mehr ein von ganzer Seele geliebter Beruf. Er muß ja unglücklich werden, und ich kann es nicht zugeben, wenn mir das Herz auch über die Trennung brechen will! Sie sind ein wahrhaft edles Ge schöpf, Fräulein Irma!" Noch nie hatte sich der Bureauvorsteher so ausgedrückt. Aber dieser Liebe gegenüber kamen ihm keine geringeren Worte über die Lippen. Ach, das bin ich ja gar nicht," wehrte sie ab. ..Wenn man einen Menschen so von ganzer Seele lieb hat, dann kann man ja gar nicht anders. als selbst auf sein ganzes Lebensglück verzichten, wenn es zu seinem Besten lst. Das können Sie wohl nicht ver stehen. Herr Mendel?" Sie sah den vor ihr sitzenden Mayn an und bemerkte erst jetzt serne Berän derung. So alt, so gebrechlich war er ihr noch nie erschienen. Ob ihn die vier Treppen zu sehr angegriffen hat ten? Oder ihre traurige Erzählung? Wie rührend von dem alten Manne, so theilnahmsvoll zu sein. Es hatten sich tiefe Schatten auf sein Leben gebreitet, und man sah sie auf seinem Antlitz. Hatte sie recht konnte er wirklich einen solchen Verzicht nicht verstehen? Wenn er ihn nicht verstand, konnte er ihn auch nicht bringen. Aber weil er es konnte, verstand er ihn. Ich kann das sehr wohl begreifen, Fräulein Irma." Ja? Dann geben Sie mir doch auch recht, wenn ich feinen Verzicht nicht annehmen kann? Nicht wahr?" Nein, Sie dürfen nicht, Fräulein Irma. Das sind Sie Ihrem Frauenstolz schuldig!" Er verabschiedete sich darauf. Es war, als zitterte er. und Jrmgard half ihm sorglich durch den finsteren Hausfli'.r. Er konnte den Weg nicht sehen, so umflort war sein Blick. In Jrmgard lebte förmlich Tochter liebe auf für den anten, alten Mann und sie machte sich Vorwürfe, daß sie ' ihn so bewegt hatte.

.Nehmen Sie sich mein Looö nicht zu sehr zu Herzen, Herr Mendel," tröstete sie. Da riß er sich zusammen, und mit einem schwachen Versuch, sich die heftige Erregung wegzuscherzen, sagte er: Nur Muth und Kopf hoch, die Sache wird schon schief gehen!" Irma ahnte nicht, daß dieser Galgenhumor ihm selber galt. sV. Der Bureauvorsteher ging nicht nach Hause und nicht in seinen Dienst. Er schlich nach dem Thiergarten, auf seinen Lieb5inasplatz am Denkmal der

Königin Luise, Hier saß er lange und achtete nicht des Frühlingssturmes, der ihm seinen Hut nahm und Regentropfen in's Gesicht jagte. Im Bureau war große Erregung. Da der Rechtsanwalt seinen ersten Beam ten zu genau kannte, um eine Pflichfversäumniß anzunehmen, glaubte er an emen Unglücksfall. Er sandte nach der Wohnung Mendels und in das Hotel, wo er zu essen pflegte, und als beides resultatlos verlief, beschloß er, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Unterdessen kämpfte der Gesuchte den fchwersten Kampf seims Lebens. Es rüttelte etwas an ihm, wie der Frühling sswrm. Und Äs er endlich, endlich feine Hoffnung zu Grabe getragen 'hatte, da erlebte er etwas ganz Sonderbares. Er hatte gedacht, er würde ganz gebrochen sein, aber das Gegentheil war der Fall. Er fühlte sich noch rüstiger und stärker als zuvor. Das große Opfer hatte ihm erst die eigene Kraft gezeigt. Und weite Strecken voll Sonne thaten sich vor ihm auf. Nicht die Mannesliebe zum Wetbe sollte sein Glück sein er fühlte selbst, daß seine Verbittdung mit ?irma etwas Unnaturliches gewesen wäre. Er warf diesen Gedanken ab mit ein klem wenig Scham. Aber der Liebe zum Kinde brauchte er sich nicht mehr zu schämen. Sie würde sein Leben verklären. Begründen wollte er ein festes Haus für zwei iunge. kraftvolle Menschen, und ihr Dank würde ihn m em seliges Land führen. Und um feine Knie würden Kinder spielen, die Kinder jener beiden, die er zufammengeführt, und die so seine Kinder geworden waren. Sie würden Großvater zu ihm sagen Ein kindlich frohes Lächeln erhellte sein Gesicht, das Lächeln glücklicher Greise. Er ging noch an demselben Abend zu Jrmgard. und sie kämpften einen kleinen Kampf der Großmuth miteinander. Er aber blieb Sieger. Schluchzend und lachend hing sie an seinem Halse. Du bist mir mehr ein Vater als der, der mir das Leben gab," stammelte sie. Am nächsten Morgen ging er spornfireichs zu seinem Rechtsanwalt. Seine Schritte waren jugendlich elastisch, sein ganzes Wesen aber nicht mehr forcirt gigerlhaft, obgleich er seinen patenten Rock trug und frisch rasirt war. Das wollte er auch immer beibehalten dennoch wirkte es mit der Einfachheit, die wieder sein Wesen trug, natürlich. Die Nelke fehlte. Was machen Sie für Geschichten, Mendel! Nun gehen Sie selbst auf die Polizei und sagen Sie, daß Sie gebummelt haben und nicht todtgefchlagen worden sind." Ich bitte gehorsamst um Entschuldigung, Herr Rechtsanwalt. Ich sehe ein. daß ich fehr gefehlt habe, und bitte, mich exemplarisch zu bestrafen. Sie sind ia verrückt, Mendel! Nur gut, daß Sie wieder da sind!" Aber ich habe dem Herrn Rechtsanmalt noch eine Eröffnung zu machen. Ich hm ich bitte um meine Ent lassung z'm 1. Juli." Sie sind total verrückt, Mendel! Warum denn um alles in der Welt? Weil ich hm Fräulein Irma Senden adoptne UNS sie den Ober leutnant Freiherrn v. Rathow heira then wird. Ms Schwieoervater eines Offiziers möchte ich nicht in subalterner Stellung bleiben. Auf diese Ueberraschuna fand der Rechtsanwalt keine passende Ant wort Das Lache der Thiere. Von verschiedenen Seiten ist schon die Behauptung aufgestellt worden, daß nicht nur die Menschen, sondern auch die Thiere lachen können. Le Cat alaubt sowohl das Lacken als auch das Weinen beim Affen beob achtet zu haben. Mr. Grant, der sich eingend mit einem Orang-Utan aus Borneo beschäftigt hat, erzählt, daß dieser, wenn er gekitzelt wurde. die Mundwlnkel ln mt Hohe zog und die Zähne zeigte, wahrend sein Zwerchfell in Thätigkeit gerieth und grunzende Töne, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem menschlichen Ge lächter hatten, ausgestoßen wurden. Sowohl bei diesem Thier als auch bei einem Orang-Utanweibchen soll gelegentlich auch ohne äußere Reizung eine Verzerrung der Gesichtsmuskulatur ausgetreten sein, die einem Lächeln glitt. Offenbar hatten die Orang-Utans einen luftigen Einfall. Nur schade, daß sie ihn rncht mittheilen konnten. Die Psychologie des Komischen wäre dadurch sicherlich gefördert worden.

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