Indiana Tribüne, Volume 30, Number 28, Indianapolis, Marion County, 25 September 1906 — Page 4

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Indiana Tribüne. HnauA,,cden von der uttntxt a , Indianapolis, Ind. Harry O. Thudlvm .... Prifident. eschäftSiocal: 0, 31 Süd Delaware Straße. TELflPHONE

..icrd Rl tht Port Office ot Indianapolis a, tecond claaa matter. Aus der VuudeKhauptftadt. Washingtons Saison morte" ist nahezu vorüber. Der Präsident hat seine Rückkehr nach dem Weißen Hause auf den 1. Oktober festgesetzt und in gewissen Kreisen hat man schon alle Hände voll zu thun mit Vorbereitung der Ereignisse, welche die neue Saison bringen soll. Wenn auch gewisse Ultra aristokratische Coterien sich gern den Anstrich geben, als seien sie in sozialer Beziehung vom Weißen Hause unab hängtg. so iß es doch nicht zu leugnen, das die Bundeshauptstadt während der Abwesenheit deS Präsidenten und seiner Familie recht todt ist. Tausende von Leuten, die daS Entree auch in exklu fivften Kreisen haben, halten sich der Bundeshauptstadt fern, wenn sie mit dem Vergnügen nicht gleichzeitig das Geschäft verbinden können. Letztere? dominirt übrigen in Wash. ington weit mehr, als in den Residenz ftädten des morschen, monarchischen Europa, und die Politik spielt hier auch bei den gesellschaftlichen Feten eine hervorragende Rolle. Zur Zeit wird wohl am meisten über die bevorstehen den. respective als bevorstehend erach teten Veränderungen in des Präsiden ten offizieller Familie spekulirt. Wenn der Präsident nach Washington zurückkehrt, so wird er wahrscheinlich wieder einmal Musterung in seinem Kabinett abhalten und verschiedene Veränderun gen vornehmen, die allerdings zum Theil wohl erst im kommenden Jahre wirklich in Szene gehen werden. Schatzamtssekretär Shaw wird sich spätestens im März zurückziehen. Als sein voraussichtlicher Nachfolger gilt schon seit Langem der gegenwärtige Generalpoftmeifter Eortelyou, der Politiker des Kabinetts. Generalanwalt Moody ist, wie es heißt, für einen Platz im Oderbundesgerichte in Aussicht ge nommen. Dieser Platz wurde zuerst dem Kriegssekretär Taft angeboten, allein Herr Taft zieht eS vor, auf sei nem jetzigen Posten zu bleiben und eventuell sein Glück als Präsident schaftSkandidat zu versuchen. So bald Herr Moody ausscheidet, dürfte Ma rinesekretär Bonaparte, einer der be deutendften Juristen deS Landes, an seine Stelle treten, und das Marine Portefeuille wird alsdann wohl George von LengerkeMeyer, der gegenwärtige Botschafter in St. Petersburg, er halten. ES soll aber noch ein Wechsel bevor stehen, obwohl die best informirten Politiker nichts Gewisses darüber zu sagen wissen. Wie eS heißt, ist der Präsident mit der amtlichen Thätigkeit deS Herrn Metcalf, welcher an der Spitze des Handelsdepartements steht, nicht recht zufrieden. Er ist in seinem Borgehen gegen die großen Korpora tionen nicht energisch genug. Die ein geweihten Kreisen wissen, daß Herr Metcalf auch demnächst um seine Ent lassung bitten wird, und daß der Prä fident die Abficht hat, Herrn Garfield, den ältesten Sohn deö verstorbenen Präsidenten, in sein Kabinett zu ziehen. Herr Garfield ist noch ein Verhältnißmäßig junger Mann, allein der Prüft ttnt hält große Stücke auf ihn, und besonders die Art und Weise, in welcher .r die Untersuchung gegen Großschläch kr und gegen dte Standard Oil Eo. führte, soll Herrn Roosevelt sehr gefal len haben. Sehr neugierig ist man in Washington, wie lange Staatssekretär Root noch auf seinem Platze aushalten wird. Er brachte damals ein großes persönliches Opfer, als er ihn nach dem Tode Hay's annahm, und eS wird be hauptet, er habe es nur unter der Be dingung gethan, daß der Präsident seinem Rücktritt nichts in den Weg lege, so bald er, Root, zu dem Schluß gelange, daß seine Privatinteressen ein längeres Verbleiben im Kabinett nicht duldeten. Inzwischen aber hat sich Herr Root in seinen Posten so eingear bettet und so eingelebt, und mit seiner diplomatischen Thätigkeit so diele er. freuliche Erfolge errungen, daß der Präsident feiner wenigsten noch für ein Jahr sicher sein soll. haß Baaske's Südseite Kneipe, 1291 Süd oft tr.

DieSttcMagcmWhUing Schwer vom Schicksal getroffen.

Andere Neuigkeiten aus dem Staate Jndiana. H a m m o n d. Der Streik der Angestellten der Standard Oil Co. in Whiting scheint ein hartnäckiger werden zu wollen, da die Beamten der Com panie entschlossen sein sollen dem Unionprinzip das Rückgrad zu brechen, und große Vorbereitungen den Kampf zum Ende zu führen find von der Com panie getroffen. Alle Nichtunioniften werden beinahe als Gefangene gehalten, da die Furcht vor Ausschreitungen ein Ausgehen der selben in die Stadt verhindert. Wa gen mit Proviant und Betten die für diese Leute nach der Fabrik beordert waren, wurden durch Leute, welche mit den Streikern sympathifiren. zu rückgewiesen. Daö Gerücht, daß die Eompanie Neger aus Alabama einzu führen gedenkt, wird von den Beamten derselben beftritten. Beide Seiten sagen, daß der Kampf bis zu Ende ausgefochten werden foll. Die Unioniften erhalten von anderen Unionen Unterstützung, und eS wird gedroht daß die Standard Oel Com panie in allen Städten, wo dieselbe Interessen hat, durch Streiks bekämpft werden soll. Man glaubt daß dteö einer der schwersten Kämpfe zwischen Kapital und Arbeit werden wird. Fort Wayne. Harvey David son, ein Barbier auS Garrett, der kürz. lich in Michigan unter Anklage des Die?,ftahlS eingeliefert, dann aber ehren voll entlassen wurde, scheint vom Miß geschicke verfolgt zu fein, denn auf dem Rückwege nachZGarrett fiel er hier von einem Zuge und beide Beine wurden ihm abgefahren. Davidson rettete sich von dem Ber bluten dadurch, daß er mit seinem Ta schentuche und mit seinem Schlipse sich die Beine unterband. Er wurde, durch Hunger und Durft erschöpft nach dem Hospitale gebracht. Seine Frau und zwei Kinder befinden sich in dürftigen Umständen. Bauerlaubnißschein e. George Metzger, Reparaturen. 2412 Nord Capital Ave.. $200. W. M. Depke, Reparaturen, 2419 Gale Str., 1200. Orlanüo McKinney, Repara turen, 1326 Kappe Str., $105. Anna Myhan, Reparaturen, 510 Blake Str.. tz100. John C. Wilton, Repa. raturen. 2016 Nord Jersey Str, $300. John Corner, Reparaturen, 1526 Nord Arseanal Ave., 1100. F. P. McColltnS, Reparaturen, 2067 Park Ave., 8500. Mary H. Peac,ck, Repa rauren, 2018 Oft 10. Str., $98. Elmer Furnace und W. S. Doan, Haus, 1225 lvord Str., 81300. Fred und Clara Riebel, FramehauS. College Ave. und 27. Str., $2700. Edna Habeney, Wohnhaus, 624 und 626 Downing Str., $2000. Frau Sarah Porter, Reparaturen. 2208 College Ave.. S400. C. H. und W. E. Broich. Wohnhaus. Ecke Downey und Union Str.. I2000. Frank Tur ner, Küche, 1609 Weft Morris. 50. Sankt Bürokratius in Frankreich. Der Figaro" hat in einem Pariser Postburcau folgende Unterhaltung belauscht: Der Bürgersmann: Ich habe da einen Haufen ungebrauchter Postkarten, die ich gegen ebensoviele Kartenbriefe umzutauschen bitte." Tec Beamte: Kann ich nicht, mein Herr." Wieso? Der Kartenbrief kostet jetzt doch ebensoviel wie die Postkarte. 10 Centimes." Gewiß, aber wir haden nicht die Ermächtigung, den Umtausch vorzunehmen. Aber Sie tauschen mir doch jeden Augenblick beschmutzte oder falschadressirte Postkarten um!" Ja, freilich: unbrauchbar gewordene Postkarten kann ich zurücknehmen und aeaen Kartenbriefe umtauschen. Aber neue Postkarten darf ich nicht zurücknehmen." Wenn ich also von meinen Kindern Kerlchen und Thiere auf die Karten malen lasse, dann werden sie umtauschfähig?" Natürlich, dann entsprechen sie den Anforderungen der Verwaltung." Der Bürgersmann tritt ans Schreibpult und kritzelt derrückteMdressen auf seineKarten: Herrn Berard, Postchef." Herrn Fallieres, König von Frankreich, in seinem Hotel" u.s.w. Dann bringt er sein Gcschreibsel zum Schalter zurück. Der Beamte: Schön! Hier sind 516 Kartenbriefe!" Das Lesezimmer bei Britischen Museums in London wurde im Jahre 1908 von 210,040 Personen besucht, durchschnittlich täglich von 711 Lesern. Während deß Jahreö wurden den Lesern 1.599,562 Bänbe w der Bibliothek überreicht.

Prof. Susemihl lebensmüde. Bon Fritz Lottmann. Professor Susemihl war lebensmüde. Wetzhalb, wußte er seM nicht. Wenn er angestrengt nachdachte, kam es ihm so vor, als wenn er es einmal gewußt hätte. Da er aber sehr zerstreut war, hatte er es wieder dergessen. Und zerstreut war Susemihl sehr! Natürlich wenn man doch Professor ist! Denn die Hauptsache für einen Professor ist. daß er sich recht viel todtes Wissen in seinen Schädel pfropft. Daß man dabei schließlich ganz ramdösig und zerstreut wird, läßt sich eben nicht vermeiden; das gehört so mit dazu. Und daß man schließlich vor lauter Wissen vergessen kann, daß man ein Mensch ist, und verlernen kann, zu leben, das bringt der hohe Beruf eben so mit sich; es unterscheidet einem dann ja auch angenehm von den Menschen, die vor lauter Dummheit zu leben verstestehen und sich sogar horribile dicfti des Lebens freuen. Also Professor Susemihl war lebensmüde und hatte sich entschlossen zu sterben. Viel Kopfzerbrechen hatte ihm die Art und Weise gemacht, die seinem gelehrten Leibe würdig den Garaus machen könnte. Erst wollte er sich erschießen! Aber den Plan hatte er verworfen. Er konnte das Knallen nicht vertragen und kein Blut sehen, dazu war er zu nervös. Ueberhaupt Blut bnr! Entsetzlich! Vor einiger Zeit hatte er sich erst über ein paar Tropfen Blut derartig gegrault, daß er acht Tage bettlägerig krank gewesen war. Er hatte nämlich dem Uebel, daß ih.n sein Cvlinder bäufia vom Kopfe weh-

te, dadurch steuern wollen, daß er wie die Damen Hutnadeln gebrauchte. Er hatte aber vergessen, daß d Damen Haare haben, durch welche sie die Nadein stecken. Susemihl hatte aber keine Haare, deßhalb pikte er sich die Nadel in seinen kahlen Schädel, was ihm sechs Tropfen wissendurchtränktes Blut entlockte. Als er an dem Schmerz erkannte, daß die Sache nicht funktionirte, sah er in den Spiegel, entdeckte die Tropfen Blut, wurde ohnmächtig und war acht Tage krank. Nein, mit dem Erschießen war es nichts. Dann hatte er in Erwägung qezogen. ob er sich vergiften solle. Aber damit war es wohl auch nichts, denn Gift soll für den Magen nicht gut sein, und sein Magen war ohnehin schwach. Außerdem sollte Gift Schmerzen bereiten, und gegen Schmerzen war Susemihl im Prinzip. Es blieb also nur noch das Wasser. Ja, er wollte ins Wasser gehen. Und zwar bald, denn ihm erschien es rathsam, die Sache im Sommer zu machen, im Winter konnte man sich dabei erkälten. Also es war beschlossene Sache, Professor Susemihl wollte ins Wasser gehen. Daß eigentlich das ganze Exempel seines Lebens nicht mehr stimmte, wenn er all das Wissen, das er ein langes, mühsames Leben aufgespeichert hatte, ins Wasser steckte und auslöschte,ohne daß es für dieMenschheit Nutzen gebracht hätte, kam ihm gar nicht in den Sinn; dazu war er viel zu gelehrt. Susemihl ging in seinem Zimmer auf und ab und starrte die Wände an. Ja zu erledigen war da nichts. Familie hatte er nicht, auch keine nahen Verwandten. Hm ja! Wann er wohl die Sache machte? Er sah auf das Barometer. Es stand gut. also würde es heute Abend nicht regnen. Denn bei Regen konnte er nicht ausgehen, weil er seinen Schirm wieder irgendwo hatte stehen lassen. Also gut! Heute Abend! Im Canal! Leute sind da nicht. Und es ist mondhell. Wenn es dunkel ist, kann man leicht straucheln und ins Wasser fallen! Ach so, ja, richtig, ins Wasser wollte er ja! Aber nicht fallen, springen wollte er. Ob er wohl noch einen Hechtsprung konnte? Als Primaner war er ein vozüglicher Turner gewesen. Susemihl lächelte, als er daran dachte. Eigentlich war es doch schön gewesen damals, o"v.?hl er noch so entsetzlich dumm war. Nicht einmal die griechischen unregelmäßigen Verben hatte er richtig gekonnt. Sonderbar, wie man so dumm sein kann. Aber ein lebenlustiger, strammer Bursch war er damals gewesen. Susemihl sah auf seine Uhr; es war eben vier. Wenn er um zehn ging, war es früh genug. Also hatte er noch einige Stunden Zeit. Was er damit wohl machte? Plötzlich kam ihm em herrlicher Gedanke. Er wollte noch einmal sein Lieblingsgericht essen. Dies Gericht bestand aus Zwieback mit Butter und Zucker. Das war auch so eine haarsträubende Dummheit der Menschen, daß sie über dieses Gericht innner lachten. Warum sollte er Zwieback mit Zucker nicht gerne essen? Als guter Junggeselle bereitete der Professor sich sein Abend brot stets selbst. Er hatte deshalb Zwieback mit Zucker immer dorräthig. Mit dem überlegenen Lächeln eines Philosophen ging er an seinen Schrank, um sich sein Lieblingsaericht zu bereiten. Dann setzte er sich behaglich in seinen Lehnstuhl unv begann zu kauen. Aber schon nach dem ersten Bissen legte er den Zwieback fort, schüttelte sein kahleö Haupt und stöhnte ganz verzweifelt. Nein, eS war wirklich nichts mehr mit ihm; selbst Swioback mit Zmker schmeckte

ihm nicht mehr. Er hatte sich ver griffen und statt Zucker Schnupftabak aufgestreut, aber sein nur auf das Hohe gerichteter Geist bemerkte diese Kleinigkeit nicht. Jetzt versuchte er es mit der Pfeife. Aber es war heute eben Alles verdreht. Die Pfeife wollte nicht bren nen. Er zündete ein Sireichholz nach dem anderen an, sog und sog, aber es nützte nichts. Ein widerlicher, schwefelicher Geschmack kam ihm in den Mund, aber kein Tabaksrauch. Er hatte nämlich vergessen, die Pfeife zu stopfen. Verzweifelt stellte er sie in die Ecke. Es ging eben nicht mehr mit ihm. Es war schon das Richtigste, wenn er die Zeit bis zehn Uhr oerschlief. Er nahm also einen großen Bogen Papier und schrieb darauf: Ich bin lebensmüde und will in's Wasser gehen." Diesen Zettel legte er vor sich auf seinen Schreibtisch, stellte seinen Wecker auf halb zehn Uhr und schlief in seinem Lehnstuhl ein. Als er erwachte, schien der Mond freundlich in sein Zimmer. Der Schlaf hatte ihn erquickt, so daß er sich eigentlich recht wohl fühlte. Eben wollte er sich darüber freuen, als er den Bogen Papier auf seinemSchreibtisch sah. Ja richtig, er war ja lebensmüde! Also auf zum Canal! Damit er unterwegs nicht auf andere Gedanken käme, nahm er den Bogen Papier in die Hand und las unterwegs beim Schein des Mondes fortwährend: Ich bin lebensmüde und will ins Wasser gehen." Der Weg zum Canal war ziemlich weit. Aber es war sehr schön draußen. Der Professor glaubte feststellen

zu müssen, daß ein weiter Spaz:ergang an einem Sommerabend dem Menschen recht gut thut. Aber damit hatte er, dessen Leben abgeschlossen war, ja nichts mehr zu thun. Am Canal ging er eine Strecke weit hinaus bis zur Brücke. Es war kein Mensch da. nur der Mond schien sanft auf das gurgelnde Wasser. Susemihl stand auf der Brücke einen Augenblick still dann schwang er sich plötzlich über das Geländer und das gurgelnde Wasser schlug schäumend über ihn zusammen. Im Fallen dachte er: Sonderbar! Ich kann den Hechtsprung doch noch. Man verlernt so etwas doch nicht!" Und dann begann er instinktiv kräftig zu schwimmen. Und weil er sich dabei seltsamer Weise so wohl fühlte, daß er an gar nichts dachte, schwamm er ein ganzes Stück längs des Canals, um dann ebenso instinktiv ans Land zu klettern. Dann ging er nach Hause, legie sich ins Bett und schlief einen langen, gesunden Schlaf. Als er am anderen Morgen erwachte, wunderte er sich sehr über seine nassen Kleider. Dann fand er in der Brusttasche noch den Bogen. Er lief im Adamskostüm lange im Zimmer hin und her und wunderte sich. Er wunderte sich über Alles und nicht zum Mindesten darüber, daß er sich so wohl fühlte. Ja, so wohl fühlte er sich, daß nach langen Jahren der erste gesunde Gedanke in ihm aufstieg. Er dachte und er konnte dabei lächeln: Ich will von jetzt an mal häufiger lebensmüde sein. Solche abendlichen Spaziergänge und Bäder scheinen sehr gut zu thun. Ich glaube, ich war nur lebensmüde, weil ich vor lauter Gelehrsamkeit verlernt hatte, zu leben." Dann fand er den angebissenen Zwieback auf dem Tisch und da sah er auch, daß er ihn mit Schnupftabak bestreut hatte. Wo rthel den M oft holt." Dieses noch heute in Gebrauch stehende Sprichwort ist am Hofe des Markgrafen Hans von Küstrin entstanden. Dieser Fürst hatte nämlich einen treuen Rath Namens Bartholdus von Mandelslohe, kurzweg Barthel" genannt, der etwas kostspielige Neigungen hatte. So kam er einst an einem Wochentage in feinen, seidenen Strümpfen zum Vortrage, was dem sparsamen Markgrafen in die Augen stach: Ei. ei. Barthel," redete er den Herrn Rath an, ich habe auch seidene Strümpfe, aber ich trage sie nur des Sonntags." An der Tafel Hans von Küstrins gab's für gewöhnlich nur Krossener Landwein. Nun hatte der geheimde Rath" Herr Barthel von Mandelslohe Seine Kurfürstliche Gnaden und die Damen des Hofes zu einer festlichen Gelegenheit bei sich zu Tische geladen und semen hohen G"ten einen wohlschmeckenden, feinen spanischen Wein vorgesetzt. Der Markgraf schmeckte lange und fragte dann verwundert: Barthel. wo hast du den Most hergeholt?" 3): wurde der Gefragte sehr verlegen, rücklc dann aber doch mit der Wahrheit heraus: Ein französischer Edelmann, der beim Markgrafen vergeblich um eine Audienz angesucht, hatte, um seine Absicht doch noch zu erreichen, dem Herrn Rath Barthel ein Fäßchen Malvasier geschenkt. DaS ist schön, daß ich dem Welschen nicht den Willen gethan habe," rief der Markgraf frohgelaunt aus, aber nun weih ich auch, wo Barthel den Most holt Unüberlegt. Sind Sie nicht derjenige, welcher mir gestern Abend eine Ohrfeige gab?danre. nein!"

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Vergeßliche Nciscnde. TkRftische Beispiele aus der Lchwriz Gut, Geschäfte sür Eisenbahne. Die Vergeßlichkeit mancher Reisender illustrirt ein Blatt aus der Schweiz durch die folgenden erbaulichen Beispiele: Ein Hotelbesitzer in Genf stellte einer Amerikanerin ein kostbares, mit werthvollen Stücken gefülltes Juwelenkästchen wieder zu. das sie ihm zur Aufbewahrung übergeben, bei der Abreise jedoch vergessen hatte. Der Hotelier mußte mehrere Wochen suchen, ehe es ihm gelang, die Besitzerin wieder aufzufinden, die einfach angenommen hatte, daß man ihr den Schatz in einem Eisenbahnzuge gestohlen habe. Eine Eifenbahngesellschaft sorgte wochenlang für einen kostbaren Schootzhund, der einer Pariser Familie gehörte, die ihn zu einem Hotel in Luzern geschickt und die dann den Namen des Hotels vergessen hatte. In einem Zimmer eines Hotels in Zürich wurden 1000 Francs in Papiergeld gefunden, und Niemand meldete sich, der Anspruch auf die Moneten erhob. In Chamounix sah sich ein Engländer genöthigt, die Hilfe der Polizei in Anspruch zu nehmen, weil er sein Hotel nicht wiederfinden konnte. Bei seiner Ankunft war er dort hingegangen, hatte sein ganzes Gepäck in dem Warteräum des Hotels gelassen, ein Zimmer gemietet und war dann sofort aufgebrochen, um einen Aufstieg zu unternehmen. Als er zurückkehrte, hatt? er keine Ahnung mehr, wo sein Hotel lag. Einmal hat sogar eine deutsche Fa milie von acht Personen, die nach Tcrritct ging, eines ihrer jüngeren Kinder auf dem Bahnsteig in Lausanne verzessen. und der Vater mußte zurückkehren, um das Kind abzuholen. Man schätzt, daß von den Reisenden in Schweizer Hotels und Eisenbahnen alljährlch während der Saison Geld und Gegenstände im Werthe von 100.000 Francs vergessen werden, und die Eisenbahn macht mit dem Verkauf der vergessenen Werthgegenstände ein recht gutes Geschäft. Preußische Kriminalftatistik. Die Gcsammtzahl der Unter-suchunas-, Straf- und Civilhaftgefangenendie im Laufe eines Jahres in den Justizgefängnissen untergebracht worden sind, ist in Preußen nach der jetzt veröffentlichten Statistik seit den Jahren 189294. in denen sie fast gleich hoch war, bis 1899-1900 stetig von rund 522.200 auf 435.603 zurückgegangen, aber in den beiden folgenden Jahren, dem wirthschaftlichen Niederaang. ganz besonders 1901 1902 wieder erheblich, bis auf 482.606 gestiegen die Zahl der Untersuchungsgefangenen allein auf 157.446 und damit auf eine vorher nie erreichte Höhe worauf sie 19021903 und namentlich 19031904 abermals gesunken ist; fie betrug im letztgenannten Rechnungsjahre 459.333 (das sind 19.882 weniger als im Vorjahre), von denen 311,220 ( 12.383) Straf-. 144.799 ( 6736) Untersuchungs- und 3314 ( 163) Civllhastgesangene waren. An dem Rückgang der Gefangenenzahl war absolut wie relativ das weibliche Geschlecht viel stärker als das männliche betheiligt; während nämlich die Zahl der jährlich . untergebrachten männlichen Gefangenen nur eine Abnähme von 407.060 bezw. 410.694 in den Jahren 189294 auf 382.660 im Jahre 19031904 erfuhr, sank die der weiblichen Gefangenen von 115.207 auf 76.673 und zwar ununterbrochen, abgesehen von einer ganz unbedeutenden Erhöhung im Rechnungsjahre 1901 1902. so daß die Zunahme der Gefangenenzahl in den Jahren der letzten wirthschaftlichen Krise im wesentlichen auf das männliche Geschlecht allein entfällt. AknungsvoU. Bewerber: In diesem lang" weiligen Neste kann ich nur noch bleiden, wenn Sie mir die Hand Ihrer Tochter geben V a t e r: Hm, dann werden Sie erst recht fort wollen.'

Ave.

kelevdonA: Main 806; Neu 313. AkhkkkkAkkkAitm 324 W. Maryland. rßNaffige ilicnwäsche. .... Veid kelevdonß Ede und Mischehen. Nach den amtlichen Ermittelungen waren unter den im Jahre 1904 im Deutschen Reiche geschlossenen 477,822 Ehen 434,530 gleichen Religionsbekenntnisses, und zwar entfielen 283.980 Eheschließungen auf evangelische, 145,696 auf katholische und 4001 auf jüdische Prautpaare. Die reinkonftssionellen Eheschließungen machten also 90.0 Prozent, die gemischtkonfessionellen 9.1 Prozent der gesammten aus. Besonders häufig wurden Mischehen zwischen Juden und Christen standesamtlich angemeldet. Während im Jahre 1902 nur 699 derartige Heirathen geschlossen wurden, stieg chre Zahl 1903 auf 635 und im folgenden Jahre auf 720. Weitaus am häufigsten waren Heirathen zwischen einem Juden und emer evangelischen Christin, sie kawen 316mal vor. Dann folgten Ehen zwischen evangelischen Männern und jüdischen Frauen, nämlich 256. Die 497 jüdisch-protestantischen Mischehen des genannten Jahres waren somit auf 572' im Jahre 1904 gestiegen und betrugen annähernd viermal soviel als die jüdisch-kstholischen Verbindungen, deren 148 Fälle sich je zur Hälfte auf die beiden hier möglichen Kombinationen vertheilen. London besitzt 57 Theater mit 71,015 Sitzen und 46 Musikhallen und Varietätentbeater mit 53.641 Sitzen. Tanzsäle. Konzertsäle. Plätze, wie Carls Court und so weiter, eingerechnet. sind in London 248 Lokale dem rw i . c i Amuiement oewiomel. tn nen etnPlätze für über 312.000 Personen sind. Brotaus Moos. Längs de? Columbwflusses bereiten sich die Jn dianer eine Art Brot aus einem an den Pechtannen vorkommenden Moose. Daö Moos wird auf Haufen zusammengeschichtet und mit Wasser besprengt, wonach es eine Gähruny durchmacht. Dann rollt man es zu Kugeln von Manneskopfgröße und bäckt es in ausgebeizten Erdgruben. C5H5Üfe? DVÄ.' Wechsel, Credttdriese, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schrffsscheine von und nach Europa. An und Verkauf ausländi scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. Merchants National Bank. te Person, welche die Woche mit dem Bewußtsein beginnt, daß das Salät der vergangenen Woche fort

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