Indiana Tribüne, Volume 30, Number 27, Indianapolis, Marion County, 24 September 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne, 24 September 1806
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Jnterurban Zeit-Tabelle. I. N. T. Syftna. I rast Sonntag, den 20. Mai 1906. Züge verlassen Indianapolis. uncie & Rarion Division. Lawrence, Forwille, Pendleton, nderson. Borttotorn, uncie, Riddletown, lezanoria. ummitville, Farnnount. Sa City, Jones horo und Marion.
4 00 5 05 00 7 05 00 9 05 10 00 11 00 11 06 12 00 Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Attg. 1 05 Rm. 2 00 Hrn. 3 06 Rm. 4 00 Rm. 5 00 Rm. 6 05 Rm. 6 00 Rm. 7 06 Rm. 8 00 Rm. 9 05 Rm. 11 SO Rm. Limited. LoganSport Peru Division. Tannel, RobKSville, Cicero, rcadia, llanta, Tipton, okomo, Salvefton. alton, LoganSport, iami, unker Hill.
Peru und Elwood. 5 00 Bm 1 46 Rm. 6 45 Bm. S 00 Rm. 7 00 SB. S 45 Rm. , 45 Vm. 6 00 Rm. S 00 Bm. 6 45 Rm. 46 Bm. 7 00 Rm. -11 00 Bm. 7 45 Rm. U 46 Vm. 9 00 Rm. 1 00 Rm. 11 30 Rm.
Limited. er Zug um 11.30 Abend der Jndiana. i-LoganSport iDwision geht nach Peru statt LoganSport. Reue spezielle Bedienung nach Ft. Wayne. Züge verlassen Indianapolis um 7:00 und 11:00 Uhr ormittagS ud.3AO und 7:00 Khr Nachmittags, machen die Fahrt ach It. Wayne in 4 Stunden und 40 Minuten. Reun Zug Marion Flyer Verläßt Marion 7:66 LormittagS und 1:56 Nach ittagS ; Perläßt Indianapolis UM Vor ittag und 6:00 RachmittagS ; hält bloS in nderson und lezandria an. Anschließende Linien erreichen Daoto, vhio, Ft. Wahne, Huntington, Wabash, Lafontaine, Swahzee, Sreentown, Hartford Gttp, Montpellier, luffton, Winchester, Union City, Sreenville, O.. und Zwischen, Kationen. Kracht, und Paffagier.Ossi Termin kvrtezimmn. Telephon M 175. Jndtunapolis & Eafiern. mtted Züge für.Richmond und allen unkten in Ohio, welche verbunden find nnt ettrischen Linien, '.um 8:10 und 11:10 Bor Mags, 2:10 und 5:10 RachmittagS und KIO AbendS. Locale Züge für Richmond nd Zwischenftationen von 6:00 Uhr Bor, ittagS an und dann jede Stunde, auSge ommen die Limited Zeit, bis 9:00 AbendS (7:00 Uhr AbendS auSgelaffen). Letzter Zug ach Sreenfield um 11:30 Uhr bendS. Indianapolis & MarttnSville. Erste Morgen.Sar um 6:10 Uhr Morgen. Dann von 6:00 Uhr Morgens jede Stunde oiS 9:00 Uhr bendS. Abend -CarS vnlaffm die Jnterurban Station um 10:00, 11:30 und 11:60 Abend. Die 10:00 und 11:50 CarS fahren nur bis MooreSvlle. ZndianapoliS Coal Tractis Co. Jüge laufen stündlich von Indianapolis ach Vlaifield von 5:00 Uhr Morgen biS 11:00 Uhr bendS ; ausgenommen die Stun. den 8:00 und 10:00 Uhr AbendS. Indianapolis & Northwestern. Züge laufen stündlich von 5) Uhr Mor, gen biS 9:00 Uhr AbendS. Anschluß w Lebanon fürThorntownund.ErawfordSville. Der Zug um 10-00 Uhr AbendS fahrt blos hiS nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr Abend fahrt bis ach Frankfort, Anschluß in Lebanon sü, ErawfordSvMe ; derselbe fährt in der Sonn, tag Rächt blos bis nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab u 8:10 und 11:10 Uhr Morgen, und 2:10. 6:10 RachmittagS und 7:10 AbendS. Für GrawfordSville um .10:45 Vormittags und 4:26 RachmittagS. Dr. A, H. facter Deutschn Ihier.Tr, Offfcc: Schellhouse'Leih-St 09 st adsh t Telephone: Reu. ua lt. Vtain um. Wohnung: 1494 üd crtdi, rr.ße Neuer 'Phone Jacob Aierdorf's ...Taloon... o. 885 Massachusetts Avt Meine Freunde und Bekannten, fowie bat Publikum im Allgemeinen find freundlich eingeladen, mich in meinem neul Lokale p besuchen. einer Lunch sorgen und cchtttG4. Pftrr Scheib's Wirthschaft 0 1" nde der Lrightwood Straßenbahn Linie. ftle durstige Seelen find wikkomme
Weiße Rosen. Erzählung von Karl August Müller. Ein etwas ironisches Lächeln um die Lippen, war Guido Stein die vier engen und steilen Treppen der verwahrlosten Miethskaserne emporgestiegen. Ein kleines Porzellanschild, dessen Inschrift in dem Halbdunkel des sinkenden Tages kaum zu entziffern war, überzeugte ihn, daß er am Ziele angelangt war. Einen Augenblick zögerte der junge Mann, die Glocke zu berühren, halb ärgerlich, halb belustigt über den seltsamen Einfall, der ihn. den gebildeten, modernen Menschen. hirher. vor die. Thür einer Wahrsagerin, geführt hatte! Doch gleich wieder entschlossen, zog er fräs tig an dem abgegriffenen Geflecht, das im Innern der Wohnung eine rasselnde Scklle in Bewegung setzte. Mit demselben Lächeln wie vorher folgte Stein der alten Frau, die ihm öffnete, in die kleine aber saubere und mit großer Sorgfalt eingerichtete Stube. Ohne ein Wort zu sprechen, hielt er der Seherin die Hand hin. aber sein Gesicht v:rlor den spöttischen Aus druck, als er dabei dem klaren Blick begegnete, der ihm aus dem durchfurchten Greisenantlitz entgegenleuchtete. 3ch weiß nicht recht", begann der Besucher etwas unsicher, ob ich an Ihre Kunst glauben soll. Wollen Sie mir, um mich zu überzeugen, etwas aus meiner Bergangenlit mittheilen, falls Sie auch dies in 'meiner Hand lesen können Die Alte hatte die feine, weiße Künstlerhand ergriffen, doch ehe sie sie musterte, umfaßte sie mit schnellem Blick die Gestalt des jungen ManneS. Er mochte siebenundzwanzig Jahre alt fein. Sein Wuchs war hoch, fast überschlank. Die Kleidung zeugte trotz ihrer Einfachheit und augenscheinlichen Billigkeit von gutem Geschmack. In der kalben Dämmerung erschien das schmale, fein geschnittene Gesicht noch blasser, als es sonst sein mochte. Der aufmerksamen Beobachterin entging ein melancholischer Zug nicht, und auch die dunklen Augen hatten in ihrem Blick etwas Trauriges, als hatten sie trübe Tage gesehen. Tiefer beugte sich die Greisin über die ihr gereichte Hand, dann begann sie mit leiser, hoher und doch seltsam sanft klingender Stimme: Ich sehe Ihre Vergangenheit, wie Ihre Zukunft. Eine sorgenfreie Kindheit liegt hinter Ihnen. Dann kam ein schwenr Kampf und ein folgenschwerer Entschluß, der Ihr Leben in neue Bahnen lenkte. Ein Bruch mit Ihrem bisherigen Sein! Ein neues Element herrscht von da ab über Sie. Vielleicht sagten Sie sich von Ihren Eltern los und von den Kreisen, denen Sie angehört Balten. Ja. so muß es sein: r verliehen Ihr Vaterhaus, um sich gegen den Willen Ihrer Angehörigen einem Berufe zu widmen, zu dem Sie eine innere Neigung trieb. Sie sind Künstler geworden. Maler? Musiker? Ich weiß es nicht. Ihr Weg war steil und dornig. Selbst Noth und Entbehrung haben Sie kennen gelernt. Doch muthig haben Sie gekämpft und gerungen, um sich den Platz zu erobern, den Sie kraft Ihrer Beaabung beanspruchten. Und dabei trieben Sie nicht Eitelkeit und Ruhmsucht, nein, Sie wollten nur erringen, was Ihnen gebührte. Selbstbewußtsein, Vertrauen auf die eigene Kraft möchte ich das nennen, was Ihnen den Weg wies. Sie hatten Ihren ersten Erfolg. Zwei Jahre mag es her sein. Seitdem bewegt sich Ihre Lebenslinie aufsteigend, in fester, gerader Richtung. Doch noch hat sie ihren HöhePunkt nicht erreicht. Sie sind noch nicht am Ziel. Mit Recht geht Ihr Streben weiter, fliegen Ihre Gedanken höher. Ihre gegenwärtige Lage ist noch immer eine beengte. Sie sind mit der Stellung, die Sie der Welt gegenüber einnahmen, noch nicht zufrieden, denn sie setzt Ihren Wünschen Schranken entgegen, die Sie nicht überspringen können. Ihre Hand zuckt. Ich habe einen wunden Punkt berührt. Doch ich bin noch nicht fertig. Ich sehe mehr. - Wieder ein entscheidender Augenblick in JhreiTi Leben. Sie haben etwas errungen, das Sie als Ihren schönsten Erfolg bezeichnen. Und doch! Bis zu jenem Augenblicke war Ihr Leben sorgenloser und heiterer. Ihr Glück hat Ihnen Kummer zugleich mit der Freude gebracht und wird Ihnen noch bittere Schmerzen bereiten. Sie sind nicht mehr allein. Eine Nebenlinie begleitet den Lauf Ihres Lebens. Sie lieben und haben Gegenliebe efunden. Aber schwere Hindernisse, die Welt, gesellschaftliche Schranken stellen sich Ihrer Liebe in den Weg. Sie kämpfen einen neuen schweren Kampf Haben Sie nicht einen Gegenstand bei sich, der ihr gehört, ihr, von der ich spreche?" Schweigend z.?g Stein eine Brieftasche hervor und entnahm ihr ein zierliches, spitzenbesetztes Taschentuch von blahrother Seide. Lenge betrachtete die Alte das zarte Gewebe. Dann sprach sie leise und langsanl weiter, und etwas wie Mitleid durchzitterte ihre Stimme: Das junge Mädchen, um das eS sich handelt ,ist nicht lveniger von Seelenkämpfen heimgesucht als Sie. Es liebt Sie. und eS leidet unter dieser Liebe. Als sie Ihnen dieses Tuch gab. hat sie geweint, viel geweint. Ich sehe noch jetzt die Spuren der Thränen. Und es waren keine Thränen des
Glücks. Die Eltern der Geliebten setzen sich Ihrer Vereinigung entgegen. Sie ßnd sehr reich, glaube ich. oder von hohem Range. Die Mutter hatte stolze Pläne für die Zukunft Ihres eigenen Kindes. Ich sehe sie vor mir. Sie gab ihrer Tochter dieses Tuch. Nun haben Sie Ihre Pläne durch Ihr Dazwischentreten gestört. Auch die Eltern leiden, denn sie lieben ihr Kind, und wollen sein Gftick, aber das Glück, das sie für das wahre halten: Glanz, Reichthum und Macht. Sie, junger Herr, vermögen das nicht zu bieten. Und darum zürnt Ihnen die stolze Fomilie. Ihnen wird sie den größten Kummer ihres Lebens verdanken, oder ihn Ihnen wenigstens zuschreiben. Aber endlich wird auch bei den Eltern die Liebe singen: sie werden Sie rufen und Ihnen verzeihen." Ist's .möglich? Wie wird das kommen?" Unter vielen Thränen. Weinend werden der Vater und die Mutter ihre Einwilligung geben." Und wann geschieht das?" Vor Ablauf eines Jahres!" Aber, ein Unglück, ein schweres Leid, sagten Sie, wird diese Wandlung herbeiführen?" Ein schweres! Heute übe?'? Jahr." Weiter, weiter! Quälen Sie mich nicht!" Eine Reise wird vorhergehen, eine lange Trennung." Ha, sie wird dem Willen ihrer Eltern trotzen und mit mir entfliehen?" Nein. Sie geht allein." Aber, ich werde ihr folgen, ich werde Sie wiedersehen?" Ja. Später." Also endlich wird man sie mir doch geben? Noch vor Ablauf von zwölf Monaten werde ich sie mein Eigen nennen? Ist das gewiß?" Ueber's Jahr, auf Tag und Stunde. Sehen Sie Ihre Hand an. Hier vereinigen sich die beiden Lebenslinien, die Ihrige und die der Geliebten. Dabei sehe ich deutlich eine Rose. Dies Zeichen wird Sie zusammenführen." Der Blick der Greisin richtete sich starr in die Ferne. Wie im Traum fuhr sie fort: Ich sehe es! Rosen halten Sie in der Hand, wenn Sie sich nach dem ruhigen Hause auf den Weg machen, wo Ihre Braut sich auflzalt... Weiße Rosen." Ja, sie liebt die weißen Rosen." Weit draußen liegt das kleine Haus in einem großen Garten." Ich kenne es wohl; es ist eine Villa am Waldessaume." Sie gehen durch den Garten, die weißen Rosen in der Hand. Es ist früher Morgen. Doch die Geliebte hört Sie nicht kommen ... sie schläft." Doch ehe ich dieses Glück erringe, ehe die Eltern mich kommen lassen, werden wir beide heftige Kämpfe zu bestehen haben?" Schmerzvolle Stunden stehen Jhnen beiden bevor." Ach. auch sie wird schweren Kummer haben? Kann ich sie nicht davor bewahren?" Sie wird weniger leiden als die anderen." Gott sei Dank! Und nun sagen Sie " Fragen Sie nicht mehr! Mein Mund ist stumm. Es srommt nicht. Alles zu wissen." Bis spät in die Nacht hinein saß Guido Stein nach seinem Besuche bei der Seherin vor dem Flügel. In seinem Inneren jubelte es. Akkorde und Melodien umschwebten ihn und gestalteten sich unter seinen Händen zu einem hohen Liede der Liebe und der Hoffnung. Hin und wieder sprang der junge Musiker auf und schrieb ohne Pause lange Notenreihen nieder. Noch bin ich nicht auf der Höhe meines Strebens". murmelte er in Erinnerung an die Worte der Alten, aber das Werk dieser Nacht wird mich meinem Ziele näher bringen." Ohne Ruhe arbeitete er weiter, und als der graue Herbstmorgen eben das Zimmer mit seinem bleichen Lichte zu erfüllen begann, setzte Stein mit raschen Zügen den Titel FrühlingsGlück und -Hoffen" über die vollendete Skizze seines Tonwerkes. Dann endlich suchte er Ruhe in einem kurzen Schlummer. Am frühen Nachmittage kam ein Brief. Von ihr. Die Trennung! Mit wenigen Worten, die sie in Eile heimlich geschrieben hatte, theilte die Geliebte ihm mit, daß sie mit ihren Eltern abgereist sei. Nach dem Süden, nach Frankreich, nach Italien; sie wußte es selbst nicht. Das Reiseziel war ihr unbekannt, man hatte erst im letzten Augenblicke von der Reise gesprochen. Die Eltern hatten die Liebenden ohne Abschied trennen wollen. Diese Nachricht, die noch gestern den jungen Musiker zur Verzweiflung gebracht haben würde, erfüllte ihn heute mit Freude. Die Abreise, die lange Trennung!" juvelte er. Wir werden sie als erste Vorbotin unseres Glücks geduldig ertragen." Täglich fast wechselten die Liebenden lange Briefe, in denen sie sich gegenseitig in der Hoffnung bestärkten. Der eisige Winter zog in's Land. Die Tage der Trennung von der Geliebten waren für den Künstler Tage fruchtbarsten Schaffens gewor den. und eines Tages stand Guido
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vor dem Orchester und leitete die Erstaufführung seiner Symphonie. Es gab einen außerordentlichen Erfolg. einen Triumph! Mit einem Schlage scch Stein sich am Ziele seiner Wünsche. Noch in derselben Nacht berichtete er der Geliebten ausführlich über seine nun so günstig veränderte Lage und bat, seine Werbung jetzt in aller Form bei ihren Eltern wiederholen zu dürfen. Mit fieberhafter Ungeduld erwartete er die Antwort. Eine Woche verstrich, eine zweite: keine Nachricht. fei schrieb nochmals, telegraphirte . . alles vergebens. Da wurde eö ihm klar": er war verrathen! Sie liebte ihn nicht mehr! Eine stille Verzweiflung bemächtigte sich seiner. Tagelang schloß er sich ein und saß dem Bilde der Treulosen, aber ach. noch immer so heiß Geliebten stumm vor sich hinbrütend gegenüber. Keine Taste rührte er mehr an. Sein Schaffensdrang war erstickt, seine Lebensfreude, seine Kraft gebrochen. Dann kam das Fieber, das feine Sinne umnachtete, bald ihn in glückliche Ferne trug, bald ihn auf seinem Krankenlager durch halbe Entschleierung der Wirklichkeit ruhelos hinund herwarf. Lange rang das junge Leben mit dem Tode, der gierig seine Knochenhand ausstreckte. Ein Telegramm traf ein. Ein verzeifelter Vater hatte eS abaeschickt, eine gramgebeugte Mutter rief den früher Verschmähten an das Krankenlager, an das Todtenbett ihres einzigen Kindes, das sich nach dem Geliebten sehnte. Aber der Ruf verhallte unZehört. Der, an der er erging, kämpfte selbst mit dem Tode. An ihm schritt der Allbezwinger vorüber. Er fand eine andere Beute. Fern im Süden legte er die eisige Hand auf ein junges Mädchenherz, das unter der Berührung erkaltete, das Herz, das nie aufgehört hatte, treu zu fein Eines Morgens erwachte Guido Stein in seinem Krankenzimmer. Nach Monaten zum ersten Mal hatte ihn das Fieber verlassen. Mit furchtsamen Augen blickte er um sich und sah an seinem Lager eine alte Frau mit weißem Haar und in schwarzem Geioande. Er kannte es wohl, das ehedem so stolze, jetzt in Gram und Kummer überschnell gealterte Gesicht. Er sah auch die Trauerkleidung und brauchte nicht mehr zu fragen. Er wußte alles. Nie war er verrathen worden! Tastend griff er nach der Hand der greisen Frau und zog sie an seine Lippen. Dann über mannte ihn wieder die Schwäche. .. Draußen waren die letzten Blätter von den Bäumen gefallen. Die blasse Sonne kämpfte mit den Nebeln des Heröstmorgens. Vor dem Portale des Friedhofes hielt ein Wagen. Guido Stein entstieg ihm mühsam, mit jener schwerfälligen Langsamkeit, die eine eben erst überstandene lange Krankheit den Bewegungen des Genesenden gibt. Schwer stützte er sich auf den Arm der weißhaarigen Frau, die ihn führte. Ein alter, gebeugter Herr folgte. So schritt der Bräutigam der Todten langsam durch den großen Garten da draußen, in der Vorstadt, auf das stille Haus zu. in dem die Geliebte wohnte. Die Eltern verwehrten ihm nicht mehr den Zugang! Und Rosen trug er in der Hand, weiße Rosen! Doch die Geliebte hört den Freund nicht mehr kommen . . Sie schläft . . . ei Bücherfreund. Wollen Sie, bitte, dieses Buch vom Sitz nehmen?" Warum?" Ich möchte mich hierher setzen." Es sind genug andere Plätze in der Car frei." Gewiß, aber gerade diesen möchte ich haben." Bitte, bedienen Sie sich." Pause. Wollen Sie das Buch vom Sitz nehmen?" Nein." Sie wollen nicht?" Nein, mein Herr." Absolut gemein, sich aus diese Weise zwei Plätze zu sichern." Pause. Nochmals! Entfernen Sie das Buch, oder nicht?" Sicherlich nicht." Dann werfe ich es zum Fenster hinaus." Wie Sie wünschen aber seien Sie vorsichtig." Bah! Da fliegt das Buch. Was fügen Sie nun?" Mir ganz egal. Das Buch gehört nicht mir, sondern dem starken Herrn hinter uns." Und der tapfere Kämpfer fühlte sich plötzlich am Rockkragen hochgehoden, die Car hielt und er wurde sanft auf die Straße gesetzt. Was ihn am meisten ärgerte, war. daß er seinen Nickel schon bezahlt hatte. Die UToTt kra n I yeil. Frau (zur Zofe) : Holen Sie einmal den Sanitätsrath, ich fühle mich unwohl, und übrigens, wissen Sie nicht, welche Krankheit heuer Mode ist? Begründet. Chef: Alle Augenblicke sehe ich Sie mit einer anderen Dame, und jedesmal soll's eine Verwandte gewesen sein! Kommis: Nun. Herr Prinzipal, heiße ich nicht Meier?
Backfische als efpenfter Die Stammgäste der Bürgersale" in Nixdorf lebten in den letzten Wochen in großer Aufregung. In dem Wirthschaftsgarten begann vor einigen Wochen plötzlich ein unheimlicher Spuk" sein Wesen zu treiben. Allabendlich, gewöhnlich um die Geisterstunde, mußten die ahnungslosen Biertrinker gewahr werden, wie von unsichtbaren Händen in Bewegung gesetzt allerlei Gegenstände durch die Luft flogen und ab und zu auch in das Bier oder in das Essen der Stammtischgäste niederfielen. Da sah man, wie auf Geisterflüaeln halbe Sechserkäse", KartoffelPuffer, Knochen, alte Ärohhüte, Zitrclnschalen und andere merkwürdiae Dinge mehr durch die Baumkronen des Gartens schwirrten, aber man wußte nicht, woher all diese Sachen kamen. Es wurden, als sich der Spuk" jeden Abend wiederholte, Wachen ausgestellt, die scharfen Ausguck nach allen Seiten hielten, aber es war vergeblich; das unheimliche Herumfliegen von Gegenständen nahm seinen Fortgang. Einmal glaubte man zu geivahren, daß die Gegenstände aus dem Nachbarhause herausgeworfen wurden. Sofortiges Nachsuchen dort hatte aber jedesmal ein negatives Resultat. Einigen Gästen wurde die Sache schließlich so unheimlich. daß sie es vorzogen, das Lokal fortab zu meiden. Drei Wochen lang dauerte so das Bombardement der Büvgersäle" und ihrer Stammgäste, deren Beunruhigung allmählich einen hohen Grad erreichte. Endlich sollte ein Abend die Aufklärung der räthselhaften Geschichte bringen. Wieder war der Wirthschaftsgarten erfüllt von dem Geräusch der durch die Luft fließenden Gegenstände, und theils delustigt, theils erschreckt beobachtete der Stammgäste vielerprvbte Schaar das seltsame Phänomen, als plötzlich einer der auf der Lauer liegenden Wachposten ein Helles Blinken, wie von einem Stück Metall herrührend, in der Dachluke des Nachbarhauses gewahrte. Schnell wurde ein Mann, der sich zu seiner eigenen Sicherheit mit einem alten Kavalleriesäbel bewaffnete, hinaufgeschickt, unö als dieser den Dachboden betrat, überraschte er dort zwei niedliche kleine Backfische, rne gerade im Begriff standen, wieder et was aus der Dachluke hinauszuwerfen! Die Ueberraschung kam den beiden hübschen Missethätern so unerwartet, daß sie. sofort alles eingestebend, um Gnade baten. Es waren die 17 und 16 Jahre alten Töchter eines Lederhändlers und eines Sattlermeisters aus der Bergstraße. Der geschädigte Wirth des Lokals hatte die Absicht. Strafanzeige gegen die beiden übermüthigen jungen Damen zu erstatten, nahm aber auf deren heiße Bitten davon Abstand.
Erprcssuttgcu cineö rasen. In Lemberg wude der 28jähige polnische Graf Ladislaus Zielinski unter der Beschuldigung der Erpressung verhafte. Kürzlich erschien bei einem dortigen Grafen ein Dienstmann, der ein in französischer Sprache adressirtes Couvert übergab, in dem ein angeblich von dem anarchistisch-komnmnrstischen Komite stammender Brief enthalten war. Im Namen des Komites verlangte der Briefschreiber für revolutionäre Ztvecke den Betrag von 400 Kronen. Der Adressat bestellte den Dienstmann für den nächsten Tag. DerDienstmann überdachte einen zweiten Brief, in dem der Graf aufgefordert wurde, den verlangten Betrag auszufolgen rtd sich davor zu hüten, der Behörde Kenntniß zu geben, da sonst das Komite aus dieser Handlungsweise sofort die Konsequenzen ziehen werde. Der Adressat hatte einen Volizeiagenten zu sich bestellt, der den Dienstmann verhaftete. Dieier führte den Detektiv zu einem Mädchen, das ihm den Brief zur Bestellung übergeben hatte, und dieses gab nach längerem Leugnen an, von wem sie den Brief zur Beförderung erhielt. Auf Grund der Angaben des Mädchens wunde Graf Zielinski verhaftet. Graf Zielinski gab zu. den in Rede ftchenden Brief geschrieben zu haben und erklärte, haß er sich dadurch die Spesen für eine Reise nach der Schweiz verschaffen wollte. Er erklärte weiter, daß er in den Diensten des Krosnoschen Regiments gestanden hat, von wo er jedoch geflüchtet ist. Eine lebendige Gemüt: eaalleric. In Tunis wurde dieser Tage ein fahnenflüchtiger französischer Soldat Namens Sarthe eingefanzen. Als man ihn fesselte, sagte er: Jetzt wesen sie mir sicher meine Haut nehnen. )enn die verdient mit Gold aufge.-vo-gen zu werden." Der Mann hatte nicht zu viel behauptet. Als man ihn mtkleidete, entdeckte man auf seinem Körper geradezu wunderbare Tätowirungen. Ueber der Brust stehen zwei reizende Frauen, -e einem ftrammen Musketier Küsse zuwerfen; der Federhut des Musketiers ragt bis zum Adamsapfel hinauf. Unterhalb der Brust sieht man den Expräsidenten Loubet, der dem Schah von Person ie Hand reicht. Auf seiner Kehrseite tragt der tätowirte Soldat die Bilder s BreMängers Mayol und der Yoette GuilHert. die von dieser Placirung ihres Konterfeis nicht sehr erbaut sein dürfte. Den ganzen Rücken hat sich Sarthe mit allegorischen BH dern Amoretten und GurUande schmücken lasse.
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