Indiana Tribüne, Volume 30, Number 27, Indianapolis, Marion County, 24 September 1906 — Page 1

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Erscheint jeden Nartxmtttag. . Jahrgang 30. Indianapolis, Ind., Montag, 24. September 1906 No 27. f""""""

Striche Beute Ging ans de Geleise. Eine Meuscheufalle Staat Federatio of Labor

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Fällt einem Einbrecher in die Hände.

Reiche Beute machte ein Einbrecher, der in Eharles R. William' Wohnung, No. 1005 Nord MeridianStraße. am Sonntag Sinkehr hielt. Eine Uhr im Werthe von $200, 4 goldene Dringe im Werthe von $200, ein cifelirter holländischer Ring, 3 Diamamant ringe, ein Türkisenring. ein goldene Uhrgehänge und eine silberne Damen Uhr, im Gesammtwerthe von über $1000, fielen ibm in die Hände. Der Einbruch war ein üukerst f. cher, da sich der Bursche, während die Familie unten im Hause sich mit Pianospiel und Gesang beschäftigte, durch die Vorderthür Zutritt zum Hause verschaffte, flch ein Talglicht suchte und dann oben im Haufe Um schau hielt. Nach vollzogener Haussuchung ver schwand er ebenso mysteriös wie er gekommen war. Todt i Bette aufgefunden. Frau Sarah Gall stirbt im Hause von Freunden. Frau Sarah Gall, 75 Iah alt, wurde Montag kurz vor Mittag im Haust von Freunden, No. 209 Weft 16. Straße, todt im Bette a'Ifgefunden. Die Leiche wird nach dem Haufe ihres Sohnes Peter Gall. No. 1537 Ashland.Avenue. gebracht werden, vn wo aus später die Beerdigung ftattfin den wird. Die alte Dame erfreute sich gestern Abend noch anscheinend guter Gesund heit, Huftete zwar ein wenig und Huftete auch verschiedentlich während der Nacht, jedoch nicht genügend, um irgend welche Besorgn iß zu erregen. Als dieselbe am Montag Morgen nicht zum Frühstück erschien, nahm man an, daß sie zu sehr ermüdet sei; als die alte Dame aber später ihr Erscheinen nicht machte, wurde eine Untersuchung angestellt, welche zur Auffindung der Leiche führte. Die zur Stelle gerufene Polizei fand einen Gashahn im Zimmer theilweise geöffnet. Beging Selbstmord. In einem Anfalle von Schwermuth machte Montag Vormittag Mike Mar tin, No. 327 Weft MarylandStraße wohnhaft, seinem Leben ein Ende. Martin, der erst kürzlich sich verhei. rathete, soll laut Bericht der Beamten, welche den Fall untersuchten, ein Opiat Ester gewesen sein. Er schoß ftch eine Revolverkugel in den Unterleib; dieselbe setzte nch im Rückgrat fest und hatte seinen augenblicklichen Tod zur Folge. Martin war 34 Jahre alt. Persol-Notize. Herr ?kobn öofmark und Frau langten von ihrer Deutschland Reise glücklich hier wieder an. L a f a y e t t e. Frau Alice Eoo per Lawson. die ihren Mann erschoß, wohnte der Beerdigung deffelben bei. Die Frau zeigte fich sehr bewegt; fie trug keine Handschellen. Lawson hin terlüßt außer seinem auf 14000 ge schützten Vermögen noch eine Lebens verft rungspolice auf $2000 lautend. Ob u diese ausgezahlt wird, läßt ftch unter den Umständen noch nicht sagen. Bedanernslvrrthes Unglück. Der 6jährige John DranSseld, 804 Süd Weft Straße, wurde gestern Abend kurz nach 7 Uhr mit einem zerbrochenen Arme von seiner Mutter nach dem DiS pensarium gebracht, wo ihm ein Ver band angelegt wurde. Der kleine Knabe spielte mit mehreren seiner fla meraden auf der Brücke an der Ecke der McCarty und Miffouri Straße. Wie der verletzte Knabe selbst angiebt, sollen ihn seine Spielkameraden beim Spielen von der Brücke gestoßen haben, wobei er beim Sturze seinen Arm zerbrach. Die Brücke ift ungefähr 12 Fuß hoch und ift eS zu bewundern, daß er mit dem Leben davon gekommen ist.

I Tode vereint. Mar? William und Samuel JoneS erden todt im St. James Hotel aufgefunden.

Seiner Sinne nicht mehr mächtig, immerhin fich einer Gefahr bewußt, scheint Samuel JoneS. 803 EoffeyStr.. den man zusammen mit Mary Williams 521 Rankin Str.. todt im Zimmer deö St. JameS Hotels auffand, einen Verzweiflungskampf um sein Leben ge. rungen zu haben. Ob daS Paar Selbstmord plante", später aber JoneS die Reue anwandelte, wird die Cpco nerS Untersuchung zu Tage fördern. Thatsache ift. daß beide während der Nacht am Gase erstickten. Am Morgen, als Angestellte deS Ho telS daS Zimmer reinigen wollten, uns auf wiederholtes Klopfen keine Antwort erhielten, wurde die Thüre ge. sprengt. JaneS und Frau Williams waren bereits todt. Die geöffneten Hähne derGaSleitung, die geschloffenen Fenfter sowie der pe netrante Gasgeruch, welcher den Ein tretenden faft den Athem raubte, ga den die nöthige Erklärung ab. DaS Paar war am Samstag Abend nach gemeinsamem Besuche eines Theaters dort abgestiegen, und hatte man von dem selben nichts gesehen, bis Angestellte durch den Gasgeruch aufmerksam ge macht, die Thüre des Zimmers er brachen. Die Frau lag in gelaffener Haltung auf dem Bette, als ob fie der Tod im Schlafe überraschte. JoneS dagegen scheint vom Gasgerüche geweckt worden zu sein, und anscheinend machte er den Versuch, fich und die Frau zu retten. Ein umgestürzter Stuhl scheint diese Thatsache zu bestätigen. Wahrscheinlich taumelte der schon vom Gase seiner Beftnnuung halb be raubte Mann umher und suchte ent. weder die Fenster oder die Thür zu ge Minnen. Seiner Sinne nicht mehr mächtig, gelang ihm dieses aber nicht und er fiel aufs Bett zurück, wo er dann theilweise im Bette, mit den Beinen aber noch auf dem Fußboden, liegen blieb und gleichfalls erstickte. Der Coroner, welcher von dem Un' falle benachrichtigt wurde, stellte sofort eine Untersuchung an, doch ist da Er gebniß desselben noch nicht bekannt ge geben. Zilansbrnch vereitelt. Durch einen Wink, den ein Truftee" dem Hülfssheriff Mike A. Wall in Jeffersonville gab. scheint der Plan zu einem JailauSbruch vereitelt worden zu sein. Zunächst sollte der Jailer, Capt. W. T. Patterson, überwältigt und wenn nöthig, gebunden und geknebelt werden. In der Jail befindet fich eine Anzahl desperater Gesellen, aber Alle hatten jedenfalls nicht an der Verschwörung theilgenommen. An der Spitze derselben, dem Verräth zufolge, standen Leo Ban Fall, ein Fälscher, und Edw. Devol, ein Einbrecher in SlotMaschinen. Man wollte Patterson in Abwesenheit deö Sheriffs und deS HülfS'SheriffS überfallen, ihm die Schlöffe! abnehmen und dann die Ge fangenm befreien. Man wird jetzt natürlich sehr aufpaffen. i Anna Catheriue Koehler f. Im hohen Alter von nahezu 80 Iah ren ift gestern Frau Anna k. Koehler. eine auf oer Oftseite allgemein bekannte deutsche Pionierin gestorben. Die Verstorbene in Oberfeld bei Hamburg geboren, kam bereits im Jahre 1849 als junges Mädchen nach hier und trat mit Wilhelm Koehler. der ihr im Tode vorausging, in den Stand der Ehe ein. Seit mehreren Jahren wohnte Frau Koehler im Hause ihrer Tochter, Frau John A. Soltau, 208 Nord Davidson Str. Sie war ein Mitglied der ersten Kirche der Evangelifchen Gemeinschaft, wie auch deS Frauen-HilfSvereinö der selben. ChaS Baaske'S Südseite Kneipe, 1291 Süd Eaft Str.

Angenblicklicher Tod die Folge.

Jack Eallahan, ein Angestellter beim Bau der Armeepoften.Gedäude, wurde durch den Marion Flyer- TractionWaggon getroffen und sofort getödtet. Eallahan, der mit seiner Arbeit f tig war, gedachte nach Anderson z fahren, und um fich die Zeit zu der treiben, ging er auf dem Geleise auf und ad. Der Marion Flyer" fährt von Indianapolis nach Anderson ohne Aufenthalt durch und Eallahan wurde getroffen. Die Wucht deS Anpralles schleuderte den Mann etwa 60 Fuß weit, wo derselbe furchtbar verstümmelt todt neben dem Geleise niederfiel. Eal lahan'S Leiche wurde nach Anderson gebracht. Ei verheerendes ffrner Richtet $1000 Schaden an. Kurz nach 5 Uhr gestern Nachmittag sandte der Wächter vom Thurm des GerichtSgebäudeö einen Feueralarm nach 364 Sheldy Str. ein, wo aus un bekannter Ursache ein Brand in den Stallungen der Jung Brewing Com pany ausgebrochen war. In denselben befanden fich zur Zeit zwölf Pferde, welche jedoch sämmtlich gerettet wurden. Durch daS hier aufgespeicherte Heu. Stroh und Korn erhielt das Feuer reiche Nahrung; gierig züngelten die Flammen gen Himmel und der röth liche Schein konnte weithin gesehen werden. Eine Zeit lang schien eS. als ob die Waffermaffen, die von den bra den Feuerbekämpfern aus den Schläu chen in die Glüht geschleudert wurden, ihre Wirkung verfehlten; denn immer wieder schlug die Lohe durch den Rauch aus'S Neue empor. Nach harter Ar bett erst wurde schließlich daS Feuer auf seinen Herd beschränkt und daS Signal zum Abrücken der Mannschaften konnte gegeben werden. Der Verlust an Pferdefutter und Geschirr sowie am Gebäude wurde auf 81000 abgeschätzt. Verletzt wurde Niemand. Teutscher LaadwehrBerein. Die Sitzung deS Deutschen Landwehr Vereins, welche gestern in der Keller'S Halle abgehalten wurde, er freute fich eines recht guten Besuches. Das VergnügungS.Komite berichtete, daß die Borbereitungen für die Abend Unterhaltung, welche am 14. October abgehalten werden soll, fich im vollen Gange befinden. Zwei große Vorstellungen werden an diesem großen Tage zur Aufführung gebracht. Unteroffizier und Rekrut und der alte Deffaer. Beide Stücke find sehr humoristisch, und werden die Lachmuskeln der Zuschauer in steter Bewegung behalten. Da keine weiteren wichtigen Geschäfte vorlagen, so trat Vertagung ein, um Zeit zu einer Probe zu gewinnen. Lebensmüde. Mike Klein, 931 O. Maryland Str., nahm am Samstag Abend gegen 10 Uhr in einer Anwandlung von Lebens Überdruß Karbolsäure zu fich, um fich auf diese Weise aus dem Leben zu schaf fen. Trotzdem Dr. Cooper prompt zur Stelle war und die möglichsten Anftrengungen machte, den Verzweifelten am Leben zu erhalten, hauchte derselbe gegen 2 Uhr Sonntag Morgen seinen Geist au. Die Polizei, welche erft spät am Mor gen den Fall zu Ohren bekam, erfuhr von der Frau des Verschiedenen, daß sich derselbe fich in den letzten zwei Wochen stark dem Trunke ergeben hatte, welche ihn wahrscheinlich zu der ver. zweifelten Handlung getriebm hat. Der Eoroner wurde von dem Vorfall sofort in Kenntniß gesetzt, konnte jedoch nur den Tod konftatiren. Gottlieb Seukhardt, Die gemüthliche Scke", Ecke Noble und Market Str.

Ist die National Road Sisenbahn-Brücke.

Die alte Monon Brücke an der Na. tional Road, welche schon manchem Eisen dahingestellten daS Leben kostete, wurde als Falle bezeichnet und die Staats Eisenbahn - Commission hat angeordnet, daß dieselbe entweder ganz abgeriffm oder höher gelegt werdcn muß. Etwa 22 Unglücksfalle sollen dort schon vorgekommen sein. Eine Anzahl Eentreville Bürger begaben fich mit der Commission zur Stelle, um die Zustände zu untersuchen. Die unteren Balken der Brücke find nur 16 Fuß über den Geleisen. ES ift selbftver. stündlich, daß mit den schon modernen Frachtwaggons Unglücksfälle unver meidlich find. Die Monon Bahn hat fich bereit erklärt, die Brücke zu ändern, sobald Pläne vorliegen. Knabe des Einbruchs beschuldigt. Sollen eine Grocery beraubt haben. ChaS. Ott, 14 Jahre alt. an der Ecke von Northweftern Avenue und 26. Straße wohnhaft, und Harrh Eorn forth. tm selben Alter stehend, von No. 516 West 25. Straße, wurden ge. ftern von I. M. Stlllwell, North. weftern'Avenue und 26. Straße, bei der Polizei deö Einbruchs und Dieb, ftahlö angeklagt. Dieselben werden beschuldigt, in die Kolonial und Ma terialusaaren Handlung von Wm. Sanders, No. 2614 Northweftern.Ave.. eingebrochen zu sein und 8 10 entwendet zu haben. Den Eltern der Kinder wurde von der Polizei der Befehl ertheilt, dieselben heute dem Richter vorzuführen. Mt zerbrochenem Beine ansgefunden. An der Ecke der Meridian und Three Notch Road wurde gestern C. E. Heß, 612 Süd New Jersey Straße mit zer. rchenem linken Beine aufgefunden. DaS Dispenfarium wurde sofort von dem Borfall in Kenntniß gesetzt, wo rauf der Verunglückte nach seiner Woh nunq geschafft wurde. Wie und wann daS Unglück pasftrt ift. konnte von dem Verletzten nicht in Erfahrung gebracht werden. -MM Durch Gas beinahe erstickt. Gegen 6 Uhr gestern Morgen wurde im Princeton.Hotel ein starker GaSge ruch wahrgenommen, welcher die Bnge stellten deS Hotels veranlaßte, die GaS Hähne zu untersuchen. Als man die Thür des Zimmers öffnete, in welchem ChaS. Phillips von Olney, Jll., ein Gast des Hotels, wohnte, wurden die eintretenden Personen beinahe von GaS üderbermannt. EineUntersuchung ergab, daß d?r GaShahn offen stand und der Inhaber deS Zimmers besinnungslos auf dem Bette lag. Rasch wurden die Fenfter aufgeriffen und die Aerzte deS DiSpensariumS gerufen. Als dieselben im Hotel anlangten, hatte fich Phillips beinahe wieder erholt. Wie man vermuthet, hat Phillips die Gasflamme auSgeblasen und den Hahn nicht geschloffen, waS schon in wiederholtm Füllen vorgekommen ift. Ein aus New Yorker und Londoner Bankiers bestehendes Syndikat hat einleitende Schritte bei dem Staatsinaenieur von Colorado a than, um nahezu eine Million AcreS dortiger Oedlandereien zu bedwaffern, daS aröfcie Vrivatunternehmen der Art, welches bis jcht da war. Zu dem Zweck werden jetzt Pläne ausgeardeitet über den Ban eines Reservoir! von 24 Quadratmetlen Ausdehnung und von 85 Fuß Tieft. DaS Wasser soll dem Pwtte Mrver emnommeu werden, welches noch reichlich aenuu vorbanden ift. um eine Million Acrei Land, die eine Bevölkerung von 100, 000 ernähren könnten, zu berieseln. Die Kosten deS Reservoirs und deS Damms sind auf vier Millionen Dollars veranschlagt, und die Arbei ten sollen noch in diesem Herbst Se-ginnen.

Tritt morgen hier tn Sitzung.

Morgen werden die Sitzungen der Jndiana State Federation of Labor in der Columbia Halle eröffnet. Man rechnet daß über 150 Delegaten aus allen Theilm des Staates anwesend sein werden. Am Nachmittag deö ersten Tage wird zu Ehren der besuchenden Drucker von der Typographia No. 1 ein Dinner veranstalten. Edward PerkinS der Präsident deS Staats Verbandes der Arbeiter er wähnte in seinem Jahresberichte ver chiedene intereffante Abhandlungen über Arbeiterfragen und erwähnte auch die viel besprochene Angelegenheit daß die Unionen fich in die Partei.Poli ik einzumischen gedenken, und daß die elben das Feld mit dem Vorsätze be reten, daffelbe zu behaupten. ES ift unmöglich jetzt noch zurückzutreten" agt der Präsident. Die Frage ift nur die, wie lange wird eS nehmen das ge genwärtige Programm zu vervollftändi gen. Ein separates politisches Pro gramm läßt fich zur Zeit nicht auffiel en, und aus diesem Grunde werden fich die Arbeiter somit begnügen, ihnen unfreundliche Kandidaten zu betörnpfen, und für die Wahl derjenigen zu arbeiten, welche der organiftrten Arbeit reundlich gesinnt find. Man glaubt, daß Andeutungen in dieser Richtung von der American Federationen ge macht, die Unterstützung aller Unionen n Jnhiana erhalten werden. Eine Anzahl Fragen von mehr oder minder großer Wichtigkeit sollen vor der Versammlung verhandelt werden. Die wichtigste dieser Fragen wird fich mit der Inspektion der Zuchthausarbeit und der Fabrik.Jnspektion beschäftigen. Eisengießer Unionen reichten eine Be schwerde ein, daß Sträflinge aus dem Jeffersonville Zuchthause in Louisville Gießereien als Streikbrecher Berwen dung finden. Da ftch die Anzahl der Kinder in den Fabriken beständig vermehrt, suchen die Arbeiter dem Fabrik Inspektor mehrGe. Hilfen zu verschaffen, um eine strengere Aufficht auszuüben im Stande zu fein. Die hiesige Centra! Labor Union hat alle nöthigen Vorarbeiten beendet die Convention zu leiten und den Delega ten während der Zeit ihres Hiersems angenehme Tage zu bereiten. Am Mittwoch wird zu Ehren der Delegaten ein Banquet und eine VaudevilleBor ftellung gegeben. i Leonhard Schurr, i Leonhard Schurr, No. 1411 Nord Alabama-Straße wohnhaft, ein in Ge schäftskreisen bestens bekannter Deut scher, ift gestern Vormittag im Alter von 58 Jahren gestorben. Sine Nichte, Frau M. Oldendorf. und zwei Neffen. Leonhard Geiger und Jacob Counfil man, überleben ihn. Der Verstorbene, in Geißlingen. Württemberg, geboren, kam Anfangs der 50er Jahre mit seinen Eltern nach hier und erlernte unter der strengen Aufficht seines Vaters daS Juwelen, und Goldschmied . Geschäft. Einige Jahre später etablirte ftch der Bater an der Jndiana.Avenue. DleS Geschüft wurde ohne Unterbrechung nach dem Tode deS Vaters vom nun verstorbenen Sohne weitergeführt. Herr Schurr, ein langjährige? Mitglied der Grace Mission Church an der BevilleAvenue, war auch ein Mitglied der GermaniaLoge der Odd FellowS, welche an der Leichenfeier offiziell fich betheiligen wird. AdamS fe Krieger sorgen für die Bestattung. Verschwunden. Oscar Allen von Kokomo, Ind.. er suchte gestern die hiesige Polizei, den Aufenthaltsort seiner Frau, welche fich in unserer Stadt befinden soll, aus findig zu machen. Dieselbe hat das Hau ihres Gatten flüchtig verlassen und der Verlassene vermuthet, daß fie fich nach Jndianap5ltö begeben hat.

Nachrichten aus Jndiana. H a m m o n d. Der Streik in den Anlagen der Standard Oil Co. in Whiting dehnt fich weiter aus und Hoffnung auf eine gütliche Beilegung deffelben ift weiter entrückt. Am Samstag wurden 350 Heizer und Gehilfen ausständig. Die Leute

verlangen außer einem S'ftündigen Arbeitstag eine Lohnerhöhung, welche Beamte der Compagnie verweigern. In Sympatie mit den Heizern legten später 150 bei Reinigungsarbeiten der Deftilliranlagen beschäftigte Männer die Arbeit nieder. Heute wird ein Ausstand der Maschinisten erwartet. Die bedeutet, daß etwa 1000 Leute am Streik sein werden. Ein Sympa thie.Streik der 3000 anderen nge. stellten wird erwartet. Zwischen Union und Nichtunion. Arbeitern sollen einige Zusammenftöße stattgefunden haben. Die Compagnie macht den Versuch, die Plätze der Streiker mit Rtcht-Uniont ften zu besetzen. B e d f o r d. Unter den wichtigen Angelegenheiten, welche von den Groß geschworenen untersucht wurden, war auch der mysteriöse BrandftiftungSfall in Dark Hollow. wo DelfordS Geschäft mit einem Verluste von 34000 einge äschert wurde. Bluthunde wurden auf die Fährte gesetzt, jedoch gelang eS nicht. dieBrand ftifter zu fangen. Das Benehmen der Hunde aber, sowie auch mehrere eigen thümliche Umstände, welche den Behör den bekannt wurden und die alle auf bestimmte Personen hinweisen, sollen zur Untersuchung gelangen, und man steht sensationellen Enthüllungen ent gegen. Jeffersonville. Der erste Prozeß vor einer Jury .im September Termin des Clark Krciöge richt endete gestern mit einem Urtheile zu Gunsten des Anklagten. Wm. Emerke, in einer von sechs Anklagen deS Verkaufs von Spiritussen ohne LtzenS in dem Städtchen Utica. Nachem der Staats anwalt den Prozeß verloren hatte, suchte er auf Grund der Abwesenheit von Zeugen eine Vertagung der übrigen nach und erhielt Zeit bis zum Nachmit tag. Als er fich dann nicht bereit fand, wurden die Fälle niedergeschlagen. Emerke hatte in dem stark von der Waffersucht- angekränkelten Utica ein mal eine Wirthschaft geführt. Man beseitigte dieselbe durch eine Remon ftranz, nun aber verschaffte fich ein Ver wandter des Mannes eine LicenS. An geblich war Emerke, der als Schank kellner fungirte. an der Wirthschaft interesfirt. Schließlich wurde die Stadt wieder trocken", und nun wurde Emerke deö Haltens eines Blindtigers" angeklagt. Blaues Ange z Geburtstagsgeschenk. Vom Geburtstagstisch wurden gestern Abend Dan ormany, 1405 Roosevelt Ave. und Blanche Huff, welche bei dem selben logirt, hinter Schloß und Riegel gebracht, und wegen Schlägerei gebucht. Bei der Familie Cormany hatte sich eine kleine Gesellschaft eingefunden, um den Geburtstag von Blanche Huff zu feiern. Letztere hatte das Decken der Geburtstafel '.übernommen. Da Frau Cormany mit dem Arrangement der Tafel nicht zufrieden war. geriethen die beiden Frauen in einen Wortftreit, welcher alsbald zu Thätlichkeiten ausartete. Wie wilde Thiere gingen die Wuthentbrannten auf einander los und traktirten fich gegenseitig mit Fauftschlägen. l der Satte seine Frau in Nöthen sah, mischte er ftch in den Streit und liefe seine Kaufte auf die schwächere Huff niedersausen. Glück licher Weise erschienen bald die Beam ten Tomlinson und,Condell. die den Streit schlichteten, indem fte den Gatten und die Huff in separate Zellen der Polizeiftation unterbrachten. DaS Mädchen hatt; eine zerschundene Backe und ein blaueS Auge davon getragen. Mit der GeburtStagfeier wcr eS zu einem jähen Ende gkommm.