Indiana Tribüne, Volume 30, Number 26, Indianapolis, Marion County, 22 September 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 22 September 1906.
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drr Iwscu TIM z Ein Ixcrnau drr profun WM vcn Gregor samarom J4Ä (FortfetzunK.) Man machte noch eine kleine Promenade im Garten. Ti? Baronin schloß sie besonders an des Grafen Otto Gemahlin an. deren sanftes herzliches Wesen ihr sympathisch sem mochte, und wußte es unauffällig zu vermeiden, jemals mil Ezechiel in Berührung zu kommen. Auch dieser schien einer solchen Berührung auszuweichen. Was hätte n in diesem engen Kreise auch derjenigen, nach der er sich so lange vergebens g?fchnt, sagen sollen, da es ihm hier unipöglich war, wie bei d?m Ballfest in-. Hause seines Vaters mit ihr in großer Gesellschaft allein zu sein. Er fuhr fort, Klara seine ganz besondere AufMerksamkeit zu beweisen, und bemerkte es nicht, daß sie ihm oft fast spöttisch antwortete. Die Baronin drängte, nachdem die Tdeestunde vorüber war, zum Aufbruch und da auch die Gräfin Otto erschöpft war, so trennte sich auch die zurückbleibend Gesellschaft bald. Graf Otto hatte sich, nachdem seine Frau sich in ihr Zimmer zurückgezogen, noch einen Punsch von seiner Tochter bereiten lassen, welche es ganz besonders verstand, den Geschmack ihres Vaters zu treffen. Er saß, in seinen Schlafrock gehübt, in einem Lehnstuhl und schlürfte behaglich das duftende Getränk, das Klara ihm sorgfältig gemischt hatte. Es thut mir außerordentlich wohl," sagte er, mit meinen Verwandten wieder auf gutem Fuß zu stehen, und ich muß es sagen, mein Oberm hat sieb auch bei der Lösung der Differenzen, in die wir gerathen waren, fehr verwandtschaftlich und entgegenkommend benommen. Es gefällt mir hier, xo no so manche Jugenderinnerung mich anheimelt, ganz ungemein, und ich habe -gern die Einladung angenommen, hier so lange zu bleiben, bis der Bau in unserem Hause vollendet sein wird, auck, der Mama wird es wohl thun, und ich hoffe, sie wird sich hier von aller Sorge und Unruhe besser erholen, als in einem Badeort." Klara stimmte, wenn auch nicht ganz besonders lebhaft, zu, und Graf Otto fuhr fort: Ich hoffe und wünsche, daß die Beziehungen zwischen den beiden Linien unseres Hauses sich immer freundlicher und inniger gestalten mögen. Sie kom men uns alle hier so sehr freundlich entgegen für meine Tante hatte 'ch immer schon als Knabe eine sympathische Zuneigung, und auch die beiden jungen Vettern machen mir. soweit i3 sie bis jetzt kennen gelernt habe, efarz angenehmen Eindruck, besonders E"chiel. er hat etwas Ernstes. SinniaeS. waö mir gefallt, und ihn vor so manchem anderen jungen Herrn Vortheilhaft auszeichnet. Tu," sagte er mit einem forschenden Blick auf Klara, mußt ihn ja noch besser kennen gelernt haben Ihr scheint ja unzertrennlich." Wir waren ja aufeinander angewiesen," sagte Klara achselzuckend, es war ja einigermißen seine Pflicht, der ihm bisher unbekannten Kousine die Honneurs des Hauses zu machen!" Nun," sagte Graf Otto lächelnd, er schien diese Pflicht sehr gern und eifrig zu erfüllen. Mir sind da Gedanken gekommen, die ich auch durchaus nicht abweisen möchte. Es kommt ja in der Welt nicht oft vor, daß Rücksichten der Vernunft und Klugheit mit dem Zuge der Herzen sich vereinen, und wenn dies doch einmal geschieht, so muß man das wohl als ein Glück betrachten. Ezechiel wäre Sprich nicht weiter, Papa." rief Klara, ihn schnell unterbrechend ich verstehe Dich wohl, aber ich versichere Drch, daß Du Dich durchaus tauschest." Und warum?" fragte Graf Otto. Du weißt ja, daß ich Dir niemals einen Zwang auferlegen würde, aber eine bessere und passendere Partie als Hzechiel ließe sich kaum für Dich finden, und er scheint mir ganz dazu an gethan, um, auch ganz abgesehen von allen äußeren Rücksichten, wohl eine Frau gluck llch zu machen." Das kommt darauf an." sagte Klara, für mich scheint das nicht so aus?emacht. Doch ich will von mir nicht prechen, ich bin überzeugt, daß ich niemals vor eine solche Fraqe gestellt wer den kann, daß wenigstens Ezechiel sie mir nlemals stellen wird. Nun.- erwiderte Graf Otto, mir scheint es doch, daß auch Du wohl nicht nöthig haft, gar zu bescheiden über Dich zu denken. Uebrigens soll das ja gar mcht als eine planmäßig beabsichtigte Sache behandelt werden, aber ich muß lagen, daß es mich freuen würde, wenn da ein Band sich knüpfen ließe. das spater die ganze Familie ver einigte und auf einen Punkt zurück führte." Das wird niemals geschehen." erwiderte Klara. In Ezechiel lebt auch nicht der leiseste Funke eines solchen Gedankens, in ihm wird niemals ein Gefühl erwachen können, das Deinen Gedanken entspräche, und ohne ein sol ches Gefühl wirst Du nicht von mir verlangen, daß ich mich meinerseits mit diesem Gedanke auch nur beschäfgen soll."
Wie willst Tu das denn jetzt schon wissen," sagte Graf Otto, unmuthig mit dem Kopf schüttelnd, ..Du kannst doch nicht verlangen, daß er Dir heute schon eine Erklärung machen soll, nachdem er Dich kaum erst kennen gelernt so sieht er mir nicht aus." Er nebt mir aber aus." sagte Klara mit spöttischem Lachen, als ob er längst mit seinem Herzen im Reinen ist. Glaule mir. Papa, über so elwas täuschen wir uns nicht er bat sich wohl äußerlich freundlich mit mir unterhalten. aber so zerstreut, daß ich meiner Sacke gewiß bin. Er hat längst seine Wahl qetroffen, und vielleicht ist das eine recht unglückliche und traurige Wahl. Ich bitte Dich hecb, mich nicht Kl eine falsche Situation zu bringen. die für uns Alle p?inlich sein würde." NN, wie Du meinst," sagte Graf Otto, aber Tu wirst mir wobl erlauben, zu beobachten und im Stillen zu hoffen, daß Tu Dich wohl getäuscht und Dein.' Meinung ändern wirst." Sie athmete tief auf. Es schien, als ob ein Wort sich auf ihre Lippen drangen ircCe. Tann aber fagte sie lachend: Tu wirst vergebens warten, Papa, und ich versichere Dich, ich bin nicht geneigt, meiner Zukunft ungeduldig vorzugreifen." Sie bereitete ihm noch ein Glas Punsch und plauderte heiter und scherzend mit ibm über allerlei Beobachthingen, die sie Hier und dort gemacht, so daß er oft Herzlich lachen mußte und
seine gute Laune wiedergewonnen Hatte. als er sich endlich zurückzog. 5. Kapitel. ',ecbiel Hatte durch das Wieder flUerr mii rrrif hrtn VRnrt Iterrt j aifVii ;au ji.u www vvutiviiwui, 7 daS er U seinem kurzen Empfange des Grafen Otto nicht vorausgesetzt, einen schweren inneren Kampf zu bestehen. Als Bärenstein mit seiner Gemahlin so plötzlich die Stadt verließ, hatte er sich selbst immer von Neuem wieder die Frage vorgelegt, ob es mit seinem Gewissen und mit seiner Ehre vereinbar sei, seiner Liebe zu folgen und vielleicht verhängnißvoll in fcas Leben und den Seelenfrieden der Geliebten einzugreifen. Er war häufig schon zu dem Entsckuß gekommen, daß er seinem eigensüchtigen Gefühl zu folgen nicht das Recht habe, und war fest entschlossen gewesen, stc: von der Geliebten fern zu halten, imn.?r aber war ihm die Erinnerung daran wieder mächtig geworden, daß sie ihm ja ihre Liebe gestanden hatte, dann mußte ste ja unendlich unglücklich unter den Fesseln einer Verbindung sein, die ihrem Herzen nur erträglich hätte sein können, so lange es von einem anderen Gefübl frei war, und dann war es a seine beilige Pflicht, sie un- jeden Preic aus jenen Fesseln zu befreien und si? zu dem Glück zu führen, auf das jeder Mensch ein angeborenes .Recht besitzt, um so me!,r. da nach seiner Ueberzeugung ihr bemahl sie nicht nach ihre , Werth zu schätzen vermochte. Seinen nes Gefühl konnte er nicht unterorukken. nicht wieder in seinem Herzen erkalten lassen, aber er würde dennoch die Entsagung auf sich genommen haben, wenn es sich nicht zugleich um ihr Glück gehandelt hätte. Daß es schwere Kämpfe kosten würde, um sie zu befreien, war ihm klar. Die Welt würdc sie beide verurtheilen, und sie würden viel Muth bedürfen, um dem Urtheil der Welt zu trotzen. Aber das Alles fürchtete er nicht, da sie ja unglücklich war und immer unglücklicher werden mußte, wenn sie durch das unerträgliche Band gefesselt blieb. So wußte er denn immer die eigene Sehnsucht mit der ritterlichen und heiligen Pflicht zu vereinigen, welche ihm. wie er meinte, gegen die Geliebte selbst oblag. Er hatte keinen Weg, um sich über ihre Gefühle nochmals zu vergcwissern und seinen Verkehr mit ihr herzustellen. Ihr zu schretbcn. war unmöglich jeder Brief hätte in falsch: Hände kommen können, und er war gewiß, daß sie vor einer brieflichen Antwort zurückbeben werde. So mußte er denn warten, bis ihm der Aufenthalt in Steinkirchen vielleicht Gelegenheit bieten werde, sie zt fehcn und zu sprechen. Aber er Iii: fchwer unter dieser Nothwendigkeit bei dem Gedanken an den Zwang ihrer Lage, die ihm wie eine unwürdig' Sklaverei erschien. Ta war der Wunsch seines Vaters gekommen, daß er zur Begrüßung bei Grafen Otto in Steinkirchen anwesend sein möge. Die Baronin dort zu finden, batte e: nicht erwartet, aber nun. nacbd?m c: ihr doch begegnet, hatte er aus ihren Blick, aus ihrer ängstlichen Scheu, mi der ste ibm auswich, auS ihrer ranker Erscheinung dennoch von Neuem ti: Ueberzeugung gewonnen, daß er sich in threm Gefühl für thn mcht getauscht daß sie ihn wirklich liebe und daß st unke? der Trennung, weiche sie sich auf erleg!, schwer gelitten hätte und zu lei den fortfahre. Von Neuem gelobte er sich, den Kampf um sein Glück mit aller Mach wieder aufzunehmen, sobald ibm nur ein längerer Aufenthalt in Stemtir chen die Möglichkeit dazu gäbe und dann nicht nachzulassen, bis er sie für sich errungen gegen alle Zweifel und Hindernisse, welche die Welt chm ent gegenstellen könnte. Mit diesem festen Entschlußim Her zen. der ihm eine gewisse Ruhe wieder gab. war er nach dem Ende seines kurzen Urlaubs abgeretst, ohne zu bemer ken. welche Gedanken sein Vater über
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feine Zukunft hege, noch auch, daß Klara ihn und die Baronin scharf tobachtet hatte. Er lebte ja nur dem einen Gedanken, der sein Herz bald in hoffnungsvoller Sehnsucht schlagen ließ, bald wieder schmerzlich zusammenschnürte, wenn er sich das Leid und die Kämpfe klar machte, welche die Geliebte durchzumachen haben und schwerer empfinden würde als er. Er hatte Klara fc'3 zum Auenblic! seiner Abreise le'e bc'onjere Aufmerke saw.k:it zugewendet, er empfand für si: immer mehr eine warme Sympathie, die wohl ättl dem verwandtschaftlichen Gefühl hervorging, in welchem er die Versöhnung der so lange entzweiten Familie freudig bezii'chte. Zuweilen war der Gedanke in ihm aufgestiegen, seine Kousine zur Vertrauten der Geheimniffe seines Herzens zu machen und durch sie einen Verkehr mit der Geliebten herzustellen. Aber er kannte sie doch zu wenig, und ein solches Vertrauen konnte bei ihr auf jcbarfe AbWeisung stoßen und sein Geheimnis gefährden. Beide aber waren äußerlich in scheinbar freundschaftlicher Vertraulichöeit geschieden. Auch sie schien ihm sympathisch zugeneigt und hatte ihn zuweilen forschend und sinnend angesehen, als ob auf ihren Lippen ein Geheimniß schwebe, das sie ihm nicht anzuvertrauen wagte. Der alte Graf Hakenstein, welcher seinen Sohn und Klara fortwährend beobachtet hatte, war über die zwischen beiden hergestellten Beziehungen sehr zufrieden. Auch seine Gemahlin schien seine Hoffnung zu theilen, rieth ihm aber dringend, seine Wünsche nicht zu zeigen, noch weniger aher gegen Klara andeutungsweise auszusprechen, sondern alles der Zeit zu überlassen, die ja vollkommen vorhanden war. da Graf Otto, durch die herzliche Theilnahme, die er gefunden, wohlthätig berührt, die l'angere Ausdehnung seines Aufenthaltes in Steinkirchen zugesagt hatte. Nach Ezechiels Abreise hatte Balduin sich bkmiibt.die Aufmerksamkeiten seines Bruoers vet Klara zu erienen. s?ic nahm dies mehr artig als herzlich auf. und bewegte sich ihrem jungen Vetter gegenüber mehr in gesellschaftlichen Verkehrsformen als in Verwandtschaftlicher Vertraulichkeit. Ihn schien das fast zu verletzen. Mochte seine Eitelkeit sich gekränkt fühlen oder mochte wirklich der eigenthümliehe Reiz, der Klara umgab, seine Wirkung auf ihn ausüben, er zeigte sich immer eifriger um sie bemüht, und oft fast verletzt und verstimmt, wenn sie ihn mit kühler Gleichgiltigkeit behandelte. Es kamen häuftge Besuche aus bt: Umgegend, und die nächsten Tage vergingen ziemlich unruhig. An dem ersten besuchsfreicn Tage aber schlug Graf Otto vor. die Tochter des WaldWärters nach dem Schlosse rufen zu lassen, um auch seiner Gemahlin dc seltsame Mädchen vorzustellen und ihr oie Freude an deren schönen Stimme ,u bereiten. Vras Häienittm war ourcy oiqm Vorschlag nicht besonders angenehm berührt. Auch Balduin war befangen und verwirrt, aber da auch die Gräfin Otto dem Wunsche ihres Mannes lebhaft beitrat, so ließ sich derselbe kaum ablehnen. Es wurde ein Diener nach dem Waldhüterhause geschickt, und vor der Theestunde erschien Lara auf dem Schlosse. Sie trug ewen einfachen Anzug von leichtem hellen Stoff, im Schnitt ganz ihrem gewöhnlichen Hauskleide gleich, auch den rothen fchärpenartigen Gürtel und eine Schleife von gleicher Farbe in den reichen Haarflechten. Ihre Erscheinung war trotz dieser bescheidenen Einfachheit doch wieder von jenem eigenthümlichen, märchenhaften Zauber umgeben, und ihre anmuthiqe. fast demüthige und doch wieder sichere und unbefangene Haltung erhob sie fo weit über die Verhältnisse ihrer Lebensstellung, daß die Gräfin Otw. als das junge Mädchen in den Gartensalon trat, in welcbem die Ke-
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WINE 0F tionen. sellschaft versammelt war. ganz erstaunt aufblickte und ihren ehrerbietigen Gruß, als sie ihr vorbestellt wurde, fast auf dem Fuße gesellschaftlicher Gleichheit erwiderte. Mein Mann." sagte sie mit verkindlicher Attialeit. hat mir so viel von Ihnen erzählt, daß ich den Wunsch nicht unterdrücken konnte. Si? zu sehen und eins von Ihren Volksliedern zu hören, wenn Sie so freundlich fein wollen, mir bisse Freude zu machen." ..Die qnädigen Herrschaften haben zu befehlen," erwiderte Lara, wenn Ihnen mein Gesang, wie ihn die Äatur mir gegeben, der Aufmerksamkeit werth scheint. Im freien Walde macht er sich wobl besser und man hört die Fehler nicht so im Zimmer hat mich mein Vater meist auf der Guitarre beslcitet, ich verstehe sie aber nicht zu s!".el:n und zugleich zu sinaen. Wenn die gnädigen Herrschaften," fuhr sie. auf einen im Salon siehenden Flügel deutend, fort, mir mit einer Beglei- ': g nur in einfachen Akkorden zu Hilfe kommen könntcn, würde es mir vielleicht leichter sein, Ihre Zufriedenheit zu gewinnen." Ich kann es kaum wagen," sagte Klara, eine Begleitung zu überehmen, die ich nicht kenne, aber wenn cö bl?Z auf die Akkorde ankommt, so will ich es versuchen, nur muß ich die Tonart kennen, und Sie bitten, mir dieselbe angeben zu wollen." Sie setzte sich an den Flügel. Lara trat zu ihr heran und gab ihr mit klarer Stimme die Töne des Grundakkords an. Tann begann sie dasselbe Lied, das sie bei der Begegnung im Walde gesunaen. iara folgte eru le:ie, räum yoroar, dann sich mit feinem Verständniß der Melodie anschließend und diese eigenartige, improvisirte Begleitung gab dem Vortrage einen ganz besonderen Reiz es war, als ob leise anklingende Harfentöne die volle und wunderbar schmiegsame Stimme in den feinen Nüancirungen deS Tonfalls noch verständlicher und ergreifender machten. Als sie geendet, erscholl ein allgemeiner lauter Beifallsruf. Die Gräfin Otto besonders schien bewegt und tief ergriffen von der gen artigen Musik, welche Lara so wunderbar zum Ausdruck zu bringen verstand und besser vielleicht als es eine geschulte Sängerin vermocht haben wurde. Sie bat noch um eine Fortsetzung, und Lara, welche stolz und freudig bewegt schien, sang ohne Zögern noch einige gleichartige Lieder, in deren einfacher Begleitung sich Klara immer mehr zurecht fand. Nach sanften wehmüthigen Liebesklagen, welche in ihrer Einfachheit tief zum Herzen drangen, bat sie endlich um eine fcharf rhythmisch accentirte Begleitung, zu der sie den Takt angab, und begann einen Czardas zu singen, dessen Text, den sie in NitK&r ßhrflrfi hrr4riin pin? ni 'vuiuv; vf wvmui), kuik viv des Werbung bildete, die bald sehnsücb tig klagend und flehend klang, bald zu wttder Leidenschaft emporstieg. Sie war während dieses Tanzliedes von dem Flügel zurück getreten und stand in der Mitte des (Ilons. Mit einem wunderbaren ausdrucks vollen Mienenspiel begleitete sie das Lied. Bald streckte sie wie bittend und sehnsüchtig suchend Die Arme aus, ihr feuchten Blicke schienen wie träumend reizvollen Bildern zu folgen, und dann wieder flammten ihre groß geöffneten Augen wie lodernd m heißer Leidenschaft auf, ihr ganzer Körper bewegte sich nach dcm Rhythmus der Musik. und es schien, als ob sie in wilden Kampf das Ziel ihrer Sebnsucht zu er ringen sich aufrichte: ihre Wangen glühten und sie erschien wirklich wie eine echte Tochter jenes geheimnitzvolien Nomadenvolks des Morgenlandes. Wie erschöpft ließ sie endlich die Arme sinken, indem die letzten Töne leise von ibren Livven hm. (ie vernemte neu rlnasum. Graf Otto trat zu ihr haan itirb drückte ihr die Hand. Seine Gemahlin wareben5allZUik-
Die Würde einer Irau Trotz aller Erfahrung wird es immer Frauen geben, welche der Ansicht sind, daß es das Loos der Frau ist, wenigstens einmal im Monat Schmerzen zu erdulden. Gewiß, wenn sie krank sind. Wenn sie gesund sind, nicht. Periodische Schmerzen sind ein Zeichen organischer Krankheit ein Schrei Eurer Nerven um Hilfe. Um die erkrankten Organe zur Gesundheit wiederherzustellen, gebrauche man
CARDUI
"Ich war so leidend, daß ich sterben zu müssen glaubte," schreibt Frau John Short von Florence, Ala.. und war infolge don Frauenlciden drei Monate im Krankc-nhaus. Ich gebrauchte Cardui - Wein und er hat mir sehr geholfen. Ich gebrauche ihn noch immer, und meine Besserung schreitet rasch vorwärts. Ich bin im Stande, meine Hausarbeit zu verrichten und Besuche abzustatten. Ich kann kaum Worte finden, um Ihnen meinen Dank für Ihren Rath und Ihre Medizin auszudrücken." Bon großer sl Heilkraft für alle Störungen der weiblichen Funk- kV. fl 4 A
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gestanden, zog' sie zu sich heran und küßte sie auf die Stirn. Ich danke Ihnen, mein Kind," sagte sie. ich danke Ihnen Sie haden mir eine große Freude gemacht. Bei Gott! wenn Sie dies Lind in einem Konzertsaal vorgetragen hätten. Sie würden den Preis vor allen Anderen davon getragen haben. Für heute dürfen wir nicbts mehr von Ihnen ver lanaen. auch ich würde kaum noch ein solches Lied zum zweiten Male hören können; aber Sie müssen wicderkommen, nicht wahr, Sie versprechen es, daß Sie mich besuchen wollen? Ihre Lieder werden mir gewiß oft wohhtK. tiger sein, als irgend eine Arznei, die mir die Aerzte für meine kranken Nerl:en verschreiben." Icb werde stets er Frau Z!räfin zu Befehl stehen." erwiderte Lara, ,,:?:. bin glücklich, daß es mir gelungen iji, Ihnen Freude zu machen." Auch der alte Graf Halenstein trat heran und klopfte das glücklich errathende Mädchen auf die Schulter. Aus den freundlichen Worten, die er ihr sagte, klang eine herzliche Zufriedenheit hervor, es schien ihn fast stolz zu machen, daß ihr Naturgesan, eine solch? Anerkennung sand. Der Lalai meldete, daß der Thee servirt sei. . Lara wollte sich zurückziehen. Graf Otto aber sagte, ihr die Hand reichend: Nein nein, noch sollen Sie nicht aeben, Sie bedürfen einer Erfrischung, und nachdem Sie uns einen solchen Genuß bereitet, müssen Sie uns auch die Freude machen, ein wenig in unserer Gesellschaft zu bleiben." Lara erröthcte noch mehr; eine stolze Freude blitzte einen Augenblick in ihren Augen auf. Dann neigte sie weamüthig den Kopf und sagte: Mein Vater würde es nicht passend finden, wenn ich von einer fo aütiqen Erlaubniß der gnädigen Herrschaften Gebrauch machte ich bin in der Einsamkeit des Waldes ausgewachsen und gehöre nicht hierher." Mach Dir keine Sorgen, Kleine," sagte Graf Hakenein, ..die Herrfchaften erlauben es und Dein Vater kann nichts dagegen haben." Seine Gemahlin trat, wenn auch ein wenig zögernd, zu der bescheiden dastehenden Tochter des Waldhüters beran und sagte ihr einige freundliche Worte. Gräfin Klara nahm ihren Arm. führte sie, den Ueörigen folgend, in das neben dem Salan liegende kleine Speisezimmer und setzte sich an ihre Seite. Bald fand sich Lara in der ihr fremden, aber sichtlich wohlthuenden GeseJfchaft in natürlicher Sicherheit zurecht. Sie antwortete unbefangen auf alle an sie gerichteten Fragen und Bemerkungen; sie erzählte von ihrer Kind, heit, wie sie in der freien Natur fast ohne anderen Verkehr als der Gesellschaft ihres Vaters aufgewachsen und sich daran gewöhnt habe, den (rc".ir.; der Vögel zu ve.s!ccn, und in dem Rauschen des Windes durch die Baumkrönen, in den Farben und dem Duft der Blumen, die Sprache der Natur u verstehen. Alls wc.fi sie sate. war so originell, so tief empfunden, oft so hoch poetisch und doch wieder so klar gedacht, daß sie. ol'ne es zu wollen, ohne irgend unbescheiden sich hervorzudrängen oder ungefragt zu sprechen, dennoch den Mittelpunkt der Unterhaltung bildete und die ganze Gesellschaft war durch die Fremdartigkeit ihres Wesens immer lebhafter angeregt. (Fortsetzung folgt.) Durch Hitze etDitnoti. In Tomahawk. Wis.. ist ein O. C. Ramsey. Distrikt-Superintendent der United States Leather Co.. während er an seinem Arbeitstische saß. plötzlich erblindet. Man glaubt, daß die zrotze Hitze die Erblindung verursacht hat.
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Wo daS ötömtschc Recht noch gilt. Seit dem Neujahrstag 1900 gilt es bekanntlich in Deutschland rna;i mehr, wo es in der subsidiären Form des gemeinen Rechts bis dahin einen großen Theil des deutschen Gebietes beherrscht hatte, um dann dem für den ganzen Reichsumfang eingeführten neuen deutschen ReichLrecht den Platz zu räumen. Dafür gilt es in Transvaal und auf Ceylon. Dire Gebiete stehen nämlich unter dein rechtsprechcndcn Ausschuß des englischen Privycouncil. und obgleich in England wie in Skandinavien d.-, Römische Recht niemals so überwiegend Geltung erlangt hat wie in Westund Mitteleuropa, in es doch für d Urtheile jenes Gerichtshofes der map.gebende Faktor. Sicber eine merkwürdi?e aesebichrliebe Wendung, von dem ursprünglichen Gericht der zwölf Tafeln am Tiberstrcm bis nacb Südasrika und den Indischen O?.ean. Aber die Weltgeschichte ist manchmal launenhaft. Wurst für Badegäste. (rn Kaushaus in Stettin offeririe vor einigen Tagen Leberwurst und Rothwurst mit 38 Pfennige dasPfund und fand reißenden ASsatz. Dieser billige Preis, der mit den heutigen Fleischprcisen nicht in Einklang zu bringen war. erregte Aufmerksamkeit. Die Nachforschungen ergaben, daß die Wurst von einer Stettiner Wurstfabrik geliefert war. Bei einer Haussuchung dort wurden im Darmkeller große Mengen verdorbener, gesundheitsschädlicher Wurstwaaren beschlagnahmt und auf mehreren Wagen nach der Abdeckerei geschafft. Eine Haussuchung in der Privatwohnung des Geschäftsführers förderte noch weilere Mengen zutage. Drei Tage später hat dann die Firma noch weitere 70 Centner dieser seinen" Wurst nach der Abdeckerei schaffen lassen. Am ganzen soll es sich um rund 260 Centner Wurst gehandelt haben, die zum Theil mit Maden durchsetzt waren. Die Wurst soll besonders nach Badeorten versandt worden sein und größere Posten sollen auch Firmen in Berlin bezogen haben. Eine b e m e r 1 1 n S n? 1 1 1 o r Schwimmtour haben zwei Männer Namens I. A. Mattson und Gustave Holt in Chisago City. Minn., zurückgelegt, indem sie den ChisagoSee zwischen Chisago City und Lindström, Minn., ohne Unterbrechung in. 23 Stunden durchschwammen. Liebte die Beförderung nicht. Der Rathssekretar Kappel in Breslau, welcher in eme höhere Stellung versetzt worden war, sprang, weil er infolge dieser Versetzung seine langjährige, ihm lieb gewordene Thätigkeik beim städtischen Bauamt verlassen mußte, aus einem Fenster des dritten Stockwerkes des Stadtbauamts auf die Straße herab. Er wurde durch den Sturz sofort gctödtet. Straßburger Bürgerftolz. Die Bürger der Stadt Straßburg im Elsaß zeichneten sich im ganzen Mittelalter durch ihren politischen Stolz aus. Einmal schickten die Strahburger Bürger ihre Gesandten und Redner zu Kaiser Heinrich III. (1026 bis 1056). um Bestätigung ihrer Freiheit zu erlangen. Als sie vor den Kaiser gekommen waren, sagten sie: Unsere Herren von Straßburg." Dreimal meldeten die Straßourger sich auf diese Weise an und wurden dann vom Kaiser hinausgejagt. Einer ihre? Freunde mahnte, man solle sich nicht auf eine derartige Weise anmeldem Da kamen die Abgewiesenen wieder und sagten: Deine Bürger und Deine Unterthanen von Straßburg. Herr Kaiser." Jetzt ließ der Kaiser sie vortreten und sprach: Ich wußte nicht, wer die Herren waren, aber die Bürger, unsere Unterthanen von Straßburg, die kennen wir wohk."
