Indiana Tribüne, Volume 30, Number 26, Indianapolis, Marion County, 22 September 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne,
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Tie Stimme in der Luft.
Humoreske von Robert Barr. Herr Coil. der Chef der Firma dotl Sohn & Bramwell, elektrische Installateure, saß nachdenklich in seinem Contor, einen Stoß Papiere vor sich. Endlich berührte er einen elekirischen Knopf und bat den eintretenden Lehrling, Herrn Bramwell zu ihm zu senden. Herr Coil war ein typischer, echt englischer Kaufmann, und obgleich er in einer modernen Sache wie Elektrizität machte", war seine Ausdrucksweise langsam und konservativ, wie der Lehrling behauptete, wie Syrup im Winter". Ganz entgegengesetzt war indeß Herr Bramwell. der jetzt vor ihm stand. Sein glattrastrtes Gesicht und seine lebhafte Art hätte einem oberflächlichen Beobachter vielleicht den Gedanken eingeben können, daß er ein Amerikaner sei. In Wirklichkeit war das jedoch durchaus nicht der Fall. Herr Bramwell gehörte vielmehr einer der ältesten englischen Familien mit großem Landbesitz an, deren Vermögensverhältnisse allerdings jetzt etwas heruntergekommen waren. Sein Vater, Sir George Bramwell. schien die üble Eigenschaft zu haben, fast stets auf daS falsche Pferd zu wetten, und es war ihm infolgedessen sogar schwer gefallen, seinen Sohn studiren zu lassen. Eines Tages fiel es dem alten Herrn ein, daß seine Bauerngüter in der Nähe von London als Bauplätze rentabler sein würden, und da er aus dieser Idee wirklich einige Tausend Pfund Sterling herausschlug, so wandte er einige Hundert dazu an, seinen Sohn nach Amerika zu schicken, um dort Landwirthschaft im Großen zu studiren. Der junge Bramwell arbeitete einige Zeit praktisch auf einer Farm im Westen und zog dann weiter westlich, oo er sich auf einem großen Grundbesitz kurze Zeit darauf zum Cowboy entwickelte. Das freie und ungezwungene Leben dieses Berufes schien ihm besser zuzusagen als irgend etwas anderes, was er bis jetzt unternommen hatte, doch dauerte seine Freude nicht lange, denn durch den Bankerott des Besitzers befand er sich plötzlich wieder ohne Stellung. Mit seinen Ersparnissen kam er nach Minneapolis und sah sich nach etwas anderem um. Es gelang ihm dort nicht, eine ihm zusagende Stellung zu erhalten, und die Noth zwang ihn endlich, als Wagenführer an der elektrischen Straßenbahn sein Leben zu fristen. Diese Stellung interessirte ihn und er studirte die Prinzipien des Elektrizitätsteufels, ungefähr wie er als Cowboy den Charakter seines Pferdes studirt hatte. Seine Wißbegierde hatte jedenfalls den praktischen Erfolg, daß er bald zu einer Assistentenstelle bei dem Chefingenieur der Linie ernannt wurde. Wie weit er es in d'.esem Berufe noch gebracht hätte, läßt sich schwer sagen, denn plötzlich erhielt er einen Brief von seinem Vater, in welchem dieser ihn bat. nach England zurückzukommen, um ihm bei dem Verkauf des Restes seines Landbesitzes zu hc!fen. Ein reicher Börsenmakler in London wollte sich gern auf das Land zurückziehen und hatte für das Bramwell'sche Familienschloß einen Preis geboten, der nicht nur alle Hypotheken deckte, sondern auch noch eine ansehnliche Summe in Baar abwerfen würde. Der alte Herr versprach seinem Sohne in diesem Briefe, den Baarüberschuß von der ganzen Transaktion mit ihm zu theilen, worauf der junge Herr unverzüglich nach England zurückkehrte. Mit dem ihm zugefallenen Gelde kaufte er sich dann in die elektrische Nirma Coil und Sohn als Theilhader ein. Er war jetzt ungefähr 27 Jahre alt. hatte ein starkes Selbstbewußtsein und die feste Ueberzeugung, daß er es durch die Elektrizität zu etwas bringen würde. Der alte Coil setzte in dieser Beziehung in den jungen Mann ein großes Vertrauen, da er gleich von Anfang an die Firma aus einigen technischen Schwierigstten durch seine Kenntnisse befreit hatte. Sie wollen mich sprechen." sagte Herr Bramwell zum alten Coil, als er eintrat. Ja wohl." antwortete dieser. .Hieß Ihr Familienbesitz, den Ihr Vater an Herrn Peter Sime verkaufte, nicht Dentworth-Hall?" Ganz richtig." Dann kennen Sie wohl auch das Haus in- und auswendig?" So gut wie meine eigene Tasche." Ist das Haus ziemlich groß?" Sehr groß, so groß, daß es viel zu theuer war, um von uns noch län ger gehalten zu werden. Aber warum fragen Sie?" Weil der alte Gauner Sime, der mehr Geld hat wie er gebrauchen kann, jetzt das Haus ausbauen will. Er wünscht eine complette elektrische Einrichtung im Schlosse selbst, in den Ställen, Scheunen und Nebengebäuden, und außerdem verlangt er etnen Scheinwerfer auf dem nördlichen Thurme, damit er seinen Gästen die Umgebung zeigen kann, wenn kein Mondschein ist. Verrückte Idee," rief Bramwell aus. Es ist ein großer Auftrag," fuhr der alte Herr fort, den ich nicht gern verlieren möchte; haben Sie vielleicht irgend welche sentimentalen Gründe,
warum Sie Ihr Vaterhaus nicht besuchen möchten?" Im Gegentheil, ich würde mich freuen, es einmal wiederzusehen." Also gut, so können Sie morgen früh um 10 Uhr hinfahren, und man wird Sie auf der Station Dentworth abholen. Sime wird zwar selbst nicht dort sein, aber er hat mir einen kurzen Plan geschickt, um was es sich handelt. Sehen Sie sich das Haus genau an, entwerfen Sie eine Skizze, wie Sie die Drähte legen werden, und machen Sie einen ungefährenAnschlag der Kosten. Auf keinen Fall lassen Sie den alten Gauner zu billig davon." Das lassen Sie nur meine Sorge sein." erwiderte Bramwell, indem er die Papiere einsteckte.
Als der junge Herr am andern Morgen auf der kleinenStation Dentworth eintraf, fand er emen ziemlich schäbigen Wagen vor, auf dem ein alter Kutscher saß. den er schon seit seiner Kindheit kannte. Guten Tag, Johann," rief der junge Mann herzlich, ich habe Dich in Deiner neuen Livree gar nicht gekannt. Du bist also immer noch hier? Ich dachte, der neue Herr hätte die alten Diener alle entlassen." Ja wohl, die meisten sind fort, Herr Bramwell; Herr Sime hat sich aus London ein paar aufgeblasene Lakaien mitgebracht, und wenn mich seine Tochter nicht als Kutscher gewünscht hätte, so wäre ich auch entlassen worden." Aha, eine junge Dame ist also auch hier, und Du natürlich, alter Johann, hast ja bei den Damen immer Gluck g:hact. Bramwell warf seinen Handkoffer in den Wagen und setzte sich trotz des Erstaunens des alten Kutschers mit auf den Bock. Nachdem sie eine Weie gefahren waren, versuchte er durch geschickte Fragen etwas über den neuen Besitzer zu erfahren, was ihm ohne jede Schwierigkeit gelang. Er horte, daß Herr S:me Wlttwer war und ein einziges Kind, eine Tochter, hatte, welche die Honneurs auf dem Schlosse machen mußte; er erfuhr ferner, daß der neue Herr bei der Bevölkerung sehr unbeliebt war und von dieser als Parvenu angesehen wurde. Ist die junge Dame hübsch?" fragte Bramwell. Nicht übel," antwortete der Kutscher. Johann, Johann, schäme Dich, wo bleibt Dein: Galanterie? Zuerst erzählst Du mir. daß Du der Güte der jungen Dame Deine Stellung verdankst, und dann ist alles, was Du über ihre Schönheit zu sagen weißt: Nicht übel". Aber laß gut sein, hier sind wir ja schon an Ort und Stelle." Herr Bramwell stieg die breite Treppe hinauf und zog die Glocke. Der ihm öffnende Lakai schaute den Ankommerden herablassend an, wahrscheinlich, weil dieser sein Handköfserchen selbst trug. Ich komme von Coil, Sohn & Bramwell und möchte das Haus wegen der elektrischen Lichtanlage besichtigen." Der herrschaftliche Eingang darf von Handwerkern nicht benutzt werden," sagte der Diener höhnisch. Ich bin ein Mitglied der Firma," sagte Vramwell erröthend, und komme daher durch den Haupteinganq. Wollen Sie bitte Ihre Herrschaft benachrichtigen." Der pompöse Lakai zauderte einen Augenblick, führte dann Herrn Bramwell in ein kleines Empfangszimmer und sagte: Ich werde das gnädig? Fräulein benachrichtigen." Schön, sagen Sie der jungen Dame, daß ich eilig bin." Der überlegene Ton in diesen Wrten schien dem Diener zu imponiren und er beeilte sich, den Worten des Fremden nachzukommen. Das kleine Zimmer, in welchem Bramwell sich jetzt befand, war als Kontor eingerichtet. Ein großer Schreibtisch stand in der Ecke, während Reihen von Kisten, mit Jahreszahlen beklebt, auf zwei großen Regalen standen. Es dau. 'te nicht lange, bis eine junge Dame, ungefähr zwanzig Jahre alt, eintrat. Bramwell war überrascht, wie hübsch sie war, er hatte das nicht erwartet. Sind Sie bei Mann von den Elektrizitätswerken?" fragte sie mit einer wohllautenden Stimme. Jawohl, gnädiges Fräulein." Ich wollte Sie gern vorher sprechen. ehe Sie das Haus besichtigen; wollen Sie nicht Platz nehmen? Sie wies auf einen Sessel und setzte sich selbst. Sie wollen natürlich die Pläne meines Vaters ausführen. Es sind aber einige darunter, die mir nicht zusagen, zum Beispiel der Scheinwerfe? auf dem Thurm. Würden Sie die Güte haben und ihm davon abrathen. da ich nicht glaube, daß ein an derer Edelsitz etwas Derartiges ma chen lassen wurde. Es thut mir leid, gnädiges Frau lein, daß sie sich darin irren, ich selbst habe ganz kürzlich das Schloß Lord Santamore's mit vier Scheinwerfern versehen, die durch den Druck auf einen Knopf in Thätigkeit treten. Auf diese Weise kann man das Schloß des Nachts in einem Umkreise von zwan zig Kilometern sehen. .Ach Gott." seufzte die jungeDame,
indem sie enttäuscht ihr Vis-a-viS ansah. Gewiß, der Glanz des zwanzigsten Jahrhunderts, in Form von Elektrizität, fällt auf alte Ruinen, moderne Schlösser oder schneebedeckte Berge in allen Ländern heutzutage, und ich kann Sie versichern, daß der Effekt grandios ist." Vielleicht." sagte das junge Mädchen, indem ein unwilliger Zug um ihren Mund spielte, von Ihrem Standpunkt aus mag daö alleS sehr schön sein, mir ist jedoch der Gedanke eines Lift und eines Scheinwerfers in dem Thurme dieses ehrwürdigen Schlosses ganz entsetzlich." In früheren Zeiten, gnädiges Fräulein," sagte der junge Mann mit einem humorvollen Aufblitzen seiner
dunklenAugen, hatte man schon ahnliche Passionen. Die alten Römer erkletterten mit Mühe die engen Steintreppen und trugen große Kieernklotze auf den Thurm, die sie m einem eisernen Korbe über die Brüstung hingen und anzündeten, wenn ein Feind sich nahte, oder wenn sie ihren Nachbarn e:n Slgnal geben wollten. Das war der alterthümliche Scheinwerfer." Die junge Dame hing an den Lippen des Erzählers und fragte: War ein derartiges Korbfeuer auch hier am Thurme?" Gewiß, es hing hoch oben noch bis vor Kurzem, bis eines Tages der Sturm die verrosteten Stäbe herunterriß. Ich habe sogar die Ueberzeugung, daß Spuren des eisernen Korbes noch auf irgend einem KehrichtHaufen im Schlosse herumliegen müs sen." Wie interessant," rief das Madchen; ich werde sofort danach suchen lassen, und fmde ich etwas, so lasse ich den alten eisernen Korb oder etwas Aehnliches wieder oben anbringen." Der Scheinwerfer ist nur das moderne Aequivalent eines solchen Korbes." Trotzdem verspreche ich Ihnen." rief das junge Mädchen, daß, wenn Sie dieses Ungeheuer anbringen sollten, ich die Drähte zerschneiden und alles thun werde, um den Ruf der Firma " Ich werde Ihnen etwas sagen, unterbrach sie der junge Mann, ich werde Ihrem Herrn Papa vorschlagen, das alte Korbfeuer von früher an einer Ecke des Thurmes restauriren zu lassen. Dann füllen wir dieses mit künstlichen Holzscheiten, worin versteckte Glühbirnen angebracht werden; wird dann das Licht eingeschaltet. so hat man denselben Effekt wie im Mittelalter." Die junge Dame schaute ihn einen Augenblick nachdenklich an und sprach dann langsam: Die Idee ist nicht schlecht, ob Sie aber meinen Vater dazu überreden können, ist eine andere Frage. Ach," lachte der junge Mann, jetzt, wo ich Ihre Erlaubniß dazu habe, werde ich Ihren Herrn Papa weiter gar nicht fragen." Ich danke Ihnen sehr," sprach das junge Mädchen, indem sie aufstand, wenn Sie mir jetzt folgen wollen, werde i Sie noch um einige andere Sachen bitten, die ich gemacht wünsche oder eigentlich nicht gemacht wünsche." In dem großen Speisesaal, der eine Gallerie an einem Ende und eine hohe, gewölbte Decke besaß, fragte Fräulein Sime: Können Sie die Drähte so legen. daß die Wandbekleidung nicht beschädigt wird?" Selbstverständlich, das wird keine Schwierigkeiten machen." Es schemt mir, daß die moderne Technik gar keine Ehrfurcht vor dem Alterthümlichen hat," meinte die junge Dame seufzend. Vergessen Sie nicht, daß der Köniq sogar ein elektrische Anlage im Schlosse von Windsor anlegen ließ." Ich werde Ihnen jetzt auch den anderen Theil des Hauses zeigen." Der junge Mann folgte ihr schweigend und war entzückt über das Wesen und die Haltung der IndustriePrinzessin. Zu seiner Ueberraschung öffnete sie jetzt eine Thür, die in früKeren Zeiten zu seinen eigenen Zimmern führte, aber er bemerkte sofort, daß diese jetzt von einer Dame bewohnt waren. Er war noch in Betrachtungen versunken, als die junge jDamt jagte: In diesen Zimmern wünsche ich kein elektrisches Licht, und Drähte brauchen Sie deshalb hier nicht zu o, je. jt i 7. , . zieoen. co mocoie nur vilten. meinem Vater nichts davon zu sagen. Diese Zimmer sind die meinigen, und ich würde auf meinem Wunsche bestehen. Es scheint mir übrigens, daß Sie diese Lokalitäten kennen?" Ein bitteres Lächeln umspielte den Mund des zungen Mannes, als er antwortete: Warum sollte ich nicht, ich habe m meine Jugend Per verlebt." Die junge Dame sank in einen Ses sel und richtete ihre fragenden Augen auf ihn. Wer sind Sie. mein Herr? Jedensaus kem Handwerker?" Es thut mir leid, daß Sie so etwas glauben, der alte Cml alaubt sogar, daß ich ein sehr guter bin. Ich bin der Junior - Theilhaber der elekirischen Firma Svll. Sohn & Bram well."
Dann sind Sie also Herr Bram-
well?" .Ja." Ist es möglich, daß Sie der Sohn von Sir George Bramwell sind und daß dieses Ihr väterliches Haus ist?" selbstverständlich." sagte der unge Mann, ich freue mich, daß Ihr Geschmack dem meinigen insofern gleicht, daß auch ich früher diese Zimmer für mich reservirt hatte. Ich kann nicht leugnen, daß ich auch damit einverstanden bin, was Sie über die elektrische Einrichtung gesagt haben. Wenn das Schloß noch mir gehörte, durste kein Draht in seine ehrwürd:gen Räume gelegt werden." Wurden Sie nicht mit uns dun ren?" fragte die junge Dame interesstrt. Ich möchte Sie meiner Tante vorstellen, die schon längst den Wunsch gehegt hat, ein Mitglied der alten Familie kennen zu lernen, der diese Besitzung früher gehörte." Es wird mrr em großes Vergnü gen sein," antwortete Bramwell. Es fiel dem jungen Bramwell nicht schwer, den alten Sime von dem Scheinwerfer abzubringen und statt dessen das erwähnte Thurmfeuer in Gestalt eines Korbes anbrmgen zu lassen. Die junge Dame interessirte sich sehr für die Arbeiten, wahrend der Alte sich darüber wunderte, woher dieses plötzliche Interesse käme. Eines Tages jedoch sollten ihm darüber die Augen geöffnet werden. als Herr Bramwell ihn in seinem Kontor aufsuchte und, direkt auf sem Ziel losgehend, sagte: Herr Sime, ich erlaube mir die reiheit, Sie um die Hand Ihrer achter zu bitten, da ich mich davon überzeugt habe, daß diese meine Liebe erwidert. Eine jähe Zornesröthe stieg in das Gesicht des Millionärs. Seine ge wichtige Faust auf den Tisch schlagend, rief er aus: Sie Schurke, deshalb also sind Sie Tag und Nacht in meinem Hause?" Deshalb und wegen der elektrischen Einrichtung," war die kaltblütige Antwort. Und glauben Sie etwa, daß ich meine Einwilligung gebe?" brüllte Sime. Ich habe in derartigen Sachen wenig Erfahrung und weiß nicht, ob Ihre Einwilligung nothwendig ist. Mein Vater ist mit der Heirath einverstanden." Das will ich gern glauben," höhnte der andere, indem seine Faust wiederum niedersauste. Ihr Vater und seine ganze Sippschaft sind nichts als verschuldete Bettler." Jetzt nicht mehr, mein Herr! Wir haben unsere Schulden bezahlt." Sie wollen meine Tochter ihres Geldes wegen, Sie Schleicher, und ich schwöre Ihnen, daß sie keinen Heller bekommt, fall sie ohne meine Einwilligung heirathet!" Ich fürchte, daß Sie die übrigen guten Eigenschaften Ihrer Tochter unterschätzen, daß ich Sie nicht um Ihr Geld, sondern um die Tochter gebeten habe." Ach, lassen Sie mich mit Ihren Spitzfindigkeiten zufrieden, aber ich werde mit Ihnen schon fertig werden," und dann zog der wüthende alte Herr die Glocke und befahl dem eintretenden Diener, seine Tochter zu rufen. Die junge Dame erschien, blaß, aber mit einem entschlossenen Ausdruck im Gesicht, und trat vor ihren Vater. Also was sind das für Geschichten," fuhr dieser sie an, weißt Du nich:, daß Du erst in einem Jahre mündig wirst, und daß Du mir bis dahin zu gehorchen hast?" Das weiß ich!" Weißt Du auch, datf dieser Mensch ein armer Schlucker ist, und daß ich Dich enterben werde, wenn Du ihn heirathest?" Er kann genug für uns beide verdienen." Aha, wird er auch ein Schloß für Dich kaufen, wie Dein Vater dieses gekauft hat?" Ich will gar nichts mehr von diesem Schlosse wissen, jetzt, wo Du elekirisches Licht hineingebracht hast, sagte die junge Dame, indem sie ihren Geliebten mit einem verschmitzten Blick ansah. Der alte Herr war indessen schlau genug, zu bemerken, daß er die Oderyand verlor, und datz lern ganzer Wuthausbruch die jungen Leute nicht von ihrem Vorhaben abbringen konnte. Also schön." sprach er jetzt etwas ruhiger, hier ist mein Ultimatum. Ihr .sollt Euch beide für ein Jahr lang weder sehen noch schreiben, und wenn der junge Mann nach Ablauf dieser Frist seine Einnahmen zeigen will, dann kann er meine Antwort erhalten. Weigerst Du Dich, so gehe ich mit Dir auf eine lange Reise in's Ausland." Das Mädchen sah ihren Geliebten an und sagte: Ich bin einverstanden." Der junge Mann blieb stumm. Wollen Sie mir Ihr Ehrenwort geben, daß Sie meine Tochter nicht sehen oder an sie schreiben wollen, biö sie mündig ift?" fragte Peter Sime. Die Bedingungen sind sehr hart, ab da Dorothy einderftanden ist.
bin ich eS auch," sagte Bramwell langsam. Schön, dann bitte ich Sie, sobald wie möglich nach London zurückzukehren, und Jemand hierher zu schicken, der die Arbeit beaufsichtigt." Einige Tage darauf kam der junge Coil nach Dentworth Hall, um die Arbeit statt Bramwell zu überwachen Der Sohn des ältesten Theilhabers war zwar kein großes Genie, aber in diesem Falle erwies er sich als von ex machina. Eine Woche nach seinem Amtsantritt ging er zum alten Sime und
sagte: So viel ich weiß, sollen sämmtliche Räume des Schlosses beleuchtet werden." Jawohl, vom Boden bis zum Keller." Aus der zweiten Etage befinden sich jedoch ein paar Zimmer, die nicht beleuchtet werden sollen, sagen mrr die Arbeiter." Ach, das ist ein Irrthum," sagte Sime, uno begleitete den jungen Mann nach oben. Dorothy war nicht in ihrem Boudoir, als die beiden Männer eintraten. aber auf einem Tische in der Mitte des Zimmers stand ein elektrischer Apparat mit mehreren Elementen unterhalb in einem Kasten. Sehen Sie, daß Sie sich irren." meinte Sime, hier stnd schon Vorbereitungen getroffen." Der junge Coil untersuchte den Tisch und schüttelte den Kopf. Ich habe keine Ahnung, was dieses für ein Ding ist," sagte er, aber ich weiß, daß es nichts mit dem Licht zu thun hat." Meine Tochter wird wissen, was es ist," entgegnete der alte Herr, wenn Sie nach unten gehen, sagen Sie, bitte, einem Diener, daß er ihr sagen möge, sie solle nach oben kommen." Der junge Mann ging fort und ließ Herrn Sime in Betrachtung des Apparates versunken. Er berührte nichts, da er fürchtete, einen elektrischen Schlag zu bekommen, und trotzdem erhielt er einen solchen, wenn auch nur bildlich. Dorothy, Dorothy, bist Du dort. Dorothy?" tönte es plötzlich aus der Luft. Peter Sime blickte verwundert umher. In diesem Augenblick kam seine Tochter herein, und ihre Bestürzung schien sehr stark. Dorothy, bist Du da?" schrie wieder die Stimme in der Luft. Ja," antwortete diese. Ich bin hier, und Papa ist bei mir." Oh!" klang die Stimme enttäuscht. Du hast Dein Wort gebrochen," schrie der alte Herr, wo ist er?" ,,(r ist in London. Vater!" Unsinn, glaubst Du mir weismachen zu können, oaß er von der City bis hierher einen Telephondraht gelegt hat?" Nein. Vater, dieses ist ein Telephon ohne Draht, und er hört jedes Wort, was wir sprechen." Dann wird er auch das Sprichwort kennen: Der Horcher an der Wand hört seine eig'ne Schand!" Sie können über mich sagen, was Sie wollen," tönte die Stimme in der Luft, mit einem Lachen. Ich habe mein Wort gehalten. Ich habe Dorothy weder gesehen, noch an sie geschrieben, seit ich Ihnen mein Ehrenwort gab, und da Sie jetzt diesen Apparat entdeckt haben, muß ich Sie ersuchen, darüber zu schweigen, da die Patente noch nicht heraus sind. Ich brauche Ihnen als Geschäftsmann wohl nicht erst zu sagen, daß eine Riesensumme davon abhängt." Peter Sime ließ sich auf einen Stuhl sinken und dachte nach. Das alte Spekulationsfieber glänzte in seinen Augen. Hören Sie, junger Mann, können Sie meine Stimme erkennen?" Gewiß, perfekt," antwortete die Stimme in der Luft. Well, ich gestehe, daß ich ein wenig zu hastig gewesen bin, als ich Jhnen meine Tochter verweigerte. Da ich einaesehen habe, daß meine Tochter aus der Verbindung besteht, glaube ich, Sie bitten zu dürfen, daß Sie uns jetzt besuchen." Ich danke Ihnen." antwortete die Stimme, aber dann müssen Sie auch gestatten, daß die Hochzeit schon in einigen Tagen stattfindet." MeinetvZegen!" schrie der Alte. Als die Trauung vorüber war, bat Herr Sime seinen Schwiegersohn um eine Unterredung in seinem Kontor. Sag mal. Du Schwerenöther, ich möchte mich gerne an der Drahtlosen Telephon - Erfindung betheiligen. Ich kann eine Gesellschaft mit Millionen " Das laß lieber sein, Papa," sagte der junge Mann, dem alten Herrn leutselig auf die Schulter klopfend. Ich habe die Patente nur für die Marconi - Gesellschaft geprüft, weiter nichts. Ich hoffe, daß Du Deine Einwilligung zu unserer Heirath nicht unter dem Eindruck gegeben hast, daß ich ... Sime staunte den andern verwundert mit weitgeöffnetem Munde an. In diesem Augenblick trat ein geschniegelter Lakai ein und rief: Fnm Bramwell kartet im Wagen." Bramwell schüttelte dem erstaunten, noch immer stummen alten Herrn die Hand und fuhr mit seiner jungenFrau auf die Hochzeitsreise.
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