Indiana Tribüne, Volume 30, Number 24, Indianapolis, Marion County, 20 September 1906 — Page 5

Jndiana Tribüne, 90. September 1906

i

i i. i

Jntcrurban ZcU-Tadcllc.

I. U. T. System. 13 ratt Sonntag, den 20. Mai 190.: Züge verlassen Indianapolis. uncie ck Marion Division, awrence, Fortville, Pendleton, nderson, Korktown, Muncie, Middletomn, Alezandria, ummitville, Fairmount. Gas Ciry, Jones voro und Marion. 4 00 m. 1 05 Nm. 5 05 SSrn. 2 00 Nm. 5 00 Bm. 3 06 Nm. 7 05 Bm. 4 00 Nm. 00 Bm. 5 00 Nm. 9 05 Bm. 5 05 Nm. 10 00 Bm. 00 Nm. 11 00 Bm. 7 05 Nm. 11 05 Bm. 8 00 Nm. 12 00 MttgS. 9 05 Nm. 11 30 Nm. Limited. LoganSport .Peru Division. Tanne:, NobleSville, Cicero, Arcadia, Ulanta, Tivwn, okomo, Galvefton, alton, Logansport, Miami, Bunker Hill, Peru und Elwood. 5 00 Bm. 1 45 Nm. 5 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Bm. 3 45 Nm. 7 45 Vm. 5 00 Nm. 00 Vm. 5 45 Nm. , 45 Bm. 7 00 Nm. "II 00 Bm. 7 45 Nm. U 45 Vm. 9 00 Nm. 1 00 Nm. 11 30 Nm. Limited. 3Xr Zug um 11:30 Abend der Jndiana K-LoganSport iDivifion geht nach Peru entart LoganSport. Neue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. Auge verlassen Indianapolis um 7:00 und il:00 Uhr Vormittags und 3:00 und 7:00 hr Nachmittag, machen die Fahrt nach fft. Wavne in 4 Stunden und 40 Minuten. Reuer Zug Marion Floer Verläßt arion 7:55 Vormittags und 1:55 Nach, mittags ; Verläßt Indianapolis 11:00 Bor ttag und 5:00 Nachmittags ; halt blos in Tnderson und lexandria an. Anschließende Linien erreichen Dauto, vhio, Ft. Wayne, Huntington, Wabash, sontaine, Swayzee. Greentown, Hartford tfirn, Montpellier, Bluffton, Winchester, Anion City, GreenviKe, O., und Zwischen Kationen. Fracht und Passagier Osfice Termin artezimmn. Telephon M 175. Indianapolis & Eaftern. mtted Züge für. Richmond und allen Hunkten in Ohio, welche verbunden sind mit säektrischen Linien, !m 8:10 und 11:10 Bor Mags, 2:10 und 5:10 Nachmittags und 10bendS. Locale Züge für Richmond md Zwischenftationm von 6:00 Uhr Vor, mittags an und dann jede Stunde, ausge ommen die Limited Zeit, bi 9:00bendS (7:00 Uhr bends ausgelassen). Letzter Zug ach Greenfield um 11:30 Uhr bendS. Indianapolis & Biartinsville. Vrste Morgen Car um 5:10 Uhr Morgens. Dann von :00 Uhr Morgens jede Stunde ot 9:00 Uhr Abends. Abend - CarS verlassen die Jnterurban Station um 10:00, 11:30 und 11:50 Abends. Die 10:00 und 11:50 Cars fahren nur bis MooreSville. Indianapolis Coal Traction Co. Züge laufen stündlich von Indianapolis ach Plainfield von 5:00 Uhr Morgens bis 1 1:00 Uhr Abends ; ausgenommen die tun den 8:00 und 10:00 Uhr AbendS. Indianapolis & Northwestern. Züge laufen stündlich von 5:00 Uhr Mor genS biS 9:00 Uhr Abends. Anschluß in Lebanon für Thorntownund'CrawfordSville. Der Zug um 10:00 Uhr Abends fährt blos biS nach Lebanon. D Zug um 11:30 Uhr AbendS fährt bis ach Frankfort, Anschluß in Lebanon für CrawfordSville ; derselbe fährt in der Sonn tag Nacht blos bis nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um 3:10 und 11:10 Uhr Morgen, und 2:10. 5:10 Nachmittags und 7:10 Abends. Für GrawfordSville um .10:45 VormUtags und 4:25 Nachmittags. EDWARD W. MESSMER. 1025 Madifon ve. Alleiniger Agent der berühmte Williams Pumpen N0 TRIX" "10 FIX". arantirt eine Holzvumpe an Eisen gemacht.' Reparaturen an Humpen werden prompt und billig aulgefÄhrt. Reparaturen an Hausern wie Einlegen neuer Rinnen oder nbrmgen neuer Äbslutzröhre au Zinn oder galvaniftrtem Eisen werden u lebn gemacht. Reinhold Stark, Haus-, Schilder-, .... und ... Fresco-Maler, Holzmalerei, ( Graining meine Spezialität. o. 408 West Raymond tr. Reuer Telephon 9738.

vierbeinigen mkc

Frei nach dem Französischen von Eduard Münz. Herr und Frau Legras, ein braves Ehepaar, hatten sich schon seit geraumer Zeit von allen Geschäften zurückgezogen und lebten von einer nicht allzu hohen Rente. Eigentlich hätten sie ganz glücklich sein können. Sie wlren gesund, hatten, was sie brauchen, und freuten sich der kleinen Genüsse, die sie sich früher versagt hatten, jetzt aber ohne Bedenken leiten konnten, des Theaterbefuchs, eines kleinen Spielchens mit guten Freunden, größerer Ausflüge usw. Ein Umstand jedoch machte ihnen große Sorge: eine Kartenlegerin hatten ihnen eines schönen Tages kundgethan, daß sie nur eine Gefahr zu befürchten hätten, das Wasser. Bei dieser geheimnißvollen Andeuhing blieb sie und ließ sich weder durch Bitten, noch durch Geschenke bewegen, den ängstlichen Gatten Nähe res über die ihnen drohende Gefahr mitzutheilen. Bor welchem Wasser sollten sie sich nun hüten? War Trinkwasser gemehrt, dessen Bakteriengehalt ihr Leden bedrohte, oder das Wasser aus den Schleusen des Himmels, welches sie etwa in Gestalt eines Platzregens überraschen und ihnen eine verhängnißvolle Erkältung bringen sollte? War in dem Orakelspruch vielleicht gar . . . gebrautes Wasser gemeint ttiti harrte der Aermsten eine Alkoholvergift'.sg? Sollte endlich das Wasser eines Baches oder Teiches, eines Flusses oder Sees oder gar das des Meeres ihr Verderben herbeiführen? Sollten sie ertrinken? Diese Zweifel quälten das wackere Rentnerpaar, und die Ungewißheit vergällte ihnen das Leben. Sie entschlössen sich endlich, alle möglichen Deutungen des Orakels in Rücksicht zu ziehen und sich für alle denkbaren Fälle von Wassersgefahr zu rüsten. Sie tranken nur vorher sorgsam abgekochtes Mineralwasser, so scheußlich das Zeug auch schmeckte. Selbst beim schönsten Wetter vergaßen sie nicht Regenschirme und undurchlässige Regenmäntel mitzuschleppen. Kein alkoholhaltiges Getränk durfte in ihr Haus kommen, so gern der Mte auch früher ab und zu einen Schoppen Wein oder ein Gläschen Likör getrunken hatte . . . Die Fluß- oder Seegefahr machte ihnen die meisten Kopfschmerzen. Sie hatten zunächst die Absicht, schwimmen zu lernen, als sie aber nach hundert kostspieligen, mühevollen Schwimmstunden noch nicht imstande waren, sich einen Augenblick über Wasser zu halten, gaben sie diesen Plan auf und sannen auf andere Mittel. Sie versuchten es mit allen möglichen Rettungsapvaraten und Schwimmgürteln, deren Handhabung ihnen bei "ihrer Körperfülle und Ungeschicklichkeit viel Schwierigkeiten verettete, und kamen schließlich auf den Einfall, sich zwei Neufundländer, als künftige Retter in der Noth, anzuschaffen. Sie kauften für theures Geld zwei riesige Hunde von der gewünschten Rasse, die wie Enten ins Wasser gingen und im Apportiren es zu einer förmlichen Meisterschaft gebracht hatten . . . Eine größere Sicherhei: war kaum denkbar. Herr Legras machte den einen Neufundländer zu seinem erklärten Liebling. Madame Legras den anderen. Jeder der beiden Ehegatten fütterte und liebkoste seinen Hund uird suchte ihn auf alle erdenkliche Weise zur Anhänglichkeit an seine Person zu erziehen. Auch für ihre künftige Aufgabe wurden die beiden Thiere abgerichtet. Im Garten führte das furchtsame Paar förmliche Rettungsscenen auf. Bald stieg Herr Legras, bald seine biedere EheSilfte auf einen Stuhl und stürzten sich hilfeschreiend platt auf den Rasen ... In diesem Augenblick ließ das Dienstmädchen, wie auf Commando, die beiden Hunde los, die sich fröhlich bellend auf ihre Gönner stürzten, ihrn Gesicht und Hände beleckten und die absichtlich wie leblos Daliegenden emporzuzerren suchten, wobei natürlich die Kleider der Madame Legras und die Hosen ihres Herrn Gemahls in Fetzen gingen . . . Der Erfolg der Komödie wuchs mit ihren Wiederholungen, was wesentlich zur Beruhigung der beiden ängstlichen Gemüther beitrug. Die Legras glaubten endlich durch ihre Vorsichtsmaßregeln genügend vorbereitet zu sein, um dem Schicksal Trotz bieten und eine Kahnpartie unternehmen zu können. Sie mietheten bei einem Bootsverleihe: ein solid gebautes, nicht zu kleines Boot, das von einem alten erfahrenen Seemann gelenkt wurde und zu Familienausflügen zu Wasser wie geschaffen war. Madame Legras setzte sich neben ibren Mann und hielt auf den Knien einen Korb, dem ein doppelt einladender Geruch, theils von einem frisch gekochten, zarten Schinken, theils von einem frisch gebratenen, delikaten Hühnchen stammend, entströmte. Natürlich vergaß man auch nicht, die beiden Neufundländer auf die Reise mitzunehmen, die gravitätisch, von dn Bedeutung ihrer Mission erfüllt.

im Hintergrunde des Bootes Platz nahmen. Der Bootsmann löste die Kette, stieß vom Lande ab, und die Fahrt begann. Anfangs ging alles aufs beste, bis ein riesiger Schleppdampfer, der eine lange Reihe von Kähnen und Holzflößen hinter sich herzog, das Boot in bedenkliche Schwankungen brachte. Die beiden Hunde erblickten plötzlieh auf einem der vorbeifahrenden Kähne einen ihres Geschlechts und rannten zur freudigen Begrüßung des Collegen nach dem Vorderdeck; die beiden Legars stürzten ihnen unÜberlegterweise nach, um sich ihrer vierbeinigen Beschützer zu versichern, und die Folge war, daß das Boot, infolge des Uebergewichts auf der einen Seite, umkippte. Das Ehepaar fiel ins Wasser, und die Prophezeiung der Kartenlegerin wäre sicherlich in Erfüllung gegangen, wenn nicht der Bootsmann, von der Mannschaft des Schleppdampfers unterstützt, die Verunglückten von dem sicheren Tode gerettet hätte. Wo sind unsere Neufundländer geblieben?" war die erste Frage der mit knapper Noth der Gefahr Entrissenen, als sie die Augen wieder aufschlugen. Der Bootsmann beruhigte sie, indem er aufs Ufer zeigte. Dort standen die lieben, braven, mit so vieler Mühe für ihr Retteramt erzogenen Thiere und schüttelten sich infolge des unfreiwilligen Bades. Der eine Neufundländer hatte den Schinken gerettet, der andere das gebratene Huhn. Womentvilder aus den Tagen der Duma. on L. R. Es ist die Heimath, der wir unö nähern im dampfenden, stöhnenden Zug. . . Dies seltsam bange Gefühl: Wir kommen in das .neue", in das freie" Rußland. . . Elende kleine Hütten und weite Felder. graues, ödes Einerlei. . . Ihren Paß!" Der Gendarm hewillkommnet uns mit dem Gruß des offiziellen Rußland wie früher!. .. Dann der Bahnhof die eiligen Fragen der Gepäckträger, das hastige Treiben auf dem Perron viele frohe Heimathgrüße. Aber hier überall die finsteren Gestalten, ein häßliches Gefühl von Unruhe und Mißtrauen unter diesen durchdringenden Blicken. In der Sonne glitzern Waffen. Wie ein Bild aus feindlichem Lager. Zollrevision. Ein blasser, junger Offizier mustert das Publikum. Das nervöse Zucken um den feinen Mund verräth seine Erregung. In gleichgültig ruhiger Haltung lehnt er am Pfeiler und wartet. Aus einem Koffer werden einige Broschüren gezogen. .Ah! Bücher!" Man holt den Offizier. Auf seinen Wink wird der Koffer weiter durchstöbert. Mit schlanken Fingern blättert er in Heften und Lehrbüchern. Jetzt fchaut er auf. Man hat ihm einige Bücher mit so verdächtigem" Titel gereicht. Ueber soz iale Fragen. Ein verächtliches Lächeln. Tann tritt er an die Dame heran, höflich grüßend: .Haben Sie noch andere Büeher, kleine rothe Bücher?" Wie seltsam die Frage klingt, jetzt, seit die Freiheit der Presse verkündet ist! Die Menschen hier scheinen sich schwer von alten Gewohnheiten loszusagen. Endlich kann ich mein helles, bequemes Coup6 besteigen. Und der Zug rollt weiter hinein in das frisch athmende Leben. . . Neue Worte, neue Gespräche und neue Menschen... In jeder Abtheilung des Wagens wird eifrig debattirt, nach russischer Art: mit viel Temperament und Ueberzeugungskraft. Laute Worte fliegen zu mir hinüber. Es ist interessant, zu beobachten. Alle Gespräche schließen sich im engen Kreis um das eine große Wort: Unsere Duma". Und alle, von dem jungen Armenier mit seinem hastigen, überschäumenden Urtheil über die furchtsam tastenden Schritte der bourgeoisen Vertreter" bis zum warnenden Professor alle sehen in der Duma den Wendepunkt die große Bedeutung des Augenblicks. Ueberall zerknitterte Zeitungen und in aller Munde die Namen der populären Redner. Ein Passagier macht uns auf ein eigenthümliches Bild aufmerksam: Eine Anzahl Bauern hart am Geleise. Sie winken und rufen uns etwas zu. Sie wollen Zeitungen haben", erklärt uns Jemand. Und wirklich, jetzt verstehn wir ganz derrikich: .Gazetku! Gazetku!" Es war wie ein jubelnder Gruß. Lose Zeitungsblätter fliegen aus den Fenstern. Ein Bauer fängt sie auf, und in heiligem Ernst sammelt sich alles um den bärtigen Vorleser. Auch an der nächsten Station fite cken sich uns zahlreiche Hände entgegen. Ein kleiner Kreis bildet sich sofort um den glücklichen Besitzer einer Zeitung. Das scheint aber .verbotene Ansammluna" zu sein, denn ein Gendarm fährt mit klirrenden Sporen und heftiger Stimme dazwischen.

Eine kleine Stadt mit engen Gassen. Armselige jüdische Geschäfte und Handwerkerbuden, kleine graue Buden. Bei jedem Athemzug fühlt man den Druck, der über diesem Elend lastet. Alleinherrscher ist hier der Polizist, der Pristaw. Beim Glase Wein erzählt er seinen guten Freunden von den Widerwärtigkeiten des PolizeiDaseins. Es sei gar keine Dankbarkeit von diesem Pöbel zu erwarten. In andern Städten hätten dte Judenhetzen einschüchternd gewirkt überhaupt, ein bewährtes Mittel, diese Pogroms". . . Es schlängelt sich durch die Stadt, das Wort des allmächtigen Pristaw, und wie eine schwere Wolke hängt die Erwartung über den schmalen Gassen. Dunkle Gestalten zeigen sich hie und da man flüstert leise. In den Nachbarstädten soll es so viele Todte und Verwundete gegeben haden. Und der Pristaw sagt, daß es auch hier auch hier zum Pogrom kommen muß. Die Juden seien an .allem" schuld... Elig schließen sich die Läden und eine fiebernde Hast geht durch die engen Gassen. Gebeugte Männer und bleiche Frauen. Kinder mit ängstlichem Blick. Es ist als zitterte die Luft. Und dann auf einmal die todte Ruhe. Geschlossene Häuser. Eine bleierne Stille sie warten, die Menschen... Eine Nacht von eisigem Schrecken. . . Ganz früh am Morgen bringt man dem Pristaw Geld ein .kleines Geschenk". Er dankt und lacht. Ein Pogrom fei hier unmöglich; fo lange er da sei ganz ausgeschlossen. Und die Juden freuen sich. Er ist doch ein guter Mensch, der Pristaw. Ein langer dunkler Raum mit vergitterten Fenstern und schmalen Banken. Reges Hin und Her. Der Polizeileutnant gibt verschiedene Vorschriften. Dann wird es dunkel und leer. Erst spät am Abend bringt man einige Arretirte. Drei junge Männer in Arbeiterblusen und ein kleines Mädchen. Lange Fragen, rohes Gelächter Die Arbeiter werden weggebracht. In einer Ecke kauernd, bleibt nur das Mädchen zurück Sie ist gar nicht so klein, wenn man sie näher betrachtet. Nur schmal und bleich und traurige Augen hat sie... An der Thür stehen zwei Polizisten. Chajka, warte! Wir werden Dich gleich wieder nach Haus bringen", sagt der eine zu ihr. Er kennt ihren Vater vom Markt... Nach einer schleichenden Stunde kommt der Leutnant. Gäbnend setzt er sich vor den staubigen Tisch. .So bringt sie her, das Judenmädchen!" Er fragt und fragt Sie kann sich kaum mehr halten, die bleiche Cyajka. So Du gehst auf Versammlungen und willst Sreiheit haben und einen Judenkönig. Du Schaut 'mal nach, ob sie nichts bei sich hat, die schöne Jungfrau !" Chajka hält sich krampfhaft fest. Schwere Hände betasten ihren Körper. Sie zittert und hört nichts mehr als Lachen und schmutzige Worte. . . .Laßt sie zwei, drei Tage hier, dann könnt ihr sie nach Haus schicken!" Der Leutnant geht und mit dem Stiefel sti.tzt der eine Polizist die blasse Chajka in die Ecke. . . Weiche fließende Schalten und silbernes Flimmern über dem Wasser. Ein Abend für einen Märchenritter und sein Feinslieb. Dort, wo der Fluß umbiegt am Hügelland und große Felsblöcke sich zum Wasser neigen in stolzer Schönheit, sammeln steh Bote mit seltsamen Gestalten. Eme dichte Menge von Männern und Frauen. Auch Jünglinge sind dabei, beinah noch Kinder. Eine Stille wie in einem heiligen Hain. Da sieht ein Mädchen auf und mit erhobener Hand ruft sie stolz: Ihr Brüder!" Sie spricht lange vom Willen zum Leben und heißem Verlangen nach Glück, von blühenden Gärten der Zukunft vom glühenden Haß der Gedrückten und Geknechteten und vom großen Kampf, der bevorsteht. Es sind nicht mehr Worte, es sind zündende Flammen. . . Sie hat aufgehört. In der Stille ringsum empfindet man bewundernde Ehrfurcht vor der großen tiefen Sehnsucht der Menschen. Dann sprechen noch Andere. Das Meeting" ist zu Ende. Geheimnißvolles Flüstern über die nächste Zusammenkunft, über die wichtigsten Tagesfragen. Und in den verschiedenen Richtungen verschwinden allmählich die Boote... Wenn am Abend die Arbeit u Ende ist. eilt alle zur Hauptstraße. Handwerker unp Nähmädchen. Fabrikarbeiter und Ladenjunge. Seit zwei Monaten existirt .die Börse". Stundenlang gehen sie auf und ab.

Wir treffen sie, ihre Führer und Lieblingsredner Studenten und junge Mädchen. Kurze abgerissene Worte fange ich auf: Die Duma"... .Die Volksver treter". . . Der Student im blauen ArbeitsHemd spricht zu seinen Begleitern mit einer Begeisterung, die er aus ihren bewundernden Blicken schöpft. Nach schwerer Tagesarbeit sind sie hergekommen und haben hier neues Leben, neue Interessen gefunden. In allen Blicken glänzt helle Freude... Gendarmen kommen vorbei uns Polizisten, vom Offizier angeführt. Ein Augenblick, und schon pfeifen Nagaikas in der Luft. Brennende, wilde Augen. Man ahnt die Blutgier dieser trunkenen Horde. Lange Korridore, von schrägen Sonnenstrahlen beleuchtet. Ueberall einförmige Ruhe. Nur selten schaut einer der Gefangenen auf, nur selten fällt ein gleichgültiges Wort. Sie warten aü daß man sie freigibt. Sie wollen hinaus in die belebten Straßen, in das hastig treibende, gärende Leben, hinaus aus diesen engen Mauern. Frei athmen wollen sie. Immer, am Mittwoch, kommen Besucher, sehnsüchtig erwartet. Mütterchen, was sagt die Duma?" Mütterchen, verlangt die Duma einen Amnestie - Erlaß?" Mit glänzenden Augen werden dann die neuesten Berichte weiter erzählt von den muthigen, stolzen Reden der Deputirten und sie hören alle tznd lächeln froh... Heute kam zuerst wie ein leises Flüstern und dann immer lauter, immer drohender die Nachricht vom Erlaß des Zaren Aufgelöst! Auseinander getrieben! Ein Stöhnen geht durch die Zellen. . . Und plötzlich, wie ein Wirbelwind, bemächtigt sich ihrer eine wahnsinnige Wuth. Laute tosende Stimmen, heisere Gesänge, rothe Fahnen, klirrende Scherben. Eine Stunde lang dauert der .Aufrühr". Dann kommen Kosaken. Ein Schuß. Und dann noch einer noch einer Zwei Leichen an der Eingangöthür und todtenstw wird es wieder .m Gefängniß... Der großmüthige Wirth. In einer Gastwirthschaft im süd lichen Schleswig hatte ein Radfahrer ein Glas Buttermilch getrunken. Als er bezablen will, sag! der biedere Wirth ganz entrüstet: Lat'n Se dat doch, dat supn süns unse Schwien!"

altblüNg. Herr Wirth, auf dem Butterbroi ist ja eine Fliege!" Pikkolo, dem Herrn, statt des belegten Brotes, ein gewöhnliches Butterbrot!" DerHahnimKorb. Redakteur A.: Schreibt der Dr. X. viel für Ihre Zeitung?" Redakteur B.: Ach der der ist ja bei uns Hahn im Papierkorb!" Sensibel. Staats anwalt (in einem Alpengasthause): Ich weiß nicht, der Rehbraten will mir absolut nicht schmecke ... er wird doch nicht am Ende gwildert sein?!" E i n vernagelter Tour i st. Erster Tourist: Nun, wenn Sie in Zermatt waren, haben Sie doch auch das Matterhorn gesehen?" Zweiter Tourist: Das Matterhorn? Nein! Das muß ich rein übersehen haben!" Unüberlegt. Hausfrau (zum Logisherrn): Ich habe heute früh keinen Kaffee bereiten können; die Wasserleitung ist in der ganzen Stadt abgestellt worden." LogiSHerr: Das hat nichts zu sagen; machen Sie mir einfach Thee!" Statisch widerlegt. Bettler: Lieber Herr, schenken Sie mir bitte etwas, ich stehe ganz allein auf der Welt. Herr (Professor): Das ist nicht richtig, lieber Mann, nach' der neuesten Statistik leben Eintausendvierhundert Millionen Menschen aus der Weltl

Geschäftö-Kalender.

Blech- und MetallDächer. leund Metall-Dächn. sowie Dachrinnen angefertigt und reparirt. Iho. E. Hadley. in kntucky ve. Neuer Phone !. Spezialiften. treb kurirt ohne Messer, ohne Schmerzen. Die beft bekannte Behandlung der Neuzeit. Sprecht vor und lernt meine Methode. Dr. . . righam, U eft Market Etraße. gegenüber Terminal Stativ. Aerzte. )r. E. Thoma. Spezialität: Herzkrankheiten Stunden i u. 6-8 Nachm. 66 Virginia ve. Neu l; lt, Prospt ttl. Optifer. EMKRSOX DRULEY, 229 Maffachusett, ve. im ersten Sauare, zweiter Stock, ugen unterincht. Linsen geliefert. Zu onsullationen eingeladen. Tapeten. Iapeten. Ich hänge und liefere Tapeten. Telephon, Main 4. WaareN'Ablieferung. Maaren abgeholt und abgeliefert. Mäßige Preise Schnelle Bedienung, lia Süd Pennsylvania Str Reu mm; lt, Main 148. E. T uftin. ig. Leichenbeftatter. Mbitsttt & ulver, Lklchenveftatter. 213 St Jlliuo, Str. Telephon : Neu b4; lt. Rain S6S0. chnskm, Haszler & eorge, 867 assachusett ve.. O Telephone : Reu 988 ; lt. am 148. L sprechen deutsch. Grundeigenthum. William P. Socwell, rundeigenthum - gent, 8 und 4 Valdwin Block, Süowe Ecke Market und Delaware Straße. Reuer Phone 1784. Feuerverftcherung-Grundeigmthu. 3acob Buennagel, Zimmer 5 und 6, Ro. 29 Süd Delaware Straße. Patentanwalt und Ingenieur. hompson R. Bell, 401 Sak Gebäude. Zweig. Office: Washington. D.., Rew Phone 1908. Znvalidenftühle und Bruchbänder. ruchbänder. Wie passen und garantiren Brnch. bander. Invaliden-Stühle fü verkaufen oder zu vermiethen. B'-esette.Pugh Co.. 189 Süd Jllinoi Straße. Finanzielles. Mir leihen Geld auf Möbeln und Viano, ohne die selben wegzunehmen. Ebenso auf Uhren und Diamanten. entral Loan o.. 208 State Lise Bldg Guter Credit. Guter Credit wird öfters erhalten durch Benutzung von einem wenig geborgten Geldes, welches Sie leicht in ein paar Monaten zurückbezahlen können, ohne dessen Sie noch tiefer belastet werden. Wir leihen Ihnen das Geld zur uftechterhaltung Ihres Credits und Niemand braucht zu wissen, daß Sie es geborgt baden, denn unsere Geschäftshandlungen sind streng Bertrauenssachen. Von 10 bis $200 leihen wir an Möbeln, Pianos. Fuhrwerke, Einrichtungen, Lagerhaus Quittungen und anderes persönliches Eigenthum ohne dasselbe wegzunehmen. Ihre Zahlungen werden so klein sein, daß sie dieselben nickt spüren. $i.0 ist die wöchentliche Zahlung an einer nleide von ZS8 für so Wochen. Andere Beträge in einem gleichen Verhältniß. Anleiden werden in allen Theilen der Stadt gemacht, sowie in Shelbyville, Greenfield, Knightstown, Franklin, Columbns, Martinsville, Lebanon, RobleSoille, Greencastle und allen anderen Orten von Jnterurban Bahnen berührt. Post oder Telephone Applikationen erhalten prompte Be achtung. Wenn Sie Geld benöthigen so füllen Sie do unten folgende Formular au, schneiden Sie e8 aus und schicken Sie es per Post, einer unserer Agenten wird bei Ihnen vorsprechen. Ramen. Gattin Rame. Straße undRummer. Stadt. Betrag gewünscht. Man spreche vor oder schreibe a Jndiana' Mortgage LoanlEo., (Etablirt 1887.) Zimmer 4 Lombard Gebäude, 24 Oft Washington Straße, Beide Telephone 3286. LEO LANDO, 142 N. Pennsylvania Str. Hauptanarticr für Brillen Operngläser mW Brillen werden nach den beften Seeiboden den Augen anzepaht. taftttche Augen werden schmerzlos ew zeiesr. INDIANAPOLIS BREWIN6 CO. Düsseldorfer... Das Bier, welches auf der Weltausstellung zu St. Louis den Preis erhielt al Der Welt Standard Für Vollkommenheit In P,ntS und OnartS, laschen Dep't. Tel. 578 nd 690.

Indianapolis Brewing Co.

n