Indiana Tribüne, Volume 30, Number 24, Indianapolis, Marion County, 20 September 1906 — Page 3

Jndianck Tibüne, 20. September ISO.

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Bankbetrügcrcicn Bon Bankbeamtcn verübt, nehmen überhand und sollten ekcmplarisch bestraft werden.

BanNasfierer stiehlt 875,000 und flieht. Panik bei einem Leichenbegängnisse. Mörder erschießt seine Verfolger. Dreifache Tragödie- Automobil Unfall. Trübe Ausfichten. Die Knlis müssen später abgeschoben werden. Aus Gram iu den Tod. Deutsches Theater.

Bankkassirer stiehlt $75, 000 und flieht. S e d a n, Kanö., 19. Sept. O. B. Stollard. Kasfirer der PeopleS Staatsbank von Sedan, ist heute plö lich nach unbekannten Regionen abge. reift und hat auch nicht vergessen, die Bank um alle ihre Baarbeftände und Depositen zu berauben. Der große ei ferne Geldschrank hat ein Zeitschloß und konnte daher noch nicht geprüft werden. Stollard hinterließ in der Bank einen Zettel, auf dem er geschrie den hatte: 3$ bin ein Fälscher und Dieb und fl'ehe, um mich zu retten.Man glaubt, daß der Flüchtige wenigfienö 875,000 gestohlen hat. Panik bei einem Leichenb e g än g n i s s e. Cincinnati, O., 19. Sept. Bei dem Leichenbegängniß des in Eov ington wohnenden Selbstmörders JaS. Gallivan explodirte eine Lampe und brennendes Oel wurde im ganzen Iim mer umhergespritzt. Bei der darauf folgenden Panik unter den Trauer güften wurde Frau Frank Geisling so schwer verbrannt, daß sie wahrscheinlich sterben wird. Die Beerdigung der Leiche mußte aufgeschoben werden, da die Flammen das Wohnhaus stark beschüdizt haben. Mörder erschießt seine Verfolger. H i n t o n, W. V., 19. Sept. Frank Finley und flennen Finley wur den letzte Nacht durch Revolverschüsse getödtet, als sie den A. L. Herman in a -1 . c rr ii. t..& .Ii.i Lm Haietau .ouniy uctyuiicii uiuuicu. . Herman ermordete vor einem Jahre Jerry DaviS in Martin, und die Finley'S, die mit dem ermordeten DaviS Verschwägert waren, wollten in der letzten Nacht den Mörder in seiner Be hausung verhaften, wurden aber beide todtgeschossen, als fie sich dem Herman näherten. Dreifache Tragödie. Excelfior Spring S, Mo.. 19. Sept. Eine dreifache MordTra gödie trug sich heute hier zu. Anfcheinend ohne alle Ursache erschoß Jameö Eurry von Topeka, KanfaS, seine Frau und tödtete sich dann selber. I. P. Farley von Leavenworth, KansaS, auch ein Besucher dieser Stadt, beging Selbstmord, indem er eine Quantität Karbolsäure trank. Trübe Aussichten. Boston, Mass.. 19. Sept. Nach einer hier auch Kuba eingetroffenen Privatdepesche können die allgemeinen Verhältnisse im südlichen Theil der Provinz Santa Clara als verzweifelte bezeichnet werden. Das Telegramm enthält die Mel dung, daß die AttinS'fche Zuckerfabrik auf den Soledad'schen Anlagen durch das Einschreiten von Marinesoldaten vom BundeS'Kanonmboote Marietta" vor den Insurgenten gerettet worden sei. In den SoledadFabrikanlagen, welche zu den größten auf Euba gehö ren und welche unter amerikanischer Controlle stehen, find ungefähr 2000 Mädchen beschäftigt. Infolge der Vorstellungen von Herrn Atkinö beim Staats Departement wurde ein Bun de5ttriegsschiff nach EienfuegoS ge sankt, um die dortigen amerikanischen Interessen zu beschützen. Wie Herr tkinS ferner behauptete, ruht im süd liche.l Theile Euba'S Handel und Wan del fast ganz. Die Orte im Innern feien thatsächlich ganz ohne Proviant und die Nothlage steige mit jedem wei teren Tage. Selbst Regierung sein Bestreben. Manila, 20. Sept. General Smith wurde heute als General.Gou verneur der PhilippinenJnseln inau gurikt. In seiner JnaugurationSrede betonte Gouverneur Smith, daß er die Politik des Präsidenten McKinley befolgen werde, welche darin besteht, daß das Volk zu einer populären Selbst Regierung allmählig erzogen wird.

Automobil. Unfall. N e w V o r k, 19. Sept. Bei einem Automobil'Unfall an der Ecke des Broadway und der 31. Straße wurden heute Abend sechs Personen tödtlich der letzt. Das Automobil gerieth zwischen zwei Straßenbahnwagen und wurde vollständig zertrümmert, während die Insassen desselben zerquetscht wurden. Die KuliS müssen später abgeschoben werden. N e w O r l e a n S, La., 19. Sept. Chinesische Arbeiter, welche nach Pa nama gebracht werden, um an den Ca nalarbeiten zu arbeiten, sollen nach Be endigung dieser Arbeiten wieder depor tirt werden. Damit diese Deportirung auch wirklich durchgeführt wird, verlangt die Regierung von Panama von den Kontraktoren, welche die chinesischen KuliS liefern, einen Bond von S50,000 für die ersten 2500 Kulis und 820 für jeden später nach Panama gebrachten Kuli. Diese Forderung wurde allen Kontraktoren mitgetheilt, welche bereit waren, ein Angebot behufS Lieferung chinesischer KuliS an die Panama Ka nal Kommission zu machen. Eine Strafe von 8100 für jeden Chinesen, der nicht deportirt wird, ist in Aussicht gestellt. Aus Gram indenTod. C i n c i n n a t i , ., 19. Sept. Carl turow, ein 80jähriger Greis, hat sich im deutschen Altenheim, dessen Insasse er seit einigen Monaten gewe sen, erhängt. Der Lebensmüde, ein Gerder von Profession und auS der Pfalz gebürtig, kam vor etwa 50 Iah ren nach Cincinnati, und eS gelang ihm durch Fleiß und Sparsamkeit die Summe von 33000 zu erübrigen. Dieses Geld vertraute Sturow'S Frau seiner Zeit dem Erzbischof Purcell an,

der eS, wie die Ersparnisse vieler an derer Cinctnnatier, in unglücklichen Spekulationen verlor. Sturow'S Gattin wurde ob deS Verlustes wahnfinnig und starb kurze Zeit darauf in der hie figen Irrenanstalt. Sturow mußte dann als völlig gebrochener Mann im Armenhaus? Unterkunft suchen, wo er zwölf Jahre war. bis er auf die Ver anlassung des ehemaligen County'ttom missürs, der ihn zufälliger Weife im Armenhause entdeckte, nach dem Altenheim gebracht wurde. Durch daS jähre lange Brüten über den Verlust seiner Ersparnisse und daS tragische Ende sei ner Frau hatte sein Geist schwer ge litten. Deutsche Theater. B u f f a l o , N. Y., 19. Sept. Nach mehrjähriger Pause hat nun Auf falo wieder ein deutsches Theater. Ge ftern hat unter großem Andränge des Publikums die auf dreißig Wochen be rechnete Saison im Lyric Theater mit Hauptmann'S Versunkener Glocke" ihren Anfang genommen. Wie daS Publikum ftch bei der EröffnungSvor ftellung zu überzeugen Gelegenheit hatte, hat die Direktion Bollmer und Biunt eine vortreffliche Gesellschaft en gagirt. DaS Repertoire ist ein sehr umfangreiches uno durch starke Abonnements Betheiligung von Seiten des Deutschthumö scheint daS Unternehmen gesichert zu sein. Zwei todt. Einer ver letzt. H a m m o n d , Ind., 19. Sept. Zwei Männer wurden heute getödtet, ein anderer schwer verletzt, in einer ttei lerei, die in einer hiesigen Wirthschaft stattfand. Der Streit entspann sich über die Verzüge oder Nachtheile der beiden Preisklopfer Joe GanS und Battling Nelson. Paddy Golden, 55 Jahre alt, und JameS Blemm, ein Angestellter der Wirthschaft, wurden sofort getödtet; John Bellamy, ein Detectiv, der Frie den stiften wollte, wurde verwundet. Ferguson Lauden, der Schießbold, ein hiesiger Maschinist, ist flüchtig.

Auf Befehl des Präsideuten

Der 8 -Stundentag bei allen Regie rungsarbeiten. O y st e r B a y. N. Z., 19. Sept. Auf Empfehlung des ArbeitS'Commis särS EharleS P. Neill, der seit dem letzten Winter daS Gesetz deS 8ftündidigm Arbeitstages auf feine Wirksam keit genau geprüft hat, erließ Präsident Roosevelt heute den RegierungS'Befehl, das 8 stündige ArbeitSgeseA strenge durchzuführen wie folgt: 1. Alle RegierungS Departements unter deren Aufficht öffentliche Arbeiten ausgeführt werden, find hiermit benach richtigt. daß fie ihren Repräsentanten den Befehl ertheilen, sofort an daS resp. Departement zn berichten, wenn Kontraktoren oder Subkontraktoren. welche Regierungsbaute ausführen, ihren Arbeitern erlauben, länger als acht Stunden an irgend einem Kalen der'Tage zu arbeiten. 2. Alle RegierungS.Repräfentanten, welche bei Regierungsbauten die Auf ficht führen, find verpflichtet, ihre resp. Departements von jedem einzelnen Falle sofort zu benachrichtigen, wenn Arbeiter oder Handwerker an Regie rungSbauten länger als acht Stunden pro Tag gearbeitet haben. 3. Alle RegierungS Departements unter deren Ausficht Regierungsbauten ausgeführt werden, müssen durch ihre resp. Beamten eine Lifte zusammen stellen, welche alle Uebertretungen deS achtstündigen Arbeitstages an Regie rungSbauten umfaßt und diese Liften müffen dem Präsidenten der Ver. Staa ten zur Durchficht vorgelegt werden. (gezeichnet) Theodore Roosevelt. 17. Sept. 1906. ase-vall. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: National Liga. Boston, 19. Sept. Boston 0 00100000 1 Chicago 003000000 3 Batterien Young und Brown ; Ruelbach und Moran. Philadelphia. 19. Sept. Erstes Spiel. Philadelphia. ..0 0000400 04 St. Louiö 0 2003000 05 Batterien Duggleby. Richte und Dooin; Karger, RhodeS, Grady und Marshall. Zweites Spiel. Philadelphia 2 0 0 0 0 2 4 S,.L)UiS 0 0 0 0 0 0 0 0 Batterien Lush und Houston; Karger und Grady. Brooklyn, 19. Sept. Erstes Spiel. Brooklyn 0 0101000 02 Cincinnati....0000 1 2 000 3 Batterien Eason und Ritter; Hall und McLean. Zweites Spiel. Brooklyn 000 1 0000 1 Cincinnati 00000000- 0 Batterie Stricklett und Bergen; Ewing und Schlei. New York, 19. Sept. New York 001101014 Pittöburg 2 00 020 1 0 5 Battereen Ferguson, Taylor, AmeS und BreSnahan; Leaver und Gibson. DaS Kriegsgericht der 25. Division in Darmftadt verur theilte kürzlich die Gefreiten Mönnighos, Dietrich mp Seid vom DragoNo. 24 weaen Körper zu vier bezw. t drei Mo'äucrrritz. Sie wurden beschuldigt, einen Rekruten auf der ötallwache schwer mißhandelt zu haben. Das Gericht hatte namentlich auf Grund einer eidlichen Zeugenaussage die Angeklagten für überführt nachtet. Alle drei Verurtheilten betheuerten fortgesetzt ihre Unschuld und legten gegen das Urtheil Berufung ein. Nunmehr haben sich die wayren Schuldigen beim Estadronchef freiwillig gemeldet. Sie wollten rhre Kameraden nicht unschuldig für sie büßen lassen und haben vermuthlich bisher geschwiegen, weil sie einen Freispruch der Angeklagten bestimmt erhofften. Abgeblitzt, 35Ja8 anb? Fräulein haben gestern Menv allein am Strand promenirt?" .Ich hatte den Vorzug, Herr Leutnant.

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Allerlei kleine Depeschen.

19. September. Die persische Regierung hat Er. laudniß gegeben, in Teheran eine deut sche Bank zu errichten. Zu atania in Italien ift kürz, lich eine Fabrik zur Erzeugung künftli. chen Marmors gegründet worden. Nahe Tampico in Mexiko soll von Amerikanern die Reiskultur in großem Maßstabe betrieben werden. Wegen der Unruhen sind die Sol baten in allen größeren Städten und Fabrikgegenden in Rußland mit Hand granaten bewaffnet worden, um ihre Angreifer damit bei der geringsten Ber anlaffung zu tödten. Der Neger ChaS. Carley, der vor einigen Tagen in Wilmington, Del., zwei weiße Frauen thätlich angegriffen und schwer verletzt hatte, wurde heute zu 50 Jahren Zuchthaus und 30 Hiebe am Schandpfahl verurtheilt. Durch die Explosion des tteffelS einer FrachtzugS'Lokomotive der PittS bürg. Virginia & Sharlefton Bahn nahe Monogahela Eity, Pa., wurden der Lokomotivführer und Maschinist ge tödtet und 4 Bedienstete schlimm ver letzt. Der Eisenbahn.Bedienftete John Sherman wurde in Wakefield, Mass., verhaftet, weil er da? HauS in welchem seine Gattin und Töchter schliefen, in Brand gesteckt hatte. DaS Feuer war von Nachbarn entdeckt und gelöscht wor den. Der neun Jahre alte EharleS Reed von Eaft Lynne. Conn., welcher mit seiner Mutter nach Bayonne ge kommen war, um seine Großmutter zu besuchen, wurde gestern Nachmittag an der 41. Straße von einem Expreßzuge getroffen und getödtet, als er das Bahn geleise kreuzen wollte. In Easa Blanca in Marokko überfiel der Jnsurgentenführer Taelai nein mit 250 Mann heute eine fran zöftsche Eisengießerei und die europäi schen Ardeiter wurden durch die Stra ßen gejagt und mehrere derselben ver wandet. Die Gesandten von Frank reich und Belgien haben beim Sultan von Marokko deßhalb Beschwerde er hoben. tturiert. Durch den dichten, tiefverschneiten Wald wandelt gemessenen Schrittes der gestrenge Schulrath, um den Lehrer des kleinen Dorfes Tassenhäuser mit seinem Besuche zu beglücken. Das Dörfchen liegt abseits der Eisenbahnlinie und hat wenig mehr als hundert Einwohner. Es ist das Scbmerzenssind des Schulrathes; denn Lehrmit. tel sind, soweit sie ihr Entstehen nicht der kunstfertigen Hand des Lehrers verdanken, nicht vorhanden. Endlich ist das kleine Schulhaus erreicht, in dessen einzigem Schulzimmer das kleine Volk Naturgeschichts. stunde hat. Auf die Frage des Schulinspektors, was der Lehrer be handele, erwidert dieser: 2Bir besprechen den Elephanten 2Öo haben Sie denn das Anschauungsbild!" inquirirt der Gestrenge weiter. Es thut mir leid, meine Schule besitzt ein solches nicht, auch in meinen Lehrbüchern konnte ich knnS sin den!Nun, so müssen Sie einen Ele phanten anzeichnen!" Ein solcher Zeichner bin ich leider nct)l und mich vor seinen Schülern blamiren mag ich auch nicht!" Aber daS ift doch keine Kunst, mit ein paar Strichen einen Elephanten anzuzeichnen! Ich werde es Ihnen vormachen. Wo ist die Kreidet" Bitte!" Unter allgemeinem lautlosen (St staunen der ganzen Klasse entsteht an der Wandtafel ein dickes Thier mit einem Rüssel und einem kleinen Schwänzchen. Endlich ist daS Ge. mälde fertig, und dem Lehrer einen trtumphirenden Blick zuwerfend, fragt der Schulrath den lUassenletzten: Welches Thier habe ich da eben angezeichnet?" Doch o weh, die Kunst des Maler nicht würdigend und mit der hei mathlichen Thierwelt mehr vertraut als mit der fremder Ätnder, ertönt es laut von den Lippen des Knaben: DaS ift eine Sau!" In sprachlosem Schrecken ob dn Unvernunft deS KmdeS erhebt der große Zeichner beide Hände. Doch das sollte ihm zu noch größerem Un heil gereichen; denn das Heben der Hände war ein Zeichen des LehrerS für das Ehorsprechen" der Kinder, und sofort wiederholen daher 40 Lip. den die Antwort: DaS ift eine Sau!" Da wendete sich der Rath mit Grausen und soll seit diesem Tage seine Zeickenkunft nicht wieder an der Wandtafel probirt haben.

Szenen auö dem russische Leben. Zur Charakteristik der im russischen Volke herrschenden Stimmungen und Ansichten führt die Bobemia nach einer nicht näher bezeichneten Moskauer Zeitung folgende Szenen vor: 1. Auf dem Lande. Ein Gespräch mit einem Bauern der MoskauerGegend. Es wird die Agrarfrage und die Zutheilung von Land er örtert. Wozu brauchen Sie denn eigentlich Land? Ihr Hauptverdienst sind doch die Sommerfrischler und die Beschäf tigung in der Stadt. Sie bearbeiten ja nicht einmal Ihr ganzes Land?" Wieso, wozu? Ich werde das mir zugetheilte Land in Pacht geben und den Wald abholzen lassen." Ach nein. Land werden nur die kriegen, die wirklich zu wenig haben, und auch die nur. wenn sie sich verpflichten, es selbst zu bebauen, und es nicht in Pacht zu geben." Nee, nee. Weshalb denn? Wenn ausgetheilt wird, dann mutz allen was zugetheilt iverden. Und unsere eigene Sache wird es dann sein, was wir damit machen wollen." 2. In der Sommerfrische. Gespräch zwischen einem Bäckerjungen und einer Köchin. Köchin: Jhr wollt wohl wieder mal striken?" Bäckerjunge: Thun wir auch. alle. Handwerker, Fabrikarveiter und auch die Soldaten werden striken." Köchin: Und warum die Solda ten?" Bäckerjunge: Na. die Regierung hat ja beschlossen, andere Soldaten aus dem Ausland kommen zu lassen; da sind unsere gekränkt und wollen nachher auch nicht mehr dienen." 3. In derselben Sommerfrische. Gespräch zwischen einem Sommergast und einem Gorodowoi (Schutzmann). Na, 's ist wohl ein bischen ängstlich. des Nachts am Waldesrand zu stehen und Wache zu halten, selbst wenn man auch ein Gewehr bei sich hat?" Wir bleiben ja gar nicht stehen, wir gehen weg." Was? Wohin gehen Sie denn?" Na. möglichst weit weg. dann verkriechen wir uns in ein Gebüsch, da sieht man uns dann nicht." Nun. wenn aber was passirt?" Da lauf' ich erst recht weg; mein Leben ist mir doch auch theuer!" 4. Im Laden. Der Käufer giebt einen Hundertrubelschein zum Wechseln. Der Kaufmann entfernt sich in ein Nebenzimmer, w er in einem Haufen Lumpen herumsucht. Wozu haben Sie denn eigentlich eine Kasse? Ist sie nur zum Schein öa?" Jawohl, mehr als zwei bis drei Rubel haben wir nicht darin. Kommt dann jemand, und irgendeiner kommt sicherlich, so mag er nur ruhig die Kasse und etwas Waare wegnehmen. Das Geld aber, das verstecken wir möglichst da. wo niemand hinkommt." in grotzer Schmugglerprozetz hat in Turin begonnen. Auf der Anklagebank sitzen 34 Männer und eine Frau, darunter Eisenbahnbeamte. Gastwirthe, Großindustrielle und Grundbesitzer, die zusammen ein Schmugglcrkonsortium bilden, das nachweisbar seit zwei Jahren, ver muthlich aber schon seit viel längerer Zeit, einen umfangreichen, vorzüglich organisirten Schmuggelbctricb mit Seidcnwaaren aus Frankreich nach Italien besorgte. Der Werth der Waaren, die unverzollt über die italienische Grenze geschafft wurden, beträgt Millionen. Daß der Betrieb so lange Zeit ungehindert aufrecht erhalten wurde, ist dem Umstände zu verdanken, daß fast sämmtliche sud alterncn Bahnbeamten auf der fran zösisch-italienischen Strecke bis Modane in den Handel verwickelt sind. Schon vor längerer Zeit war es dem Zollbeamten Buffa aufgefallen, daß am französischen Postamt in Modane enorme Mengen von Seide anlang ten, die für Modane und Umgebur.g bestimmt waren. Nun war es un wayrscheinlich, datz daSStädtchen mit den umliegenden kleinen Ortschaften einen derart umfangreichen Bedarf an Seidenstoffen entwickeln sollte, und alsbald schien es klar, daß die Stoffe mit Umgehung der Zollbehörde für Italien bestimmt waren. Nun galt es, den Weg zu finden, auf dem die Waaren über die Grenze geschafft wurden. Durch einen scharfen Ueberwachungsdienst gelang es fe?c zustellen, daß die Schmuggler die Ei senbahn für den Transport der Waare benutzten. Die Pakete wu den von bestochenen Zugführern und Heizern auf den Lokomotiven und Tenoern mitgenommen und sodann nach dem Durchfahren der Zollgrenze auf die Strecke geworfen, wo sie von anderen Bahnbeamten aufgele sen und in Verwahrung genommen wurden. Den Vertrieb an italieni sche Firmen besorgte eine gewisse Frau Clerinda Iside Marra, die sich auch unter den Angeklagten befindet. Die Absender sind meist Lyoner Seidenfirmen, darunter auch solche mit bekannten Namen.

Schtksal eine Schmugglers. Von russischen Grenzsoldaten wur dieser Tage in der Nähe von Slalmierzyce ein in der dortigen G gend bekannter Schmuggler aus Bukcwina Namens Ignatz Ambrozy erschossen. Der Schmuggler, der srllher andere Uebergänge zum Schmuggeln benutzte, hatte sich in letzter Zeit die Gezenld von Skalmierzyce gewählt; die früheren Uebergänge waren ihm nicht mehr sicher genug. Sein Vermögen, das nicht unbedeutend ist, beweist, mit wie großem Erfolge er bei seinem Unternehmen während eines Zeitraums von zehn Jahren vorging. Der Schmuzgler bösaß. wie der Danz. Zeitung" geschrieben wird, in Siedlikow eine schuldenfreie Wirthschaft im Werth von 18.000 Mark. Dazu yatte er noch bares Geld, das auch nach Tausenden zählte, im Besitz. Bei seinem letzten Transport, wobei er sechs Pferde und vier Kühe über die Grenze schmuggeln wollte, wurde er angeblich mit seinen drei Helfern den russischen Grenzsoldaten verrathen und durch zwei Schüsse tödtlich verwundet, und als er noch Lebenszeichen von sich gab, sollen ihn die Soldaten mit den Gewehrkokben erschlagen haben. Seine Spießgesellen wurden festgenommen und über die Grenze gebracht.

Bei den wilden Volksstammen des Kaukasus wird jedes Kind, sobald es nur laufen kann, im Gebrauche des Dolches unter, richtet. Den Kindern wird zuerst ge lehrt, damit in's Wasser zu stechen, ohne dabei zu spritzen, und durch unablässige Uebung erwerben s bald eine große Geschicklichkeit in der Führung dieser Waffe. Für Flugtauben ift der Schlag möglichst hoch, weiten Umblick gestattend, anzulegen, für schwerfliegende Rassetauben weniger hoch; hat man die Wahl bezüglich der Lage, so ist die nach Süden. Osten und Südosten vorzuziehen. Der Schlag soll trocken und luftig, aber frei von Zug luft sein, Fußboden. Wände und Decke glatt und ohne Ritzen, am besten mit einem Oelanstrich versehen (der Fußdoden nämlich) da sonst die wässerigen Theile der Exkremente in diesem einziehen. Der Boden ist mit einer Zoll hohen Schicht staubfreien Sandes oder Strohhäcksels zu belegen, auch Torfmull wäre, seiner desinfizirenden Wirwng wegen, zu empfehlen; tägliche Reinigung des Bodenbelags mittelst engzähnigen Rechens ist nothwendig. Die Tauben brauchen zu ihrer Ernährung auch Sand, Kalk oder Salz. Den Untersatz eines großen Blumengeschirres füllt man mit reinem, feinem Fiiß sand, vermengt mit Salz, und begießt die Mischung mit Wasser. Dieses löst das Salz auf. welches dann mit dem Sand beim Trocknen eine mäßig harte Masse bildet, die von den Tauben begierig weggepickt wird. Excursionen via Big Four Route Sonntag, 23. September Lawrenceburg n. Aurora 1.50 Rundfahrt Epezialzug verläßt Jndianapoli um 7 Ndr. Morgen. Retoursahrt von urora um 7 Uhr. dend. Terre Hnte 51.25 Grcencastle .$1.00 Sptzialzua verläßt JndiauadoliS 7.3 Uhr Morgens. Reroursahrt von Terre Haute u 7 Uhr Abends. Dauville, Jll $1.25 Champaig, Jll 91.50 Der Epezialzug verläßt den Union Bahnhof Morgens um 7.26 Uhr , Retourfahrt von Cham paign u s Uhr Abend. LAKE ERIE & WESTERN R. R. Stadt li cket.Ofsice : 1 Oft Washington Str. Phone 371. . . . .Fahrzeit der Züge. Abfahrt nkunst Sin. ksledo. Shtcago und Hli6)tgan tivrr.t 7.15 tio.it Nm. Nm. Colefco, Detroit und Chicago Lim ti2.30 t 3.M Nm. . tthtga, Tith. uneie u.Lafah,tttplt 6.60 t.4 t Täglich, ausgenommen Sonntag. Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden k 14 12 6 6 4 Züge zwischen Indianapolis und Cincinnati. Züge zwischen Jndianapolii und Dayton. üge zwischen Indianapolis und oledo und Detrott. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Illinois. Züge zwischen Indianapolis und Sprmgsield, Illinois. Parlor Waggon an allen Tage und chlaf. maggoni au allen Nacht-Zöge . Indianapolis Office!: Union Bahnhof und 8. Nord Jllinoiö St. R. P. Xlgeo, D. P. .

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