Indiana Tribüne, Volume 30, Number 24, Indianapolis, Marion County, 20 September 1906 — Page 1

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' ' GbvTdjcint jeden $Jadjrotttag. Jahrgang 30. Indianapolis, Ind., Donnerstag, 2. September 1906 No. 24. - .

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General Gouverneur der Philippinen Mit militärischen Ehren eingesetzt.

Manila, 20. Sept. JameS F. Smith wurde heute Vormittag als Ge. neral.Gouverneur der PhilippineN'Jnfein eingesetzt. Große Volksmengen wohnten der Truppenparade bei. Der neue Gouverneur erwähnte in seiner Ansprache, daß er die von McKinley und Taft eingeschlagene Richtung, das Volk für Eelbftregierung zu erziehen, weiter führen werde. Der zurücktre tende General Jde wird Manila am Sonntag verlassen, um nach Japan abzureisen. Tödttich verletzt. Sttahenbahnangeftellter fällt vom Waggon. Im städtischen Krankenwagen wurde heute Morgen kurz vor 2 Uhr der Kon dukteur Jsgrigg der Illinois Straßen linie nach dem städtischen Hospital ge bracht. Derselbe war in der Nähe 21. und Illinois Straße von seinem Wagen gefallen und hatte sich einen Schädelbruch zugezogen. Die Frau des Verletzten wurde sofort mit einem Spe zial Straßenbahnwaggon von ihrer Wohnung, 924 Nord Tacoma Avenue, an daö Krankenlager des Schwerverletz' ten gebracht. JSgrigg ist heute Vormittag seinen Verletzungen erlegen. DaS Technische Zuftitut. Nachfragen nach Schülern desselben. Die Schulen des Technischen Jnfti tutS wurden gestern eröffnet, doch find soweit noch nicht alle Schüler desselben eingetreten. Dr. S. C. Dickey, Präsident des Institutes hielt eine Ansprache. Er benachrichtigte die Schüler, daß das anderwärts so beliebte Haz'tt.-J ' im Technischen Institute nicht geduldet wird. Uebertreter werden ausgewiesen und werden nicht wieder in die Klaffen aufgenommen. Der Zweck deS InftituteS", sagte der Präsident. ..ist der, jungen Männern und Mädchen üle Gelegenheit zu geben, sich für's geschüft, liche Leben vorzubereiten und wenn ihr dieses Institut verlaßt, werden wir ver suchen, euch gute Stellen zu verschaffen." W. C. Smith, der Direktor des In ftitutS, sagte, daß da Jnftiut Anfiel lungen für etwa 500 junge Leute habe, sobald dieselben in den verschiedenen Branchen deS JnftiuieS ihre AuSbil. düngen vollendet haben. Die im letzten Frühjahr durch Feuer zerstörte Bibliothek des Instituts soll wieder eröffnet werden. Kollision eines WageuS mit eiuer Etrakendahn-ssar. EharleS Sattell. ein Kutscher der Merchants Hcat & Light Co., wurde gestern bei einem Zusammenstoß seines Wagens mit einem Straßenbahnwagen schwer verletzt und wurde im städtischen Krankenwagen in hoffnungslosem Zu stände nach dem Hospital gebracht, wo er kurze Zeit darauf feinen Verletzungen erlag. Cattell kam aus der Ohlo Straße angefahren und sah den Brightwood Wagen, welcher in voller Fahrt angesauft kam, nicht eher, bi er auf den Schienen der Straßenbahn war. Bevor der Kutscher aus dem Geleise kommen konnte, erfolgte derZusammen ftoß. Durch den Stoß wurde er zu Boden geschleudert und erlitt einen schweren Schüdelbruch. Der Wagen und da Pferd wurden nicht verletzt. Auf einen Verhaftöbefehl, von JoS. W. May, 902 Süd Senate Ave, erwirkt, wurde gestern W. F. Sarter, 307 West McCarty Str., von den Be. amten Mulvthill, Lund und Garringer arretirt. Carter wird angeklagt, dem May $116.45 entwendet zu haben. Umgezogen! Kiemeyer's CigarnGefchüft besinnet sich jetzt im Arcade, Zimmer 14.

Das Unglück mehrt sich.

Tausende verlieren ihr Leben. Hongkong. China, 20. Sept. Genaue Nachrichten über den vom Wir belfturme angerichteten Schasen liegen noch nicht vor, doch kamen laut konser vativer Schätzung nicht weniger wie 5000 Menschen umS Leben. Der in der Colonie angerichtete Sachschaden wird auf etwa 820,000,000 geschützt. Meldungen üderUnglücksfälle auf hoher See mehren sich gleichfalls. Der Dam pfer Albatroß" kenterte mit 150Passa gieren an Bard, und nur sechs der Paffagiere und zwei Seeleute erreichten Land. Der Dampfer Hongkong- ist mit der gefammten Mannschaft unter gegangen. Die 180 Paffagiere sowie auch die Mannschaft deö gekenterten Dampfers ,.Ying Fat stehen auf der Lifte der Vermißten. Joseph Charles Hoare. Angelican Bischof von Victoria, deffen Jacht in dem Sturme verloren ging, ist bisher noch nicht aufgefunden. Zwei Operationen zugleich Gelangen im Hospitale zur Ausführung. Zwei Operationen wurden im Laufe der Woche im Stadthospital zu gleicher Zeit unternommen und beide werden anscheinend von Erfolg begleitet sein. William AdamS, ein Maschinist, wurde vor einigen Tagen bei einem Fahrftuhlunfalle schwer verletzt. Ein schweres Gewicht hatte ihm den Arm gebrochen, und zwar so, daß der Kno chen bloßgelegt wurde. Die Wunde ließ sich ohne Hautverpflanzung nicht heilen, und die Frage, woher die nö thige Haut zu nehmen, machte den Aerzten viele Sorgen. Zu gleicher Zeit lag im County.Asyl eine Farbige, deren Fuß in einer derartigen Weise verletzt war, daß eine Amputation unumgänglich nöthig wurde. Die Aerzte beschaffen beide Operationen zugleich auszuführen. Die Farbige wurde nach dem Hospital Erbracht, nnd die nöthige Haut wurde dem zu amputierenden Beine entnommen. Dieselbe fängt an zu wachsen und die Färbung der Haut hat sich schon der weißen Hautfarbe beträchtlich genähert. Nach Angabe der Aerzte wird dieselbe bei erfolgter völliger Heilung weiß sein. DaS Bein der Frau wurde gleich nach der Hautverpflanzung amputirt und dieselbe wurde inS Couty'Afyl zurückbefördert, wo auch sie der Genefung entgegen geht. Personal-Notiz. Herr Jacob Hook, Bruder von Herrn August Hook, befand sich einige Tage hier auf Besuch. Herr Hook ist Superintendent der Reno Brauerei zu Reno, Nevada. In der JmmanuelS Kirche Ecke Pro sect und New Jersey Str., fand gestern Abend die Trauung von Herrn Ernst Schulz mit Frl. Bertha Emm i nck statt. Nach dem kirchlichen Trauungsakte versammelten sich die HochzeitSgüfte, über 100 an der Zahl im Haufe der Brauteltern, an der Madifon Ave., südlich von der Stadtgrenze, wo das Festmahl servirt wurde. Berbeffernngen i TraktionDienste. So bald die Beamten der verschmolzenen Traction-Linien die nöthigen Arrangements vervollständigt haben, soll zwischen hier und Dayton, O., ein Fahrplan von vierstündiger Dauer in Kraft treten. Die Wagen respective Züge werden in Greenfield, KnightStown. Cambridge City, Rimond, Eaton und West Alexandria halten. Durchgehende Traction-Züge waren schon früher auf dieser Strecke in Dienst gestellt, doch wurde diese Einrichtung Schwierigkeiten halber, welche zwischen den verschiedenen Bahnen entstanden waren, abgeschafft. Schöne neue Waggons sollen auf dieser Strecke Verwendung finden.

Politische Probleme.

Kampagne wird in Kürze beginnen. Um im Stande zu sein in Marion County in der kommenden Wahl Stimm-Maschinen zur Anwendung zu bringen, wurde wie bekannt das County neu eingetheilt und anstatt der früher vorhandenen 280 Precincte zählt eö deren jetzt nur 138. Die County-KomiteS beider großen Parteien find über diese neue Einrichtung nicht besonders erfreut, zumal man befürchtet, daß eS unmöglich fein wird, in großen PrecinctS die Wühler zur Stelle zu befördern. Mit diesem zugleich ist zu bedenken, daß die jetzt doppelt so großen Distrikte nach wie vor nur einen Committe?man baben, der die Wühler zur Stelle bringen soll. In anderen Worten, die Distrikte find so vergrößert, daß jeder die doppelte Anzahl Wähler enthält, die Hälfte welcher einen doppelt weiten Weg zur Wahlftelle zurückzulegen hat, und nur die Hälfte der Committeemünner, um die Wähler zur Erfüllung ihrer Pflicht zu ermuntern. Die Vorsitzer des Wahlkomites ge. denken Anfangs der nächsten Woche ihre Hauptquartiere zu eröffnen und für die Wahl vorzuarbeiten. Die Kandidaten werden gleichfalls aktiv sich betheiligen, und in nächster Woche wird bereits eine forsche Rednerkampagne in'S Werk gesetzt werden. Eie Reise in die Berge. Hiesige Deutsche begeben sich in die Wildnih. Gestern Abend traten Herr Albert Lieder, Leut. Rudolph Lieber, Leut. Herbert und Herr W. T. Nash eine Reise nach den Gebirgen Montana'ö an, wo dieselben etwa 4 bis 5 Wochen der Jagd und dem Leben in der Wild niß widmen werden. In Jdoho werden die Reisenden mit dem früher hier ansüffigen Bankier Herr Kettenbach zusammentreffen, der ftch der Reisegesellschaft anschließen wird. Die Rei senden gedenken fich, unter Leitung von bewährten Pfadfindern weit über die Grenzen der Civilisation hinaus zu begeben, um Hunderte vonMeilen von der nächsten Anfiedlung entfernt, Erholung in der Natur zu suchen. Mit 23 Pferden und 5 Packeseln wird die Karawane nach dem inneren der Berge aufbrechen, und bis an die kanadische Küste vorzudringen suchen. Eine Rarität unter den Packeseln ist der Esel dem die frischen Eier crufgebürdet werden. Derselbe ist so dresftrt. daß er allen Hindernissen sorgfältig aus dem Wege geht, und so ein Zerbrechen der ihm aufgepackten diffizilen Bürde verhindert. Die Reisenden, welche von einem Führer, dem Koche und einem Pferde kundigen begleitet find, werden große Wild ausschließlich jagen. Vermißte. Meldungen über Vermißte liefen gestern in Masse bei der Polizei ein. So berichtete Michael Burke, 2206 Woodlawn Ave., daß seine 16-jührtge Tochter Marie die elterliche Wohnung am Morgen verlassen habe und nicht zurügekehrt sei. I. H. Lariner, 1828 Nord Pennsylvania Straße, vermißt seinen Sohn Emmett, 18 Jahre alt, seit Montag. Frau Owen Haddock, 509 Binton Straße meldete, daß ihr Mann am Samstag zur Arbeit gegangen sei und hätte den ganzen Tag gearbeitet, Hütte am Abend die Fabrik verlassen und sei seither nicht mehr gesehen worden. Gott lieb Leukhardt, Die gemüthliche Scke-, Ecke Noble und Market Str. Drei Kühe, Eigenthum von Lafayette Hatty, 362 Harris Avenue, welche gestern kurz nach 8 Uhr von einer Jnterurban Car überfahren wurden, mußten von dem Thierschutzbeamten Axtell erschossen werden.

Polizei-Atomobil

Sucht Chef Metzger zu erlangen. Falls fich der Wunsch unseres Polizeichefs Metzger erfüllt, dann wehe Denen, welche die Ordinanzen zur Regu lirung der Fahrgeschwindigkeiten übertreten. Ein großes $4000 Automobil möchte der Chef zum Gebrauche der Polizei angeschafft sehen. Das Auto soll groß genug sein, um eine Anzahl Personen zu halten und daffelbe würde nur in Nothfällen zur Verwendung gelangen. Bei Aufrührn z. B. könnten in einem solchen Geführte genügend Leute schnell zur Stelle gesandt werden. Einbrechern könnte man gleichfalls genügend Polizei auf den Hals hetzen, um eine Festnahme derselben zu garantiren. Auch in Mordfüllen könnten Detektivs in größerer Anzahl zur Stelle gesandt werden, ehe eS dem Mörder gelingt, seine Flucht zu bewerkstelligen. In Hunderten vongällen würde ein derartiges Geführt fich brauchbar erweisen. Soweit die Bedienung desselben in Anbetracht gezogen wird, könnten unter den Polizisten genügend fähige Mannschaften ausgesucht werden. Ein 84000 Auto würde ein großes und außergewöhnlich schnelles Geführt sein, und da dasselbe zu jeder Zeit dienstbereit sein würde, könnte in Nothfällen viel Zeit gewonnen werden. DaS Lawto Monument Langt im hiesigen Zollamte an. Die in Paris angefertigie Statue des Generals Henry W. Lawton, langte gestern im hiesigen Zollamte an. Man glaubt, daß dieselbe bereits im November enthüllt werden wird. DaS Programm wird ein großartiges werden und es wurden Vorschlüge gemacht, Präsident Roosevelt und Sekretär Taft zu den Feierlichkeiten einzuladen. Der von der Commission zu erwählende Standplatz für das Monument wird höchst wahrscheinlich auf dem freien Platze beim Courthause sein, doch bezüglich der genauen Lage ist fich die Commission selber noch nicht einig. Neues Mittel gegen Blntnugen Von der Negerin Nellie Newton erfunden. Ein neues, bei Blutungen anzuwendendes Heilmittel, wurde gestern durch die Negerin Nellie Newton. 1313 Oft 16. Straße, zur Kenntniß der Dispensariumsärzte gebracht. Nellie, die am Abende vorher mit ihrer Rassegenosfin Goldie Board von No. 1533 Martindale-Avenue in Streit gerieth, war von dieser zur Vorderthür hinausbugfirt worden, hatte dann aber versucht, durch die Hinterthür die ihr verschlossenen Hallen wieder zu betreten. Goldie, welche von dieser Abficht NellieS eine Ahnung gehabt zu haben scheint, stand gerade im Begriffe den Eintritt durch Schließen der Thüre zu vttwehren. Nellie streckte den Arm vor und versuchte durch einen Druck gegen das Fenster dem Drucke'von innen Widerstand zu leisten. Wie nun nicht anders zu erwarten, gab dcö Fenster nach und Nellie zog den Kürzeren. Die Blutungen hatte sie mit dem Ofenruffe gestillt, indem sie einfach die großen Schnittwunden mit einem aus Ruß und Blut gebildeten Kitt zukleifterte. Am Morgen hatte sie dann zum Diöpensarium telephonirt und um ärztliche Hilfe gebeten, doch erschienen statt der der ersehnten DiSpensariumSdoktoren die gefürchteten RadlerPolizisten Shine und Schlangen, welche dann nach einem kurzem Kreuzverhöre dieGeschichte des vorhergehenden Abends von Nellie in Erfahrung ge bracht, und diese sowohl als auch Goldie hinter die schwedischen Gardinen beförderten. Die Wirkung deö neuartigen Heilmittels, soweit die Polizeiangelegenheit in Betracht kommt, war von Nellie natürlich nicht vorausgesehen.

Mit Äugeln begrükzt.

Der Begrüßte in Eile verduftet. Ein verdüchtigeSJndividuum, welches fich gestern Abend im Hofe der Frau Mary ChilderS. 2128 Ralfton Ave., bemerkt machte, wurde von dieser mit zwei Revolverschüffen begrüßt. Der Verdächtige suchte in eiligster Flucht sein Heil. Die Radlerpoliziften, welche sofort zur Stelle gesandt wurden, fanden von dem Besucher auch nicht die geringste Spur. Im Gespräche mit den Radlern erzählte die Frau, daß ihr Mann seit Samstag fich nicht im Haufe habe sehen laffen, und daß sie einen starken Verdacht .hege, der, von ihr mit den Kugelnbegrüßte, sei ihr eigener m gewesen. Schlechte Bekanntschaft Macht ein Landonkel in Indianapolis. Die Radler. Polizisten Amöben und BurriS wurden gestern nach dem Ben Hur - Hotel gerufen, wo der Besitzer einen gewiffen William G. Erwin von Brazil, Ind., festhielt, der des DiebftahlS beschuldigt worden war. Sterling Thompson von Willow Branch, Ind., kam gestern Morgen nach Indianapolis, um Arbeit zu suchen. Er wurde mit Erwin bekannt, der ihm das Versprechen machte, ihm am Nachmittag Arbeit zu verschaffen. Sie gingen auf ihr Zimmer im V Hur-Hotel, und da Thompson müde war, legte er fich schlafen. Als sein Studengenoffe glaubte, daß er eingeschlafen sei, untersuchte er die Taschen deö Ruhenden und nahm Geld, Rafirmeffer und andere Gegenstände an fich. Unter den entwendeten Sachen befand fich auch ein großer Cent aus dem Jahre 1853, den Thompson deö Alters wegen aufbewahrt hatte. Beim Erwachen vermißte Thompson seine Sachen und machte dem Hotelier Meldung. Dieser rief sofort die Polizei herbei, welche, als sie den Sachverhalt erfuhr, die Taschen von Irwin untersuchte, wobei der große Cent und die übrigen Sachen gefunden wurden. Der Ueberraschte wurde sofort verhaftet und nach der städtischen Baftille abgeführt, wo man ihn wegen Kleindiebftahls buchte. Sitzung der Sicherheits-Behörde In der gestrigen Sitzung der Sicher heitS - Behörde wurden folgende Polizisten ernannt und vereidigt: Charles Strauß, 133 West McCarty Straße, Rep.; Arthur B. McGee, 4 Eaftern Ave. Rep.: Hugh G. Ford, 709 Nord Senate Ave., Dem.; Harry L. Ulrey, 101 Trumball Str., Rep. Charles H. ThruSker, 2005 N. Senate Ave., Michael Hunter, 209 W. South Str., George F. Freeman, 548 Fletcher Ave., Every I. Putnam und Wm. Ballard wurden für die ärztliche Unter, suchung vorgemerkt. Da keine weiteren Geschäfte vorlagen, so trat Vertagung ein. Die Gaölampen Angelegenheit. In Bezug auf die Gas- und Vapor Lampen, wurden anscheinend keine wei teren Schritte unternommen, und bis dahin heißt im Duftern fitzen. Der mit der Sun Vapor Light Co. abgeschlos. sene Contract wird nach Rückkehr des MayorS vielleicht noch einmal ptt Durchficht gelangen, und wird auch wahrscheinlich mit einigen beigefügten Aenderungen später angenommen werden. Noch einmal Angebote einfordern. Contracte aufsetzen und dann dieselben durch die regelrechte Routine gehen lassen, würde Monate dauern und würde wahrscheinlich recht dunkle Winterabende" im Gefolge haben. Der Appellationsfall deS John Farrington, der gegen den Polizeichef Metzger die Beschuldigung deS Angriffs erhoben hatte, wurde auf Antrag deS StaatöanklügerS im Kriminalgerichte verworfen.

Randaufall.

Alter Soldat das Opfer. Ein guter Fang wurde gestern Abend von den Radlerpoliziften Bernauer und Kitzmiller gemacht, indem sie den 45 jährigen Neger John Ruffell von 2217 Süd JUinoiS-Straße verhafteten, in der Station ablieferten und wegen Großdiebftahls und Tafchendiederei notiren ließen. Kurz vor Eintritt der Dunkelheit erhielt die Polizei einen Ruf nach der Ecke der Raymond und Meridian Straße, wo ein alter Soldat in bedauernswerthem Zustande auf der Straße lag. Als die Beamten dort ankamen, erfuhren fie von dem völlig erschöpften alten Mann, daß er auf der Straße angefallen und um 8140 beraubt worden sei. Er sagte ihnen ferner, daß er in Begleitung deS Negers Ruffell gewesen sei. Der schwerverletzte Soldat wurde nach dem Diöpensarium gesandt, von wo er später nach dem ftädt. Hospital befördert wurde. Die Beamten nahmen sofort die Verfolgung des Negers auf, den fie kurze Zeit darauf auch fanden. Die Untersuchung, welche die Polizisten sogleich vornahmen, förderte $102 zu Tage. Später Iwurde er dem alten Solda ten im Hospitale vorgeführt, um von demselben identificirt zu werden. Der Beraubte, der seinen Namen als Wm. A. Ray angab, befindet fich in einer sehr kritischen Lage. Späterhin wurden die Neger John Wesley, 74 Jahre alt, 2229 S. Illinois Str.; William Hays. 55 Jahre alt, und George King, 26 Iah alt. 2217 S. Illinois Str., verhaftet, die verdächtigt find, bei dem Ueberfall be theiligt gewesen zu sein. Die Kunst, von der feilst zn lcbcn. Diese schwere Kunst, durch die sogleich die soziale Frage gelöst wäre, haben, wenn auch nicht ganz, so duck) annähernd zwei deutsche Professoren ausgebildet, die auf tabakon, einer kleinen Insel im Bismarckarchipel in der Südsee, ein höchst einfaches Le ben führen und sich nur von Kolos nüssen nähren, blos; mit einem en denschurz bekleidet sind und sich da mit unterhalten, an der See zu sitzen, den Tänzen der Eingeborenen zuzusehen und zu lesen. Ein Engländer. H. M. Robfon, der eine Vergl.ü gungsersc nach Kabakon gemacht hat, erzählt von dieser gemüthlichen Niederlassung zweier deutscher Ge lehrten allerlei in einem englischen Blatte. Tie Entdeckung, wie man von der Lust leben kann, hat zuerst Professor Engclhart gemacht, der seit serner Jugend an einer schwerer. Krankheit litt und es neun Jahre lang in Teutschland mit einer Tiät versucht, bei der er nur ein paar Früchte zu sich nahm. Er gelangle aber zu der Ueberzeugung, daß di? in Europa zugänglichen Früchte nick: sehr geignet für eine solche Tiät wären, und ging daher im Jahre 1901 nach Ceylon. Nach weiteren Erperi. menten lieh er sich fchliehlich a ibakon nieder, nachdem pr YerauSge funden hatte, daß die Kokosnuß die ursprüngliche und daher Zuträglichste Nahrung des Menschen sei. Zu dem Professor gesellte sich dann noch ein Kollege. Dr. A. Bethmann, und nun leben fie beide nur von Kokosnüssen, so daß sie für ihre Nahrung nicht ei. nen Pfennig auszugeben brauchen, und genießen in halkyonischer Behag lichkeit die Freuden der Natur und der Enthaltsamkeit. Auch Nobson ßat an der KokosnußDiät theilge nommen und sich außerordentlich wohl dabei befunden. Die Kokos nüsse sind sehr verschieden von denen, die man bei unS sieht. Sie sind frisch und weich und werden mit er nem Löffel gemessen wie Butter. Die Nuß ist voll süßer wohlschmeckender Milch und das ist zugleich das ein zige Getränk der beiden vergnügten Asketen. Tie Insel ist ein Lcrno ewi gen Frühlings: sie ist dicht mit üppi ger Vegetation bedeckt, nur zwei M 4 len lang und eine breit, und ein idea ler Aufenthalt zur Erholung und Erquickung. Robson empfiehlt allen Leuten, die Zeit dazu haben, dem Beispiel der beiden Professoren zu folgen. Sie werden gut aufgenom men werden und die einzigen Kosten sind die für die Reise, denn dortselbst lebt man von der Luft".

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