Indiana Tribüne, Volume 30, Number 23, Indianapolis, Marion County, 19 September 1906 — Page 7
Jndiana Tribüne, 19 September loofi.
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1 Der Judj v 4 drr bösen That z l (Ein liornnn au otr flroncn lurii von Gregor Tamarow (Fortsetzung.) Sie war eine merkwürdige Erscheiniing; ihre Gestalt war außerordentlief) schlank und geschmeidig, aber dabei üppig entwickelt, so daß sie die erste Juqend hinter sich gelassen haben mutzte, und wohl fünf- bis fechsundzwanzig Jahre alt sein mochte, wenn auch ihr Gesicht noch eine wunderbare Frische bewahrt hatte, wie man sie sonst nur in der Zeit des aufknospenden Alters findet. Ihr Gesicht, von bräunlicker Farbe und von einem Schmelz überhaucht, der an die eben reifende Pfirsich erinnerte, war von auffallender Schönheit; ihre großen mandelförmigen Augen, von tief dunkelblauer Farbe, hatten einen seltsam durchdringen den Blick und schienen bald träumerisch in die Ferne zu schauen, bald blitzten sie unter den langen, schwarzen Wimpern fast spöttisch hervor; ihr feiner Mund, mit den purpurrothen Lippen. zeigte, wenn sie lebhaft sprach, oder bald anmuthiz schmeichelnd und lockend, bald hohnisch neckend lächelte, blendend welße spitzige Zähne, schwar zes. wie Ebenholz glänzendes Haar, war in reichen Flechten um den Kopf gewunden und halb von einem bunten seidenen Tuche verhüllt, das sie zum Schutze gegen die frische Morgenluft um den Kopf gebunden haben mocbte, Sie trug, wie die Landmädchen der Geqend, ein einfaches Kleid von grauem Leinen, das um die Hüften durch einen breiten kirschrothen Tuchgürtel zusam mengehalten wurde; die Enden de? Gürtels fielen, einer Schärpe gleich, herab, so daß ihre ganze Erscheinung doch etwas Fremdartiges und Außergewöhnliches an sich trug. Was hast Du gesucht?" fragte Bretislaw mit einem Blick auf die ausgebreiteten Kräuter, indem er das gereinigte Gewehr mit einer Kugel lud. Verschiedene Arzneimittel," erwiderte Lara, immer die Kräuter auseinander suchend und zu verschiedenen Bündeln vereinigend und auck weissagende Pflanzen, die mir sagen, ob eine Sache gelingt, je nachdem sie im Topfe anwachsen oder nicht. Du hast mich ja von Jugend auf gelehrt, in der Natur zu lesen, die Kräuter in ihrem Wachsthum zu verstehen, die Schrift der Sterne zu entziffern, und die Linien der Hand zu deuten, und ick glaube, daß ich Deinem Unterricht Ehre mache, denn selten noch hat es mich getäuscht, was ich vorher sehe und " ..Nun," fragte Bretislaw weiter, was haft Du gesehen? Beweise Deine Kunst. Mir will es vorkommen, als ob in der Zukunft, in einer nicht zu fernen Zukunft, etwas liegt, das ich nicht scharf genug zu erkennen vermag vielleicht sind Deine jungen Augen kräftrqer alt die meinen." ..Ganz recht," erwiderte Lara, ich habe elwaö Derartiges empfunden, meine eigene Hand zeigt mir schon lange eine Veränderung, die etwa in diese Zeit fallen muß. auch die Sterne reden mir davon, und tch bin gewiß. daß etwas geschieht, das auf unser fic den, das meine gewiß, emen großen Einfluß haben wird." Einen Einfluß," fragte er weiter. und welcher Art? Der Mars flimmerte neulich so blutig roth dort über die alte Eiche herunter, daß ich fast fürchte, sein Schein hat nichts Gutes verkünden wollen." O nein," erwiderte Lara, indem ihre Augen feurig aufblitzten, die Linie meiner Hand setzt sich nach der Abweichung, die eine Aenderung bedcu tet, in schönem Bogen fort, und dac rothe Licht des Mars schien wie ein goldschimmernder Strom sich auf mein Haupt zu ergießen. Auch eine noch yefchlossene Narzisse, die ich gepflückt, ist in meiner Hand aufgeblüht und strömt einen wunderbaren Duft aus. O, ich weiß es wohl, mein Leben führt auf wärts, hoch aufwärts ich werde noch einmal eine vornehme Dame werden. ebenso glänzend wie sie alle, die hie? auf dem Schlosse zusammenkommen und zuweilen den Wald durchstreifen. und wahrlich, ich werde noch schöner und stolzer sem als sie Alle." Sie nahm das bunte Tuch von ihrem Haupt, strich ihr Haar zurück, und ihre strahlenden Augen ließen ihre selbstbewußten Worte als Wahrheit er scheinen. Nicht wahr, Vater," sagte sie, in dem ihre leicht geöffneten Lippen di elfenbeinweißen spitzen Zähne sehen ließen, ich bin dazu gemacht, auch eine Grafin zu sein, mehr wie die hoch müthigen Damen mit den blassen Gesichtern und den matten Augen." Du mußt Dir solche Thorheiten mcht m den Kopf setzen." sagte Bretis law finster, woher sollte Dir so etwas kommen? Die Märchenprinzen durch ziehen heute nicht mehr die Wälder, um verwünschte Prinzessinnen zu entzau bern." Und wenn ich nun." rief sie lachend eine verwünschte Prinzessin wäre? Fast wrl7S mich zuweilen so dedünken und mein Blut sträubt sich, daß ich mich neigen solle vor den Anderen, me mir doch nicht gleich kommen, und die ich Me ganz gewiß überbieten würde an Schönheit, an Stolz und Muth
wenn ich seidene Gewänder trüge und Edelsteine wie sie. Das wird eines
Tages geschehen." sagte sie. sich hoch aufrichtend und wie gebieterisch ihre Hand ausstreckend, ich weiß es, und die Zeichen täuschen mich nicht." Sie legte die geordneten Blumen in ihr Körbchen zurück, steckte die Narzisse, von der sie gesprochen, an ihre Brust und ging leicht schwebenden Schrittes in das Haus. Vretislaws Blicke verfinsterten sich nocb mehr, aks er ihr kopfschüttelnd nachsah. Wohl mag ihr Blut in ihren Adern brennen." sagte er mit dumpfer Stimme wohl mögen die Zeichen ihr verkünden, waS dennoch niemals sein darf niemals Es war. als ob ein Schauer durch seinen Körper lief. Er stand auf und schüttelte noch einmal den Kopf, als wolle er die finsteren Gedanken verscheuchen. Dann blickte
er. das schußfertige Gewehr in der Hand, wie sackend, über die BaumWipfel zum Himmel auf. Weit in der Hohe schwebte ein machtiger Weih mit ausgekreiieten Flügeln, als ob er sich zum Stoß auf ein?n Raub bereit hielte. Bretislaw erhob die Flinte, und nachdem er kaum einen Augenblick gezielt hatte, krachte der Sckuß. Fast schien es unmöqlich. in soicre: Höhe ein bewegtes Ziel zu treffen, aber dennoch schlug der Vogel krenchend Mit den Flügeln, überschlug sich dann einige Mal und stürzte :n gerader Lirne zu Boden. Nicht weit von der Gartenthür blieb er liegen, zuckte noch eim Ma! auf, und war bereits verendet, als Breiislaw herantrat. Dieser breitete die noch lene zuckenden Flügel aus und betrachtete das Raubthie? mit den mäcktigen Fängen. Während er noch über seine Beute gebeugt dastand, fuhr ein leichter Jagdwagen mit zwei schonen ungarischen Pferden auf dem weichen Sandwege heran. Bretislaw richtete sich auf und bearüßte ehrerbietia den alten Grafen Hakenstcin. welcher anhalten ließ, ausstieg, und dem Kutscher befahl, auf und nieder zu fabren. Du halt." sagte er, da wieder eines Deiner Meisterstücke gemacht ein prächtiger Weih es lohnt wohl, ihn auszustopfen, er wird eine gute Dekoration für man kleines Jagdhaus in der Forst sein. Breiteten? versprach d Ausführung des ihm ausgesprochenen Wunsches zu besorgen. Der Graf trat in den Garten. Ich will Dich mitnebmen." sagte er. mach Tick bereit und nimm Deine Ruthe mit, ich habe die Meinung, daß die Zinklager dort drüben sich weiter ausdehnen, als ich's anfänglich meinte. Du sollst mir eine Steüe suchen, die mir geeignet scheint, einen neuen Bohrversuch zu machen. Die Wissenschaft lacht zwar über die Wünschelruthe, aber ich habe ja die Bewege, dan die Deine sicher den Grund des Bodens erkundet Wo ist Lara?" fragte er dann, ich habe sie noch nicht gesehen, seit ich wie der hier bin." Sie war vorhin im Walde." erwiderte Bretisl.iw, der noch immer seine finstere Miene beibehalten hatte, sie hat Kräuter gesucht, in denen sie memt. die Zukunft lesen zu können wie in dm Sterben und Handlinien. Wie ihre Mutier !" sagte der Graf Für ein Wcib taugt es wohl nicht, in die Zukunft zu blicken. Ich würde freilich zuweilen viel darum geben. wenn ich vorher sehen könnte, wie sich die Dinge füzen werden. Der Her? Graf haben ganz Reckt für die Weiber taugt es nicht, die Zukunft vorauszuwissen, und noch we niger sich eine Zukunft zu träumen, wie sie ihren Wünschen entspricht. Lara trägt sich mit hohen Gedanken, die. wie sie sagt, aus ihrem Blute aufsteigen, und für die sie in der Schrift der Sterne und in ihrer Hand die Bestati quna zu finden glaubt." Mit hohen Gedanken," fragte der Graf, und was wär? das?" Ein: hohe Dame würde sie werden," sagte Bretislaw, wie die hohen Herrschaften. die sie hier zuweilen sieht seidene Kleider und Diamanten würde sie tragen, und davon kann doch nichts werden." Nein, nein." rief der Graf. ..davon kann nichts werden, leide? nichts wer den. 5ch"wü?de es ihr wohl gönnen aber wie das geschehen sollte, begreife ich nicht." Vielleicht, Herr Graf." erwiderte Bretislaw. mit seinem düsteren Bads den Grafen ansehend hat sie auch dafür Zeichen gefunden oder aus ibrem wallenden Blut Hoffnung geschöpft Der Herr Graf wissen, daß mir selten etwas entgeht, und daß ick sehe, was ich sehen will, und so habe ich denn auch gesehen, daß Lara zuweilen dem jungen Grafen Balduin begegnet, ganz zufällig im Walde. Er streift ja zuweilen herum zu pirschen und sie sucht ihre Kräuter und träumt gern unter den Bäume:. da ist sie denn dem Grasen Balduin beqeanet. ich habe sie gesehen im grünen Buschwerk verborgen, und sie haben lange mit einander gespro chen." Bretislaw und Du hältst es für möglich? daß Man nraft alles für möalick bal ten." erwiderte der Wtldwarrer. wenn man in der Lage sein will, zu verhüten was nicht sein soll." Du weißt es ja. Bretislaw. Du weißt es ja." rief der Graf erbleichend das darf nurn sein. Ich weiß es wohl, Herr Graf, und
darum erzähle ich Jynen, was ich geieen habe ich weih es ja auch, doj
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vornehme Herren zuweilen herabsteigen und den Gedanken fassen können, auch ein Mädchen aus niederem Stande tmporzuheben." Bretislaw," sagte der Graf, die Hände auf des Waldhüters Schultern legend, Du wirst daflir sorgen, daß hier nichts geschieht, was sonst vielleicht geschehen möchte. Tu weißt, ich verlasse mich auf 1$, Tu hast Tich bis jetzt immer treu bewährt." Tc:s können Sie, Herr Graf, erwiderte B?:tiölaw, ich will dies Kind bewahren vor furchtbarem Unalück ick habe ffiffta er mit dumpfer, leicht zitternder Stimme hinzu, die Mutte: nicht vergessen." Lara mochte im Hause die Stimm? gehört haben, fe tret in den Garten. eilte zu dem Grafen hin und begrüßte ihn ehrerbietig, aber mit einer gewissen kindlichen Vertraulichkeit. Ich freue mich von Herzen, gnädiger Herr Graf, daß die Herrschaft wieder da ist, das bringt frisches Leben, das mir wohl thut, wenn ich ihm auch fern siehe und nur zuweilen einige Strahlen davon sehe " fügte sie mit einem halb unterdrückten wehmüthigen Seufzer hinzu. Und ich freue mich, mein gutes Kind, nicht minder. Dich wieder zu sehen." sagte der Graf, indem er ihre braune Wange klopfte, und mit einem weichen, fast zärtlichen Ausdruck sie ansah Du bist recht einsam hier im Winter mag es für Dich recht traurig sein, so ohne Gesellschaft zu leben vielleicht wäre es gut, wenn Du einmal eine Abwechslung hättest und auch da' Leben in der Stadt kennen lerntest. Ick werde darüber nachdenken. Du weißt ja, ich thue gern alles, um das Leben der Tochter meines treuen Bretislaw so angenehm wie möglich zu machen." Nein sagte sie. Herr Graf, daran denken Sie nicht! Nach der Stadt sehne ich mich nicht, hier ist meine Heimath, und ich weiß es, hier wird mich das Glück finden, wenn," fügte sie, wie über ihre Worte erschrocken, binzu, wenn wenn mir ein Glück bestimmt ist " Wenn es der Herr Graf gut fim den," unterbrach sie Bretislaw streng, so wird es für Dich gewiß am besten sein, einmal eine andere Welt kennen zu lernen, und ich. das wird der Herr Graf aewiß erlauben, werde Dich begleiten." Dorf) nun laß uns fahren," fiel der Graf ein. ich muß früh wieder zurück sem, ich erwarte noch den Grafen Otto, der seit langer Zeit zum ersten Mal wieder hierher kommt und den ich selbst mit semer ftrcm und Tochter empfangen möchte." Der Graf Otto?- fragte Bretislaw erstaunt. So, haben der Herr Graf sich Mit ihm ausgesöhnt, und der Prozeß ist beiaelegt, von dem mir der Herr Graf sprachen, als Sie das letzte Mal hier waren?" Er ist beigelegt," erwiderte der Graf, ich habe ihn gewonnen. Graf Otto mußte abgewiesen werden, da es ja nachgewiesen wurde, daß ich nur zu seinem eigenen Besten die Grundstücke, in deren Boden sich die Zinklager fan den. abgelöst habe." Bretislaw sah ihn mit scharfen durchdrincienden Blicken an; em? Frage schien auf seinen Livpen p schweben, aber der Graf fuhr, vor dem Blick des Waldhüters die Augen niederschlaaeno, fort: Der Zufall aber hat mir einen Vor theil zugewendet, der dem Grafen Otto hatte zufallen können, wenn ich die Ar rondirung seines Besitzes nicht vorge nommen hätte, und wenn er im Stande gewesen wäre, die unterirdischen Schätze zu entdecken. Ich habe es also für meine Pflicht gehalten, ihn zu entschädigen, und die alten Beziehungen zwi sehen den beiden Linien unseres Hauses ssno vollständig wieder hergestellt." Er brach das Gespräch kurz ab, reichte Lara seine Hand, welche diese ehrerbietig an die Lippen drückte und befahl, otn Wagen vorfahren zu lassen Bretislaw nahm seinen Hut. eilte
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einen Augenblick in das Haus und kam mit einer sckwanken. gabelförmig geschnittenen Ruthe zurück, welche er sorgfältig in seine Joppe steckte. Dann half er dem Grafen in den Wagen, fetzte sich zu dem Kutscher auf den Bock und in schnellem Trabe fuhr das leichte Gefährt davon, um bald hinter der Waldecke zu verschwinden. Lara blickte ihm sinnend nach. Seitsam," sagte sie, dieser alte Graf stebt mir so fern, so hoch über mir, und doch will es mir vorkommen, als ob ein geheimnißvolles Band mich an ihn knüpfte. Wäre das ein Zeichen des Schicksals? Er ist hart und streng, die Leute alle, soweit ich das sehen kann, fürchten ihn, und Liebe hat er nirgends zu mir ist er aber immer freundlich und gütig, ich aber furchte mich vor ihm, und auch fein freundlicherBlick dringt mir zuweilen schmerzhaft zum Herzen. Wäre es möglich, daß hier die Zukunft mir entgegenwehte, wie der schwüle Hauch vor dem Gewitter? Und doch sprechen die Zeichen dagegen, daß der einzige Weg, der eine solche Deutung zuließe, mir sich jemals öffnen könne, und auch mein Herz regt sich nicht, diesen Weg zu verfolgen. Gleichviel, ich fürchte das Wetter nicht; wenn es nur die trüben Nebel vertreibt, die jetzt mein Leben umhüllen. und wenn der Hauch der Zukunft mir entgegenweht, so soll es der Morgenwind sein, dem der Aufgang der Sonne folgt! Aber fort will ich nicht, nein, nein hier, das sagt mir die innere Stimme, das sagen mir die Zeichen, hier wird mich mein Glück finden, hier muß ich es erwarten." Sie wendete sich, um in das Haus zurückzukehren, aber ehe sie noch die Thür erreicht hatte, hörte sie Pferdetritte in dem weichen Sandweg. und. sich umblickend, fah sie den Grafen Balduin, der vor der Thür hielt und schnell abspringend den Zügel seines Pferdes über eine Spitze des Gitterthors warf. Sie blieb stehen und erwartete den jungen Grafen, der schnell in den Garten trat und zu ihr hin eilte. Wie freue ich mich," sagte er, ihre Hand fassend und an seine Lippen drückend, S wiederzusehen, Lara, nach dem langen Winter, der uns trennte." Die Freude muß wohl so gar groß nicht sein, Herr Graf," erwiderte Lara höhnisch, da die Herrschaften ja schon seit drei Tagen hier sind und Sie heute erst Gelegenheit finden, mich zu oegrüßen. Seien Sie nicht ungerecht," sagte er. ich habe viel zu thun gehabt in den ersten Tagen, es ist gar viel einzurichten gewesen, da wir zahlreichen Besuch erwarten, Verwandte und Fremde, und da konnte ich nicht abkommen, es wäre aufgefallen, und ich mag es nicht, Sie wissen es, daß man darüber spricht, wenn ich hrerher komme." Nun," sagte Lara, immer in demselben Ton, ..etwas Zeit wäre wohl übrig gewesen, Sie kennen ja auch meine Wege und Plätze im Walde, auf denen wir uns öfter begegnet sind und warum sollte man nicht davon sprechen? Ihr Herr Vater ist heute schon hier gewesen, und was er thut, sollten doch auch Sie wohl thun dürfen." Mein Vater," erwiderte Balduin. das ist ganz etwas Anderes, er kommt mit Ihrem Vater zu sprechen über dies V f m .r 'tt k cm ei uno jenes eicyasl im uai'.ivieni! o'.'rr um den Boden zu untersuchen, aber ich. Lara, ich habe kein Geschäft hier, ich suche Sie, Sie ganz allein, um Ihre Stimme zu hören, Ihre Augen zu sehen und da da will ich nicht," sagte er mit finsterem, fast drohendem Blick, daß man darüber spricht, wie es die Welt thut, und gar etwa mit meinem Vater spricht. Seien Sie Nicht unae recht, gestehen Sie. daß mich kein Vorwurf trifft, wenn ich erst heute komme, und zeigen Sie mir, daß auch Sie sich em wenig unseres Wiedersehens freuen." Er küßte noch einmal feurig ihre Hand. Sie zog dieselbe zurück und faßte;
Frauenschwäche verursacht mehr Unannehmlichkeiten als nur Schmerz und 5rankheit für Euch selbst. Wenn Ihr derselben einen Halt gestattet, d ann führt sie zu bekümmerten und unzufrie denen Freunden und Verwandten, kranken, schlecht entwickelten Kindern, einem verkürz ten Leben für Euch und Eure Familie. Aus Gerechtigkeit gegen Euch selbst und Eure Kinder solltet Ihr Eure Gesundheit aufbauen, den Schwächezustand, der sich durch Eure sich wiederholenden Schmerzen, Schwindelanfälle, periodische Unannehmlichkeiten etc. äußert, vertreiben und
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gebrauchen, welcher diesen Schmerz und dieses Elend verhüten. Eure Lebenskraft erhöhen. Eure Unregelmäßigkeiten reguliren und Euch Kraft g eben wird, wo Ihr sie am meisten bedürft. Ehe ich Cardui gebrauchte," schreibt Eva Robinson v on Farris, I. T.. wog ich genau 96 Pfund. Ich war schwach, nervös und litt an periodischen .Schmerzen und Schlaflosigkeit. Seit ich fünf Flaschen Cardui gebraucht habe, hat sich mein Zustand bedeutend gebessert. Ich fühle mich wie ein neues Wesen und wiege 109 Pfun'd." In erfol greichcn Gebrauch, seit über einem halben Jahrhundert, als spezifisches Heilmittel gegen Frauenleiden, hat Cardui in dieser Zeit über einer Million Frauen Linderung verschafft oder sie k urirt. Probirt ihn. 0n allen Apotheken in Il.Mcklaschen zu haSen.
Qfi Thun Sie das nicht. Graf'Balduin behalten Sie den Handkuß für die vornehmen Damen, die Jhresgleichen sind uyd zu denen ich nicht gehöre." Und die Sie doch alle übertreffen," rief er, weit übertreffen, an allem Reiz, den die Natur über ein Wesen ausgießen kann! Wahrlich, Sie wären geschaffen, um unter den vornehmsten Damen den ersten Platz einzunehmen und Sie sollen es! Die Zeit wird kommen, daß alle sich vor Ihnen neigen, die heute vielleicht hochmüthig auf Sie herabsehen." Wie wäre das möglich?" fragte sie lachend, indem sie sich auf die Bank, ?r der Thur niedersetzte, Mit der Miene eines naiven Erstaunens. Es gibt heute kein Feenwunder mehr und vielleicht würde ich auch meinen Platz gar schlecht ausfüllen." Wie es kommen soll erwiderte er, indem er sich ihr gegenüber auf die Bank setzte und ihre auf dem Tisch ruhende Hand ergriff, die sie ihm überließ o, Sie wissen es wohl, Lara, wenn Sie es auch nicht verstehen und nicht glauben wollen, Sie wissen, daß ich Sie liebe, daß es meine heiße Sehnsucht ist. Sie auf den Platz zu erheben, für den Sie geschaffen sind, auf den Platz an meiner Seite." Sie wissen auch, Graf Baldum," erwiderte sie ernst, indem sie ihn mit ihren großen, leuchtenden Augen firirte. daß ich Ihnen verboten habe, solche Worte mit mir zu sprechen, die ich nicht hören will, nicht hören darf!" Warum nicht, Lara warum nicht? fragte er. zärtlich ihre Hand drükkend. Ist es eine Kränkung, daß ich Sie zu meiner Gemahlin machen und alles aufbieten will, das schwöre ich Ihnen nochmals, dies Ziel zu erreichen?" DaS Ziel ist unerreichbar." sagte sie kopfschüttelnd, und darum sollen Sie nicht davon sprechen. Sollte Ihr Vater jemals einwilligen, eine unbekannte Fremde ohne Rang und Namen als Tochter in sein Haus aufzunehmen?" Es wird schwer sein," sagte Balduin, aber wahrlich nicht unmöglich, mein Vater liebt mich, ich weiß es. und ich thue Alles, um mir sein Wohlwollen zu erhalten und allen seinen Wünschen zuvorzukommen. Von Ihnen svricht er rmmer. jo oft er Geiegenheit dazu findet, mit einer herzlichen Theilnahme, wie er sie sonst selten jemand zeigt, und fast muß ich glauben tch btn gewohnt, scharf zu sehen daß Sie ein Geheimniß umgiebt, das mein Vater mit dem Ihrigen theilt. vielleicht würde er dennoch einwilligen, wenn er weiß, daß ich überall in seinem Sinne handle, und wenn er glaubt, dafc Sie Das Gluck an unser Haus fesseln könneu Vielleicht könnte ich das." sagte sie wie in nachdenklichem Sinnen, .mir verlieh die Natur die Gabe, das Unglück kommen zu sehen, und wenn man es kommen sieht, vermag man es zu verhindern, und wenn man weiß, wo das Glück liegt, kann man es finden. Doch nein," rief sie schnell abbrechend, das sind thörichte Gedanken, denen man nicht folgen darf. Und dann. Graf Balduin," fuhr sie wieder mit ihrem spöttischen Lachen fort, wenn gar nichts zwischen uns stünde, wenn ich eine vornehme Dame wäre, zu der Sie mich machen wollen, ich bin ja älter als Sie, und Sie würden, wenn es möglich wäre, alle Hindernisse zu überwinden, bald bereuen, einer jugendttchen Aufwallung gefolgt zu sein." Das ist nicht richtig!" rief Balduin. Nach den Jahren mag das sein, aber Sie sind jünger als Ihre Jahre und ich bin älter, viel älter mein Wille ist stark und zäh, und mein Geist ist frei von kindischen Wallungen Mag das sein," sagte sie. die Zeit würde schnell kommen, in der Sie mich alt finden, und vielleicht noch ehe Ihr Ziel erreichbar wäre, und es scheint mir, daß wir recht lange warten mühten, um es zu erreichen." Er schw'eg einen Augenblick und sah
MUse skr Frauenleiden
sie durchdringend und forschend an. Haben Sie nicht gesagt, Lara, es sei in meiner Hand abschrieben, daß ich der Erbe meines Vaters sein würde und daß mein Bruder " Das habe ich in Jbrer Hand gelesen," fiel sie ein. aber die Zeichen können täuschen ich kann die Linien falsch ausgelegt haben, und wer weiß, ob sie uns wirklich die Zukunft zeigen. Und wenn es so wäre, würden Sie auch dann noch an mich denken?" Immer. Lara immer!" rief er feurig. Und dann," fuhr sie fort, gerade wenn Sie Ihres Vaters Erbe wären, würde er nicht umsoweniger zu einer Verbindung seine Zustimmung geben, die er für eine Erniedrigung hielte und die ich als solche nicht ertragen könnte?" Nein, Lara," rief er, nein, denn dann wäre ich unabhängig und frei in meinem Entschluß." Niemals, so lange Ihr Vater lebt.Und wäre es so " sagte er mit düsterem Blick. Doch nein," fubr er schne? abbreckend fort, würde ich. wie Sie in den Schicksalslinien gelesen haben, der einzige Erbe sein, so müßte er wohl meinem Willen zustimmen, um sein Haus, das er zu so hohem Glänze emporgehoben, nicht aussterben zu lassen. Vertrauen Sie mir, glauben Sie mir, und versprechen Sie mir " Ich verspreche nichts." unterbrach sie ihn, was niemals gehalten werden kann. Lassen Sie die Zeit kommen, und wenn Sie jemals die Frage, die jetzt eine leere Tändelei ist. im Ernst an mich stellen können, werde ich antWorten, was mein Herz mir eingibt." Und was, Lara, was würde Ihr Herz Ihnen eingeben, wenn ich heute diese Frage an Sie stellen könnte?" Das weih ich nicht." erwiderte sie. ihn mit einem wunderbar leuchtenden Blick aus ihren, von den langen Wimpern überschatteten Augen anschauend - das will ich, das darf ich heute nicht wissen." Er küßte zärtlich ihre Hand, die sie nun langsam wie zögernd zurückzog und rief: O dann sehen Sie hier noch einmal in meine Hand, folgen Sie noch einmal den Linien des Schicksals und sagen Sie mir, ob " Nein," sagte sie, seine Hand, die e? ihr offen entgegenstreckte, zurückschiebend, nein! Ich habe Ihnen einmal gesagt, was ich in Ihrer Hand gelesen, man darf den Mächten des Schicksals nicht mit neugierigen Fragen kommen. Glauben Sie daran, was die Planeten, die Ihre Geburtsstunde beherrschten, in Ihre Hand gegraben, so gehen Sie den Weg, den sie Ihnen vorgezeichnet, und erwarten Sie, wohin er sie führt, denn Ihnen," fügte sie' mit bitterem Ton hinzu, wird ja das Warten in der sonnenlichten Welt leichter, als mir hier in der düsteren Einsamkeit. Unfc nun," sagte sie schnell aufstehend, verlassen Sie mich, Graf Balduin. ich bitte Sie darum Sie haben es ja selbst gesagt, daß man über Ihre Vesuche hier sprechen könnte, da Sie ja nicht, wie Ihren Vater, Geschäfte hierher führen." Wieder zuckte das spöttische Lächeln um ihre Lippen. s (Fortsetzung folgt.) Folgen des Erdbebens Jäger haben beim Besteigen des Mount St. John in Glenn Eounty, Kal. einem der höchsten Berge der Küstenge birgskette, einen zwölf Fuß breiten und sichtlich unergründlich tiefen Abgrund gefunden, der durch das Erdbeben am 13. April entstanden sein muß. Der Abgrund ist so tief, daß man hineingeworfene große Felsstücke wohl an den Seiten anschlagen hört, aber ihr Aufschlagen auf den Grund nicht hören kann. In der Gegend am Eel-Flusse werden täglich topographische Aenderungen entdeckt, die dem Erdbeben zugeschrieben werden.
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