Indiana Tribüne, Volume 30, Number 22, Indianapolis, Marion County, 18 September 1906 — Page 5
Jndiana Tribüne, 18. September 1906
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Jntcnubau Zcit-Taöellc. I. U. T. System. I ratt Sonntag, den 2. Mai 1906. Züge verlaffen Indianapolis, uneie & Marion Division. Iawrence, FortvM, Pendleton. nderson, Aorktown, Muncie, Middletomn, Alexandria, ummitville, Fairmount. Gas Eiry, JoneS doro und Marion. 4 0 m. 1 06 R. 5 06 Bm. 2 00 Rm. 6 00 Bm. 3 06 Rm. 7 06 Bm. 4 00 Rm. 00 Bm. 6 00 Rm. 9 06 Bm. 6 06 Rm. I 00 Bm. 00 Rm. 11 00 Bm. 7 06 Rm. 11 06 Pm. 8 00 Rm. 12 00 Mttg. 9 06 Rm. 11 30 Rm.
Limited. LoganSport Peru Division. Tarmel, Roblesville, Cicero, rcadia, UUanta, Tipton, kokomo, Galvefton, alton, LoganSport. Miami, Bunker Hill, Peru und Elwood. 5 00 Bm. TM Rm. 5 45 Vm. 3 00 Rm. 7 00 Bm. 3 46 Rm. 7 45 Vm. 5 00 Rm. 9 00 Bm. 6 46 Rm. 46 Bm. 7 00 Rm. "II 00 Bm. 7 46 Rm. U 45 Vm. 9 00 RM. 1 00 Rm. 11 30 Rm. Limited. et Zug um 11:30 AbendS der Jndiana. -LoganSport .Diviswn geht nach Peru statt LoganSport. Neue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. ü vlaen Indianapolis um 7:00 und 11:00 Uhr Vormittags und 3.00 und 7:00 hr Nachmittags, machen die Fayri naa? M. Waone in 4 Stunden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt Marion 7:65 Bormittags und 1:66 Nach mittags ; Verläßt Indianapolis 11:00 Bor mittags und 5:00 Nachmittags ; halt bloö in nderson und Alexandria an. schließende Linien erreichen Dapto, vhio, Ft. Wahne, Huntington, Wabash, Sfontaine. Swayzee. Greentown. Hartford mit. Montvellier. luffton. Winchester. irion City, GreenviSe, O., und Zwischen Kationen. Kracht, und Paffagier. Osfice Termin Martezimmer. Telephon M 176. Indianapolis & Eaftern. mtted Züge für. Richmond und all Wuntten in Ohio, welche vervunven nno nra ektrischen Linien, ?um 8:10 und 11:10 Bor. ttags, 2:10 und 5:10 Rachmittag und K10bends. Locale Züge für Richmond nd Zwischenstationen von :0v uyr Bor. rtttacri an und dann jede Stunde, ausge mummen die Limited Zeit, bis 9:00 Abends 7rt0 Uhr bends auSgelaffen). Letzter Zug ach Greenfield um 11.6V UOt octioo. Indianapolis & Martinsville. Erste Morgen-Car um 5:10 Uhr Morgens. Dann von 6:00 Uhr Morgens jede Stunde ail 9:00 Ubr Abends. Abend CarS verlassen die Jnterurban Station um 10:00. 11:30 und II noenos. Die 10:00 und 11:50 Cars fahren nur bis MooreSville. Indianapolis Coal Trattion Co. Mae laufen stündlich von Indianapolis ach Plawfield von 6:00 Uhr Morgen bis 11:00 Uhr AbendS ; ausgenommen die tun den 8:00 und 10:00 Uhr Abends. Indianapolis & Northwestern. Züge laufen stündlich von 6:00 Uhr Mo, gens biS 8:00 Uhr Abends. Anschluß in Lebanon für Thorntomn und' CrawfordSville. Der Zug um 10:00 Uhr.AbendS fährt blo bis nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr AbendS fährt bis ach Frankfort, Anschluß in Lebanon für SrawfordSville ; derselbe fahrt in der Sonn, tag Rächt bloS biS nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um 8:10 und 11:10 Uhr orgenS. und 2:10. 5:10 Nachmittags und 7:10 Abend. Für CrawfordSville um 10:45 Vormittags und 4:26 Nachmittag. Reinhold Stark, Haus-, Schilder-, .... und .... Fresco-Maler, Holzmalerei, ( Graining meine Spezialität, o. 40 West Raymond Str. Neuer Telephon 9788. 5 "I AM F0R W0MEN 5 t t c l Water Motor WashingMachines 1 5 Cor. Noble and Michigan New Phone 118 Maas Bros. k
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Vas Testament j Aus drn papieren eines Ccrickts.iI7.ksors Von (Guotau ferner ;.-:--- :-f ines Abends erhielt ich den plötzljchen Auftrag, ein Testament aufzunehmen. Die Ordre war mir aus mancherlei Gründen nicht angenehm. Erstens war es im Februar und kalt, und zweitens regnete es, in Strömen, dazu zeigte die Uhr schon auf sechs, und ich konnte, die Vorbereitung zur Abfahrt eingerechnet, frühestens um neun Uhr in dem entlcgenen Torfe sein, in welchem der Testator wohnte. An eine Rückkehr vor ein. zwei Ubr Nachts war daher keineswegs zu denken. Mit ziemlich sauertöpfischem Gesicht erkundigte ich mich nach den näheren Umständen. ie noer, te litie inui notn, inior- . f i . . . i ü r rnirte mich mein Vorgesetzter. Der Arzt selbst hat die Botschaft gebracht. Es handelt sich um den alten Bergdauern in Wehrdorf, er ist schwer krank und kann jede Stunde sterben. Seine natürlichen Erben sind eine weitläufige Verwandte und ihr Sohn, die sich nie um ihn bekümmert haben. Seine treue Pflegerin und die Füyrerin seines Haushaltes und der Wirthschaft ist eine angenommene, aber leider nicht adoptirte Tochter. Marie Roth, ein braves, wackeres, schönes Mädchen, das dem kränklichen Mann seine ganze Jugend zum Opfer gebracht und durch harte Arbeit sein Hab und Gut zusammengehalten oder noch vermehrt hat. Ihr gebührt von Rechts wegen das reiche Erbtheil, und der Bauer ist auch seit langem entschlossen, sie zur Hauptsächlichen Erbin einzusetzen, während die Verwandte und ihr Sohn mit kleineren Summen abgefunden werden sollen; mit der bekannten Scheu der meisten Menschen vor der Aufstellung eiries letzten Willens hat er aber den A!t :mmer wieder verschoben, bis der Arzt ihm jetzt eröffnet hat. daß es die höchste Zeit dazu ist. Nun möchte er gern, aber die Verwandte und ihr Sohn, die sich seit einiqen Wochen unversehens in seinem Hause installirt haben, angeblich um ihn zu pflegen, haben die Äbsendung des Voten hintertrieben. Marie wollte aus erklärlichen Gründen nicht selber schicken nun hat in letzter Stunde der Arzt selbst, auf Wunsch des todtkranken Mannes, dem seine Unterlassung schwer auf dem Gewissen liegt, die Berufung übernommen. Freilieft ist die höchste Gefahr im Verzüge Sie müssen sich so sehr beeilen als nur möglich, sonst treffen Sie nur noch einen Todten, und das arme Mädchen wandert ohne einen Pfennig aus dem Hause." ..Was an mir liegt, soll geschehen." erwiderte ich eifrig, denn die Mittheilung hatte mir ein hohes, persönliches Interesse an der Erfüllung meines Auftrages eingeflößt. Schon nach einer Viertelstunde war ich mit einem Schreiber nach Wehrdorf unterwegs. Es war ein schauriger Abend, der Regen, mit Schnee vermischt,' stürzte herab, wir froren selbst m unseren dicken Ueberziehern. Der Kutscher, von mir angewiesen, trieb die Pferde auf's äußerste an, er kannte den Weg. und trotz er undurchdringlichen Finsterniß sausten wir dahin wie das Gespann der Hölle. Nach einer Stunde etwa erreichten wir die bei Thalhausen über den Fluß führende Brücke oder vielmehr wir befanden uns noch etwa 200 Schritte davon entfernt, hörten aber schon das Rauschen und Tosen des durch die Regenfluthen hoch angeschwollenen Wassers. Unbesorgt wollten wir dahin, als auf einmal eine Stimme aus der Finsterniß uns anschrie: Halt, um Gottes willen, hatt, oder Ihr stürzt in den Fluß!" Sofort hielt der Kutscher an. ..Was ist denn los?" rief er dem Bescher der Stimme zu. der wie ein Schatten aus der Dunkelheit hervortauchte. ..Euer Glück, daß ich Euch treffe, wie Ihr fahrt, wäret Ihr geraden Wegs in's Wasser gesaust die Eisschollen haben die Brücke zertrümmert Ihr müßt umkehren!" Die Brücke ist nicht passirbar? Zum Kuckuck, das kommt uns ungelegen, wir haben Eile!" Wo wollen Sie denn hin?" Räch Wehrdorf!" Dann thun Sie schon am besten. Sie fahren nach Thalhausen zurück und schlagen von dort die Chaussee nach Holzbach ein 's ist zwar ein Umweg, aber die Brücke dort ist sicher, ich bin erst Nachmittags drüber geaangen." Jede Minute ist kostbar." erwiderte ich. Sollte nicht doch noch über die Brücke zu kommen sein?" Versuchen Sie's ich als Fußgänger hab's nicht fertig gebracht. Schicken Sie Ihren Kutscher einmal hin. er mag sich überzeugen. Gute Nacht!" Der Mann verschwand im Dunkel der Nacht. Er hat recht!" rief unser Kutscher, vom Bock sprinqend. ich will einmal Umschau halten." Ich gab meine Einwilligung, und er schritt eilig der Brücke zu. Ungeduldig harrten wir seiner Rückkehr. Kaum war seit seine? Entfernung eine Mi-
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nute vergangen, so verspürten wir plötzlich einen heftigen Ruck, die Pferde setzten sich in Bewegung, und in rasendem Galopp fuhr der Wagen davon. Die Pferde sie geben durch!" brüllte entsetzt der Schreiber. Um Gottes willen wir fahren in den ftlufc!" Wir ertrinken Hilfe! Hilfe!" Unsere Herzen hämmerten, dicker Schweiß trat uns auf die Stirn. Angstvoll beugte ich mich zum Schlage hinaus. Gott sei dank wir entfernen uns vom Wasser " Aber wir werden irgendwo ansioßen das Gefährt wird zerschellen" Wir müssen den Wagen zum Stehen bringen," versetzte ich, und machte Miene, hinauszuspringcn. Der Schreiber hielt mich entsetzt zurück. Herr Assessor, so lieb Ihnen Ihr Leben ist bei so rasender Fahrt Sie würden zerschmettert liegen blei-
ben " ?lber wenn wir karamboliren, sind wir um nichts besser daran o weh, dort ist Wald " Jetzt sei Gott uns gnädig!" Wirklich, der Wagen jagte auf einer durch dichten Wald führenden Chaussee hin. Nun war erst recht ein Hinausspringen nicht mehr möglich, rechts und links standen die Bäume zu nahe, der Springer wäre sicherlich gegen einen Stamm geworfen worden und hätte sich den Kopf eingerannt. In Verzweiflung saßen wir da, ohnmächtig, dem Zufall preisgegeben. Minute auf Minute verrann, immer weiter raste das Gefährt. So verging in qualvollem Zustande wohl eine Stunde, da hielt der Wagen mit einem plötzlichen Ruck still. Sofort sprangen wir hinaus, aus Furcht, die Pferde möchten wieder anziehen, und der Schreiber eilte unverzüglich, die Zügel zu fassen und sie zu halten. Haben Sie gesehen, Herr Assessor?" Was?" Es war mir, als hätte ich eine dunkle Gestalt im Walde verschwinden sehen." Ich habe nichts wahrgenommen. Aber Sie können recht haben wir sind zweifellos nicht das Opfer eines Mißgeschicks, sondern eines Bubenstücks geworden. Durchgehende Pferde hätten uns bei dieser Finsterniß und diesem Wetter längst umgeworfen der Wagen fuhr auch mit solcher Sicherheit, als ob eine menschliche Hand ihn lenkte." Was glauben Sie?" Daß die Wehrdorfer Brücke nicht beschädigt und unser geheimnißvoller Entführer derselbe Schurke ist, der uns anhielt und uns das Märchen von der zerstörten Brücke aufbinden wollte." Doch zu welchem Zwecke sollte er " Begreifen Sie denn nicht?" unterbrach ich ihn. Der Schuft ist ein Abgesandter der Erben des Bergbauern, wir sollen aufgehalten werden, damit wir entweder gar nicht oder zu spät in Wehrdorf eintreffen. Das wäre ja schrecklich!" Gewiß aber was fangen wir jetzt an? Mitten im Walde, im Finstern bei strömendem Regen, ohne Kennwiß von Weg und Steg wir müssen nach " Wehrdorf, mindestens können w:r nicht Hierbleiben." Wir überlegten eine Weile. Plötzlich rief der Schreiber: Ich hörte etwas wie fernes Hunde gebell " Gut, rufen wir Hilfe!" Wir strengten unsere Stimmen an Endlich vernahmen wir zu unserer Freude einen antwortenden Ruf. Gleich daraus schlug em Hund m unserer nächsten Nähe an. und eine rauhe Stimme erkundigte sich, wer hier sei. Mit wenigen Worten schilderte ich dem Ankömmling unser Ungemach. Das ist freilich ein Unglück " erwiderte er ernst. Sie haben gerade die entgegengefetzte Richtung von Wehrdorf eingeschlagen und stnd wenigstens drei Stunden davon entfernt. Der nächste Weg führt durch Wilda, aber wenn Sie die Pferde auch noch so ausgreifen lassen, brauchen Sie bei dem Wetter wenigstens anderthalb Stun den." Ja, wenn wir nur einen Kutscher hatten können Sie uns mcht hmfahren? Etne gute Belohnung Bedaure, ich bin Forstqehilfe, bin auf der Suche nach Wilddieben und darf meinen Posten nicht verlassen." Schade vielleicht sind Sie im stände, uns eine andere Person " Ebenfalls nicht, das Forsthaus ist fast eine Stunde von hin. Schrecklich, was beginnen wir nur in aller Welt! Der Bergbauer kann unterdessen hundertmal sterben!" Am besten. Sie riskiren es und fahren nach Wilda. Es geht immer gerade aus, und in einer halben Swnde haben Sie es erreicht. Fahren Sie bis dahin langsam, führen Sie im Nothfall die Pferde. Dort gehen Sie in den Gasthof, der Wirth wird Ihnen sicher lich einen Führer verschaffen." Der Plan war gut. es gab keinen anderen Ausweg. Wir dankten dem Manne, ließen uns den Weg nochmals genau beschreiben, ich setzte mich auf den Bock, der Schreiber ergriff die Zugel eines der Pferde, so steuerten wir los. Der Forstgehilfe half uns die Thiere in Bewegung bringen. EL war ein mühevolles, riskantes Unternehmen, aber der Himmel stand uns bei, wir kamen durchnäßt beschmutzt und halb erfroren nach Wklda und hielten vor dem zum Glück noch erleuchteten GastHof an.
Halten Sie die Pferde, ich will hin.
eingehen und mit dem Wirthe sprechen." Ich trat in die Schänkstube, wo noch etwa ein Dutzend Bauern versammelt saßen, und brachte mein Gesuch vor. Zu meinem Erstaunen umringten mich .tffii.! i. - 1 c . I ploZlia) ewige oer eule uno pacnen mich, andere verließen die Stube und das sich draußen erhebende Geschrei verkündete mir, daß sie mit meinem Gefährten ebenso verfuhren. Was soll das heißen?" rief ich be stürzt und empört zugleich. Waqendieb. das wirst Tu schon wissen." donnerte der Wirth mich n. Ich ein Wagendieb? Ich bin Assessor des Gerichts in E. und auf dem Wege zu einem Todtkranken, um ein Testament aufzunehmen." Ganz recht, so hat der Mann uns gesagt, der vorhin hier war und unö auf Sie aufmerksam machte." lachte einer der Bauern. Gibt sich für einen Assessor und den anderen für einen Schreiber aus die Burschen haben in Heiligenburg einen Wagen und Pferde gestohlen und werden den Weg wahrscheinlich nach dieser Richtung nehmen." Aber. Ihr Männer, das ist ja heller Wannsinn ich mame Euch sur allen Schaden, der mir aus der Verzögerung erwächst, verantwortlich." Schon gut. nur her mit Euch. Freundchen " Führt mich sofort zum Bürgermeister. ich will mit ihm sprechen." Wollen wir auch vorwärts!" So absurd der ganze Verdacht war, so mußten wir armen durchnäßten Menschen uns doch, nebst dem Corpus delieti, unserem Gespann, zu dem ziemlich entfernt wohnenden Schulzen schleppen lassen, der erst geweckt werden mußte und nach etwa einer Viertelstunde mit ärgerlicher Miene erschien. Unsere Häscher erstatteten ihren RapPort, ich betheuerte dagegen die Richtigkeit meiner Angaben, legte ihm das Amtssiegel und Ämtspapiere vor, das ich bei mir führte und erinnerte ihn an die Wichtigkeit meiner Mission. Ja ja, ich weiß, der Bergbauer ist schwer krank," murmelte er, und Ihr Verdacht hm, so unmöglich ist's nicht. Die arme Marie sollte mir leid thun. Und doch, wenn der Wagen wirklich gestohlen wäre? Das alles können Sie sich auch verschafft haben ich weiß wahrhaftig nicht, was ich thun soll." Ich blickte verzweifelnd nach meiner Uhr. Halb zwölf! Wer weiß, ob wir nicht schon zu spat kamen! Da kam mir auf einmal ein rettender Gedanke. Geben Sie uns einen Kutscher und ein paar Begleiter mit, die uns bewa chen. so werden sich diese in Wehrdorf von der Wahrheit meiner Angaben überzeugen oder, falls ich gelogen, sich dort unserer und des Wagens versichern können Hm., das ginge, wenn Sie aber entfliehen " Meinetwegen binden Sie uns die Hände," versetzte ich wüthend. Nur halten Sie uns nicht langer auf. Soweit ging sein Mißtrauen indesfen nicht. Doch gab er uns, außer dem handfesten Kutscher, noch zwei mit Knütteln bewaffnete Aufpasser mit, darunter den Gemeindediener, worauf wir endlich, den Wagen mit frischen Pferden bespannt, nach Wehrdorf abfahren konnten. Die Dorfuhr schlug eins, als wir einzogen, fünf Wnuten später hielten wir vor dem Gute des Vergbauern. Der Eingang befand sich auf der nach der Straße belegenen Seite, das Wohnhaus lag jedoch auf der anderen Seite am Garten. Einer meiner Wächter zog energisch die Glocke. Niemand hörte! Er probirte die Thür, sie war verschlossen. Neues, lauteres, anhaltenderes Läuten alles blieb still. Die Leute werden alle im Hause sein," brummte der Mann mürrisch. Hört man dort nichts?" Schwer aber die Gesindestube befindet sich dicht nebenan im Vorrathshaus dort sollte man uns doch hören." Wir erneuerten, doch ebenso vergebsich, unsere Bemühungen. Welche entsetzliche Situation: Endlich am ersehnten, so mühsam erreichten Ziele, läßt man uns nicht ein hört man uns nicht? Erwartet man uns nicht mehr? Ist der Bergbauer todt? Wir klopften, riefen und läuteten, machten einen Höllenspektakel. Endlich, nach einer Viertelstunde. vernahmen wir den Ruf einer weiblichen Stimme. Arnold, warum öffnest Du nichtrasch, schließe auf " Wieder verging eine Weile, endlich näherten sich schlürfende, träge Schritte, während eine Männerstimme laut erwiderte Ja, ich habe nichts gehört, ich habe fch geschlafen." Ich horchte auf. Die Stimme klang mir bekannt. Fast schien es mir. als wäre es dieselbe, die wir an der Wehrdorfer Brücke vernommen. Gespannt wartete ich auf den Anblick ihres Besitzers. der Bursche hatte sich wobl schlafend gestellt, um uns zurückzuhalten. Langsam, peinlich langsam für unsere Ungeduld, schloß er die eichene Thür auf. das Licht einer Laterne blinkte uns entgegen. Bei ihrem Schein erkannte ich einen großen, ungeschlachten Menschen im Alter von etwa 25 Jahren mit dunklem Bart und einer Mütze auf dem Köpft. Hinter ihm wuchte die Gestalt eines schönen, jungen Mädchens auf, in einfach schwarzem Hauskleide, aber trotzdem lieblich
anzuschauen. AVer ihr AnUly war todtenblaß und in ihren Augen schimmerten Thränen. Ich habe die Ehre mit Fräulein Roth?" fragte ich, ihr höflich cntgezen tretend. Zu dienen Sie ?" Ich bin der Gerichtsbe,".mte, welcher das Testament Ihres Pflegevaters aufnehmen soll." Sie blickte mich unendlich traurig an. O, Fräulein, es ist doch hoffentlich noch nicht zu fpät?" rief ich heftig, und voll Spannung hingen meine Augen an ihren Lippen. Nein, aber die höchste Zeit!" Gott sei Dank, wir waren noch zurecht gekommen! Ich nahm das Testament auf. und Marie erbte das ihr von Rechts wegen zukommende Vermögen. Gegen die Verwandte und ihren Sohn 'aber wurde die gerichtliche Untersuchung eingeleitet: beide wurden für schuldig befunden und zu einer angemessenen Gefängnißstrafe verurtheilt. Drlinis vcrhastung. Das Madrider Attentat hat vielfach
an das Pariser Attentat vom 14. Ja nuar 1858 erinnert, bei welchem Graf Orsini in Gemeinschaft mit den Sprachlehrern Carlo di Rudio und Andrea Pieri drei mit Knallquecksilber und Kugeln geladene Bomben gegen den Wagen Napoleons III., der mit Eugenie in's Theater fuhr, schleuderten. Wie man weiß, blieb auch das französische Kaiserpaar damals unverletzt, aber von der umstehenden Volksmenge wurden 10 Personen getödtet und 150 verwundet. Der Chef der Pariser Polizei, P. Lagrange, erzählte damals einigen Persönlichkeiten, die über den Hergang Näheres erfahren wollten, folgendes über die Verhaftung Orsinis: Sie wissen, meine Herren, daß die Bombe Orsinis viele Opfer gefordert hatte. Seine Majestät der Kaiser hatte mich an demselben Abend beauftragt, über den Zustand der Verwundeten persönliche Erkundigungen einzuholen. Orsini selbst, wie man weiß, befand sich unter den Verwundeten und ich war unterrichtet, daß er in einem bestimmten Hause der Rue Saint-Honore unter dem Namen eines Engländers wohnte. Man hatte mich weiters verständigt, daß" er das Englische wie ein Engländer sprach, selbst dessen Accent nachzuahmen wußte und noch andere Sprachen beherrschte. Außerdem hieß es, er habe die Gewohnheit, vollständig nackt zu schlafen. Diese Gewohnheit sollte sein Verhängniß werden. Bald nach dem Attentat traf ich um Mitternacht vor dem Hause der Rue Saint-Honore sin. Der Coneierge. den ich aus dem Schlafe geweckt hatte, wollte anfangs Nicht aufstehen und machte alle mög lichen Schwierigkeiten, das Thor zu offnen. Schließlich, als ich ihm erklarte, ich komme im Auftrage des Kai sers. Nachrichten zu holen über den Wohnungsmiether, der bei dem Ereigniß vor der Oper von einem Bombensplitter verwundet worden war, erhielt ich raschen Einlaß und der Concierge eilte hinauf, dem betreffenden Herrn zu melden, es sei jemand da, der sich im Auftrage des Kaisers nach seinem Be finden erkundigen wolle. Endlich wurde ich in die Wohnung geführt. Ich trat in das Schlafzimmer und fand einen Mann im Bette liegend. Auf den ersten Blick, an der Art, wie er die Decke zu sich zog und wie er sich darin formlich einwickelte, erkannte ich. daß er nackt im Bette lag. Ich näherte mich dem Bette und erklärte zuerst mit tiefer Verbeugung: Mein Herr! Seine Majestät der Kaiser hat erfahren, daß Sie verwundet sind, und beauftragt mich, Ihnen sein lebhaftes Bedauern und alle seine Theilnahme auszudrücken. Ich erhielt gleichzeitig den fehl, Sie persönlich zu sprechen und von Ihnen selbst zu hören, m welchem Zustande Sie sich befinden." Der Verworfcne antwortete mir in Französisch, aber mit einem so reinen und echten englischen Accent, daß ich mich beinahe fragte, ob ich nicht wirklich, einen echten Engländer vor mir hatte und ob ich Nicht im Begriffe sei, einen Irrthum zu begehen. Während er aber zu mir sprach, mir den Sitz seiner Wunde erklärend und dem Kaiser seine tiefste Dankbarkeit aussprechend, zog er beständig die Decke zu seinem Gesicht und ich hatte plötzlich den Gedanken: Er ist es!" In demselben Moment riß ich die Decke mit einem Griff zur Seite. Ganz nackt! Er war ganz nackt! Sick, so vollständig entblößt sehend, stieß er einen italienischen Fluch aus und ich nef, mdem ich ihn an der Gurgel faßte: Elender, Du bist Orsini!" Ländliclie Wkrng. Bäuerin (zur Sommerfrisch lerin): Grad' liab is dös aba von Jhna, daß Sie wieda bei uns loschiern woll n Heuer, Fraul n. Schaun S : So viel bang hat's uns g'than, als Sie heimwar'n, daß mei Alter, um nur wieda ane Rosa im Haus z'hab'n, Jhna z' Ehr'n und uns z'r Freud' unsre neue Milchkuh Rosa tauft hat!" Unangeneknre Sesichäkttgng. A. (zu seinem Geschäftsfreund, der ihn durch die Bureauräume führt): Warum macht denn jener junge Mann so ein trauriges Gesicht?" B.: Ach so, Sie meinen den Müller ja, der hat sich das so angewöhnt, weil er jähraus, jahrein nur Mahn- und Entschuldigunasbriefe an die Kundschaft schreibt !"
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