Indiana Tribüne, Volume 30, Number 22, Indianapolis, Marion County, 18 September 1906 — Page 4

Jndtana Tribune, 18. September 1906

Jndiana Tribüne. Hanlgegtdn von der Gtd G. Indianapolis, Ind. Harry O. Thudinm .... Präfidttt.

Geschäfts loca l: Ro. 81 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 i.t.red t the Post Office ot Indianapolis aa econd dass matter. Aus der Bundeshauptstadt. Mit Spannung verfolgt man in po litifchen Kreisen die Entwicklung der Dinge in Suva. Je länger die Revo, lution dauert und je ohnmächtiger sich die Regierung zeigt, den Aufstand zu unterdrücken, um so gewiffer wird eS, daß endlich Uncle Sam von dem iym zustehenden Protektorat Gebrauch machen und zwecks Wiederherstellung der Ordnung eingreifen wird. Thut er das aber so wird eö mit der Unab hüngigkeit der Jnselrepublik vorbei sein. Die Cubaner haben gezeigt, dak sie ftch nicht selbst zu regieren vermögen, daß sie nicht im Stande find eine selbständige Staatenexiftenz zu führen. Da? gesteht selbst Präsident Palma zu. In Hzvana und drei Provinzen hat er das Kriegsrecht proklamirt, er hat die, welche er für feine Feinde hält, zu Hundertm einkerkern lagen, aber trotz, dem nimmt der Aufstand immer größere Dimensionen an. Auch auf feine Arm" kann sich der Präsident nicht verlassen, mit Ausnahme einer Handvoll amerikanischer Söldlinge, die in seinen Diensten stehen. Wenn auf Cuba Friede und Ordnung wieder hergestellt werden sollen, so kann das nur durch amerikanische Intervention geschehen. Nur die Ber. Staaten sind im Stande, der auf blühenden Industrie, welche durch die neuen Wirren zum Stillstand gebracht worden ist. dauernden Schutz zu ver leihen. Nur die Ver. Staaten können dem amerikanischen und europäischen Kapital, das zur Entwicklung der Hülfsquellen Euba'S erforderlich ist, die Garantie bieten, daß der ökono mische Fortschritt auf der Perle der Antillen in Zukunft keinen unnatür lichen Störungen ausgesetzt sein werde uud die anderen Nationen erwarten von uns einen derartigen Schritt. Das unabhängige Cuba wird stets das revolutionäre Cuba bleiben. Friede und Ordnung werden dort erst dauernd ihren Sitz haben, nachdem das Ster. nenbanner über der Insel weht. Wenn wir dort eingreifen, und die Zeit scheint nahe bevorzustehen, so sollten wir nicht versuchen, den Vermittler zwischen den streitenden Faktionen zu spielen und eine neue Scheinregierung zu bilden, die der nächste Windhauch wieder stürzen mag. sondern wir sollten unserer zivilisatorischen Misston einge denk, die Cubaner, die wir vom spani scheu Joch befreiten, von der einheimi schen Verschwörerbande befreien, indem Wir ihnen als Theil des großen amerikanischen Staatenbundes Friede, Freiheit und Fortschritt bieten. Und weil daS Alles so sicher ist, daß sich Niemand darüber einer Täuschung hingeben kann, deshalb drängt der Ge danke sich auf, daß gerade dies und nichts Anderes der Zweck des Aufftan des ist. Anschluß der Insel an die Ver. Staaten bedeutet Anschluß an das große Land, das für die cubanischen Crzeugniffe das Hauptabsatzgebiet ist; an daS Land, von dem Kuba Wirth, schaftlich abhängig ist. Aussperrung vom hiesigen Markt wäre der Wirth schaftliche Untergang der Insel. ES ist die Ermäßigung der hiesigen Zölle auf kubanische Erzeugniffe, welche Cuba seinen derzeitigen geschäftlichen Auf. schwung verdankt. Und wenn, wie e bei politischer Angliederung kommen müßte, die Zollschranken zwischen Kuba und deniVer. Staaten gänzlich fielen, wie sie zwischen den Ver. Staaten und Porto Rico gefallen find, so wäre da. mit dem cubanischen Zuckerbau und den sonstigen Hauptinduftrien der Insel ein weiterer, noch großartigerer Aufschwung verbürgt; 'Werth und Ertrag der großen amerikanischen und sonstigen ausländischen Kapitalanlagen würde eine riefige IVergrößerung erfahrm. Und wenn damit noch nicht unwider. sprechlich bewiesen ist, daß die Vertreter dieser großen Kapitalöintereffen eS find, die den Aufstand angezettelt haben, und die das Geld dazu geliefert haben, von dem man sonst ntcht weiß, wo eS herkommen sollte so ist der Verdacht, daß dem so ist, nicht abzu weisen. Die Wahrscheinlichkeit ist so

groß, daß sie fast der Gewißheit gleich, kommt. Der Schatzamtssekretür befindet sich schon einmal wieder in der glücklichen Lage, mehr Geld auf Lager zu haben, als er für die Zwecke der Regierung augenblicklich braucht. Da nun täg. lich aus allen Theilen des Lande viele Klagen über Knappheit des Geldes ein laufen, hat der Schatzamtssekretär be schlössen, die Regierungs-Depositen in den Nationalbanken bedeutend zu er Höhen. Wo es möglich ist, wird er neue Depofttftellen etadliren und Mnd liche Banken bevorzugen, so daß sie im Stande find, das nöthige Geld für die Bewegung der riefigen Ernten vorzu schießen. Leider find die meisten Ban ken in den Landstädten nicht im Stande, auf RegierungSDepofiten zu flektiren, da fie die zur Sicherftellung nöthigen Bonds nicht besitzen, und aus demselben Grunde können fie ihre Emission von 'Nationalbanknoten nicht vergrößern, da eS ihnen an BondS für die Deckung fehlt. Wenn die Ausdehnung unseres Bank. fyflemS als tl.n Maßstab der allgemeinen Prosperität gelten kann, so müssen gegenwärtig in der That gute Zeiten vorherrschen. Wenn auch daS Gesetz, welches die Etablirung von National danken in kleinen Städten mit dem ge. ringen Kapitale von 825.000 autorifirt, schon vor sechs Jahren angenom men wurde, so laufen noch alle Tage Applikationen für die Gründung von Nationalbanken im Bureau des Kon trolleurS der Umlaufsmittel ein. Im letzten Fiskaljahre wurden durchschnittlich jeden Monat 40 neue Banken ge gründet. Im ganzen Jahre eröffneten 470 neue Banken ihre Thüren mit einem Gesammtkapitale von 24,305,000 Dollars. Von diesen hatten nur 153 mehr als 850.000 Kapital. Die Mel ften waren mit einem Kapitale von nur $25,000 gegründet worden. Am L Juli befanden sich 6107 Nationalban. ken im Lande mit einem autorisirten Capitale kvon 5833.073,778 und zur Sicherftellung ihrer Notenausgabe hat ten diese Banken tz530.605.210 in Regierungsobligationen im Schatzamte deponirt. Die ausstehende Emission

von Nationalbanknoten belief sich jedoch an dem genannten Tage nur auf tz515.847.749. Durch Geld'Depofiten waren weitere 43,264,611 in Natio nalbanken gesichert. Die Kommission für zwischenftaat lichen Handel hat alle Eisenbahngesell. schaffen des Landes aufgefordert, dar über zu berichten, ob und in welchem Umfange fie auf ihren Linien das Blocksyftem und elektrische Eignalvor richtungen angebracht Hütten. Wie diese Einrichtungen ftch bewährt Hütten. Welche andere Einrichtungen zum Schutze des Publikums und der Ange stellten genossen seien u. s. w. Eine derartig Umfrage Hütte längst veran staltet werden sollen, und bei der Um frage Hütte eS nicht bleiben dürfen. ES bleibt hoffentlich auch jetzt nicht dabei. Die Anregung zu der Umfrage ist durch eine vom Kongreßangenommene Re solution gegeben worden, und jeden, falls wird der Kongreß in seiner nüch. ften Sitzung auf die Angelegenheit zu rückkommen. Unser Eisenbahnwesen ist bezüglich der Verkehrssicherheit arg im Rückstände' geblieben. Vorrichtun. gen zum Schutze des Publikums, die ftch in europäischen Ländern seit Iah ren vortrefflich bewährt haben, fehlen hier noch immer. Ein französischer Erfinder hat eine Maschine konftruirt, mit deren Hülfe ftch jeder Freund des Wasser, fports in ein Motorboot verwandeln kann. Die Idee an ftch ift nicht neu. Hat doch schon jener deutsche Student den tieffinnigen Ausspruch gethan; Wenn meine Tante Rüder Hütte, würe fie ein Omnibus." Wie es scheint, will der Staat New Jersey ein altes, an der Nation began genes Unrecht sühnen. Dort ift ein Gesetz in Kraft getreten, welches den Zweck hat, die Ueberkapitaliflrung öffentlicher Betriebe zu verhindern. Aktien und Bonds dürfen nur nach dem Maßstabe ausgegeben werden, wie fie baar einbezahlt worden find. Der Verkaufspreis darf nicht weniger als 80 Prozent deS Nominalwerthes betra gen und das Geld muß in die Korpo rationSteffe einbezahlt werden. Dieses neue Gesetz steht im schroffen Gegensatz zu dem früheren Inkorporationsgesetz jenes Staates, das Aktienverwäfferung und Ueberkapitalisation so leicht macht. daß da Land mit werthlosen Aktien und Bond förmlich überfluthet wurde.

Hund als ktter.

Im Wald verirrte Mädchen ach lange Luchen gesunde. Ein unangenehmes Abenteuer erlebten dieser Tage zwei kleine Mädchen, die sechsjährige Pearl Lindebertt). die Tochter eines Farmers, und die zwölfjährige Tessie Angle, welche bei der Familie Lindeberry wohnte, in den Blue Mountains in Knowlton Township im oberen Theile von Warren County, Ore. Die Mädchen waren gegen fünf Uhr öon Hause fortgegangen, um die Kühe von der Weide zu holen. Eine der Kühe hatte sich aber im Walde verlaufen, und die Mädchen machten sich daran, das Thier zu suchen. Sie verirrten sich, und schließlich fanden sie keinen Weg mehr aus dem großen Walde heraus. Die kleine Pearl war barfuß, und bald hatte sie sich die Füße blutig gerissen. Ihre Begleiterin zog nun ihre eigenen Schuhe und Strümpfe aus und gab sie der Kleinen. Dann suchten die Mädchen wieder aus dem Walde herauszukommen, aber bald, es mußte bereits Mitternacht geworden sein, konnten sie vor Ermüdung nicht mehr weiter, sondern legten sich nieder und schliefen bald ein, ohne Ahnung davon, daß jene Berge eine wahre Brutstätte der Klapperschlangen sind. Als die Mädchen mit Anbruch der Dunkelheit nicht zurückgekommen waren, wurde man auf der Farm besorgt: Lindeberrn rief mehrere Nachbarn und machte sich auf, nach den Mädchen zu suchen. Man nahm auch den Lindeberry'schen Schäferhund mit, und dieses Thier war es denn auch, welches die beiden Mädchen fand. Er hatte sich von der suchenden Gesellschaft getrennt, stieß laut bellend gegen zwei Uhr früh wieder zu dieser und führte dann die Leute nach dem Platze, auf welchem die Mädchen noch in tiefem Schlafe lagen. Das ältere Mädchen, das der kleinen Begleiterin ihreSckube gegeben hatte, hatte sich selbst die Füße derart verletzt, daß sie nicht mehr gehen konnte, und nach dem Farmhause getragen werden mußte. Riesige Bewilligungen. Der 59. Kongreß hat in seiner letz' ten Sitzuna für das Fiskaljahr 1907 nahezu $1,000,000,000 bewilligt. Die genaue Zahl ist $879,589,185, was eine Zunahme im Vergleich zu d?r Summe, welche der 58. Kongreß in seiner Schlußsitzung für 1906 bewilligt hat. von $59.404.550 ist. Die größte von den Bewilligungen ist die für das Postdepartement; sie beträat $191,655.998. Die nächstgrößte ist die für Pensionen; sie beträgt $140,245.500 oder zwei Mal soviel, als für di? Armee bewilligt und um $40.000.000 mehr, als für die Marine bewilligt wurde. Von 'der Netto-Zunahme der Bewilligungen in Höhe von $5:),404,550, im Vergleich zum Jahr 1906. entfallen $42.447,201 auf den Panamakanal, der Rest auf Bewilligungen für Ausführung des Fleischinspektionsgesetzes, für weitere Ausführung von Kontrakten für Fluß- und Hafenbauten, für Reorganisation des diplomatischen und konsularischen Dienstes und Erweiterung des Dienstes der unentgeltlichen Briefablieferung in den Landdistrikten. Die Zahl der vom 59. Kongreß genehmigten neuen Aemter und Anfiellunaen ist 6934 mit jährlichen Gehältern in Gesammthöhe von $6.615.810; die Zahl der abgeschafften oder übergangenen Aemter und Anstellungen ist 5825 mit jährlichen Gehältern in Höbe von $4.010.009. Blühende Industrien. Ein jüngst erschienenes Bulletin des Censusbureaus zeigt, daß im Kalenderjahr 1904 die Zahl der Fabriken im Lande 216.262 betrug, eine Zunahme von vier Prozent im Vergleich zum Jahre 1900. Das darin angelegte Kapital ist in dem Zeitraum von fünf Jahren von $8.978.825.200 auf $12.686.265.673 oder um 41 Prozent gestiegen. In demselben Zeitraum ist der Werth der erzeugten Produkte von $11.411.121.122 auf$14.802.147.087 oder um 30 Prozent in die Höhe gegangen. In der Zahl der Beamten und Clerks. die in diesen Fabriken angestellt waren, war eine Zunahme von 43 Prozent und an den bezahlten Salären eine Zunahme von 51 Prozent zu verzeichnen. In demselben Zeiträum hat die Zahl der Lohnarbeiter um 16 Prozent und die Bezahlung derselben um 30 Prozent zugenommen. Die berichtete Zahl von Lohnarbeitern im Jahre 1905 war 5.470.321 mit einer jährlichen Einnahme an Löhnen von $2.611.540.532. Fürchten Thiere den Tod? Die Thiere empfmoen es m stinktiv. wenn sie dem Tode nahe sind Die meisten Thiere mit Ausnahme der verhätschelten Haushündchen und andere sterben leicht und schnell. Wilde Thiere, schreibt ein Beobachter von solchen, bereiten sich auf ihr Ende vor. Sogenannte Hausthiere scheinen nur die Trennung von den ihnen lieb gewordenen Menschen zu furchten. geitn Msrt Qetxotrtmen. Arzt: Lieber Freund, ich kann Sie nur dann gesund machen, wenn Sie versprechen, alles zu thun, wag ich von Ihnen verlange!" P a t i e n t : Schön, ich verspreche es." A r z t : Gut. dann bezahlen Sie mir zunächst meine Liquidation vom vongen Jahr!"

Familimdrama. Tragischer onflikt der Gatten- und eitern liebe zeitigt Mord und Selbstmord. Ein erschütterndes Familiendrama von wahrhaft tragischer Größe hat sich jüngst in der Pariser Vorstadt Batignolles abgespielt. Dort wohnte in einem bescheidenen aber behaglichen Heime der Bureaubeamte Francois Tourneur mit feiner Frau, seiner 18jährigen Tochter Jsabelle und seinem achtjähriger Knaben Leon. Tourneur. ein fleißiger, nüchterner Mann und hingebender Gatte und Familienvater, war von der schleichenden Tuberkulose befallen worden und sah seit Monaten mit düsterer Verzweiflung seine Kräfte verfallen und ein qualvolles Ende herannahen. Vor etlichen Monaten mußte er deswegen jede Arbeit aufgeben, was seinen Charakter verbitterte, obgleich er vor materiellen Sorgen ziemlich geschützt war. Seine Frau pflegte ihn sorgsam, dagegen ließ Jsabelle. der von allen Seiten sonst nur Rühmendes nachgesagt wird, da sie trotz ihrer Jugend eine fleißige Arbeiterin war und sich nichts zu schulden kommen ließ, es an Herzlichkeit für die Familie fehlen. Was den kranken und verbitterten Mann am meisten gegen seine Tochter aufbrachte, war aber nicht der Mangel an Zuvorkommenheit ihm gegenüber, sondern die Rücksichtslosigkeit gegen die Mutter, der sie nicht nur in den häuslichen Verricht tungen nicht behilflich sein wollte, sondern von der sie sogar verlangte, sie solle sie selbst bedienen, da sie von ihrer Schneiderinnenarbeit nicht aufstehen wollte. Es kam deswegen zwischen Vater und Tochter zu heftigen Auftritten, bei denen die Mutter versöhnend einzugreifen suchte, aber meistens erfolglos. Ver-. schiedentlich - fagte Tourneur zu ihr, daß ihn am meisten der Gedanke peinige. Jsabelle werde ihr nach seinem Tode den größten Gram und Kummer verursachen, was ihm die arme Frau vergeblich auszureden suchte. So reifte in dem Herzen des Kranken der furchtbare Entschluß, den er neulich ausführte. Er entfernte seine Frau unter dem mit freudiger Miene gegebener: Vorwande, er fühle sich bedeutend besser, weshalb er ein Huhn essen wolle, das sie ihm vom Markte holen solle. Dann ließ er den Knaben mit der strengen Weisung sich nicht umzusehen, aus dem Küchenfenster herausschauen. Das Kind hörte kurz darauf Schüsse fallen und rief angstvoll der heimkehrenden Mutter zu: Mama, ich habe Angst, es ist so viel Rauch im Zimmer und es hat so geknallt!" Die entsetzte Frau stürzte von bangen Ahnungen getrieben in's Zimmer uzzd fand ihren Mann mit einer Schußwunde in der Schläfe todt auf dem Bette liegen. Verzweifelt rief sie nach ihrer Tochter Jsabelle, erhielt aber keine Antwort. Endlich fiel ihr Blick auf die Nähmaschine, neben der das junge Mädchen gleichfalls mit einem Schusse in die Schläft entseelt niedergesunken war. Der Vater hatte sie aus Zärtlichkeit für seine Gattin, um ihr Lieblosigkeiten der Tochter zu ersparen, mit in den Tod genommen. Kuriose Gastfreundschaft. Es ist etwas Komisches dabei, wie die Eingeborenen von Deutsch-Neugui-nea die Gastfreundschaft ausüben. Man bat bei den freundschaftichen Besucher der Stammesgenossen aus den Nachbardörfern den Eindruck, als ob der Gastgeber dem Gast nicht mehr als Unterkunft und Kost zu gewähren verpflichtet sei. Ohne besondere Begrüßung empfängt er die Gäste, die sich alsbald in das allgemein als Hotel" geltende Junggesellenhaus begeben. Dort hocken sie, das Gesicht nach einer Richtung, marionettenhaft nieder und verharren in Würde, bis man ihnen etwas zum Essen bringt. Aber nicht einer der Gastfreunde fühlt sich veranlaßt, den Fremden Gesellschaft zu leiften. Etwas höflicher ist man. scheint es. gegen Weiße. Der Weiße wird genöthigt. Platz zu nehmen, zum Essen eingeladen und gegen Abend darauf aufmerksam gemacht, daß es nun Zeit wäre nach Hause zu gehen. Bleibt man trotzdem zur Nacht, so erhält man ein brennendes Holzscheit für die Beleuchtung des oben genannten Hotels. Hat der papuanische Gastfreund den Eindruck, sein also behandelter Gast scheide nicht ganz befriedigt von ihm, so überreicht er ihm beim Abschiede, um späteren Unannehmlichkeiten gleich vorzubeugen, ein in ein grünes Blatt gewickeltes und mit einem Stricklein umschnürtes Tabaksblatt, also eine formliche Friedenscigarre. Ehrwürdige Reliquie. Eine ehrwürdige alte 7..'liquie. der Baum der Jungfrau" ii; der Nähc vonHeliovolis, Egypten, ist verfchnnwden, da der Baum infolge seine hohen Alters eingegangen ist. Die ?nde erzählt, öaß unter diesem Baume die heilige Familie auf ihrer Flucht nach Egypten ein Obdach gefunden habe. Allerdings konnte die Sykomore, wenn sie auch alle Zeichen des Alters trug, höchstens 500 Jahre alt sein. Eine andere Tradition sagte aber, daß sie ein Ableger der ursprünglichen Syko-

more gewesen sei, und auch diesmal wird an der Stelle des gefallenen Baumes ein neuer Ableger aufwachsen, so daß die Tradition gewahrt bleibt. Die ersten Bleistifte wurden im Jshre 1565 angefertigt.

...Diamanten... Kein aufmann in der Stadt führt einen solch großen Borrath von Diamanten. CARL L. ROST, iaant.anwm.

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Wegen eines umfangreichen Lotterieschwindels ist in Altona der aus Lübeck gebürtige Lotteriecollekteur Gustav Heinrich Fifcher verhaftet worden. Fifcher hatte über 100.000 Prospekte der Königsberger Geldlotterie zur Freilegung des königlichen Schlosses in Königsberg in die Welt geschickt mit der Aufforderung. 3 M. 30 Pf. für jedes Loos emzusmden. und hat auf diese Weise circa 30.000 Mark vereinnahmt. Loose zur Lieferung hatte aber Fischer nicht. Nach seiner Verhaftung sind noch übe? 500 Briefe und Postanweisungen aus Deutschland und Oesterreich - Ungarn eingelaufen. Die Zahl der Geschädigten beläuft sich auf mehrere tausend. Fischer, der in Altona ein und in Hamburg zwei Kontore gemiethet hatte, benutzte für seine Manipulationen ein Postfach; er will früher in Kopenhagen ein Lotteriegeschäft betrieben haben. AufdemVahnhofin Passau traf unlängst ein Aussätziger ein. den die österreichischen Behörden nicht nach Rumänien, seinem Heimathlcmde, durchfahren lassen wollten. Der Aussätzige war allein in einem Wagen untergebracht, dessen Thüren man mit Bleisiegeln gesichert hatte, damit der Aussätzige nicht etwa aus seiner Gefangenschaft entwische. Essen wurde ihm durch das Thürfenfter gereicht. Der bayerischen Bahnverwaltung blieb nun nichts anderes übrig, als den Aussätzigen wieder nach Frankfurt a. M.. wo er in den Eisenbahnwagen verpackt war, zurückzubefördern. Und so ist er inzwischen wieder in Frankfurt angekommen. Dort befindet er sich jetzt im stadtischen Krankenhaus, streng abgesondert von den anderen Kranken. Es handelt sich um einen 48jährigen Mann und um den Anfangszustand der schrecklichen Krankheit. Der Kranke ist reisefähig und wird sobald als möglich nach London abgeschoben, woher er gekommen. Wie aus Kopenhagen berichtet wird, ist es wahrscheinlich, daß König Friedrich VHI. von Dänemark feinen bisherigen Titel: König von Dänemark, der Wenden und Gothen, Herzog von SchleswigHolstein, Stormarn, Mthmarschen. Lauenburg und Oldenburg" den eines Königs von Island hinzufügen wird. Dies geschieht, um einen alten Wunsch der isländischen Bevölkerung zu erfüllen, die auf solche Weise ihre Zugehörigkeit lum dänischen Reiche und zugleich tt)re relative Selbfiständigkeit innerhalb des letzteren zum Ausdruck gebracht sehen möchte. Die Verwalwna Islands geschieht bekanntlich durch einen besonderen Mmifter für Jsland", und zwar ist der derzeitiae Inhaber dieses Amtes, Hannes Hafstein, der seit dem 1. Februar 1904 an de? Spitze der isländischen Selbstverwalwng steht, der erste eingeborene Minister für Island. Dieser höchste Beamte wohnt in Reykjavik, der Hauptstadt Islands, und begiebt sich jeweils nach Kopenhagen, wenn er dem Könige im Staatsrathe Gesetze oder sonstige wichtige Regierungsakte vorzulegen hat. Das neue Königthum würde übrigens das einzrge in Europa sein, das kein Militär unterhält. Keine Regel ohne AuS nähme. Professor: Das menschliche Herz schlägt per Minute ungefähr 70 mal; diefe Regel gllt aber ftttty für Damen, denen ein Stier nachrennt, und für Knaben, die im Obstgarten des Nachbars erwischt wer den!" Heransgeho lfen. Jch hab' es schon bemerkt, Serr Baron, wie Sie gestern bei Ihrem Spazierritt in den Anlagen in das große Rosenbeet hineingeflogen sind!" Ja, ja, kluges Threr, mein Rcpe Rose von jeher meine Lieblncgsblume gewesen!" Nobel. Schreibwaarenhänd l: Sie holen ja gar keine ParierManschetten mehr für den Dichter, der bei Ihnen wohnt? Jimmervermiethesin: Wo denken Sie hin, der hat doch so großen Erfolg mit seinem Theater stück gehabt, jetzt dichte! er nn noch auf Leinen!

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