Indiana Tribüne, Volume 30, Number 22, Indianapolis, Marion County, 18 September 1906 — Page 3

Jndisn Xifcfttte, 18 September 1906

Jnsurgcntcnführer

Legen während der Friedens-Bcrhandlungen die Waffen nieder.

Mädchenhändler. Freche Lügen. Lnngenheilftätte wird gebaut. Arm' ttaner beföhle. Amerika als Muster. Jagd auf Anarchisten. Denkmal für den Dichter Peter Rosegger. Millionenerbschaft nicht bestätigt. Stimmung in den Provinzen. Priester werden vertrieben. Streiknnruhen in Frankreich.

Cuba. Jnsurgentenführer u n terbrechen Feindselig l i g k e i t e n. H a v a n a , 17. September. Die Jnsurgentenführer CampoS Marquetti und Carillo Have find von Guanajay mit ihren Banden admarschirt und werden alle Feindseligkeiten während der Friedensunterhandlungen einstellen. Andere Jnsurgentensührer haben eben eingewilligt, alle Feindseligkeiten vor lüuftg zu unterbrechen. Plantage eingeäschert. H a v a n a, 17. Sept. Eine Mel dung lief aus TienfuegoS ein, welche besagt, daß große Störungen dort vorkamen. Ein- Plantage wurde einge äschert und die Konstantin Plantage wurde mit einem gleichen Schicksale bedroht, falls man nicht 1500 Runden Ammunition beschaffe. Stimmung in den Pro v i n z e n. H a v a n a, 17. Sept. Ein ftorre spondnt der Affozierten Preffe, welcher soeben aus der Provinz Pinar del Rio, wo er sowohl mit den Insurgenten wie mit den Regierungstruppen in Berüh rung gekommen, nach Havana zurück gekehrt ist. berichtet, daß die ganze dar tige Bevölkerung mit den Insurgenten sympathisiert, aber doch nicht in dem Maße, daß fie denselben die Regierung anvertrauen möchte. Die Einwohner find durchweg für amerikanische Jnter. vention. da man glaubt, daß auf andere Weise niemals geord nete Berhültniffe herbeigeführt werden können. Dieselbe Anficht herrscht bei den RegierungStruppen. Deutschland. Mädchenh5indler. Berlin. 17. Sept. Froh jeder Gelegenheit, über die Amerikaner herzu fallen, haben fich verschiedene deutsche Zeitungen der Erklärungen Maria Ly dia Winkler's bemächtigt und dehaup. ten nun. die amerikanischen Behörden drückten absichtlich ein Auge zu, wenn europäische und amerikanische Mädchen Händler ihre traurige Waare in's Land schmuggeln. Frl. Winkler befindet fich. laut letzten Nachrichten, in Salt Lake Eity, wo fie Beweise gesammelt haben will, daß viele Mormonenfrauen, gebo rene Deutsche, von New York auö nach Utah gebracht werden, und zwar wenige Tage nach ihrer Ankunft in New York. Italien, Frankreich und Belgien, erklärt die Dame, haben ähnlichen Klage gründ gegen dieBer.Staaten, doch seien diese Regierungen zu nachlässig, um fich der Angelegenheit in gebührender Weise anzunehmen. Deutschland werde aber nicht zögern, und die Vereinigungen, welche ihre Reisekosten beftreite, mache fich thatsächlich schon daran, dem Au, wärtigen Amt die angeblich gesammel ten Beweise vorzulegen. Freche Lügen. Homburg v. d. H., 17. Sept. Gros Witte, der frühe russische Pre mier, der fich augenblicklich in Hombürg aufhält, hat heute die Frankfurter Zeitung" ermächtigt, zu erklären, daß die in dm Ber. Staaten verbreitete Nachricht von der Verhaftung eines russischen Studenten Namens Rosen berg, der angeblich ein Attentat auf ihn, Witte, versucht haben soll, weiter nichts als Erfindung ist. Herr Witte benutzte diese Gelegenheit, hinzuzufügen, daß er die größte Hochachtung vor dem Unternehmungsgeist guter ameri konischer Zeitungen, die in verschiede nen Sprachen erscheinen, habe, aber jene SensationSmeier auf'S tiefste der achte, die. weil sie ihre Neuigkeiten nicht aus zuverlässiger Quelle beziehen kön nen. die unsinnigsten Geschichten erfin den und diese dann dem Publikum als überraschende Neuigkeit auftischen. Lungenheilstätte wird gebaut. ' Berlin, 17. Sept. Der Bau einer Schöneberger Lungenheilstätte, wofür die Stiftung der Stadt Berlin zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares in der Höhe von 100,000 Mark der-

wendet werden soll, ist nun durch die Annahme der Magiftratövorlage über die Anstellung eines Zeitenden Arztes gesichert. Die Errichtung und Leitung der Anstalt hat der Verein zur Bekam pfung der Tuberkulose übernommen, dem auch die Beschaffung der Baustelle zufallt. Der leitende Arzt der Heilftelle soll auch die Leitung der sonstigen Ein richtungen zur Bekämpfung der Tuber kulose und der Säuglingfterdlichkeit erhalten. Merkwürdigerweise wurde aber ein Antrag, dem Arzt l uch die Functionen eines Stadtarztes zu über tragen, abgelehnt. Armeetrauer befohlen. Berlin, 17. Sept. Der Kaiser hat heute Armeetrauer für den vorge ftern auf Schloß Kamenz verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen, Regen, ten von Braunschweig, angeordnet und wird dem Leichendegüngniß des Ver ewigten persönlich beiwohnen. Der Her zog von Eumberland kommt jedoch nicht, obgleich eö in der letzten Zeit wie derholt hieß, daß er fich mit den Ver hültniffen völlig ausgesöhnt und seine Ansprüche auf daS Herzogthum so gut wie ausgegeben habe. Amerika alSMufter. Kiel, 17. Sept. Auf dem deut sehen Juriftentag dahier wurde einer amerikanischen Institution warmer Bei

fall gezollt: den Kindergerichten. Die Richter und Rechtsgelehrten, welche an den Berathungen Theilnahmen, beschloß sen einstimmig, für die Verpflanzung derselben auf deutschen Boden zu wir ken. Auf Einladung der Hamburg Amerika Linie wohnten die Zheilneh mer an dem Kongreß auf dem ihnen zur Verfügung gestellten neuen Turbi nen Dampfer Kaiser" drei Tage lang den Flottenmanövern bei. Jagd auf Anarchisten. B r e S l a u. 17. Sept. In Folge der während der Manöver entdeckten anarchistischen Verschwörung gegen das Leben des Kaisers hat hier eine förm liche Jagd au die Rothen" der extre men Gattung begonnen. In den letz ten Tagen find hier über hundert Ver Haftungen von angeblichen Umstürzlern vorgenommen worden. Drei Oefter reicher, in deren Besitz die Polizei Briefe von russischen Terroristen fand, wurden ohne Weiteres per Schub über die Grenze befördert. Wie hier ent falten auch die Behörden in andern Städten plötzlich wieder einen merkwür digen Eifer gegen die revolutionären Elemente, uno es scheint ein allgemeiner Kreuzzug gegen die Anarchisten im Anzüge zu sein. Großbritannien. iin Appell an die Na. t i o n e n. L on do n, 17. Sept. Der Empfang einer Meldung, daß 200 in Siedlice verhaftete Juden vor einem KriegSge richte durch dieselben Offiziere abgeur theilt und vertheidigt werden sollen, welche an den Ruhestörungen fich de theiligten, hat die Brittische Jüdische Gesellschaft veranlaßt einen Appell an alle civiliftrten Nationen ergehen zu lassen, diese Verbrechen gegen die Eivi lisation zu verhindern. Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand. London, 17. Sept. Laut einer Meldung aus Budapest wurde gestern ein Angriff auf den Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich Ungarn ausgeführt, indem große Steine durch die Fenster seines SpecialwaggonS ge schleudert wurden. Der Erzherzog entkam unverletzt. Italien. Depesche an König Ema n u e l. M i l e n. 17. Sept. In der heuti gen Sitzung des FriedenS'Eongreffeö wurde ar König Victor Emanuel eine Depesche aufgesetzt, in welcher die Hoff nung ausgesprochen wird, daß er in der Geschichte als der FrienSmonarch ver zeichnet sein möge.

Oefterreich'Ungarn. Denkmalfürden Dichter Rosegger. Wien, 17. Sept. Ein Denkmal für den Dichter Rosegger wird in die. sem Herbst in Kapfenberg. am Eingang

zum Mürzthal in Steiermark, gesetzt werden. Der Denkstein wird die Ge ftalt eines MaerchenbrunnenS haben und ist von dem Grazer Bildhauer Brandftetter bereits im Modell vollen der worden. ES symbolifirt Rosegger als Schilderer der Natur. Am Rand des Brunnens, der aus einem Fels spalt heraus sein Waffer erhält, fitzt ein Jüngling, der die Züge des ju gendlichen Rosegger trägt ein Wald schulmeistertem, daS mit einem fich ihm nähernden Reh Zwiesprache hält. Ueber Trepoff'S Ende. Wien, 17. Sept. Information welche dem Wiener Tageblatt zuging, besagt, daß General Trepoff am 15. Aug. im Rathe von Peterhof die Be merkung machte, daß ein großer Fehler begangen sei, indem nicht ein die Ge sellschaft reprüsentirendes Kabinet ge bildet wurde. Der Zar, empört über diesen Auö spruch, mied seither den General, und als dieser ein Dokument, betreffs des Verkaufs der Kronlündereien einreichte, wies er denselben an, dasselbe seinem größten Feinde, dem Großfürsten Ni cholas auszuhändigen. Dieser soll den General der Feigheit geziehen haben. Diese Behandlung auS den Händen derer, deren Schutz er sein Leben ge widmet, soll ihn so gekränkt haben, daß ihn ein Herzkrampf befiel. DaS Ein treffen eines TodeSurtheileS vom revo lutionüren Komite soll dann den Tod beschleunigt haben. Frankeich. Streikunruhen. G r e n o b l e , 17. Sept. Großer Stretkaufruhr fand heute hier statt. Ein Bolköhaufe riß die Thüren einer Fabrik ein, schleppte die Einrichtungen heraus und setzte dieselben in Brand. Im Glauben, daß mehrere der Streiker verhaftet seien, griff der Volkshaufe die Polizeiftation an, schleppte auch hier Möbel und Dokumente auf die Straße und äscherte auch diese ein. Truppen wurden zur Stelle beordert und die Ruhestörer wurden mit Kolbenstoßen auseinander getrieben. Dragoner und Kürasfire werden erwartet. Schweiz. Millionen.Erbschaft nicht bestätigt. B a s e l, 17. Sept. ES wird au verläßlicher Quelle mitgetheilt, daß die BaSler Gerichte nicht imstande find, die von Thomann aufgestellten Behaup tungen über seine Millionenerbschaft bestätigt zu finden, und so wird dieser Sensationsfall zum schnellen Abschluß kommen. Thomann behauptete be kanntlich, ein im Jahre 1830 in Ame rika verstorbener Vorfahre haben seinen in Basel lebenden Verwandten 100. 000.000 Frank hinterlaffen. Das Geld sei in 13 Fäffern im Jahre 1331 in Basel eingetroffen, während der in dem genannten Jahre auögebrochenen Revo lution und Trennung des Kantons aber verschwunden. Er verklagte nun die BaSler Regierung auf Ersatz. Ein früherer Versuch gleicher Art, verlief auch erfolglos. China. Priester werden der trieben. H ongkong, 17. Sept. Nach den neuesten Poftnachrichten geht es immer weiter mit dem Erwachen EhinaS. Letzt hin wurden in verschiedenen Provinzen japanische Priester vertrieben, die den Verdacht erweckt hatten, daß fie im Dienste politischer Propaganda stünden. Zwischen Charbin und Chwangschun wurde ein Personenzug überfallen. Als ruffische Soldaten anrückten, fanden fie die Leichen von sechs Passagieren. Hawaii. Die festgefahrenen Dam pfer. Honolulu, 17. Sept. Der gelichtete Dampfer Manchuria" lief heute in den hiesigen Hafen ein. Man glaubt denselben innerhalb 10 Tagen wieder seetüchtig zu machen. Der Dam pfer MmigollV aber fitzt noch fest und die dritte Abtheilung desselben hat fich mit Wasser gefüllt. Eapt. Metcalfe, der !dle Manchuria" lichtete, wird an der Mongolia" seine Arbetten begin nen. Ein Stall der Del., Lack. A Western Bahn in Nanticoke, Pg.. wurde heute durch Feuer zerstört, wobei die 3 und 5.jührige Söhne des JameS Badman verbrannten.

Allerlei kleine Depesche.

17. September. Die Tabaksernte in dem Staate Connecricut ist in diesem Jahre ganz besonders reichlich. In Winnepeg, Man., werden die Baugewerkschaftler fich heute an den Streik begeben. In Tien Tftn, China, wurde heute der im österreichischen Konsulat angestellte Emil Thiele von chinesischen Banditen ermordet und beraubt. Der am Sonntag Abend in Pe terhof verstorbene General Trepoff wird am Mittwoch Vormittag in einfacher Weise in St. Petersburg beerdigt werden. Der Herzog der Abruzzen. der soeben von einer Forschungsreise auf den Berg Buwenzori in Afrika zurück gekehrt ist, hatte gestern eine Audienz bei König Victor Emanuel. Für da neue Schuljahr find u New York 609.788 Kinder angemeldet worden, 20.269 mehr als im Vorjahre. Wegen Mangels an Unterrichtslokalen haben 82.625 auf Halbtagsunterricht gefetzt werden müssen. Der reiche Baukontraktor James Cornelius in Eanton. 0., wurde heute verhaftet, da er im Verdachte steht, seine Frau ermordet zu haben, die heute in einem Hospital an den Folgen eine SchüdelbrucheS starb. Die etwa 600 Mitglieder der Piano und OrgelbauerUnion in To ronto, Canada, streiken, um eine 15 prozentige Erhöhung ihres Lohnes durchzusetzen, der zur Zeit 30 bis 32 EentS die Stunde betrügt. Sarah Bernhardt erklärte heute in Paris, die Patti sei thöricht, daß fie sich schon zur Ruhe fetzen will; fie sei ja erst 63 Iah alt. Sie selbst würde fich noch nicht zur Ruhe setzen und wenn fie 70 Jahre alt würde! Auö Crowley, La., wird gemel det. daß der 31 Jahre alte LeonidaS Casha auf dem etwa acht Meilen nörd lich von Abbeville, La., gelegenen An Wesen des NicholaS Blanc von seinem Schwager Eugene Menleaux während eines Wortwechsels erstochen worden ist. Die Regierung von Ecuador hat mit der franzöfischen Finanzcor poration von Amerika" von Paris und New York eine Anleihe für 527,. 000.000, zahlbar in fünfprozentigen BondS, die 50 Jahre laufen, abge schlössen. In Decatur, Jll., gingen heute 43 Maschinisten und 20 Kesselschmiede der Wabash Bahn an den Streik. Der Streik wird fich in den nächsten Tagen auf das ganze Bahnsyftem ausdehnen, da die Handwerker höhere Löhne ver langen. Der 63 Jahre alte Nachtwächter EhaS. Hall von der Air Line Manu, facturing Sompany Fabrik in Port Norfolk, Va., wurde heute Nacht er. mordet. Zwei Neger find verhaftet worden, da fie im Verdachte stehen, den Mord begangen zu haben. Landarbeiter im Distrikte Buzu luk, Rußland, die verschiedene Land guter plünderten, warfen nach GenSdar men. die fie daran zu verhindern such ten, Bomben, wurden dann aber doch, nachdem Viele von ihnen getödtet wa ren, in die Flucht geschlagen. Ein seltener Fall von Fruchtbar seit wird auS Zabern im Unterelsaß gemeldet. Dort gab gestern eine arme KorbmacherSfrau ihrem vierundzwan zigfien Kinde das Leben. Von den 23 anderen Sprößlingen dieser Muster Mutter find 14 am Leben. Der Verband der Jce Cream Fa brikanten proteftirt gegen den Erlaß de AckerbaU'MinifteriumS, daß Jce Cream mindestens 14 Prozent Butter fett enthalten müsse. Sie sagen 8 Pro zent sei für den Sommer vollauf ge nug, sonst würden die Jce Cream. Bolde" zu üppig. Vor 20 Jahren stahl ein Mann eine Bahnfahrt auf der Nashville & St. Louis Bahn. Heute erhielt der GeneralPassagierAgent der Bahn in Nashville, Tenn., einen Check über $4.50 von dem Mann, der damals eine Freifahrt gemacht hatte, mit der Aus sage, daß er jetzt wohlhabend sei und die Fahrt nachträglich bezahle. In Ochta, einer Vorstadt von St. Petersburg, wurden gestern in einem einsam gelegenen Schulhause, wo fie ihr Hauptquartier aufgeschlagen hatten, sämmtliche Mitglieder der Drujina-, der sümpfenden Organisa. tion der Revolutionäre, verhastet.

GemMer und fäwnu. chelich, rlebnih dreier Touriften bet Abstieg vom ?rt?orn. Der Chemnitze? Maler Philipp Arnold, dessen Tochter und ein Honvedleutnant bestiegen von Antholz aus-das Almerhorn. einen 10.000 Fuß hohen Gipfel, der als verhältnißmäßig leicht gilt. Wegen Müdigkeit der Dame gelangte man erst nach Mittag auf den Gipfel und mußte oben lange rasten. Inzwischen zogen von Süden Wolken heran, und als die Touristen aufcrachen, zuckten bereits in nächster Nähe Blitz auf Blitz. Man wandte stch nordwärts gegen die Patscher Alm. war aber noch nicht weit gekommen, als ein

Blitzstrahl in die Gipfelfelsen einschlug und das Losbrechen einer kolossalen Steinlawine veranlaßte. Sie ging nicht weit von den Touristen nieder, die vom Schrecken eine Zeitlang wie gelähmt waren. Bald begann es auch stark zu hageln. Die Touristen eilten nun rasch bergab und meinten schon, die es an sei vorüber, als plötzlich im Gewände em starkes Knattern erscholl. Fast gleichzeitig wurde der Leutnant von einem faustgroßen Stein am linlen Ärme getroffen und blutig geschlagen. Arnold stellte stch vor seine Tochter und wurde von mehreren Steinen getroffen, so daß er das Gleichgewicht verlor und über den steilen Abhang hinunterkollerte. Da sprang der Leutnant hinzu und riß ihn noch rechtzeitig zurück, sonst wäre Arnold verloren gewesen. So kam er mit mehrfachen Berletzungen davon. Die drei Touristen krochen nun im Hagelschauer und Nebel weiter, bis sie eine Art Ueberhang fanden, wo sie zur Noth gedeckt waren. Diesem Ueberhang verdankten sie ihr Leben, denn bald begann ein geradezu entsetzliches Niederprasseln von großen und kleinen Steinblöcken, die beim Aufsallen wie Granaten krachten und zersplitterten. Dabei herrschte tiefe Dunkelheit. Di? Touristen mußten warten, bis das UnWetter vorüber war; dann beweristelligten ste mit Mühe ihren Abstieg. Die Dame war unverletzt geblieben. Das preußisch gewordene Büffet. Das an der neuerbauten Bahnstrecke Jlmenau-Schleusingen, Thüringen, belegene Dorf Stützerbach ist theils pr?ußisch, theils weimarisch. Als es sich beim Bahnbau um die Aufbringung der Mittel handelte, sagten die weimarischen Stützerbacher: Was brauchen wir eine Bahn? Wir sind schon zufrieden, wenn die preußischen Nachbarn eine solche haben!" In der That haben es die Weimaraner auch fertiggebracht, sich zu einem erheblichen Theil um die Baukosten zu drücken." Wurst wider Wurst, dachten aber die Nachbarn im preußischen Antheil. Die Bahn war fertig, das schmucke Empfangsgebäude grüßte in's Land hinein und drinnen natürlich der Wartesaal mit dem Bierausschank. Aber o Graus! Das Büffet stand in der weimarischen Ecke und die Schanksteuern wären in den Säckel der weimarischen Gemeinde geflossen. Flugs kamen die preußischen Nachbarn und setzten das Büffet in die andere Ecke des Zimmers, auf preußischen Grund und Boden. Die Steuern fließen nun in den preußischen Gemeindesäckel, der seinerzeit auch die Lasten zu tragen hatte. Gebeine des Priefters Diopbta. In Paris kam dieser Tage ein Lumpensammler mit geheimnißvoller Miene zu dem Polizeikommissär des Viertels Les Ternes und erklärte ihm. indem er auf einen umfangreichen Sack wies, eine Dame habe ihm einen Franc gegeben, damit er einen Haufen Menschenknochen fortbringe und verschrotnden lasse. Ter Kommissär, der im Sacke in der That menschliche Knochen fand, begab sich nach der angegebenen Adresse, wo eine Dame erst bestürzt, dann aber in lautes Lachen ausbrechend, seine natürlich etwas scharf gehaltenen Fragen beantwortete: Wenn Sie die Ursachen dieses Todesfalles feststellen wollen, so werden Sie wohl einige Schwierigkeiten haben. Es handelt sich nämlich um den Grotzpriester Diophta, der ungefähr 3000 vor Christi Geburt aestorben ist und dessen Mumie mein Gatte aus Egypten mitgebracht hat. Wir mußten uns dieser entledigen, weil der Geruch in der Wohnung unerträglich wurde." Auf die Auslieferung des Todtenscheines bestand der Kommissär nicht. Die verkannte Mandoline. Ein originelles Mitzverftändniß ist in dem vogrländischen Badeorte Bobenneukirchen voraekommen. Ein unbeweibter Leipziger Professor bestellte das Zimmer, das er schon früher bewohnt harte, mit der Bemerkung wieder, diesmal bringe er seine Mandolme mit. Dort angekommen, fand er sein Zimmer für zwei Personen eingerichtet und mit zwei Betten belegt. Als er seine Wirthin darüber zur Rede stellen wollte, fiel ihm diese mit der verwunderten Frage in's Wort: Nu. Harr Professor, wo is denn Ihnen Ihre liebe Frau?" 2fc " seine Versicherung, er sei immer noch unbeweibt, entgegnete die Frau in gekränktem Tone: Wie schreib' Se nu. Se wollten Ihnen Ihre Mandoline mietbrinae, dacht iech halt: 's wird sei Fraa seifE i n R u b i n von 2 Karat wurde in London im Handel aor nicht lanan 5!eit für 56760 verlaust.

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