Indiana Tribüne, Volume 30, Number 21, Indianapolis, Marion County, 17 September 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne. 17 September 1906

? Der ?!nch - drr bösen Thal J i t 4 ?in Uoman us drr groften ttJflt von 4 X Gregor Samarow J 5 4'4''k''!'4'4''Z''Z''k''k''k''k' (Fortsetzung.) Während die Straße nach dem Rennplatz s?ch mit glänzenden Equipagen und allerlei sonstigem Fuhrwerk und einer dicht gedrängten Reihe von Fußgängern bedeckte, hatte der junge Graf Ezechiel, nachdem der Dienst heute wegen des Rennens früher als sonst beendet war, seinen Freund Braunau aufgesucht, und Beide begaben sich nach einem in dem älteren enggebauten Stadttheil liegenden Hause, in dessen Parterre sich ein Laden mit allerhand alten Sachen befand, welche ein ziemlich buntes Durcheinander bildeten; denn man sah hinter den Schaufenstern verschiedene ganz einfache Dinge, wie man sie in jedem Trödlerladen finden kann, neben altem Porzellan, Goldarbeiten und Juwelen von hohem Werth, sowie auch einige alte Gemälde, an welche Zettel mit dem Namen bedeutender Meister befestigt waren. Eine helle Glocke ertönte, als die Hausthür geöffnet wurde, und Ezechie! folgte seinem Freunde mit einem gewissen Widerwillen durch den dumpfen Flur nach einer hinter den Ladenräumen liegenden Thür, an welcher man auf einem Messingschilde las: . Ehrenfried, Kunsthändler und Antiquar." Eine scharfe Stimme rief :,.Herein!" als Braunau anklopfte, und die beiden Offiziere traten in ein ziemlich großes nach dem of hinausgehendes Zimmer, das mit dem nach der Straße gelegenen Ladenraum unmittelbar zusammenhing. Beide Räume waren ganz und gar gefüllt mit Schränken und Kisten, alte Bilder und Kupferstiche hingen an den Wänden, und auf großen Tischen waren allerhand kleinere Gegenstände ausgebreitet in gleicher bunter Mannigfaltigkeit wie in dem Schaufenster. An einem Tisch, welcher mit Büchern und Papieren und zugleich mit allerhand Werkzeugen bedeckt war, saß ein Mann von etwa fünfzig Jahren in einem weiten schaffellgefütterten Schlafrock. Seinen ziemlich kahlen Kopf bedeckte ein Sammetkäppchen, sein glatt rasirtes Gesicht war fast ausdruckslos. seine kleinen runden Augen blickten lauernd unter den dichten Augenbrauen hervor und bewegten sich unstät, so daß sie niemals fest auf einem Gegenstande zu haften schienen. Ehrenfried war beschäftigt, mit eine feinen Bürste eine alte Kette abzureiben. Er wendete sich um. als die Beider, eintraten, und stand, als er den Gra fen Ezechiel erblickte, schnell auf. um ihn mit einer tiefen Verbeugung zu begrüßen, während sich seine schmalen Lippen zu einem verbindlichen Lächeln zusammenzogen. Ich komme, mein lieber Herr Ehrenfried," sagte Braunau, in der von uns besprochenen Angelegenheit. Sie wünschten, um unser Geschäft abzuschließen, daß mein Freund, der Graf Hakenstein, meinen Wechsel mit unterzeichne. Der Graf ist dazu bereit und hat mich hierher begleitet, da Sie wohl seine Unterschrift nicht kennen möckten." Der Herr Graf sind mir sehr wohl bekannt." sagte Ehrenfried mit einer dünnen scharfen Stimme ich habe oft die Ehre gehabt, ihn auf der Gasse reiten und auch im Regiment zum Exerzieren ausrücken zu sehen. Es gibt wohl Niemand in der Stadt, der den Herrn Grafen nicht kennt, aber freilich seine Unterschrift habe ich noch

niemals gesehen. Wir haben noch kein Geschäft miteinander gemacht, was ich sehr bedauere, denn es wäre mir eine große Ehre gewesen. Wenn der Herr Graf aber hier das Papier unterzeichnen. so ist die Sache ja in voller Ordnung die Unterschrift des Herrn Grafen ist mir ganz und gar genügend." Ezechiel schien durch die ganze Szene unangenehm berührt. Er neigte in schweigender Zustimmung den Kopf, und Ehrenfried zog aus einem Schuüfach des alten wurmstichigen Tisches ein Wechselformular hervor, füllte dasselbe aus und stellte ein Schreibzeug zurecht. Braunau unterschrieb zuerst. Ezechiel zögerte einen Augenblick, als er zum ersten Mal seinen Namen in dieser Weise schreiben sollte, aber er hatte es ja seinem Freunde versprochen und setzte mit schnellem Zuge seine Unterschrift unter das Papier. Es wird mir eigentlich recht schwer," sagte Ehrenfried seufzend. das Geschäft geht schlecht und man hat Mühe, sich vor Schaden zu bewahren. Da habe ich diese Kette hier gekauft für schweres Geld eben habe ich sie noch einmal geprüft, und ich bin nicht sicher, ob es wirklich altes Kronengold ist. Die Arbeit ist alt. das ist richtig, aber man hat auch in früherer Zeit schon verstanden, das edle Metoll zu verfälschen, und ich mutz lange warten mit meinen Waaren, bis ich einen Liebhaber finde. Da verdient man wenig, aber ich bin immer gern bereit, gefällig zu sein." Er öffnete langsam den m einer Ecke stehenden Geldschrank, zählte die Summe ab und nichte Braunau die Banknoten

Dieser steckte die kostbaren Papiere h;

ein Portefeuille, das er mitgebracht, und athmete erleichtert auf. indem er Ezechiel mit dankbarem Blick die Hand druckte. Wollen die Herren nicht meinen Laden ansehen," sagte Ehrenfried, nachdem er den Wechsel in seinen Geldschrank verschlossen es wird mir eine besondere Ehre und Freude sein, wenn der Herr Graf Hakenstein etwas nach seinem Geschmack finden sollten, ich habe vorzügliche alte Waffen aller Art, alte Toledo.klingen, herrliche antique Bronzen." Ich habe heute keine Zeit übrig," fiel Ezechiel ungeduldig ein. Nun vielleicht ein ander Mal " sagte Ehrenfried, ich hoffe, daß der Herr Graf nicht zum letzten Mal bei mir gewesen sind." fügte er mit einem aufblitzenden tückischen Blick hinzu. Dann begleitete er die beiden Herren bis zur Hausthür, und Ezechiel athmete tief auf, als er auf die Straße trat. Ich werde Dir diesen Dienst nie vergessen." sagte Braunau. dessen Gesicht von glücklicher Freude strahlte. ..Tu hast mir das Glück meines Lebens gerettet, das ohne Dich verloren gewesen wäre. Sei gewiß, daß ich von ganzer Seele dankbar bin." ..Sprich nicht mehr davon." erwiderte Ezechiel, während sie durch die alte finstere Straße hinschritten, aber versprich mir noch einmal, Dich niemals wieder zu solchem Leichtsinn verführen zu lassen. Das einzige Opfer, das ich Dir gebracht habe, war, die Höhle dieses Menschen zu betreten, die mir vorkommt, als ob sich Schlangen darin ringeln, um das Blut ih'er Opfer zu saugen." Seine düstere Miene klärte sich erst wieder auf, als sie den Kasernenhof erreichten, um ihre dort bereit gebaltenen Pferde zu besteigen und nach dem Rennplatz hinauszureiten. Hier war das Rennen bereits im Gange. Die Tribünen waren roll besetzt, ein großer Theil der vornehmen Gesellschaft, sowohl Damen wie Herren, befanden sich auf dem Platz um den Totalisator. Die Damen waren meist in ihren Wagen geblieben und hatten sich von ihren Sitzen erhoben, um dem Lauf der Pferde zu folgen, während die jungen Herren an die Equipagen herantraten, um eine Unterhaltung zu führen, und diese oder jene Erfrischung zu reichen. Graf Ezechiel und Braunau stiegen ab. überließen ihre Pferde dem Reitknecht und begaben sich in die Näbe des Totalisators, um von hier aus die ganze Versammlung zu überblicken und sich nach ibren Bekannten umzusehen. Sie stießen fast unmittelbar auf den Sohn des Bankiers Eohnfeld. einen jungen Menschen von wenig vornehmen Manieren, der eine übertriebene Ele ganz zur Schau trug und mit einigen Offizieren, deren kalte Zurückhaltung er nicht zu bemerken schien, sehr laut und eifrig sprach. Braunau trat zu ihm heran und sagte: ..Auf ein Wort. Herr Cohnfeld ich habe noch eine Aegelegenhcit mit Jbnen ?u ordnen.trat etntge schritte icttwarts. Cohnfeld folgte ihm und sagte lachend mit hochmüthiger Miene: O, ich bttte Sie, Herr von Braunau, das hat ja gar keine Eile, und wenn Ihnen die Sache etwa nicht paßt, so machen Sie sich keine Sorgen, gar keine Sorgen." Da ich Sie hier' treffe." sagte Braunau mit eisiger Kälte. ..so wäre es mir lieb, sogleich die Sache zu erledigen Ich bitte Sie also, wenn es Sie nicht genirt. hier die Summe anzunehmen. die ich Ihnen noch zu zahlen habe. Er reichte Cohnfeld das Portefeuille mit den von Herrn Ehrenfried empfanqenen Banknoten. Wollen Sie sich überzeugen, daß die Summe richtig ist." sagte er. Cohnfeld sah ihn verwundert an. Fast schien es, als ob diese Wendunc ihm nicht ganz erwünscht sei. Bitte, Herr von Braunau," erwiderte er. das ist durchaus nicht nöthig. Ich habe nur noch mein Bedauern aus zusprechen, daß Sie neulich unglücklich waren, und bin jed.rzeit berett, Ihnen Revanche zu aeben. Das Glück und das Unglück wech sein im Spiel wie im Leben." sagte Braunau leichthin tm Sptel fret lich ist mir das Unglück wohl lieber als das Glück." Er grüßte flüchtig und trat zu dem Grafen Ezechiel. der in einiger Entfernung stehen geblieben war und durch setn Glas die Trtbunen musterte. Cohnfeld kehrte zu den Herren zu rück, mit denen er vorher gesprochen. Zu denselben war .uch Graf Balduin Hakenstein herangetreten. Was hatten Sie denn so eifrig mtt dem Herrn von Braunau zu verhandeln " fragte er den jungen Cohnfeld, wenn es nicht indiskret tst? Es sah ja fas aus, als ob Ste eine wichtige Staats aktion mit einander vorhätten." Cohnfeld war über die Anrede des jungen Grafen, der sich sonst so hoch müthig von ihm fern zu halten pflegte sichtlich erfreut und erwiderte: Es war nur eine Kleinigkeit, Herr Graf Herr von Braunau berichtigte etne ptelschrld. ich mufz es sagen mt einer musterhaften Pünktlichkeit, die in der That gar nicht nothig war. Ich habe davon gehört," sagte Bal duin leichthin, er hat neulich großes Unglück gehabt." Es war nicht bedeutend," sie Cohnfeld ein zehntausend Thaler warf er mit gleichgiltiger Miene hin

es wäre wirklich gar nicht solche

Eile gewesen, ich hätte gewiß keine Schwierigkeiten gemacht." Baldutn warf unter semen gesenkten Augenlidern hervor einen schnellen Blick zu seinem Bruder hinüber, der sich noch mit Braunau unterhielt. Cohnfeld suchte das begonnene Gesprach eifrig fortzusetzen. Balduin aber brach schnell ao und trat zu einem in der Nähe stehenden Wagen heran. Graf Ezechiel und Braunau schienen bald ihre Orientirung über die auf dem großen Platz versammelte Gesellschaft vollendet zu haben. Sie trennten sich, und Graf Ezechiel stieg zu den Tribünen hinauf, während Braunau sich zwischen die Wagenreihen begab. In einer der vorderen Reihen der Tribüne neben dem Ssitenaufgang saß Frau von Bärenstein. Ste war tn einen Pelzmantel von dunkelgrauer Seide gehüllt. Ihr Gesicht war etwas bleich und ermüdet, ihre großen Augen blickten gedankcnvoll über den Platz hin, ohne daß sie an den Vorgängen dort auf der Rennbahn ein besonderes Interesse zu nehmen schien. Der Sitz neben ihr war leer, da ihr Gemahl, der denselben eingenommen hatte, hinabgestiegen war, um Bekannte aufzusuchen. Sie schrak zusammen, als Graf Eze chiel plötzlich den S:itenaufgang heraufschreitend. zu ihr heran trat. lind sich nach ehrerbietigem Gruß an ihre Seite setzte. Mit schmerzlichem Vorwurf sah sie ihn einen Augenblick an. Dann sagte sie leise, mdem sie Mit ihrem kleinen Muff halb das Gesicht bedeckte: Es ist nicht recht, fast möchte ich fagen, nicht ritterlich, daß Sie mich hier aufsuchen, wo ich mich Ihnen nicht ; entziehen kann, wie es mein? Pflicht ist nach dem, was Sie mich gestern anzuhören gezwungen haben." Seine Augen, die bei ihrem Anblick freudig aufgeleuchtet hatten, verdüsterten sich. Er blickte forschend umher. Die nächsten Plätze waren leer und alle Blicke waren auf die oben an einer Biegung der Bahn auftauchenden Pferde gerichtet. Er beugte sich zu ihr herab und sagte mit traurigem Ton: Einen solchen Gruß hatte tch von Ihnen nicht erwartet, Mathilde, nachdem doch gestern meine Worte den Weg zu Ihrem Herzen gefunden zu haben schienen, und nachdem ich die ganze Nacht nur an Sie gedacht, nur von Ihnen geträumt. Schmerzlich mag es sein, was ich Ihnen habe sagen müssen, weil es die Wahrheit ist. aber einen Vorwurf verdient die Liebe nicht und auch nicht die Hoffnung, die mir den Muth zum Kampf um mein Glück gegeben. Ich kenne keine Liebe, kein Glück und keine Hoffnung, erwiderte sie, ohne die Augen aufzuschlagen ich kenne v"r hif Pflicht, und wenn es "nen Kampf gilt, so werde ich ihn begehen für das Gebot der Ehre und für das Heil und den Frieden metner Seele." JUlatmüt um Lottes willen,' sagte er flehend, was ist geschehen? Was ist mtt Ionen vorgegangen? Sie müssen wissen, daß Sie mir gestern die Hoffnung nicht genommen haben hat man etwas bemerkt hat man Ihnen Vorwürfe gemacht? fragte er mit zitternder Stimme. Wenn Sie in einem Wort, in einem Blick von mir Grund zu einer thörich ten, einer wahnsinnigen Hoffnung gefunden haben, so habe ich ein Verbre chen begangen, das ich tief bereue, un schwerere Vorwürfe können mich nicht treffen, als sie in metnem eigenen Her zen aufsteigen darüber, daß ich Sie nur angehört habe. Sie haben mich dazu gezwungen; aber nicht noch einmal soll dies geschehen, nicht noch einmal soll mein Schweigen Ihnen Grund zu ver brccherischen Hoffnungen geben! Ich beschwöre Sie, mich zu verlassen ich wäre wahrlich nicht hierhergekommen, wenn mein Gemahl es nicht verlangt hätte ich wollte Sie nicht wieder sehen ich will Sie nicht anhören!" Mathilde." rief er. halten Sie ein Ich bitte Sie." unterbrach sie ihn streng und kalt, mich zu verlassen, oder, bei Gott, ich werde diesen Platz räumen und meinen Gemahl aufsuchen, um mich zu schützen! Er fuhr zurück, sein Gesicht würd: todtenbletch, etn unendltcher Schmerz sprach aus setnen Augen. Sie sind hart, Mathilde, grausam hart. Ich gehe, aber dennoch werde ich nicht von Ihnen lassen. Mein Glück und meine Hoffnung würde ich Ihrem Willen opfern; aber auch Ihr Glück steht auf dein Spiel, auch Sie darf iö nicht einem jammervollen, verlorenen Leben preisgeben." Er stand auf, grüßte und stieg die Trevpe der Trtbune wieder herab. Niemand von den in der Näle Sitzenden konnte wohl bemerkt haben daß zwischen den Beiden irgend etwas Außetordentliches vorgefallen sei. Es war ja eine kurze Konversation gewesen. wie sie vielfach zwtschen Bekann ten geführt wurde, und daß Graf Bal duins Blicke von dem Platze her seinem Bruder auf dte Trtbune gefolgt waren hatte dieser auch nicht bemerken kon nen. Während Graf Ezechiel die Treppe htnab stteg. hatten dte Pferde das Zie pafsiri, und die allgemeine Aufregung war beendet, als der Sieger bekann wurde.

Die Bewegung des qefellraen Ber-

kehrs unter den Zuschauern wurde lebhafter. Graf Ezechiel begegnete unten an: Eingange zu den Tribünen dem Barou Bärenstein, der wieder zu seinem Platz zurückkehrte. Der Baron reichte ihm mit freundlichem Gruß die Hand und sagte lachend: Da sind Sie ia auch, mein lieber Graf. Sie sind spät gekommen ich glaubte schon, daß Sie ganz ausbleiben würden nach der Anstrengung des gelingen Abends, die Sie wohl mehr gefühlt haben müssen als wir alten Herren, die wir unseren gemüthlichen Platz am Whisttisch hatten, während Sie Ihre Tanzpflicht erfüllten. Man sieht Ihnen auch die Ermüdung an. und ich rathe Ihnen erst zu einem guten Diner und dann zu einem gesunden Schlaf. Ich kann nicht leugnen, daß ich ein wenig schadenfroh bin, wenn ich sehe, daß die Jugend, die so viel vor uns voraus hat, doch wenigstens dem Naturgesetz ihren Tribut bezahlen muß." Graf Ezechiel hatte mit leichtem Zögern die Hand des Barons ergriffen. Er vermochte dessen offenen, ruhia freundlichen Blick nicht zu ertragen und erwiderte einige Worte, von denen er selbst kaum Rechenschaft hätte geben können. Meine zZrau." fuhr Bärenstein fort hat auch von der durchwachten Nach: zu leiden gehabt, und ich habe sie nur mit Mühe bewegen lönnen, zum Rennen hinaus zu fahren, um sich an der frischen Luft zu erquicken. Sie hatte freilich schon vorher über Unpäßlichkeit geklagt wir wollen auch bald auf das Land gehen auch tch bin des unruhigen Lebens ein wenig müde, und dte Gesellschaft wird ja nun hter bald auseinandergehen." Wieder gab Ezechiel eme flüchtige und kurze Antwort, und fühlte sich wie von einer schweren Last befreit, als einige ältere Herren herantraten, um den Baron zu begrüßen. So sehr er es für eine Pflicht und ein Recht seines Herzens hielt, die junge Frau, die er mit so heißer Glutb liebte, von den Fesseln, unter deren Druck sie vergehen mußte, zu bcfereien. so fühlte er sich doch dem Manne gegenüber, dem er Ruhe und Glück rauben mußte, um das Ziel seiner Sehnsucht zu erreichen, als falsch und fast feig, und schnell eilte er davon, um sich unter die Gruppen auf dem freien Platz zu mischen. Er fand Braunau am Schlage eines leichten mit zwei englischen Pserden bespannten Jagdwagens in eifrigem Gespräch mit der jungen Gräfin Rothenfels, die mit ihrem Vater hinausgcfahren war, und, wie sie stets zu thun pflegte, selbst die Zügel geführt hatte. Der Graf war ausgestiegen, und die Beiden benutzten ebenfalls eifrig die Gelegenheit, welche sich ihnm hier bot. inmitten einer großen Gesellschaft allein zu sein. Die junge Gräfin Rothenfels mochte etwa siebzehn Jahre alt fein, ihr? fchlanke Gestalt wurde außerordentlich vortheilbaft bervoraeboben durch einen anliegenden Pelzmantel, ein kleiner pelzverbrähmter Hut mit einem Federstutz bedeckte kokett ihr schwarzes Haar; ihr schönes frisches Gesicht mit den feurigen schwarzen Augen strahlte von jugendlicher Lebenslust und während sie, von dem hohen Wagensitz sich niederbeugend, dem eifrig zu ihr sprechenden jungen Offizier zuhörte, spielte um ihre frischen rosigen Lippen ein glüäliches, aber auch ein wenig übermütbiges und fast spöttisches Lächeln, als ob sie, wenn auch durch seine Worte. die er ihr zuflüsterte, freudig bewegt, doch die Neigung nicht unterdrücken könne, ihn etwas zu necken und ihm zu zeigen, daß die Rosen ihrer Gunst nicht ohne Dornen seien. Als Graf Ezechiel zu den Beiden herantrat, schien es, als ob eine leicht? Wolke des Unmuths über die Unterbreckmng des jedenfalls interessanten Gesprächs ihr Gesicht beschattete, aber dennoch reichte sie ihm freundlich die Hand und neigte errothend den ops. als Braunau glückstrahlend sagte: Er stört uns nicht, der gute Zzechiel, er ist mein Freund, mein bester und mein wirklicher Freund, vor ihm habe ich keine Geheimnisse, und mögen sie auch der ganzen Welt gegenüber in die Tiefen meines Herzens begraben fein." ..Das ist bedenklich," sagte Gräfin Jda, tndem sie dte Augen mit schall haft neckischem Blick aufschlug Her zensgeheimnisse sollen eigentlich keinen Mitwisser haben, die guten Freundsind solchen Geheimnissen oft gesahrlich. sie halten es wohl für ihre Pflicht. bei dem Freunde sich zu Advokaten de Vernunft zu machen, die ja selten mit den Gefühlen des Herzcns einig ist. ..Das ist nicht bedenklich bei dem ' Geheimniß, das ich in dem herzen met nes Freundes Braunau entdeckt habe. Komtesse." erwiderte Ezechiel mit ofsener Herzlichkeit zu dem schönen Mädchen aufblickend und m mir wahr lich haben Diejenigen, mit welchen er sein Geheimniß theilt, keinen Feind zu furchten, b:x ihn zu der kalten Ver nunft zurückführen möchte, die ja hier auch wohl mit der Sehnsucht des Her zens in keinem Widerspruch steht." f (Fort etzung folgt.) Haiti verwendet reichlich den sechsten Theil der Staatseinnahmen zur Gewährung von unentgeltlichem Schulunterricht.

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