Indiana Tribüne, Volume 30, Number 21, Indianapolis, Marion County, 17 September 1906 — Page 5

Jndiann Tribune,

JÄcrurban Zeit-Tabellc.

I. U. T. System. .I rost Sonntag, den 20. 5ai 1906. Züge verlassen Indianapolis. uncie ck Marion Division, awrence, Fortville, Pendleton, nderson, Aorktown, Muncie, Middletomn, Alezandria, ummitville, Fairmount, Gas City, JoneS voro und Marion. 4 00 5 C5 6 00 7 05 8 00 9 06 10 00 11 00 11 06 12 00 Lm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Bm. Vm. Mttgk. 1 05 Rm. 2 00 Nm. 3 06 Nm. 4 00 Nm. 5 00 Nm. 5 06 Nm. 6 00 Nm. 7 05 Nm. 8 00 Nm. 9 05 Rm. 11 30 Nm. Limited. Logansport & Peru Division. Tarmel, Noblesville, Cicero, rcadia, Atlanta, Tipton, Kokomo, Galvefton, alton, Logansport, Miami, Bunker Hill, Peru und Elwood. 5 00 Bm. 1 45 Nm. 6 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Bm. 3 45 Nm. T 46 Vm. 6 00 R. " 00 Bm. 5 45 Nm. 46 Vm. 7 00 Nm. 11 00 Vm. 7 45 Rm. 11 45 Bm. 9 00 Rm. 1 00 Nm. 11 30 Nm. Limited. er Zug um 11:30 bendö der Jndian. is-LoganSport .Division geht nach Peru Natt Logansport. Reue spezielle Bedienung nach Ft. Wayne. Aüge verlassen Indianapolis um 7:00 und aI.-OO Uhr Vormittags und 3:00 und 7:00 Uhr Nachmittags, machen die Fahrt nach t. Warme in 4 Stunden und 40 Minuten. Reuer Zug Marion Flyer Verläßt arwn 7:56 Vormittags und 1:55 Nach ittagS ; Verläßt Indianapolis 11:00 Bor nttagS und 6:00 Nachmittags ; hält bloS in nderson und Alexandria an. Anschließende Linien erreichen Davto, vhio, Ft. Wayne, Huntington. Wabash, lsontaine. Swayzee. Greentown, Hartford Gity, Montpellier, Blusston, Winchester, Anion City, Greenville, O., und Zwischen Nationen. Fracht, und Passagier Office Termin Wartezimmer. Telephon M 175. Indianapolis & Eastern. nntted Züge fürl Richmond und allen Uunkten in Ohio, welche verbunden find mit ektrischen Linien, '.um 8:10 und 11:10 Bor Mags, 2:10 und 5:10 Nachmittag und :10Xbends. Locale Züge für Richmond nd Zwischenftatwnen von 6:00 Uhr Vor. tttagS an und dann jede Stunde, ausge nommen die Limited Reit, bis 9:00 Abend 7nX Uhr Abends ausgelassen). Letzter Zug ach Greenfield um 11:30 Uhr AbendS. Indianapolis & Martinsville. erste Morgen-Ear um 5:10 Uhr Morgen. Dann von 6:00 Uhr Morgen jede Stund oxi 9:00 UKr Abends. Abend - Car verlassen die Jnterurban Station um 10:00. 11:30 und 11:50 Abends. Die 10:00 und 11:50 Cars fahren nur bis Mooreöville. Indianapolis Coal Traction Co. Züge laufen stündlich von Jndianapoli aach Plaifield von 5:00 Uhr Morgen Ki 11:00 Uhr Abend ; ausgenommen d Swn. den 8:00 und 10:00 Uhr Abend. Indianapolis & Nortyweftern. üae laufen stündlich von 5:00 Uhr Mor, gens bi 8:00 Uhr Abend. Anschluß in Lebanon für Thorntownund'Cramfordöville. Der Zug um 10:00 Uhr .Abends fahrt dfo bis nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr Abend fährt bi ach Frankfort, Anschluß in Lebanon für Erawfordöville ; derselbe sährt in der Sonn, tag Nacht blo bi nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um 8:10 und 11:10 Uhr Morgens, und 2:10. 5:10 Nachmittag und 7:10 Abends. Für KrawfordSville um .10:45 Bormittags und 4:26 Nachmittags. Neinhold Stark, Haus-, Schilder-, ... .und, Fresco-Maler, Holzmalerei, ( Gralning meine Spezialität. No. 40 West Raymond Str. Neuer Telephon 9788. "I AM FOR WOMEN" Water Motor WashingMachines Cor. Noble and Mlchigan New Phone 1139 Maas Bros. z

Dreifacher ranblichcr Doktor.

Glänzende tviffenschaftliche Erfolge cinei Bauernmavchens rn Portugal. In Portugal, einem Lande, das bisher von der Frauenemanzipation noch nicht allzusehr eingenommen ist, lebt eine Dame, Frl. Tmitilla de Carvalho, welche drei Doktorhüte besitzt. Sie ist nämlich Doktor der Philosophie, der Mathematik und der Medizin. Domitilla de Carvalho ist die Toch ter eines armen Landmannes, der seine Frau mit zwei Kindern bei seinem Tode in großem Elend zuruäuetz. Da das junae Mädchen große Begabung verrieth, ließ sie die Mutter das Lehrerinneneramen machen. Der HauptPrüfung wohnte als Vorsitzender der Prüfungskommission der UniversitätsProfessor von Coimbra, Doktor Fernando de Mcllo, bei. Der Präses war über die ausgezeichneten Antworten Tomitillas so erstaunt, daß er sie ausforderte, ihre Studien an der Unwersität fortzusetzen. Nur mit Mühe ge lang es jedoch dem Einflüsse ihres Protektors, dem weiblichen Studenten die Pforten der alma rnatet" zu erschließen. Anfangs hatte das Mädchen mit großen materiellen Schwierigkeiten zu kämpfen, doch durch die Gnade der Köniain selbst, der die begabte Studentin vorgestellt wurde, war sie bald die ser Sorgen enthoben. Sie inskribirte sich zunächst an der philosophischen Fakultät und konnte nach vierjährigem Studium mit 21 Jahren ihre Promo tion als doctor philoiophiae" feiern. Domitilla hatte mittlerweile auch Mathematik und Astronomie betrieben. Nach Beendigung ihrer mathema-tisch-astronomischen Studien wurde Dr. Domitilla auch zum Doktor der Mathematik promovirt. Trotz der so glänzenden Studienfortschritte gelang es dem zweifach gekrönten Doktor doch nicht so leicht, eine Anstellung zu erhalten. Domitilla hatte das Versprechen der Königin, daß sie bei einer Anstellung am Observatorium berücksichtigt werden solle. Die Zeit bis zur Erlangung eines solchen Postens suchte nun Domitilla de Carvalho mit dem Studium der Medizin, für das sie sich bereits am Anfange ihrer Universitätsjahre interesnrt hatte, auszufüllen, das di? junge Medizinerin schließlich so gefangen nahm, daß sie die vakant gewordene Stelle am Observatorium nicht in Anspruch nahm. In den fünf Jahren ihres. Medizinstudiums erwarb sich Domitilla höchst ehrenvolle, aber auch gewinnreiche Prämien für ihre giernsenden Arbeiten. Mit 29 Jahren war Domitilla de Carvalho dreifacher Doktor. Sie praktizirt jetzt schon zwei Jahre an einer Klinik und privatim und genießt großes Vertrauen. Jbre Auszeichnungen geben ihr jetzt das Recht, sich das Diplom eines Profes, sors an der Universität zu erwerben. Fräulein Dr. Domitilla de Carvalho ist eine anmuthige, schlanke Erscheinung mit sanften dunklen Augen und den liebenswürdigsten Zügen, die von ihren Patienten nahezu vergöttert wird. Der Brand von Tsysran. Augenzeugen des Brandes von Ssysran, Rußland, die in Dampfern nach Ssaratow gekommen sind, berichteten herzzerreißende Einzelheiten vom Unglück. Der Brand nahm einen so ungeheuren Umfang an, hauptsächlich des starken Sturmes wegen, der das Feuer mit ungeheurer Schnelligkeit von einem Ende der Stadt bis an's andere trug. Dann veränderte er plötzlich seine Richtung und umgab s das Centrum der Stadt mit einem Feuerring. Die Bewohner ergriff eine derartige Panik, daß viele freiwillig in den Tod stürzten. Einige wollten sich vor der Gluthhitze in einem Straßenbassin retten, wurden aber im Wasser jämmerlich zu Tode gekocht. Viele wurden von den Flammen ergriffen und oerbrannten bei lebendigem Leibe. Nach wenigen Stunden ragte nur ein Kirchenthurm empor, umgeben von einem Flammenmeer. Das geschah alles so schnell, daß niemand an Lösch- und Rettungsversuche dachte. Das ganze Ufer war von Flüchtlingen besetzt, viele stürzten sich in's Wasser, um ihre Brandwunden zu kühlen, andere, stärker verletzt, krochen dem Wasser zu. Der Dampfer Kupez" war schon überfüllt von Menschen, die vor Angst und Schreck halb wahnsinnig waren; und eine ganze Schaar flehte kniefällig den Kapitän an, sie auch mitzunehmen. Das Schrecklichste war. daß man den Leidenden keine Hilfe gewähren konnte. Auch gab es niemand, der AnOrdnungen hätte treffen können. Verwaltung, Polizei, Militär nichs existirte. Es waren nur Haufen Wahnsinniger, halbnackter Menschen vorhanden. Ein Mann in einem Priesterrock wurde in's Feuer geworfen, weil die Menge ihn für einen verkleideten Brandstifter hielt. Leute, die zur Brandstätte vordringen wollten, wurden durch die halbverkohlten Leichen abgeschreckt, die auf dem Wege lagen. Die Zahl der Opfer ist unbekannt. Die Rauschkur" besteht darin, daß man Gewohnheitssäufern alle ihre Speisen und Getränke mit löranntwein mischt, bis sie vor diesem den gründlichsten Ekel bekommen. Fast ein Drittel der gesammten Bevölkerung der Erde bedient sich der chinestschen Sprache oder mit dieser nahe der wandte? Dialekte.

Kameruns Handel. Ein: und Ausfuhr des deutschen Schntzgeble tt4 in Zahlen. Der Gesammthandel des deutschen Schutzgebietes Kamerun über öie Küstengrene betrug im Jahre 1905 22,324,096 Mark gegen 16,770,341 Mark im Jabre 104, so dajz eine Zunahme um 5,553,755 Mark oder von 33 Prozent zu verzeichnen ist. Die Einfuhr belief sich auf 13,281,322 Mark gegen 9,167,673 Mark im Vorjahre, die Ausfuhr auf 9.042.774 Mark gegen 7.602.668 Mark in 1904. Was den Verkehr mit den einzelnen Herkunfts- und Bestimmungsländern betrifft, so rraren 1905 am GesammtHandel beiheiligt: Teutschland mit 77.93 Prozent. England mit 20.76 Prozent, die afrikanischen Nachbargcbiete mit 0.57 Prozent, Amerika mit 0.26 Prozent, die übrizen Länder mii 0.48 Prozent. Aei der Einfuhr stellte sich der Antheil Deutschlands auf 74.99 Prozent, derjenige Englands auf 22.94 Prozent, bei der Ausfuhr der Antheil Deutschlands auf 82.23 Prozent, derjenige Englands auf 17.55 Prozent. Das Verhältniß entspricht im wesentlichcn demjenigen des Vorjahres. Die Zunahme der Einfuhr vertheilt sich auf alle Waarengattungen; ans eine vermehrte Kaufkrast der Eingeborenen deutet, daß der Import von T?bak, Geweben aller Art, Leibwäsche. Kleidern u. s. w. sehr stark gestiegen ist. Die stark vermehrte Einfuhr von Materialwaaren und Maschinen für industrielle Betriebe steht mit de Versuchen zur Erschließung von Erdöl in Verbindung. Bei der Ausfuhr ist nur diejenige von Palmenöl, dem Werthe, jedoch nicht der Menge nach um eine Kleinigkeit weiter zurückaean.,cn; dagegen ist, wie für alle wichtigeren Landesprodukte. Kaffee, Elfenbein. Kaao. Bau- und Nutzbolz. Kolanüsse, auch für Palmenkerne eine Zunahme zu verzeichnen. Merkwürdiges Wctrcrschietzen. Die Kurgäste eines steiermärkischen Luftkurortes hatten sich dieser Tage in corpore auf der dortigen WetterschießStation" versammelt, um das seltene Schauspiel des Wettcrschießens mitanzusehen. Unter ohrenbetäulcndem Getöse spieen die zehn Hagelkanonen ihre Wirbel gegen die tief hängenden schweren Wolken. Vergebliches Bemühen? Ter Regen floß in Strömen vom Himmel. und als sich nun gar durch ein immer deutlicher vernehmbares Pfeifen ein Hagelsturm ankündigte, da war's um den Muth der Zuschauer geschehen. Sauvc qui peut" (rette sich, wer

!ann!) war die Losung, und m allgemeiner Flucht ging es den Berg hinunter in's schützende Thal. Nach bangen fünf Minuten legte sich der Hagelsturm, die Macht des Unwetters war gebrochen, und als die beherzten Zuschauer den Entschluß faßten, sich von der Wirkung des Wetterschießens" an Ort und Stelle zu überzeugen, da bot sich ihnen ein merkwürdiges Bild: Da standen die Hagelkanonen verlassen, und ihre noch drohend gegen die Wetterwolken gerichteten trichterförmigen Rohre, die mit ihren Schüssen den Hagel abwehren sollten, waren angefüllt bis zum Rande mit walnußgroßen Hagelstücken! Die Weinberge und Feldfrüchte in der ganzen Umgegend aber waren durch das Hagelwetter zum größten Theile vernichtet. DaS erste deutsche Unterseeboot. Das erste deutsche Unterseeboot, der Bauer'sche Brandtaucher, ist dieser Tage von iciel nach Berlin befördert und dem dortigen Museum für Meereskunde einverleibt worden. Das 26 Fuß lange Fahrzeug, das 75,000 Pfund wiegt, fand 1850 im schleswigholsteinischen Kriege die erste und einzige Verrwendung. Es sollte mittelst unterseeisch am Kiel angebrachter Minen die dänischen Blockadeschiffe, die vor dem Hafen lagen, zerstören. Der Erfinder Bauer war ein bayerischer Unteroffizier, der am Kampfe gegen Dänemark theilnahm und später sich noch als Erfinder auszeichnete. Bauer unternahm mit zwei Leuten die erste Probefahrt und fuhr weit in den Ha fen hinaus. Zweimal ließ er das Tauchboot versenken, zweimal kam es glücklich an die Oberfläche, der dritte Versuch mißlang. Das Fahrzeug ging unter und lag 36 Jahre auf dem Meeresgrunde; 1887 wurde es bei Baggerungen entdeckt und gehoben. Der gemüthliche Alex. Ein Gastwirth, der selbst seine Geschäftszeit beschränkt und sich selbst eine verkürzte Polizeistunde stellt, dürfte immerbin zu den Seltenheiten gehören Die Stadt Dessau in Anhalt besit,t einen solchen einsichtsvollen Mann; er wünschte die Konzentration des Ver kehrs in seinem gastlichen Lokale aus die Zeit vor zehn Uhr Abends. Im Anhaltischen Staatsanzeiger moti virte er diese Einrichtung durch fol gende von tiefer Erkenntniß zeugende Bekanntmachung: Da mir das lange wartende Licktverbrennende Zcitverschwendende Geistertödtende Sinlienverivirrende Selbstc'.llestttnkende (eldznsehende Schttldcnniachende NachtlichaUciiiswende Kneiperieben n'.chk mehr gefällt, schlieft ich wieder um 10 Uhr; bis dahin flotte Bk diennng. Der gemüthliche Aler

Privawerllcherung.

Sinhcimische und uoländischc Versicherung,' unternel,mungcn in Teutschland. Das kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung in Berlin hat jüngst emen sehr umfassenden Geschäftsberich! für das Jahr 1905 herausgegeben, dem wir entnehmen, daß der Reichsaufsicht 1180 Versicherungs - Unternehmungen unterlagen, darunter 74 ausländische. Darunter letneben von den inländi schen die Lebensversicherung 381 mit emer Gesammt - Bruttoprämie von 408.820,100 Mark, 44 die 5)aftPflichtversicherung mit 54.263.433 Tl., 19 die Hagelversicherung mit 22.049.820 Mark. 536 die Viehversicherung mit 11,884.724 Mark. 75 die Feuerversicherung, Versicherung gegen Sturmschäden. Wasserschäden und Diebstahl mit 164,131,040 Mark, 62 sonstige Versicherungszweige mit 6,930,757 Mark. Von den ausländischen Unternch mungen betreffen 24 die Lebensversicherung mit einer Gesammt-Bruttoprä-mie von 38.458,958 Mark, 9 die Unfallund Haftpflichtversicherung mit 11.966.907 Mark, 46 die Feuerver sicherung, Versicherung gegen Sturm schäden, Wasserschäden und Diebstahl mit 23.413.388 Mark, 9 sonstige Versicherungszweige mit 202,968 Mark. Von den deutschen Unternehmungen haben gearbeitet in der Lcbensversicherung 28 Aktiengesellschaften und 38 Gegenseitlkeitsvcreine. in der Unfall Versicherung 29 Aktiengesellschaften und 1 (egenleitigkeitsverem. in der HaftPflichtversicherung 25 Aktiengeselischaften und 1 Verein, in der Viehversicheung nur Gegenscitlgkeit-vereine und zwar 24. in der Hagelversicherung 5 Aktiengesellschaften, sämmtlich mit Aus,chluß anderer Versicherungsgeschäfte, und 11 Gegenseitigkeitsvereine (3 von diesen betrieben auch die Feuerversicherung und 1 die Glasversicherung). in der Feuerversicherung 33 Aktiengesellschaften und 16 Vereine, in der Versicherung gegen Einbrucbdieöstahl 32 Aktiengesellschaften und endlich in der Glasversicherung 19 Aktiengcsellschaften und 4 Vereine. Von 31 Eascoversicherungs - Unternehmungen waren am Schlüsse des Berichtsjahres reichlich 7000 Fahrzeuge im Werthe von 45,790,000 Mark versichert. Ter hübsche Junge. An einer Haltestelle der Wiener Straßenbahn trat dieser Tage ein hübscher Junge mit langem, blonden Lööcnhaar auf eine Dame zu, lüftete den Hut und machte sie mehr durch Gesten, als durch Worte er sprach nur ungarisch aufmerksam, daß ihr Handtäschchen offenstehe. Mit dankbarem Blick lohnte die Dame den Knaben, aber wie sie das Handt'äschcbcn schließen wollte, bemerkte sie, daß bis darifl verwahrt gewesene Börse versch vunden war. Auf das Geschrei der Bestohlenen kam ein Schuhmann her bei, der alsbald ein Verhör begann. Der Junge hörte noch eine Weile, scheinbar höchst interessirt an der Ermittlung des Thäters, zu und fuhr dann mit dem nächsten Straßenbahnwagen davon. Und dieser Knabe wär hn Dieb. Er hatte das Täschchen leise gcöffnet, die Börse gestohlen und mit größter Frechheit, um den Verdacht von sich abzulenken, die Dame auf den Diebstahl noch aufmerksam gemacht. Kurze Zeit darauf wurde der Junge an einer Straßenbahnkreuzung verhaftet. Er sollte nach Mittheilung von Passagieren einer Dame eine Geldbörse entwendet haben. Sein Komplize, der ihn ständig begleitete und die Mauer" machte, war entkommen. Ter Knabe wurde dem Sicberheitsbureau übergeben und dort als der im Jahre 1892 zu Komorn geborene Koloman Dulay erkannt. Dulay ist im Laufe dieses Jahres schon zum vierten Male wegen Taschendiebstahls verhaftet worden. Da er noch nicht 14 Jahre alt ist. konnte er nicht gerichtlich, sondern blos polizeilich bestraft werden. Er leugnete trotz unwiderleglicher Beweise. Ein Ticfbctrübtcr. Eine Leserin erzählt der Täglichen Rundschau" folgendes Erlebniß: Neulich trafen wir auf dem Ohlsdorfer Friedhofe bei Hamburg einen alten Mann an einem schon halb verfallenen Grabe bitterlich weinend. Nach drc? Stünden kamen wir an derselben Stelle vorüber, und noch immer saß dort der Alte in derselben trostlosen Verfall sung. Voller Theilnahme trat mein Bruder hinzu und versuchte zu trösten. Unwirsch wurde er zurückgewiesen. Erst dann hörte der Alte auf zu jammern, als er von meinem Bruder aufgefor er! wurde, mit uns ein Glas Vier in d'r naben Wirthschaft zu trinken. Au dem Wege dahin wurde er zutra,:lich und sagte: Nun will ich Ihnen auch anvertrauen, wer in dem Grabe liegt: (geheimnißvoll) Meiner Frau ihr erster Mann. Und wäre der nicht gestorben, dann hätte sich mir der Drache nicht an den Hals gebangt! Und wenn ich es gar nicht aushalten kann, dann gehe ich an sein Grab und weine mich satt!" DieRadfahrer in Rum L n i e n sind nach polizeilicher Vorschrift nicht nur verpflichtet, ein Schild mit ihrem Namen und ihrer Wobriungsangabe vorn an der Maschine zu führen, sondern sie müssen dieselbeii Angaben auch auj den: Laternenglase so angebrackt Haien, daß diese auch in Dunkelheit deutlich erkcimbar sind.

Sterbende Perle.

Im Louvre Museum in Paris liegt, wie eine Fachschrift berichtet, ein Perlenkollier auf dem Sterbebett I Zwar nicht auf emem Bett, sondern auf einer Platte von Sammt; es ist das große Kollier, das aus dem Nachlasse von Thiers stammt und einst dessen Gattm gehörte. Es ist einfach gefaßt und hat keinen künstlerlschen Werth; sem materieller Werth indessen beträgt 60,000 Dollars. Es besteht aus 145 Perlen m drei Reihen von zusammen 2097 Gran Gewicht, die drei größten Perlen davon wiegen 36, 39 und 51 Gran. Dieseö Kollier muß sterben", jeden Tag verliert es von seinem Glänze, und im Laufe der Jahrzehnte wird es so schwarz werden, wie ein vielgebrauchter Rosenkranz. Warum? Weil Perlen ihren unvergleichlichen Schmelz nur behalten, wenn sie von Frauen getragen werden und immer wieder in Berührung mit der zarten, weichen und warmen Haut der Trägerinnen kommen. Als z. B. die Kaiserin Augusta starb, fand man in ihrem Nachlasse die prachtvollen Perlenschnüre ebenfalls im Vergehen, und zwar aus dem Grunde, weil sie seit Jahren nicht mehr auf dem Halse, sondern, wie es bei dem hohen Alter der Verstorbenen erklärlich war, nur über den Kleidern getragen worden waren. Damals verordneten die Sachverständigen diesen Perlen eine Badekur im Meereswasser; sie wurden auf mehrere Monate unter den gebotenen Vorsichtsmaßregeln in das Meer versenkt und erlangten dadurch ihren alten Glanz wieder. Wenn ein Perlenkollier z. B. vom Halse genommen wird, wo .8 stundenlang einer Temperatur von etwa 40 Grad ausgesetzt war, und es wird dann auf die Marmorplatte des Toilettentisches gelegt, die vielleicht nur 20 Grad warm ist, so fühlt es sozusagen die Abkühlung, und sehr leicht können sich die zarten oberen Schichten zusammenziehen, und der schöne Glanz kann verschwinden. Zum Unglück ist nun das Kollier aus dem Thiers'schen Nachlaß auf rothen Sammt gelegt worden, und auch dieser Umstand mag dazu beitragen, daß es nach und nach seinen Schimmer verliert, weil auch die Farbe, die durch chemische Mittel erzeugt ist, ihren Einfluß langsam, aber sicher geltend macht. Außerdem liegt es viel zu nahe am Fenster, und so wirken die Lichtstrahlen schädigend ein. Die Verwaltung des LouvreMuseums hat das Kollier lange als Sehenswürdigkeit ersten Ranges geschätzt, jetzt aber möchte sie es der beständigen Werthoerminderung wegen gern verkaufen, um dafür einige gute Gemälde anzuschaffen; dazu giebt aber die Haupterbin von Thiers und seine Testamentsoollstreckerin nicht die Erlaubniß, und so betrachten die Pariser Juweliere das Kollier als ein Experimentirstück, an dem nachgewiesen werden kann, in wieviel Jahren Perlen dahinsterben" können, wenn nichts zu ihrer Erhaltung gethan wird. Wie lange Perlen leben", d. h. ihren Glanz behalten können, ist noch nicht festgestellt; bei guter BeHandlung bewahren sie ihre Frische durch Jahrhunderte, wie viele Beispiele beweisen, namentlich bei sich forterbenden Familienstücken. Bei schlechter Behandlung sterben" sie rasch. Ei verschwundener Herrenfitz. Die Direktion des Kopenhagener Nationalmuseums ist seit Juni mit der Ausgrabung eines bei Horsetls auf einer kleinen Insel gelegenen mittelalterlichen Herrensitzes BoringHolm" beschäftigt, der zur Zeit der Königin Margarethe zerstört worden ist. Es traten dabei alte Pfähle und die Reste eines aus Holz und Bindewerk aufgeführten viereckigen Herrensitzes zutage, der von Palisaden umgeben und mit dem Lande über den jetzt fast ausgetrockneten See hinweg durch zwei Brücken verbunden war. Der Grundplan des wahrscheinlich durch Feuersbrunst eingeäscherten Baues ist so gut erhalten, daß die aufrecht stehenden Planken noch eine Höhe von vier Ellen haben. Die ringsumher liegenden Reste des BauHolzes geben eine ausgezeichnete Erklärung für die alte Bauweise ab. Bon größerer Bedeutung sind noch die hier gemachten Funde an Mittelalterlichem Hausgeräth. Messern. Sporen mit Inschrift, Steigbügeln, Ackergeräthschaftcn, Wagenrädern, Holzschalen und einer Menge Schuhe und Stiefeln von verschiedenen Formen. So reiche Funde sind noch nicht vorgekommen, und nur den konservirenden Eigenschaften des Moorwassers ist es zu danken, daß all diese Gegenstände während eines halben Jahrtausends sich so gut erhalten haden. Die Passagiere des kürzlich aus London in New Aork eingetroffenenDampferS Minnehaha" von der Atlantic Transport Line" berichten, daß der Dampfer am Sonntag Morgen auf der Höhe von Nantucket durch einen großen Schwärm von Walfischen gefahren sei. Die Thiere waren absolut nicht scheu und schwammen eine Zeit lang lustig neben dem Dampfer her.

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