Indiana Tribüne, Volume 30, Number 21, Indianapolis, Marion County, 17 September 1906 — Page 1
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Vrfcixeint jeden $ta4rmitta0. Jahrgang 30. . Indianapolis, Ind., Montag, 17. September 1906 No. 21.
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Explosion in Ha?ana. Eine Anzahl Leute getödtet.
H a 0 a n a , 17. September. Eine furchtbare Explofion fand heute früh hier ftatt. Sechs Personen wurden augenblicklich getödtet und eine weitere Anzahl wurde verletzt. Zwei Häuser wurden demolirt. Bezüglich der Ursache find noch keine Einzelheiten zu erlangen, doch ist eine Untersuchung im Gange. Man schreibt die Explosion Brandstiftern zu, da die Gebäude schon vorher einmal in Flammen standen. Sndamerikanische Kriegführende Von hiesiger Polizei gefangen genommen. Eine Anzahl Argentinier und Brcfilianer, die Montag Vormittag in Kampf gerathen waren, wurde durch die hiesige Polizei nach der Station ge bracht und eingesperrt. Wie verlautet, hatten sich Brafiliani sche Zigeuner nördlich von HammondS Park schon seit mehreren Tagen gelagert, und in Nähe derselben hatten auch Argentiner ihr Feldlager aufgeschlagen. Während der ersten Tage deS Feld lagerS scheinen beide Parteien sich mit gegenseitiger Beobachtung der feind ltchen Bewegungen zufrieden gegeben haben, als aber die Argentiner zum Angriff übergingen und die Vorhut deS Feindes in der Person von Gra ciosa Mitchell angriffen, da entbrannte auf der ganzen Linie der Kampf. Graciös, die erheblich verletzt sein soll, wurde ärztlicher Obhut übergeben. Auf beiden Seiten gab's blutige Köpfe und wer weiß, welche internationale Komplikationen sich noch aus der Sache Hütten entwickeln können, wenn nicht rechtzeitig Onkel Sam sich in den Kampf gemischt, und den Frieden her gestellt Hütte. Die Siadler Shine und Schlangen, sowie Sergeant Weaver wurden zur Stelle beordert und diese gingen dann auch mit einer solchen Energie auf die Kriegführenden loS, baß eS gelang, die beiden Armeen gefangen zu nehmen. Eine Anzahl derselben wurde bereits in der Station abgeliefert und mehr r?erven folgen. Die Argentiner wurden alle unter den Namen Restiere angekrei det während die brasilianischen Zigeu ner mit dem Sammelnamen Mitchells bedacht wurden. Internationale Eom plikationen durch das Eingreifen der hiesigen Ordnungswachter verursacht, werden nicht befürchtet. Skat im Turuer-Park. Von ideal schönem Wetter begün ftigt, fand am Sonntag das Schluß Skat.Turnier für diese Saison im schönen Turner.Park ftatt, an dem die Betheiligung seitens der hiesigen Wen zelriter eine sehr erfreuliche war, beson derö von denen, welche aus Liebe zum Skat spielen und nicht wegen des Gewinnes. Diese Herren waren vollzüh lig erschienen und genoffen einen prüch tigen Nachmittag. Die Preise, welche die Turner.Park Gesellschaft für diese Gelegenheit geftif. tet hatte, waren wirklich prächtig und befanden sich darunter sehr werthvolle Stücke. Als Sieger aus dem Kampfe gingen hervor: 1. Preis Ernst Jrmer, 17 ge wonnme Spiele. 2. Preis d. Herrmann, 650 Punkte. 3. Preis E. Becherer, Grand ge gen 4 Matadore. 4. Preis Georg Stark, 16 gewonnene Spiele. 5. Preis Reinhold Stark, 450 Punkte. 6. Preis Carl Kreiß, 96. 7. Preis Hy. Ellerbrook, Kreuz Tournee gegen 5. 8. Preis Gustav Habich. Gott lieb Lenkhardt, Die gemüthliche Gcke", Scke Noble und Market Str.
General Dorschewsky verwundet.
Der Angreifer entkommt den Ber folgern. St. Petersburg, 17. Sep. tember. General DorfchewSky, Prüft dent des Kriegsgerichts, welches am 15. September zwei Revolutionäre zum Tode durch den Strang verurtheilte. wurde während einer Spazierfahrt in Warschau heute Morgen geschossen und vermundet. Der Attentäter entkam. Die Unsicherheit deS Lebens und deS Eigenthums in den baltischen Provin zen, welche am Samstag in der Ermor dung deS deutschen Fabrikanten Busch in Riga ihren Ausdruck fand, hat den deutschen Botschafter veranlaßt, beim auswärtigen Amte vorstellig zu werden, und Schutz für deutsche Unterthanen zu verlangen. Todt ansgefnnden. Hotelgast an lIas erstickt. Thomas S. ttitridge, der im Prince ton'Hotel Quartier genommen, wurde am Montag früh todt in seinem Zim mer aufgefunden. Kitridge, der sich als ein Jndianapoliser in'S Hotel Register eintrug, erschien am Samstag Abend, begab sich aufs Zimmer und wurde am Montag früh von einem der angestellten Zimmermädchen gefunden. DaS Ga war voll angedreht und glaubt man, daß er erstickte. Ob Selbstmord oder Unfall vor liegt, wird die EoronerUntersuchung ergeben. Ein Greencaftle Retourbillett wurde in der Tasche deS Todten gefunden. Schießerei am Sonntag. Zwei Leute leicht verletzt. Die Ruhe des Sonntags wurde ge ftern Vormittag gegen 11 Uhr nahe der Ecke von Washington und Liberty Straße durch eine gefährliche Schießerei g?ftört. Bei dieser Gelegenheit er hielt der Neger John A. Daviö von No. 610 Oft Washington-Straße einen Schuß in den Arm und John H. Sander? von No. 620 Oft Court-Straße wurde im Geficht und am Beine von Kugeln getroffen. Sam. ElliS, No. 547 Oft Court Straße, Leo Winfey, im Hinterhause von No. 318 Oft Court.Straße, Sam Powell. No. 627 Oft Wabash-Straße wohnhaft, sowie die beiden Verletzten hatten sich in der Wirthschaft von JameS EloneS. No. 608 Oft Washing tonStraße, eingefunden und spielten Billard. Während des zweiten Spieles entstand ein Streit, welcher schließlich zu Thätlichkeiten überging. Um die Streitenden aus seiner Wirthschaft zu bekommen, zog der Wirth feinen Re volver und feuerte auf die Kampfhähne, welche auch eiligst die Flucht ergriffen. Der Streit setzte sich auf der Straße fort, wobei die beiden Obenerwähnten von Powell angeschoffen und verletzt wurden. Glücklicher Weise war die Polizei bald zur Stelle und stellte die Ruhe wieder her, indem sie die Streitsüchti gen nach Nummer Sicher abführte. Gegen EloneS wurde eine Anklage wegen Mordangriffs erHoden, während die Verwundeten, nachdem sie im ftüd tischen DiSpensarium verbunden wor den waren, wegen VagabondirenS und Schlägerei gebucht wurden. Powell ift entkommen. Die Verhaftungen wurden von den Beamten Armfton. Lyons, Dugan und Shelby vorgenommen. Benjamin F. Htther i n g t o n , Präsident der Hethering ton fe Berner Co., ift einer Darm entzündung erlegen. Während der letz ten Jahre hatte sich Herr Hetherington von activer Betheiligung am Geschäfte I zurückgezogen. Ehas Baaske'S Südseite Kneipe, 1291 Süd aft Str.
Frecher Einbruch.
Großer Wandspiegel wird gestöhlen. Die Gauner entkommen un behelligt. Daß vor den hiesigen- Gaunern nur Mühlenfteine und heiße Oefen sicher find, beweift ein Einbruch, der gestern Früh in der Wohnung von Frau Lucy AlbertS, 312 Nord Delaware Straße. ausgeführt wurde. Die Burschen, welche das Vorder fenfter des Haufe erbrachen, durchsuchten fast daS ganze HauS und schleppten silbernes Tafelgeschirr in be trüchtlicher Quantität mit sich. Die Krone aber setzten sie ihrem Werke auf. als sie auch einen großen Wandspiegel, der 5 Fuß bei 4 Fuß maß, durch daS Fenfter expedirten und dann mit diesem Ballaste sich auf die Fersen machten. DaS Merkwürdigste bei der Sache ift, wie die Hallunken mit dem großen Spiegel ungesehen entkommen konnten, da das Ungethum größer wie manche Stubenthüre ift und sicherlich Aufsehen hätte erregen sollen. Wm. Huddleftone, 1411 N. Weft Straße, erhielt gleichfalls unge betenen Besuch. Hier entkamen die Einbrecher mit einem Paar Hosen, einer Wefte und einem Rasirmesser. Detektivs find an der Arbeit, die Ge heimniffe, welche beide Einbrüche um hüllen, zu lüften. Bessere Aussichten. Auditor gedenkt Steuern einzutreiben. In Bezug auf die Steuern vom Jahre 1384, welche StaatSAuditor Biler von einigen der VerftcherungS Gesellschaften einzutreiben gedenkt, hat fich die Lage der Verhältniffe etwas ge bessert. Der Auditor benachrichtigte alle de theiligten Kompanien, welche seinerzeit an Auditor Rice bezahlen, daß die Gel der ungesetzlich eingezahlt, folglich also noch füllig seien. Rice soll seinerzeit für eine Anzahl der Gelder nämlich keine Belege hinterlaffen haben. Von den 40 Companien, welche vom Auditor früher Schreiben erhielten, hat fich bis jetzt zwar noch keine einzige mit dem Gelde gezeigt und einzelne derselben sol len damals glattweg die Zahlung verweigert haben. Die in letzter Zeit eingelaufenen Antworten auf die letzten Rundschreiben deS Auditors zeigen aber, daß man der Aufforderung mehr Aufmerksamkeit widmete. Der Audi tor ift der Anficht, daß eS ihm gelingen wird, alle die Gelder entweder güt lich. oder auf gerichtlichem Wege einzu treiben. Katholische Föderation. Die fünfte Jahresversammlung der Amerikanischen Föderation von katho lischen Vereinem im Staate Jndiana fand vor einigen Tagen unter dem Vorfitz deS Präsidenten Peter Wallrath ftatt. Der Sekretär und Schatzmeister legten ihre Berichte vor, woraus erficht lich, daß 50 Vereine mit 3500 Mit gliedern fich der StaatSFöderation an schloffen und Kopfsteuer bezahlten. Nach Abzahlung aller Unkosten und der Kopfsteuer an die NationalFöde ration bleibt in der Kaffe ein Ueber schuß von $115.77. Der Präsident ernannte ein Comite, welches alle Vorbereitungen für eine erfolgreiche National Versammlung, welche im nächsten Jahre in Jndiana napoliS stattfindet, treffen soll. AlS Ort der nächsten StaatSVer sammlung wurde Tipton erwählt, und als Datum der 26. Mni 1907. Die Wahl der Beamten ergab sol gendeS Resultat: Präsident, John Langdon, Tipton; Vice . Präsident, Wm. M. Fogarty, Indianapolis; Se kretkr, Frl. Martha von Burg, In dianapoliS; Schatzmeister, Hy. Daw 'son, Muncie.
Gefährliche Bursche.
Drohenden Lynchgerichts halber in die Reformanstalt überführt. Sheriff Reid von Pike Eounty. Ind., traf in der Reformanftalt zu Jefferson ville mit Shirley Irwin und William Aubrey ein. die unter der Anklage des Mordes im ersten Grade stehen. Sie haben angeblich einen Zug der Südbadn bei Jackson's Siding am 12. Juli zum Entgleisen gebracht. Bei der tta tastrophe kamen drei Personen um's Leben, während eine ganze Anzahl ver letzt wurde. Getödtet wurden Malloy Copehart von Winölow, John Fanning von Princeton, Ind., und John Munce aus St. Louis, Mo. Die Leute bestanden ihr Vorder hör und wurden dem Novemdertermin deS Pike Kreisgerichts überwiesen, aber die Wuth der Bevölkerung über die Unthat ift so groß, daß man eS für das Beste hielt, fie zur Sicherheit nach Jeffersonville zu bringen. HülfSSuperintendent M. M. Barnard von der Anstalt hatte zuerst keine Luft, die Burschen in Abwesenheit deS Superin tendenten W. A. Whittaker aufzunehmen. ließ fich jedoch schließlich dazu herbei. Polizeihospital für Irrsinnige Sucht PolizeiarztDr. Hodgin zu erlangen. Polizeiarzt E. E. Hodgin sucht die Stadtdehörden dazu zu bewegsn. ein Poliztihospital zu gründen, in welchem irrfinnize Personen zeitweilig unterge bracht werden können. Die gegenwär tigen Verließe find nicht genügend und der Polizli wird 'nicht die nöthige Zeit gegeben alle Fälle sorgfältig zu unter suchen, da man die Zellen sobald wie möglich wieder frei haben muß. Auch kommt eS häufig vor, sagt der Arzt, daß irrfinnige Patienten mit anderen Gefangenen in eine Zelle geschloffen werden müffen, weil'S am Raume mangelt. Manche der Irrsinnigen find nur temporär behaftet, und könnten durch geeignete Behandlung innerhalb weni ger Tage geheilt werden. So wie eö jetzt ift, wird sofort eine Commission einberufen der Patient wird irr sinnig erklärt und nach der Jrrenan ftalt gesandt. ZDie Zahl der als irrfinnig eingelieferten Personen wüchft beständig, sagt Dr. Hodgin. Setzte fich ans die Geleise. Thomas Sanders, ein Matrose in England geboren, wurde gestern Mor gen von Bahnarbeiter der Panhandle Eisenbahn mit leichten Wunden am Kopfe und einer Verletzung im Rücken in der Nähe der Eisenbahnschienen der Panhandle Eisenbahn in Jrvington aufgefunden. Die Leute beförderten den Verunglückten nach dem Bureau der Eisenbahngesellschaft. von wo er in der Ambulanz nach dem städtischen Hospital gebracht wurde. Sanders stand im Begriff, fich nach New Bork zu begeben und hatte fich einige Tage in unserer Stadt aufgehalten. Wie er selbst er zählt, hatte er fich in der Nähe der Schienen hingesetzt, wo er bald einge schlafen sei. Er konnte nicht angeben, wann und wie er verletzt wurde, wahr scheinlich ift er von einem passierenden Zuge getroffen worden, wobei er fich die Verletzungen zuzog. Die Aerzte des Hospitals konftatirten, dß er keine ge führliche Verletzungen davongetragen habe. Des Gute z viel. Die Aerzte des DiSpenfariumS wur den gestern nach der Wohnung von Jda McPherfon, 213 Süd Eaft Str., gerufen, wo dieselbe an einer Mor phiumvergiftung schwer krank darnie derlag. Nachdem die Aerzte mit der Kranken ungefähr eine Stunde gear beitet hatten, war dieselbe außer Ge. fahr. Sie erzählte den Aerzten, daß fie, um Schmerzen zu lindern, Mor Phinm genommen und wahrscheinlich eine zu große Dosis von dem starken Gift geschluckt habe.
Furchtbare Torturen.
Ein unheimlicher nächtlicher Reiter. Andere Neuigkeiten aus dem Staate. L i d e r t y. Eine Poffe mit Blut Hunden ift auf der Suche nach zwei Männern, welche Frau Ora Miller um $400 beraubten und dieselbe furcht baren Torturen unterwarfen, um fie dazu zu zwingen, das Versteck des Gel deS anzugeben. Sollte man der Ban diten habhaft werden, so werden die selben höchstwahrscheinlich nach einer anderen Stadt gebracht, da die Aufre gung hier sehr groß ift. Herr Miller hatte nach dem Abend essen fich in die Stadt begeben, als die Halunken in'S HauS drangen, die Frau bei den Haaren zu Boden warfen und mit einem Revolver zur Ruhe zwangen. Sie verlangten Aufklärung über das Versteck des von Miller ersparten Gel des, und als die Frau fich weigerte, banden die Burschen fie an Händen und Füßen, knebelten fie und brannten ihre Füße und Beine mit Zündhölzern an. Später zündeten fie die Kleider der Un glücklichen an und entflohen, nachdem die Frau die Besinnung verloren hatte. Bertha Gethge, ein deutsches Mädchen, eilte, mit einem Revolver in der Hand, auf Hilferufe der Frau später in' Zimmer und fand Frau Miller in jämmerlichem Zustande auf dem Fuß boden liegend vor. L a p o r t e. Eine Periode des Schreckens ift im östlichen L aPorte und im westlichen St. Joseph County auöge' krochen. Ein soweit unbekannter Mann, der Nachts auf einem großen Pferde wild durch 'S Land jagt und der ebenso mysteriös verschwindet, wie er auftaucht, jagt manchem verspäteten Wanderer Schrecken ein. Zugleich mit dem Auftauchen und Verschwinden des Unbekannten brechen Feuer aus und mehrere Scheunen find während der letzten Tage abgebrannt. Man vermuthet es mit einem Jrrfinni gen zu thun zu haben. E v a n S v i l l e. Eine Jndianaer Union der American Society of Equity wurde gestern hier in'S Leben gerufen. Die Beamten find folgende: John JoneS, Mount Bernon, Präsident; E. I. Lieber, Warrick Eounty, Vice.Prä sident; Charles Speer, Fort Brauch. Sekretär; E. Williams, EvanSville, Schatzmeister. Etwa 2000 Leute wohnten der Versammlung bei. N e w A l b a n y. Die von hier ausgehenden Landbrieftrüger sind vom Kriegsamt aufgefordert worden, eine Lifte von je zehn Namen junger Leute im Alter von 18 bis 35 Jahren aufzu setzen, die zum Armeedienst geeignet wü reu. Man versucht auf diese Weise Rekruten zu ködern". R i ch m o n d. Herbert Eschenfel der hat eingestanden, daß er einen $500 Wechsel fälschte. Er wurde in die In diana Reformanftalt gesandt. Eschen selber, der erst 22 Jahre alt ift. erleichterte durch gefälschte Checks vor einigen Tagen hiesige Banken um 8800 und verschwand dann mit einem 16 Jahre alten Mädchen. C o l u m b u S. Henry Howard, ein 11 Jahre alter Junge, der zu ent fliehen versuchte, weil er in der Schule nicht versetzt war, hatte in Gesellschaft eines Tramps eine Fahr auf einem Güterzuge angetreten, wurde aber durch seinen Vater, der ein Automobile mie thete eingeholt und zurückbefördert. C o r y d o n. Hier bildet fich eine Gesellschaft von Farmern und Ge schäftSleuten zwecks Etablirung einer Fruchtwein Brennerei. ES soll da durch daS Verderben von Fallobst vermieden, und dieses selbst lohnend verarbeitet werden. Nappanee. Frl. Barbara Stahley, die einem Kessel mit kochen dem Wasser eine Quantität Gasolin zusetzen wollte, wurde durch die erfol gende Explosion so schwer verletzt, daß sie starb. Ihre Schwester wurde bei dem Versuche die Unglücklich zu retten, gleichfalls schwer verbrannt.
Kohlenmineram Streik
Ein Fünftel der Miner des Staates betroffen. T e r r e H a u t e, 16. Sept. Eine Streikordre wurde heute an alle Grubenarbeiter der Vandalia Coal Eo. erlassen. DiftriktS.Beamten der Uni. ted Mine WorkerS of America erließen den Befehl. Die Entlassung dreier Angestellten, sowie daS Mißglücken deS Versuches, die bestehenden Streitfragen beizulegen, lieferten die Gründe zu dem Vorgehen. Die Vandalia Compagnie betreibt 30 der beftausgerüfteten Minen in Jndi ana und hat etwa 3000 Grubenarbei ter in ihren Diensten. Die Compagnie behauptet, daß die Männer entlassen wurden, weil fie Sprengungen vor der vereinbarten Zeit vornahmen. Die Grubenarbeiter dagegen behaupten, daß die Mine zur Zeit nicht im Betriebe war. Beamte der Grubenarbeiter und der Minenbefitzer-Vereinigung traten am Samstag in Sitzung; dieselbe erstreckte fich in den Sonntag hinein. Da keine Beilegung der Differenzen stattfand, erfolgte die Streikordre. Etnia ein Fünftel der Miner deS Staates find in Mitleidenschaft gezogen. I e f f e r s o n v i l l e. Der Streik im PassagierDepartement der Car Works wurde dadurch beigelegt, daß DiftriktSgeschüftsführer I. D. Ingram die Forderung der Arbeiter auf einen Halden Feiertag am Samftag bewil ligte. Die hundert Streiker werden wirder zur Arbeit zurückkehren. Ein Anschlag an dem Thore der Fabrik be sagt, daß künftig nur in Nothfällen am Samftag Nachmittag gearbeitet werden würde. Diese Ordre affizirt alle 2500 Angestellten der Fabrik, ob gleich die Meisten über die Arbeit am Samftag Nachmittag nicht gemurrt hatten. Terre Haute. John Star, 50 Jahre alt, wurde gestern Abend von dem von MackSville abgegangene elektrischen Wagen der Terre Haute Tractton und Light Co. überfahren und augenblicklich getödtet. Baron SirschS Stiftung. Beim Countyrecorder in New Albany wurde ein Deed" hinterlegt, der an die wohlthätigen Stiftungen des großen, österreichischen Philanthropen Ba ron de Hirsch erinnert. A. Lincoln Dembitz von Louisville übertrug daS betreffende Eigenthum an Nellie E. Shropshire. ES handelte fich um vier zig Acker Land in Lafayette Township, daS bisher dem Baron Hirsch-FondS gehörte. Nach den Bestimmungen deS Millionärs wurde dieser Millionen fondS beiseite gesetzt, um eS armen Leuten zu ermöglichen, fich als Farmer anzufiedeln. Zu den so Bedachten ge hörte der russische Jude August Post, der fich mit Weib und Kindern in La fayette Township niederließ und auf Grund und Boden des Fonds wlrth fchaftete. Indessen, die PoftS hatten keine Erfahrungen im Ackerbau, und fie gaben schließlich die Farm auf, um mit mehr Erfolg in Indianapolis Geschäfte zu treiben. Diese Farm war eS, die gestern übertragen wurde. Wie verlautet, soll daS Hauptquartier der Internationalen Printing Preßmen und Assistent Union am 1. October nach hier verlegt werden. Frau Minnie Reinx, 46 Weft Christian Ave., die vor einigen Tagen an der Illinois und Washington Str. Ecke, beim Versuche einen Etra ßenbahnwagen zu besteigen, fich ver letzte, geht der Besserung entgegen. Zu erst befürchtete man, daß fich die Ver letzungen als äußerst schwer erweisen würden, doch lauten die Berichte aus dem Hospital jetzt günstig. Die Herstellung der Ordnung i Cuba erscheint jetzt gesichert und bald wird fich auch zeigen, welcher Ord nung.
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