Indiana Tribüne, Volume 30, Number 20, Indianapolis, Marion County, 15 September 1906 — Page 6
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Europäische Nachrichte. Hrdenburg. Oldenburg. Ein Wgen mit Reservisten des hiesigen Artillerie-Re-giments, die schonungshalber nicht zu Fuß in's Manövergelände marschiren sollten, ist umgeschlagen. Zur Theilnähme an dem 15 Kilometer entfernt bei Tüdick stattfindenden Scharfschießen der beiden Uebungsbatterien sollten die Mannschaften der zweiten Uebungsbatterie zu ihrer Schonung in mehreren grotzen Kastenwagen rn das Schießgelände hinausgefahren werden. Bei einem dieser Wagen, welcher mit 17 Mann besetzt war. scheuten die in der schwülen Luft durch Fliegenstiche unruhig gewordenen Pferde und gingen durch. An dem scharfen Knick, den die Zeughausstratze bei der Kaserne der zweiten Batterie macht, schlua der Wagen um und es löste sich seine Verbindung; die Leute wurden herausgeschleudert. Während der Gefreite der Landwehr Schröder sich einen einfachen Bruch des Unterschenkels und der Kanonier der Reserve Wismer sich eine Verrenkung der rechten Schulter zuzogen, erlitten fünf andere Leute Hautabschürfungen und Quetschwunden. Bant. Ertrunken ist der Sandschiffe? de Wall im Emsjadekanal. De Wall, welcher mit seinem Schiff Sand nach hier gebracht hatte, befand sich auf der Rückfahrt und lag bei Mariensiel. Der Ertrunkene war kränklich. Er fühlte sich nicht wohl und beugte sich über das Deck. Hierbei verlor er das Gleichgewicht und stürzte in's Wasser. Als man fein Fehlen bemerkte, war es schon zu spät. Man konnte ihn nur als Leiche aus dem Wasser ziehen. V a r e l. Die hiesige Firma A. Heinen, Inhaber Eduard Heinen, feierte ihr fünfzigjähriges Geschäftsjubiläum. Ireie Stcidte. Hamburg. Materialverwalter I. W. E. Oldenstedt hler, der bei der Firma H. E. Meyer jr., Kommanditgejellschaft in Harburg, in Stellung ist, feierte sein 50jähriges Dienstjubiläum. Der auf dem Packetfahrtleichter Nordnordwest" bedienstete Matrose I. Weemann wurde von einem Drahtseil erfaßt und mehreremal davon umwickelt. Der Bedauernswerthe trug eine schwere Schädelverletzung sowie einen doppelten Bruch des rechten Armes davon und mußte in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause gebracht werden. Ein achtzehnjähriger Klempnerlehrling Namens Wollstein, dessen Eltern am Alten Steinweg wohnen, stürzte infolge Fehltritts vom Dach eines Neubaues in der Bachstraße auf die Straße. Er wurde in schwerverletztem Zustande in's St. Georgen-Kran-kenhaus geschafft, wo er starb. Das 21jährige Fräulein Harms, welches, von einem Ausflug ermüdet, denHahn des Gasherdes aufgedreht hatte und dam , ohne das Gas anzuzünden, eingeschlafen war, wurde durch das Gas getödtet. Als ihr Bruder mit einem Licht die Küche betrat, wurde er durch eine Gasexplosion schwer verletzt. Ertrunken ist beim Baden am OsterHörner Stack, wahrscheinlich infolge eines Schlaganfalles, der 21jährige Matrose Barten von der in Cuxhaven liegenden englischen Yacht Nereus". Die Commission für die Pettenkoferstiftung in München erkannte einstimmig dem verstorbenen Regierungsrath Schiudimt, dem ehemaligen Vorsteher der Abtheilung für Protistenkünde am hiesigen Institut für Tropenkrankheiten, den diesjährigen Pettenkoferpreis im Betrage von 1200 Mark zu und zahlte die Summe an dessen Wittwe Hierselbst aus. Bremen. Staatssekretär a. D. jur. Georg Anton Löning ist nach kurzer schwerer Krankheit sanft entschlafen. Dr. Löning war am 7. Januar 1826 geboren als Sohn des späteren Aeltermanns Justin Fr. WilHelm Löning, der 1837 in das Aelteftenkollegium gewählt wurde und im Jahre 1879 starb. Beim Baden ertrank in der Weser der in der Lessingstraße wohnende Privatmann Mielke. Schwetz. Büren. Frau Cartier - Miß von hier, die sich vor Kurzem durch Anfeuern mit Vetroleum so schreckliche Brandwunden zuzog, ist letztens im Spital in Listal, wohin sie sofort geschafft worden war, ihren Leiden erlegen. Sie hinterläßt sieben zum Theil unerzogene Kinder. Genf. Hier beabsichtigt man die Errichtung eines großen CalvinDenkmals, das zum 400. Geburtstag des Reformators 1909 fertig werden soll. Es hat sich ein Gründungsausschuß gebildet, der bereits mehrere 100 Mitglieder zählt. Pianezzo. Pietro Jorio, der Vaer des Sindaco von hier im Morobbiathal, stürzte, als er Ziegen zu Berge trieb, über eine 20 Meter hohe Felswand herunter und blieb unten todt liegen. R i ck e n b a ch. Die hiesige Familie Pla 'ner wurde vor 72 Jahren mit Drillingen bescheeri, alles Knaden, denen der hocherfreute Vater die Namen der drei ersten Eidgenossen. Walter, Werner und Arnold, gab. Walter starb in früher Jugend. Werner vor einiger Zeit im Alter von 72 Jahren. Am Leben ist nur noch Arnold, der letzte der drei Eidgenossen . w iq abrbundert.
Jndzana Tribüne,
Sankt Margarethen. Hier wurde das vierjährige Töchterchen des Sattlers Rohner, als es neben der geschlossenen Barriere über dasGeleise springen wollte, von einer Lokomotive überfahren und ihm der Kopf vom Rumpfe getrennt. Sitten. Letztens starb im Alter von 68 Jahren der bekannte Botaniker und Alpenkenner Ferdinand Otto Wolf,Organist am Münster Hierselbst. Unter des Verstorbenen Leitung sind die Walliser Hefte der Europäischen Wanderbilder" erschienen, die in irer Gesammtheit ein vollständiges Bild des so vielgestalttgen Kantons Wallis entwerfen. Oesterreich ''Zlr lg crrn. Wien. Bei der stattgehabten Rektorswahl der hiesigen Universität für das nächste Studienjahr wurde der Candrdat der medizinischen Fakultät, Hofrath Chrobat, einstimmig ewählt. Da dieser jedoch die Annähme der Wahl aus Gesundheitsrücksichten ablehnte, wurde im zweiten Wahlgange der Professor der romanischen Philologie, Dr. Wilhelm MeyerLübke, einstimmig gewählt, der die Wahl annahm. Kürzlich wurde der 5 Jahre alte Adolf Grobing, Sohn des im 2. Bezirke, Schiffamtsgasse 20. wohnhaften Ratenagenten Leo Grobinger, vor dem Hause Obere Augarten straße No. 40 von einem Motorwagen der städtischen Straßenbahnen niedergestoßen. Das arme Kind gerieth unter die Schutzvorrichtung und war unter ihr so eingekeilt, daß man den Körper nicht hervorziehen konnte. Züge der Central- und der Filiale Leopoldstadt der städtischen Feuerwehr rückten aus und und hoben den Waggon; dann erst gelang es, den Körper des Knaben zu heben. Die Aerzte der Freiwilligen Rettungsgesellschaft konnten bloß den Eintritt des Todes fest, stellen. In Heiligenkreuz wurde das seit längerer Zeit spurlos verschwundene Liebespaar, der hiesige Feuerwehrmann Anton Platzer und dessen Geliebte Adele Sika, welche nach ihrer Flucht von hier in Baden in einem Hotel übernachteten und brieflich dem Vater den Entschluß, gemeinsam zu sterben, mitgetheilt hatten, von dem Jäger Steiner in einem dichten Gesträuch des Waldes unweit der Krainerhütte gänzlich verwest aufgefunden. Kronenburg. Als der beim Wirthschaftsbesitzer Josef Müllner bedienstete Knecht Leopold Berger mit seinem mit zwei jungen Pferden bespannten Weinfuhrwerk auf der Reichsftraße von Spillern gegen Stockerau fuhr, kam khm aus der Richtung von hier ein mit einem Herrn und zwei Damen besetztes Automobil in voller Fahrt entgegen. Obwohl Berger, der die Pferde am Zügel Rührte, Zeichen gab, soll sich der Chauffeur nicht darum gekümmert haben. sondern in voller Fahrt vorübergefahren sem. In diesem Momente bäumten sich die Pferde hoch auf, warfen den Knecht nieder, sprangen gegen den Straßengraben, warfen den Wagen um. die Fässer kollerten herab, ein 15 Eimer fassendes Faß fiel dem am Boden liegenden Berger auf den Kopf und zerquetschte ihn. Mehrere nachfahrende Knechte sprangen herbei und rollten das Faß von Berger weg. Er lebte noch, verschied jedoch nach kurzer Zeit. Prag. Der Professor der alten Geschichte an der hiesigen Universität Dr. Adolf Bauer hat einen an ihn ergangenen Ruf nach Halle a. S. abgelehnt. Es soll nunmehr Professor Dr. E. v. Stern rn Odessa in Aussicht genommen sein. Hier starb letztens der Student ter Medizin Ludwig Lavohl an den Folgen eines Zweikampfes. Lavohl hatte im Duell Verletzungen erlitten; es trat Etterung und Blutvergiftung ein, die seinen Tod herbeiführten. Lrueenröurg. Luxemburg. Der Maschinenschlosser Franz Jacodi von hier hat sich durch zwei Schüsse in den Mund getödtet. Ueber die Ursache zu dem Selbstmorde ist nichts bekannt geworden. D i e k i r ch. Der Gymnasiast Karl Brauer ist in seiner elterlichen Wo nung auö dem zweiten Stockwerk gestürzt und hat außer einem Beinbruch schwere innere Verletzungen davongetragen. Eine gute Haussalbe für offene Wunden, Brandwunden etc. kann man auf leichte Weise dadurch herstellen, daß man auf einem Teller ein Stückchen Butter mit dem qleichen Quantum Mehl mittelst einer Messerklinge gut durcheinander arbeitet, die so erhaltene Salbe auf ein Leinwandläppchen aufstreicht und auflegt. Die Salbe muß in jedem einzelnen Falle frisch bereitet werden. Weißes ungestricheneö Holz reinigt man sehr schön mit Wasser, welches einen Zusatz von Schlemmkreide. Zum Schmieren der NähMaschine empfiehlt sich feinstes Oel mit einigen Tropfen Petroleum oder Benzin vermischt. Wer seine Maschine nur selten gebraucht, wende nur Petroleum an, es dient dazu, das barzig gewordene Oel zu entfernen. Die Maschine wird tüchtig gedreht, dann wieder eingepinselt, sorgfältig abgewischt und dann geölt. Man benutzt am besten eine Gänsefeder oder einen Pinsel.
IS September 1906.
Das pfiffige Schneiderlein. Untertürkheim ein Vorort Statt garts ist wegen seines vorzüglichen Weines weithin bekannt, und mancher biedere Schwabe hat sich schon dort seinen Brand" geholt und ihn um mitternächtige Stunde nach Haus geschleppt, wo er von der häuslichen Feuerspritze gelöscht wurde. Ein gemüthliches, arbeitsames Völkchen die Untertürkheimer. Daß der Wolf im Schafspelz unter ihnen herum gehe, daran hatte keiner von ihnen gedacht. Jüngst um Mitternacht brach in einer scheuer Feuer aus. Das wäre nun nichts Außergewöhnliches; aber die Thatsache, daß seit Jahresfrist derartige Brände in überraschend großer Zahl vorgekommen waren, ließ den starken Verdacht aufkommen, daß es sich hier um systematische Brandlegung handelte. Man wurde wachsam. Und richtig! In der letzten Brandnacht bemerkte man, wie ein Mann durch Brechinstrumente ein Thor öffnen wollte; schließlich zog es oer Einbrecher vor. im Dunkel der Nacht zu verschwinden. Aber der gute Mond" beleuchtete den Vorgang, und der Mann mit dem Brecheisen wurde bestimmt erkannt. Man legte sich wieder zur Ruhe. Nach kurzer Zeit ertönte Feuerlärm. Alles läuft zusammen. Die Feuerwehr rückt aus und beginnt zu löschen. Unter den biederen Mannern des Kampfes gegen das entfesselte Element befand sich auch das geniale Schneiderlein, da auf den Namen Julius Zwicker hört, 32 Jahre alt und verheirathet ist; im Nebenamt Feuerversicherungs - Agent. Gerade wischte er sich den Schweiß von der Stirn denn er nahm seinen Feuerwehrberuf ernst da legte sich eine Hand auf seine Schulter: Verhaftet!" Dieser dramatische Moment, beleuchtet von den hellen Flammen der brennenden Scheuer, schien auf das arme Schneiderlein wie ein Keulenschlag gewirkt zu haben. Zitternd und sprachlos folgte er dem Wächter des Gesetzes. Vor dem Amtsrichter gestand der arme Tropf unter der Wucht der Zeugenbeweise seine ruchlosen Thaten: Er war der Brandstifter! Und der Beweggrund? Weil erfahrungsgemäß nach jedem Brande wieder Leute kommen, um ihre Habe neu oder höher zu versichern. Manieren russischer Offiziere. Ter Pariser Mattn" veröfsent. licht folgendes Momentbild seines Mitarbeiters M. Harduin aus Sl. Petersburg: Das Bild stammt aus einem Restaurant des Newsky.Pro spekts. Der große Saal des ersten Stockwerks ist nahezu leer, da die Essenszeit vorüber ist. Ein General in Uniform, ein sehr alter General, tritt ein. Sofort stürzt der Portier auf ihn los, nimmt ihm den Mantel, die Mütze, den Säbel sowie die Ue berschuhe ab und der General setzt sich an einen gedeckten Tisch. Vom Kellner, der sich nach seinen Austrägen erkundigt, verlangt er das Petersburger Adreßbuch und blättert dies brummend durch. Dos dauert eine geschlagene halbe Stunde. Dann im terbricht der General plötzlich seine Lektüre, nimmt eine Ecke des Tich tuchs, schneuzt sich lange und cj räuschvoll hinein, läßt das Tischtuch wieder fallen, steht auf, geht auf die Tbüre los, wo er denselben Portier wiederfindet, der ihm ebenso eilfertig und ehrfurchtsvoll wie vorher seinen Säbel und seinen Mantel umhängr, die Mütze reicht und die Ueberschube anlegt. Dann entfernt sich der Ge neral, ohne etwas zu sich genommen und ohne dem Portier ein Trinkgeld gegeben zu haben. Diese kleine Szene hat Niemanden verletzt, aus genommen zwei im Saale anwesende Fremde. ?n diesem Lande schneuzen sich zwei Drittel der Bevokkeiuug, Bauern, Arbeiter, Bürgersleute, Soldaten, Offiziere und Adlige, die Rußland nie verlassen haben, in die Finger. Das beweist," bemerkt 9t. Harduin, bis zu einem gewissen Punkte, daß wir Unrecht haben, die russischen Ereignisse nach unseren Köpfen zu beurtheilen, Vergleiche cul zustellen und uns einzubilden, dust dioGesckichte dort nothgedrungen die selben Wege gehen müsse, wie bei uns. Es giebt viele Gründe dafür, anzunehmen, daß ein Volk, das 'ich der Taschentücher bedient, ein ande res Volk nicht verstehen kann, das sich in die Finger schneuzt. Sozialistische Stimmn. Welcher unglaublichen politischen Naivität die deutsche Sozialdemokra tie einen vielleicht nicht unerheblichen Theil ihrer drei Millionen Stimmen verdankt, dafür bringt als Beleg die Berl. Morg.-Ztg." die Schilderung eines kleinen amüsanten Erlebnisses aus dem Stichwahlkampf in Hagen Schwelm : Nachdem das Wahlresultat bekannt gegeben worden, drängt sich auch ein Mann mit seiner Frau vor, um u sehen, wer den Sieg davongetragen hat. Auf ihre Frage: Bu es er" (wie ist es) antwortete er: Hier eS de Frisinn düer summen" (hier ist der Freisinn durchgekommen), woraus die Frau meint: Dann kuhm. Hci nerich, dann sahst de wall wicr ar den mi'lrten" (tam komm. Heinrich, dann sollst dii twhl wieder arbeite münen). Die Fr-.?:i btt? jsch ;ied.?cht. tyenN de? svzk;d,y5rl.7t7ich2 KTtdidst sio gen würd?, dann kurchc itzr Man mcht mehr zu ardeiteal
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Inland 4H4 k ! M..H"l!"M"M.fr Rigorose Maßnahme. In Red Wing, Minn., werden die Kon. oukteure von Zügen, welche sich mit ihren Zügen länger als erlaubt ist, aufhalten, daß dadurch der Straßenverkehr unterbrochen wird, verhaftet. Gefangene Soziali st enf ü h r e r. In Vrimfield, Jll., wurden dieser Tage die Sozialistenführer Rud. Pfeiffer und S. A. Knopnagel mehrere Stunden lang gefangen gehalten, weil sie den Versuch gemacht hatten, die Angriffe, welche Senator Wm. K. Barnes von Peoria auf den Sozialismus gemacht hatte, in öffentlicher Rede zu beantworten. Zähes Leben. Der Farbige Charles Williams in Hattiesburg, Miss., auf den vor Kurzem aus kurzer Entfernung zwei Kugeln aus einem Z8kalibrigen Revolver abgegeben worden waren, deren eine ihn in's Herz, die andere in den Kopf traf, hat diese anscheinend unbedingt tödtlichen Verletzungen nicht nur bis jetzt überlebt, sondern die behandelnden Aerzte drücken sogar die Meinung aus, daß er, falls keine Komplikationen eintreten, genesen werde. Da werden Weiber zu Hyänen." In einem Tepartementsgeschäft in St. Joseph, Mo., das einen Bargain Day" annoncirt hatte, war der Andrang der Käuferinnen so furchtbar, daß eine Frau dabei tödtlich verletzt wurde. Viele andere wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Der Polizeichef ordnete die Schließung des Ladens an, machte aber später die Ordre wieder rückgängig, als er fand, daß zehn Polizisten Herren der Situation geworden waren. Irrsinnige will Roosev e l t besuchen. In Washington, D. C., w nde unlängst eine St. Louiser Schauspielerin, Namens Jda May Myers, festgenommen, weil sie versuchte, Zulaß zum Präsidenten Roosevelt zu erlangen, um ihn zu eruchen, daß er rhr die $25,000 Reisepesen, die ihm der Kongreß bewilligt. überlasse, da sie sie besser brauchen könne, wie der Präsident. Man übergab die offensichtlich übergeschnappte Dame Verwandten, die sie nach St. Louis zurückbeförderten. Gelüsteten nach Skalps. Der Postmeister Lien und der Kaufmann O. F. Olson von Black River Falls, Wis., begaben sich jüngst in das Lager, welches in der Nähe des genannten Ortes von Winnebago -Indianern aufgeschlagen worden war, um die Festlichkeiten der Rothhäute in Augenschein zu nehmen. Die durch FeuerWasser aufgeregten Indianer aber be kamen Gelüste, die Skalps der Bleichgesichter nach altgewohnter Weise zu erbeuten, und es gelang den beiden Männern nur mit knapper Noth, sich dem ihnen drohenden Schicksal zu entziehen und ihre Perücken in Sicherheit zu bringen. Von einem Raubthier zerrissen. Der Bergwerksarbeiter John L. Matthew und dessen Gattin in Barcley, Col., vermißten dieser Tage, als sie Abends von der Arbeit nach Hause kamen, ihr sechsjähriges Söhnchen Eddie, während der fünf Monate alte Säugling, auf welchen Eddie hätte aufpassen sollen, ftiedlich in seiner Wiege schlummerte. Nachdem die Nachforschungen im Orte resultatlos geblieben waren, durchsuchte man den nahegelegenen Wald, und nach langem Suchen fand man in einem wenigstens sechs Meilen von Barcley entfernten Dickicht Knochenüberreste, und die gleichzeitig vorgefundenen Kleiderfetzen ließen keinen Zweifel übrig, daß das Kind von einem wilden Thier, wahrscheinlich einem Wolf oder einem Berglöwen, angefallen, in das Dickicht ge schleppt und dort in Stücke zerrissen worden war. Braver Retter. Ein Steward eines in Hoboken, N. I.. vor Anker liegenden Dampfers. Namens Otto Johnson, badete dieser Tage in der Nähe seines Schiffes. Aus irgend einer Ursache gerieth Johnson in die zur Zeit starke Strömung und wurde in devl Fluß hinausgezogen. Der auf den: Verdeck befindliche Schiffsarzt. Dr. A. Ost, bemerkte den mit den Wellen Kämpfenden, sprang, so wie er war, in den Fluß und hatte mit einigen krätigen Stößen Johnson bald erreicht. l5r bekam ihn gut zu fassen, aber der Ver such, ihn gegen die Strömung nach dem Ufer zu bringen, erwies sich als unausführbar, und die beiden Männer befanden sich nun in der größten Gefahr. Kapitän John Hein des in der Nähe liegenden Schleppers Jrving I. Keller" bemerkte sie, eilte zu ihrer Hilfe herbei und bald befanden sich der Doktot und der Steward in Sicherheit an Bord des Schleppers. Tödtlicher JnfektenbtN. Beim Schwimmen wurde kürzlich der 13 Jahre alte Otto Herzer in Baltimore, Md.. von einem Insekt in's Bein gebissen, und kurze Zeit darnach starb der Mabe an den Folgen des Bisses. Soldat und Bandit. Etn Negersoldat, der ein Taschentuch als Maske trug, hielt jüngst zwei Frauen, Gattinnen von Farmern, an und beraubte sie, als sie auf ihrem Wege nach dem Markte in Leavenworth, Kas., durch die Fort-Reservation fuhren. Der üalunle entkam.
Allerlei.
Die Regierung des Kantons Zurich hat zum zweiten Assistenzarzt an der medizinischen Klinik des Kantonspitals eine Dame, Fräulein Charlotte Müller, und zur Assistentin am Röntc;eninstitut des Kantonspitals Fräulein Elise Mettler gewählt. ODO Ein weiblicher Postmeister, der 40 Jahre lang diesen anstrengenden Posten bekleidete, war Mrs. Mary Green, die jetzt 85 Jahre alt in Warrenton, N. C., gestorben ist. Sie erhielt ihre Äüstallung 1866 von Präsident Johnson, mit dem sie befreundet war, und versah ihr Amt bis zu ihrem Tode. " 4 18 Staatsstivendien für Frauen hat der Staat Colorado an verschiedenen Hochschulen des Landes errichtet. Auch ist die Einrichtung getroffen worden, daß Frauen, die sich selber weiterbilden wollen, jährlich bestimmte Studiengelder erhalten, die sie zurückzahlen müssen, wenn sie dazu in der Lage sind. Eine junge Syrierin. Dr. Anastasia N. Barakat hat als erste Frau ihres Landes an der New Aorker Medizinschule den Doktorgrad erworben. Dr. Barakat kehrt nun nach Syrien zurück, um unter den Frauen und Kindern ihres Landes zu praktiziren. Auch sie hat eine amerikanische Vorläuferin. Dr. Pierson Cddy, die mehrere Jahre lang als Missionsärztin in Syrien gewirkt hat. 38 Frauen haben mit Erfolg das Aufnahmexamen für den Hospitaldienst in Paris bestanden. Die von dieser hohen Zahl erschreckten männlichen Studirenden der Medizin haben darauf eine Protestversammlung abgebalten, in der' sie derBefürchtung Ausdruck gaben, daß, wenn diese Zustände fortdauerten, in wenigen Jahren die Männer in vielen Berufen von den Frauen verdrängt werden würden. Es gibt schon drei Apothekerinnen in Frankreich, eine davon ist in Paris thättg. Für die in England immer mehr zunehmende Mode der Ballonausflüge sind auch bereits die nothwendigen Toiletten kreirt worden. Vor allem müssen die Kostüme sehr leicht scin, da der Ballon so wenig Gewicht wie möglich haben soll. Der Rock ist ganz kurz, eine Schleppe würde beim Einsteigen in das Schiff sehr lästig sein. Als Hut wird ein runder Toque empfohlen. Irgend eine Schutzbrille oder sonstige Ausrüstung, wie sie beim Automobil noth?vendig ist. ist hier völlig überflüssig, denn der Ballon wird von dem Winde getragen so daß man stets den Wind im Rücken hat, und alles still und ruhig ist. Kein Staub und kein Wind ist in dieser Höhe, und daher ist auch ein Schleier nicht nöthig, denn selbst die komplizirteste Frisur wird nicht zerzaust. Wohl aber ist ein warmes Tuch z.u empfehlen, denn es wird leicht kalt in den luftigen Rezionen. Vizekönig Chou-fu. einer der vorgeschrittensten chinesischen Regierungsbeamien. hat eine Mädchenschule m Nanking begründet. Der Fonds dafür ist durch Subskriptionen einer Anzabl leitender Taotais aufgebracht, die Restsumme übernahm der Vizekönig. Weitläufige Baulichkeiten sind dazu an einem ruhigen Platz errichtet. An der Schule sind sechs Lehrerinnen angestellt, drei um Englisch, drei um Chinesisch zu lehren. Konsul Haynes schreibt im Washington Star" darüber: Die Eröffnung dieser Schule ist ein bedeutsames Ereianih für Nankina. es bedeutet in Wirklichkeit die Geburt weiblicher Erziehung in dieser alten Stadt. Zwar gab es schon früher Missionsmädchenschulen in China, aber man kann immer erst sagen, daß eine Einrichtung in China Wurl gefaßt hat, wenn, die Chinesen selber ihre Nothwendigkeit einzusehen beginnen und die Verantwortung dafür übernehmen. Es ist dies die erste Mädchenschule, die unter der Patronage des Vizekönigs begründet wird, und das Interesse, das die Hochgestellten Männer daran nehmen, zeigt, daß auch für die chinesischen Frauen und Mädcben derMoraen der Freiheit tagt. Auch in China erwacht das Bewußtsein, daß die Kraft und das Äufblühen einer Natton in der Erziehung sei ner Töchter liegt. Auch auf ärztlichem Gebiet versuchen sich die Chinesinnen. So bestand am 8. Juni Dr. Ah Mae Wong. eine junge Chinesin, die medizinische Prüfung an der Toronto-Uni-versität in Canada. Ihre Vorbereiiung empfing die junge chinesische Aerztin von der amerikanischenAerztin Dr. Marie Haslep, die seit 20 Jahren an der amerikanischen Mission in Schanghai thätig ist. Wong, die aus sehr guter Familie stammt, hat sehr gute Verbindungen in Schanghai. Eine ihr befreundete reiche Dame will nun eine Pfiegerinnenschule gründen, in der junge Chinesinnen zu Pflegerinnen ausgebildet werden sollen. Dr. Wong wird neben ihrer Praxis auch diese Schule leiten.
