Indiana Tribüne, Volume 30, Number 20, Indianapolis, Marion County, 15 September 1906 — Page 5

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Jntcrurban ZcU-Tabclle.

I. U. T. System. I Kratt Sonntag, den 20. Mai 180. Züge verlaffen Indianapolis, uncie & Marion Division. awrence, Fortvill, Pendleton. nderson, Korttown. Muncie, Middletomn, Alexandria, ummitville, Fairmount, Gas Cito, Jones ooro und Marion. 4 00 5 05 6 00 7 06 00 9 05 10 00 11 00 11 05 12 00 Vm. Bm. Bm. Bm. Vm. Vm. Vm. Vm. Vm. Mttg. 1 05 Rm. 2 00 Nm. 3 06 Nm. 4 00 Nm. 5 00 Nm. 5 05 Nm. 6 00 Nm. 7 06 9hn. 8 00 Nm. 9 06 Nm. 11 30 Nm. Limited. Loganöport fc Peru Division, armel, NobleSville, Cicero, rcadta. Uanta, Tipwn, Kokomo, Salvefton. alto, Logansport, Miami, Bunker Hill, Onu und Elwood. 5 00 Bm. 1 45 Nm. 5 46 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Bm. 3 46 Nm. 1 46 Vm. 5 00 R. 00 Bm. 6 46 Nm. 46 Bm. 7 00 Nm. 11 00 Bm. 7 46 Rm. 11 46 Vm. 9 00 Nm. 1 00 Nm. 11 30 Nm. Limited. n Zug um 11:30 AbendS der Jndian, -LoganSport jDivision geht nach Peru statt LoganSport. eue spezielle Bedienung nach Ft. Wayn. flüae verlaffm Indianapolis um 7KX) und ,.1:00 Uhr BormittagS und 3:00 und 7:00 Nyr Nachmittags, machen die Fahrt nach t. Wayne in 4 Stunden und 40 Minuten. euer Zug Marion Flyer Verläßt arion 7:65 Vormittags und 1:55 Nach mittags ; Berläht Indianapolis 11:00 Bor nttags und 5:00 Nachmittags ; hält blos in Anderson und Alexandria an. Anschließende Linien erreichen Dauto, Ghio, Ft. Wayne, Huntinaton, Wabash, fontaine, Swayzee, Greentown, Hartford ttv, Montpellier, luffton, Winchester, Union City, Greenviäe, D., und Zwischen Nationen. rächt, und Paffagier. Office Termin artezimmer. Telephon M 175. Indianapolis & Eaftern. mtted Züge für' Richmond und allen unkten in Ohio, welche verbunden find mit ektrifchen Linien, um 8:10 und 11:10 Bor, Mags, 2:10 und 6:10 Nachmittag und :10bendS. Locale Züge für Richmond id Zwifchenfiationrn von 6:00 Uhr Vor, mittags an und dann jede Swnve, ausge uommen die Limited Zeit, biS 9:00 bendS (70 Uhr bendS auSgelaffen). Letzter Zug ach Greenfield um 11:30 Uhr Abends. Indianapolis & Martinsville. Evfie Morgen,Car um 5:10 Uhr Morgen. Dann von 6:0 Uhr Morgens jede Swnde mS 9:00 Uhr Abends. Abend CarS verlassen die Jnterurban Station um 10:00, 11:30 und 11:50 Abends. Die 10:00 und 11:50 Cars fahren nur bis Mooreövllle. Indianapolis Coal Traction Co. Lüge laufen stündlich von Indianapolis acy Plawfield von 5:00 Uhr Morgen bis 11:00 Uhr Abends ; ausgenommen die tun den 8:00 und 10:00 Uhr AbendS. Indianapolis & Northwestern. Züge laufen stündlich von 5:00 Uhr Mor gens biS 9:00 Uhr AbendS. Anschluß in Lebanon fürThorntomnund.CramfordSville. Der Zug um 10.00 UhrAbendS fährt blos iiS nach Lebanon. Der Zug um 11:30 Uhr AbendS fährt bis ach Frankfort, Anschluß in Lebanon für CrawfordSville ; derselbe fährt in der Sonn tag Rächt bloS biS nach Lafayette. Limited Züge für Lafayette fahren ab um &10 und 11:10 Uhr Morgen, und 2:10. 6:10 Nachmittag und 7:10 AbendS. Für CrawfordSville um 10.45 Bormittags und 4:26 Nachmittags. LEO LAND0, 142 R. Pennsylvania Str. Hauptquartier für Brillen Operngläser T Brillen werden nach den besten etooden den Augen angepaßt. ZkünMiche Augen werden fchmerzloS ein, eiey:. Dr. L H, Wärter Deutschn Ihier.Ar,t Office: Schellhsuse'ZLeih-Stav 818 fi abäst t. Telephone : Reu, UM Alt. Mam US, Wohnung : 118 üb eridi kröche.

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Die Bekehrung Eine nngalante Geschichte von liitfrülf ÜCLvttTdi - ,SS elle Sonnenstrahlen blinkten j wider von den Möbeln und von dem blanken Fußboden. Sauberkeit mit behaglicher Einfachheit im Bunde machten den Raum überaus anheimelnd; lachend schien er eingeschlafen zu sein-und von heiterer Lust zu träumen. Auch die junge Frau am Tisch blickte träumerisch vor sich hin. Als sie von ihrem Gedankenspaziergang in vergangene Zeiten sprunghaft zurückkehrte, fiel infolge einer schnellen Bewegung aus ihrem Schooß eine Scheere mit ziemlichem Geräusch zu Boden. Die junge Frau bückte sich; als sie aber dabei ganz in ihrer Nähe die Stiefel ihres Mannes erblickte, setzte sie sich schnell wieder aufreckt, ohne die Scheere erfaßt zu haben. Erschrocken war sie nun freilich nicht über die Stiefel, denn darin steckten die unteren Gliedmaßen ihres Mannes. Von seinem Oberkörper war aber nichts weiter zu erblicken als zwei Hände, die ein großes Zeitungsblatt hielten. Als die junge Frau in die Gegend des Blattes blickte, wohinter sich der Kopf ihres Mannes befinden mußte. und dabei Verlobungsanzeigen entdeckte, erhielt ihr Gesicht einen wehmllthigen Zug. Ja damals ! Ihre Gedanken wanderten und wanderten, kamen schließlich wieder daheim an und wählten sich als Ruhepunkt den Fuß des lesenden Gatten. Die junge Frau suchte unter den vor ihr liegenden Werkzeugen der Sckneiderzunft eine volle Zwirnrolle aus, hielt sie von oben über die sterblichste Stelle ihres Mannes das Hühnerauge und liefe los. Plautz! Rararara die Rolle hatte ihr Z':l verfehlt und kollerte unter's Sofa. Scheinbar eifrig bei ihrer Näharbeit, schielte die junge Hinterlist seitwärts nach dem Zcitungsblatt. Keine besondere Bewegung zu merken. Nach einem Weilchen Ruhe ging ein neues Geschoß in die Tiefe, diesmal der Fingerhut. Der Fuß wurde darauf' zwar zurückgestellt, aber das Zeitungsblatt blieb unverrückt stehen. Ein tiefer Seufzer schlich sich schwerfällig durch's Zimmer. Edgar?" Knurrend antwortete ein Laut von der Art des Hofhundes, der beim Mahl gestört wird. ..Edgar?Gleich einer erzürnten See bewegten heftige Wellen die Zeitung und hinter dem Kamm tauchte das bartumrahmte Gesicht des Herrn Edgar Ehrlich auf. Was gibt's denn?" fragte er mit rauher Zartheit" im Ton. Ach. Edgar, wärst Du nicht so freundlich, mir die Scheere aufzuheben? Sie liegt gleich neben Drr." Edgar schdb seinen langen Arm nach unten, krabbelte die Scheere auf und legte sie auf den Tisch. Dann griff er wieder nach der Zeitung. Aber bevor er gänzlich hinter dem Pc.i?rwall verschwand, eriönte es: Edgar, ich glaube, mir fehlt auch der Fingerhut." Lautes, unwilliges Knistern der Zeihing antwortete zuerst, dann kamen die düster gefärbten Laute: Ja, da kann ich doch nichts dafür!" Ach, bitte, Edgar, er muß auch hier unten in Deiner Nähe liegen." Edgar beugte sich nach unten. Richtig, da lag er. Hier, bitte!" Danke!" Wiederum wollte sich das haarumrandete Antlitz hinter die weißschwarze j Mauer zurückziehen und wiederum hinderten bittende Worte das Vollenden. Verzeih, Edgar, aber ich finde meine weiße Zwirnrolle gar nicht; sie muß auch hinuntergefallen sein. Willst Du sie nickt suchen?" Das Zeitungsblatt knallte förmlich vor Empörung. Zornig bäumte es sich auf, fauchte einigemal drohend durch die Luft und ballte sich dann zu einem zitternden Klumpen auf der Tischplatte zusammen. Edgar verschwand unter dem Tisch. Alles schmeißt Du aber auch 'runter und so geschickt, daß man's nicht findet!" Ueber das Gesicht der jungen Frau zuckten lachende Lichter, die eine bedauernde Bemerkung von ihr nur sacht wieder auslöschte. Edgar verlor sich unter's Sofa und brachte endlich den Ausreißer stöhnend an's Licht. ..Ich danke Dir, lieber Edgar; verzeih, daß ich Dich bemüht habe." Schon gut. Halt Deine Sachen besser zusammen, dann brauche ich mir nicht die Glieder zu verrenken!" ..Aber Edgar! So bist Du nun. Anstatt die Gelegenheit zu benützen und Dich in galanten Bemühungen zu üben, knurrst Du ungehalten. Du bekümmerst Dich überhaupt recht wenig um mich. Schon seit langem. Kaum kommst Tu zu Hause an, liest Du oder schläfst mir gönnst Du kaum ein Wort." Das alte Lied," murrte Edgar. Nach dreijähriger Ehe sind nun einmal die Buttergrumbeln etwas vertrocknet. Daß Du das nicht einsehen willst?" ffreilich," seufzte die Gattin, wegen des trockenen Restes lohnte es sich

natürlich nicht, Zärtlichkeiten zu verschwenden." Red kein dummes Zeug. Schatz! Binch je garstig oder launisch?" Nein, das gerade nicht. Aber galanter könntest Du wohl sein. Wir Frauen lieben nun einmal zärtliches Entaegenkommen und kleine Aufmerk-

samteiten. Wir sonnen uns darin, blühen und gedeihen dabei besser, al bei kalter Gleichgiltigkeit." Galant!" höhnte der Mann. Knechend zu schmeicheln, ist nicht mein Fall. Was ist denn im Grunde genommen Eure Sehnsucht nach galanten Männern? Weiter nichts als verkappte Herrschaftssucht! Es kitzelt Eure Eitelkeit gewaltig, wenn der Mann sich vor Euch beugt, Königin Euch nennt und sich zum Sklaven macht." Du verkennst uns. Die Galanterie ist nur ein Ausgleich zwischen Eurer Kraft und unserer Schwäche. Ein freiwilliges Verzichten auf Manneskraft und rohe Gewalt zu Gunsten des zsrten Geschlechts." Die Schwachheit benützt Ihr nur als Schild, um Euer Machtgelüstchen dahinter zu verstecken. Mit dem Verlangen nach Galanterie entwaffnet Ihr todtsicher den männlichen Gegner." Du thust gerade, als wollten wir einander Schlachten liefern." Die Ehe ist auch ein Schlachtfeld. Und wer Sieger sein will, muß die Augen offen halten. Aber jetzt leb wohl, Schatz, die Pflicht ruft. Wie gern, o wie gern dient' ich der zarten Frau!" zitirte er noch beim Anziehen des Ueberziehers. Geh, Du Scheusal!" Ein Kuß schloß die Debatte. Der Vorfall beschäftigte die junge Frau Ehrlich noch lange. Es war deshalb nur natürlich, daß sie ihrer besten Freundin Martha, die bald darauf zu Besuch kam, gründlich ihr volles Herz ausschüttete. Martha Findig war schon seit vielen Jahren verheirathet und in Ehesachen für Frau Ehrlich maßgebend, zumal wenn es sich um Behandlung des EheHerrn handelte. Ohne kränkende Absicht sei hier ein Gerücht wiedergegeben, das von der geradezu idealen Zähmung des Findig'schen Männerstolzes erzählt. Als das gequälte Herzchen der Jüngeren sich endlich Luft gemacht hatte, lächelte Frau Findig nur mitleidig. Du bist zu schwach, Kleine, und zu gut. Scheinbar hast Du Deinen Mann schon zu sehr verwöhnt," sagte sie vorwurfsvoll. Verwöhnt? Ja, ich kann ihm doch keine Wassersuppe vorsetzen." Nein, so meine ich's auch nicht. Soviel ich merke, bist Du zu zärtlich, zu entgegenkommend. Du zeigst ihm zu viel Liebe!" Ja, das gibt mir doch mein herzliches Gefühl ein, ich liebe ihn nun einmal!" Kannst Du auch, Kleine. Aber nicht so offen zeigen. Der Mann braucht Liebe. Das steht fest. Wenn er sie schon spürt, sobald er zur Thür hereintritt, gewöhnt er sich daran, als an etwas Selbstverständliches. Findet er die Liebe aber nicht so ohne weiteres: was denkst Du. wird er dann thun?" Frau Ehrlich dachte vergebens nach. Dann wird er sie suchen," belehrte die andere erhobenen Tones. Der Mann wirbt dann wieder um die Frau, er girrt und schmeichelt, findet tausend zärtliche Worte und überstürzt sich in Aufmerksamkeiten." Mit gerötheten Wangen sog Frau Ehrlich diese Worte ein. klatschte freudestrahlend in die Hände und rief: O, muß das schön sein!" Ja. ja, Kleine. Vielleicht ist's in Deinem Falle noch nicht zu spät. Wahrscheinlich ist er noch heilbar, wenn Du geschickt verfährst." Da die Blicke der jungen Frau fast ehrfürchtig an den Lippen der Frau Findig hingen, ergossen sich Winke und Rathschläge in munteren. Fluh. Laß ruhig Deine Liebe ein bischen gefrieren, desto sicherer wird er aufthauen. Selbst ein wenig Vernachlässigung Deiner Hausfrauenpflichten ist ein gutes Mittel. Nicht immer alles fix und fertig haben, wenn der ,Gestrenge' erscheint." Dabei kräuselten sich die Lippen der Sprechenden ironisch. Du mußt ihn dahin erziehen, daß er merkt, wie ungemüthlich es zu Hause sein kann. Hast Du ihn so weit, dann wird er die Zärtlichkeiten schon wieder vorsuchen. Beschleunigen kannst Du den Prozeß mit einem Haupttrumvf." Frau Ehrlich horchte begierig. Kommt er nämlich eines Abends nichtsahnend nach Hause, so darfst Du nicht da sein! Dein Mann beunruhigt sich, sein Abendbrot, das Du ihm ja hinstellen kannst, würgt er mit Unbehagen hinunter. Er horckt nach der Thür, achtet auf jeden Schritt. Es wird acht, es wird halb neun. Du kommst nicht. Er geht mit großen Schritten im Zimmer auf und ab. durchsucht die ganze Wohnung, wendet jedes Stückchen Papier um, sieht verweiflungsvoll nach der Uhr, späht änastlich die Straße entlang. Es schlägt neun. Noch nicht! Stöhnend wnft er stch in die Sofaecke, durchwühlt sein Haar und grübelt erfolglos nach. Dann gegen ein Viertel, noch besser halb zehn Uhr kommst Du endlich nach Hause und thust, als wenn weiter gar nichts wäre. Nicht übermäßig eilig sagst Du guten Abend. '5r springt aus, umschlingt Dich mit beiden Armen, küßt Dich herzlich mit einem Worte ist wie umgewandelt." Frau Ehrlich tamte übermüthig

vurcy s Zimmer. Großvater, wunder, schon, o, das wird fein!" rief sie aus. Und als Frau Findig nach zweimal sechzig Minuten und sechsmal Kaffeeeinschenken die Wohnung verließ, waren beide Frauen hochbefriedigt. Schon am nächsten Tage begann Frau Ehrlick mit der Kur. .Sonst erwartete sie Mittags ihren Gatten an der Korridorthür, um ihn gleich bei seinem Eintritt mit einem Kuß begrüßen zu können eine dringend nothwendige Sache und sehr verzeihlich. wenn man bedenkt, daß Herr Ehrlich volle vier Stunden vom Hause fern gewesen war. öeute aber hielt sie sicli hinter der Küchenthür verborgen und erledigte die Begrüßung erst, nachdem der Gatte Stock und Hut abgelegt hatte. Der Erfolg ihres ersten Versuchs befriedigte sie jedoch gar nicht. Sie hatte mindestens einen erstaunten Blick oder ein fragendes Scherzwort erwartet. Da aber Herr Ehrlich gar kein Aufhebens von der schrecklichen Thatsache machte, ja die ungeheure Tragweite des abweichenden Empfangs überhaupt nicht zu empfinden schien, ging seine Frau merklich verstimmt in die Küche zurück. Hier hantirte sie sehr hörbar länger als gewöhnlich, obgleich das Mahl fertig war. Ihrem Vorsatz getreu, warf sie in den für ihren Gatten bestimmten Teller noch ein tüchtiges Theil Salz. Dann stellte sie sich trotzig an's Küchenfenster. Als sich der schlürfende Schritt ihres Mannes der Küche näherte, fuhr sie wie der Wind herum, ergriff die Teller und eilte hinaus. Na, Schatz, so unpünktlich heute?" Ja verzeih," erwiderte sie kurz. Nach dem ersten Löffel voll Suppe schob Frau Ehrlich den Teller mit Abscheu beiseite. Gänzlich versalzen. Als sie jedoch ihren Mann bebaglich seine Suppe schlürfen sah, wurde es ihr zur schrecklichen Gewißheit, daß sie die Teller verwechselt hatte! Einen mittelbaren Erfolg hatte sie trotzdem erzielt, denn der Gatte erkundigte sich theilnehmend nach der Ursache ihrer Eßunlust. Das brachte ihr die gute Laune wieder, und für diesen Tag unternahm sie weiter keine Bekehrungsversuche. Schon der nächste Tag aber gab ihr hochwillkommene Gelegenheit, auf der gewählten Bahn fortzuschreiten. Herrn Ehrlich war ein Knopf abgerissen von der Hose. Mit Hosenknöpfen ist's genau wie mit anderen Dingen: man schätzt sie erst, wenn man sie nicht hat. Ein Schwachsichtiger, der seine einzige Brille verleget hat. geht mit keinem größeren Unbehagen über die Straße, als der Mann, dem ein Hosenknopf fehlt. Vormittags war Herrn Ehrlich das Unglück geschehen; sein erstes Wort Mittags war. der sorgenden Gattin das Geschehniß mit der diktatorischen Forderung nach AbHilfe mitzutheilen. Da aber zufällig" Zwjrn im Hause fehlte, blieb Herrn Ehrlich nichts anderes übrig, als ein anderes Beinkleid anzulegen. Die knopflose Hose lag jedoch auch am nächsten Tage noch unausgebessert da. was den Besitzer zu erneuter I" mgender Mahnung an die Gattin veranlaßte. Doch diese panzerte sich mit passivem Widerstand, und als auch der dritte Tag die Hose ohne einen neuen Knopf sah. gab's Krach. Ueberdies zog Herr Ehrlich die Hose fri;h trotz des Mangels an. Als seine Frau Mittags reuig das Versäumte nachholen wollte, erfuhr sie erstaunt, daß die Sache schon erledigt sei. 'Der Bureaudiener habe es gethan. Zwar mit Heftzwirn, aber was solle man thun, wenn zu Hause liederliche Wirthschaft sei! Frau Ehrlich war außer sich. Der Bureaudiener! Das wurde gewiß zu hämischen Scherzen benützt und in allen befreundeten Hausständen gebührend erörtert. Liederliche Wirthschaft! Die Aermste weinte die bittersten Thränen. Hätte sie freilich gewußt, daß ihr Mann den Knopf selbst angeflickt hatte und den Bueaudiener nur als heilsames Erziehungsmittel in's Feld stellte, sie wäre nicht halb so unglücklich gewesen. Nach diesen mißlungenen Versuchen wäre wahrscheinlich Frau Ehrlichs Wunsch, den Gatten zum galanten Ehemann zu erziehen, still begraben worden, wenn nicht die liebe Freundin Martha Findig sich ganz beiläufig nach dem Erfolg der vorgeschlagenen Kur erkundigt hätte. Und die mitleidigspöttischen Blicke und die tröstend-sar-kastischen Worte, die sich nach der Beichte über Frau Ehrlich ergossen, reizten sie maßlos. Sie entschloß sich deshalb, einen Hauptschlag gegen die gepanzerte Rauheit ihres Mannes zu führen, damit die schlummernden Zärtlichkeitstriebe sich frei entwickeln könnten. An einem rauhen Apriltage, der die Gemüthlichkeit eines freundlichen Heims doppelt empfinden ließ, führte sie ihren Entschluß endlich aus. Solange ihr Mann Mittags daheim war, strömte sie über vor sorgender und anschmiedender Zärtlichkeit, so daß Herr Ehrlich thatsächlich mit dem Bewußtsein das Haus verließ, ein sehr glücklicher Ehemann zu sein. Später machte Frau Ehrlich den Abendbrottisch zurecht, sperrte dann die Fenster des Wohnzimmers lange auf, damit die kalte Luft fo recht alle Ecken des Zimmers füllte, und ging dann fort, ohne irgend eine Nachricht zu hinterlassen. Sie konnte sich allerdings nicht versagen, in einiger Entfernung auf der Straße zu warten, bis ihr Mann in's Haus gegangen war und oben sich die Fenster erleuchteten. Ihr Blut schlug

bis zum Hals war's Erbarmen oder M rm nv ?r f vr.a .. rr i

Ängne uno igr 00C5 ewien iricv sie eilerrds zu der nahen Wohnung der Freundin, die ihr den Muth geschickt wieder auffrischte. - Aber um neun Uhr war Frau Ehr lich nicht mehr zu halten. Hoch'.oih vor Emirn-j und doch etwas neugkrig über den Empfang, dr u. wartete, drücke sie sich an den Häusern entlang, um dem spähenden Au?e Gatt?n zu entgehen. Nun leise die Treppe hinauf und aufgeschlossen, dann aber schnellen Schrittes über den Vorsaal zum Wohnzimmer, die Thür aufgerissen und Höchst verdutzt stand Frau Ehrlick auf der Schwelle. Das Zimmer war stockfinster. Edgar!" rief sie ängstlich. Niemand antwortete. Edgar!" wiederholte sie weinerlich. Keine Stimme ließ sich hören. Scknell mackte ??rau Ehrlich Licht. Leer war das Zimmer, der Schelm hielt sich gewiß versteckt. Mit der Larnpe ging sie durch alle Räume und rief überall zärtlich und flehend die Beschwörungsformel: Edgar Edgar!" Aber sie mußte sich bald von der Erfolglosigkeit alles Suchens überzeugen. Mit traurige? Miene kam sie zum Wohnzimmer zurück und betrachtete schmerzlich bewegt die einzigen Zeichen, die vom Dasein ihres Mannes Kunde gaben: Schinkenreste und Käserinden! Er war also fort! Doch wohin? Sie zu suchen oder zu vergessen? Indem sie beide Möglichkeiten erwoa. durchlief sie alle Gefühlsstufen von keimfrischer Zärtlichkeit bis zu dickstrüppigster Eifersucht! Sie trippelte im Zimmer auf und ab. bald bleichen, bald hochrothen Angesichts, stellte sich an's offene Fenster und spähte die Straße entlang eine lange, lange Weile. Ihren Mann h sie nicht. Fröstelnd schloß sie das Fenster, stand rathlos inmitten des Zimmers, den brennenden Blick auf den schleichenden Gang des Uhrzeigers gerichtet. Es schlug zehn, es schlug halb elf. Sie hielt Umschau. Sollte er ihr nichts Schriftliches hinterlassen haben? Ganz ohne Nachricht war er doch noch nie so lange ausgeblieben. Jedes Stück Papier wandte sie um und um. Nichts! O, sie Unglückliche! Es wurde elf und halb zwölf und er kam nicht. Weinend warf sie sich in die Sofaecke und schluchzte herzbrechend. Gewiß war ihm ein Unglück zugestoßen oder sollte er in die Gesellschaft schlechter Menschen o. o! Und die Thränen flössen unaufhörlich. Ach. sie wollte alles, alles verzeihen und ihn nie mehr mit dummen Wünschen quälen, wenn er nur erst wieder da wäre! Da schlug es zwölf. Rasselte nicht ein Schlüssel? Wirklich, es war Herr Ehrlich. Mit hämmernden Pulfen horchte seine Frau auf seine Hantirungen draußen. Jetzt hing er den Ueberzieher hin staps! das war der Stock. Dann kam er herein, sagte sehr freundlich Guten Abend!" und that keineswegs, als wenn's nicht schon längst zwölf geschlagen hätte! Nun hielt sich die junge Frau nicht länger. Schnell eilte sie auf ihn zu und hing sich weinend an seinen Hals. Und er küßte sie und erzählte sehr gelassen, daß er in seine alte Stammkneipe gegangen sei, weil nun weil es so ungemüthlich war daheim und das liebe Pusselchen" abwesend! Sie schluckte, streichelte ihn und verrieth in ihrer weichen Stimmung den ganzen Anschlag auf seine ungalante Art. Er lachte und verfprach nichts nichts! Sie nahm ihn aber ferner wie er eben war und unternahm nie wieder einen Versuch. it)n zur Galanterie zu bekehren. Das Bild der Hnndehülte. Von dem französischen Maler Jsabey (gestorben 1855) erzählt ein französisches Blatt die folgende Anekdote: Der Künstler sah sich aus Noth gezwungen, irgend welche Aufträge anzunehmen und unter anderem den wackeren Bürgern von Marseille ihre Frauen in Miniaturen darzustellen. Einst kam aber ein Marseille? Bürger zu ihm und verlangte, er solle ihm seinen Hund malen; dafür versprach er ihm zehn Louisdor. Als die Miniatur fertig war. äußerte nun der Besitzer des Thieres feine höchste Unzufriedenheit, denn es fehlte die Hundehütte, an der ihm viel gelegen war. Sehen Sie," sagte er zu dem Maler, das ist ja gerade das Einzigartige an meinem Hund: wenn man ihn nur ansieht, so geht er in seine Hütte. Die Hütte muß also auch darauf sein." Jsabey erklärte sich einverstanden, wenn er ihm fünfzehn Louisdor für das Bild geben wollte, und obwohl es ihm sehr theuer schien, gab ihm der Bürger das gesorderte Honorar. Als er aber wiederkam, um das vollendete Bild abzuholen, legte ihm Jsabey das Miniaturbildniß einer Hundehütte vor. Und der Hund?" fragte der Auftraggeber. Was wollen Sie?" erwiderte' Jsabey. Wir haben ihn doch neulich angesehen, und da ist er in die Hütte gegangen." Aus einem Surrfienbriek. Nachdem Sie, geehrtes Fräulein, meinen schriftlichen Antrag mit ,Ja' beantwortet haben, werde ich mir erlauben, morgen vorzusprechen, um das mündliche Verfahren ernzuleiten."

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