Indiana Tribüne, Volume 30, Number 20, Indianapolis, Marion County, 15 September 1906 — Page 4
In, an Tribune, IS September 1906.
Jndiana Tribüne. Hnaulgtgeb von der utenbera T. Indianapolis, Ind. Harry O. Thnd,um v Präsident. VefcdäftS loc a l: 3lo, 31 Süd Delaware Straße. telbphone Bntrd k: the Post Office ot Indianapolis as sccond dass matter. Onkel Tam wacht.
Die GescheHniffe auf der Insel Tuba finden merkwürdigerweise hierzulande wenig Interesse. ES mag die zum Theil damit erklärlich sein, daß die Leute, die sanft bei derartigen Anläffen den größten Spektakel machen, grade jetzt anderswie beschäftigt find und mehr als genug zu thun haben, um sich im Vordergrund des öffentlichen Jnteref seS zu halten. Aber die geringe Beach tung der Vorgänge auf Kuba hat wahrscheinlich zum größeren Theil ihren Grund darin, daß daS amerikanische Volk für einstweilen keinen Gefallen mehr an neuen Experimenten auf dem Gebiete der Expansionspolitik findet. Die unliebsamen Erfahrungen, die wir hierin in den letzten Jahren gemacht haben, scheinen nicht ohne Beherzigung geblieben zu sein. Man darf sagen, daß einstweilen jedes Gelüste nach einer weiteren Bethätigung des ExpanfionSgedankens erstarken ist und nur durch äußere Mittel wieder entfacht werden kann. ES will scheinen, daß der Auf regung in den Jahren deS imperialifti schen Regimes eine beilsame Ernüchte rung gefolgt ist, unter deren wohlthäti gem Einfluß daS Volk bester als früher zu unterscheiden weiß, was ihm zum Heile gereicht und was ihm Schaden dringen muß. Bis jetzt liegen keine Anzeichen vor, daß'unfere Regierung in dieser Hinficht nicht mit dem Volke übereinstimmt. Gegenwärtig ist das Volk von dem festen Vertrauen beseelt, daß die Regierung in ihrem Verkehr mit Euda.fich frei von jeglichen chauvi niftischen Gelüsten halten wird. Die st 5 Vertrauen ist daS- Volk der Regierung schuldig und weil eS dieses feste Vertrauen WZdie Regierung fetzt, steht eS dem Verlaufe der Dinge in Euda mit einem Gleichmuth' entgegen, der noch vor wenigen ZJahren, in der Zeit, da unser ganzes! Land an der imperalifti schen ExpanstonShyßerie litt, undenk bar gewesen! wäre. Anlaß zu irgendwelcher Beunruhi gung bietet sdeShalb auch die Abtat dung mehrerer unserer Kriegsschiffe nach kubanischen Gewüffern nicht. Im Gegentheil eher'liegt in der Anwesen heit dieser Schiffe eine Beruhigung, in dem sich dadurch einer Gefährdung ame Manischer Interessen vorbeugen läßt. Was einzig bei der ganzen Sache unangenehm berühren könnte, ist die Ge heimnißtheuerei, die man in Regie rungökreisen übt. Bei sonstigen Gele genheiten ist unser Präsident nicht so schweigsam, weshalb gerade hier, wo die Klugheit ein offenes Wort gebietet. DaS Vertrauen, das unser Volk der Re gierung entgegenbringt, ist deS Ber trauenS werth. ES muß schwinden, sobald daS Volk erkennt, daß man ihm kein Vertrauen entgegenbringt. Von selber regt dadurch die Regierung den Verdacht an, daß! sie Bahnen wandeln möchte, welche nicht mit den gesunden Ansichten deS amerikanischen Volkes übereinstimmen. Gomper's erste Niederlage. Und eS war nichts! Samuel Gom perS hatte seine Art unabhängiger Ardeiterpolitik damit inaugurirt, daß er die Wiederwahl deS EongreßmitgliedeS Littlefield im zweiten Distrikt von Maine zu verhindern drohte. Aber Littlefield ist soeben j wiedergewühlt wor den. Allerdings mit stark reduzirter Mehr heit. Allein sein Stimmenverlust ist nur zum Theil auf ;die Agitation von GomperS zurückzuführen. Die Repub likaner von Maine fanden eö nämlich diesmal gerathen, besonders prohibitio niftisch aufzutreten, weil die dortige ProhibitionS.Partei ihnen gefährlich zu werden drohte. DaS ist der allgemeine Grund, weS halb die Mehrheit der Republikaner im Staate Maine von 25,000 auf 8000 gesunken ist. Nun sank aber aller ding die Mehrheit Littlefield' noch stärker, von 5391 auf 1134. Hier wirkten also spezielle Gründe. Siner derselben ist, daß Littlefield als .Kicker" w seiner eigenen Partei Feinde hatte, der andere ist GomperS. Ganzlich
einflußlos war er nicht. Er hat. wenn man hoch rechnen will, etwa 1500 bis
2000 Stimmen von Littlefield abspen ftig gemacht und dem demokratischen Eandidaten zugeführt. Da ist bei. läufig der Einfluß, den die Campagne GomperS' aufzuweisen hat. Ob daS ein Aequivalent für die wochenlange Thätigkeit von GnmperS selbst und einer ganzen Anzahl Agitatoren der Feder' tion war, mag dahin gestellt bleiben. Die Vervollkommnung des Of-ficejungen-hat fich ein neues Erzie hungSinftitut in Cleveland zum Ziel gesetzt. Ein sehr zeitgemäße Unter nehmen. Unsere Officejungen find eher alleS Andere, als vollkommen. Die Demokraten von Connecticut haben eS unterlassen, Bryan'S Kandi datur für das PräfidentschaftSjahr 1903 zu proklamiren eS giebt auch unter den Demokraten noch bescheidene und vernünftige Leute, die fich nicht anma ßen. den Werdegang der Welt auf zwei Jahre im Voraus zu bestimmen. Präsident Palma auf Cuba hat fich zum Diktator aufgeworfen, er wird aber erst zu beweisen haben, ob er Herr der Situation ist. Vorläufig scheint selbst Havaia bedroht und ohne even tuelle amerikanische Hülfe wird Palma die Insurgenten nicht zu überwältigen vermögm. Die nächsten Tage werden die erweisen. Hr. Walter Schumann, der amerikanische Konsul in Mainz, spricht in seinem letzten Bericht über die deutsche Schuh'Jnduftrie, die, obgleich noch jung, fich in blühendem Zustand befinde. ES seien 1600 Schuh und Stiefelfadriken im deutschen Reiche, die 60.000 Arbeiter beschäftigen und jährlich 12 Millionen Dollar an L0h nen abwerfen. Letztes Jahr hätten diese Fabriken 60 Millionen Paar Schuhe und Stiefel zum Preis von 75 Millionen Dollars hergestellt. 6in anglo amerikanisches Blatt schreibt über die Einwanderung: In NeU'England hat fte Besitz von vielen der aufgegebenen Farmen" ergriffen und sie zu den besten in der Gegend gemacht. Die ausländischen Farmer machen außerdem Geld, weil fie ihre Arbeit selbst thun. ES giebt Leute, welche behaupten und augenscheinlich mit gutem Grunde daß die Ueber füllung der Städte zum großen Theil darauf zurückzuführen ist, daß die Far men don den eingeborenen Amerika nern verlassen werden; Söhne und Töchter der alten Eigenthümer haben keine Luft zur Farmarbeit." Staaten-Gesetze haben das Maximum der Prozente für Geldanleihen auf sechs, in manchen Staaten auf sie den festgesetzt. Wie kommt eS nun, daß an der Börse 10 bis 15 Prozent, sogar, wie letzte Woche, bis zu 30 und und 40 Prozent für kurze Anleihen geboten und von Banken angenommen werden dürfen? Haben Banken das Recht, bei sogenammtem call money zu nehmen, waS sie bekommen können? SchatzamtSSekretär Shaw, der den Banken in Zeiten der Geldknappheit mit Regierungsgeldern auSzuhelfen pflegt, hat die Banken in einem Schrei den gewarnt, daß RegierungöDepo fiten nicht zu SpekulationSzwecken verwandt werden sollen. Die Warnung wird aber wenig Wirkung haben. WaS gemacht werden kann, wird gemacht. Arbeit vo Dieben. In der letzten Nacht statteten Ein brecher der Wohnung deS Herrn Max E. Dalton, 438 Oft Market Straße, einen Besuch ab und ftahlen einen An zug, Kleider und $19 Baargeld. E. D. Lake von 131 Vieler Avenue berichtet, daß ihm aus seiner Tasche fünf H10Scheine gestohlen wurden, als er auf einem elektrischen Straßenbahn wagen der Broad Ripple Linie fuhr. Ein Einbrecher entwendete aus der Behausung deS Herrn N. A. Rose. 10 Oft 36. Straße, ein Käfichen mit meh reren Ringen und eine kleine Summe Geldes. . Rene Ineorporatioueu. Folgende Gesellschaften erwirkten beim StaatSSekretür ihre Jncorpora tionspapiere: Die North Madifon EreameryEom pany"; Capital $5,500; Directoren: Charles McClelland, Thomas Wat llngton, John Bonnett, Peter Ring walt, A. Hervey Highland, Fred. Auftin und George W. WaterS. Die .BrownBurnham Dry Good Co.", Otterbein; Capital $10,000; Di rectoren: Israel L. Brown, True B. Burnham und Jsephine Keith.
Grundeigenthums Uebertragungen.
Union Trust Company, Truftee, an DenniS T. Brennan, Lot 38, Voule vard Equare Addition, westliche Seite von Ruckle Str., nördlich von 13. Str. 545. Jr D. MeFerran an Walter F. Moore, Lot 78, Harlan u. A., 1. dd., südwestliche Ecke von 25. Str. und Manlove Ave., $50. Charles W. Fairbanks an Edna Habeney. Lot 33 und Theil von 34, Sanders Str. Add., nördliche Seite von Downey Straße, westlich von Wright Str., $350. Adolphus H. Smith an Charles B. McCray. Lot 11, Goodlet u. A. Subd. Block 19, Weftende dd., 37 bei 153 Fuß, verbeffert, Westseite von Belmont Ave., südlich von 10. Straße. $1,000. Jrvin H. Watson u. A. an August Oertel. Theil des südöstlichen Viertels von ec. 33, Township 16, Range 5, 15.07 Acker, Warren Township. 82, 500. Winifred Wren an JaSper N. Clary, Lot 17. Ridenour'S Add.. 54 bei 141.7 Fuß, verbeffert, Westseite Summit Str., südlich von Washington Straße. 54.000. JaSper N. Clary an Winifred Wren, Theit Lot 1, dieselbe Add., 35 bei 136 Fuß, verbeffert. südwestliche Ecke Wash. ington und Summit Str. 85.500. Henry L. Dollman an W. H. John son & SonS Company. Lot 22, But lerS Subd., Außenlot 130, 40 bei Fuß, verbeffert, Oftseite Ft. Wayne Ave., südlich von 10. Straße. $9,250. Frank Eckert an Ge,rge T. Allen Theil deS nordöstlichen Viertels von Section 13, Township 16, Range 4, 25 Acres, Warren Township, $3500. Georgia A. Boyd :c. an Carl L. Chafteen, Lot 82, Woodruff'S Subdi Vision, Morris' Addition, 50 bei 110 Fuß, verbeffert, Nordoft.Ecke von New Jersey, und Lincoln Str., $2000. John R. Moffitt an George Peet, Lot 45 und östliche Hälfte von Lot 44, Keyftone Park Addition, 60 bei 143 Fuß, verbeffert, Nordweft.Ecke von 31. und Rader Str., 83175. Sampson D. Harvey an Peter I. Jvory, Lot 149, Pickerell'S Subdivi fion, I. FletcherS vierte Addition, 40 bei Fuß. Verb., Oftseite der Shel don Str., südlich von Roosevelt Ave. $2425. Dora Kothe an Frederick I. Keen u. A.. Lot 3. Noble'S Subdiviston, Out lot 61, 41 bei Fuß, Verb.. Oftseite der Noble Str., nördlich von Market Str. $2000. Jameö Holmes an Sophia Schultz u. A., Antheil an der südlichen Hülste von Lot 47, Flecher'S erste Addition. Brightwood, 37 i bei 200 Fuß. Verb.. Westseite der Station Str.. südlich von 25. Str. 8500. DoraS I. Baker an JoS. F. Keating, Lot l. Baker'S West Washington Str. Add., 88.65 bei Fuß, verbeffert, nordwestliche Ecke Tibbs Ave. und Washington Straße. 84.500. John R. Welch an Martha Mifiak, südliche Hälfte von Lol 19, Square 8 südöstliche Add., 33 bei 181.8, Fuß. verbeffert, Westseite Linden Str., nörd lich von Cottage Ave. 81.600. Gottfried Peterson an FranciS S. Chatard, Lots 1, 2 und 3. Haywood'S Subd., Theil Weftende Add., 115 bei 158.3 Fuß. vacant, nordöstliche Ecke Holmes Ave. und Calvelage Str. 81, 850. Emily B. gleicher an Dora E. Me neley. Lot 6, Fletcher'S Senate Ave. Subd., 40 bei 180 Fuß. vacant. Oft seite Senate Ave., nördlich von 28. Straße. 8900. Elizabeth I. Thomas an Elizabeth Fath, Lot 10, Block 11. Adam's Sub.. Vawter'S Add.. 40 bei 170 Fuß. ver bessert, östliche Seite der La Solle Str. südlich von 10. Str. 83,000. Esther N. Carter an Frederick Harsch. Lot 2, Samuel Clarl'S Add., 139.3 bei 234.70 Fuß, vacant, nordwestliche Ecke Ashland Avenue und 49. Str., 82,800. George W. Johnson an VirgiS E. Trimdle. Lot 15, Ritter'S dritte Add., Jrvington, 40 bei 167.6 Fuß. vacant. östliche Seite der Whittier Ade., südlich von Lowell Ave. 8600. James A. Dallas an DoruS I. Baker, Lot 61. südöstliche Ecke Mc Pherson Str. und Twin Lake Avenue. 83,500. William Ryan an Ellen CummingS, Lot 64, Clifford Blace Add., 40 bei 152.5 Fuß, verbeffert, Westseite Hamil ton Ave., südlich von 12. Str. 82600. Jennie A. Baker an Jameö A. DallaS. LotS 2 und 3. Baker'S West Washington Str. Add.. vacant, Nord seite Washington Str., westlich von GidbSLve. 81500.
Sclbftjufti,. Ein eigenthümlicher Fall von Selbstjustiz, wie er sich in einem mooernen Staatswesen noch nicht ereiznet haben dürfte, hat die Stellung des ungarischen Ministers für Landsvertheidigung. des Feldmarschall-Leut-nants v. Jeselfalussy, ernstlich erschuttert. Obgleich den Fall das in solchen Dingen nicht eben zuverlässige sozialdemokratische Blatt Nepszava ans Licht gebracht hat, muß man angesichts der Thatsache, daß seither keinerlei Richtigstellung oder Widerlegung Die Behauptungen des Blattes erschienen ist, doch annehmen, daß in diesem Fall die Mittheilungen nicht ganz aus der Luft gegriffen sind und eine thatsächliche Unterlage haben. Nach dem Bericht der erwähnten Zeitung hatte v. Jekelfalussy vor einigen Monaten auf seinem Gute Lonto einenWirthscha:tsbeamten NamensKovacs angestellt, den er jedoch vor kurzem aus unbekannten Gründen wieder entließ. Bei der Abrechnung erklärte der Minister, daß Kl?vacs eine Hafersaat schlecht durchgeführt habe, und verlangte, daß ihm Kovacs den daraus erwachsenen Schaden im Betrage von 166 Kronen und einigen Hellern ersetze. Kovacs wollte seine Haftpflicht nicht anerkennen und verwies den Minister an die Gerichte, um seine Schadenersatzansprüche dort geltend zu machen. Zufall fügte es. daß sich Jekelfalussy und Kavacs mit demselben Eisenbahnzuge von Lonto entfernten. Der Minister fuhr nach Pest, sein Wirthschaftsbeamter wollte in der Zwischenstation Kemend aussteigen. Unterwegs, bevor der Zug in Kemend angelangt war, stieg der Minister aus und gab mit dem BahnHofsfernsprecher dem Kemender Gendarmerieposten den Auftrag, Kovacs. sobald er den Zug verließe, in Haft zu nehmen. Da die Gendarmeric dienstlich dem Landesvertheidigungsminister untergeordnet ist, leistete der Gendarmerieposten dem Befehl Folge und erklärte, als der Zug in Kemeno eingefahren war, Kovacs in Anwesenheit seiner Frau, die ihn auf dem Bahnhof erwartete, für verhaftet, Jekelfalussy aber fuhr ruhig weiter. Auf die Bitte Kovacs. der sich die Verhaftung nicht erklären konnte, ließ sich der Gendarmerie-Postenführer telephonisch nochmals mit dem auf dem Bahnhof in Parkany-Nana 'auf den Pester Schnellzug wartenden Minister verbinden und ragte ihn, was mit Kovacs geschehen solle. Der Ministe? antwortete, daß der Verhaftete freigelassen werden könne, wenn er eine Summe von 166Kronen entrichte, welche an die Güterdirekiion in Lonto abzuliefern sei. Kovacs war mit Freuden bereit, sich um diesen Preis der weitern Haft zu entziehen, er lieferte die Summe gegen einen, den Sachverhalt genau darstellenden Empfangsschein aus und wurde dann auf freien Fuß gestellt. Die Angelegenheit wurde im Abgeordnetenhaus? zurSprache gebracht, wo in Abwesenheit des Land?sVertheidigungsministers Ministerpräsident Dr. Wekerle erklärte, er könne nicht glauben, daß v. Jekelfalussy so vorgegangen sei, und müsse abwarten, bis auch dieser sich geäußert haben werde. Aus dieser Erklärung will man folgern, daß der Mimsterpräsident, falls sich die Nachrichten des sozialdemokratischen Blattes als wahr erweisen, auf dem Rücktritt seines Landesvertheidigungsministers bestehen werde. Das ist auch gewiß oal mindeste, was in dieser Angelegenheit geschehen muß.
Dcr Kaiser und die Preffe. Das vielbesprochene neueste abfällige Urtheil des deutschen Sarsers über die Presse in einer Unterredung mit dem Vertreter des Pariser J)iatin" lautete diesem Blatte zufolge: ..Man hat meine Absichten mißverstanden und meine Gedanken entstellt. (Anläßlich der Marokkoaffäre. D. R.) Wenn ich jemanden beschul dien wollte, wäre das die Presse. Sie ist an viel Schlechtem schuld. Tie Uuverantwortlichkeit, die im Journa liSmuS herrscht, ist fefjr sonderbar. In allen anderenBerufszweigcn muh jemand genaue Bedingungen crtiil len. Der Arzt kann den Kranken nur pflegen, wenn er ein Examen be standen hat, das ihm oft viele Ut beitsjahre gekostet hat. Der Advokat kann erst plaidiren, wenn er Jura studirt hat. Nur der Journalist braucht weder Examina noch Studien. Ein junger Mann von 22 Jaliren kann in dem größten, geacktetsten Blatte der Welt einen Artikel fcb- eiben, der den stärksten Widerhall si:,en und den mächtiasten Eindruck aut die Zeitgenossen machen kann. Täglich befinden sich in sen Zeitun gen Komcntare und Kritiken, deren Verfasser gewiß ehrliche Scanner sind, die aber oft der Kennin.''e ermangeln. Tiefe Männer sind Leiter der öffentlichen Meinung, sie üben den größten Einfluß aus und sind oft am wenigsten dazu geeignet." Der Mattn" beinerkt zu diesen Worten des Kaisers: Die Journalisten sind leider nicht die einzigen, von denen kein Examen verlauqt wird. Die Sache liegt ebenso bei den Monarchen." Der Landtagsabgeordneie C. W. Meyer, Vorsitzender der Deutschfreisinnigen Volkspartei in Weimar, ist gestorben.
...Diamanten... ein aufmann in der Stadt führt einen solch großen Borrath von Diamanten.
CARL, L. ROST, .w.
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Vom Untergang dcö ,,irto". Der Kapitän des französi'chnDampfers Marie Louise" war, dem Loni:mz Daily Erprch" zufolge. Augenzeuge desUnglücks. DieMarie Louise" fuhr von Algier nach Alicante, und er Sirio kreuzte ihren Kurs. Der Kapitän sah dann, wie der Sirio' auf die Klippe am nordöstlichen Ende der Hormigas-Jnseln auffuhr. Sein Vordertheil hab sich plötzlich aus dem Wasser, während das Hintertheil untertauchte. Die Marie Louise" änderte sofort ihren Kurs und steuerte au' den Sirio" zu. Da gab es auf dem Sirio" eine furchtbare Explosion. Der Kapitän der Marie Louife" sah durch sein Fernglas, wie menschliche Körper, Sparren und Stücke vom Verdeck in die Luft geschleudert wurden. Langsam um das Wrack herumdampfend, rettete die Marie Louise" 54 Schiffbrüchige aus dem Wasser. Etwa 50 bis 60 weitere Schiffbrüchige hätten gerettet werden können, ab:r sie vermochten sich nicht über Wasser zu halten, bis die Boote sie erreichten. Ein Mann machte verzweifelte Anslrengungen, einen mit Goldstücken gefüllten Gürtel, der ihn niederzog, von seinem Körper loszumachen. Mit dem verzweifelten Rufe: Ich kann ihn nicht losmachen!" ertrank er, als das Boot nur 20 Fuß von ihm entfernt war. Der hinter dem Joven Miguel" liegende Fischerschoner Vincenta Lucano" rettete 200 bis 300 Personen, darunter eine Frau, die vor Schrecken irrsinnig geworden war und an Bord des Schoners getragen werden mußte. Die vom Joven Miguel" Geretteten wollten sich nicht in den Schiffsraum hinunter beaeben. und da das Boot unten nichr genügend Ballast hatte, drohte es umzustürzen. Die Fischer mußten zuletzt die Schiffbrüchigen mit Knütteln hinuntertreiben in die Kabinen, und der Kapitän mußte dabei mit dem Revolver drohen. Ferner werden noch folgende Einzelheiten öerichtet: An einem Tau des sinkenden Schiffes hatten sich sechs Kinder angeklammert, die ein herzzerreißendes Geschrei ausstießen; eins nach dem andern wurde von den Fluthen hinweggespült. Eine Mutter verlor ihre dr;i Söhne und wurde wahnsinnig. Eine andere Mutter rettete sich und ihre drei Kinder mit Hilfe eines Brettes. Ei:i Greis, der gerettet wurde, verlor seine drei Söhne. Ein junger Mann, der seit drei Monaten verheirathet ist, verlor seine Frau und seine Schwägerin. Ein Mönch, der sich an Bord befand, kniete nieder und betete für dir Ertrinkenden, bis er selbst in den Wellen verschwand. Ein Italiener, Namens Venturini, in Barcelona wohnhaft, reiste mit seiner Familie; es gelang ihm, drei seiner Söhne und noch weitere neun Passagiere zu retten; sein: Tochter, 18 Jahre alt, rettete sich und noch zwei Kinder, deren Eltern ertrunken sind. Eine Familie, besteh?nd aus Vater, Mutter und sechs Kindern, ist fast vollständig umgekommen; nur der Vater wurde gerettet, er ist mahnsinnig geworden. Der italienische Konsul in Eartagena hat eine junge italienische Dame aufgenommen, die erzählte, daß sie aus dem Schiffe ihre Hochzeitsreise machte. Sie befand sich mit ihrem Mann in der Kabine, als das Schiff auf die Felsen stieß und barst. Die Wellen trennten sie, ihr gelang es, ein zugeworfenes Kabel zu fassen; ihr Mann ertrank. Die Versuche, die mit der Anfiellung von Frauen in Bureaus als Buchhalter und Kontoristen gemacht worden sind, haben so günstige Resultäte gezeitigt, daß von vielen Firmen und Bureaus m Tokio und anderen großen Städten hauptsächlich Frauen beschäftigt werden. Die Anzahl von Mädchen, die eine richtige Schulbildung erhalten, hat sich in den letzten zehn Jahren um mehr als das Achtfache vergrößert. Noch bedeutsamer sind die Zahlen, die von der Erziehungsgesellschaft in Tokio veröffentlicht werden. Vor fünfzehn Jahren betrug der Prozentsatz von Frauen, die zu der Vorbildungssckule für Lehrer zugelassen wurden, nur 20 Prozent gegenüber der Anzahl männlicher Besucher der Anstalt. Heute aber haben sich die Zahlen vollständig verändert, und die Zahl der männlichen Bewerber beträgt jetzt nur noch 15 Prozent. Man ist in Japan heute der Ansicht, daß die Frauen als Lehrer den Män nern überlegen sind, und es ist daher mehr Nachfrage nach merklichen Leb rern als nach männlichen. Der Außenhandel One l S a m s im verflossenen Fiskal ' jähr wird auf Z2,970,000.000 bezif- ! fert.
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gegenAdkr 324 W. MarylanZ. rfiNaffige Damilicnwäsche. mm. nde Tellvbo ropäisches Dgartenmtt. Wechsel, Creditdriefe, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schisssscheine von und nach Europa. An- und Verkauf ausländischen Geldes. J No. 35 Süd Meridian Str. Merchants National Bank. WMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMP 4 I AM F0R WOMEN LT! Water Motor Wa8hingMachmes Cor. Noble and Michig-an t New Phone 1189 Maas Bros. MHftHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHtkk Kubas Revolution. stet Präsident der Perle hex ntille" und seine interessante Lausbay. Tomas Estrada Palma, der Präsident der Republik Kuba, die sich, wiewohl ziemlich unerwartet, so doch nach berühmten Mustern, nun auch ein Revolutiönchen geleistet hat. ist bei seinen Landsleuten im Allgemeinen beliebt. Er wurde im Jahre 1836 in Bayamo, Kuba, geboren, erhielt seine Tomas Estrads Palma. Ausbildung in Havanna und Madrid und wurde Advokat. Beim Ausbruche der Revolution im Jahre 1868 schloh er sich den Aufständischen an und wurde 1875 zum Präsidenten der revolutionären Regierung gewählt. Palma gerieth 1877 mit dem General Garcia in spanische Gefangenschaft und schwachtete bis 1879 in einem Kerker in Spanien. Sein großes Vermögen wurde konfiszirt. Palma wurde hierauf Lehrer und dann Generalpostmeister in Honduras und leitete später in Central Valley, N. )., eine Erziehungsanstalt für lateinisch-amerikanische Knaben. Während des spanisch-amerikanischen Krieges war er ein hervorragendes Mitglied der kubanischen Junta in New York. Präsident ist er seit 1902. Die Köchin in Wuth. Weil der Kellner M. Magot in einem Restaurant in New Dork dreimal ein offenbar von einem schwer zu befriedi genden Gaste bestelltes Fleischgericht in die Küche zurückgebracht hatte, gerieth die Köchin Mary Hollis derart in Zorn, daß sie dem armen Kellner mit einer zwei Fuß langen Vorlegegabel zu Leibe ging und ihm die Zinken der Gabel in den Leib stieß. Magot wurde in das Hospital bracht, und die Köchin wurde verhaftet und dem Prozeßifahren überwissen.
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