Indiana Tribüne, Volume 30, Number 20, Indianapolis, Marion County, 15 September 1906 — Page 3

Jndianck Tiböne. IS September 1906

Kriegsrath

In Sitzung und alle Borbereitungen zum eucrgischeu Ciugreiseu iu Cuba getroffeu. Zwei Jndiauerftämme auf dem KriegSpfade. Selbstmord eines reichen Fabri' sauten. Unaufgeklärter Selbstmord. Tornado verwüstet einen fruchtbaren Landstrich. Jndianermädchen begnadigt. Verrohte Menschen. Reiche Wittwe spurlos verschwunden. Ansternerute mißratheu. Der Aussatz ist heilbar und nicht ansteckend.

Bulletin. Kriegsminister reift nach Cuba. O y st e r B a y, N. V., 14. Eevt. Im Kriegsrath. dem Präsident Roose. Velt präfidirte, wurde heute Abend be schloffen, daß Kriegsminister W. H. Taft am Sonntag, den 16. Septem der, in Begleitung des amtirenden Staatssekretärs Robert Vacon nach Euba abreisen soll, um sich persönlich von der Ausdehnung der Rebellion zu überzeugen. Die beiden Herren reisen nach Keyweft, Florida, und werden von da mit einem Schiffe nach Havana abfahren. kriegsrath wird abge halten. Washington, D. C., 14. Sept. Im Laufe des heutigen TageS fand ein lebhafter Depeschenwechsel zwischen dem Staat?-Departement und Oyfter Bay statt. Der Präsident wurde btständig über alle aus Havanna und dem übrigen Cuba eintreffenden Nach richten auf dem Laufenden gehalten. In Armeekreisen herrscht die Anficht, daß Präsident Palma in Cuba so gut wie abgewirthschaftet hat Viele Offiziere der Armee, die die kubanischen VerhSltniffe au eige ner Anschauung kennen, äußerten sich dahin, daß die Regierung mit ihren unzulänglichen Mannschaften der In surgente niemals Herr werden kann. Man spricht ganz offen von der als unvermeidlich geltenden Konsequenz, daß die BundeSRegierung wieder ge. zwungen sein werde, sich der Herrschaft in Cuba zu bemächtigen, und man weiß, daß im Krieg. Departement im Stillen feit acht Tagen Maßregeln ge troffen werden, um einer solchen Noth endigkeit so schnell und glatt als möglich, ohne viel Blutvergießen, ent sprechen zu können. In größter Eile wurden der Kriegsekretär Taft, Marinesekretär Bona. parte und der amtirende Staats Sekretär Bacon heute nach Oyfter Bay zum Präsidenten Roosevelt beschicken. Ein KriegSrath hat stattgefunden und alle nothwendigen Vorbereitungen wur den besprochen, um entschieden handeln zu können, sobald die Situation tn Cuba dieses erfordern sollte. DeS M o i n e S van st. nach H a Key W e ft , Fla., 14. Sept. Der Bundeskreuzer DeS MoineS" er hielt von Washington, D. C., heute Rachmittag den Befehl, sofort nach Havana abzufahren, nachdem er genü gende Kohlenvorrüthe geladen habe. Heute Abend um 6 Uhr ging er unter Dampf und fuhr nach Havana ab. Auf dem Deck deS Kreuzers befinden sich fünf Schnellfeuergeschütze, die bereit zum Landen find. Zwei Jndianerftämme auf dem KriegSpfade. San Franzisko, Sal., 14. Sept. Draußen in der Wüfle in der Nähe der Ortschaft Mandel, wo neun zig Cocopah und fünfundftebzig Piute Indianer die Hauptbevölkerung bilden, wurde in der letzten Nacht der Jndia nerhüuptling John Cocopah von dem Piute.Häuptling John Snyder durch inen Schuß tödtlich verwundet. Der Häuptling Snyder wird von fünfzig Cocopah Indianern verfolgt, welche den wahrscheinlichen Tod ihre? Häupt lingS rächen wollen, aber die Piute Indianer verfolgen wiederum die Coco pah'Jndianer, um iyren Häuptling zu schützen und bei einem etwaigen Zusammenheffen der beiden Indianer flamme dürfte eö zu entsetzlichen Blut thaten kommen. Jndianermädchen begnadigt. M i ! w a u k e e, WiS., 14. Sept. US Washington trifft die Depesche in, daß Präsident oosevelt vaö In dianermädchen von der Menomonee Reservation. daS wegen AnzünoenS eines SchulhauseS zu lebenslänglicher

Haft verurtheilt worden war. begna digt hat. ES geschah dies auf Gesuch deS Richters deS Bundesgerichtes Quar leS von hier. Das Urtheil, das am 6. Juni verkündet worden war, lautet jetzt auf Verbleib des Mädchens Lizzie Garrich in einer Reformanftalt bis zu ihrem 21. Jahre. Sie ift zur Zeit 15 Jahre alt. Sie soll angeblich die Schule angezündet haben, weil sie nicht

gern in dieselbe ging, um zu lernen. Selbftmcrd eine reichen Fabrikanten. Philadelphia, Pa., 14. September. Der Leichnam des reichen Chemikalien Fabrikanten 'Henry K. Wampole wurde letzte Nacht bei New York aus dem HudsonFlusse gefischt. Herr Wampole. der 57 Jahre alt war, wurde schon seit einigen Tagen der mißt, aber da er in der vorigen Woche nach Canada gereift war, um Geschäft, angelegenheiten zu ordnen, so befürchtete man nichts Schlimmes. ES hat sich tj aber herausgestellt, daß ein Vertrauensbeamter des Herrn Wam pole große Unterschlagungen gemacht hat, worüber der Fabrikant so erregt wurde, daß er in den Hudson-Fluß sprang uud Selbstmord beging. Illnaufaeklärter Selb. M 0 r d. Atlanta, Ga., 14. September. Charles Geiömar von Macon ging in der letzten Nacht nach dem Hause der Frau E. H. Jvey, und da er keinen Einlaß fand, kehrte er wuthschnaubend in einem Hotel ein. Heute Morgen ging GetSmar wieder nach der Woh nung der Frau; als er dtesetve say, zog n seinen Revolver und schoß meh rere Schüsie auf sie ab, worauf er ent floh. Frau Jvey ift nur leicht ver. mundet, Geiömar aber wurde später mit einer Kugelwunde im Kopfe todt in einem Gebüsch nahe der Stadt auf gefunden. Frau Jvey wollte keinen Grund für die That angeben. Tornado verwüstet einen fruchtbaren Land strich. Lincoln. Neb., 14. Sept. Ein furchtbarer Tornado raste heute Abend über die Lündereien zwischen Elk Creek und Tecumseh uud zerstörte viele Gebäude und brach zahllose Obft bäume um. Bier Personen wurden auf den zerstörten Farmen beim Ein stürzen der Wohnhäuser getödtet, zwei wurden tödtlich und eine große Anzahl wurde erheblich verletzt. Der durch den Sturm angerichtete Schaden be läuft sich auf mehrere hunderttausend Dollar. Verrohte Menschen. H o b o k e n, N. I., 14. Septbr. Frau Mary E. Kasprig führte gestern bei der Gesunddeitöbehörde darüber Klage, daß in der Wirthschaft von Max Heinzmann ein Thierkampf zwi schen einem Bären und einem Hunde stattgefunden habe, der in dem Tode des Hundes resultirte. Sie gab an, dieser Kampf habe in Gegenwart einer Anzahl Schifföangeftellter ftattgefun den und fei eine der denkbar brutalsten gewesen. Da der Kampf im Hofraum stattfand, seien auch die Bewohner der nach hinten gelegenen Häuser Zeugen dieses brutalen Schauspieles gewesen. Die Angelegenheit wurde der Thier schutzgesellschaft überwiesen. Aufternernte mißrathen. New H a v e n, Conn., 14. Sept. Charles H. NicholS, der Ingenieur der Schellfischcommission von Connecticut, erklärte heute nach einer genauen Un tersuchung der Aufternbänke im Long Island Sund, die Austernzucht diese Jahre sei vollständig mißrathen, und e wird schon berechnet, daß der Aus fall, welchen die Aufternzüchter zu erlei den haben, sich auf eine halbe Million Dollar belaufen wird. Die üblen Resultate werden dem Umstände zuge schrieben, daß e in den Monaten Juli und August zu kalt gewesen ift.

Der Aussatz ift heilbar und nicht ansteckend. Washington, 14. Sept. Der Dr. Eugen H. Plumacher, amerikani scher Konsul in Maracaibo, Venezuela, hc.t dem Staatsdepartement über seine jahrelangen Untersuchungen des Aus satzeS, die oft mit großen Gefahren der knüpft waren, einen ausführlichen Be richt gesandt. AuS diesem Bericht ift ersichtlich!, daß der Aussatz zwar heilbar ift, daß aber in den füdamerikanischen Lepracolonien den Kranken nicht die sehr theure Medizin und eben so wenig die dazu nothwendige nahrhafte Kofi gereicht wird. Schon seit dem Jahre 1878 befindet sich Dr. Plumacher in Maracaibo. Be treffS der Heilung deS Aussatzes stand er mit den hervorragendsten Gelehrten Europas in steter Verbindung und sei nen Bemühungen ift eS zuzuschreiben, daß die Tuapflanze. welche als das beste Mittel gegen den Aussatz angesehen wird, jetzt in fast allen Ländern gezogen

Ulird. wo der Aussatz vorkommt. Er eldft behandelte zehnAuSsätzige, besserte zwar ihren Zuftand, konnte aber keine vollständige Heilung erreichen, weil eS an guter Nahrung mangelte. Dubuque nächste Feftftadt. Springfield, Illinois. 14. Sept. Die vereinigten deutschen katho ischen Gesellschaften der Vereinigten Staaten wählten gestern in ihrer Condention Dubuque. Iowa, als Feftort ür die nächste Jahresconvention im September 1907. Rev. Vater Nagelweiser von New York hielt eine Ansprache, in der er mittheilte, daß ein Bauplatz in West 23. Straße in New York für $107,. 000 angekauft worden, um darauf an Stelle deS alten Leo-HaufeS für deutsche katholische Einwanderer ein neues auf zubauen. Die deutschen katholischen Verbände von Ohio und Miffourt wur den als Mitglieder in den National Verband aufgenommen. Anton Maitre von St. Louis sprach in einer Siede davon, wie eine große Union der Katholiken aller civilifirten Länder einen moralischen Einfluß auf die Regierungen ausüben und die Welt liche Macht des Papstthums wieder her stellen würde. Die Bemerkung wurde mit großem Beifall aufgenommen. GaSbrunen in Flammen. S k i a t o ck, I. T., 14. Sept. Durch einen Blitzstrahl wurden hier sieben große Oelbehälter der Shawnee Oil & Gas Camp, gehörend, entzün det. DaS brennendeOel ergoß sich in ei nen Gasbrunnen, der ebenfalls im Nu in Flammen stand. Der GaSbrunnen brennt mit donnerndem Geräusch und die Flammen schießen über hundert Fuß hoch in die Luft. Bis jetzt find noch keine Anstrengungen unternom men worden, die Flammen deS GaS drunenS zu unterdrücken. Schlägerei auf dem Graf W a l d e r f e e". New York. 14. Sept. Auf dem Dampfer Graf Walderfee", der ge fiern hier ankam, fand am Mittwoch ein ernftlicher Krawall unter den polni schen Einwanderern auf dem Vorderdeck statt. Die Veranlagung ift noch nicht bekannt. Der Kapitän Krech mußte die Brücke Verlagen und mit 20 Mann von der Besatzung dem Krawall ein Ende machen. Mehr als zwanzig der Kämpfenden wurden verletzt. Der An ftifter der Unruhen wurde in Eisen ge legt. Am lebendigen Leibe v erbrannt. Chicago, Jll.. 14. Sept. Durch ein Versehen kam heute Frau John Polgar von Eaft Chicago auf entsetzliche Weise um'S Leben. Sie hatte in einem Materialwaarenlaoen sich eine Kanne mit Petroleum gekauft. aber der Handlungsgehülfe hatte ihr Gasolin, anstatt Petroleum in die Kanne gefüllt. Als die Frau nach Haufe kam, füllte sie den Oelofen mi dem Gasolin und entzündete dasselbe. Eine furchtbare Explosion erfolgte und die Frau verbrannte am lebendigen Leibe. Mißglückte? B a h n ü d e r. fall. P e o r i a, Jll.. 14. Sept. Vier maökirte Männer versuchten heute um Mitternacht den Passagierzug No. 311 der Stock Island Bahn hier in der Nähe aufzuhalten. Der Kondukteur Robert Murray setzte sich zur Wehre und entwaffnete einen der Räuber, worauf die anderen drei vom Zuge sprangen und entflo hen. Sheriff Potter verfolgt mit eine Abtheilung Polizisten die drei entflöhe nen Bahnräuber.

Reiche Wittwe spurlos verf chwunden Chicago, Jll.. 14. Sept. Eine reiche Wittwe, Frau Sarah A. Boat. man, ift hier feit einigen Tagen der schwunden. und ihre Angehörigen glauben, daß sie ermordet wurde. Sie pflegte stets beträchtliche Summen Gel des bei sich zu führen. Die Polizei ift angewiesen worden, nach ihrem Ber bleib zu forschen.

WemgehörendieMönchS lündereien? Washington, 14. Sept. Erz bischof Jreland hat heute in Begleitung von Bischof O'Gorman von South Dakota im Kriegsdepartement vorge sprachen, um mit den Beamten betreffs der Regelung derSchwierigkeiten. welche sich auf den Philippinen betreffs des Befitztitels der Ländereien und Ge büude, welche bis vor Kurzem in Händen der religiösen Orden gewesen waren, ergeben haben, zu verhandeln. Allerlei kleine Depeschen. 14. September. Der italienische Konsul in Leip' zig. F. W. M. Krause, ift plötzlich ab berufen worden. Ueberschwemmungen haben die Stadt Vurcell im Indianer Territo ium beinahe vollständig zerstört. Der Vulkan in der chilenischen Provinz Ruble entwickelt seit einigen Tagen eine sehr lebhafte Thätigkeit. In Omaha. Neb., sollen der Eis ruft und auch der Kohlentruft von Großgeschworenen untersucht werden. Die Gattin deS Grafen Leo Tol ftoi liegt in ihrer Wohnung in JaS napa Poliana schwer krank darnieder. Der ehemalige franzöftsch?Finanz minister Pierre Merlou ift zum Ge andten Frankreichs in Peru ernannt worden. Frau George D. Baker lachte während einer Vorstellung im Lyceum Theater zu New London, Ct., gestern Abend so viel, daß sie einen Herzschlag erlitt und starb. Gegen die Stadt Leominfter, Maff., wo 31 Dyphtheriefülle borge ommen find, find strenge Quarantäne Vorschriften seitens des Staates Massa chusett erlaffen worden. Nach einer von dem Präsidenten Porfirio Diaz heute bekannt gegebenen Verfügung werden am 16. September am Unabhüngigkeitage, sämmtliche Wirthschaften geschlossen sein. Während eines heftigen Gewit ters schlug der Blitz in nahezu ein Dutzend Häuser in Oak Park, einer Vorstadt von Chicago, ein, einen Scha den von $20,000 verursachend. In San Francisco, Cal., haben eine Anzahl Miliz-Offiziere des KüstenartillerieBataillonS ihre Resignation eingereicht, weil den Mannschaften die ihnen gebührende Equippirung vom Staat vorenthalten wird. Charles Rocker, ein Farmer in South Dakota, ift wegen Mordes zum Tode verurtheilt worden, nachdem er sich selbst im Traume verrathen hatte. Er hatte die Wittwe des von ihm Cr mordeten geheirathet und vier Jahre mit ihr zusammen gelebt, ohne daß ein Verdacht gegen ihn geschöpft wurde. Bei einer Kollision, die sich am Donnerftag.Abend in Omaha zwischen einem von einer Rangierlokomotive ge schobenen Frachtwagen und einem Straßenbahnwagen ereignete, find der Motormann John Wolley und eine noch nicht identifizierte Frau auf der Stelle getödtet und zwei Passagiere leicht verletzt worden. Frank GalleS von Danville, Jll., Ingenieur im JenkinS Kohlenberg werke und Mitglied der Heilsarmee, gerieth im Bergwerke zwischen zwei Kohlenwagen und wurde zu Tode ge quetscht. In West Quincy, Mass., wurde durch die Erploston einer alten Spreng Patrone in der Steingrude der Granite Railroad Co. der Arbeiter Wm. La coon getödtet und drei andere Arbeiter schwer verletzt. Der Dampf.'rdienft zwischen kana dischen und mexikanischen Häfen, wel cher von den beiden Regierungen mit $100,000 jährlich subventionirt werden soll, nimmt im kommenden Februar seinen Anfang.

Die Vawm.

ßeimath dieser köstlichen Schotfrucht und deren Gewumung. Künsklich, Cultur Banillepftanzunge Vergcbllche Anpftanzungsversuche Befruch gsgeheimnitz BerdienftvoUer Vchw zcr Vcrwcnsung des ewürzes. Das köstlichste aller Gewürze ist UNstreitig die Vanille, die Schotenfrucht einer zur Familie der Orchideen gehörenden Schlingpflanze. Den Alten war sie unbekannt, denn sie ist ein Kind der neuen Welt. Ueberall in den heißen Gegenden Nordamerikas, namentlich in den feuchten Wäldern des heißen mexikanischen Küstensaumes, aber auch auf den westindischen Inseln und in Brasilien wächst sie wild. Die Spanier lernten sie in Westindien kennen und brachten sie nach Mexiko. Ihr Name ist von dem spanischen baynilla" oder varniifla," dem Diminutiv von vayna," das ist Scheide, abgeleitet. Dem Edheu gleich steigt die Vanille an den höchsten Baumstämmen empor und windet sich am Fuße der Bäche in feuchten Felsspalten hinauf. Der fingerdicke Stengel trägt an jedem Knoten ein langes dunkelgrünes Blatt, aus dessen Basis Luftwurzeln entspringen, die in ihrer Gesammtheit dem bis zehn Aards emporkletternden schwächlichen Stengel nicht allein als Stütze dienen, sondern die Pflanze auch ernähren, wenn die Erdwurzel zerstört wurde. Die aus den Blattwinkeln tretenden Blüthen sind zu Trauben vereinigt, wohlriechend, mehr oder weniger gelblich, und reifen lange und schmale, anfänglich grün, später gelblich gefärbte Schoten, welche nach dem Trocknen dunkelbraun werden und das bekannte Gewürz bilden. Wildwachsend werden die Schoten selten reif, und vergeblich durchstreift der Indianer den Urwald, dieses löstliche Gewürz zu sammeln. Der Affe, dessen Naschhaftigkeit sich leider auch diesem Gewürz zugewandt hat, kommt dem Menschen in der Regel zuvor und bis in die höchsten Wipfel der Waldriesen weih er die Schoten aufzuspüren. Man hat sich deshalb auch überall in Mexiko auf die künstliche Kulwr der Vanille legen müssen. Glücklicherweise hält es nicht schwer, sie durch Stecklinge zu vermehren, die man in den Wäldern am Fuße der Bäume, namentlich der Pfeffer- und Storaxbäume, anpflanzt, an denen sie bald bis zu den Wipfeln hinaufranken. Vanillepflanzungen werden am vortheilhaftesten in gegen Nordwinde geschützten Thälern angelegt. Neuerdings gibt man den Pflanzen, die man aus ellenlangen Stecklingen entwickeln läßt, anstatt der Stützbäume Spaliere. Da der Wind, auch der warme, ein Feind der Pflanze ist, müssen die Kulwren durch heckenartige Umfriedigungen geschützt werden. Um die Ernte vor der alles verwüstenden Termite zu schüfen, bestreicht man Spaliere und Stützbäume mit einer Petroleum-Kienruß-Mischung. Als Schattenpflan verlangt die Vanille natürlicherweise auch Schutz von oben. Es ift noch nicht lange her, daß sämmtliche Vanille aus Veracrux kam, wiewohl vielfach Versuche gemacht wurden, die werthvolle Nutzpflanze nch in anderen Ländern mit ähnlichen klimatischen Verhältnissen, so z. B. in Java, anzubauen. Alle Versuche scheiterten an einer ungeahnten Schwierigkeit. Die Varnlle ist nämlich entomophil, d. h. sie wird durch Insekten befruchtet. Die Befruchter sind aber ausgesprochen mexnanlsche und tropisch-amerikanische Formen, die also anderwärts fehlen. Lange Zeit kannte man die Ursache der Unfruchtbarkeit der Vanille nicht. Ein junger Farbiger auf Reunion (Insel tm indischen Ozean), Namens Edmond war es, der im Jahre 1840 das Befruchtunqsqeheimnik der Vanille den Pflanzern enthüllte. Er brachte den Pollen der selteneren männlichen Blüthe auf die weiblichen Blüthenthnle. und das bisher unfruchtbare Gewächs zeittote Früchte. In kurzer Zeit verbreili.i- c M e r nie na nun oer oemaye icyon ausgegebene Anbau der Vanille über die ganze Insel und schon :m Jahre 1843 hatte man eine gute Ernte. Vanille wird zum Würzen der Cremes, des Gefrorenen (Vanllle-Eis). des Scherbett, des Thees. Weingeistes und vorzüglich der Schokolade verwendet. Ihr übermäßiger Gebrauch, besonders bei Thee und Schokolade, soll schädlich sein. Ab und zu liest man auch einmal von einer Vergiftung durch Vanille. Die Untersuchungen haben aber stets ergeben, daß nicht die Vanille, fondern stets die durch sie parfümirten Stoffe den Krankheitserreger in sich trugen. Billige Beleuchtung. Der langandauernde Kampf der Stadt Kansas City, Mo., um billiges Leuchtgas ist durch die Unterzeichnung eines auf 30 Jahre gültigen Freibriefs beendigt worden, laut welchem ein Syndikat Chicagoer Kapitalisten sich verpflichtete, daß, so lange die reichen Nawrgaszuflüsse aur Verfügung stehen, das Gas für industrielle Zwecke zu 10, und an Privatkonsumenten zu 25 TentZ per 1000 Kubikfuß abgegeben werden soll. Falls der Naturgaszufluß versiegen sollte, wird der Preis per 1000 Kubikfuß 76 Cents betragen. Es steht der Stadt das Recht zu, die Gaswerke jederzeit anzukaufen gegen GeWährung eines 10jährigen Profits an bst Gesellschaft.

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