Indiana Tribüne, Volume 30, Number 19, Indianapolis, Marion County, 14 September 1906 — Page 5

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oooooooooooo Dir Todtcninlc! EqiKmg vvn Msvitz Silio O00OO000O000 'lvicd:r fassen wir in der behag. lich erwärmten Stube am Cy runden Tische, und die Schirmlampe verbreitete ein angenehmes Licht im Zimmer. Crnel Philipp, der vielerfahrene Weltreisende. welcher jetzt von seinen Wanderungen ausruhte, war zum Besuch gekommen, und gespannt lauschten wir seinen Schilderungen von fernen Ländern und Völkern. Der alte Herr erzählte so schlicht und einfach und doch so leben-Z-wahr, daß man ihm nur zu gern zuhörte; er war ein feiner Beobachter, und sein gutes Gedächtniß schien eine unerschöpfliche Fülle interessanter Erinnerungen zu bergen. Seitdem er seinen Wohnsitz wieder in der kleinen Stadt genommen, wo einst, vor länger als sechzig Jahren, seine Wiege stand, besuchte er uns fast täglich, und namentlich des Abends war er ein regelmäßiger und willkommener Gast an unserem Theetische. Auch heute nahm er sehr bald das Wort. Meine letzte Anwesenheit in Brasslien wird mir ewig unvergeßlich bleiben," sagte er, denn ich erlebte dort die aufregendste und erschütterndste Szene meines an seltsamen Ereignissen so reichen Lebens." Aller Augen richteten sich fragend auf den Sprecher, und ohne erst eine Aufforderung abzuwarten, erzählte er: Ich war von Rio de Janeiro zu Schiffe in Bahia eingetroffen, um von hier aus weiter in das Innere des Landes zu gelangen. Aber die herrliche Lage der Stadt, nach Rio der größten und bedeutendsten in Südamerika, die vielfachen Anregungen und Zerstreuungen, welche sie bietet, vor allem aber der angenehme Verkehr mit lielenswürdigen deutschen Landsleuten, bestimmten mich, länger, als ich ursprünglich beabsichtigt latte, in der großen und wichtigen brasilianischen Handelsstadt zu verweilen. Eines Nachmittag ging ich mit einem meiner neuen Bekannten die Passeio publico. einen der herrlichsten Spazicrgänge der Welt, entlang. Vor uns lag der Atlantische Ozean in maiestätischer Ruhe; aber ein leichter, über die unendliche Wasserfläche gleitender Ostwind brachte eine nach dem heißen Tage außerordentlich wohlthuende Kühle. Die buschigen Mangle- und Trompetcnbäumc, mit denen die Esplanade besetzt ist. spendeten reichlichen Schatten, und die zahlreichen Ruhebanke waren mit Erbolunasbedürftiaen dicht besetzt. Oer Eingang zum Hafen Wird durch kleine Forts geschützt, die sich freilich in einem solchen vernachl'ässiqten Zustande befanden, dan sie einem ernstlichen Angriffe schwerlich lanae widerstehen würden; immerhin aber gewähren diese zum Theil auf Inseln erbauten Werk? einen malerischen Anblick. Besonders gilt dies von dem in der Nähe des Passeio publico liegenden Fort Gamboa. dessen Wälle und Gallerien sich scharf von dem goldig angehauchten Himmel abhoben. Es war die Zeit der Ebbe, und der Strand weithin vom Wasser frei. Eine Menge Menschen tummelte sich da unten herum, um Muscheln und allerhand Geth:er zu fangen und dasselbe dann in den Strafen und Weinstuben zum Verkauf auszubieten. Es war ein munteres, fesselndes Leben und Treiben; alle Hautschattirungen, vom tie-

fen Ebenholzschwarz des Aethiopiers ist nichts mehr zu sehen. Wux die beibis zum zarten Weiß der kleinen vor- den Baken, welche Du dort auf den

nehmen Engländerin, waren vertreten; Neger. Indianer, Mulatten, Mestizen, Quaronen und Europaer nichts fehlte in der langen Skala menschlicher Hautfarben. Unweit von stört Gamboa raate ein Felsenriff aus dem seichten Wasser cmpor. auf welchem sich, außer einem grünlichen, von Algen und Seetang herrührenden Schimmer keinerlei Pflanzenwuchs zeigte. Die Wellen platscherten börbar an dem schwarzen Gestein empor, als wollten sie ihren Unwillen Über das ihren Lauf hemmend? Hinderniß bekunden; dann wichen sie zurück und umkreisten in weitem Boaen die zackiae Klivve. 3wn iunae Leute saßen auf einem Felsenvorsprunge und angelten. .Das ist der beste Anoelvlan in der ganzen Bai," sagte mein Begleiter, und die beiden Jünqlinae dort, die . . v 3 .3 ' feorrnc des portugiesischen Konsuls. kannst Du beinahe ieden Taa an Diesem Platze sehen; sie betreiben das Anaeln mit sportsmäßiger Leidenschaftlich teit." In der That bemerkte ich jetzt, daß sie die Anaelschnure kaum in das Wasser gesenkt hatten, als sie dieselbe auch schon wieder heraus'vaen mit einem zappelnden Mceresbewohner am Haken. Es mute bei so reicher Beute Vergnügen machen, diesem Sport zu huldigen. ?n einer kleinen Einbuchtung des Riffs war ein Boot befestigt, welches die beiden Analer an's Land bringen sollte, noch ehedie Fluth wieder eintreten werde. Wir waren so in den Anblick der , herrlichen Szenerie vertieft, daß wir es kaum bemerkten, als sich der Wind stärker zu erheben begann. Wie in den Tropen der Uebergang vom Tag zur Nacht fast unvermittelt, ohne Dämerung erfolgt, so treten auch alle übrigen Naturerscheinungen meist plötzlich und

ohne vorbereitende Anzeichen ein. ftaun

spürten trni, daß der Wlnd kräftiger über das Meer fegte, als auch schon eine heftige Bö uns und vielen anderen Spaziergän ;ern die Kopfbedeckungen rom Haupt: riß und entführte; ein paar flinke Mulattenjungen eilten öen frnten nach und nährten schmunzelnd für die Rückgabe das kleine Trinkgeld Empfang. Wir suchten ein Kaffeef,aug auf. dessen Fenster die Aussicht uf die See gewährten. Trr Wind war inzwischen zum Sturm angeschwollen, und von ihm peitscht, kehrte die Fluth rascher ati j0njt gUtfl Der Strand, welchen tAt g&fo freigelegt hatte, begann sich ßttc Um gge wieder mit Wasser zu bcdecken, welches gierig das verlorene Terrain zurückerobern zu wollen schien, ?t beiden Angler hatten ihren Standpunkt verlassen und eilten zu der keinen Bucht hinab, wo ibr Kalm an gebunden lag. Aber war derselbe mangelhaft befcstiot oder war fcc: Sturm stärker als "die Kraft der junflCII Männer plötzlich entglitt das Fahrzeug ihren Händen, und im nächstn Augenblicke tanzte und wirbelte es auf den wildbewegten Wogen, die es mit fortrissen auf Nimmerwiedersehen, Herrgott, die armen Menschen!" ef mein Begleiter aus und preßte vor Schreck und Entsetzen meinen Arm mit solcher Gewalt, daß ich befremdet zu ihm aufschaute, Ist denn für die Angler Gefahr vorhanden" fragte ich verwundert, Es liegen doch Fischerboote genug am Strande, die nach dem Riffe rudern. die jungen Leute aufnehmen und an's Land bringen könnten." Jener schüttelte das Hauvt. Mit der steigenden luth brechen sich schon bei ruhiger See die Wogen mit solcher Gewalt an dem Felsen, daß es einem kleinen Fahrzeuge ganz unmöglich ist, die tosende Brandung zu durchfahren; bei stürmischem Wetter aber wagen es selbst unsere Hafendampfer nicht, dort anzulegen, auS Furcht, an der Klippe zu zerschellen, Man bat vielfach versucht, durch Sprengung das Hinderniß zu beseitioen es ist aber bis jetzt nur zum Theil aelunaen. und die Regierung ist viel m sorglos, um die Sacke mit Ernii und Energie anzufassen. Wie es heißt, will die Stadt Bahia jetzt auf ihre Rosten da, 3 Riff vernichten, an dem schon manches Fahrzeug und manches Menschenleben zugrunde gegangen ist." Banges Mitgefühl ergriff mich, als ich sah, wie die jungen Männer flehentlich die Arme nach dem Ufer ausstreckten; hin und wieder schien es mir, als vernähme ich durch das Brausen des Sturmes einen jammernden Hilferuf, Es wird den Burschen unter diesen Umständen wobl nichts anderes übrig bleiben, als auf der Felseninsel auszuharren, bis die nächste Ebbe eintritt," meinte ich; die Nacht ist warm, und verhungern werden sie in den wenigen Stunden wohl schwerlich." Ich fand in diesem Gedanken eine Art Beruhigung; es schien mir für so junge, kräftige Menschen keine übermäßige Anstrengung, die Nacht auf dem einsamen Eilande zuzubringen, Die nächste Ebbe mußte sie ja aus ihrer aac befreien. Ein seltsamer Blick aus den Augen meines Freundes traf mich. Ich wünschte, es wäre wie Du sagst!" versetzte er leise, als scheue er sich, mir meinen guten Glauben zu rauben. Aber für die dort gibt es keine Rettung: Schon be, ruhigem Wetter, wo an unserer Küste die Fluth nur etwa acht Meter hoch steigt, überströmt das Wasser den Felsen um wenigstens eincu Meter Höhe, und von der Klippe Wogen schaukeln siebst, kennzeichnen die Stelle der Insel; sonst ist alles eine emge Wasserslache. Bei Sturm aus Osten steigt aber das Wasser weit höher und bringt oft selbst die Unterstadt von Bahia in Gefahr. (Baken, Seetonuen, welche mit Ketten befestigt Zur Warnung für die Schiffer an der Oberfläche des Wassers schwimmen, Zm Zeichen, daß hier gefährliche Riffe "cgen.) Entsetzlich," flüsterte ich, und jeht begriff ich du furchtbare Angst, die sich fr beiden Söhne des Konsuls bemäch"5 yane uno m :yren verzweisiunasfcoucn werden ihren Ausoruc! sanu. Es litt mich nicht länger im Zimwer. Wir traten hinaus und fanden. )aß sich bereits eine große Menschenmenae angesammelt hatte, um das grausige Schauspiel mit anzusehen. Ueberall hörte man Ausdrücke innigen , - (v , VKUitmis, warmer anennerrne. Ratklos standen die stämmigen Eestalten der' Fischer am Ufer; keiner aber wagte sich w die See hinaus, m dem Bewußtem, daß auch die größten An'trenaungen nicht imstande wären, die schäumende, kochende Brandung, die von Minute zu Minute ärger toste, zu bezwingen. Höber und höher stieg die Fluth. Schwappend und rollend wälzten sich die Wellen heran, 'langgezogene schaumgekrönte Kämme bildend. Unheimliches Brau'en. wie aus einem hedenden Riefenkessel, tönte von dem Riffe herüber, das bereits über die Hälfte im Wasser verschwunden war. Die Wogtti bäumten sich ingrimmig an dem düsteren Gestein empor. daZ schauerlich wie ein Riesengrab über die stürmende Wassermasse hinausragte. E war. als wollten die Geister des Meeres nicht ruhen und rasten, bis sie die schwarzen Felsen in die unendchen Tiefen hinabgerissen hätten.

Jndiana Tribüne,

Die beiden Unglücklichen drüben auf der Todteninsel, wie die Klippe im VolkLNiunde wegen der vielen Unglücksfäl'e. welche durch dieselbe vtranlant worden. hi?n. lagen aus den Knieen und streckten verzweifelnd die Hände empor. Mitleidig verschlang der Sturm das herzzerreißende Flehen. welches ohne Zweifel von den Lippen der Aermsten kam. Langsam, Zoll für Zoll stieg de? Tod an ihnen empor; sie , sahen, wie er ich nayte. unervilliia) und unaufhaltsam; sie konnten auf die Minute fast die Zeit berechnen, wo sie ihr junges Leben hingeben mußten, und sie vermochten ibm Nicht zu entrinnen. Mancher oer am User ileyenoen mochte wohl denken, daß ein wber Sturz in die tobende Fluth dem gräßlichen langsamen Hinsterben vorzu ziehen sei; aber die lebensfreudige Jugend schüttelt das Dasein nicht so leich ten Herzens von sich ab wie das l)rwelkende Alter. Sie harret und hofft. bis auch der letzte Stern erbleicht. Da plötzlich theilten sich die Mehr und mehr anschwellenden Menschenmassen und machten einem bejanrir Herrn Platz, welcher eilenden Schrittes daherkam. In seinem Antlitz prägte sich starres Entsetzen aus; Leichenblässe bedeclle seine Wangen, und stieren Blickes schaute er auf das wetlenumtoste Riff hinaus, wo sich das erschütternde Drama abspielte. ,Der portugiesische Konsul, der Vate? der beiden Angler!" flüsterte mir mein Freund zu. Teilnehmend folgten die Blicke der Anwesenden dem Manne, welchem man die Gefahr, in der seine beiden einzigen Kinder schwebten, mitgetheilt hatte. Die Menschenmasse durchbrechend. war er bis dicht an den Rand des Wassers gelangt, vor dessen allmäligem Vordringen die Leute Schritt um Schritt zurückwichen. Die Fischerboote, mit langen Stricken an starke Pfähle befestigt, schaukelten bereits auf den ungestüm herandrängenden Wo gen. während sie zur Zeit der Ebbe auf dem feuchten Kiese gelegen hatten. Jetzt b,ieb der Mann stehen, und seine Blicke schweiften wie suchend über die Schiffer, welche in Gruppen dastanden und sich leise unterhielten. Tausend Milreis dem. welcher mich hinüber nach der Todteninsel rudert!" rief er mit lauter Stimme über die schweigende Menschenmenge dahin, die athemlos auf eine Antwort aus ihrer Mitte harrte. Aber Grabesschweiaen herrschte ringsumher auf dem Lande. Nur von der See tonte das Rauschen des Wassers, das gewaltige Anschlagen der Wellen an den Fels, daß dieser zu erzittern schien, und das unheimliche Heulen und Pfeifen des Sturmes. Ein schmerzlicher Zug glitt über da? gramerfüllte Angesicht des Konsuls; keine Hand regte sich zur Rettung sei ner Kinder. Fünftausend Milreis dem Braven. welcher die Fahrt unternimmt!" schrie er noch lauter als vorher. Angstroll fragenden Blickes schaute er auf die Fifcher; aber auch jetzt blieb alles stumm. Einen Moment lang sank das Hauvt des gebeugten Vater? wie hoffnungslos auf die Brust herab; aber ein Blick auf die Insel, wo sein Alles, seine einzigen Kinder, den sicheren Untergang finden sollte, belebte auf's neue seine bleichen Äuge. Zehn, zwanzigtausend Milreis Noch mehr mein halbes Vermögen' Es rlang wie der Verzwenlungsschrei eines Menschen, dem auch der letzte Hoffnungsschimmer in düstere Grabesnacht versinkt: herzzerbrechend, markerschütternd. Und als sich auch diesmal niemand fand, der sein Leben für die gebotene bohe Summe verkaufen wollte, da schlug der Mann in namenlosem Schmerze beide Hände vor das Gesicht. und kramvfhaftes Schluchzen durch zuckte seinen Körper. Drüben auf der Klippe war das Wasser inzwischen so hoch gestiegen. daß die beiden Brüder bereits bis an die Kniee in dem sie umwogenden feuch ten Elemente standen. Nur eine spitze Felsnadel ragte noch hervor, und diese hielten die Unglücklichen krampfhaf umfangen, um von den Wellen nicht mit fortgerissen zu werden. Sie hat ten sich offenbar in ihr Schicksal erge ben; ruhig standen sie inmitten der '.vildbewegten Wasserfläche und erwarieten den Tod. Nur als sie ihren sich auö der Volksmenge hervordrängenden Later gewahrten, winkten sie lebhaft ihm den letzten Scheideqcuß. Von Minute zu Minute sah man die Wogen höher steigen, und mit' der Gefahr vermehrte sich auch die Ausregung des Volkes. Klatschend, gurgelnd und schwappend, von weißem Gischt umsäumt wälzten sich die Wellen heran, immer mehr Land mit ihren Fluthen bedeckend. Bis an die Brust war den Jünglingen das Wasser gestiegen, und in weniger als einer Stunde mußte dasselbe über ihre Köpfe hinwegrauschen. Die Menge verlangte drohend, daß die Fischer den Bedrängten zu Hilfe eilen möchten, und als diese zögerten, schien sie Gewalt brauchen zu wollen, um die Leute zu zwingen, den Volkswillen zu erfüllen. Der alte Juan! Wo ist der alte Juan?" schrie es durcheinander. Er unternimmt gewiß das Wagnih, zwei Menschenleben zu retten! Die andern sind alle Feiglinge!" Ein Greis mit schneeweißem Haar und Bart trat aus einer dichten Gruvve von Männern hervor. Er war

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goiwin an o sieozig, aver tmt Gestil noch fest und. ungebeugt. i.,Hier ist der alte Juan, der sich so leicht vor dem Teufel nickt fürchtet!" risef er der Menge zu. Aber heute sich mit unseren Nußschalen da hinein wasinn nnro !Ttrvun cvf. S z'" (jwn. wi'ii ii'uui I rrOsfl mTSr TT?rtss)scnnhfpr f rmn." ? I ,. . v . . . .... f. - . I Hl jjv 11 . vt erste Sturzwelle zerschmettert unser Fahrzeug oder kehrt das unterste zu ooerst. und die armen Bootsleute beschließen ihr Dasein im Maaew der Haifische." Das Volk schwieg; es wußte, daß. wenn irgendeine Menschenmöglichkeit zur Rettung war. der alte .uan dieselbe gewiß bewerkstelligt haben würde. brach sich cm junges Mädchen durch die Massen Bahn laut weinend stürzte ste dem Konsul an die Brust. der in dumpfes Hinbrüten versunken schien. Die Braut des ältesten Sohnes!" ging es von Mund zu Mund. ..die Todter des, sfaim Dias.'" jcur wenige eiunoen oauene me Umarmung; dann riß sich das Mädchen los, und aus ihren Augen leuchtete Muth und Entschlossenheit. ,.st niemand unter den vielen, der den mit dem Tode ringenden Verunglückten zu Hilfe eilt?" fragte sie im Tone bitteren Vorwurfs. Wieder blieb alles stumm. So will ich, ein schwaches Mädchen. das Rettungswerk versuchen oder mit dem Geliebten untergehen!" erklarte ne und eilte nach der Stelle, wo die Fischerboote lagen. Ter Konsul folgte ihr, entschlossen. sie zu begleiten. Aber die Eigenthümer der Fahrzeuge vertraten ihnen den Weg; nicht blos zwei Menschenleben, sondern auch das Fahrzeug wären unfehlbar verloren gewesen. Den Dampfer macht den Hafen dampfer f.'ott!" rief plötzlich ein? Stimme aus der Menge: aber sofort wurde der Sprecher belebrt. daß da? kleine Dampsboot n-cht bis zu den Er- - v " . itimcnucn gelungen luimt, sia es an einem Orte zum Anlegen fehle. Wenn der Hafendampfer mein Boot in's Schlepptau nehmen und den Kahn so nahe wie möglich an die Tod' teninsel briaqen will, so will ich das Rettungswerk versuchen!" sagte der alte Juan. Unser Schutzpatron, der heilige Januarms, möge uns feinen Veisiand leihen. Wer von Euch begleite: mich?" fügte er, zu seinem Berufsgenossen gewerdet, hinzu. Sofort meldeten pch einige starre Männer. Jetzt wo der Felsen fast ganz unter Wasser stand, war die Brandung weit weniger stark als vorher, wo die mächtige, zerklüftete Steinmasse den Wogen eine viel größere Fläche zum Anpralle bot. Auch begann der Sturm jetzt nachzulassen. Ein tausendstimmiges Bravo folgte den Worten des alten Fischers, und stürmisch forderte jetzt die Menge die Abfahrt des Dampfers. Letzterer lag bereits mit geheiztem Kessel zum Hafendienste am Ankerplatze bereit; in wenigen Minuten war ein Fischerboot durch ein starkes Tau mit demselben verbunden; die Räder setzten sich in Beweguna, und schwer kämpfend keuchte das Schiff gegen die heranbrausenden Wogen. Zum Glück begann sich das Meer zetzt etwas zu berurngen; der stürmt scher See vermochte die schwache Maschine überhaupt nicht gegen die Gewalt der Wellen standzuhalten. Auch jetzt noch stieß und stampfte das Schiff ächzend gegen die heranrollenden Wassermassen, und nur mit äußerster An strenauna vermochte es vorwärts zu kommen. Das Fischerboot aber wurde umherqeworfen wie ein Federbau. Von den Verunglückten ragte nur wenig mehr als die Kövfe aus dem Wasser empor; die Wellen umspielten die Schultern, und dann und wann sah es aus. als müßte eine Woge sie verschlingen. Aber sie theilte sich an der Felszacke, die den Aermsten als Stütze diente, und fluthete an ihnen vorüber. Das Gewoge und Gewiege um die bejammernswerten Opfer ihrer Unüberlegtheit; die sich früher hätten in Sicherheit bringen müssen, bot einen grausigen Anblick; die Wellen klatschten um Hals und Schultern; wie kalte, feuchte Rattern schlangelten sie sich um die Köpfe; sie gurgelten und trieben Blasen um Ohren und Lippen, schwappten zum Scheitel empor, weiße Schaumflöckchen auf demselben zurücklassend. Mühsam, den Hals nach Möglichkeit emporgestreckt, rangen die Menschen nach Lust, um ihr m den fürchterlichsten Qualen hinsterbendes Leben um einige Sekunden zu verlänchwankend und, taumelnd wie ein Berauschter war das Dampsboot eno lich bis in die Nähe des Riffs gekommen, das sein Dasein nur noch durch die über Wasser ragende schwarze Fels spitze verrieth. Mit voller Kraft hatre es den Kampf aufgenommen; aber das schwache Fahrzeug hatte unterliegen müssen, wenn der &tixm nur oer ms herigen Heftigkeit fortgetobt hätte. Mi fast übermenschlicher Anstrengung ru derten die Fischer ihre Schaluppe der Unglücksstelle zu; die Mannschaften des Schiffes verlängerten das Tau. welches beide Fahrzeuge verband; aber die Wogen warfen den Kahn immer wieder zurück. Der alte Juan stand vorn im Schnabel und leitete die Retwngsarbelt; trotz der ungestümen Bewegnngen des Bootes stand er unerschütterlich fest, als sei er mit demselben verwachsen. Niermal war das abrzieua zurück-

geichieuoert woroen. uno erichopfr ließen die Männer einige Augenblicke ihre Arme ruhen. Dann setzten sie die Ruder zum letzten Male ein; blieb es auch jetz? ohne Erfolg, so war alle Mühe vergebens noch wenige Minuten, und das Wasser rauschte über die Köpfe der Unglücklichen dahin, die unerhörten Todesqualen hatten ein Ende. Durch die Menschenmenge am Ufer ging ein Zittern und Bangen; die Schlußszene des furchtbaren Dramas war gekommen. Bebend vor Erregung sahen sie das vergebliche Ringen des gebrechlichen Kahnes mit den Wellen, sie sahen, wie die wackeren Fischer immer wieder vorwärts strebten mit dem Aufwande aller Kräfte, und ein unterdrückter Schreckensruf ging durch die Zuschauer, wenn die tückischen Wässer wie zum Höhne alle Bemühungen vereitelten. Doch jetzt galt es das Ziel zu erringen, wenn die Braven nicht umsonst ihr Leben auf's Spiel gesetzt haben sollten. Wie sie arbeiteten, die kräftigen Gestalten! Wie alle Muskeln und Sehnen der nervigen Arme sich spannten und dehnten! Und jetzt sind sie nahe an der Felszacke, die ein Stück über die Köpfe der jungen Männer hinausragt noch ein paar Ruderschläge, und sie haben dieselbe erreicht. Da wälzt sich wiederum eine lange Woge wie ein scheußliches SeeungeHeuer heran hoch hebt sie den Kahn empor, und im nächsten Augenblick muß sie ihn wieder mit unwiderstehlicher Gewalt fortreißen, soweit es das Tau zuläßt. Aber Juan, der erfahrenste unter den Schiffern, sah das kommen; im rechten Momente warf er die Schlinge des Seiles in feiner Hand um die Felsspitze und der Kahn stand fest. Mit Riesenkraft packten die starken Männer die Söhne des Konsuls, und eine Minute später lagen sie gerettet im Fahrzeuge. Es war die höchste Zeit! Brausender Jubel erscholl vom

Strande und drang bis zu den Ohren tode,matten jungen Männer, die halo ".htlos vor sich hinstarrten und kaum wußte, was mit ihnen vorging. vruienu iaite Juan in die Ferne, ob nicht wieder ,inc gefahrdrohende Woge nahe. Rasch die Ruder u nh nfn,n s:. Strömung gehalten!" komnslns:ri er y-r rt . . .;fu'11 tl ann ioiic er oas &ni, j,ag Boot schoß zurück. Plötzlich aber es einen Moment lang wie festgewurzelt stehen; dann begann es sich im Kreise zu drehen, erst langsam, dann aber rascher und rascher, so daß die Leute Mühe hatten, mit ihren Rudern dem tollen Tanzen Einhalt zu tbun. Die Gewässer, welche sich in den Klüften und Felsen der Todteninsel verfingen, bildeten hier einen Strudel, der für kleinere Fahrzeuge nicht ungefährlich war. Neue Angst erfaßte die Zuschauer am Lande, und wieder lagerte bange? Schweigen auf der Menschenmasse. Der Hafendampfer durfte nicht anziehen, während der Kahn sich noch in den wirbelnden Wässern befand; letzterer würde sonst unfehlbar umgeschlagen sein. Schon war die Schaluppe nahezu aus dem kreisenden Trichter heraus, und eben wollte Juan dem Dampfer das Signal zur Weiterfahrt geben, als unerwartet eine mächtige Welle heranrauschte und sich über das Fahrzeug ergoß. Im nächsten Augenblicke war dasselbe verschwunden, in den Wogen begraben. Ein einziger Schrei des Entsetzens drang durch die Menge, das junge Mädchen, des Konsuls künftige Schwiegertochter, brach ohnmächtig zusammen, und der Konsul selbst sah aus, als habe der Wahnsinn ihn erfaßt. Aber dort richtig, dort taucht das Boot wieder auf. Der Dampfer bat sich im rechten Augenblicke in Bewegung gesetzt; die Welle ist über den Kahn hinweggerutscht und hat die Infassen tüchtig durchweicht; aber oas Fahrzeug selbst ist unbeschädigt geblieden. Glücklich bringt es das Schiff an's Ufer, und das herandrängende Volk wetteifert förmlich um die Ehre. den wackeren, schweißtriefenden Seeleuten die Hände schütteln zu dürfen. Und als der Vater seine viedergefundenen Kinder, die Braut den Geliebten, umarmten und sie sich gar nicht wieder zu trennen vermochten, als fürchteten sie, sich zum zweiten Male $i verlieren, da blieb kein Auge trocken, und selbst mir altem Knaben rannen dicke Thränen über die Wangen. Seit jenem furchtbaren Erlebnisse durfte niemand mehr die Klippe betreten. und vermuthlich ist sie jetzt ganz beseitigt; mir aber wird jener Tag unvergeßlich bleiben." So schloß Onkel Philipp seine &- zählung. Auch eine ßundertjahrerinnerung. In dem unglücklichen Kriegsjahre 1806 ließ der französische General Doniinique Joseph Vandamme auf den bekannten preußischen Parteiganger Borke, alias Wallenstein, der, wo und wie er konnte, den Franzosen Schaden zufügte, eine Belohnung von tausend Reichs thalern aussetzen. Borke erfuhr von dieser Vandamme'schen That und flugs ließ er allenthalb Zettel vertheilen, auf-denen gedruckt zu lesen stand: Sechzehn Groschen Kurant erhält, wer mir den Kopf Vandammes überbringt." Es wurde diese gegenseitige Abschätzung damals, trotz der traurigen Lage der Verhältnisse, viel be-lacht.

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