Indiana Tribüne, Volume 30, Number 17, Indianapolis, Marion County, 12 September 1906 — Page 5

Indianer Tribüne, RS. September 19

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Appelschnut im Seedade. Skizze von Otto Ernst. Fragt eine Hausfrau, was eö heißt: Eine fünfwöchige Badereise für sieben Menschen vorzubereiten! Eine Art Moltke mutz sie sein, der bis auf den letzten Knopf und Kragen inen Feldzug organisirt. Aber alle Sorgen, Berechnungen und Aufregungen solch einer Hausfrau sind nichts gegen Hertas Aufaungeu um ihren neuen Puppenkoffer. Alle fünf großen Koffer machen meiner Frau nicht so viel Kopfzerbrechen wie Hertas Puppenkoffer. Cie mag im Erdgeschoß oder im erften Stock, im Keller oder auf dem Boden sein überall wird Herta wie aus der Versenkung neben ihr auftauchen und sie über die Disposttionen in ihrem Puppenkoffer um Rath fragen. Und dabei stellt sich leider ein empfindlicher Mangel heraus. Auf Sylt ist die Witterung zuweilen rauh, auch im Sommer, und Herta hat für ihre Puppen keine WwterZleider! Da erklärt sich Irene bereit, ihr das Nöthige zu leihen. Und da schlägt Herta ihrer Schwester die Arme um den Hals und küßt sie, und dann schaut sie sie an und sagt mit ben Augen: Ich schwöre dir unauslöschliche Dankbarkeit und ewige Liebe über das Grab hinaus. Was mich betrifft, so sind mir an der Badereise die Koffer nicht das Liebste; das Meer z. B. ist mir wesentlich lieber. Denn am Meer werd' ich faulenzen könnend Das Meer wiegt alle Gedanken ein. auch die Gedanken, die nicht schlafen wollen und nicht schlafen können, alle, alle; am eeere glaub ich an die Vorstellung der Walden, daß die Seele den Körper verlasien und sich auf eigene Hand ergehen könne. Und ich reise diesmal mit um so größerem Behagen, als meine Tochter Appelschnut mich über die Kosten vollständig beruhigt hat. Als wir schon in der Eisenbahn saßen, sagte ich: 2ch glaube, ich habe mein Portemonnaie vergessen." Pappi, ich hab Geld mitgenommen!" rief Appelschnut.

Wie viel?" fragte ich. Fünfßehn Fennrqe!Jfla also!" Zu allem Ueberfluß fand sich dann auch noch mein Portemonnaie. Aber nicht nur mein Portemonnaie habe ich mitgenommen, sondern auch Bücher. Ich beschränke mich darin und nehme lten mehr als ein Dutzend Bücher mit, da ich nun schon zehnmal erfahren habe, daß ich nur w vereinzelten Fällen eins davon zu Ende lese. Nachdem im Sand des Ufers eine riefe Kuhle" ausgegraben so tief wie eS das Grundwasser erlaubt und ringsherum ein hoher Burgwall mit Ausblick auf das Meer aufgeworfen worden, bette ich mich so weich und wann wie möglich in die Kuhle und nehme mein Buch zur Hand. Diesmal ist es ein dickleibiges biologisches Werk über die Pflanzen und Thiere des Meeres, ch befinde mich auf der dritten Sekte der Einleitung, als ich aus weiter Ferne Nunu!" rufen höre. Ich lese weiter und höre gleich darauf lauter und dringlicher Nunu!" Da fällt mir ein, daß ich ja eigentlich mit meiner jüngsten , Tochter Versteck spiele. Ich grabe mich also aus und mache mich auf. meine Tochter zu suchen. Ich sehe sofort ihren mächtigen rothen Strandhut über einem Sandwall schimmern; aber ich suche sie natürlich lange und unter verzweiselten Ausrufen überall, wo sie nicht ist. Endlich finde" ich sie: Ach. da bist du!" Sie kreischt vor Vergnügen wie ein Seeadler und fliegt mir an den HalS. Nun muß ich mich verstecken. Sie drückt beide Hände vor die Augen und steckt den Kopf in den Sand, um nichts zu sehen. Ich nehme mein dickes Buch und setze mich hinter einen Strandkorb. Ich befinde mich auf der vierten Seite oben, als sich zwischen mich und das Buch ein rother Hut schiebt. Vater, Du muht doch Nu" rufen!"' Ach ja. nxihrhaftig, entschuldige!" In dieser Luft wird ew Eato zum Windhund, ein ReguluS zum Wortbrecher, und ein Picus von Mirandola verliert das Gedächtniß. Ich sammle mich wieder auf, verstecke mich mit meinem Buch hinter der Dünentreppc und rufe Nu!" Ach bin auf der vierten Seite unten, als mir ein ganzer Mensch auf's Buch fällt und schreit: Haaa! Nu hab ich dich!" Nu muß du mich wieder suchen!" ruft sie und ist verschwunden wie ein Hauch. Man wird zugeben, daß dies nicht die Art ist, ein Dutzend Bücher zu bewältigen, zumal wenn man nach siebenmaligem Rufen und Verstecken mit Herta, der glücklichen Besitzerin des Puppenkoffers, dritschern" muß. Dritschern" heißt: Einen flachen Stein so auf den Wasserspiegel werfen, daß er wiederholt abprallt, bevor er versinkt. Auch dritschern" fördert die Lektüre nicht; aber als Vater kann man sich ihm nicht entziehen. Wte gut es ist. wenn man in der Jugend fleißig gewesen, das sehe ich jetzt: Ich dritschere" noch ziem-

lich schön. Aber Herta will es wie

gewöhnlich im Anfang nicht gelingen, und oaran ist weniger ein Mansiel an Geschicklichkeit als die Ueberülle von Kraft schuld, die sie an alles wendet. Me Brunhilde im Wettkämpf den Felsblock fchleudert, so wirft ue ibr Kteinchen. Aber auck die stiÄe. die innere Kraft yat t, und da gelingt es ihr schließlich doch, und als es ihr gelungen, da lacht sie bell mit dem Mund und Heller mit den Augen, wirft mir die Arme um den Hals tch weiß nicht, ob es Liebkosungen oder Schläge sind und küßt mich. Herta, du siehst aus wie ein Sym bol der Statut: Du küssest und zermalmst, und alles mit lachenden, unschuldsvollen Augen! Die ersten drei Jahre ihres Lebens war sie ununterbrochen krank, ein trauriges Würmchen, die Nagende Sorge der Mutter. Da gingen wir alle eines Sommers in ein jütisches Fischerdorf an der Nordsee, und in diesem Dorf waren drei Wochen lang heulender Sturm, peitschender Regen und unentrinnbarer Dorschgerua). Wir verwünschten das Dorf und ttU sten nach Hause und von der Stunde an war Hertha gesund und ward fröhlich und stark. Wie oft verwünschen wir Thoren das Glück, das wie Unglück aussieht! Schließlich entläßt mich Herta freilich in Gnaden zu meiner Lektüre; aber inzwischen hat RoswithaAppelschnut neue Kräfte gesammelt. Als ich auf der fünften Seite oben bin (noch immer Einleitung!), da tritt sie an mich mit dem Ersuchen heran, die gewohnten ZirkuSkünfie mit ihr zu exekutiren. Ich muß micd platt in den Sand legen; sie springt mit zehn Schritt Anlauf auf mich zu. und ich muh sie auffangen. Nach diesem Todessprung kniet sie in metne flachen Hände, und ich muß sie langsam und lothrecht emporheben. Dann folgt Appelschnut, die Königin der Luft". Ich strecke einen Arm hoch; sie legt sich mit dem Bauch auf meine flache Hand, streckt alle Viere nach den vier Himmelsrichtungen, und ich muß sie drehen. Lauter Sachen, mit denen ich in einem Spezialitätentheater in Berlin em Heiden-

geld machen könnte, wenn ich wollte. Aber plötzlich ist Appelschnut derschwunden. Wie ein Traum isi sie entflohen. Die Kinder gehen mit der Mutter zum Baden. Darum! Sie ist schon ganz ferne, hinter zwanzig Sandhügeln. Vor zwei Jahren war eö noch anders. Da sah sie die weiß und grünen WogM ans den Strand klatschen und in die Höhe spritzen, klatschte in d Hände, als ob das Herz zum Hals heraus fliegen wolle, und dachte: Ei, was ist da Meer für ein Spaßmacher! Und gar nicht schnell genua ginA ihr das Auskleiden, aar nicht früh genug konnte sie dem Spaßmacher an den HalS sprmgen! Mit offenen Armen sprang sie ihm jauchzend entgegen und im nächsten Augenblick lag sie sieben Meter weiter zurück mit der Nase im Sand; sie hob den Kopf, sah mit grenzenloser Verblüffung sich um, schnappte nach Luft, und als sie sie endlich hatte, brüllte sie mit der Brandung um die Wette. Es war eine Art Nachbildung der berühmten Arie: Ozean, du Ungeheuer!" O dieser abscheuliche Grobian von einem Spaßmacher! Sie wollte ihn umarmen und mit ihm tanzen, und er schmiß sie auf den Strand wie einen gemeinen Sandfloh! Kurz, sie war dem Meer auf ewig böse. Heute aber, da sie schon groß ist", hat sie Poseidon verziehen; sie weih ihm um den Bart zu gehen und feinen täppischen Späßen zu entschlüpfen, und am liebsten ginge sie im Wasser zu Bett. Wenn sie nicht daden darf, so streift sie Rock und Höschen auf und watet durch sämmtliche Lagunen und Lachen, die das ebbende Wasser zurückaelassen hat. Noch gestern Abend rief sie, als meine Frau sie zu Bett bringen wollte: Ach, Mammi, bitte, bitte, noch einen Augenblick, hier ist noch so'ne himmlische Pfütze!" Appelschnut. Appelschnut, was wird der Verein zur öffentlichen Hebung der Moralität bei den Mitmenschen" dazu sagen, daß du von himmlischen Pfützen sprichst! Ja, sie ist schon so sehr marinirt. daß sie jetzt auch einen Matrosen zum Mann haben will. Erst will ich barmherzige Schwester werden, und dann werd ich wohl 'n Bauern nehmen, damit ich recht viele Thiere kriegt und dann heirath' ich 'n Matrosen." Es ist dabei zu bedenken, daß sie schon vier Spielkameraden Hoffnung auf ihre Hand gemacht hat und außerdem nach einer früheren Aeußerung an dem Mann ihrer Schwester Herta partizipiren will. Sie wird das System Blaubart acceptiren müssen. Und dabei sagt diese Dame, die sieben Mänmr haben will, noch statt Badekabine": Kabadebmer Ja. wohl, meine Frau und ich baben es wiederholt gehört: sie. die )chon in richtigen Konjunktiven spncht und sogar Konzessivsätze riökirt, sagt noch: Kabadebine". Und wir haben uns fein gehütet, sie zu kvnigiren; das Wort war uns ein wundersam rührendes Uederbleibfel anS jener Zeit, da sie noch durch die Sprache i wie durch einen Urwald tappte und

fcfc wunderlichsten Blumen und Wege

fand. Also ich darf mich jetzt einer Ruheause erfreuen. Ich habe mir m einem großen Eimer allerlei Seegethier gesammelt und will j-tzt so lange hineinsehen, bis ein kleiner Seestern mit seinen Saugfüßchen vom Grunde des Eimers bis oben an den Rand hinaufspaziert ist. Damit kann man sehr gut ein par Stunden aus füllen. Wenn ich dies Stück Arbeit erledigt habe und nicht allzu müde bin. will ich einer meiner Entenmuscheln lo lange zuschauen, bis fit fünftausendmal ihre feinen Rankenfütze vorgestreckt und wieder eingezogen hat. Aa, wenn nicht mein Freund und Duzbruder Nazi wäre! Nazi ist ein Dreijähriger; aber er ist groß und dick wie ein Sechsjähriger. Er hat einmal gehört, daß er ju dick sei, um schnell zu laufen; seitdem erklärt er, wenn er sich tummeln soll- Kann nich, schu dick!" Er siel uns schon auf der Herreise in der Eisenbahn durch die energische Erklärung auf, daß er nicht m der heißen Tütbahn" fahren wolle, sondein in der kalten". Die Tütbahn" war natürlich die Eisenbahn, weil sie Tüt" macht, und heiß" war sie. weil er das Feuer unter dem Kessel der Lokomotive gesehen hatte. Das war ihm unheimlich gewesen, und darum verlangte er, kalt zu fahren. Als ich mich kaum in die tiefsinnige Betrachtung meiner Seesterns versenkt hatte, höre ich den Ausruf: Ich krieg doch wasch schu eschen!" Aha, also Nazi. Als er mich einmal mit Sand beworfen hatte, rief ich: Wart, du Schlingel, du kriegst heute nichts zu essen!" Ich krieg doch wasch schu eschen!" rief er. Ich that, als wenn ich aufspringen wollte. Er kreischte halb aus Furcht, halb vor Vergnügen, sprang drei Schritte zurück und schrie: Ich kriege doch wasch schu eschen!" Ich griff zähnefletschend nach einer Sandschaufel und schwang sie drohend in der Luft. Er kreischte wieder, sprang wieder drei Schritt zurück und schrie abermals: Ich krieg doch wasch schu eschen!" Jetzt sprang ich zornbebend und wuthschnaubend auf die Füße und lief drei Schritte auf ihn zu. Er lief sieben Schritt, blieb stehen und schrie dasselbe, und bei dem doch" klappte seine Stimme jedesmal über. Auch mit diesem Spiel könnte ich evenwell meinen Kuraufenthalt ausfüllen; Nazi würde nichts dagegen haben; aber ich mach es nur einmal Vormittags und einmal Nachmittags; dabei werde ich immer noch, da Nazi fünf Wochen zu bleiben gedenkt, etwa siebzigmal alle Stadien der sittlichen Entrüstung darüber, daß Nazi etwaS zu essen kriegt, durchlaufen müssen. Nachdem ich auch diesmal mein Pensum Wuth geschäumt habe, wird Nazi auf den Etmer aufmerksam. Er guckt hinein und fragt: Wasch isch dasch?" Ich nenne ihm die einzelnen Thiere? Warum thut die immer scho?" Er macht die Bewegungen der Entenmuschel nach. Sie holt sich etwas zu essen aus dem Wasser!" Da isch ja gar nix schu eschen!" Doch; da ist sehr viel zu essen; das kannst du nur nicht sehen." Worum nich?" Weil es zu klein ist." Worum isch esch schu klein?" Junge, das weißt du nicht. Och, weisch doch mal!" Dja, wenn's an meinem Willen läge, dann Müßt ich noch was anderes. O ruck mal!" ruft er plötzlich, der Hund wackelt mit' Henkel!" Ich bin natürlich sehr begierig, einen Hund mit einem Henkel zu sehen. Richtig, da steht ein Hund mit einem aufwärts gekrümmten Schwanz, und mit diesem Schwanz wackelt er. Man kann den Schwanz gar nicht treffender bezeichnen, als ihn der Dichter Nazi benannt hat. Endlich ermißt er meine Töchter, für die Nazi natürlich nächst Schlagsahne das Himmlischste auf der Welt ist. Wo isch dein Mädchen?" fragte er. Wen meinst du? Fräulein Gerhub!" Nein, Fräulein andere Gertrud!" .Irene?" Herta?" c. Ja. Nein. Fräulein andere Irene!" Die sind alle zum Baden. Willst du nicht auch badend Nein, kann nich; schu dick", ruft er und stapft mit den Säulen des Herkules durch den Sand von danNNl. . Ich lese nun die fünfte Seite "der Emlertung zu Ende; da lch aber zum Umblättern zu ershöpft bin ich werde hier allmählig zur Molluske so streck ich mich zunächst einmal lang w den Sand. Äaaaaah hahaaaaa Und ich sehe fern am Horizont ein kleines, weißes Segel, das will ich betrachten, bis es verschwindet. Zn jenem Schifflein sitzt meine Seele ich weiß eö! Und ich will meiner Seele nachschauen, bi sie in dem

veilchenblauen Himmel verschwindet.

Indessen brät mein Leib in der Holle, in dieser unsagbar molligen Hölle, die meinetwegen ewig sein kann. Man kann die Genüsse von Himmel und Hölle nicht bequemer vereinigen. Meinem Leib ist wohl wie einem angespülten todten Seehund. Zuweilen ist mir auch umgekehrt: Dann liegt meine Seele hier am Strand und hat sich in Sonnenschein verwandelt, und mein Leib schwebt unsichtbar in den Lüften, aufgesogen von den Wolken, von der trinkenden und trinkbaren Luft. Meine Lungen sind vollständig betrunken von dieser Luft, und mein Leib schmort, und wenn ich noch ein wenig warte, wird er zu bruzeln anfangen. Wie es scheint, bestreut mich schon jemand mit Salz und Pfeffer; aber es ist nur Appelschnut, die mich mit Sand bestreut. Von unten anfangend, bedeckt sie mich nach und nach vollständig mit Sand. Sollte ich wirklich nur noch ein todter SeeHund sein? Ich opponire nicht einmal. als mir der Sand zwischen Hals und Kragen rieselt, obwohl dies kein eigentlich angenehmes Gefühl verursacht. Ein todter SeeHund faßt keine Entschlüsse mehr. O Pappi, laß uns mal Pferd spielen!" ruft Appelschnut plötzlich. Aber ich bin von meinen Forschungen über dem Wassereimer so angegriffen, daß ich ihr vorschlage, lieber Kuchen und Häuser zu backen, ein Geschäft, das man ohne große Veränderuna der Körperlage etabliren kann. Sie ist sofort einverstanden, und wir backen in zehn Minuten eine amerikanische Großstadt mit Häusern. Kirchen und Kuchenläden. Allerdings bauen wir mit stetig wachsendem Arbeitspersonal. Nach fünf Minuten ist nahezu die ganze unmündige Strandbevölkerung auf der Arbeitsstätte versammelt. Und als ich nach abermals fünf Minuten emsig damit beschäftigt bin, in einem Garten sämmtliche Blumen und Gemüse anzubauen, die sich aus Strandhafer herstellen lassen, empfinde ich um mich her eine abgrundtiefe Stille. Ich hebe den Blick. Meine Arbeitsgenossen sind schon in weiter, weiter Ferne; sie haben längst ein anderes Spiel begonnen, und Appelschnut hüpft über die fernsten Hügel wie eine wandernde Mohnblume. (Schluß folgt.) E i n eigenartiger Unglücksfall. dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich in einer Charlottenburger Laubencolonie unweit der Sophie - Charlottenstraße. Dort spielte die vierjährige Tochter bei Handwerkers Jäger bei einem Regenfatz, das fast ganz angefüllt war. Während des kindlichen Spiels zog sich das Kind eine kleine Bank heran, kletterte darauf und lehnte sich über den Rand deö ffaffes, um in dem Wasser zu plätschern. Plötzlich verlor es das G.'egewicht und stürztekopfüber in. das ftafe. Als der Unfall bemerkt würde, war das Mädchen bereits eine Leiche. Auf grausame Art versuchte sich eine 62jährige Wittwe in Berlin das Leben vx nehmen. Seit dem Tode ihres Mannes war sie schwermüthig und hegte schließlich Selbstmordgedanken. Sie verschaffte sich einen großen Nagel und einen Hammer, setzte die Nagelspitze gegen die Stirn und trieb sie durch Hammerschlüge in den Kopf hinein. Als der Nagel theilweise in den Schädel eingedrungen war, brach die Frau besinnungslos zusammen. Es wurde sofort ein Arzt geholt, welcher der Bedauernswerthen die erste Hilfe leistete und ihre Ueoerführung in das Krankenhaus veranlaßte. E inehöch st phantastische Scene spielte sich dieser Tage in der Via Sistina in Rom ab. Ein Hochzeitszug kam die Straße entlang, Braut und Bräutigam Arm in Arm, gefolgt von einer großen Zahl von Freunden die Männer in eleganter Kleidung und die Frauen in weißen Kleidern und mit prächtigen Juwelen geschmückt. Plötzlich kam ein junger Mann auf einem Sweirad heran, sprang herab, packte die Braut, nahm sie aus das Zweirad und fuhr mit ihr davon. Der Bräutigam und alle Augenzeugen des Vorganges schrieen um Hilfe, und die Polizisten, die grade in der Nähe waren, stürzten hinter dem Brauträuber her. Gegenüber der spanifchen Gesandtschaft gelang es einem Polizisten, den kühnen Radler beim Kragen zu packen. Eine große Menge sammelte sich an, aber jetzt trat etwas Unvorhergesehenes ein: Der Bräutigam und die Braut und ihre Freunde wandten sich gegen den Polizisten und erklärten ihm, er hätte sich gar nicht in die Angelegenheit zu mischen. Dieser aber verstand keinen Spaß und nahm den Radfahrn mit zur Polizei. Hier klärte es sich endlich auf, datz der Brautzug und die Entführung der Braut lediglich für eine Serie von Kinematographbildern, die sich ja in Italien der allergrößten Beliebtheit erfreuen, gemimt" worden waren. Der Einzige, der nicht zu der Gesellschaft gehörte und den Scherz daher falsch verstanden hatte, war eben ir eifrige Polizist, der den Brauträubee festgenommen hatte.

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&EAD TfiE AßOr AGAlrt Ein erschütternder Fall von Geoßstadtelend gelangte dieser Tage zur Kenntnis der Polizei in Williamsburg. N. D. Im Keller eines Hauses an Harrison Ave. wohnte seit einem Jahre der 27 Jahre alte Schneider Nathan Glockmann mit seiner um drei Jahre jüngeren Frau Sarah. Vor ungefähr 10 Tagen schenkte die junge Frau, welche mit ihrem Gatten vor der Judenhetze in Ruhland geflohen war, einem Zwillingspaar das Leben. Eines der Kindchen starb vor fünf Tagen, und da der arbeitslose Glockmann kein Geld hatte, ließ er die Leiche in der jammervollen kleinen Kellerwohnung. Vier Tage später starb auch das zweite Kind. Inzwischen war der Geruch der bereits stark in Verwesung übergegangenen Leiche so furchtbar geworden.' daß Nachbarn die Polizei in Kenntniß setzten. Ein Polizei - Sergeant ftattete der kleinen Wohnuna einen Besuch ab, und das Elend, welches er dort erblickte, war so ergreifend, daß er eine Collekte unter den Nachbarn veranftaltete. Das Geld wurde dem armen Ehepaar gegeben, und die beiden Säuglingsleichen wurden nach d Moraue aebrackt. Eine abgefeimte S t r aßenräuberin treibt seit einiger Zeit im Westen Berlins ihr gefährliches Unwesen. Die Frauensperson hat es auf Kinder abgesehen, die von den Eltern zum Einkaufen fortgeschickt worden sind. In raffinirter Weise versteht sie es, durch freundliche Worte das Zutrauen ihrer Opfer zu gewimien. Die Diebin behauptet dann, mit den Eltern bekannt zu fein, und erbittet von den Kindern im Laufe des Gespräches das Portemonnaie. Hat sie die Börse ihres Inhalts entleert, so gibt sie die. selbe wieder zurück und entfernt sich mit der Bitte, an Muttern einen schs. nen Gruß zu bestellen". G r a u f a m. Sehen Sie, mein Fräulein., dort geht der Gras Hohenoerg!" Ist er noch ledig ? Nem!" Wie grausam, mich dann auf ihn aufmerksam zu ma chen!"Macht der Gewohnheit Frau Professor: Abr Mann, bei diesem strömenden Regen spannst da nicht einmal deinen Schirm aus? Professor: Ach so, ich dachte, ich hatte chn vergessen! Staßfurr. In einem Anfalle geistiger Umnachtung stürzte der Invalide Karl Wernicke aus setner in der Bismarckstr. 44 im 2. Stockwerk belegenen Wohnung auf den Hof und fand ipbei den Tod. Der Unglückliche war seit längerer Zeit krank. S t e n d a l. Privatier LouiS Wille feierte mit seiner Gattin die goldene Hochzen. LEO LANDO, 142 R. Pennsylvania Str. Hauptquartier für Brille m Operngläser wäT Brillen werden nach de betten Ketboden den Augen angepaßt. ünilliche ugen werden schmerzlos nn, MM.

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