Indiana Tribüne, Volume 30, Number 17, Indianapolis, Marion County, 12 September 1906 — Page 3
Jndian Tibüne, IS September 1906
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Einmischung
I die cuballischc Rebellion mag sich als nothtoew dig Herausstellen.
Eifersüchtiger Farmer erschießt seine Frau und sich selbst. Front gegen Bryan. Chicagos Fleischindustrie. Staatsmann wmde vermessert. Junge Mädchen als Sttaßenrauber. Sowffale Hitze in der See-Region. Bank nm 10,000 beraubt Diamanten im Werthe von $40,000 gestohlen. Baltimore nächste Conventionsstadt.
Onkel S a m wird eingrei. f e n müssen. W as h i ng ton. D. 11. Sept. In hiesigen Regierungskreisen beginnt man sich mit der Frage zu befassen, ob eine Einmischung der Ver. Staaten in die kubanischen Wirren nothwendig werden wird, oder nicht. Der Auf stand auf der .Perle der Antillen" be. gann in so lächerlich kleinen Dirnenfionen, daß man es im StaatSdeparte ment kaum der Mühe werth hielt, der Sache anfänglich eingehendere Beob achtung zu schenken. Die Situation hat fich aber in der letzten Woche in es ner Weise geändert, welche jetzt die volle Aufmerksamkeit der Bunde Re gierung erfordert. Die letzten Nachrichten aus Suva lassen erkennen, daß die dortige Rebel lion bereits einen Umfang angenom men hat, der eS für Präsident Palma und die cudanische Regierung äußerst schwierig macht, der ernstlichen revolu tionüren Bewegung Herr zu werden, da dem Präsidenten weder eine geregelte HeereSorganisation, noch genügende Waffen und Munition zur Verfügung steht. Die Regierung der Ber. Staaten mag über kurz oder lang. d. h. wenn die Rebellion nicht sehr bald unterdrückt wird, vor die Frage gestellt werden, ob es nicht ihre Pflicht ist, Ruhe und Ord. nung auf Tuba zu beschaffen, wie es die Amerikaner, welche große Geldan lagen in Cuba gemacht haben, so drin gmd wünschen. ES finden zur Zeit Berathschlagungen statt, in welchem festgestellt werden soll, ob die Situa tion auf Cuba die Ber. Staaten zu einem energischen Eingreifen mit Waffengewalt berechtigt oder sogar ver pflichtet. Eifersüchtiger Farmer er schießt seine Frau und sich selbst. PleasantHill. Mo., 11. Sept. Auf seiner hier in der Nähe gelegenen Farm tödtete heute der 45 Jahre alte John Tarier seine Frau Nita mit einem Revolverschuß und erschoß fich darauf selbst, indem er fich eine Kugel in das Herz jagte. Carter war von Hause abwesend gewesen und als er unerwartet das Zimmer seiner Frau betrat, fand er sie einen Liebesbrief an einen seiner Nachkam schreibend. Eine furchtbare Eifersuchtsszene folgte, in der er seine 23 Jahre alte Frau und dann fich selbst erschoß. Front gegen Bryan. S h a r l e st o n, 11. Sept. Wm. I. Bryan hat die konservativen Demo kraten deS Südens gar sehr aufgerüt telt durch seine Aeußerungen über Ber ftaatlichung der Eisenbahnen. Eö be ginnen fich Stimmen zu regen, welche der Abneigung gegen diese den demo statischen Doktrinen gänzlich fremde Ideen Ausdruck verleihen. Senator Daniel von Virginien hat letzter Tage in vorsichtiger Weife dagegen Front ge macht, und nun kommt auch Senator Batley von Texas mit einer ttundge dung. die für den klardenkenden, sehr pofttiv veranlagten Texaner charakteri ftisch ist. Senator Bailey hatte bereits früher, unmittelbar nachdem Bryan seine große Rede im Madison Equare Garden ge halten, aus seiner Berurtheilung der neuen Richtung, welche Bryan'S Radi kalis?nus genommen, kein Hehl ge macht. Ehe die Rede gehalten worden. war Senator Bailey bemüht gewesen, Bryan von diesem Sprung in den .uferlosen StaatSSozialiSmuS" abzu haltm, aber feine Bemühungen hatten keinen Erfolg gehabt. Er wohnte dann der Rede Bryan'S bei, bis dieser seine Ideen über EisenbahnBerftaat lichung zu entwickeln begann, verließ aber in diesem Moment ostentativ die Versammlung. Der Delegat von Hawaii im Ber. Staaten Kongreß, Jonah Kalianaole, ist von dem republikanischen Terri torial'Konvent wieder nominirt wor den.
Chicago'SFleischinduftrie Washington, D.E. 11. Sept. Nach der Angabe des statistischen Bu reauS des HandelDepartementS be trug der Jnland'Bersandt von SchlachthauSprodukten von Chicago im Monat Juli d. IS. 203.252,830 Pfund, ge. gen 192.490.726 Pfund im Juli 1905 und 136.660.716 Pfund im Jahre 1004. Während der ersten sieben Mo. nate deS laufenden Jahres betrug der selbe 1.675.436.262 Pfund, waS um 300 Millionen Pfund mehr war als im Jahre 1S05 und um über 250 Millio. nen Pfund mehr als im Jahre 1904. Die drei größten Posten des BerfandtS waren 670.941.665 Pfund zugerofte teS frisches Rindfleisch. 510,712,163 Pfund Rindfleisch und 243,929,252 Pfund Schmalz. Staatsmann" wurde ver m e s s e r t. PittSburg. Pa., 11. Sept. Lawrence B. Eooke, Vertreter des vier, ten Distrikts von llegheny, liegt mit mehreren Schnittwunden an der Seite und in der Brust im hiesigen Mercy Hospital schwer krank darnieder. Er soll, ie allgemein behauptet wird, ein
unerlaupteö Verhältniß zu der Gattin des Friedensrichters McMullin unter halten haben und gestern von diesem bei einem vertraulichen Stelldichein überrascht worden sein. McMullin soll dann in der ersten Wuth sein Ta schenmeffer gezogen und den angeblichen Zerstörer feines häuslichen Glücks der. artig verletzt haben, das er in bewußt, losem Zustande in'S Hospotal gebracht werden mußte. McMullin befindet fich in Haft. eS ist aber bi jetzt noch keine formelle Anklage gegen ihn erho. ben worden. Junge Mädchen alS Stra ßenräuber. N e w a r k, N. I., 11. Sept. ttatie Miller und Mary Ballencourt. zwei junge Mädchen von 14 Jahren, die bis jetzt für 82.00 wöchentlich in einer Pappfchachtel.Fabrik gearbeitet hatten, beschlossen kürzlich, fich einem einträg ltcheren Beruf zuzuwenden und kamen hierbei auf den Gedanken, ein wenig Straßenräuberet zu betreiben. Sie hantirten hierbei nicht mit Stilett und Revolver, sondern suchten fich ihre Opfer unter den kleineren Kindern aus, die Abends gegen Dunkelwerden von ihren Eltern nach irgend einem Laden geschickt wurden, um einge Ein kaufe für den Haushalt zu machen. Die beiden weiblichen Jnduftrieritter nahmen verschiedenen Kindern, die fte auf der Straße antrafen, Betrüge von 10 Cents bis zu einem Dollar ab, ver mochten indeffen dieses Geschäft" nicht lange aufrecht zu erhalten, denn fte wurden bereits gestern Abend ver. haftet und heute Morgen dem Polizeirichter E. E. Freland vorgeführt, der fte auf fünf Jahre in eine ttorrektions Anstalt schickte. Kolossale Hitze in der S e e . R e g i o n. M i l w a u k e e, WiS. 11. Sept. In der Region der fünf Seen herrscht seit länger als acht Tage eine ununter, brochene kolossale Hitze, die viele Opfer fordert. Aus allen Städten am Mi chigan, Erie und OntarioSee kom men Nachrichten, daß das Thermome ter auch während der Nächte selten unter 90 Grad Fahrenheit fällt, da die Seewinde vollständig ausbleiben. Auch von Gewittern, die bei der fchmülen Hitze sonst gewöhnlich eintreten und die Temperatur abkühlen, hört man nur selten. Heute starb hier eine Person und drei Personen wurden vom Hitz schlage betroffen . Todefälleund Hitz. schlüge in Folge der Hitze werden tüg. lich aus allen Städten Wisconfin's und de oberen Theile Michigan'S gemel bet. Der älteste Freimaurer in den Ber. Staaten ist JameS BellowS Mo Gregor von Newport, N. H., welcher demnächst seinen 105. Geburtstag feiern wird.
Katholiken tagen.
öl. General-Bersammlunß des D. R.-K. Central-Bcreins. S p r i n g f l e l d, Jll., 11. Sep. Die 51. Generalversammlung deSDeut. schen RSmisch.Katholischen Eentralder. eins wurde heute früh 9 Uhr in der Arionhalle durch den Präsidenten der Feftbehörde, John W. Kreund, feier lich eröffnet. Es waren 200 Delegaten versammelt. Nachmittags wurde in dem Staats Arsenal eine Massenversammlung abge halten. Die ungeheure Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Prüftdent John B. Böllers, der die Ber. sammlung leitete, den Gouverneur deS Staates Illinois, EhaS. S. Demen, vorstellte, der in gewählter Rede die Anwesenden in der Hauptstadt deS Staates willkommen hieß. Der C. B., der schon seit über einem halben Jahrhundert für die Wiederher ftellnng einer christlichen Gesellschaft, ordnung kämpfe, müsse alles aufbieten, um dem Wachsen deS SozialiSmuS, der eS von 2068 Stimmen im Jahre 1838 auf 436,000 Stimmen amerikanischer Bürger im Jahre 1904 gebracht. Ein halt zu gebieten. Der stürmische Bei fall, der dem Redner zu Theil wurde, steigerte fich womöglich bei den Aus führungen bei englischen Redners, Dr. Eoyle, der in wahrhaft hinreißender Beredtsamkeit ein Loblied auf die Deut, schen sang. Indem fie ihre Sprache und Literatur bewahren", sagte Dr. Eoyle, find fie nothwendiger Weise bessere Bürger deS Landes, denn der Mann, der zwei Sprachen sprechen kann, verfügt über ein größeres Wissen als der, welcher nur eineSprache spricht, sein Blick wird größer, sein Herz wird weiter." Unter Abfingung des Gro. ßerGott, wir loben dich" und deö Star Spangled Banner" schloß dann die ge waltige Massenversammlung, eine er hebende Demonstration deö katholischen DeutschthumS deö Landes. Baltimore nächste Eonven t i o n S st a d t. MinneapoliS, Minn., 11. Sept. In der heutigen Sitzung der National Bremers Association wurde Baltimore als nächstjährige Eonven tionSftadt erwählt. Die Beamten des Brauerei. Verbandes für die nächsten zwei Jahre find: Präsident, Eduard Wagner von St. Louiö; 1. Bice.Prä. ftdent, Charles Schmidt von Chicago; 2. Vice . Präsident, Armon Neubert von MinneapoliS; Sekretär, Louis Süß von Chicago und Schatzmeister, gred Schöller von Chicago. Diamanten im Werthe von 40,000 gestohlen. Baltimore. Md., 11. Sept. Der New Yorker Diamantenhündler Solomon Urbach meldete heute Mor gen der hiesigen Polizei, daß er um Diamanten im Werthe von 140.000 beftohlen worden fei. Herr llrdsch be. stieg gestern Abend einen Zug der Pennsylvania Bahn in Jersey Eity. Er begab fich in den Schlafwaggon und legte fich zu Bett. Seine Weste mit einem Kästchen, in welchem fich unge schliffene Diamanten im Werthe von $40.000 befanden, legte er fich unter das Kopfkissen. Als er heute Morgen in der Nähe Baltimore's erwachte, warm Weste und Käfichen mit Diamanten verschwunden. Bank um 810.000 beraubt. k e l y , Minn.. 11. Sept. In der letzten Nacht nach zwei Uhr hörten die Bewohner der Stadt eine gewaltige Detonation und es wurde bald darauf ausgefunden, daß der große eiserne Geldfchrank der hiesigen Bank mit Dy namit aufgesprengt worden war. Alle? Mobilar im Innern deö BankgewölbeS war zertrümmert und Silbermünzen waren überall auf dem Fußboden zer streut. Nach Prüfung der Bankbücher und Bestände fanden die Bankbeamten aus, daß wenigstens 810.000 in Bank noten und Gold geraubt ist. Die Räu ber entkamen unbelüftigt. da die Bür ger fich anfänglich fürchteten, dieselben zu verfolgen. Heute Nachmittag wurden drei unbekannte Männer in der Nähe von Dorset, einige Meilen südlich von hier, verhaftet, da fte im Verdacht stehen, den Bankraub ausgeführt zu haben. Der Sultan hat dem Celamlik wieder beigewohnt und später den britischen und den französischen Botschafter in Audienz empfangen. Das waren die ersten Audienzen, welche der Sultan feit seiner kürzlich Krankheit gewährt hat.
Allerlei kleine Depesche.
11. September. In Middletown, Ct. wo müh nd des letzten Jahres fast nur Müd. chen geboren wurden, ist für die Geburt eines Knaben eine bedeutende Prämie ausgesetzt. Bei Rodova in der Nähe von Bondena schlugen türkische Truppen eine Bande Bulgaren in die Flucht. Mehrere wurden getödtet und viele verwundet. Beim Brand einer alten Hütte in Scanton. Pa., zogen fich Fred Smith'S beide Töchter so schlimme Verletzungen zu. daß fie starben. Auch der Vater ist schlimm verbrannt. In South Allentown, Pa., ist das Bureau und Modellgebüude der Taftok Manafacturinz & Conftruction Co. abgebrannt. Schaden 860.000, nur tbeilweife versichert. Es heißt, Roosevelt wird Hrn. von Engerke Meyer, den jetzigen amerika Nischen Botschafter in St. Petersburg, zum Flottenminifter machen. Bona parte soll Juftizminifter werden. In New York trafen gestern 4000 Pfund frisches Rennthierfleisch ein. Solch' Fleisch gilt jetzt als Deli. katesse. ES wird in Restaurants für einen Dollar die Portion verkauft. Vom 18. bis 22. Septbr. werden die Schafzüchter von New Mexico in Albuquerque eine Convention abhalten, um die .New Mexico Sheeck & Wool Growerö Association" zu organifiren. In etna unter den Auspizien deö Reform.Siub in MorriStown, N. I., für nächsten Mittwoch einberufenen Ver sammlung wird BundeS-Senator La Follette aus Wisconsin die Hauptrede halten. Eine Schwägerin des österreichi. schen Erzherzogs und Thronfolgers Franz Ferdinand, Gräfin Sidonie Chotek, ist in das Kloster der DameS du Sacre Coenr" zu Bregenz in Bor arlberg eingetreten. Chas. Hughes und Frau Jo feph Green aus Woodbury, N. I., find bei einer Kahnfahrt auf dem Lehigh River bei Allentown. Pa., in'S Wasser gestürzt uud ertrunkm. Die Leichen find bereits gefunden worden. In der Wohnung seiner Tante in Manchester, Tonn., wurde gestern der 17 Jahre alte FranciS SurtiS ver. haftet, der am Samstag Abend in Hartford, Conn., während eines Streits Robert Jardine erstach. Auf der BeobachtungöftaUon in Ruhleben, Deutschland, treffen jeden Tag in Sonderzügen über 2000 AuS. Wanderer aus Rußland ein, meistens Familien, die während der blutigen Vorgänge ihrer Ernährer beraubt wur dm. Ein Schulinspektor in Eanton Tesfin, Schweiz, fand in in einer Dorf, schule, die meisten der etwa 50 Schüler und Schülerinnen, im Alter von 7 bis 14 Jahren betrunken in der Schule im Schlafe liegend vor. Der Wein ist dort sehr billig. In Osftnning, N. Y., wurde ge. ftern Graf HanS Ferdinand von Hoch, berg. angeblich der Sproß eines alten Adelsgeschlechtes in Deutschland, mit einer Handschuhverküuferin jErneftine Carow, die er in Berlin kennen gelernt und mit der er fich gegen den Willen der Eltern verlobt hatte, getraut. Die Besorgnisse um die Erhal. tung deS Goethe Theaters in Lauch, ftädt, Regierungsbezirk Merseburg. find nunmehr zerstreut. Ein unbe kannte, Wohlthäter hat die Summe von 50,000 Mark gestiftet, und damit ist der Bestand der Kunftftürte ge. sichert. Das republikanische Congreß.Eo. mite hat ein republikanisches Handbuch herausgegeben, welches das Verfahren der Partei während der letzten fünfzig Jahre, namentlich aber während der letzten Kongreß Sitzung verthei. digt. ES umfaßt 273 Seiten und er. streckt sich auf alle möglichen politischen Angelegenheiten. Der WeisellosigkeZt verdächtig sind diejenigen Bi?nenvölker. welche noch Drohnen haben. In solchen Fällen sind die Stöcke einqehend zu untersuchen. Findet sich keine Brüt vor. so besitzt der Stock keine Königin, ist noch eine Königin vorhanden, so ist sie drohnenbrütig. zeigt sich Buckelbrut. d. h. Drohnenbrut in Arbeitsbienenzellen. so läßt das auf eierlegende Arbeitsbienen schließen. Dei artige Stöcke sind es in den wenigste Fällen noch werth, eine Königin zuge setzt zu erhalten. Das Beste ist. solche Völker mit weiselrichtigen zu verein!-gen.
Waden kramps. Sich wirAedeS Mittel g,e die OO edme trrjcheiuung. Wohl kaum jemandem ist der überaus lästige und schmerzhafte Wadenkrampf unbekannt, und wer von ihm befallen zu werden Pflegt, wird sich schon oft ein schnell und sicher wirkendes Mittel gegen diese unangenehme Erscheinung gewünscht haben. Den ersten Anstoß zum Eintritt des Wadenkrampfes geben Blutstauungen in den Blutadern der Unterschenkel. Sie werden herbeigeführt durch Ueberanstrengung der Wadenmuskulatur, wie sie lange Märsche. Tanzen oder Radfahren mit sich bringen. Daher stellt sich nach solchen und ähnlichen Kraftleistungen der Wadenkrampf besonders leicht ein. Die angeschwellten Blut ädern drücken nun auf die Bewegungsnerven, die mit den Wadenmuskeln in Verbindung stehen, und diese veranlassen infolge des auf sie ausgeübten Rei zes die Muskeln zu einer Zusammenziehung in krampfhafter Form. Die Zusammenziehung äußert sich in einer Verkürzung und Verdickung der Muskeln. Wegen der Stärkezunahme drücken nun aber die Muskeln wieder auf die Empfindungsnerven, die ihnen angehören, und dadurch entsteht der Schmerz beim Wadenkrampf. Bei demjenigen, welcher öfters an Wadenkrampf leidet, werden die Vewegungsnerven der Wadenmuskulatur sozusagen überreizt. Es genügt daher bei solchen Personen schon eine unvorsichtige Bewegung des Fußes und Unterschenkels. um die Bewegungsnerven stärker zu erregen und damit sofort den Wadenkrampf herbeizuführen, ohne daß eine Ueberanstrengung und Blutstauung vorherging. Um den Schmerz zu beseitigen, kommt es unter diesen Umständen ausschließlich darauf an. den Druck, den die Verkürzung und Verdickung der Wadenmuskulatur auf die Empfindungsnerven ausübt, aufzuheben. Zu oiesem Zweck wird vielfach ein kräftiges Kneten der Muskeln empfohlen, weil dadurch der Blutabfluß befördert und damit der Anfangsursache des Krampfes entgegengewirkt wird. Aber wer diese Massageart schon angewendet hat. wird wissen, daß dadurch der Wadenkrampf zwar etwas gemildert, aber keineswegs sogleich beseitigt wird. Dies läßt sich aber auf eine einfache Weise im Augenblick erreichen. Man braucht nämlich nur die Zehen mit dem vorderen Theil des Fußes, während man auf dem Rücken liegt, möglichst weit überzubiegen. so daß sie sich also dem Schienbein nähern, und der Schmerz, wie überhaupt der Wadenkrampf, verschwindet sofort. Durch diese Bewegung werden nämlich die verkürzten Wadenmuskeln ausgereckt und ausgedehnt, so daß die Verkürzung und Verdickung zurückgeht, womit dann der Druck auf die Empfindungsnerven aufgehoben und zugleich die Schmerzursache ausgeschaltet wird. Wer dieses Mittel einmal angewendet hat, wird sich sogleich von seiner Vorzüglichkeit überzeugen. Zucker alö Nakrungsmittel. Seitens der deutschen Militärbehörde wurden vor kurzem Versuche über den Einfluß einer gesteigerten Zuckernahrung auf die Leistungsfähigkeit der Truppen angestellt. Daß der Genuß von Zucker thatsächlich geeignet ist, diese Leistungsfähigkeit zu heben, haben nicht nur die Resultate dieser Versuche, sondern auch eine Anzahl weiterer Thatsachen zur Gewißheit gemacht. So hat der belgische Leutnant Bausil. der Sieger im Militärrennen von 1903, zuerst begonnen, Rennpferde regelmäßig mit Zucker zu füttern und zwar während der Rennen selbst. Bei dem genannten Militärrennen, einem Dauerritt, wurde das Pferd dieses Offiziers während der letzten 52 Meilen dreimal mit drei und vier Quarts Zuckerwasser, das je 100 Gramm Zucker auf einem Quart enthielt, getränkt. Seine Leistungsfähigkeit wurde dabei so gut erhalten oder sogar gesteigert, daß es die letzten zehn Meilen in 40 Minuten zurücklegte, das heißt, in einem Galoppsprung von 1320 Fuß in der Minute. Auch in der tierärztlichen Hochschule in Wien hat man bei kranken Pferden durch Zuckerfütterung sehr gute Resultate erhalten. Sonderbares Grabdenkmal. Eine Sehenswürdigkeit hat der Friedhof in Borrowfort, England, aufzuweisen. Es ist dies ein Grabdenkmal in Gestalt einer Kirchthurmspitze. Dieser aus Stein gefertigte kleine Obelisk nebst Knopf hat eine eigenartige Geschichte. Der Thurm der Kirche sollte verschönert werden, und zwar sollten vier kleine Spitzthürme gesetzt werden, damit der Kirchthurm ein stattlicheres Aeußere gewinne. Ein Gemeindemitglied erbot sich' einen dieser vier kleinen Spitzthürme zu bezahlen, wenn von der Gemeinde oder von anderen wohlthätigen Gemeindemitgliedern die anderen drei Thürmchen besorgt würden. Der Geber hielt auch Wort, leider aber fand sich niemand, der die anderen brei Spitzthürmchen herstellen lieh, und auch die Gemeinde wollte das Geld dafür nicht hergeben. So verordnete denn der Spender dieser Thurmspitze. daß dieselbe als Denkmal auf sein Grab gefetzt würd. Auf den SeefischereiDampfern zählt zu den jüngsten Erfindungen ein Apparat, der das zur Aufbewahrung der Fische nöthige Eis auf Um Dampfer selbst herstellt.
verdienfte etncr SSiarfrichter Tynastie. Es wurde bereits gemeldet, daß die Budgetkommission des französrschen Parlaments auf Arnrag eines Abgeordneten das Gehalt des Scharfrichters Anatole Deibler und seiner GeHilfen gestrichen hat. In der Familie Deibler vererbte sich das Scharfrichteramt ständig vom Vater auf den Sohn. Deibler L, der Großvater, der Gründer des Hauses, war Scharfrichter in Rennes. Zu seinen größten Thaten zählte die Hinrichtung von acht Matrosen in Brest. Sein Sohn Louis Deibler, der zweite des Namens,Vater des gegenwärtigenScharf richters, starb im September 1904 im Alter von 81 Jahren, nachdem er 47 Individuen den Hals abgeschnitten hatte. Was Anatole Deibler, den geaenwärtrgen Inhaber deS Geschäfts, betrifft, so hat er nur vier Hinrichtungen vollzogen; die letzte, die deS Mörders Pozzi, fand am 6. Oktober 1905 in Belfort statt. Bevor er aber das Geschäft übernahm, hatte Anatole schon seinem Vater geholfn, und er stand im Rufe besonderer Geschicklichkeit. Die Familie ist reich geworden, denn der Scharfrichter beruf bringt für wemg Arbeit schönen Lohn. Der erste Scharfrichter bezieht 6000 Frank Gehalt und außerdem 8000 Frank für die Instandhaltung der Guillotine. Zur Seite stehen ihm vier Gehilfen, von denen die beiden ersten je 4000 Frank, die beiden anderen je 3000 Frank erhalten. An Hinrichtungstagen erhält jeder der Scharfrichter außerdem noch 10 Frank sozusagen als Spielhonorar". Das Geschäft dringt aber noch sonstige Vortheile mit sich durch den Verkauf neuer und gebrauchte? Guillotinen an die Kolonien und durch die Fabrikation von kleinen Guillotinen, die als Cigarrenabschneider dienen, und die inaewissen Kreisen sehr beliebt nb. Wenn daS Gefchäft" regelmäßig ging, verdienten die Deibler iährllch an 30,000 Frank. Und dieses schöne Einkommen soll ihnen nun plötzlich ganz entzogen werden! Neugierige Journalisten hätten gern in Erfahrung gebracht. wasAnatole Deibler über den Beschluß der Budgetkommission, der seine eigene Hinrichtung" bedeutet, zu sagen hat? aber Deibler ist ein schweigsamer Mann und zudem ein Feind der Ausfrager. Er ließ sich nicht sprechen, und man erfuhr nur von seinenFreunden. daß ihn der Beschluß der Budgettommission kalt lasse, da er sich mit einem anstandigen Vermögen vom Geschäft zurückziehe.
Dürfen nicht flirten. Die Gemeindeväter von Neöcopeck. Pa., haben daS Flirten in den Bann gethan. Durch eine Resolution haben sie den Konstabler beauftragt, das Herum sieben an den Straßenecken und daS BeSfftn der pafsirenden Frauen und adchen durch Männer zu verhindern, aber auch die Mädchen dürfen keine verliebte Augen rächen. Wer sich gegen den Befehl vergeht, wird verhaftet. Kampf mit einem toll e n H u n d. In Ehester, Pa., wurde kürzlich der Stadtschreiber Frank W. Harrison von einer Bulldogge anaegriffen, der ihm an den Hals sprang. Er wehrte das Thier weg, doch griff tl ihn neuerdings an und biß ihn in die Brust. Nachdem er den wüthende Hund abermals vertrieben, verfolgte er ihn n':hr?re Squares weit mit eine? Flinte und ?rscoß ihn. .Tramp" als Prediger. Ein Tramp," der seinen Namen als H. T. Jones angab, begab sich eines Sonntags in Marion. Wis., in die Methodist:nkirche. bestieg die Orgelbank, sang und akkompagnirte sich selbst und hielt vom Chor aus eine Predigt an die Versammelten, in der er aber unterbrochen wurde durch den Marshall. der den Pseudoprcdiger unter seine Fittige nahm und in's Polizeigefänanik abführte. Züge erste Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! 14 12 6 6 8üge zwischen Indianapolis und incinnati. Züge zwischen Indianapolis und Dayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und Decatur, Jllinoiö. 4 Züge zwischen Indianapolis und Spnngsield, Illinois. Varlor Waggon au allen Tages und Schlas waggon an lln acht-Zäge . Indianapolis Office!: Union Bahnhof und LRord Illinois St. R. V. lgeo, D. P. . litt ERIE & WESTERN R. R. tdtli d t t.Offlc : 1 Oft Washington St, . Vhoes 871. ...Fahrzeit der Züge... fahr tonst Ihn. Xoltbs. Chtcoto und Vttchigan rVreß.4 7.15 no.it 9tnt. 9t. oledo. Sctxoit nd THuag im m 30 t s.M Nm. 9hn. !chiga, ttl.Vtnnciu.Lasay,Nep.5 e. ft.M t Tügllch.'aulgknommen Konntag.
