Indiana Tribüne, Volume 30, Number 16, Indianapolis, Marion County, 11 September 1906 — Page 1
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Erscheint feden Ractsmittag. Jahrgang 30. Indianapolis, Ind., Dienstag, 11. September 1906 No. 16. ! ! : ' I I i
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Tod und Verderben
verbreitet ein Stachelzaun in Rushville. Zigeuner ehle Kinder. JntereffanteS aus Indiana. Rushville. 11. Sept. Drei Männer wurden deute Bormittag da durch getödtet, daß dieselben einen start mit Elektrizität beladenen Stachelzaun berührten, der mit der Leitung der In dianapaliö & Cincinnati Traction Co. in Verbindung gekommen war. Oliver Gore. William Pettiford undReuben Boltright find die Getodte, ten. Dies macht 5 Todesfälle in dieser Stadt, welche innerhalb der letzten 6 Monate durch Traction Elektrizität verursacht wurden. Pettiford hörte Boltright um Hülfe rufen und er versuchte ihn zu retten, erhilt aber einen derartigen Schlag, daß er loslassen mußte. Pettiford lies dann etwa 100 Fuß weiter um Hülfe zu holen, und als er dort durch, zukriechen versuchte, blieb auch er hätt' aen. James Gore, einer der zur Stelle eilenden Männer erinnerte sich dann, daß fein Bruder am frühen Morgen einen Weg einschlug, der ihn gleichfalls durch den Zaun führte, und als man zur Stelle eilte, wurde auch feine Leiche gefunden, etwa 600 Yard von der ersten Unglücksftelle entfernt. Der Strom wurde abgestellt und die Leichen wurden entfernt. Eine Unter suchung ergab, daß durch das gestrige Gewitter eine Jnsulation ausgebrannt wurde und daß die so entblößte Stelle mit dem mittleren der Stacheldrähte Verbindung machte. Petersburg. Lincoln Whit. ney, der 8 Jahre alte Sohn eines hiefi. gen Bürgers, wurde gestern Nachmittag durch Zigeuner gestohlen. Die Bande hielt mehrere Meilen entfernt beim Haufe eines Farmers an. um Pferde zu tauschen und als der Farmer den Knaben im Wagen sah und erkannte, verlangte er Auslieferung desselben. Die Ziguner wurden insolent, doch sandte der Farmer seinen Angestellten Meldung, sofort bewaffnet anzutreten und als er sich dann selber seine Waffen geholt, wurde der Knabe mit Gewalt befreit. Jefersonville. Thomas Edgey, der Gefangene, welcher drei an dere Gefangene vom Ausbruche abhielt, liegt schwer verletzt darnieder. Sein Arm schmerzt fürchterlich und sein Kopf, welcher gleichfalls mehrere Schläge auszuhalten hatte, ist mit Eis verpackt. Fred Kinder, den man als den Leiter des AusbrucheS ansieht, ist wegen Fäl fchung inhaftirt und er hat noch 12 Jahre zu fitzen. Wm. SporeS, ein Mithelfer, ist unter Mordanklage hier eingeliefert. Edgey ist wegen unvor sätzlichen TodtschlagS in Haft. Sollte letzterer sterben, dann werden fich die Ausbrecher wegen Mordes zu verant Worten haben. Persoal-Noze. Im Befinden des neulich an der Süd Eafi Straße überfahrenen Julius N e u m a n n konftatirt der ihn be handelnde Arzt Dr. Morris eine Wen dung zur Besserung. Doch ist Herr Neumann noch für längere Zeit ans Bett gefesselt. Der Verletzte ist ein Mitglied der Koerner Loge No. 1 I. O. K. of P. Auch Christ. Neidlinger, der im Fahrstühle der Abattoir Co. fo schwer verletzt wurde, befindet fich etwas besser, doch befürchtet der Umwandelnd Arzt, daß er wohl zeitlebe.. verkrüppelt bleiben wird. Auch er ist ein Mitglied der Körner Loge No. 1. Hr. Theodor M e i x n e r und Frau langten gestern nach längerer Abwesenheit von ihrerEuroparelse wohl behalten und munter wieder hier an. Gottlieb Lenkhardt, Die gemüthliche Ecke-, Ecke Noble und Market Str.
Dem Hungertod entrissen.
völlig erschöpfter Mann noch rechtzeitig entdeckt, wird in's Hospital überführt. Nahezu verhungert, zum Skelett ab gemagert und so schwach, daß er kaum noch hörbar zu flüstern vermochte, wurde gestern Abend Charles Piar, ein 60 Jahre alter Mann, in der Näbe von Elermont durch Fischer aufgefunden und in'S Hospital befördert. Piar, der vor drei Wochen auS Bee derSburg ohne einen Cent in der Tasche hier anlangte, war nach seinem etwa 75 Meilen langen Marsche erschöpft am Fluffe ia'S Strauchwerk gesunken, wo er seither lag, zu schwach, um fich von der Stelle zu bewegen. Seine Nahrung wahrend der ganzen Zeit bestand aus Flußwaffer, Gras und Kräutern, welche er zu erreichen im Stande war. Mehrere Fischer, welche er an der ande ren Seite vorübergehen sah, hatte er anzurufen versucht; aber unfähig, fich von der Stelle zu bewegen, und zugleich zu schwach, durch Rufen ihre Aufmerksamkeit zu erregen, waren fie weiter ge gangen, ohne zu ahnen, daß in so näch fter Nähe ein menschliches Wesen lang. sam dem Hungertode entgegen gehe. Auch die Auffiudung gestern Abend war mehr Zufall, da der alte Mann an einer nur sehr selten betretenen Stelle lag. Die Fischer waren nämlich am Fluffe etwa abwärts gegangen, eine unbesuchte Stelle aufzusuchen, um dem Fischfänge obzuliegen, als fie den völlig abgezehrten Mann im Gebüfche fanden. Pier war völlig unfähig zu sprechen, und erst im Hospitale wurde seine Persönlichkeit durch Briefschaften, welche man an ihm fand, festgestellt. Wie weit die durch den Hunger langsam dahingeschwundenen Lebensgeister er loschen find, läßt fich zur Zeit noch nicht sagen, doch bemühen fich die Aerzte dieselben wieder anzufachen. Während der letzten drei Tage hat Piar. der übrigens ein Deutscher sein soll, g keine Nahrung, weder flüsftge noch an oere, mehr erreichen können. Fairbank. Eine Neuerung wurde von Kapell meifter Weil in Fairbank für die Mati neeö eingeführt, und dieselbe wird wäh rend der ganzen Woche, übrigens die Schlußwoche im Fairbank, beibehalten. Anstatt nämlich wie bisher ein regel rechtes Nachmittag?. Programm vorzu bereiten, spielt die Kapelle diejenigen Weisen, welche vom Publikum beson derS gewünscht werden. Die Kapelle ist im Stande fast alle gewünschten Stücke zu spielen und wenn nur irgend möglich, wird keine Aufforderung unbe rückftchtigt gelassen. Man erwartet natürlich, daß da? Programm auS diesem Grunde ein äußerst populäres sein wird. Die Kapelle ist in Wirklichkeit eine der besten und stärksten, welche noch hier conzertirte und da alle die Mufiker durchweg Künstler auf ihren Jnftru menten find, fähig zu jeder Zeit als Solisten aufzutreten, kann es kein Wunder nehmen, daß dieselbe fich ei neS so ungeheuren Zuspruches erfreut. C r a w s o r d S v i l l e. Der Haß. welchen manche Farmer gegen Automo bile hegen, kam darin gestern zum Aus drucke, daß eine Rotte eine Gesellschaft Elektriker in ihrem Auto nahe BrownS bürg angriffen und mit Steinen bom bardirten. Zwei Frauen befanden fich in dem Auto, doch wurde glücklicher Weife niemand verletzt. Die Maschine aber wurde erheblich demolirt, die Lam pen zertrümmert und anderer Schaden angerichtet. Ein Schuß aus dem Re volver des ChaffeurS machte dem Bom bardement ein Ende. Wie jetzt verlautet, wird die Verlängerung der Indianapolis Southern Eisenbahn zwischen Bloom ington und Switz City wohl nicht vor dem 1. Januar dem Verkehr übergeben werden.
Beraubt seinen Kameraden.
Soldat in Fort Harrison mit der Kasse gerückt. aus' Die Militär . Behörden von Fort Harrison bemühen fich zur eit, den mit der ExchangeKasse deS 28. Regi ments durchgedrannten Samuel Stone aus der Eompanie aufzufinden. Stone, der gestern deöfertirte, vergaß vorher die fich angeeigneten, fich in fei nem Besitze befindenden Gelder und Wechsel, im Betrage von etwa 8400 in Baar abzuliefern. Sobald man er fuhr, daß Stone vermiß! wurde, ent sandte Col. Sweet DetachementS nach allen Himmelsrichtungen um den Ent flohenen zu ergreifen, und Stadt und Land wurden abgesucht. Als das Regiment in Fort Harrison Quartier nahm, wurde Leut. L. D. Gesser zum ExchangeOffizier gemacht, und Stone wurde abbeordert Pferd und Zelt des Leutnants in Obhut zu nehmen. Die Exchange nimmt die Stelle der vom Congreß abgeschafften Cantine ein. Taback, Früchte und alkoholfreie Getränke werden dort an die Soldaten verkauft, und jeder Cent Profit fließt in die RegimentSkaffe. Stone erschien am Morgen wie ge wöhnlich. stellte fich aber nicht bei seiner Companie zum Exerzieren ein. Wäh rend fich das Regiment beim Exerzieren befand, schloß er die Schublade des Leutnants auf, nahm das Geld an fich und verschwand. Stone, der 25 Jahre alt ist, ist mittlerer Größe, hat braune Augen und braunes Haar, steht aber einem blonden Manne ähnlich. Jeder mann kann ihn verhaften. Für feine Verhaftung alSZDeferteur zahlt Onkel Sam 850. Alle Soldaten des Lagers halten Umschau nach dem Manne, der seine Kameraden beraubte. Im tiefe Dunkel sitze wir, Wenn der Stadtrath nicht rechtzeitig ein schreitet. Ausgenommen der Stadtrath ergreift sofort Maßregeln, um den mit der Sun Vapor Light Company abgeschlos senen Contract, der am 15. September in Kraft treten soll, gutzuheißen, kann es leicht möglich sein, das die Gas und Vapor-Lampen abgedreht werden. DieS würde natürlich einzelne Distrikte völlig im Dunkel lassen. Wm. R. Williams sandte der Be. Hürde für öffentliche Arbeiten die Mel. dung. daß die Cleoeland Street Light Company ihren Contract am 15. Sep tember ali abgelaufen betrachtet. AuS welchem Grunde der Stadtrath den schon vor mehreren Wochen übersandten Contract nicht beglaubigte, ließ fich nicht ermitteln, doch wurde derselbe seinerzeit einem zuständigen Comite übergeben, welches aber bisher noch keinen Bericht einreichte. Seine Verletzungen erlege. MarcuS Fitzgerald, 55 Jahre alt, No. 1128 Deloß.Straße wohnhaft, der am Samstag Abend durch eine Loko mottve der jBig Four . Bahn an der Sh;lby Str. Kreuzung überfahren wurde, ist gestern im St. Vincent Hospitale seinen Verletzungen erlegen. Der bezahrte Mann, welcher fich mit dem Fuße im Geleise verfangen hatte. und der, festgeklemmt, seinem langsam näherkommenden sicheren Tode in'S Auge schauen mußte, da seine Hilferufe von dem Lokomotivführer nicht gehört wurden, erlitt außer dem Verluste des BeineS noch einen Schädelbruch. Trotz der vielen Eifenbahnun glücke, die tagtäglich gemeldet werden. versuchen immer wieder leichtfinnige Burschen auf fahrende Züge zu springen, um fich eine freie Fahrt zu stehlen. Gestern wurden vier Kerle dabei er wischt und von den Beamten Pauly und ConnerS verhaftet. Dieselben ga den ihre Namen als Charles McGuity von ManSfield. Ohia, Lee Frank, Cleveland, Ohio, Frank Richey, Cleve land, Ohio, und George Porch, Ma rion, Ind.
Söngcrfcst-Bchörde
öält Sitzung im Deutschen ause ab. Mehrere wichtige Resolutionen unterbreitet. Eine gut besuchte Versammlung der hiefigenSängerfeftbehörde wurde gestern Abend unter Vorfitz von Herrn Aug. M. Kühn im Deutschen Haufe abge halten, und eine Anzahl recht wichtiger Vorschläge wurde an die zuständigen Comites zur Erledigung übergeben. Zuerst wurde eine Anzahl Routine geschüfte zur Erledigung gebracht. DaS zuständige Comite berichtete, daß bis jetzt etwa 2000 Plätze in den hiesigen Hotels zur Aufnahme von Sängern und Besuchern des SängerfefteS belegt wurden, und daß von jetzt an in Pri vatwohnungen weitere Unterkunft für dieselben besorgt werden wird, so daß, sobald Anmeldungen einzulaufen an fangen, dieselben ohne Verzug Erledi. gung finden können. Der eingereichte Vorschlag für die den Sängern zu verleihenden Abzeichen Sorge zu tragen, wurde einem Komite überwiesen, gleichfalls der Antrag von jetzt an Bulletins", die monatlich er scheinen sollen, herauszugeben, und an die einzelnen Gesangvereine zu senden, damit durch Aufhängen derselben in den Hallen, allen Mitgliedern Gelegen heit gegeben wird, fich bezüglich der Vorarbeiten und anderer auf das Sän gerfeft fich beziehender Angelegenheiten informirt zu halten. Auch der Antrag SouvenierPoftkar ten für das Süngerfeft anzufertigen, wurde einem Komite überwiesen. Der Borschlag, ein offizielles Sängufeft.Buch, in welchem die Geschichte deV Sangerbundes, sowie auch die Ge schichte der einzelnen Vereine veröffentlicht werden soll, befindet fich gleichfalls in den Händen eines zu diesem Zwecke ernannten Komite. Viele Vereine haben bereits begon nen, ihre Beiträge von 2 pro Mit glied der hiesigen Behörde zu überfen den, fo daß auch in finanzieller Beziehung bereits tüchtig von auswärts mitgearbeitet wird. Bei einem Enthu stasmus, wie man hier zum Erfolge des Festes arbeitet, und wie fich der selbe deS hiesigen FeftkomiteS bemächtigt hat, muß daS Fest ein Über alle Maßen großer Erfolg werden. Im Militar-Lager. WiSconsin'Truppen langen t. DaS zweite Wisconsin Regiment langte aus Fon du Lac, WiSc., hier im Fort Harrison Feldlager an. Unter Laternendeleuchtung marschirten die selben in ihre Quartiere, dieselben, welche früher vom 2. Illinois Regi mente gehalten wurden. Die Zelle wurden sofort aufgeschlagen und Essen bereitet und bei Mitternacht lagen alle im tiefen Schlummer. Gestern am frühen Morgen waren die frisch ange langten Leute bereits auf den Beinen, ihr Feldlager zu beenden und besser einzurichten. Die Musikkapelle des Regiments be steht aus lauter eingemufterten Solda ten, eine Seltenheit unter hiesigen Mi litär.Kapellen. Das Regiment wird heute feine Woche harter Arbeit beginnen. Leut..Col. A. V. de PederneiraS vom Brasilianischen Gesandtschaft Posten in Washington stattete dem Feldlager gestern einen Besuch ab. Der Leut.Sol., welcher fich großer Beliebt heit erfreut, wurde mit Enthusiasmus empfangen und bewirthet. Einer der glücklichsten Besucher de WatsenfefteS ist unzweifelhaft unser Glockenspiel -Künstler Hr. Hy. Sprengpsetl. der fich nämlich von dort die große schöne $50 Marmor Standuhr mit brachte. Die Einkehr der Uhr. übrigens ein Prachtwerk in seiner Art, wurde gestern Abend im Hause des Muftk'DirectorS festlich begangen.
Eine unverzeihliche Pftichtver-
nchlasfignng Benutzt ein Gefangener zur Flucht. Der Neger Jimmy Gardner, ein Ge fangener deS Arbeitshauses ist gestern auf dem Wege vom Gerichtsgebäude nach dem Arbeitshause dem Wächter Wm. E. NicholS, 508 Roanoke Str. entsprungen. NicholS hatte den Straf ling, welcher eine Strafe wegen Diebftahls abfitzt, den Großgeschworenen vorgeführt. Auf dem Rückwege zum Arbeitshause besuchte er mit dem Far bigen eine Wirthschaft, um seinen Durft zu stillen. Er muß wohl dem edlen Gerstensaft zu sehr zugesprochen haben, denn als er wieder auf der Straße anlangte, war fein Gang schwankend geworden. Der unsichere Gang deS Wächters war dem nach Frei heit lüftigen Schwarzen nicht entgan gen, der eifrig eine Gelegenheit abwar tete, fein in ihm wach gewordenes Vor haben auszuführen. Kaum hatten fie die lebhaften Stra ßen verlassen, als er die Flucht ergriff. Dem Flüchtling wurde von der un sicheren Hand des verblüfften Wächters eine Kugel nachgesandt, welche selbft verständlich ihr Ziel verfehlte. Die Polizei wurde sofort von dem Vorfall in Kenntniß gesetzt, welche die Versal gung des Entsprungenen aufnahmen. Sie mußte aber bald davon absehen, weil der Neger einen zu großen Vor sprung erlangt hatte. NicholS wurde verhaftet und nach der Baftille abge führt, wo eine Anklage wegen Trun kenheit gegen ihn erhoben wurde. Später wurde er in einer Droschke nach dem Arbeitshaus gebracht, wo er nun seinen Rausch ausschlafen und über seine Pflichtvernachlüsftgung nachdenken kann. Central Deutsche Konferenz Der Bischöflichen Methodiftenirche. Nach den einleitenden gotteSdienft licken Uebungen wurden die Konferenz geschüfte wieder aufgenommen. Der erste Bericht war der deS Konfe renz'TrufteeS. D.r Stand der Kasse ist ein günstiger. Die verfügbaren Fonds belaufen fich auf $9000. Der Kirche in Salem wurde versprochen, ihr für jeden Dollar, den die Gemeinde beifteure zur Reparatur ihres Kirchen eigenthumö, einen Dollar aus diesem Fonds zu gewähren. Das Comite über die kirchlichen Zeit schuften berichtete ErmuthigendeS. Trotz der mancherlei Sprachschwierigkeiten bleibt ihre Verbreitung faft gleich. Der Bericht über das Wallacettolle gium in Berea, Ohio, nahm einen großen Theil der Morgenfitzung in An spruch, da eö fich um eine Umänderung deS Rechtsbriefes der Schule im Sinne der revidirten Statuten des Staates Ohio handelte. Red. I. E. Marting vertrat auch sonst im allgemeinen die Interessen der Schule, wies hin auf den guten Zustand der z. T. neu errich teten Gebäude und den Fortschritt in verschiedenen Abtheilungen des Unter richtS. Vor Schluß der Sitzung redete noch Rev. Kaletfch, der Waisenvater der kirchlichen Waisenanftalt in Berea, O. Dieses Waisenheim ist schon lange eine Herzensfreude der Konferenz gewesen. Die Konferenz vertagte fich dann bis 2 Uhr Nachmittags, um ihre Ge. schüfte womöglich zum Abschluß zu bringen. In der Nachmittagöfitzung wurde zuerst der Bericht über die Diakonissen fache eingebracht. DaS Eigenthum. Hospital und Diakonissenheim, ist üuf 170,000 eingeschützt. DaS Ideal, daS den Leitern vorschwebt, ist die deutsche Diakonie, wie fie von Kaisers werth aus betrieben wird. MMJefferfonville. Joseph Edgey, ein BertrauenSgefangener, be kämpfte, um einen Ausbruch der Ge fangenen zu verhüten, allein und un bewaffnet drei desperate Sträflinge. ES gelang ihm, dieselben aufzuhalten. bis Hilfe zur Stelle eilte.
Pläne für Sochlegnng der Geleise
Werden der Behörde für öffentliche Arbeiten unterbreitet. Man erwartet, daß Pläne zur Hoch legung der West WafhingtonStraßen Eifenbahngeleife an der HardingStr. schon im Laufe dieser Woche der Be hörbe für öffentliche Arbeiten unterbrei tet werden. Die Harding.Str. Geleise kreuzen nämlich vie WashingtonStraße Diagonal und find aus diesem Grunde als äußerst gefährlich anzusehen. Auch ist dieselbe eine der großen Verkehrsadern für Frachtzüge vieler Bahngesellschaften. Die Kosten der Verbesserung werden fich auf etwa 60,000 belaufen. Von den Unkosten zahlt die StraßenbahnGesellschaft 5 Procent, die Eisenbahnen leisten 75 Procent, das County giebt 6 und die Stadt 14 Procent. Gefunden und verloren Ist die Geschichte eines Schauspielerpaare. Gestern trafen fie fich in einem hiefi gen Hotel, und heute find fie schon wie der Meilen auseinander. Dies ist die Geschichte deS hier gaftirenden Schau spielerpaareö Gafton. Am Abende vorher hatte Wm. Gaston, der fich vor einiger Zeit von seiner unter dem Bühnennamen Mabel Bar rison reisenden Frau trennte, dieselbe zufällig im Hotel getroffen, und an scheinend hatte zwischen beiden eine Ber söhnung stattgefunden, denn die Frau war mit ihm auf sein Zimmer gegangen, wo beide längere Zeit in Unterhal tung gesessen. Später aber erschien die Frau in der Polizei'Station und suchte Schutz gegen die Angriffe deö Mannes, der fie angeblich schon kurz nach dem Wieder finden geschlagen. Zugleich sprach fie Furcht aus, daß derselbe fie vielleicht in seinem betrunkenen Zustande schwer verletzen könne. Zeitweilig wurde die Frau beruhigt. Gestern Abend aber trat die Frau, welche mit einem andern Schauspieler eine der Hauptnummern auf dem Programm hatte, nicht auf, und angestellte Untersuchungen ergaben, daß sowohl fie als auch der Partner im Spiele nicht zu finden seien. Wohin fich das Paar gewendet, ließ fich nicht ermitteln. Gafton war übrigens auf die Klage seiner Frau hin unter Anklage der Trunkenheit eingesteckt worden. Jrvington sucht Verbesserungen. Der Jrvington VerbesserungSElub hat bei der Behörde öffentlicher Arbei ten eine Petition eingereicht, die Stra ßenbahngesellschaft zu veranlassen, daS östliche Ende der Geleise zu pflastern. Laut der eingereichten Beschwerde ist in KieS zwischen den Geleisen fortge waschen und bei Regenwetter bilden fich Schmutzlachen. Auch Wasserleitungen wünschen die Jrvingtoner und zwar jetzt, ehe die EoncreteArbeiten in Angriff genom men werden. Bezüglich der projektir ten Parks wird das zuständige komite mit dem Mayor, dem Kontrolleur und der Parkbehörde in Konferenz treten. Ein großer Menfchenauflauf wurde gestern Abend kurz nach L Uhr an der Washington Str. vor dem Be richtS Gebäude verursacht, wo John PeterS, in der Nähe von Lebanon, Ind., wohnhaft, mit zerfchundenem Ge ficht und mehreren anderen Verletzungen unter dem Kühfängec einer von Jrvington kommenden Straßenbahn hervorgezogen wurde. Derselbe wurde von der Car beim Pasnren der Straße erfaßt, zu Boden geschleudert und unter dem Kühfänger ungefähr 20 Fuß mitgeschleppt bevor der Wagen zum Halten gebracht werden konnte. Der Uglückliiche wurde im Krankenwagen nach dem städtischen Hospital gebracht. Der in der Regierungsdruckerei in Washington, D. ., beschäftigte Buchbinder Jacob HaleS. der ein pro minenteS Mitglied der internationalen Brüderschaft der Buchbinder ist. wurde gestern auS seiner Stellung entlassen.
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